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kiken

mnd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
10 in 8 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
12
Verweise raus
25

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kiken

Bd. 11, Sp. 701
kiken , gucken, blicken, nd., theilweis auch md. 11) hd.: wie dünkt dich umb das stücklin? .. der geist kickt da erfür, da von ich rede. Luther 3, 47b (zu dem ck s.K 5, b sp. 5); hie leszt der satan den schalk kicken ('herausgucken'), das ist zu viel an tag gegeben. 2, 457a (452b). br. 2, 541; kyken in die chrystallen, erforschen heimlich und verborgen schätze .. zaubern mit einem siebe und scheren. Dryander (Eichman) übers. von V. Cordus de urinis 1543 E 4a. kiken allein für hineinblicken, wohin blicken (vgl. das kiecken unter kieke gefl. finken 11): willst du treiben kartenspiel, lasz nicht andre kicken viel. sprichw. bei Simrock 5436. 22) das nd. wort ist starkformig, kîken, praet. kêk, keik, conj. kêke, part. pr. keken, kiken; es ist allgemein, mit vielen ableitungen und zusammensetzungen, s. z. b. Brem. wb. 2, 767 ff.: nu uns de hilgen aldus untslyken (entwischen), so wille wy na den sunderen kyken. Redent. spiel 1075, Mone schausp. 2, 72; de lauwe (löwe, Braunschweig) slôg de klauwen in de borstwer (der belagerten burg) und begunde in de borg to kikende. Oldekop bei Lüntzel stiftsfehde 141; de wysheit und verstand dem gelde musten wyken un dorften offentlyk sick nich mehr laten kyken. Lauremberg 3, 366; antleste (zuletzt) keik de êne bûr nâ der klokken. Lyra plattd. briefe 29; däi hilgen dräi könnige gt herüm, kiket in alle hüser sik üm, kiket in alle ecken un haüke (winkel). Frommann 1, 276; de sünn de keek noch ebn herop. Groth quickborn 192. 33) und so in den andern sprachen der nd. lautstufe: fries., z. b. auf Wangeroge kîk keik kîkîn Ehrentraut fries. arch. 1, 44; nl. kijken keek keken (früher selbst kijkplaetse theater, kijkspel schauspiel Kilian); norw. kîka (praet. kjeik), n. kige (schwach und stark), schwed. kika; nordengl. keek Halliwell 489b, schott. keik, keek, während man kike erwarten sollte, wie altengl. kyke Halliwell 500b (ags. dagegen, wie altn., unbezeugt): into the roof they kyken and they gape. Chaucer Cant. t. 3840. 44) md. 4@aa) in den heutigen mitteld. mundarten ist es selten, was nach dem gebrauch Luthers einst anders gewesen sein könnte; vgl. kikaten. in Leipzig z. b. braucht mans mehr spottweise, wie sonst rein niederdeutsches, von lächerlich neugierigem gucken, oder zu komischem zwecke, besonders im imp. (nur volksm.) kiek emal! häufiger ist das dem. kiekeln, wiederholt oder blinzend oder nahe worauf blicken (auch in der Zips Schröer 69a), das dem nd. zu fehlen scheint, sonst aber ist da heimisch das hd. gucken (oder gûken). 4@bb) dieses aber nähert sich dem nd. kîken in einer form mit i, gickeln im Simpl., elsäss., vogtl., auch gicken (vgl. d), während gucken auch kucken lautet, im 16. jh. kücken. kucken und gicken beisammen, wie ablautend: kuckkuck, gickgick, hie bin ich! ausbündige gute bossen u. s. w. 1610 b j (zeitschr. f. myth. 3, 403), der verdoppelte imperativ, beim versteckens spielen. das guckelicht der kindersprache heiszt nd. kieklecht, und auch sonst erweisen sich beide wörter als in der sache eins, sie sind es gewiss auch im ursprung, zwei schwestergebilde éines stammes; s. mehr u. gucken, wegen des G und K aber sp. 2 unten und 673 mitte. 4@cc) auffallend ist aber, dasz dem nd. î in der md. form wieder î entspricht, nicht das regelmäszige ei, wie doch selbst nd. kîken landsch. zu keiken wird Fromm. 4, 140 (auch nl. keyken bei Kil.); es ist ebenso mit dem engl. keek mit î (wie in peep gucken). denselben fall zeigt das md. kiepe gegenüber dem nd. kîpe sp. 686. Luthers 'kicken' freilich ist als kîken nicht einmal ganz sicher, es könnte doch auch gesprochenes kicken (wie in gickeln, gucken) gemeint sein. vgl. livl. kicki versteckspiel Hupel. 4@dd) kicken heiszt es wirklich nrh., in Aachen (vgl. gicken u. b), dazu kick m. aussicht, kick f. vorspringendes eisengitter vor fenstern zu ebener erde, kickert, kicknas der seine nase in alles steckt, kick in die welt m. junger unerfahrener mensch. Müller u. Weitz 105 fg. merkwürdig ist auf der Eifel keuk f. guckloch Schmitz 227a. 55) auch sonst sind einige ableitungen von nd. kiken in md. mundarten gebraucht, z. b. der Hans Guck in die welt findet sich auch als Kiek in die welt, wie nd. (Brem. wb. 2, 768). kiker neugieriger zuschauer (nd. auch fernrohr, isl. kîkir, vgl.operngucker) findet sich in einer halbhochd. übers. eines braunschweigischen liedes von 1522: ihr wollet doch nich zu streite gehen, sonder wollet nur für kikers stehen und willen nich helfen stormen. Soltau 2, 104. 100. astrologus, ein sternenkyker Murmellius pappa Cöln 1513 C 5b, sternekiker gemma Cöln 1507 Dief. 56c, noch md. sternkieker (Leipz., spöttisch); auch nl. sterrenkijker Kil., n. stjernekiger, schw. stjernkikare, schott. starnkeeker (Jamieson 1, 628a).
4792 Zeichen · 148 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kiken

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    kiken, sw. und st. v. gucken, sehen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kiken

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    kiken , stechen. 1 1) so in mitteld. mundarten, z. b. in Sachsen, Thüringen, einen todt kîken, doch mehr scherzhaft; man…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kiken

    Goethe-Wörterbuch

    kiken stechen; übertr iSv (zu jds) Ärger etw aufspießen, aufs Korn nehmen [ mBez auf die ‘Xenien’ 1) ] Sie k. | den Unfu…

  4. modern
    Dialekt
    Kiken

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Kiken erdachte Ortsbezeichnung im Eirätsel: Dor kemen de Herren von Kiken un Kaken Wo. V. 1, 20 a.

  5. Sprichwörter
    Kiken

    Wander (Sprichwörter)

    Kiken Kiken (s. Aussehen und Sehen). 1. Kick, se' de Katte, keik se in den Pott, kreig se ennen mit dem Schleuf 1 up den…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kiken

14 Bildungen · 1 Erstglied · 11 Zweitglied · 2 Ableitungen

kiken‑ als Erstglied (1 von 1)

kikenswiert

MeckWB

kiken·s·wiert

kikenswiert sehens-, betrachtenswert: Jeder Schilt (der Schützenkönigskette) iß kiekenswiert, mennig ehn iß schön Babst Kön. 12.

kiken als Zweitglied (11 von 11)

bekîken

MNWB

bek·iken

bekîken , v. , trans. beschauen, prüfend besehen . Intrans. sehen.

herkiken

MeckWBN

herki·ken

Wossidia herkiken herein-, hineinblicken Müll. Reut. 54 b .

inkîken

MNWB

ink·iken

inkîken hineinsehen, spähend, lauernd blicken in.

Püttenkiken

Wander

puetten·kiken

Püttenkiken Püttenkîken is en Amt, dat de beste Fru verdammt. – Plattdütscher Husfründ, III, 14.

rœwerkiken

MeckWBN

Wossidia rœwerkiken herüberblicken Müll. Reut. 104 b .

ümmekîken

MNWB

uemme·kiken

ümmekîken , swv. : 1. sich umsehen, herumblicken , „ du en salst ock nicht vnnuttes seen eder neymande in syn angesichte seen eder wildelike…

Umherkiken

Wander

umher·kiken

Umherkiken Daomit kann'r nich wît ümmhör kîk'n. ( Altmark. ) – Danneil, 278. Damit lassen sich keine grossen Sprünge machen.

Umkîken

Wander

Umkîken Uemkîken, af de Katte tûm Schlîpstên na nich brachte. – Lyra, 27.

Utkiken

Wander

Utkiken Utkiken (s. Aussehen). 1. He kickt so nüver ût as de Mûs in de Mehltûne. – Bueren, 681; Eichwald, 1364. 2. He kickt ut as de düre Tî…

Ableitungen von kiken (2 von 2)

bekîken

MNWB

bekîken , v. , trans. beschauen, prüfend besehen . Intrans. sehen.

verkiken

MeckWB

verkiken 1. refl. sich täuschen: dor verkickt man sick jo eins Pa Wess ; Ma Giel . 2. refl. sich verlieben Wi Hob ; een Schipperfru hett sic…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kiken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kiken/dwb?formid=K04557
MLA
Cotta, Marcel. „kiken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kiken/dwb?formid=K04557. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kiken". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kiken/dwb?formid=K04557.
BibTeX
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