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Rauchen

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
Anchors
20 in 15 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Rauchen

Bd. 3, Sp. 1505
Rauchen 1. Erst raucht es, ehe es brennt. 2. Es racht enn jeder Köche. (Henneberg.) – Frommann, II, 410, 80. 3. Jeder rôcht senn, sagte Bennje, als er sich Kartoffelkraut in die Pfeife stopfte. (Hirschberg.) Jeder raucht seine ihm zusagende Sorte Taback, wenn sie auch für andere noch so lästig ist. Jeder nach seinen Neigungen. 4. So lang es noch raucht, ist das Feuer nicht gelöscht. 5. Wer rauchen will, muss nicht blos die Pfeife in den Mund nehmen, er muss auch ziehen. Die Russen: Es hilft nichts, die Pfeife an den Mund zu setzen, man muss auch den Rauch ziehen können. (Altmann V, 86.) 6. Wer rôkt, de stinkt wie e Schwin; wer schnöfft, sit ut wie e Schwîn; wer prêmt, de frett wie e Schwîn; wer nich rôkt, ok nich schnöfft, ok nich prêmt, de lewt wie e Schwîn. Frischbier2, 3071. Der letzte Satz bezieht sich auf die Beobachtung, dass das Schwein die Tabackspflanze unberührt lässt. 7. Wo es raucht, da darff wol bald ein Fewer folgen. – Lehmann, 692, 24. n.: Hvor det ryger, der tør vel ilden slaae ud efter. (Prov. dan., 483.) 8. Wo es raucht, da ist Feuer, sagt Eulenspiegel, als er aufs Eis schiss. Holl.: Daar het rookt, is het warm, zei Uilespiegel. (Harrebomée, II, 351.) 9. Da raucht's, als wie wenn der Kleinhäusler bacht. (Wien.) Bei Klix (74): Der raucht, wie a armer Häusler bäckt. 10. Er raucht kalt, wie die woitzer Bauern. Zunächst verspottet man damit die Bauern aus Woitz, einem Dorfe an der Strasse von Neisse nach Ottmachau, die so arm gewesen sein sollen, dass sie sich keinen Taback haben kaufen können, aber doch die Pfeife im Munde geführt haben, um rauchend zu erscheinen. Die Redensart wird denn allgemein angewandt, um irgendein ärmliches Verhältniss, meist spottweis anzudeuten. (Vgl. Schles. Provinzialbl., V, 617.) (S. Klodebach u. Kuhschmalz.) 11. Er raucht wie ein Schnurr. Diese Redensart ist wol studentischen Ursprungs. Die früher für die Universitäten besonders bestellten Polizeidiener, sonst Scharwächter genannt, welche sehr viel, wenn auch nicht gerade den besten Taback vertilgten, wurden von den Studenten mit Bezug auf ihren Schnurrbart, spottweis »Schnurren« genannt. (Frommann, III, 352.) 12. Es raucht im Hause. Die Frau schilt ihren Mann aus. 13. Es raucht in der Küche. Die Frau schilt das Küchengesinde aus. 14. He rôkt on schmött den Damp von hinde. – Frischbier2, 3070. Um zu sagen: er isst. 15. War he is, dar rôkt sîn Schösstein. (Ostfries.) 16. Wenn Se hier rôchen wulln, sagte die Schildwache, so nehmen Se de Pfeife aus dem Maule.
2522 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Rauchen

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    1. Rauchen , verb. reg. act. von dem Bey- und Nebenworte rauch, rauch machen. S. Adelung Rauhen .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    rauchen

    Goethe-Wörterbuch

    rauchen 1 qualmen, Rauch od Dampf entwickeln u an die Umgebung abgeben a als Begleiterscheinung von Bränden ua Hitzeentw…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Rauchen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Rauchen (Tabak r .), s. Tabak ; vgl. Rauch- und Schnupfgeräte.

  4. modern
    Dialekt
    rauchen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    rauche n , räuche n I , rauch e ne n [ròinə Fisl. ; ràinə Hi. ; ràiə Mü. Mittl. ; ràjaχə Su. ; ròiχə Co. Dü. ; rèiχə …

  5. Sprichwörter
    Rauchen

    Wander (Sprichwörter)

    Rauchen 1. Erst raucht es, ehe es brennt. 2. Es racht enn jeder Köche. ( Henneberg. ) – Frommann, II, 410, 80. 3. Jeder …

  6. Spezial
    rauchen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    rau|chen I vb.intr. 1 (Rauch austreten lassen) fomé (föma), fá föm 2 (dampfen) fomé (föma), tanfé (tanfëia) 3 (Tabak rau…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rauchen

26 Bildungen · 4 Erstglied · 20 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von rauchen

rau + -chen

rauchen leitet sich vom Lemma rau ab mit Suffix -chen.

rauchen‑ als Erstglied (4 von 4)

rauchendschwarz

DWB

rauchendschwarz , adj. : dan ja der herr so grosz, dasz der grund und abgrund ab seines anblicks zorn forchtsam zittert und zaget; und dasz …

rauchentwickelung

DWB

rauch·entwickelung

rauchentwickelung , f. entwickelung von rauch beim verbrennen: ein ... ausgebrochener brand mit starker rauchentwickelung. zeitungsnachricht…

Rauchenzen

Campe

rauch·enzen

≠ Rauchenzen , v. ntr . mit haben , in O. D. nach Rauch riechen und schmecken. D. Rauchenzen .

rauchen als Zweitglied (20 von 20)

abbrauchen

DWB

abbrauchen , plene uti, verbrauchen, abnützen: ein abgebrauchter rock. uneigentlich: dein stolz ist abgebraucht. Opitz 2, 427 ; abgebrauchte…

abrauchen

DWB

abrauchen , evaporare, abdampfen: als dann das wasser darvon gesiegen oder abgeraucht ( ist ), so hastu gar ein edlen vitriol. Paracelsi opp…

Ahnfrauchen

DRW

ahnfrau·chen

Ahnfrauchen Großmutter also solle auch kein sühne seines anherrn oder seiner anfrauchen schwester ... zu der ehe nehmen 1573 NÖLTfl. II 27 §…

anrauchen

DWB

anrauchen , fumum haurire und fumo afflare, fuscare: eine pfeife anrauchen, in brand setzen; dasz er sich seine zigarre von mir anrauchen li…

aufbrauchen

DWB

auf·brauchen

aufbrauchen , usu consumere, verbrauchen: das papier ist schon halb aufgebraucht; alles was in den tag eingreifen soll, musz ein frisches an…

aufrauchen

DWB

auf·rauchen

aufrauchen , in fumum surgere: sie ( die locken ) rauchten dampfend auf gequetscht vom heiszen stahl. Zachariä; mir wird, als rauchte hinter…

ausgebrauchen

DRW

aus·gebrauchen

ausgebrauchen (Zunftrechte) zu Ende genießen des [verstorbenen Meisters] huisfrau mag das erste jar usgebruichen 1552 NrhAnn. 25 (1873) 106

ausrauchen

DWB

aus·rauchen

ausrauchen , weidmännisch, fumo expellere, die füchse durch rauch aus ihrem bau treiben. sonst, eine pfeife tabak ausrauchen, leer rauchen; …

gebrauchen

DWB

geb·rauchen

gebrauchen , verstärktes brauchen ( s. d. ), ahd. kiprûhan u. ähnl. Graff 3, 280 , mhd. gebrûchen; alts. gibrûkan neben brûkan nicht bezeugt…

mißbrauchen

Pfeifer_etym

miss·brauchen

brauchen Vb. ‘nötig haben’, ahd. brūhhan, brūhhen ‘genießen, nutzen, ausüben’ (8. Jh.), mhd. brūchen, asächs. brūkan, mnl. brūken ‘brauchen,…

mißgebrauchen

DRW

mißgebrauchen, v. I zu unerlaubter Zeit beischlafen allen dy irrer wyber misse gbruchin zcu heilgen geczyten vnde wen ys vorbotin ist 15. Jh…

Rechtbrauchen

DRW

recht·brauchen

Rechtbrauchen, n. Einschlagen des Rechtsweges das inen gar unlidlich sin wurde, dz recht mit inen ze bruchen habend mh. sich entschlossen, s…

strauche(n)

DWB

strau·chen

strauche(n) , f. , selten m., ' schnupfen, katarrh '. mhd. strûche; die verbreitung des wortes und das auftreten von formen mit gutturalem v…

Tabakrauchen

DRW

tabak·rauchen

Tabakrauchen, n. Konsumieren von Tabak (II) durch Inhalieren des Rauchs bdv.: Tabakräuken, Tabaksaufen, Tabakschmauchen, Tabaktrinken daß ei…

verbrauchen

DWB

verb·rauchen

verbrauchen , verb. consumere, ahd. farbrûhan ( nach einer glosse des 12. jahrh.: verbruchte, supererogaverit ) Graff 3, 281 ; mhd. aus früh…

verrauchen

DWB

ver·rauchen

verrauchen , verb. aufhören, rauch von sich zu geben. im mhd. und mnd. ist das wort, wie die einfache bildung nicht nachzuweisen, vielleicht…

vorrauchen

DWB

vor·rauchen

vorrauchen , verb. , ' vor einem andern rauchen, nämlich tabak ' Campe : ( er ) rauchte ihr beim vorlesen den ganzen abend vor Lenz 3, 118 T…

Ableitungen von rauchen (2 von 2)

berauchen

DWB

berauchen , fumo fuscare, beschmauchen, fast nur im part. praet. üblich: berauchte wände, stuben, hütten; berauchte bilder, gemählde; ( Luca…

verrauchen

DWB

verrauchen , verb. aufhören, rauch von sich zu geben. im mhd. und mnd. ist das wort, wie die einfache bildung nicht nachzuweisen, vielleicht…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „rauchen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/rauchen/wander?formid=R00180
MLA
Cotta, Marcel. „rauchen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/rauchen/wander?formid=R00180. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „rauchen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/rauchen/wander?formid=R00180.
BibTeX
@misc{lautwandel_rauchen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„rauchen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-09},
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