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arbeiten

ahd. bis spez. · 27 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
31 in 27 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

arbeiten

arbeiten

Arbeit f. ‘zweckgerichtete körperliche und geistige Tätigkeit des Menschen, Produkt dieser Tätigkeit, Werk’, ahd. arbeit f., arbeiti n. ‘Mühsal, Plage, Anstrengung, Ertrag der Arbeit’ (8. Jh.), mhd. ar(e)beit f. n., asächs. arƀed, arƀid f., arƀedi n., mnd. arbēt m. n. f. (daraus schwed. arbete und dän. arbejde), mnl. arbeit m. f., nl. arbeid m., aengl. earfoþe, earfeþe n., anord. erfiði n., got. arbaiþs f. lassen sich, soweit es das ursprüngliche (mehrfach zu einem neutralen Stamm umgebildete) Femininum betrifft, zurückführen auf germ. *arƀējiðiz ‘Mühsal’, das als Abstraktbildung zu einem untergegangenen germ. ēn-Verb *arƀējō ‘bin verwaistes und daher aus Not zu harter Arbeit gezwungenes Kind’ angesehen werden kann. Damit ist eine Verbindung zu ie. *orbh- ‘verwaist, Waise’ (s. 1Erbe) hergestellt, von dem sich vermutlich auch arm (s. d.) herleitet sowie außerhalb des Germ. aslaw. rabъ ‘Knecht, Diener, Sklave’, rabota ‘Knechtschaft, Sklaverei’, russ. rabóta (работа) ‘Arbeit’ (s. Roboter). Die Ausgangsbedeutung der germ. Bildung ‘schwere körperliche Anstrengung, Mühsal’ reicht bis ins Nhd. (zuweilen durch Zusammensetzungen wie Mords-, Riesenarbeit veranschaulicht); im Mhd. tritt der Begriff ‘Mühsal, Not, die man leidet oder freiwillig übernimmt’ besonders hervor. Danach tritt der Sinn von ‘mühseliger, qualvoller Tätigkeit’ zurück, und Arbeit erstreckt sich auf jede zweckgerichtete, zunächst körperliche, später auch geistige Tätigkeit des Menschen. Die positive Bewertung der Arbeit (zuerst bei Luther) vollzieht sich unter dem Einfluß des aufsteigenden Bürgertums und der zunehmenden Entwicklung kapitalistischer Produktionsverhältnisse. Sie entspricht der wachsenden Erkenntnis von der Rolle und Bedeutung der menschlichen Arbeit für die Entwicklung der Gesellschaft. Marx und Engels schließlich bestimmen sie als “eine von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen”. Der daneben bestehende konkrete Sinn (‘Produkt der Tätigkeit’), im Ahd. vereinzelt schon angedeutet, entwickelt sich vollends im Nhd. Vom Substantiv abgeleitet arbeiten Vb. ‘Arbeit leisten, tätig sein’, ahd. arbeiten (arbeitōn nur im Frk. belegt) ‘plagen, bedrängen, sich abmühen’ (9. Jh.), mhd. ar(e)beiten, mnd. arbēden (daraus schwed. arbeta, dän. arbejde entlehnt), mnl. arbeiden, arbeiten, nl. arbeiden, anord. erfiða, got. arbaidjan. arbeitsam Adj. ‘fleißig, emsig, arbeitswillig’, ahd. (8. Jh.), mhd. arbeitsam ‘mühsam, beschwerlich, leidvoll’, auch mit Übergang zu ‘fleißig, arbeitswillig’; vgl. asächs. arƀetsam, mnd. arbētsam, mnl. arbeitsam, nl. arbeidzaam. arbeitslos Adj. ‘trotz Arbeitsfähigkeit und Bereitschaft ohne berufliche Arbeit, ohne Erwerbsmöglichkeit’ (2. Hälfte 18. Jh., vereinzelt schon im 16. Jh.), älter in der Bedeutung ‘ohne Anstrengung, mühelos’ (Anfang 16. Jh. bis 19 Jh.); dazu Arbeitslosigkeit f. ‘Mangel an Erwerbsmöglichkeit’ (1. Hälfte 19. Jh.), älter ‘Untätigkeit’ (Ende 18. Jh.). Arbeitsteilung f. ‘Trennung und Verselbständigung verschiedener Arbeiten im Produktionsprozeß’; engl. division of labour (von A. Smith 1776 geprägt) wird im Dt. zuerst mit Verteilung der Arbeit (1776) und Teilung der Arbeit(en) (1796), dann (1808) mit dem Kompositum Arbeitsteilung wiedergegeben. Während Smith und seine Nachfolger Arbeitsteilung vorwiegend unter dem Aspekt betrachten, mehr Waren mit demselben Quantum Arbeit zu produzieren, stellt Marx dieser manufakturmäßigen Arbeitsteilung die gesellschaftliche Arbeitsteilung (1867) gegenüber.
3484 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    arbeitensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    arbeiten sw. v. , mhd. nhd. arbeiten; mnd. arbe i den, mnl. arbeiden; afries. arbeida; an. erfiđa; got. arbaidjan. — Gra…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    arbeitenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    arbeiten stn. anstrengung. des wart ir arbeiten verre dester mê Nib. 334,2. var. ir starkeʒ arbeiten Nib. 370,4. der fro…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Árbeiten

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Árbeiten , verb. reg. I. Neutrum, mit haben, seine Kräfte anstrengen, lebhaften Gebrauch von seinen Kräften machen. 1. I…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    arbeiten

    Goethe-Wörterbuch

    arbeiten PartPrät ‘gearbeit’ Tgb 7.2.77 T1,68,9 v Jul 78 B3,66,16 A tätig, beschäftigt, produktiv sein 1 allg, im Rahmen…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Arbeiten

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Arbeiten des Schiffes , das heftige Stampfen und Schlingern eines Schiffes. A. des Holzes , Ausdehnung und Zusammenziehu…

  6. modern
    Dialekt
    arbeiten

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    arbeiten Band 1, Spalte 1,519–524

  7. Sprichwörter
    Arbeiten

    Wander (Sprichwörter)

    Arbeiten 1. Arbeite, als wolltest du ewig leben, und sei fromm, als solltest du diese Stunde sterben. – Egenolff, 76 b ;…

  8. Spezial
    Arbeiten, selbstständigesn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +4 Parallelbelege

    Arbeiten , n , selbstständiges работа , ж , самостоятельная (учебная) → FiloSlov Arbeiten, eigenständiges, n → FiloSlov …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit arbeiten

80 Bildungen · 4 Erstglied · 71 Zweitglied · 5 Ableitungen

arbeiten‑ als Erstglied (4 von 4)

arbeitende

KöblerMhd

arbeit·ende

arbeitende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. „arbeitend“ Q.: SGPr (1250-1300) (FB arbeitende), Mechth E.: s. arbeiten (1) W.: s. nhd. arbeitend, Adj…

arbeiten als Zweitglied (30 von 71)

abarbeiten

DWB

abar·beiten

abarbeiten , laborando consumere, durch arbeit wegschaffen: das grobe, einen ast abarbeiten. eine schuld mit seiner arbeit bezahlen: einen v…

anarbeiten

DWB

anarbeiten , adjungere, den schustern, die sohlen ans oberleder anarbeiten.

aufarbeiten

DWB

auf·arbeiten

aufarbeiten , conficere, fertig arbeiten: bis ich aufgearbeitet hatte. Luther 5, 528 b . dann für aufbrauchen: der hungrige ruhte nicht, eh …

ausarbeiten

DWB

aus·arbeiten

ausarbeiten , elaborare, conficere, exercere, 1 1) weidmännisch, einen jagdhund ausarbeiten, jagdgerecht machen. 2 2) den fleischern, einen …

bearbeiten

DWB

bearbeiten , operam dare, elaborare, nnl. bearbeiden, 1 1) früher nur sich bearbeiten, sich mühen, befleiszigen, id agere: dasz i. maj. geru…

durcharbeiten

DWB

durch·arbeiten

durcharbeiten , 1 1. mit leiblicher oder geistiger anstrengung. etwas eifrig bearbeiten, laborando aliquid penetrare, conficere, diligenter …

einarbeiten

DWB

ein·arbeiten

einarbeiten , 1 1) labore compensare, durch arbeit beschaffen, einbringen: das läszt sich einarbeiten. ein vergessenes stück in den aufsatz …

erarbeiten

DWB

erarbeiten , labore acquirere, elaborare. 1 1) mhd. und irʒ dan kûme erarbeitent mit iuwerm sweiʒe. Berth. 131 . 2 2) nhd. wo mit hast du so…

fortarbeiten

DWB

fort·arbeiten

fortarbeiten , n. geringscheinende bemühungen, die aber durch anhaltsamkeit und beharrliches fortarbeiten bedeutende wirkungen hervorbringen…

gearbeiten

Lexer

ge-arbeiten swv. BMZ intr. in arbeit sein Rul. Mgb. 290,12. Chr. 1. 171,31 ; tr. durch arbeiten erwerben Gen. , mühe verwenden auf a.Heinr.

Ableitungen von arbeiten (5 von 5)

bearbeiten

DWB

bearbeiten , operam dare, elaborare, nnl. bearbeiden, 1 1) früher nur sich bearbeiten, sich mühen, befleiszigen, id agere: dasz i. maj. geru…

erarbeiten

DWB

erarbeiten , labore acquirere, elaborare. 1 1) mhd. und irʒ dan kûme erarbeitent mit iuwerm sweiʒe. Berth. 131 . 2 2) nhd. wo mit hast du so…

gearbeiten

Lexer

ge-arbeiten swv. BMZ intr. in arbeit sein Rul. Mgb. 290,12. Chr. 1. 171,31 ; tr. durch arbeiten erwerben Gen. , mühe verwenden auf a.Heinr.

verarbeiten

DWB

verarbeiten , n. , subst. inf.: wie man gold schlecht, zeuhet, spinnet, wircket, preget und was mehr zum goldreinigen und verarbeiten gehöre…

zerarbeiten

DWB

zerarbeiten , verb. , 1) trans. ( jünger als 2) durch arbeit entstellen, zerfurchen: ein nervöses, zerarbeitetes gesicht G. Hirschfeld mütte…