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getrinken

mhd. bis nhd. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
5 in 5 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

getrinken verb.

Bd. 6, Sp. 4540
getrinken, verb. , verstärkte bildung zu trinken (s. d.), die vor allem durch die bibelübersetzung aus der alten sprache in die anfänge der neuern herübergerettet wurde. 11) für die althochdeutsche zeit ist die präfigierte form aus Notker vielfach belegt Graff 5, 539: zuô chûfâ lígen fólle. únder Jovis túrôn. eína gúotes. únde ándera úbeles? wér íst. ér negetrínche beídero. Boethius 3, 53a Hattemer. ähnlich 3, 276b u. a. die mittelhochdeutsche dichtung läszt das präfix ebenfalls oft zur verwendung kommen, auch auszerhalb der fälle, in denen syntaktische function desselben hervortritt, vgl. mhd. wörterb. 3, 92a. Lexer 1, 948, nachtrag 204; an der ersten note daz wazzer begunde bluoten vil harte begundez stinchen si ne mohten ez niht getrinchen. bücher Mosis 204 Diemer 38; sie wolden des beginnendes wasseres gewinnen daz getrunche ir vihe;daz begunde in weren die hirte unsuozze,si wolden si verstozzen sine wolden in gunnendes selben brunnen, Milstädter exodus 124, 2 Diemer; sus trinke ein iegeslîcher man, daʒ er den durst gebüeʒe: daʒ tuot er âne haubetsünde und âne spot. swelch man sô getrinket daʒ er sich noch got erkennet, sô hât er gebrochen ime sîn hôch gebot. Walther 30, 7 Lachmann; also Lanzelet enkunde von des kopfes grunde getrinken des lîdes. H. v. d. Türlin diu crône 2129; so sint ovch sumeliche, die niht gernt, wan wie si wole getrinchen, und wie si huorlichen geleben. speculum eccles. 163 Kelle; also komen si an ain stat diu hiez Maraht da funden si wazzer. diu waren aber als bitter daz si nieman getrinchen noch geniezen moht. Grieshaber deutsche predigten des 13. jh. 1, 14. die syntaktische function des präfixes tritt in mannigfachen formen des praeterit. zu tage, sie äuszert sich jedoch auch am präsens: den kopf sol iuwer schenke vollen tragen uber al von tische ze tische in dem sal, rittern unde vrouwen, so muget ir wol schouwen, als sie dâ von getrinkent, welhe von valsche sinkent oder welhe sicher bestânt. H. v. d. Türlin diu crone 1158; der brunin getrinchet. den gedurstet nimmir mêre. vone diu. daz er im alle sine sunti vertiliget. speculum ecclesiae 47; also schiere so wir des wines getrinken. so werden wir alle bluegende zemegiden und da von sun wir ilen. daz wir des wines getrinken. Wackernagel alt. predigten 53, 93. 22) in der übergangszeit sind es übersetzungen, vereinzelt auch bearbeitungen aus dem biblischen kreise, die unsere veraltende form noch festhalten. gelegentlich zeigen varianten oder spätere redactionen die heutige form. 2@aa) ind Jhêsus antworte und sprach: 'ir wizzet nicht waz ir bittet. muogit ir getrinken den kelch den ich trinken sal'. Beheims evangelienbuch Matth. 20, 22, ebenso Marc. 10, 38, ebenso noch bei Eggesteyn (Koburger: trincken); und daz bluot ward in stainen und hültzinen fassen ful und sturbend die fisch und mochtend die mentschen des wassers nit getrincken und wurdent siech davon. Merzdorf historienbibel des 15. jh. (variante trincken) 211; dar ist ein burne, der ist in dem tage also kalt, daz in nieman getrincken mag und nachtes ist er so heiz, daz sin nieman geniessen mag. 625 (zweite historienbibel). 2@bb) am längsten hält sich das präfix da, wo es durch eine syntaktische function gestützt wird; später musz es auch hier der neuen form weichen: bereite daz ich des abindes ezze, und schürcze dich und dîne mir, biz ich gezze und getrinke: und dar nâch saltû ezzin und trinken! Beheims evangelienb. Lucas 17, 8; ebenso bei Eggesteyn (Koburger: eszz vnd trinck); er (Jacob) bracht jm auch wein. do er gedrank sprach er (Isaac) zu jm. neig dich her zu mir und gib mir dein kusz sun mein. spiegel menschlicher behaltnusse (1492) 65a. Luther, der für Lucas 17, 8 die einfache form einsetzt (bis ich esse und trinke) hält in anderen ähnlichen fällen ursprünglich an der präfigierten form noch fest: und da sie jm zu trincken gegeben hatte, sprach sie, ich wil deinen kamelen auch schepffen, bis sie alle getrincken. 1 Mos. 24, 19; und als er getranck, kam sein geist wider und ward lebendig. richter 15, 19 (in den älteren bibelausgaben); später, von 1539 ab, setzt Luther hier das einfache tranck ein.
4148 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    getrinkenstv. I, 3.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    ge-trinken stv. I, 3. BMZ Kl. Walth. Trist. Hartm. ( Er. 2543 ). Krone 1158. Wack. pr. 53,94. 95.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    getrinkenverb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    getrinken , verb. , verstärkte bildung zu trinken ( s. d. ), die vor allem durch die bibelübersetzung aus der alten spra…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit getrinken

1 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von getrinken

ge- + trinken

getrinken leitet sich vom Lemma trinken ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von getrinken 2 Komponenten

get+rinken

getrinken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

getrinken als Zweitglied (1 von 1)

ūzgetrinken

KöblerMhd

ūzgetrinken , st. V. nhd. austrinken Hw.: s. ūztrinken Q.: SAlex (1352) E.: s. ūz, getrinken W.: nhd. DW- L.: Lexer 475c, Hennig (ūztrinken)…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „getrinken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/getrinken/dwb?formid=G12831
MLA
Cotta, Marcel. „getrinken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/getrinken/dwb?formid=G12831. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „getrinken". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/getrinken/dwb?formid=G12831.
BibTeX
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