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kiepe

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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12 in 10 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kiepe f.

Bd. 11, Sp. 685
kiepe, f. korb, sack, tasche, hut, ein md. und nd. wort. 11) korb. 1@aa) nd. im 15. jh. kype ader lank korf, cophinus. hor. belg. 7, 28b (v. 1424), kype cophinus Dief. 150a, kipe canistrum 95b. um 1700 kipe: Matz heft de kipe kregen. Lappenbergs Lauremberg 129, den korb als freier (so die kipe kriegen, repulsam ferre, als hd. Wachter 839). westf. kype tragkorb Kuhns zeitschr. 2, 202, götting. kîpe rückentragkorb Fromm. 6, 429, im Bremischen kipe und küpe (eierküpe, honerküpe, torfküpe u. a.) Brem. wb. 2, 899, auch ostpreusz. kiepe und küpe Hennig 122. diese zweite form in Hildesheim keupe (neben kiepe) Fromm. 2, 44. also beide formen mit langem vocal. 1@bb) daher bei norddeutschen schriftstellern: Hans, sagte Töffel, lang einmal die kiepe her, die hinter dir im riedgras steht, und gib dem mann von unserm käs' und butterbrot. Hölty 58; füllet die reinlichen kiepen. Claudius; die kiepe mit käsen machte besonders glück bei meiner mutter. Voss an Gleim aus Eutin 1794 (br. 2, 307); ein aufgeschürztes mädchen, die sumpfgras in ihre kiepe für die kühe ihrer mutter schnitt. Arnim kronenw. 1, 406. 1@cc) aber auch hd., genauer md., und zwar unverändert mit der nd. form, schon im 15. jh.: kypp, korp, calathus, sporta. Mones anz. 7, 301b; kype, calatus, sporta, canistrum, cophinus. voc. theut. Nürnb. 1482 q 4a; die erste quelle, der vocab. des mag. Engelhusen, enthält auch sonst nd. anklänge, sie mag dem Rheingebiet angehören. so gibt der nrh. Teuthonista auch cophinus, kypp, mande, und noch jetzt ist kiep f. in Aachen ein kober, kiepe in Jülich und Berg rückenkorb (Schmidt west. id. 95); der Nürnb. voc. v. 1482 aber gibt auch manche mitteld. wörter. kîpe ist auch in Mitteldeutschland weit verbreitet, in der Lausitz (daher auch niederwend. kipa tragkorb Zwahr 152), in Sachsen, Thüringen (auch kîbe, Rudolstadt, vgl. unter 4), wol auch in Hessen und weiter? die form ist wechselnd, bald ist es ein rückenkorb, 'tragkorb', bald ein handkorb (s. z. b. Heynatz antib. 2, 180), gewöhnlich aber grob geflochten. auch die bestimmung ist wechselnd, in Altpreuszen z. b. ist kiepe, küpe ein länglich runder handkorb ohne deckel, worin man den pferden das futter reicht. Hennig 122: futterschwinge, hier auch kiepe genannt. Goltz jug. 3, 300, futterkiepe 301. in Lübeck gilt die kiepe wie ein masz, eine kiepe schollen enthält 600 stück. Adelung; kiepenweise verkaufen, holen Campe. 22) landsch. ein tiefer frauenhut in einfachster form aus stroh oder bast. Campe; so in Thüringen, Schlesien, in der Lausitz, Posen (Bernd 121) bei bäuerinnen, in den 50 er jahren eine zeit lang auch in städtischer mode (kiepenform). das ist wol nach der bed. korb gemacht. doch vgl. kippe als kopfbedeckung. 33) sack, tasche. so in Waldeck kiepe tasche Cuntze 476a, westf. Fromm. 6, 429, bremisch kiepsack, küpsack kleidertasche, 'schubsack' Br. wb. 2, 775. 899. und dasselbe musz sein folg., wie es scheint, rheinische keipe: sie (die Indianer) tragen ire kinder auf dem ruck in keipen von baumwolngarn gmacht. H. Staden r ij; lieber meister, ich wil disz stück bratens und diesen semmel in meine keippen stecken, dann ich nicht wissen kan, wie wol auf den abend der würt gerahten möchte. Melander jocoseria 2, 77 (no. 421). 44) es musz aber auch die bed. kasten gehabt haben. in Sachsen braucht man kîpe von alten kasten (auch kîbe), auch von kastenwagen, karren mit einem aus bretern zusammengenagelten kasten, hundekarren, und wie kasten selbst auch von alten häusern, 'die alte kîpe!' das alles nur noch verächtlich, wie es alten wörtern in ihrer letzten lebenszeit leicht widerfährt. die bed. kasten und korb finden sich ebenso beisammen in kar sp. 203. 55) auch als fasz findet es sich, eben wie kar. bei den winzern an der sächs. Elbe kommt eine kiepe als fasz vor, bütte, eben dort kiepe als schöpfgelte (livl. kippe schöpfeimer Hupel 109); die färber haben eine kiepe, farbenfasz, gewöhnlich küpe, s. d. 66) anwendung einer der vorigen bed. wird folg. sein. a) der theil einer holländ. windmühle, der den kopf mit dem rumpfe verbindet. vgl. u. korb 2. b) dem pferde band er oberhalb des hufes etzliche aus dem pferdeschweif gezogene haare ums gelenke, welches der bauer die kiepe nennt. colica Lpz. 1680 s. 186. 77) verwandtschaft und formen. 7@aa) hohes alter wird dem worte gesichert durch norw. kipa f. korb, ags. cŷpa (oder cypa?): belifon tvelf cŷpan fulle. Luc. 9, 17, also schon da als korb. dasselbe scheint noch engl. dial. kipe als fischreuse, weidennetz, s. Halliwell 495a; auch bei uns ist korb zugleich fischreuse, und keiper fischmeister könnte eine deutsche spur dieser bed. für kîpe enthalten. 7@bb) da solch alte stämme in vocal und stammauslaut sich gern manigfach gestalten, könnte mhd. keibe mastkorb (wb. 1, 794a) zu diesem stamme gehören, vgl. wegen des auslauts kîbe unter 4, auf der insel Bornholm kive rückenkorb bei fischern (Adler 17), bei den Deutschen am Monte Rosa (sp. 382) chewl handkorb Schott 280. Ist in kîpe der vocal ursprünglich lang? es wäre sehr auffallend, dasz es md. nicht zu keipe geworden wäre, wie doch u. 3 vorkommt, falls diesz ei altem î entspricht (doch s. kiken 4, c). es gibt eine nebenform kippe korb in Sachsen (vgl. u. 5). s: auch kiffe altes haus, das zu kîpe unter 4 stimmt, mit seiner nebenform küffe zu küpe 1 a. e.; vgl: auch hd. kipf als masz. 7@cc) merkw. ist ein sächs. bergm. kieper m., vom 'hund', kastenkarren der bergleute (Rosswein, Schwarzenberg), es stimmt in der bed. zu 4, mit einer nebenform keuper zu küpe, die endung ist wie in dem wahrscheinlich stammverwandten kober, korb, s. d. 7@dd) ganz merkwürdig endlich in einem voc. des 15. jh. zip cophinus Dief. 150a; in Pommern heiszt kîp korb auch tschîp f. (bei Neustettin). vgl.K 4, c.
5799 Zeichen · 162 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kiepe

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    * Die Kiepe , plur. die -n, ein nur in Niedersachsen übliches Wort, einen Kober zu bezeichnen, besonders so fern er dazu…

  2. modern
    Dialekt
    Kiepef.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Kiepe f. : ' Rückenkorb mit Tragbändern, die über die Schultern gehen ', Kiep (kīb) [ FR-A'lein Carlsbg ], Kipp (kib) [ …

  3. Sprichwörter
    Kiepe

    Wander (Sprichwörter)

    Kiepe 1. Aus der Kiepe steigen. 2. De Kiepe kregen. ( Holst. ) – Schütze, II, 254. Bei einer Bewerbung einen Korb erhalt…

  4. Spezial
    Kiepe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Kie|pe f. (-,-n) cestun (-s) m.

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kiepe

13 Bildungen · 13 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

kiepe‑ als Erstglied (13 von 13)

Kiependorn

RhWB

kiepe·n·dorn

Kiepen-dorn (meist Pl., s. S.) [ kē:b- Waldbr-OWehnr ] Allg. m.: wilder Rosenstrauch.

Kiepenkirsche

RhWB

kiepe·n·kirsche

Kiepen-kirsche kē:pəkīəš Sieg-Marienf Neunk Wellerschd , Waldbr-Stdt Wies , Gummb-Spreitgen Hombg f.: Hagebutte.

Kiepenweise

Campe

kiepe·n·weise

Kiepenweise , adv . nach Kiepen, mit Kiepen gemessen. Etwas kiepenweise holen, verkaufen. (R.)

Kiepern

Campe

Kiepern , s. Kepern .

Kiepert

Meyers

Kiepert , 1) Heinrich , ausgezeichneter Geograph und Kartograph, geb. 31. Juli 1818 in Berlin, gest. daselbst 21. April 1899, studierte dase…