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Blasen

mhd. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
27 in 23 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Blasen ntr., intrs., trs.

Bd. 1, Sp. 547a
Blasen, v. unregelm. ich blase, du bläsest, er bläset, oder bläs't, wir blasen ; unlängst vergangene Zeit, ich blies; Mittelw. der vergangenen Zeit, geblasen; Befehlsw. blase; ein Wort, durch welches überhaupt das Geräusch nachgeahmt wird, welches die in einen engen Raum zusammengepreßte Luft bei ihrem Herausfahren aus demselben verursacht. I) ntr. mit haben, von der Luft, in Bewegung sein, wehen. »Der Wind bläset, wo er will.« Joh. 3, 8. »Ih segne jeden Wind, der von euren Ufern bläset.« Dusch. II) intrs. die eingezogene Luft durch eine enge Öffnung des Mundes mit Heftigkeit ausstoßen. I das Feuer blasen. Х Er hat sich ganz außer Athem gelaufen, daß er nur so bläset. Х I die Büchse blasen müssen, Strafe geben müssen, wofür man ehemahls auch sagte, in die goldene Büchse gucken müssen. Dann auch, bei solchem Ausstoßen der Luft einen gewissen Ton hören lassen. Er bläs't wie ein Hamster. Uneigentlich sagt man auch von einem Blasebalge, daß er gut blase, wenn die aus demselben gedrückte Luft einen starken Zug verursacht. III) trs. die eingezogene Luft oder einen andern Körper durch eine enge Öffnung des Mundes an oder in einen Körper treiben, um dadurch allerlei zu bewirken. Die Speisen kalt blasen, sie durch Blasen auf dieselben kalt machen. Gläser blasen, in den Glashütten, die Glasmasse an der Pfeife vermittelst Blasens durch dieselbe zu einer Blase ausdehnen. Uneigentlich. Х Einem etwas in die Ohren blasen, es ihm heimlich ins Ohr sagen. † Etwas blasen, es in der größten Geschwindigkeit thun, bewirken. Das läßt sich nicht blasen. Er will Alles geblasen haben. I den Schmelzhütten, das Eisen blasen, es in dem hohen Ofen schmelzen. Zuweilen dichterisch auch blasend von sich geben. So heißt es in folgender Stelle vom Wallfische. Dem Fisch, der Ströme bläs't und mit dem Schwanze stürmet, Hast du die Adern ausgehöhlt; — Haller. Am häufigsten wird blasen von dem Hervorbringen beliebiger Töne auf Blasewerkzeugen durch das Einblasen der Luft in dieselben gebraucht. Die Flöte, die Schalmei, den Blasebaß, die Trompete, das Waldhorn, das Schlangenhorn  blasen, oder auf der Flöte, auf dem Blasebaß, auf der Trompete  blasen. I gemeinen Leben läßt man auch wol das Deutewort weg, und sagt bloß, † Flöte, Horn  blasen. Oft wird auch das Aussagewort allein gesetzt, wenn das Tonwerkzeug, auf welchem geblasen wird, vorher genannt ist, oder wenn eben darauf geblasen wird. Er bläs't schön, angenehm, vortrefflich. Hieher gehören die uneigentlichen Redensarten im gemeinen Leben: Mit jemand in ein Horn blasen, mit ihm einverstanden sein. Х Ih werde ihm etwas blasen, für, ich werde es wol bleiben lassen, werde es nicht thun. I engerer Bedeutung heißt blasen, durch Blasen, besonders auf der Trompete, ein Zeichen geben. Zur Tafel blasen. Zum Aufbruche, zum Abzuge, zu Pferde, zum Anmarsche blasen. Lärm blasen, bei den Kriegesheeren, die Annäherung des Feindes durch Blasen auf der Trompete bekannt machen; uneigentlich im gemeinen Leben, Lärm machen, großes Aufheben von einer Sache machen. — Das Blasen. Die Blasung ist nicht gewöhnlich, außer in Zusammensetzungen.
3093 Zeichen · 46 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    blâsenstv. red. I, 2.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    blâsen stv. red. I, 2. BMZ blasen, hauchen, schnauben Wig. Iw. Bit. die trummen bl. Gr. Rud. 20,6. die engel blâsen ze g…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    blasen

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +1 Parallelbeleg

    blasen, st. v. intr. blasen, laut atmen, schnauben; trans. blasen.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Blasen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Blasen , verb. irreg. ich blase, du bläsest, er bläset, oder bläs't; Imperf. ich blies; Particip. geblasen; Imperat. bla…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    blasen

    Goethe-Wörterbuch

    blasen auch -ß-, -ss-, 3. Pers Sg Präs mehrf ‘bläs’t’ 1 kräftig pusten, den Atem ausstoßen, schnauben; auch trans mBez a…

  5. modern
    Dialekt
    blasen

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    blasen Band 2, Spalte 2,1046–1049

  6. Sprichwörter
    Blasen

    Wander (Sprichwörter)

    Blasen 1. Besser blasen, als sich verbrennen. 2. Besser hart geblasen, als den Mund verbrannt. – Simrock, 1123. Dän. : B…

  7. Spezial
    blasen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    bla|sen (bläst, blies, geblasen) I vb.tr. 1 (pusten) soflé (-la) 2 ‹mus› (spielen) soné (sona) II vb.intr. 1 soflé (-la)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit blasen

184 Bildungen · 135 Erstglied · 43 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von blasen 2 Komponenten

bla+sen

blasen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

blasen‑ als Erstglied (30 von 135)

Blasen_s;rdrauch

Adelung

Der Blasen_s;rdrauch , des -es, plur. inus. eine Art Erdrauch, welche in Äthiopien wächset, und deren Frucht eine kugelrunde Blase ist, durc…

Blasenball

Campe

blasen·ball

○ Der Blasenball , des — es, Mz. die — bälle, eine mit Luft ausgedehnte und mit Leder überzogene Blase, welche als Ball, der mit der Faust o…

Blasenbaum

Adelung

blasen·baum

Der Blasenbaum , des -es, plur. die -bäume, ein Baum, dessen Hülfe wie aufgeblasen aussiehet, daher er auch den Nahmen hat; Colutea, L. Bläs…

Blasen-Confêrva

Adelung

blasen·conferva

Die Blasen-Confêrva , plur. inus. eine Art Conferva oder Grasleder, deren ästige Fäden Luftblasen in sich enthalten; Conferva bullosa, L. Wa…

Blasendorf

Meyers

blasen·dorf

Blasendorf ( Balázsfalva ), Großgemeinde im ungar. Komitat Unterweißenburg (Siebenbürgen), an der Eisenbahn Klausenburg-Kronstadt und am Zus…

blasenerbse

DWB

blasen·erbse

blasenerbse , f. cardiospermum halicacabum, herzsame, weil ihre frucht eine blase bildet. vgl. blase 5.

Blasenfarben

Meyers

blasen·farben

Blasenfarben , im breiförmigen Zustand befindliche Farben, die früher in Blasen, jetzt in kleinen Zinnbüchsen in den Handel kommen.

Blāsenfrósch

Adelung

blasen·frosch

Der Blāsenfrósch , des -es, plur. die -frosche, eine Art Frösche, welche auf den Seiten des Maules große Blasen haben, die sie mit Luft anfü…

Blasenfüßer

Meyers

blasen·fuesser

Blasenfüßer ( Physopoda, Thysanoptera ), Insektengruppe von sehr zweifelhafter Stellung im System, wird zu den Falschnetzflüglern gestellt u…

blasen als Zweitglied (30 von 43)

abblasen

DWB

abblasen , deflare, nnl. afblaszen, wegblasen, davon blasen: den staub vom kleide, den sand vom tische, die hitze von der speise abblasen, d…

afblâsen

MNWB

afblâsen , stv. , blasen, durch Blasen das Schlußzeichen geben. de stunde a. die Stunde, Zeit blasen, durch Blasen verkünden .

anblasen

DWB

anblasen , afflare, ahd. anaplâsan, nnl. aanblazen: die kohlen, das feuer anblasen; das horn anblasen; einen ton anblasen, angeben; wind kom…

aufblasen

DWB

auf·blasen

aufblasen , inflare, sufflare, in die höhe blasen, anfachen, schwellen machen. nnl. opblazen. 1 1) sinnlich. federn aufblasen: bis an ( sei …

ausblasen

DWB

aus·blasen

ausblasen , efflare, nnl. uitblazen, ahd. ûʒplâsan. 1 1) die seel auszblasen. Frank weltb. 12 b ; so die rhömischen imperatores die seel aus…

durchblasen

DWB

durch·blasen

durchblasen , perflare Henisch 771. 1 . untrennbar, durchwehen. der wind durchbläst die wipfel der bäume. uneigentlich. die hofleute übten i…

einblasen

DWB

ein·blasen

einblasen , nnl. inblazen, schw. inblsa, dän. indbläse: 1 1) inspirare: und gott der herr machet den menschen aus dem erdenklosz und er bli…

fortblasen

DWB

fort·blasen

fortblasen , 1 1) usque flare: der nordwind bläst ununterbrochen fort; mein nachbar bläst auf der flöte fort. 2 2) flando auferre, den stau…

herblasen

DWB

herb·lasen

herblasen , verb. 1 1) durch blasen her befördern ( vgl. blasen 4, theil 2, 69): sanfte schmeichellüftchen blasen wohlgerüche vor ihm her. B…

hinblasen

DWB

hin·blasen

hinblasen , verb. : die luftverdichtungsactiencompagnie ist nicht so viel werth. der alte baron blies bei den letzten worten über seine flac…

Hochblasen

Wander

hoch·blasen

Hochblasen 1. Du kannst mich hochblasen. – Frischbier, 328; Frischbier 2 , 1631. 2. Kannst mi hochblase, wenn öck war lêg (niedrig) sötte. (…

în blâsen

Lexer

în blâsen BMZ ein-, hineinblasen Aneg. Denkm. XXXIV. 2, 8. W. v. Rh. 100,35. inspirare Dfg. 301 c .

Nachblasen

Campe

nach·blasen

Nachblasen , v. intrs . u. trs . unregelm. ( s. Blasen ). 1) Hinter einem her blasen, ihm durch Blasen nachfolgen machen. 2) Das Blasen eine…

ohrenblasen

DWB

ohren·blasen

ohrenblasen , n. das blasen ins ohr ( s. ohr III, 7, g, β ): weil im wont kreftig bei der gaist der heuchlerei, sambt geschwinden ohrenblase…

tôblâsen

MNWB

tob·lasen

tôblâsen , tû- , stv. ( Präs. : Ind. 3. Sg. -blâset ; Prät. : Ind. 3. Sg. -blês tô ; Part. Prät. : -blâsen ): 1. blasen, „ Toblasen afflare”…

umblasen

DWB

umb·lasen

umblasen , vb. 1 1) trennbar. 1@a a) durch blasen umwerfen, flatu dejicere umbblasen Dentzler (1716) 2, 319 a ; seit dem 16. jahrh. bereits …

Ableitungen von blasen (6 von 6)

beblasen

DWB

beblasen , tibiis canere: man soll nicht alles besingen und beblasen.

Entblasen

Campe

△ Entblasen , v. trs. unregelm. ( s. Blasen), durch Blasen wegschaffen, durch Blasen einer Sache berauben. Das Entblasen. Die Entblasung.

erblasen

DWB

erblasen , efflare, inflare, anblasen, aufblasen, 1 1) ein hirt, wann er sein horn erblest. Kirchhof wendunm. 400 b . 2 2) erz und eisen erb…

verblasen

DWB

verblasen , verb. , ahd. farblâsan, mhd. verblâsen, nl. verblaesen. Kilian 702 . 1 1) intransitiv, bis zum aufhören blasen, verschnaufen; so…

zerblasen

DWB

zerblasen , verb. , 1) auseinanderblasen, durch blasen zerstreuen: federn j. Tit. 3383; eine baumkrone Murner Äneis (1543) 91 a ; rauch J. J…