Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
trinken stn.
a. daʒ trinken das zur bewillkommnung eines gastes (Parz. 794,23) und zum schlusse feierlicher mahlzeiten gereicht wird, wodurch das zeichen zum aufbruche und zum schlafengehn gegeben wird. als diu vrouwe ein trinken vür truoc (nach geendigtem abendessen) kchr. 26. b. wær im ein trinken noch getragen Iw. 98 und anm. z. 2463. dô bôt si im sîn trinken dar Parz. 33,13. vgl. 85,12. für die küngîn man dô truoc daʒ trinken das. 726,2. von dem wirte wart gehôrt, man solteʒ trinken für in tragen. daʒ trinken gab in urloup das. 641. 9. 15. man truog in hovelîcher kür den edeln rittern schône für daʒ trinken wunneclîche in manegem kophe rîche g. Gerh. 6015. si brâhte im ein liehteʒ glas, dar inne im bereitet was sîn trinken Barl. 140,19 Pf.
b. ein bestimmtes maß; zwei seidel. der burcgrâve hât ouch daʒ reht, swer ein fuoder wîns verschenkt, der sol im ein trinken wîns geben; ist aber daʒ vaʒ halpfüederc, sô sol man im ein sîdlîn wîns geben. — elliu wînschaf, alle eimer, alle halb eimer, elliu groʒen vierteil, elliu trinken unde elliu sîdlîn Augsb. str. s. 116. vgl. Wackernagel in H. zeitschr. 6,261.