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Schlecht

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Campe
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18 in 14 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schlecht adj, adv

Bd. 4, Sp. 171b
Schlecht, — er, — este, adj. u. adv. von schlagen, sofern es sich in die Länge ausdehnen, und auch, ein einförmiges, leichtes und schnelles Bewegen bezeichnet, sowol gerade, in Gegensatz von krumm, als auch gerade, eben, ohne Unebenheiten und Rauhheiten. »Was krumm ist, kann nicht schlecht werden.« Pred. 1, 15. »Den Leviathan, der eine schlechte Schlange, und den Leviathan, der eine krumme Schlange ist.« Es. 27, 1. Sprichw. Geld macht krumme Sachen schlecht. Auf schlechter ebner Bahn ist gut und sicher wallen, Logau. »— und was höckericht (hockerig) ist soll schlecht werden.« Es. 40, 4. Uneigentlich 1) Ohne Kunst, ohne künstlichen Zusatz, ohne künstliche Zubereitung , indem das Gerade und Ebene das einfachste und kunstloseste ist. Ein schlechtes Kleid, ein einfaches ohne Schmuck, ohne Verzierung, z. B. nicht gestickt, mit Gold  besetzt. Sich ganz schlecht kleiden. »Ih will gern schlecht und recht gehen, wenn ich sie nur galant (artig angezogen, geputzt) sehe.« Gellert. Eine schlechte Mahlzeit, wo die Speisen ohne künstliche Zubereitung, nicht in Menge sind, so wie man sie hat wenn man allein ist, und wenn man nicht der eingeladenen Gäste wegen größere Anstalten macht. Es ist nur von schlechtem Holze gemacht, von gewöhnlichem Holze, ohne besondere Kunst, Verzierung. Die Taufe ist nicht schlecht Wasser, nicht bloßes gemeines Wasser. Zuweilen auch für, ohne alle besondere Umstände, schlechtweg. »Wenn aber die Gemeine zu versammeln ist, sollt ihr schlecht blasen, und nicht trompeten.« 4 Mos. 10, 7. I Ansehung der Gesinnung und des Betragens ist schlecht gerade, ohne Kunst, ohne Verstellung, rechtschaffen. »Hiob ist schlecht und recht, gottesfürchtig und meidet das Böse.« Hiob 1, 8. »Die valschen luite sint innen ruch un ußerthalben sleht.« Murner. Sollst halten über Ehr' und Recht I allen Dingen fein schlicht und schlecht. Göthe. Wer sein Ding macht recht und schlecht Bleibt immerdar ein armer Knecht. Lessing. Auch nennt man eine dem Gesetze und der Billigkeit gemäße Sache, deren Rechtmäßigkeit vor Augen liegt, eine schlechte Sache. »Siehe, deine Sache ist recht und schlecht, aber du hast keinen Verhör vom Könige.« 2 Sam. 15, 3. »— einen schlechten, getrewen und guten Fried ze halten mit Herz.« Steyerer, bei Oberlin. Als Umstandwort allein gebraucht man schlecht auch für geradezu, ohne Einschränkung und Bedingung, völlig, gänzlich; besonders in den Zusammensetzungen schlechterdings und schlechthin. S. d. »Ein Hurenkind soll schlecht nicht in die Gemeine des Herrn kommen,« d. h. durchaus nicht. 5 Mos. 23, 2. 2) Einen geringen oder gegen Anderes genommen geringern Werth habend, was mit einfachen und kunstlosen Sachen der Fall zu sein pflegt. Schlechtes Gold, geringhaltiges, wofür man auch leichtes sagt. Etwas um ein schlechtes Geld kaufen, um ein geringes. »Jetzt hüte ich um schlechten Lohn hier diese Ziegen,« Geßner. Ein schlechter Edelmann, ein gemeiner Edelmann, der nichts als Edelmann ist. Ein schlechter Gehalt. Schlecht besoldet werden. 3) I fortgesetzter Bedeutung, nicht die der Absicht und Bestimmung gemäße Beschaffenheit habend, der Vollkommenheit ermangelnd, wie auch, in diesem Mangel gegründet, dieses Mangels wegen unbrauchbar, unangenehm; meist in Gegensatz von gut. Schlechtes Brot, schlechtes Bier, schlechter Wein, schlechte Waare. Ein schlechtes Haus. Schlechte Entschuldigungen haben. Sie geben mir einen schlechten Trost. Ein schlechter Bezahler, der nicht bezahlet, wie es sich gehört, nicht zur bestimmten Zeit  Ein schlechter Fußgänger, der nicht gut zu Fuße ist, nicht weit und lange gehen kann. Ein schlechter Jäger, ein unwissender, ungeübter. Ein schlechter Hirsch, ein magerer. Der Hund hat eine schlechte Nase, bei den Jägern, wenn er keine gute Witterung hat. Ungut sagt man von zwei Menschen, die keine vorzügliche Freunde sind, die keine besondere Freundschaft gegen einander hegen, daß sie schlechte Freunde seien. »Diese Kaiserinn war eine schlechte Freundinn des Königs von Großbritannien.« Buchholz. Es sind schlechte Zeiten. Es gehet mir sehr schlecht. Schlechtes Wetter, unfreundliches, ungünstiges. Sich schlecht aufführen. Х Einen schlecht machen, ihn einen schlechten Menschen nennen, von ihm viel Schlechtes reden. Dabei kömmt man schlecht zurechte. Haben Sie von mir eine so schlechte Meinung? Es wird ihm schlecht bekommen. Das ist gar nicht schlecht, das ist gut, nicht übel. Gar nicht schlecht ist wahrlich dem Herrschenden — Voß. I engerer Bedeutung, der gehörigen Sittlichkeit ermangelnd, im hohen Grade unsittlich, niederträchtig. Ein schlechter Mensch. Schlecht an jemand handeln. Das war schlecht von Inen! Schlechte Aufführung! Zuweilen auch in weiterer Bedeutung, der rechten gehörigen Beschaffenheit in Ansehung der Gesundheit, des äußerlichen Wohlstandes  ermangelnd. So befindet sich ein Kranker schlecht, bei dem wenig Hoffnung zur Besserung vorhanden ist. Mir war dabei schlecht zu Muthe. Es stehet mit jemand schlecht, wenn sein Nahrungsstand, sein Vermögenszustand zerrüttet ist, und er allem Anscheine nach nicht in Stande ist, seine Schulden zu bezahlen, bei den Kaufleuten wird jemand schlecht, wenn sein Vermögenszustand geringer wird, wenn er umzuwerfen drohet und den Glauben (Credit) verliert. I noch anderem Sinne gebraucht man schlecht im O. D. auch für, des gehörigen Maßes an Verstande ermangelnd, einfältig. Er ist seit einiger Zeit schlecht geworden. Am gewöhnlichsten gebraucht man schlecht jetzt nur in seinen übeln Bedeutungen, in den guten Bedeutungen bedient man sich, um Undeutlichkeit und Mißverständnisse zu vermeiden, lieber anderer Ausdrücke, besonders des Wortes schlicht. S. d.
5633 Zeichen · 95 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlêcht

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Das Schlêcht , S. Adelung Geschlecht .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schlecht

    Goethe-Wörterbuch

    schlecht subst Neutr vereinzelt mit Kleinschr; superl vereinzelt ‘schlechste’ (in ‘Götz 1 ’) sowie ‘auf das s-este’ (zB …

  3. modern
    Dialekt
    schlëcht

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    schlëcht [lat S. O.; láχt M. U.; lǽχt Str. W. ] Adj. 1. schlecht. Dë r Wi n is t s.; ich glaüb, s is t g e machter C…

  4. Sprichwörter
    Schlecht

    Wander (Sprichwörter)

    Schlecht Schlecht (s. Schlicht). 1. Der ist schlecht vnd recht, der in Hosen vnd Hembden bad. – Lehmann, 169, 21. 2. Der…

  5. Spezial
    schlecht

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    schlecht I adj. 1 (Mängel aufweisend) stlet (-ec, -a), da defet 2 (schwach: Gesundheit) stlet (-ec, -a) 3 (böse) ri (ri,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlecht

128 Bildungen · 95 Erstglied · 24 Zweitglied · 9 Ableitungen

Zerlegung von schlecht 2 Komponenten

sch+lecht

schlecht setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlecht‑ als Erstglied (30 von 95)

schlechtab

DWB

schlechtab , adv. gebildet wie schlechtweg; einfach, durchaus: die stiel und schemel all gemein sindt all yetzundt so katzen rein, das sy sc…

schlechtachtsam

DWB

schlecht·achtsam

schlechtachtsam , adj. und adv. mit geringer aufmerksamkeit: welcher sehr geheymnszreicher, nam ( eheleute ) nicht schlechtachtsam ist auff…

Schlechta-Wssehrd

Meyers

Schlechta-Wssehrd , Ottokar, Freiherr von , Orientalist, geb. 20. Juli 1825 in Wien, gest. daselbst 18. Dez. 1894, Sohn des als Dichter beka…

schlechtbefiedert

DWB

schlechtbefiedert , adj. mit einfachem federkleide: er stand entzückt beym seelenrührenden liede der schlechtbefiederten nachtigallen. Siegf…

schlechtbetrogen

DWB

schlecht·betrogen

schlechtbetrogen , adj. : so gerieth dir deine untreu, schlechtbetrognes mädchen. Herder z. schön. lit. u. kunst 7, 137 .

schlechtbewacht

GWB

schlechtbewacht im vergleichenden Bild Wie wenn..die Auswahl|Stille ziehet des Heers..in feindliche Stadt, die s-e, zu dringen:|Also zogen a…

schlechtbiericht

DWB

schlechtbiericht , adj. tenuior Stieler 147 , von dünnem gebräu.

Schlechte (der)

Wander

schlech·teder

Schlechte (der) 1. Den Schlechten geht's in der Welt besser als den Rechten. Jüd.-deutsch : Dem Rusche (bösen, ruchlosen Menschen) geht es a…

Schlechte II

RhWB

Schlechte II -ē- = Weberkleister s. Schlichte bei schlichten;

schlechten

DWB

schlech·ten

schlechten , plur. kindsmasern, rötheln, purpeln; gewöhnlich urschlechten, s. Schmeller 2, 499 , durchschlechten, oben theil 2, 1667. das wo…

schlecht als Zweitglied (24 von 24)

Geschlecht

RDWB1

Geschlecht n пол грамматический род гениталии, половой орган, причинное место эвфем. , шутл.

Armengeschlecht

Wander

armen·geschlecht

Armengeschlecht Wer will in das Armengeschlechte, der maure, baue viel und – rechte. – Pistor., III, 15.

blutschlecht

DWB

blut·schlecht

blutschlecht , adj. und adv. pessimus, pessime, herzlich schlecht: sie hatte bewiesen, das paradies ihrer unschuldigsten liebe sei blutschle…

eulengeschlecht

DWB

eulen·geschlecht

eulengeschlecht , n. , eulenart: sie halten sich bei ihrer unwissenheit für glücklich, sie scheuen das licht der gelehrsamkeit. 'das eulenge…

geschlecht

DWB

geschlecht , adj. verstärktes schlecht ( s. d. ). 1 1) gerade: wer mir nur der ein fusz geslecht! ( wieder gerade, sagt Petrus, der als hink…

grottenschlecht

RDWB1

grotte·n·schlecht

grottenschlecht umg. из рук вон плохо идиом. , разг. , хуже некуда идиом. , разг.

katzengeschlecht

DWB

katzen·geschlecht

katzengeschlecht , n. genus felinum. Göthe 55, 309 : Robespierre wird nächstens beweisen, dasz die tiger zum katzengeschlechte gehören. Dahl…

Mannsgeschlecht

DRW

manns·geschlecht

Mannsgeschlecht, n. I von männlicher Art; häufig in der Wendung: j.s Erbe Mannsgeschlecht zur Bezeichnung der erbberechtigten männlichen Nac…

Mannsschlecht

DRW

manns·schlecht

Mannsschlecht, n. das männliche Geschlecht vgl. Mannsname sin dochter vnde ere kindere alle mannesslechte vnd vrowenslechte 1430 StaatsbMag.…

menschengeschlecht

DWB

menschen·geschlecht

menschengeschlecht , n. 1 1) geschlecht der menschen, die gesamten menschen: sieh, ich kann das menschengeschlecht nicht begreifen, das so w…

pfaffengeschlecht

DWB

pfaffen·geschlecht

pfaffengeschlecht , n. : er ist pfaffengeschlecht ( hat die gesinnung und handlungsweise eines pfaffen ). Frank sprichw. 2, 73 a ; es ist ei…

schwalbengeschlecht

DWB

schwalben·geschlecht

schwalbengeschlecht , n. art der schwalben: zu winterszeyt wychend alle schwalmengschlächt an warme ort. Gesner - Heuszlin vogelbuch 213 b ;…

Schäfergeschlecht

DRW

schäfer·geschlecht

Schäfergeschlecht, n. Abstammung aus einer Schäferfamilie vgl. Schäferssohn [zur Metzgerlehre zugelassen war, wer] nicht von schäffergeschle…

verschlecht

DWB

versch·lecht

verschlecht , f. obthuramentum stagni Maaler 429 a : wuor, das ist ein aufgeworffen bort und verschlecht für wasser gemacht, das es nit mit …

vogelschlecht

DWB

vogel·schlecht

-schlecht , adj. , horizontal, wie der vogel fliegt: vogelschlechte-richtung, kernschusz, tirer de niveau Fäsch kriegs.-lex. (1735) 264 b ; …

Ableitungen von schlecht (9 von 9)

geschlecht

DWB

geschlecht , adj. verstärktes schlecht ( s. d. ). 1 1) gerade: wer mir nur der ein fusz geslecht! ( wieder gerade, sagt Petrus, der als hink…

geschlechte

PfWB

ge-schlechte Adv. : ' gerade ', in der Verb. geschläächde voll 'gestrichen voll' [ ZW-Krähbg ] ; vgl. gehauft . — Zu mhd. sleht(e) (Adv.) 'g…

geschlechten

DWB

geschlechten , verb. nacharten: geslechten, parentare Dief. 413 a , wie nd. slachten, slechten brem. wb. 4, 796. Firmenich 1, 103, 8. 469, 4…

geschlechtlich

DWB

geschlechtlich , adj. und adv. zum geschlecht gehörig, im geschlechte gegründet, dem geschlechte nach, generisch: der geschlechtliche name, …

schlechte

DWB

schlechte , f. zu schlecht gebildet und in alter sprache der sinnlichen bedeutung des adj. folgend. 1 1) rectitudo, schlechte Dief. 488 a : …

unschlecht

DWB

unschlecht , adj. adv. , gth. v. schlecht 1, 3. mhd. unsleht, mnd. unslicht. discontinuus Diefenbach n. gl. 137 a . Staub-Tobler 9, 65 . Cre…

Urschlëcht

ElsWB

Urschlëcht [Ùrláχt Ruf. Logelnh. Horbg. Dü. ; Órlaχt Co. ] f. fast stets Pl. [-ə] Impfpocken: d Urschlëchte n i n setze n impfen, i n gset…

verschlecht

DWB

verschlecht , f. obthuramentum stagni Maaler 429 a : wuor, das ist ein aufgeworffen bort und verschlecht für wasser gemacht, das es nit mit …