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kīken

mnd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

WWB
Anchors
10 in 8 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
12
Verweise raus
25

Eintrag · Westfälisches Wb.

kīken V.

Bd. 3, Sp. 623
kīken V. [verbr.] 1.1. mit dem Gesichtssinn, mit den Augen optische Eindrücke wahrnehmen. Gaut kieken (Kr. MindenMin Kr. Minden@BuchholzBh). He kann glowwe (scharf) kieken (Kr. HalleHal Kr. Halle@VersmoldVm). Muin Broer kann schlächt kuiken, he mot ’n Brill häbben (Kr. HalleHal Kr. Halle@BorgholzhausenBo). Kaas nich kieken? pass doch auf (WmWb). — 1.2. seine Blicke auf ein bestimmtes Ziel richten; blicken (um etwas festzustellen, zu ermitteln). Kuik ens! (Kr. HalleHal Kr. Halle@BorgholzhausenBo). Kik äs up de Ūr! (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WessumWe). Kīk vöä di! (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Hǫi kāek dor de Riuten (durchs Fenster) (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@LüchtringenLü). Düör de Gleïpen keïken belauern (Kr. WiedenbrückWie Kr. Wiedenbrück@WiedenbrückWb). He kick graade in’t Bläddken (Zeitung) (WmWb). — Sprichw.: Kieken lährt nich; doon, dat lährt (WmWb). — 2. in bestimmter Weise dreinblicken. He kikt so lurig (traurig gestimmt) (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@GladbeckGb). Kiek nich so niesgierig! (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). Hai keïket spōüke (verträumt) (Kr. IserlohnIsl Kr. Iserlohn@IserlohnIs). Dumm kieken un klook denken (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). De Kärl kik so gliupsk hat einen lügenhaften, unsteten Blick (Kr. HalleHal Kr. Halle@BorgholzhausenBo). Schell kuiken schielen (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). Twass küuken schielen (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@EichholzEh). — 3. erblicken, bemerken, als vorhanden feststellen. Gäister (Gespenster) keïken (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@AltenaAl). — 4. auf jmdn., etwas aufpassen; jmdn., etwas im Auge behalten. Kīk no de Blāgen! (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 5. sichtbar aus etwas ragen. Et Hïemt kīket eäm ūt’e Bükse (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Dä Knoken küikt em dür dä Hiut (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@VahlhausenVa). — 6. IdW.: Ja kick! richtig, stimmt (WmWb). ⟨Präs.: 3. Pers. Sg.: ›kīket‹ [die krfr. Städte Bochum, Herne u. WattenscheidBch die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Stadt HagenHag Kr. IserlohnIsl Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. ArnsbergArn Olp], kīkt [Rek], kikket [Kr. DetmoldDet Kr. PaderbornPad Kr. HöxterHöx Hellweg], kikt [Kr. MindenMin Kr. AhausAhs Kr. HerfordHfd Kr. LemgoLem die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Unn], kik [Münsterl]; Prät.: 1./3. Pers. Sg.: ›kē²k‹ [verbr.], ›kē¹k‹ (Kr. TecklenburgTek Kr. Tecklenburg@MettingenMe), ›kē¹k‹ = ›kē²k‹ [Kr. AhausAhs Bek], ›kiᵉk‹ (Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. GladbeckRek Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck@DorstenDo); Pl.: ›kiᵉken‹ bzw. ›kīᵉken‹ [Kr. MindenMin Kr. LemgoLem Kr. HöxterHöx die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor Kr. Unna u. die krfr. Stadt HammUnn Kr. SoestSos Isl], ›kē²ken‹ [Kr. LippstadtLst Ennepe-Ruhr-KreisEnr Isl], kēken [verstr. Münsterl]; Part.: -›kiᵉken‹ [verbr.]⟩ ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 4,382: keiken; WWB-Source:207:NdsWbNdsWb 7,218: kīken.
1786 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kiken

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    kiken, sw. und st. v. gucken, sehen.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kiken

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    kiken , stechen. 1 1) so in mitteld. mundarten, z. b. in Sachsen, Thüringen, einen todt kîken, doch mehr scherzhaft; man…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kiken

    Goethe-Wörterbuch

    kiken stechen; übertr iSv (zu jds) Ärger etw aufspießen, aufs Korn nehmen [ mBez auf die ‘Xenien’ 1) ] Sie k. | den Unfu…

  4. modern
    Dialekt
    Kiken

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Kiken erdachte Ortsbezeichnung im Eirätsel: Dor kemen de Herren von Kiken un Kaken Wo. V. 1, 20 a.

  5. Sprichwörter
    Kiken

    Wander (Sprichwörter)

    Kiken Kiken (s. Aussehen und Sehen). 1. Kick, se' de Katte, keik se in den Pott, kreig se ennen mit dem Schleuf 1 up den…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kiken

14 Bildungen · 1 Erstglied · 11 Zweitglied · 2 Ableitungen

kiken‑ als Erstglied (1 von 1)

kikenswiert

MeckWB

kiken·s·wiert

kikenswiert sehens-, betrachtenswert: Jeder Schilt (der Schützenkönigskette) iß kiekenswiert, mennig ehn iß schön Babst Kön. 12.

kiken als Zweitglied (11 von 11)

bekîken

MNWB

bek·iken

bekîken , v. , trans. beschauen, prüfend besehen . Intrans. sehen.

herkiken

MeckWBN

herki·ken

Wossidia herkiken herein-, hineinblicken Müll. Reut. 54 b .

inkîken

MNWB

ink·iken

inkîken hineinsehen, spähend, lauernd blicken in.

Püttenkiken

Wander

puetten·kiken

Püttenkiken Püttenkîken is en Amt, dat de beste Fru verdammt. – Plattdütscher Husfründ, III, 14.

rœwerkiken

MeckWBN

Wossidia rœwerkiken herüberblicken Müll. Reut. 104 b .

ümmekîken

MNWB

uemme·kiken

ümmekîken , swv. : 1. sich umsehen, herumblicken , „ du en salst ock nicht vnnuttes seen eder neymande in syn angesichte seen eder wildelike…

Umherkiken

Wander

umher·kiken

Umherkiken Daomit kann'r nich wît ümmhör kîk'n. ( Altmark. ) – Danneil, 278. Damit lassen sich keine grossen Sprünge machen.

Umkîken

Wander

Umkîken Uemkîken, af de Katte tûm Schlîpstên na nich brachte. – Lyra, 27.

Utkiken

Wander

Utkiken Utkiken (s. Aussehen). 1. He kickt so nüver ût as de Mûs in de Mehltûne. – Bueren, 681; Eichwald, 1364. 2. He kickt ut as de düre Tî…

Ableitungen von kiken (2 von 2)

bekîken

MNWB

bekîken , v. , trans. beschauen, prüfend besehen . Intrans. sehen.

verkiken

MeckWB

verkiken 1. refl. sich täuschen: dor verkickt man sick jo eins Pa Wess ; Ma Giel . 2. refl. sich verlieben Wi Hob ; een Schipperfru hett sic…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kiken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kiken/wwb
MLA
Cotta, Marcel. „kiken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kiken/wwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kiken". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kiken/wwb.
BibTeX
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