Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
barn stN.
2 phras.
2.1 maneger muoter ~ (vgl. muoterbarn ) ‘viele’ (überw. in Kampfbeschreibungen und Totenklagen)
2.2 dehein/nehein ~ ‘keiner’
2.3 Antonomasie: (reiner) megede ~ ‘Christus’
1 allgemein: [Gott] hiez mich nemen wîb unde barn, mit allem mîneme dinge heim varn Gen 1423; nie nichein moter gewan / ein barin also lossam Roth 2220; tot uiel der Paliganes barn Rol 8349; hieran gedenke, liebez barn LBarl 15926; wiplicher barn GTroj 8563; unglîch sint doch der werlde barn ErnstD 13. – ‘Jüngling, Held’ (?): da kom zu Tharsis zu gefaren / Appolonius der edell boren HvNstAp 2829; do kerte Wolfdietrich balde do von dan / [...] der ellent rich barn WolfdD 1302,3. 1308,3. – bildl.: der edele süeze herre guot, / Jôsaphât, der sælden barn RvEBarl 14605 (vgl. sældenbarn); daz romische riche ist zu varn, / so kumt der unselden barn [Antichrist] HeslApk 18866; des tùfels barn Krone 27322; der tugende barn KvWTroj 5336 (vgl. tugentbarn) 2 phras. 2.1 maneger muoter ~ (vgl. muoterbarn) ‘viele’ (überw. in Kampfbeschreibungen und Totenklagen): des trûrte maneger muoter barn Eracl 4554; gevellet und geveiget / wart vil manger muoter barn KvWTroj 32675; WolfdD 2179,1; owê ir, aller muoter barn! Wig 10285. – in verneinten Wendungen: ‘niemand, kein Mensch’ dir ne scadet neheiner mûter barn SAlex 6216; über daz vil wilde lande / belaib der schamlichen diett / ain mütter barn lebendig nit GTroj 16028 2.2 dehein/nehein ~ ‘keiner’ dâ was dehein barn, / der wiste wâ her wâre En 7936; da negenas nie dehain barn Rol 7063. 6322; der ne geniset nehein barn, / der dâ wonent innen SAlex 6984 2.3 Antonomasie: (reiner) megede ~ ‘Christus’ sun gotis, barn der magidi SuTheol 122; hilf, frowe maget, hilf, megde barn Walth 102,20; RvEBarl 171
MWB 1 443,47; Bearbeiter: Diehl