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Tabak

mnd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
18 in 17 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Tabak m.

Bd. 2, Sp. 3
Tabak m.: 1.a. 'Tabakpflanze (Nicotiana Tabacum)', Duwak, Tuwak, s. F. [allg.]. Die Blätter der Tabakpflanze: Haupt-, Mittel-, Obergut, Grumpel, Sandblatt, Geize. Arbeiten am Tabak: Duwak wääche 'den Tabaksamen zur besseren Keimung einweichen', Duwak setze 'die junge Pflanze einsetzen', Duwak geize 'die Seitentriebe (s. Geize) entfernen', Duwak keppe 'den Herztrieb ausbrechen (um das Blühen zu verhindern)', Duwak breche 'die reifen Tabakblätter abbrechen', Duwak eiⁿfasse (auch eiⁿfädle, eiⁿnähe) 'die geernteten Blätter auf (etwa 60 cm lange) Schnüre aufreihen', Duwak ufhenke 'zum Trocknen aufhängen', Duwak abhenke 'die Tabakblätter nach der Dachreife abhängen', Duwak boppe 'die Blätter (vor der Ablieferung) büscheln' [NW-Geinsh, verbr. VPf]. Beim Brechen und Einfassen helfen oft auch Nachbarn und gute Bekannte. Nach der Arbeit gibt es Kuchen und Kaffee. BR.: De Duwak wachst erscht, wann er dresche heert [BZ-Mühlhf]. De Duwak muß jeden Dag seiⁿ Herr sehe 'verlangt viel Pflege' [VPf]. Gurer Weiⁿ, schlechter Duwak; schlechter Weiⁿ, gurer Duwak [BZ-Stein]. VR.: Duwak, Duwak, du Lumbekraut, wer dich gepflanzt hot bei de Nacht, der hot die ganz Welt versaut [GH-Freckf]. Duwak, du edles Kraut, wer dich gebaut, hot wohl gebaut [mittl. VPf]. a. 1669: Der Feldschütz Emmert bittet den Stadtrat von Kaislt, Tuback pflanzen zu dürfen [Küchler 349]. a. 1747: Tuback [LA-Edh (Wasgau-Bote Nr. 10/1934)]. — b. 'Rauchtabak' [allg.]; Duwak raache [mittl. VPf, allg.], in älterer Zeit tuback trincken, so a. 1658 in Kaislt [Küchler 232]; doch schon 1788 ist vom Tabakrauchen die Rede, das in Scheunen (beim Dreschen und Flachsputzen) und in Ställen »bei Straf von 30 kr.« verboten war [Eyselein 123]. — Wertschätzung des Tabaks: Wann ich ken Duwak hab, bin ich krank [VPf (Wilde 238)]. Noch'm Esse 'n Peif Duwak, un das steht in d'r Biwel [Horne Penns 104]. Geachtet wird auf die gute Brenneigenschaft des Tabaks: Unser Duwak hot e gure Brand (s. Brand 3) [GH-Kuhdt, verbr.]. Der Pfälzer T., kurz Pälzer genannt, gilt als sehr stark. Der Tuwak do is vun gude Eldere, von einem starken Tabak [KU-Schmittw/O]. Es heißt aber auch: Wer de Pälzer Duwak net kann vertrage, der muß de Katz ehr Schwänzel raache [VPf (Wilde 239)]. — Du räächscht e schlechder Duwak, sagt man von einem, der üble Winde entweichen läßt [Don-Schowe Torscha]. — Die Volksmedizin verwendete den T. als Mittel gegen Zahnschmerzen und Grippe [WD-Niedkch ZW-L'wied KL-Siegb Gal-Dornf]. — c. e Pris Duwak 'eine Prise Schnupftabak' [allg. bis etwa 1900, heute nur noch vom Hörensagen bekannt]. VR.: Wammer beisamme sitzen un kener nix meh weeß, un nix se redde wissen wie e stummi Gäß, do dut e jeder Mann sei Dusel aus'm Sack un schnuppt zum Zeitvertreib e Pris Duwack. Der Duwackwackwack, Duwackwackwack, Duwack isch meiⁿ Lewe, der Duwackwackwack, Duwackwackwack, Duwack isch meiⁿ Fräd [NW-Haßl, verbr. VPf (Wilde 241)]. — 2. Peif Duwak als volkstümlicher Name für ein Wiesenstück in HB-Bexb, s. Brandwiesen. — 3. wilder T. 'Königskerze (Verbascum thapsiforme)', wilder Duwak [WD-Bub KU-Wahnwg Gries]; vgl. Tabaksblume. Syn. s. Kunkel. — 4. übertr. auf den Menschen. a. Das is e Tuwak, von einem Menschen, der sich ungebührlich benimmt [KU-Reipkch], von einem Pantoffelhelden [IB-Rohrb]; Schimpfwort [lothr. SWPf (Nachlaß Keiper)]. — b. Das is stärker Tuwak 'eine arge Übertreibung, unverschämte Zumutung', umgspr. [KU-Schmittw/O, verbr.]. Nach Kluge-Mitzka19 erklärt sich diese Wend. aus einer im Niederdeutschen geläufigen RA von einem Jäger, der dem Teufel ins Maul geschossen habe. — c. an de Duwak rieche losse 'verprügeln' [LA-Leinsw]. Diese RA ergab sich offenbar aus der Wend. 4 b mit tabaken 1 als verbindendem Glied. — d. Er hot Duwak 'ist betrunken' [VPf (Wilde 238)]. — F.: ˈduwag VPf PS-Ost östl. NPf Don-Schowe Torscha, ˈtuwag Westteil der NWPf u. WPf einschl. SWPf, ˈtūwag in Gal; -u- in der ersten Silbe reicht bei uns, wie die historischen Belege zeigen (s. oben 1 a), weit zurück. — Südhess. I 1284 ff.; Rhein. VIII 1015; Saarbr. 214; Lothr. 116; Bad. I 395.
4084 Zeichen · 93 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    tabakM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    tabak , M. nhd. Tabak, getrocknete Blätter der Tabakpflanze Vw.: s. snūf- E.: s. span. tabaco, M., Tabak, Tabakpflanze; …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Tabak

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Tabak , S. Adelung Tobak .

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Tabak

    Goethe-Wörterbuch

    Tabak [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tabak

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Tabak ( Nicotiana , so genannt von dem frz. Gesandten Jean Nicot, der die Pflanze 1560 von Lissabon nach Paris brachte),…

  5. modern
    Dialekt
    Tabak

    Schweizerisches Idiotikon · +5 Parallelbelege

    Tabak Band 12, Spalte 40 Tabak 12,40

  6. Spezial
    Tabak

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    Ta|bak m. (-[e]s,-e) 1 ‹bot› (Nicotiana sp.) (Pflanze) tabach m. 2 ‹bot› (Blätter) tabach m. , fëies de tabach f.pl. 3 (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tabak

371 Bildungen · 340 Erstglied · 30 Zweitglied · 1 Ableitungen

tabak‑ als Erstglied (30 von 340)

Tabak'räuken

DRW

Tabak'räuken, n. wie Tabakrauchen vgl. räuken (II) wird das tabac-reuken [durch Mandat verboten] nach 1661 BernStR. VI 2 S. 938 Faksimile we…

tabak als Zweitglied (30 von 30)

A-Tabak

Idiotikon

A-Tabak Band 12, Spalte 54 A-Tabak 12,54

Auge(n)tabak

Idiotikon

Auge(n)tabak Band 12, Spalte 54 Auge(n)tabak 12,54

Beinwīlertabak

Idiotikon

Beinwīlertabak Band 12, Spalte 58 Beinwīlertabak 12,58

Beuʷelertabak

Idiotikon

Beuʷelertabak Band 12, Spalte 58 Beuʷelertabak 12,58

Blüemlitabak

Idiotikon

Blüemlitabak Band 12, Spalte 54 Blüemlitabak 12,54

Husareⁿtabak

Idiotikon

Husareⁿtabak Band 12, Spalte 54 Husareⁿtabak 12,54

Lüditabak

Idiotikon

Lüditabak Band 12, Spalte 54 Lüditabak 12,54

Pfīffe(n)tabak

Idiotikon

Pfīffe(n)tabak Band 12, Spalte 54 Pfīffe(n)tabak 12,54

Päcklitabak

Idiotikon

Päcklitabak Band 12, Spalte 54 Päcklitabak 12,54

rauchtabak

DWB

rauch·tabak

rauchtabak , m. tabak zum rauchen: rauchtaback, nicotianae herbae folia. Steinbach 2, 789 ; nebst dem rauchtaback ist auch der schnupftaback…

Rolleⁿtabak

Idiotikon

Rolleⁿtabak Band 12, Spalte 55 Rolleⁿtabak 12,55

Schiggtabak

Idiotikon

Schiggtabak Band 12, Spalte 55 Schiggtabak 12,55

schnupftabak

DWB

schnupf·tabak

schnupftabak , m. geriebener oder gemahlener tabak, der in die nase eingesteckt und aufgezogen wird ( s. schnupfen 2); kräuter-, blumen - sc…

snûftabak

MNWB

* snûftabak , m. , Schnupftabak.

snūftabak

KöblerMnd

snūftabak , M. nhd. Schnupftabak E.: s. snūven, tabak W.: s. nhd. Schnupftabak, M., Schnupftabak, DW 15, 1391? L.: MndHwb 3, 315 (snûftabak)…

Stange(n)tabak

Idiotikon

Stange(n)tabak Band 12, Spalte 56 Stange(n)tabak 12,56

stinktabak

DWB

stink·tabak

stinktabak , m. , übelriechender tabak: die stube ward bald voll rauch vom stinktabak Pestalozzi s. schr. 1, 42 . —

Stämmtabak

Idiotikon

Stämmtabak Band 12, Spalte 56 Stämmtabak 12,56

Störzlitabak

Idiotikon

Störzlitabak Band 12, Spalte 56 Störzlitabak 12,56

trinktabak

DWB

trink·tabak

trinktabak , m. , rauchtabak, s. o. sp. 583 tabak trinken: die Türken und Persianer pflegen aloeholz unter den trinktabak zu schneiden J. Ba…

Tǖfelstabak

Idiotikon

Tǖfelstabak Band 12, Spalte 57 Tǖfelstabak 12,57

Würzlitabak

Idiotikon

Würzlitabak Band 12, Spalte 58 Würzlitabak 12,58

Ableitungen von tabak (1 von 1)

vertabaken

DWB

vertabaken , verb. , in Nordostdeutschland in der form vertobacken, vertowaken verbreitetes, vulgäres wort für ' durchprügeln, verhauen ', d…