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rauchen

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PfWB
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20 in 15 Wb.
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6 von 16
Verweise rein
42
Verweise raus
67

Eintrag · Pfälzisches Wb.

rauchen schw.

Bd. 5, Sp. 403
rauchen schw.: 1.a. intrans. α. 'Rauch ausstoßen, sich Rauch entwickeln', raache (rāxə, rxə), rääche (rEχə), raaiche (rāiχə), rääiche (rEiχə) [Verbr. des Stammvokals wie Rauch, PfId. 111 Christmann Kaulb 73 Mang 133 Schneckenburger 31, 52 Heeger Südostpf. 13 Krämer Gal 172], rääsche (rEšə) [mancherorts mittl. VPf (Bertram § 216)]. SprW.: Vum Rewach raacht de Schanschde (Schornstein) [LU-Böhl]. Vun eppes muß de Schornschde rache [KB-Bischh]. Wo's raacht, brennt's aach 'An jedem Gerücht ist etwas Wahres' [Krieger 33]. a. 1573: vnd als dick das feuer raucht, so ist der apt die buß schuldig [PfWeist. 279 (KB-Dreis)]. 16. Jh.: Wilcher man oder frauwe sitzt in dissem geriecht und wohnt und sin huß raucht [ebd. 469 (KU-Eßw)]. — β. 'rußen'. Die Lamp raacht [NW-Frankeck Kallstdt]; vgl. blaken. — γ. Zs.: verrauchen 3. — b. trans. α. 'Rauch (des brennenden Tabaks aus der Pfeife, Zigarette usw.) einatmen und ausstoßen'; Zs.: an- 1, verrauchen 1; Duwak (Peif, Zigarr) r. [RO-Lettw, verbr.]; Mittel gegen Zahnschmerzen: raache [KU-W'mohr]. Er raacht wie e Schornschde [ZW-Battw Hebel 18], wie wann e armer Mann backt [ebd. 18, KU-Ulm, mancherorts, Hebel 18], wie wann e armer Bäcker backt (mit grünem Holz, Tannen- und Kiefernreisern, die viel Rauch entwickeln) [Kleeberger 97, Zweibr Krieger 32]. Der hot sich die Schwinnsucht an de Hals geraacht [LU-Opp]. Trostspruch eines starken Rauchers: ich raach, ich huscht, ich nit raach, ich doch huscht; warum soll ich nit raache? [NW-Hardbg]. Liewer nix esse als nit raache [Wilde 238]; weitere Var. s. ebd. 238 ff. 's Raache schmackt em nimmi (ein Anzeichen schwerer Krankheit) [Wilde 238]. 's Raache hot en mitgenumme [Lu'haf], unner die Erd gebrocht [LU-Neuhf]. Abschlägig zu einem kleinen Jungen, der gern rauchen möchte: Raach de Katz ehrn Schwanz! [LU-Ruchh, verbr., Feierowend 20/ 1949 7]; Var. s. Tabak 1 b, Eltern1. Scherzh. zu kleinen Kindern von aufsteigendem Dunst oder Nebelwolken im Wald: Die Hase raachen [RO-Hochst, mancherorts]. Er trinkt net, er raacht net un laaft de Herd net noo, abwertend, von einem Einzelgänger [FR-Saush]; Var. s. trinken 1 a, leben 2. RA.: Er raacht käⁿ Gure 'Er ist grob, rücksichtslos, streng', von Lehrern, die mit Prügeln strafen [NW-Elmst, KU-Kaulb Kreimb Schmittw/O KL-Reichb Kleeberger 97 Wilde 238], 'schlecht aufgelegt' [Otterstetter 260 Krieger 44 KU-Schmittw/O]. SprW.: 's Raache is e jungr Stolz un e aldi Gewohnheit [Don-Gottlob]. Neckbrauch: durch d' Ohre rääche. Der Neugierige muß sich hinter den Raucher stellen und ihm die Augen zuhalten, damit der Rauch durch die Ohren entweichen kann. Im geeigneten Augenblick werden ihm mit der Zigarette die Finger verbrannt [GH-Zeisk]. Einen VR. s. Straßburg. — β. = räuchern 1, rauche [IB-Eschring GH-Neubg], raache [verbr. WPf mittl. VPf mancherorts nördl. VPf äußerster S der VPf], raasche [RO-Imsw], rääche [verbr. Umg. Land], rääsche [BZ-Queichhmb]; zur Verbr. s. K. 313; vgl. schwarzgeraucht; Abl.: berauchen; 's Flääsch raache; geraacht Flääsch [KL-Weilb]; geraachdi Worscht [LU-Altr]. Ein Mittagessen: Supp, Gemies un geräächt Flääsch [PS-Erfw]. In d'r ow're Schtub e Schtang voll Werscht, / Im Schornschte geraachte Schinke [Claus 27]. — 2.a. 's Peifche raache 'wiederkäuen' [KU-Reichsth KB-Gauh]. — b. 's raacht 'Es kostet Mühe' [PfId. 110]. — c. 's räächt 'Es spukt' [LA-Venn]. — d. in der Wend. Er raacht 'Er ist zornig' [RO-Semb]; Ggs.: verrauchen 2. Er raacht em; Dem raacht er, dass. [SP-W'see, verbr., Otterstetter 260]. Do raacht's 'Da gibt es Ärger, Zorn' [PfRSch 7. 1. 1927, mancherorts]. Drohung: Nimm dich in Aacht, sunscht hat's geraacht! 'Bring mich nicht in Wut, sonst gibt es Hiebe!' [ZW-Battw, RO-Lohnsf NW-Haßl Spey]. Deutung des Amselgesanges: Rääicht er deer? Meer rääicht er net 'Bist du zornig? Ich bin es nicht'; bei Wutausbrch eines anderen gefragt oder gepfiffen [KU-Schmittw/O, NW-Elmst PS-Ruhbk Sunndag 28/1966 (als Gedicht)]. — e. Zs.: anrauchen 2. — Südhess. IV 1261 ff.; Rhein. VII 154/55; Lothr. 398; Els. II 223, ALA II 92; DWA XIX 10.
4096 Zeichen · 108 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Rauchen

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    1. Rauchen , verb. reg. act. von dem Bey- und Nebenworte rauch, rauch machen. S. Adelung Rauhen .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    rauchen

    Goethe-Wörterbuch

    rauchen 1 qualmen, Rauch od Dampf entwickeln u an die Umgebung abgeben a als Begleiterscheinung von Bränden ua Hitzeentw…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rauchen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Rauchen (Tabak r .), s. Tabak ; vgl. Rauch- und Schnupfgeräte.

  4. modern
    Dialekt
    rauchen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    rauche n , räuche n I , rauch e ne n [ròinə Fisl. ; ràinə Hi. ; ràiə Mü. Mittl. ; ràjaχə Su. ; ròiχə Co. Dü. ; rèiχə …

  5. Sprichwörter
    Rauchen

    Wander (Sprichwörter)

    Rauchen 1. Erst raucht es, ehe es brennt. 2. Es racht enn jeder Köche. ( Henneberg. ) – Frommann, II, 410, 80. 3. Jeder …

  6. Spezial
    rauchen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    rau|chen I vb.intr. 1 (Rauch austreten lassen) fomé (föma), fá föm 2 (dampfen) fomé (föma), tanfé (tanfëia) 3 (Tabak rau…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rauchen

26 Bildungen · 4 Erstglied · 20 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von rauchen

rau + -chen

rauchen leitet sich vom Lemma rau ab mit Suffix -chen.

rauchen‑ als Erstglied (4 von 4)

rauchendschwarz

DWB

rauchendschwarz , adj. : dan ja der herr so grosz, dasz der grund und abgrund ab seines anblicks zorn forchtsam zittert und zaget; und dasz …

rauchentwickelung

DWB

rauch·entwickelung

rauchentwickelung , f. entwickelung von rauch beim verbrennen: ein ... ausgebrochener brand mit starker rauchentwickelung. zeitungsnachricht…

Rauchenzen

Campe

rauch·enzen

≠ Rauchenzen , v. ntr . mit haben , in O. D. nach Rauch riechen und schmecken. D. Rauchenzen .

rauchen als Zweitglied (20 von 20)

abbrauchen

DWB

abbrauchen , plene uti, verbrauchen, abnützen: ein abgebrauchter rock. uneigentlich: dein stolz ist abgebraucht. Opitz 2, 427 ; abgebrauchte…

abrauchen

DWB

abrauchen , evaporare, abdampfen: als dann das wasser darvon gesiegen oder abgeraucht ( ist ), so hastu gar ein edlen vitriol. Paracelsi opp…

Ahnfrauchen

DRW

ahnfrau·chen

Ahnfrauchen Großmutter also solle auch kein sühne seines anherrn oder seiner anfrauchen schwester ... zu der ehe nehmen 1573 NÖLTfl. II 27 §…

anrauchen

DWB

anrauchen , fumum haurire und fumo afflare, fuscare: eine pfeife anrauchen, in brand setzen; dasz er sich seine zigarre von mir anrauchen li…

aufbrauchen

DWB

auf·brauchen

aufbrauchen , usu consumere, verbrauchen: das papier ist schon halb aufgebraucht; alles was in den tag eingreifen soll, musz ein frisches an…

aufrauchen

DWB

auf·rauchen

aufrauchen , in fumum surgere: sie ( die locken ) rauchten dampfend auf gequetscht vom heiszen stahl. Zachariä; mir wird, als rauchte hinter…

ausgebrauchen

DRW

aus·gebrauchen

ausgebrauchen (Zunftrechte) zu Ende genießen des [verstorbenen Meisters] huisfrau mag das erste jar usgebruichen 1552 NrhAnn. 25 (1873) 106

ausrauchen

DWB

aus·rauchen

ausrauchen , weidmännisch, fumo expellere, die füchse durch rauch aus ihrem bau treiben. sonst, eine pfeife tabak ausrauchen, leer rauchen; …

gebrauchen

DWB

geb·rauchen

gebrauchen , verstärktes brauchen ( s. d. ), ahd. kiprûhan u. ähnl. Graff 3, 280 , mhd. gebrûchen; alts. gibrûkan neben brûkan nicht bezeugt…

mißbrauchen

Pfeifer_etym

miss·brauchen

brauchen Vb. ‘nötig haben’, ahd. brūhhan, brūhhen ‘genießen, nutzen, ausüben’ (8. Jh.), mhd. brūchen, asächs. brūkan, mnl. brūken ‘brauchen,…

mißgebrauchen

DRW

mißgebrauchen, v. I zu unerlaubter Zeit beischlafen allen dy irrer wyber misse gbruchin zcu heilgen geczyten vnde wen ys vorbotin ist 15. Jh…

Rechtbrauchen

DRW

recht·brauchen

Rechtbrauchen, n. Einschlagen des Rechtsweges das inen gar unlidlich sin wurde, dz recht mit inen ze bruchen habend mh. sich entschlossen, s…

strauche(n)

DWB

strau·chen

strauche(n) , f. , selten m., ' schnupfen, katarrh '. mhd. strûche; die verbreitung des wortes und das auftreten von formen mit gutturalem v…

Tabakrauchen

DRW

tabak·rauchen

Tabakrauchen, n. Konsumieren von Tabak (II) durch Inhalieren des Rauchs bdv.: Tabakräuken, Tabaksaufen, Tabakschmauchen, Tabaktrinken daß ei…

verbrauchen

DWB

verb·rauchen

verbrauchen , verb. consumere, ahd. farbrûhan ( nach einer glosse des 12. jahrh.: verbruchte, supererogaverit ) Graff 3, 281 ; mhd. aus früh…

verrauchen

DWB

ver·rauchen

verrauchen , verb. aufhören, rauch von sich zu geben. im mhd. und mnd. ist das wort, wie die einfache bildung nicht nachzuweisen, vielleicht…

vorrauchen

DWB

vor·rauchen

vorrauchen , verb. , ' vor einem andern rauchen, nämlich tabak ' Campe : ( er ) rauchte ihr beim vorlesen den ganzen abend vor Lenz 3, 118 T…

Ableitungen von rauchen (2 von 2)

berauchen

DWB

berauchen , fumo fuscare, beschmauchen, fast nur im part. praet. üblich: berauchte wände, stuben, hütten; berauchte bilder, gemählde; ( Luca…

verrauchen

DWB

verrauchen , verb. aufhören, rauch von sich zu geben. im mhd. und mnd. ist das wort, wie die einfache bildung nicht nachzuweisen, vielleicht…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „rauchen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/rauchen/pfwb
MLA
Cotta, Marcel. „rauchen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/rauchen/pfwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „rauchen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/rauchen/pfwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_rauchen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„rauchen"},
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