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wegen

ahd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wegen verb.

Bd. 27, Sp. 3084
wegen, verb. , I. bewegen. das im nhd. nur in resten vorliegende wort (durch bewegen ersetzt) geht zunächst auf die causativbildung mhd. wegen, ahd. wegen, weggen, wekken (aus *wagjan) 'movere, agitare, vibrare, quatere, quassare' Graff 1, 658 zurück, die entspricht dem asächs. weggian (belegt nur praet. wegida Wadstein 114, 13), mnd. wegen, weggen Schiller-Lübben 5, 680, mndl. wegen Verdam 686b (dann veraltet, Kilian 660b führt noch weghen 'movere' an), ags. wecgan Bosworth-Toller 1180, got. wagjan; lautlich übereinstimmend auch mit aslav. voziti, fahren, führen, gr. ὀχέομαι, lasse mich tragen, fahre, skr. vāháyati, er läszt tragen, fahren. daneben kommt aber auch das starke verb. wegen, ahd. wegan (s. die verwandten formen u. wägen sp. 422f., wo noch and. wegan hinzuzufügen) in betracht. 11) das starke verbum wegen hat sich vor allem als wägen fortgesetzt. auszer den hierher gehörigen gebrauchsweisen (sp. 427f.) zeigt es sich im mhd. noch in einigen anwendungen, doch hat sich in der späteren sprache neben wägen kein starkflect. wegen (auszer in bewegen) herausgebildet. 1@aa) als intrans. 'die richtung wohin nehmen, sich wohin bewegen', mit adv. oder präpositionellen bestimmungen: ir houbet daʒ wac alleʒ nider. G. v. Straszburg Tristan 11981; dô sluogen die vil müedenvil manegen swinden slac den von Bechelâren,der eben unt tiefe wac, durch die vesten ringevast unz ûf daʒ verch. Nibel. 2147, 2; sin gewaldiger grif nach willen richte wol ir schif, daʒ eʒ nicht besiten wac. Passional 11, 77 Köpke. übertragen: diu rede mir ze herzen wac, und dûhte mich ein teil ze twerch. K. v. Würzburg Engelhard 6016; sô grôʒe vorchte ûf in wac, daʒ er dâ vridis rûchte. N. v. Jeroschin 7573 Strehlke; sîn herze gar an gote wûc, an den er dô genante. 7971. für 'sich hin und her bewegen' (vgl. mnd. mit übergang zur schwachen flexion: dat de cederbom des paradises gewegget hevet unde nicht gevallen is quelle bei Schiller-Lübben 5, 650 und wagen sp. 389f.) sind die älteren belege unsicher: do sie aber wenig tag gefuoren, von dem ungestmen wegen des meres ward das geblt der küngin sich entrichten Apollonius von Tyrus 109, 31 Schröder (kann zu sich wegen gestellt werden); wegen, bidmen oder zittern, tremere, tremulare. voc. theut. (1482) nn 3b; expavere, weyben ł wegen Diefenbach gl. 217c; es kompt nicht allezeit regen, ob man gleich sihet ein wolcken wegen (ursprünglich weben?). Petri 2, B b 8b. alterthümelnd bei Arnim (mit dem transitiven wegen vermischt): bis zu dem sonnenwagen, der hoch am himmel wegt. 7 (1853f.), 300; als wär die sonn zu heisz gesinnt, die mir im herzen wegt. 22, 9. im folg. ist wol die bed. 'sich im gleichgewicht halten anzunehmen (vgl. sp. 440 sich wägen): sachen, wovon mehr gutes entstehet, als von der entdeckung, dasz das blut im zirkel laufe und dasz die sterne gegen einander wegen Bodmer literar. denkm. 41 (vgl.: der himel ... ist sinewel unde ist aller ebene gewegen Lucidarius 6, 7 Heidlauf). 1@bb) als trans. 'machen, dasz etwas eine richtung nimmt, richten, lenken': ze slage bôt er unde wac sîn arme und alliu sîniu lider. K. v. Würzburg troj. krieg 39524; Ryal einen sften wag von deʒ hertzen grunde durch lip uʒ ze dem munde. J. v. Würzburg Wilh. v. Öst. 4250 Regel; den grôʒen boum er ab mir wac, der wol fuodermæʒic was, und half mir daʒ ich genas. R. v. Durne h. Georg 1834 Kraus (dies vielleicht zu wägen III 3 e 'mit hebelkraft behandeln'). übertragen: da muste der gar grosze enphahen von im ainen slag, der in zu dem tode wag. H. v. Neustadt Apollonius 9406 Singer; als ouch rechte der vernam, waʒ Christoforus da pflac, wie er daʒ volc besiten wac uff einen Crist, der hieʒe got. Passional 351, 2 Köpke. ebenso refl.: Troi ist mit liuten umbelegen. die Kriechen hânt sich dar gewegen mit rîcher und mit hôher craft. K. v. Würzburg troj. krieg 27962; und waʒ sich im (auf dem heerzuge) dâkegn wûc, daʒ vîng er alliʒ unde slûc. N. v. Jeroschin 26298 Strehlke; geheiʒen was er Anfelîs und hete ûf êre sich gewegen. K. v. Würzburg troj. krieg 30839. das trans. hat später schwache formen gebildet und ist mit dem alten causativum zusammengefallen; umgekehrt kommen vereinzelt starke formen von wegen 'veranlassen' (2 c) vor: ein richter, der die majestat des schöpffers nicht für augen hat ... in sich den heiligen geist betrübt, an welches stadt er einen kriegt, der ihn zu aller schalckheit wigt. Ringwald laut. warh. (1598) 254. 22) das causativum hat die allgemeine bedeutung 'bewegen' bewahrt. im mhd. häufig, tritt es dann hinter bewegen zurück, ist aber noch im älteren nhd. lebendig (häufig mit regen und anderen verben verbunden) und stirbt erst im 17. jahrh. in der schriftsprache ab: movere, wegen Diefenbach gl. 369b (in drei glossaren); die groszen wörterbücher führen es als gebräuchliches wort nicht mehr an; nur in sich regen und wegen erhält es sich in einem gewissen umfang. für sich kommt es noch in der Schweiz (z. b. Bühler Davos 1, 204, Schmid mda. des amtes Entlebuch 43), Westtirol Schöpf 806 und Schwaben Fischer 6, 539 vor. 2@aa) hin und her bewegen (einmal oder wiederholt). so einen körpertheil: sie wegitun iro houbitjoh sprâchun ubilo tharmit. Otfrid 4, 30, 7; si giengen harte rehte für den wirt al ehte, gein nîgen si ir houbet wegten. W. v. Eschenbach Parzival 233, 27; alsô was im daʒ houbet sîn betœret von den kolbenslegen; iedoch begunde er daʒ houbet wegen lützel und swærlîchen. J. Enikel fürstenbuch 3478 Strauch; ûf und zetal begunde er (beim reiten) wegen füeʒ unde schenkel in den hosen. K. v. Würzburg troj. krieg 35605; auch frewdig schwingt die federlein, wegt ärmelein und beine. Spee trutznacht. 340; reget, weget, hebt die flügel, um die hügel sich zu schwingen. Klaj Fischer-Tümpels kirchenlied 5, 32a; eʒ (das krokodil) wegt den obern kinpacken und den undern niht K. v. Megenberg 233, 12; von stunt leite sich der grimmege leuwe vor im nider als ein zames hundelin unde wegete kein im den zagil sin Ködiz leben des h. Ludwig 19, 4; beweget dasz wasser mit schwanz, den er stetigs hin und her weget Knebel chronik v. Kaisheim 43 Hüttner; o, Palestra, wie gar schon und lustenklich wegest du und traist hin und her umb in rechter mAvsze dinen hindern und die häfen Wyle translat. 255, 4. etwas das man mit sich führt: nû seht, wie von dem winde waget ze walde manic tanne, sus wart von mangen manne geweget manic lanze K. v. Würzburg troj. krieg 34049; si begunden sæn, dar nâch egen, ir gart ob starken ohsen wegen. W. v. Eschenbach Parzival 124, 30. etwas, das sich vor einem befindet: dicke weget ich den ast: mir wart des obeʒes nie niht ze teile. minnesangs frühling 29, 18 (Spervogel); Meleager der hertzhafft man mit sein fszen den (eber-)kopff regt an und wegt in also hin und har. Wickram 7, 371 (Met. 8, 799) Bolte; beweg in (den schaft in der wunde) tzw cziten mith einem eiszen, szo fülstu wol, ab her sich vast wegen leth H. v. Pfolspeundt bündth-ertzney 63, 5 Häser; Lantzilet wegte ain eysnein gitter, chraczet mit den vingern und raumbt, pis ers gewan Füeterer Lanzelot 124 Peter; das schiff Petri wiltu ertrenken, wie wol du es wegst, magstuo es nit versenken. Meisterlin städtechr. 3, 87, 20; als lang man das wasser weget, so bleibet es frische H. v. Mügeln Valerius Maximus 43b; szo er tzweyfelt, ist er gleych eyner bulgen des mehres, die der windt hyn und her wegt Luther 2, 176, 7 Weim. ausg. im folg. kommt auch die bed. 'das gewicht in der hand prüfen' (wo auch ein bewegen mitspielt, vgl. wägen III 2 c sp. 432) in betracht: der meister zuckete sie (die kanne) her vr, er weget sie und sprach: ich spur an disem mere vil wol daʒ man dich gerne hOeren sol. kleinere mhd. erzählungen 3, 209, 262 Rosenhagen. einen menschen wegen 'rütteln, anrühren': der pfaff wart sich bas regen und die frawen mit mynne wegen. Keller altd. erzähl. 263, 9; nyemant sal eʒ (das kind) da lang wegen, man sal eʒ laszen an sein gemach. 469, 19; der spanisch herr het ein jungen bey im ligen in seim gemach, der wegt sein herrn und sagt ime, was er gesehen hat Widmann chronica von Hall 317, 19 Kolb; durch unzüchtiges wegen und betasten bringt sie (das weib) das kind zur geilheit Philander (Leiden 1647) 7, 190. hier reiht sich auch die bed. 'in der wiege wiegen (W. v. Eschenbach lieder 7, 20. Koloczaer codex 44, 45) an. 2@bb) durch bewegung von einem ort entfernen; mit adverbieller bestimmung: do man gesanc vesper sît, man begonde in von der erde wegen. Albertus st. Ulrichs leben 1470 Schmeller; swie vil des volckes zu ir trat und wolden sie von dannen wegen, die konden nindert sie geregen von der stat als um ein har. Passional 29, 41 Köpke; da kam ein gros wintzbraus und weget sie wider hindan als ein stro heiligen leben (1472) 40a; er versetzt berge ehe sie es innen werden, die er in seinem zorn umbkeret. er weget ein land aus seinem ort, das seine pfeiler zittern Hiob 9, 5. auch in der form wigen: dann umb das we det ich (die liebe) yn (Jesus) niderstigen inn die helle uch dar usz zu wigen. pilgerfahrt des träumenden mönchs 2310 Bömer. näher an wägen schlieszt sich an 'mit hebelkraft bewegen' s. d. III 3 e; vgl. noch: (sie) hatten denn grosz hebel und sparren ... und wegten denn ein groszen yszschemel hinweg Basler chroniken 6, 60 (anf. 16. jahrh.). ferner 'durch schwere niederziehen' s. III 2 g; vgl. noch: der bauch wögt sie (die trunkenbolde) zu boden Ambach vom zusauffen D 1a. 2@cc) übertragen 'innerlich erregen, rühren': und hieʒ sie (die liebenden) wecken, ungüetlich ûf erschrecken beidiu mit stœʒen und mit slegen. eʒ möht ein herte herze wegen, wie sie dâ wurden funden. K. Fleck Flore u. Blanscheflur 6410; nu mag mein hertz sprechen 'och' von mangen pitterlichen slegen, di mich an deinem tod wegen. väterbuch 39834 Reiszenberger. treiben, bestimmen, veranlassen (im ersten beleg ist der ausdruck noch bildlich): auff das wir nicht mehr kinder seien, und uns wegen und wigen (vor 1530: weben und wigen, κλυδωνιζόμενοι καὶ περιφερόμενοι) lassen, von allerley wind der lere Epheser 4, 14; ja er müste allweg im grund des hertzens ungewisz bleiben in leer und glauben, gleich als die kinder sich wegen und bewegen lassen C. Schwenckfeld apologia und erclerung der Schlesier B 3b; also reget oder weget die gnad Christi auch keinen menschen, er sei denn dem cörper Christi ... eingeleibet und anhangendt Cocleus ein kurtzer bericht (1537) B 8a. einen zu etwas wegen: billich in darzuo wegte spât und fruo sîn wîp. Ottokar reimchr. 938 Seemüller; wie sie (die teufel) doch dicke wegen din herze zu der hochvart. poet. bearb. des buches Daniel 5012 Hübner; sie damit zum abfahl zu wegen Xylander Polybius 55. auch mit abhängigem satz: mit deme gienc er zû râte. er wegete in vil drâte, daʒ der herre sân zû hant gebôt zû samne al sîn lant. livl. reimchronik 872 Meyer; knecht oder maget sal man die wegen, daʒ ir dekein icht gutes tu, da gehoren vil slege zu. Passional 392, 20 Köpke; das ich disz halt, da wegen mich zwo ursachen S. Franck baum des lebens 120. einen von etwas wegen: daʒ man in mit keinen slegen von deme gelouben mochte wegen. Passional 301, 44 Köpke; seyd kein unlust si wegen mocht von der götter übung H. v. Mügeln Valerius Maximus 5b. 2@dd) etwas wegen 'anregen, hervorbringen, veranlassen': Paris der jung degen begund den strît dannoch wegen. Enikel weltchr. 16312 Strauch; unser gebet sal uch wegen helfe an dem guten gote. Passional 43, 2 Köpke; des hertzen schrik, der augen regen hulfen im mit ser wegen betrublich geperd. väterbuch 39736 Reiszenberger; wie offt ir das thuet ymmer mer, so weget ir mein leydliche not, und den hertiklich tot. altd. passionsspiele a. Tirol 29 Wackernell. 2@ee) allgemein 'bewegung, leben schaffen': ô wunderwernder süeʒe urspring ... der êrsten sache sechic dinc, ir wesen, ir êwic und ir immer wegender sin! H. v. Meiszen kreuzleich 1, 4 Ettmüller; Natura wenet doch, wie du in osten, here, wonest nu, sint dem das erste wegn sich nam, davon geburt den tiren quam. H. v. Mügeln der meide kranz 17 Jahr; diu zung verleust oft irn ganch und ir sprâch. daʒ geschiht von dem geprechen der wegenden kraft der sêl K. v. Megenberg 15, 19; allhie wird berührt die würckende, wegende und bewegte ursach Albertus Magnus von den geheimnissen derer weiber (1678) A 5a; musz der schöpffer ... das ewige ... leben sein, von dem ... aller lebendiger athem, und regen und wegen herfleuszet Mathesius Sarepta 42a. 2@ff) einen besonderen umfang hat sich wegen angenommen: quidquid aliquo movetur modo, al daʒ sih in deheina wîs weget Notker 1, 274, 23 (Boethius 4, 40) Piper; ein gewitere sich ustruc an bliczen und an donreslegen, daʒ sich die erde ouch muste wegen. Passional 304, 70 Köpke; wol um sant Martins obend fiengs schieszen erst recht an, dasz zittern ward der boden ... der berg der thet sich wegen, die muren spielten sich. Liliencron hist. volksl. 3, 70, 19 (1512); schlagt auff, das erd und himmel gleich vom widerschall sich wege. Spee güld. tugendb. 392; den klaren blitz wir förchten mehr, wan grosz gewölck sich weget. trutznacht. 161; schnel aber ward ein groszes erdbeben, also das sich wegeten (nach 1525: bewegeten) die grundfeste des gefengnis ap. gesch. 16, 26; ahy, wie ritterlich maniger daʒ haupt regt, daʒ sich dar uf wegt kostlich zymier. vogel, tier! J. v. Würzburg Wilh. v. Öst. 17482 Regel; gantz lebendig dauchts einen, wie sich da das laub an beümen reget und sich als durch einander weget. Wickram 4, 156 (pilger 797) Bolte; thier und menschen gehn sich legen, gantz erstummet alle welt: auch sich kaum die blättlein wegen, trawrig feyret alles feldt. Spee trutznacht. 321; daʒ er (der fisch) ain schef still helt, daʒ eʒ sich nindert weg K. v. Megenberg 251, 8; das ist ein warheit ane spot, das er mahte apgot dú sih selbin wegeten, von eiginin kreften regeten. R. v. Ems weltchronik 20158 Jung. von thieren und menschen: eʒ sei ain grôʒer visch ... wenn sich der weg oder umbkêr, sô pidem daʒ ertreich K. v. Megenberg 107, 21; bo ... wildpreth adder ander getirde sich wegede Wigand Gerstenberg chronik 103 Diemar; wans (das rosz) nicht stille stehen kan und sich hin und wider weget Böhme roszartzney 27; daʒ kint uber al sich in ir libe regete und auch zu freuden wegete (exultavit). md. evangelienwerk aus S. Paul 73a (Schönbach, sitzungsber. d. Wiener ak. 137, 155); daʒ sich daʒ knäblein wegt in der muoter leib nâch dreien mônâden K. v. Megenberg 40, 28; als der man gat zuo dem herren, da er stet oder chniet für in da er sitzet, so weget sich aller sein leip und muoz auch die hende wegen spiegel deutscher leute lehnr. 59 Ficker; das noch essens nymand zuvil sich wegen sol Ortolf artzneybuch (1479) 45b; ir müszt euch rüren und wegen Schmeller 2, 873 aus Münchener hs. auch von geist, seele: wann er lang auf der erden lag nach der toten weis, das in im kein geist des leibs sich wegete noch enrurte H. v. Mügelin Valerius Maximus 20a; als, o Jesu, du gelegen kurtze zeit in kalter erd, sich dein seel thät wider wegen denckend seiner weiszen herd. Spee trutznacht. 322. sich nicht wegen 'rühren' können: es was wol gehuchlich, aber auch kunt man sich vur innen nit wegen, sie (die nachbarn) sagen (sahen), was man zu toin hatte buch Weinsberg 2, 330 (1576) Höhlbaum. auch mit richtungsbestimmungen: war er sich wolde wegen, des frâgten si in. Ottokar reimchr. 38991 Seemüller; von stat ich mich (aus angst) nit wegen kund. Folz meisterlieder 6, 60 Mayer; et signum est, wann die arm hin und wider sich nicht wegen Paracelsus 1, 421 A; waʒ sich von der himel mittelpunct naigt gegen der himel ümbkraiʒʒe, daʒ wegt sich über sich K. v. Megenberg d. sphaera 14, 5 Matthäi; nu hetten dy Saratzen kain sorg, das sich yemand zu veldstreit gegen in wegen solte U. Füeterer bayer. chronik 12, 8 Spiller. abgesehen von der folg. verbindung ist sich wegen seit der mitte des 17. jahrh. verschollen (thür. Hertel 255 und mfr. zeitschr. f. d. mda. 1917, 86 auch wol nur mit regen verbunden); alterthümelnd wird es noch einmal von Tieck gebraucht: oft schläft und ruht die magische figur ..., aber dann quillt sie wie ein gift plötzlich wieder hervor und wegt sich in allen linien 4, 236. die verbindung sich regen und wegen, vorbereitet durch häufige reimbindung der beiden worte im mhd., tritt bei Luther auf und ist als volksthümliche wendung bis in die gegenwart üblich geblieben; seltener ist sich wegen und regen, das aber dann von Göthe gebraucht wird: denn mit dem wort 'krieg mit ungestüm' malet er ab und stellet gleich eine feldschlacht fur die augen, da sichs alles reget und weget Luther 19, 147, 24 Weim. ausg.; es reget und weget sich alles, was tieff und hoch war, fur angst 19, 431, 15; darumb sich so alles reget und weget 34, ii, 481, 37; wie auch küe und pferde gehen, und alles, was da lebt, sich wegt und reget 45, 494, 11; alles was sich regt und wegt (später: reget und webet) auff dem lande Hes. 38, 20; warumb laszt ihr euch also bewegen die bilder die sich weder wegen noch regen mögen? Petrarche trostbücher 38b; sind die Venetianer so bestürtzt und kleinlauts gewesen, dasz sie sich nit wegen noch regen haben dürffen H. Müller türckische historien (1563) 38a; sonst soll das kleyd also gemacht sein, das er sich, es sei zu fusz oder zu rosz, darinnen regen und wegen könne Sebiz feldbau 564; da jammerts ihn, und geht ihm dermaszen zu hertzen, dasz ihm dünckt, all sein inwendiges rege und wege sich darob Artomedes christl. auszlegung (1609) 1, 691; also ... du etliche jahrlang dich weder regen noch wegen köntest Spee güld. tugendbuch 180; eur weib thut alle viere streckn ... thut sich nit regen oder wegen. Ayrer 2818, 24 Keller; so auch mit der liebe, der treuen, geschicht, sie wegt sich, sie regt sich, und ändert sich nicht. Göthe 5, 20 Weim. ausg.; wie es oben wohnt und thront, sich wechselnd wegt und regt. 15, i, 171 (Faust 2, 8374). der aus der umgangssprache schöpfende Leipziger Rädlein führt an: er kan sich weder regen noch wegen 1036b (sonst nicht in wörterbüchern); westfäl. he kann sik nit riēgen off wiēgen Woeste 214; vgl. obersächs. regeweg 'emsig, thatkräftig' Müller-Fraureuth 2, 342b.
18221 Zeichen · 355 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    wegensw. V. (1b)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    wegen , sw. V. (1b) Vw.: s. weggen*

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    WEGEN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +23 Parallelbelege

    WEGEN s. ich WIGE .

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wegensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +10 Parallelbelege

    wegen , sw. V. Vw.: s. wēgen* (5)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wègen

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    * Wègen , verb. welches die Wurzel von bewegen, aber für sich allein im Hochdeutschen längst veraltet ist. Wan der Wint …

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    wegen

    Goethe-Wörterbuch

    wegen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  6. modern
    Dialekt
    wëgen

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    wëge n [wakə S. bis Logelnh. ; wajə Co. Katzent. u. nö. davon fast allg.; wæjə Str. W.; m für w: makə Olti. Lutterb. ] P…

  7. Sprichwörter
    Wegen

    Wander (Sprichwörter)

    Wegen Von wegen – Stock und Degen. ( Köthen. )

  8. Spezial
    wegen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    we|gen praep. 1 (aufgrund) por, por gauja de: wegen des schlechten Wetters (dem schlechten Wetter) por gauja dl bur’ tëm…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wegen

165 Bildungen · 36 Erstglied · 118 Zweitglied · 11 Ableitungen

wegen‑ als Erstglied (30 von 36)

wegen I

SHW

wegen I Band 6, Spalte 351-352

wegen II

SHW

wegen II Band 6, Spalte 351-352

Wegenarr

Campe

wege·narr

† Der Wegenarr , — en, Mz. — en , im Zillerthale, ein Name des Salamanders oder Molchs (Lacerta salamandra L .).

wegendeke

KöblerMnd

wegendeke , F. Vw.: s. wēgendēke*

wëgen dëm

ElsWB

wegen·dem

wëge n dëm deshalb. Grad wëje n dëm bis t s g e si n ! Logelnh.

wegender

RhWB

wegen·der

wegender wEəndər Gummb-Homburgisch Adj. praed.: ech sall dich woll w. machen zur Arbeit antreiben.

weg(e)nelke

DWB

wege·nelke

weg(e)nelke , f. : kleine wegenelke, das mauergipskraut, gypsophila muralis L. Holl 140 b . —

wegener

DWB

wege·ner

wegener , m. : gebieden unse heren allen muylenstoeszeren, wiegeneren ind liedichgengeren, die up ere gijlen und lodderye gaent bynnen Coell…

Wegener, G. H

DWBQVZ

--- maurerische gedichte. Hannover 2 1861 . ---

weg(e)netz

DWB

wege·netz

weg(e)netz , n. eine gröszere anzahl mit einander in verbindung stehender wege: die entwicklung des handels ... führte eine verbesserung des…

wegenge

DWB

weg·enge

wegenge , f. : wie dann in dieser wegenge meine füsze öffters gleiteten J. v. Sandrart iconologia deorum (1680) 62 a ; ein durchzugsthal zur…

wegenig

RhWB

wegenig wE əniχ Gummb-Schwarzenbergisch Adj. praed.: beweglich, eifrig; de Frau do em Hus es so w., der würd nicks te vill.

wegen II

RhWB

wegen II in best. Wend. Allg., u. zwar Rhfrk wEə, sonst wEjə(n), –E:-, –Eə-, –ēə-, –Eγ- [OBerg in Waldbr , Gummb-Homburgisch wEən; um Altk-S…

Wē¹genkoªrf

WWB

Wē¹gen-koªrf m. [verstr.] (aus Weide geflochtener) Wiegenkorb der Kinder.

wegenlîn

Lexer

wegen·lin

wegenlîn stn. BMZ dem. zu wagen Heinz. 807. Mgb. 33,23. Anz. 19,187 ( 1458 ), assim. wegellîn, wegelîn ib. und Heinz. 601. Berth. 162,11. 19…

wegenlære

KöblerMhd

wegenlære , st. M. nhd. Wagenbauer, Fuhrmann Q.: Urk (1283) E.: s. wagen (2) W.: nhd. DW- L.: WMU (wegenler 607 [1283] 1 Bel.)

wegenlīn

KöblerMhd

wegen·līn

wegenlīn , st. N. nhd. Wägellein, Wägelchen, kleiner Wagen Hw.: s. waglīn Q.: Teichn (FB wegenlīn), BdN, Berth (um 1275), Heinzel E.: s. wag…

Wē¹genstrō²

WWB

wegen·stro

Wē¹gen-strō² n. [verstr. Münsterl SWestf] „Wiegenstroh“; nur in den Raa.: Du häst et Weigenstrauh nao an’t Gatt bümmeln zu einer unreifen, u…

wegen als Zweitglied (30 von 118)

minnebewegen

KöblerMhd

*minnebewegen , sw. V. nhd. Liebe empfinden Hw.: s. minnebewegunge E.: s. minne (1), bewegen W.: nhd. DW-

swegen

KöblerAe

*swegen , st. M. (a) nhd. Mann, Jüngling Vw.: s. bāt- Hw.: s. swān; vgl. ais. sveinn E.: s. germ. *swaina-, *swainaz, st. M. (a), Angehörige…

wolwegen

KöblerMhd

*wolwegen , V. E.: s. wolgewegen W.: nhd. DW-

Abbewegen

Campe

abbe·wegen

Abbewegen , v. I) trs. durch Bewegen entfernen. II) rec. Sich abbewegen, sich von einem Orte wegbegeben. — Das Abbewegen. Die Abbewegung.

abe wegen

MWB

abe wegen swV. ‘etw. herunternehmen’ der engil quam von dem hemele unde gynk czu dem grabe unde weygete den steyn abe EvBerl 88,4 MWB 1 82,1…

abewegen

KöblerMhd

abe·wegen

abewegen , sw. V. nhd. wegwälzen, wegbewegen, herunternehmen Hw.: vgl. mnd. afwēgen (1) Q.: EvB (1340) (FB abe wegen) E.: s. abewec (1), weg…

abwegen

DRW

abwegen von seiten so sollen die gerhaben solches abwegen der obrigkeit anfügen 17. Jh. ÖW. I 248 Faksimile

achterwēgen

MNWB

achter·wegen

achterwēgen , adv. , unterwegs. a. blîven unterbleiben; a. lâten unterlassen, verlassen, liegen lassen.

afterwegen

KöblerMhd

after·wegen

afterwegen , Adv. nhd. einher Hw.: vgl. mnd. achterwēgen Q.: MinnerII (FB afterwegen), Nib (um 1200) E.: s. after (1), wegen W.: nhd. (ält.)…

¹afwēgen

MNWB

1 afwēgen , stv. , 1. herunterbewegen, abwälzen . 2. abwägen, abwiegen, ein Pensum zuwiegen, zuteilen. afgewōgen dāgewerk.

allerwegen

DWB

aller·wegen

allerwegen , ubique, semper, gebildet wie allerdingen, allerenden, und schon mhd. allir wegine. Athis B, 152, vgl. andirre wegene, aliorsum …

allewēgen

MNWB

alle·wegen

alwech , alwēge , alwēgen , allewēgen , s. allerwēgen, allewēge, adv. , örtlich: dahin; zeitlich: immer, jedesmal, stets; im allgemeinen , i…

alwegen

KöblerMhd

alwe·gen

alwegen , Adv. nhd. überall, immer, zugleich, zusammen, überhaupt Hw.: vgl. mnd. alwech E.: s. al, wec W.: nhd. (ält.) allwegen, Adv., allwe…

amtswegen

DRW

amts·wegen

amtswegen in der Wendung von amtswegen aus amtlicher Veranlassung, infolge amtlicher Eigenschaft, als Ausfluß der Amtsgewalt 1435 RottwHGO./…

ane wegen

MWB

ane wegen swV. ‘jmdn. bedrängen, beschuldigen’ Jesus zû der selben zît / kam mit im selbe in einen strît [...]. sulcher krîc Christ aneweit,…

anewegen

KöblerMhd

ane·wegen

anewegen , V. nhd. „beunruhigen“, angreifen, bedrängen, beschuldigen Hw.: s. anewegunge; vgl. mnd. anewēgen Q.: JvFrst (1340-1350) (FB ane w…

anwēgen

MNWB

anwēgen , belasten, lasten auf.

bewegen

DWB

bewegen , n. motus: tausend fleiszge hände regen, helfen sich in muntrem bund, und in feurigem bewegen werden alle kräfte kund. Schiller 79 …

bātswegen

KöblerAe

bātswegen , st. M. (a) nhd. Bootsmann Vw.: s. swān Hw.: s. ais. sveinn E.: s. bāt, *swegen L.: Hh 332

darwegen

KöblerMhd

dar·wegen

darwegen , st. V. nhd. „darwegen“ Q.: HTrist (1285-1290), WvÖst (FB darwegen) E.: s. dar, wegen (4) W.: nhd. DW2- L.: FB 64 (dar wegen)

deinetwegen

DWB

deinetwegen deintwegen , soviel als deinthalben und ebenso zu beurtheilen. wegen ist der dat. pl. von weg via und steht hier als präposition…

derentwegen

DWB

der·entwegen

derentwegen , gleichbedeutend mit dem vorhergehenden, mit derwegen, derenwegen und deswegen. bei Ringwaldt Ev. J ii a . Rollenhagen Froschm.…

derowegen

DWB

dero·wegen

derowegen , wie derohalben, schickte derowegen einen weisen man Kirchhof Wendunm. 123 a . derowegen ist unsere bitte, ihr wollet euch dahin …

derwegen

DWB

der·wegen

derwegen , wie deshalb, deswegen, s. derentwegen, derowegen, dieserwegen. bei Luther 1, 411 . derwegen, da man in ( den Rabelais ) je wolt t…

dessentwegen

DWB

des·s·entwegen

dessentwegen , wie deswegen. Olearius Rosenth. 4, 1 . Lockmans fabeln 25. dessentwegen auch einer seine unchristliche weisheit hören lassen …

deswegen

DWB

des·wegen

deswegen , adv. wie dessentwegen, vergl. derentwegen. wegen ist bei deinetwegen erklärt. 1 1. idcirco, ea de causa. du hast deine beistimmun…

durchwëgen

Lexer

durch·wegen

durch-wëgen stv. I, 1. BMZ vollwichtig machen. ein gesmîde, mit golde wol durchwegen (: pflegen) Roseng. H. 687 ; vollständig erwägen Ms. ;

e(n)twegen

Idiotikon

e(n)twegen Band 15, Spalte 710 e(n)twegen 15,710

Ableitungen von wegen (11 von 11)

bewegen

DWB

bewegen , n. motus: tausend fleiszge hände regen, helfen sich in muntrem bund, und in feurigem bewegen werden alle kräfte kund. Schiller 79 …

entwegen

DWB

entwegen , amovere, removere, commovere: ich werde nimmermer entwegt werden. Melissus ps. D 5 a . E 7 b . F 1 b . M 1 a ; verzeiht, sagte di…

erwegen

DWB

erwegen , commovere, goth. usvagjan, ahd. erwegan, irwegita, mhd. erwegen, erwegete, erweite: mhd. dô enmochten si den sark nie erwegen noch…

gewegen

DWB

gewegen , partisipiales adjectiv zu wegen ( s. mhd. wb. 3, 626 b ), wägen ( s. d. ). entsprechend den lautlichen veränderungen und ausgleich…

gewëgenlich

Lexer

ge-wëgen-lich adj. BMZ beweglich Myst. Wh. v. Öst. 37 b . 48 b .

urwegen

RhWB

ur-wegen Klev , Geld-Straelen Adv.: van U. von früher, alters her; et es in U. im Anzuge Geld-Straelen [ nōrwEγə Klev-Kalkar ].

verwegen

DWB

verwegen , v. , mhd. wb. 3, 634; Lexer. form. häufig verwägen, z. b. Frisius 121 b ; Maaler 436 ; schweiz. schausp. d. 16. jh. 3, 32 B.; v .…

Verwegene

GWB

Verwegene [bisher nicht publizierter Wortartikel]

verwegenlich

KöblerMhd

verwegenlich , Adj. nhd. „verwegenlich“, entschlossen, wagemutig, vermessen (Adj.), verwegen Hw.: vgl. mnd. *vörwēgenlīk? Q.: Seuse (1330-13…

wegene

KöblerMhd

wegene , M. Pl. Vw.: s. wagen

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APA
Cotta, M. (2026). „wegen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wegen/dwb?formid=W11303
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Cotta, Marcel. „wegen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wegen/dwb?formid=W11303. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „wegen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wegen/dwb?formid=W11303.
BibTeX
@misc{lautwandel_wegen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„wegen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-09},
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