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schrat

mhd. bis sprichw. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
16 in 11 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schrat m.

Bd. 15, Sp. 1649
schrat, m. allgemeine benennung für ein elbisches wesen, als drückender alp, haus- und poltergeist, waldgeist gefaszt, ahd. scrato, mhd. schrate, schrat mit der nebenform ahd. mhd. schraʒ, schraz, auch schrâwaʒ, altnord. skrati, später skratti (Vigfusson 556b); völlig dunkler herkunft, vgl. J. Grimm mythol. 396. Golther mythol. 125 fg.; faunus scrate Dief. 228a; larva scrato, scrate, screiʒ 319b; bair. schratt, waldteufel, kobold, poltergeist Schmeller 22, 610; das .. erregte den Chauken ein grauen, sie wuszten nicht, woher der nachtschrat kam, aber sie sahen den schaden. Freytag bilder 1, 175; gewöhnlicher in der koseform, mhd. schretel, schretelîn, in süddeutschen mundarten noch weithin gekannt als schrättel, schrádl Schmeller a. a. o.; auch schretzel, schretzlein art kobold, wichtlein 615; in Kärnthen schrâtel, schrâtile schreckwort für kinder, kobold, dann auch blitzschneller unbesonnener mensch, böses kind, auch gebraucht von den an einer wand fibrierenden sonnenstrahlen, dem holzwurm und einem krankhaften zustande, wobei man den hals nicht drehen kann Lexer 225; vergl. rheinisch die schraz, gewendet auf ein kleines munteres mädchen Kehrein 367; schwäb. schrettele poltergeist, auch auf einen überlästigen menschen übertragen Schmid 478; schweiz. schrättel alp Stalder 2, 350; in der mundart der Heanzen schrádl auf den wirbelwind gewendet, der dürre blätter aufwirbelt Frommann 6, 343; sonst in vielfältiger älterer litterarischer bezeugung, die zugleich art und thun des geistes erkennen läszt: incubus schrätlein Diefenb. 293b; penates, appentiles schratlin, schrätlin; schretlin, schretzlin, schratel 422c; das schrättele, truck und angst im schlaaff, wenn einer im schlaaff nit mag den athem nemmen, suppressiones nocturnae, ephialtes, incubus Maaler 301b; incubus, ephialtes, das schrätlin, nachtmännlein, der alp. Golii onomast. (1582) 250; schrötle, schretzlein, schretzel, schrädel, schretel, incubus, ephialtes, oppressio nocturna Stieler 1914; auch haben sie gehalten auf penates, das wir schretlein nennen. d. städtechr. 3, 55, 7; sy (die Macedonianer) haben den heyligen geyst für ein creatur und kleins bergmändlin, wichtelin oder schrätlin gehalten. S. Franck chron. 1531 417a; (meisterwurzöl) währet die schweren schläf, als das schrättelein und nachttrutten. Thurneiszer erdgewächse 7; das schrattel sei ain claines chint, und sei als ring als der wint, und sei ein verzweivelter gaist. H. Vintler blum. der tugent 7804; du pist ain hesliches unflethlein, wie im haus ein unhaimlichs schratlein. H. Sachs fastn. sp. 7, 148. tirolisch ist schrata, schratel, schrattel, schrettele auch der schmetterling Schöpf 646. Frommann 4, 53; vergl. wegen des zu grunde liegenden volksglaubens unter schmetterling oben sp. 1047. s. auch mahr theil 6, 1466.
2821 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schrâtstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    schrât stf. ? tropfen. ich wæn noch lîhter den Phât allen verbrande, daʒ sîn ninder dehein schrât flüʒʒe in dem lande, ê…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ²schrâtadv.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    2 schrât , adv. , schräge, sch. an schräg verlaufend , abgeschrägt, sch. ȫver (meist mit vorangehendem oder folgendem jē…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schratm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    schrat , m. allgemeine benennung für ein elbisches wesen, als drückender alp, haus- und poltergeist, waldgeist gefaszt, …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schrat

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schrat ( Schretel ), s. Wilde Männer .

  5. modern
    Dialekt
    Schrat

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    † ‘ Schrat , Demin. Schrättel heisst der Alp im Münstertal ’ Stöber Sagen 2 I 37. ‘Schrätele Incubus’ Dasyp. s. auch Sch…

  6. Sprichwörter
    Schrat

    Wander (Sprichwörter)

    Schrat Ein Schrat hat ihn geritten. – Eiselein, 555. »Ein wilder Waldschrat (scrato).« »Sie ist villite ein Schrat, ein …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schrat

77 Bildungen · 74 Erstglied · 0 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schrat 2 Komponenten

sch+rat

schrat setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schrat‑ als Erstglied (30 von 74)

Schratband

MeckWB

schrat·band

Schratband Pl. -bänner m. wie das Vor. Mecklenburg Heimatbuch 115. Syn. Koppband 6. Kü. 3, 84.

schrâtele

MNWB

schra·tele

schrâtele (stratelen l. schratelen Dief. 22; startele l. scratele Dief. 36), schrâdele ( stradel Dief. 23) Späne, Splitter von Edelmetall; f…

schrâtelen

MNWB

schra·telen

(schrâtelen) nur Part. prät. geschrâtelt (Kleidermode:) geschlitzt (SL).

Schratel I

RhWB

schrat·eli

Schratel I -at- uWupp Sg. t. m.: singen Schr. halen (halten) schwatzen.

schratelig

RhWB

schratelig Allg. Adj.: 1. en schr.ə Stemm krächzende, kreischende, schrille Stimme. — 2. en schr. Wif Weib, das schratelt 1 b; schr. Denge M…

Schratel II

RhWB

Schratel II -təl, Pl. -ələ, –əln Allg. f.: 1. verächtl. a. Frau, die schratelt 1 b; en al Schr.; en doll Schr. die fortwährend tolles Zeug s…

Schratelkäpp

RhWB

Schratel-käpp (-kaspar) Barm m.: einer, der schratelt 1 b.

schrateln

RhWB

schrat·eln

schrateln das Wort, mit dem schātern zu vergleichen ist, ist im Rip, Berg, Ruhr, Eup , SNfrk verbr., u. zwar lrhn. in Aden , Ahrw , Schleid-…

Schratelte

RhWB

schra·telte

Schratelte -əltə, Pl. -tən NBerg f.: verächtl. Weib, das schratelt 1 b.

Ableitungen von schrat (3 von 3)

geschrât

Lexer

ge-schrât stm. s. geschrôt.

schrâte

Lexer

schrâte , schræte prät. s. schræjen.

verschrat

MeckWB

verschrat schräge Mi 102 b ; du nagelst dat Brett jo ganz verschrat an Lu TewsW ; hei kamm verschrat in de Dör Reut. 3, 379; verschrat gahn …