Vogel das Wort ist mit Ausnahme des bei
Müsche umschriebenen Klevld allg.; doch hat der südl. Teil dieses Geb. für
V. von Taubengrösse an, Bachstelze eingeschlossen, auch
V., u. in RA. (
s. u.) geht auch nach dem
N. Vogel weiter; alle kleinen Vögel sind
Mösse (danach ergänze die Angaben beim Stichwort
Müsche); dem Rhfrk liegt
ahd. fogal zu Grunde; zunächst in Saarbr, Ottw
fǫxəl, –ō-, Pl.
-ęχ-, –ē-; SWend
-ox-, Pl.
-eχ- [
-ōγ- noch im Hochw, Trier-Heidenbg Kenn NFell Thomm; Bernk-Hottenb
-ōx-]; sonst Rhfrk
fl, –ō(ə)- [Wend-Sienhoppstädten
fūəl]; Pl.
flə, –ō(ə)- u.
fEl, –ē(ə)-; Mosfrk
fūγəl, Pl.
-īj- [SSaarl
foγəl, Pl.
-ej-; NWSaarl
fū:l, Pl.
-ī:-, sonst
-uγ-, Pl.
-ij-]
; Trier-OEmmel, Daun, NMay, Westerw
fuγəl, Pl.
-ij- [Kobl-Bendrf
-uγ-, Pl.
-iχ- u.
fū·ə.l, Pl.
-ī·ə.-]; Merz
fū:l, daneben
fūəl, Pl.
-ī:-, –ī·ə.-; dann noch
fū:l, Pl.
-ī:- um Kobl-Stdt, WBitb;
fū·ə.l, Pl.
-ī·ə.- um das
fū:l-Geb. von Kobl, SMay, WEif an der Sauer, Kyll, Daun-Gerolst, Prüm [in Zs. hier auch
fūγəl-];
fǫ·u.əl um Prüm-Ihren Stadtkyll; Siegld
foγəl, Pl.
-ej-; Rip
fuγəl, Pl.
fyj-, selten
-oγ-, Pl.
-øj- [Schleid-Dollend
-ū:γ-, Pl.
-ȳ:j-; Aach
-oj-, Pl.
-øj-; Aach-Hehlr, Bergh-Mödr
-uj-, Pl.
-yj-; Aach-Alsd Neusen, Jül-Schaufenbg Welz
fū:rəl, Pl.
-ȳ:-; Monsch-Mulartzhütte
-ow-, Pl.
-øw-; Aach-Stdt Vennwegen Brand OForstb
fo·u.wəl, –o·u.ə-; innerhalb Schleid-Kronenbg Recht, NMalm, Monsch-Witzerath Rohren, Aach-Eschw, Jül-Langend Merzenhsn, Dür-Langerwehe Weisw Stdt, Grevbr-Gindrf, Bergh, Eusk-Liblar, MülhRh, WWaldbr, Altk-Birken, Ahrw-Neuenahr Kirchdaun
fū·ə.l, Pl.
-ȳ·ə.- [Pl.
fȳ·ə.l u.
fū·ə.lə, von Menschen auch
fȳ·ə.lts Monsch-Witzerath]; [um MülhRh-Overath, Sieg-Much Ruppichteroth Herchen, Waldbr-Rosb Rossel, Sieg-Dattenf, Altk-Hamm Marienth
fo·u.əl, Pl.
-ø·y.ə-]; Berg im Rip Teil
fuγəl, Pl.
-yj-; im nfrk. Teil
-ōγ-, Pl.
-j- Gummb, Wippf, Sol;
-ūəγ-, Pl.
-ȳəj- Lennep, Wuppert, Mettm, Düss-Ld; Eup
vō·ə.γəl, Pl.
-·ə.γ- [Raeren
vowəl]; SNfrk
vūəγəl [Geilk-Prummern
-ūəj-; Frelenbg, Heinsb-Horst
-ur-; Neuss-Stdt
-o-; im südl. Stadtteil
-ōəj-]; Pl.
-ȳəj-; Kref, Klevld (
s. o.)
-ōγ-, Pl.
-γ- [MülhRuhr
-ūγ-, Pl.
-ȳj- u.
-əlts]. — [Sieg-Honnef, Neuw-Hummerich Rheinbreitb
-ug-; Schleid-Baasem Dahlem
-og-]. — Dimin. mit Umlaut
-əlχə(n), –əlšə(n), –əlkə, –əltjə m.: 1.a. wie
nhd.; die Vögel werden unterschieden nach der Grösse;
grosse un kläne Väl Rhfrk, Allg. (nur die grossen werden im
Mösche-Gebiet
V. genannt,
s. o.); nach der Farbe u. mit bes. Namen bei den einheimischen Singvögeln u. einigen Taubenarten [mit
V. z. B. Zug-, Kromets-, Krohen-, Kanalje-, Stussv. »Sperber«,
Dudev. »Käuzchen« (
s. d.);
Destelv. »Distelfink« (
s. d.)]; Vogelordnungen kennt der Volksmund eigentl. nicht, höchstens dass aus der Schulzeit
Sing-, Raubv. haften geblieben sind, aber dann stets in
nhd. Lautung. RA.:
Esu licht (leicht)
wie e V. Bitb-Dudeld.
Allän (allein)
be en V. en der Loft Koch-Lutzerath, —
ene V. en de Körf Geilk-Honsd, —
in der Kau Mörs-Rumeln;
frei wie de V. an (in)
der Loft WBitb;
monter wie ne V. om Ris Sol-Leichl.
De föhrt en Levve we ne V. op en Heck wer heute hier, morgen dort ist Malm, Bitb;
da setz mer do wie e V. op der Heck unsicher Sieg-Ägid.
E sötzt wie e V. op em Reis verlassen, einsam Trier-Mehring.
He lefft (sett) we ne V. op jene Tune (Zaun) frei, ohne Zwang Eup, —
e Vügelchen em Hanfsome (Röbsome) führt ein ungebundenes, fröhl., glückl., sorgenfreies Leben Rip, Allg., —
on em Hanfkorf Daun-Gerolst, —
am Kiarfchen (Körbchen) Bitb, Allg., —
in de Kau Mörs-Neuk.
De ka besser legen (lügen)
wie e V. flegen Wittl-Binsf;
de ka l. wie e Ped zehje, wie ne V. fl., wie ne Schelm bedrege, wie ne Zaldat krege Schleid-Hellenth.
Wie e Vügelchen eisse aus Ziererei möglichst wenig essen Rip, Berg;
de drenkt bie e Vilche Koch-Bremm.
De is so flick (schnell)
wie e bleie V. (ironisch) Simm, —
schwemmp wie ne bl. V. Rip, Allg.
Er is wie ne V., er singt un peift den ganzen Dag Saarl-Berus.
Er balgt (keucht)
wie ne junge V. Prüm-Reuth.
Kumme wie e V. aus der Luft ungestüm Bernk-Hottenb;
et gäht wie e V. dorch de L. Merz-Losh.
He frett mir ut den Fengern we'n V. den hab ich zahm gekriegt Wermeslk.
He hät e Gesech wie ne V. (so mager) Bergh-Mödr. —
e Gehirn wie e V. ist dumm Kobl-Rhens, —
nen Odem (Atem)
wie e Vüggelche ist kurzatmig Schleid-Hellenth.
Et as esu kalt, dat de Vigel an der Loft erkalen Bitb-NWeis.
Spott mar nit met en Ull, se es ock ene V. Mörs, Nfrk, Rip.
Jong Vügel, al Mösche (Spatzen) jung schön, alt hässlich, von Frauen Schleid-Dollend.
En as e V. fir de Katz ein Kranker, der bald sterben wird Bitb, Prüm, Malm.
Et lehrt de Tid, sät et Vögelschen der Ausgang wird's bestätigen Kref-Osterath.
Op die Art es use Katte ok en V. Elbf.
Hunger es en bise V. Koch-Lutzerath.
Häww-ik üs em betere V. äs Hädd-ik MülhRuhr.
De schlechste V. en der Lut es besser wie de beste Fesch en't Wasser hat höheren Nährwert Malm-Bütgenb.
De hät (jong) Vügel ungerm Hot (unner de Kapp) zieht nicht den Hut Köln, Allg., —
om Dach ist leichtfertig, vertrauensselig Bergh-Blatzh.
Ek sall öhm den V. op den Baum wisen ihm die Wahrheit sagen Mörs;
da w. se ainem de Vejjel of dem Dach da machen sie einem schöne Versprechungen, ohne die Absicht od. Möglichkeit zu haben, sie zu erfüllen Siegld.
De sitt emmer zwea V. voar än er übertreibt
ebd. En kennt ken annere Vil ewie e Fösch (un die kennt en un de Plaumen »Federn«
) WBitb, —
anere V. as en Katz MüMaif. —
De Vüəgel send an't Tömmere (Zimmern) bauen ihr Nest SNfrk;
de V. hät si Nes vergevve es verlassen, da sein Brutgeschäft gestört wurde Eusk, Rheinb, Bergh, Dür, Kemp, Kref, Mörs;
Vögel büt make aus dem Neste nehmen Kref;
V. utwönne SNfrk.
Et as net iwweral en N., wu en V. setzt Prü
m. No un no mät der V. si Nest Köln-Stdt, Malm-Vith.
Lidderliche Vügel mache l. Nester Köln-Stdt.
Dat ös ene V. (Taugenichts),
mer soll em et Nös nowerpe Schleid-Scheven.
Et os dock (oft)
e klene V. on (in)
em grussen Nost Prüm-Ihren.
Et as e schlechte (leleke) V., den sein eigen Nast bescheisst (bedrīsst, bedreckst, beschmert, verach) von einem, der sein eigenes Heim schlecht macht Allg., auch Rees (
s. Var. bei Nest).
Wenn et Nest (de Korf, et Körfche, de Kiwig, et Käuke) ferdig (parat) es, flüg de V. us (moss et V.che erus, freckt de V.) wenn man nach vielen Mühen zu Wohlstand gelangt ist od. im Alter sich ein Haus gebaut hat, muss man sterben Allg. (
s. Var. bei Nest);
es et neue Hus ferdig, dann stirf der V. Köln-Stdt.
Dat Käuken es wäll moj (schön),
marr dat Vögelken es te mikrig (klein) Rees-Ringenbg.
Me mott ersch de Kau höbben, eh mer Vögel köpp (kauft) man tut das Notwendige zuerst Mörs.
Iərscht de Kau, dann der V. erst das Haus, dann erst heiraten Selfk, Allg.
We mer e Körfche hät, da krit mer lech e Vüəlche dren findet man leicht eine Frau Eusk.
De V., de im Kiwig is, mecht eraus, de jaus (draussen)
is, mecht enin vom Ehestand Simm.
De hät de V. om (im)
Korf sein Schäfchen im Trockenen Prüm-Ihren.
Der sitzt im K. wie en Eil unner e Herd Väəl unwillkommen Simm-Argenth, Mosfrk.
Wemmer en alen V. en en neie K. dut, fängt en och alt emol wieder on ze peifen wenn ein alter Mann ein junges Mädchen heiratet Trier-Stdt.
De V. get vum schüne Vugelskorf net satt Malm-Vith.
Der iərschte Mai hät jeder V. e Nes on en Ei SNfrk, Klevld, NBerg.
Den örste M. lett (legt)
ilker V. en Ei, behalve de Nachtegal en de Sprauw (Star),
die legge nit vör halve of Ende Bauw (Ernte) Geld, —
behalve de Wachtel un de Schreck, die l. en de Maimond net, die l. en de Baut, dat et öhr dückmols (oft)
raut, dat öhr de Mäihjers (Mäher)
met de Secht den Kopp afhaut Rees.
Wo der V. gejongt es, doə es he ger, — do flügt e opan jeder liebt seinen Heimatort SNfrk, —
geheckt es, do es e am levste, — blif e gään, — do küt e widder Köln-Stdt, Elbf.
De V. es noch kack (blakig) hat noch keine Federn (
s. d. W.);
et Velchen hot Keil gestoss wenn die Federn zu wachsen beginnen Simm, Kreuzn.
Jede V. lof sing Feddere Köln-Stdt.
Dat os e schlechte V., de seng F. net dreht (trägt) Prüm-Ihren.
Federe ziere de V. Dür-Winden;
sching F. mache sch. Vigel Kleider machen Leute Bitb.
Et es ken Vügelche su feng, et lit (lässt)
e Feərche hänge auch der Unschuldige kann ins Gerede der Leute kommen Dür-Lucherbg.
De frihen Veəl brauchen bei den späden kein F. ze lehne (leihen) vom früh gesäten Hafer Bitb-Schwarzenb.
He rappt jedem V. e Federche aus verspottet jeden Neuw-Datzeroth;
et flüt ken Völchen langs et Hus, odder he roppt em en Feərchen us Gummb-Harschd;
mer moss de V. net ihter roppe welle, als bös mer de hät Bonn-Dransd;
mer ropp dem V. net mih Federn aus, wie en hot wo nichts ist, kann man nichts holen Trier-Schleidw.
Dem fliet kä Velche iwer't Dach, et muss e Fererche losse man nutzt ihn aus Rhfrk, Neuw.
Mer kennt de V. an de Ferere an den Taten erkennt man die Menschen; am Äussern des
M. lassen sich Schlüsse auf seinen Charakter ziehen Rhfrk, Allg.
Vügel van ene Färf (Klür) flege ger zesamme Bergh, Köln, WEif, Mörs;
dat se V.ə vun derselvige Klür Leute gleichen Charakters Malm-Vith, —
van ener Feər Gummb.
Mer scheckt nen Elster erus, on et könnt ne blömetige V. hemesch von einem, der draussen nichts gelernt Malm-Vith;
wenn me enen Elster scheck, krig me enen bonten V. wer Mörs, Allg.;
do han ich nen Elster op ne blömetege V. vertuscht einen schlechten Tausch gemacht Malm-Bütgenb.
Weike (weiche)
Vögel hant w. Schnäbel verweichlichte Menschen sind verzärtelt, empfindl. Sieg-Ägid, Sol, SNfrk.
Komme se (die
V.),
dann komme se net (die keimenden Erbsen),
k. se net, dan komme se Geilk, Allg.
Er kennt, wenn de Vigel ausgeflogen sen zu spät Mosfrk, Allg.;
der V. ös usgefloge der, den man verhaften wollte, war weg Rip, Allg.
Mät (macht)
dat Brett ens e jen Lok, der V. flügt erut schliesst die Tür, die Wärme zieht hinaus Eup, Aach.
Vüəgel, die so huach fliegen, süken (suchen)
doch ehr Fuder an der Erd Elbf, NBerg.
Wart, en Vügelchen flüg dir en de Mond! zum Kinde, das den Mund aufsperrt od. gähnt Sieg-Ägid.
Da lihren dech de Vüəl kennen! da wirst du es bald satt, da rückst du aus Sieg-Eudenb.
Sen op Michel de Vüəl noch net fort (die Zugvögel),
kütt vür Kresdag kene Wöngkter (Winter)
en den Ort Altk-Birken.
Wo de V. frett (frisst),
do dritt (scheisst)
hej gern Mörs.
Deck Miffel (Brocke) gen fett Vigel wenn man tüchtig isst, wird man stark Zell, OMosfrk.
Dor es gene V. so quod (böse),
of he lött et Land si Soot Geld-Nieukerk.
(Käs on) Brut es der Vügel Dud Rip, Allg.
Et ös ken Vügelchen su vergessen (vermesse, su huh gesesse), et räs (rastet)
(truərt) sech en Vierdelstündchen op seng Essen Sieg, MülhRh, Gummb, Siegld, Ahrw-Holzw, Kobl-Kaltenengers.
De Korf singt net, awer de V. Kobl-Stdt, —
net mat den Federn, äwer mat dem Hals Trier-Schleidw.
Jede V. s., we im de Schnabel gewassen es Köln, NBerg.
Ek häff en Vüəgelschen dervan sengen hüaren so was läuten hören Elbf, —
e Velche peife gehert Rhfrk;
en Vüəgelschen het mek dat geseit Elbf.
Dat pipen de Vüəgel om Dak das ist doch allg. bekannt
ebd., Allg.
Dat han em de Vüəlche net gesonge dass ihn solches Unheil träfe Sieg.
Et Vügelche sengk (flöt) de Zeck, die küt! zum Ungeduldigen; es kommt auch eine andere Zeit (eigentl. der Ruf der Meise) Rip.
De Vügel, die esu fröh senge (flöte, peifen), kritt (höllt, friss) (derno) de Katz! dem zugerufen, der frühmorgens schon singt Rip, Allg.
Do peift och ke Vigelchen derno es bleibt verborgen Bitb-Dudeld.
De soll doch still sein, o wenn all Vigel peifen er hat allen Grund, bescheiden zu schweigen, wenn auch alle anderen sprechen Trier, Mosfrk;
wenn all V. peife, därfst dau nöt p. Trier-Stdt.
Et as de Vigele gepaff zwecklos Bitb-NWeis.
Besser, dat de Köh derno sprengen, äs dat de Vögel d. sengen man soll den Hafer ernten, auch wenn er noch nicht ganz mürbe ist Sol, Schleid, Kref-Fischeln;
et es bester, dat de Oss sprengk, als dat de V. sengk Ahrw-Holzw.
De Minsche kennt mer am Gang, de Vügel am Gesang Jül.
E Vüəlche em Schohn han bei knarrenden, neuen Schuhen Siegbg.
De kann noch net sehn, wenn ene V. of et Dach scheisst so empfindl. ist er SONeuw.
Bis dohin scheisst noch mannich Velche, wo haut (heute)
noch käne Arsch hot zur Verwirklichung des Planes besteht noch keine Aussicht Rhfrk, Mosfrk, Aach, Eup, MGladb.
Met Kaf (Spreu)
fängt mer ken al Viəl Prüm, Allg.
Fesch on Vügel gefange, es och mössig gegange Köln-Stdt.
Vüəgel fangen on jagen, göft och hongerige Magen on klöngelige Blagen NBerg.
Wer V. fange well, moss hörsch (leise)
dohn Dür, —
de muss nit mem Klöppel derno (dren) werfe (schmīsse, schlohn) Rip, Trier, Selfk, Mörs.
Wells du der V. fange, dann leg em Salz op der Sterz! Dür.
Enem de Vüəlche f. ihn verprügeln Eusk-Dirmerzh.
He hät ne V. gefangen on h. kenen Korf Berg.
Wenn mer de V. an der Hand hot, muss mer de Fanger zohallen WEif.
Besser enen V. en der Hangk äs tehn (10)
om Bom Berg, Allg., —
as tihn in de Locht Klev.
So lang de V. (hier der Schützenvogel)
noch steht, soll mer derno schēsse die Gelegenheit nutzen Malm-Vith, Dür.
Gemolte Vügel sin lech sch., ävver nit zo genēsse Köln-Stdt.
Mach mer de Vügel net scheu! betöre mich nicht Eusk, Rheinb.
Der Mann ene V., sat der Pastor, do nehm he sich de Gans Köln-Stdt;
Mann för M. en V., dem Pittermann (als dem Kleinsten, Schwächsten)
en Blutfink! Gummb-Berghsn.
Wann de Katt ens Vüəgel gefreəten hät, mott se't ömmer hüəre Heinsb.
All de Vigel frecken, äwer de Spott fr. am letzten Trier-Schleidw.
He hēsch et: Vügelche fress odder freck (sterf)! Rip, Allg. —
We sin Geld will seihn stuven, de leggt et an de Vögel oder an de Duven! Ess. Der Fleissige
geht mot den Huhnere schlofen on steht mot de Vigeln op WMosfrk.
He kömmt nit öwer'n V. bringt es nicht weit Barm.
Et geht mek nit öm et Vüəgelsche, et g. m. öm et Körfken sagt das arme Mädchen, als es einen alten, reichen Bauern heiratete NBerg.
Me mott iərscht für et Körfke, dann i. f. et Vüəgelke sörge erst für das Haus, dann erst heiraten Heinsb-Karken. — Im
Kinderld. Hanspetter, sühs do nit, dat Vügelche, dat well sterve; dann hef im ens dat Stetzchen op un blos im en si Kerfche! Köln-Stdt, Dür-Stdt.
Heijo, pupeijo, de V. drog en Ei no, woss net, wo he et legge so (sollte)
; du let (legte)
e't en ne kuəpere Keətel; du sät e, ech so et net sage; du sät ech et; du schlog he mech; du kresch (weinte)
ech; du goəf he mech ene decke Weck; du schweg ech; du satt ech mech op mi Stöckske on du lappt ech mech mi Röckske; du satt ech mech op mi Stöhlke, du lappt ech mech mi Schöhke; du koəm de alde Lippelapp (Kribbeldekrabb, Nibbelenapp) on noəhm mech mine beste Lapp; du kreg ech mech ene Lēs (Leisten)
on worp em, dat he schess (schiss)
! SNfrk, Dür, Rheinb, Schleid (mit Var.), —
Vüəgelke dräht e Ei no dem gröne Weəge, wo de Vüəgel leəge, wo de ripe Kiərsche stonnt, wo de Lü nom Viərsche (Viersen)
gonnt MGladb.
Schockele, sch., Schüəre, Ömmke (Bestevar) wonnt en Düre. Wat deht de doə? Strecke (Vogelschlingen)
make. Wat solle de Str.? Vüəgele fange. Wat solle de V.? Eier leəge. Wat solle de E.? Heəre eəte. Wat solle de Heəre? Messe leəse. Wat solle de M.? Boəve huəh nom Hemmel flege MGladb (mit Var.).
Setzen zwei Vilcher op ener Mauer; ent flegt fott, dat annert och; ent kütt werr, dat a. o. Daun-Strotzbüsch.
Frächen (Grossmutter),
gemmer e Stänchen. Wofir es dat St.? Fir de Vigelchen ze werfen. Wofir sen de V.? Fir ze broden. Wofir sen de Broden? Fir de Hären. Wofir sen de H.? Fir de Messen ze lesen. Wofir sen de Messen? Fir de Abgestorwenen. Wofir sen de A.? Fir ze begrowen. Wofir sen de Begrowenen? Fir ze berfaulen. Mei Peifchen, wenn dau net ausgeihst, da schlihn eich deich mausdout! Bastlösespr. Saarbg-Ockfen, an der Saar mit Var.
En V. kom geflogen bej Lukas int Hüs, kom L. gelopen met de Vörhamer (Vorhammer)
in de Füs (Päusten)
; den Vo. wörd gefteg on schleht em, dat e flög usf. Mörs-Orsoy.
Et reəgent, et seəgent, de Ponne werde nat, de Vüəgel krupen onger dat Dak Kemp.
Et stong enem Bom en de Garden, dem blöde so schon; en dem B., do woər enen Tack, T., B., G.; en den T., do woər en Nes, e klein nett Neske, N., T., B., G.; en dat Nes, doə woər e Vögelke, e kl. n. V., N., T., B., G.; van dat V., doə flog en Feər, en schon bongkte F., F., V., N., T., B., G. Kref-Stdt.
1, 2, 3, hicke, hacke, hei; hicke, hacke, Hawerstroh, Miller hot sei Fra verlor, sucht se met de Hunn; de Katze schlahn de Trumm, de Ratte kehre de Stuwe aus, de Meis drahn de Dreck enaus, huckt e Väəlche of em Dach, hot sich mausdot gelacht Rhfrk, Mosfrk.
Schmitz, Ditz, Dodderarsch, hät paar dausend Vöəl im Arsch, woll er en verkopen, gengen se alle lopen! Wippf.
Vöjjel, die net senge, Klocke, die net klenge, Peəder (Pferde),
die net sprenge; Kammere, die net krache; Kenger, die net lache, wat sönd mich dat för Sache! Aach-Stdt.
Sente Martesvögelkes (Martins-)
habbe so roje Kögelkes (Mäntelchen),
flegen all ömmer öwer de Rhin, wolle so gern en paar Äppelkes siehn; hier wonnt de ricke Mann usf. Martinsheischelied Rees.
Wir treten auf die Ketten, was die Kette klingt; wir haben einen Vogel, der so schöne singt, hot gesungen sieben Jahre; s. J. sind herum, Fräulein Anna dreht sich rum usf. Reigenlied Altk-Horhsn. —
Rätsel. Wiler V. seht dem Storch am ähnlichste? die Störchin Bernk-Bruchw.
Wo fliegt die meisten Vögel? In die Luft Rees-Hamminkeln.
Wo fahre de mäste Vole hin? Wo se de Schnawel hinhalle Bernk-Bruchw.
Woher kommen all Vīgel geflogen? Doher, wo de Schwanz hinweist Eif.
Ech weit en V., de hät nen Stert, de geiht de Wangk (Wand)
erop? der Ofen Sol.
Op gönt Sit de Rhin, do steiht ene Baum, do soten so völ Vögel op as Dröpp en de Rhin sind; wat ös dat? die Blätter des Baumes Mörs-Schwafhsn.
Öwer de Kikers steiht ene Wald (Haare),
do lewen all die Vögel (Ungeziefer)
jong un alt? im Rätsel vom Menschen Mörs, Kemp.
Als ich nouch wor on du n. worsch on du mir no dem Levve trachs; jetzt has du mich, wa bat (nützt)
et dir? Du bes dut, on ich moss sterve! ein
V. sieht sich unter dem Schädel eines Jägers gefangen Dür-Stdt.
Wat ös ene handgrifleche Lug? Wammer en de Hand driss (scheisst)
on sät, et wör ene Kanariev. Rheinb-Meckenh.
Es kemmt e V. Federlos aus hoher Luft gezogen u. auf das Bäumchen Blätterlos ganz munter hingeflogen; da kam die Frau Mundlos u. frass den V. Federlos? der Schnee u. die Sonne Nahe (verbr.). — Im
Kindersp. Vügel verkofe (Vigelches); jedes Kind erhält einen V.namen; ein K. (A) ist der V.verkäufer, ein anderes der V.käufer (Jude) (B):
B.: Klingeling (Ningening). A.:
Wat wellt der dann? B.: Ene V. han. A.:
Wat dan für ene? B.: En Mösch (Spatz). A.:
Es net do. B.: En Tatsch (Grasmücke).
B.: De es do (T., flug us!). Dasjenige K., das diesen Namen hat, läuft weg, sobald es diesen von B. nennen hört, u. er muss den entflogenen
V. selbst einfangen Rip, Allg.
Stucke, st., Vügelchen, halt et faster zo! die Kinder setzen sich in eine Reihe auf den Boden mit angezogenen Beinen u. legen die Hände zu einer nach oben offenen Schale zusammen; eines geht die Reihe entlang, indem es bei jedem obige Worte spricht; einem lässt es heiml. ein Steinchen (Hölzchen) in den Händen zurück; eines muss raten, wer es hat; wer erwischt wird, muss nun raten Sol-Burschd. — Im
Volksglauben. Es stirbt bald ein Kranker im Haus, wenn abends ein
V. gegen das Fenster fliegt (ans
F. pickt) Allg., — wenn ein völlig fremder
V. sich auf einen Baum in der Nähe dieses Hauses setzt u. ein eintöniges Lied singt Schleid-Nettersh. —
Volksbrauch. Das Vogelfangen, bes. der Krammetsvögel, am Vogelherd u. Dohnensteig, ist längst verboten; der V.herd war bes. im Berg u. in den Geb. von Malm, Monsch, Eup, Aach länger üblich. Erlegte Vögel (Eulen, Elstern, Sperber) wurden mit ausgebreiteten Flügeln aufs Scheunentor genagelt Verbr. u. veralt. — b. Täuberich, Enterich, Gänserich (weibl.
et Wifche, Sei »sie«) Sieg-Menden, Waldbr-Stdt, MülhRh, NBerg, Ruhr, Eusk-Lommersum, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Jül, Aach, SNfrk. — 2. übertr. a. persönl. α. andere Tiere. αα. Schmetterling, meist
Sommerv. (
s. d.);
sonnig Vüəlchen Sieg-Fussh. — ββ. Arbeitsbiene (Pl.
fū·ə.lə) MüEif. — γγ. Pl. scherzh. Maden im Obst;
et sein Vole en de Kersche Kreuzn-Langenlonsh, Birkf-Mosbg, Saarbr-Emmersw Lauterb, Saarl-Altforw Friedrichsw, Merz-Mondrf Saarhölzb, Zell-Sohren, Koch-Brachtend, Neuw-Dierd. — β.
dat ös e Vüəlche ein lockerer, durchtriebener Bursche;
wāt, V., ech krig dich ens! Rip, Allg.;
dau bes mir ene schene (nette) V.! ironisch;
ne lose (lichte) V. ein Leichtsinniger Mosfrk, Allg.;
ne luse (helle) V. Schlaumeier Rip;
en dollen V. (löstiger V., Spassv.) Remschd, Allg.;
en trauriger V. einer, der für nichts Interesse hat Kobl;
fohle (fahler)
V. zu losen Streichen Geneigter Zell-Trarb;
en ärme (blakege) V. Habenichts Merz-Saarhölzb;
en alt Vügelche a. Männchen Schleid-Hellenth;
griser V. Zuchthäusler Sieg-Ruppichteroth;
graue V. Aach-Stolbg;
ene Galgenv. (
s. d.);
e bleie V. Tölpel Prü
m. RA.:
Wette (weisse)
Mösche (Spatzen)
on rike Schuster send rare Vüəgel Grevbr-Wickr.
Der Schnirer on der Öjel (Eule),
dat sin zwier garschtige Vejel Siegld-Buschhütten.
Dat es mir e scheine V., de fleit emol en de Welt erem Merz-Schweml.
Dat ös at esu e V., der sitt (sieht)
mer och mih hange wie flege Rheinb-Queckenbg, Schleid-Hellenth.
Du bes en leiten V. on du häs l.ə Vüəgel, die met dir fleigen! Wermelsk. — γ.
mei goldig Vigelchen Kosewort für Kind, Mädchen Bitb-Kyllbg. — δ. Neckn. für einen aus MüMaif, Wittl-Gransd, Kobl-Rhens. — ε.
s. Galgen-, Neid-, Spassv. — b. sachl. α. der aus Holz hergestellte, an der Spitze einer im Boden stehenden Stange befestigte
V., nach dem die Schützenbrüder schiessen;
V.schesse Rip, Allg. Der Schütze, dem der Königsschuss gelingt, wird mit den Haaren von den anderen Schützen gezogen
(et Hoəregetüch), bis er an der Vogelstange ist; dann erst lassen sie ihn los Selfk. RA.:
He het den V. afgeschoten hat den Preis davongetragen Elbf, Allg.
Der hät ok der V. af er ist bezecht Geld-Nieukerk. — β. Papierdrache Allg. (
papiere V., gepappde V. Aach;
s. Pattev., Windv.);
de V. oplosse; de V. steht Rip, Allg. RA.:
En geht en de Lut (Luft)
wie en papeire V. ist jähzornig Prüm-Ihren.
Loss Koərd af, der V. steəht! beginne endlich mit deinem Bericht Aach-Stdt. — γ.
de preissische V. der heraldische Adler auf der Münze, dem Schild des Gemeindevorstehers usf. Bitb, Allg. — δ. Pflanzenn. αα.
Vüəgelsches Ahornfrüchte Mettm, Ruhr. — ββ.
Vigelcher Eisenhut, Aconitum napellus Saarbg-Beurig;
Peddsches (Pferdchen)
on Vüəgelkes Kref-Fischeln. — γγ.
gele Vechelche Goldlack Saarbr-Heusw Stdt. — ε. scherzh.
en Vüəlche Nasenpopel Waldbr-Geilenkausen, Gummb-Drabenderhöhe, Saarbr-Grossrosseln. — ζ. scherzh. Bandschleife Koch-Moselkern, Neuw-Leutesd. — η.
bleierne V. verächtl. schlechtes, altes, stumpfes Messer Wippf-Engeld Lindlar. — θ. Speisen. αα.
Vüəlche Gebildweck zu St. Nikolaus Eusk, Jül-Linnich, Kref-Lank. — ββ.
Vügəlche kleines Brot aus den Teigresten Jül-Linnich, Dinsl-Hiesf. — γγ.
Vegelchen kleines Stück Brot Bitb-NWeis. — δδ.
Vügel ohne Köpp scherzh. Fleischrouladen Köln-Stdt, Eup, Aach. — ι. scherzh. männl. Geschlechtsteil Rhfrk, Saarl, Trier, Bitb-Dudeld, Daun-Michelb, Sol. RA.:
Mach den Stall zu, de V. fliet fort! zu dem, der den Hosenlatz offen hat Saarl, Allg.
Ich kenne en V.nist zwische zwo Balke, do sin zwei Eier drin, wat is dat? Simm-Laub. — κ.
kläne, lange, grusse Vole Sorten von gespaltenem Dachschiefer Bernk-Veldenz. — λ. Gefässe. αα. das Becken, in dem der Handlanger den Maurern den Mörtel (die Steine) zuträgt (durch die heutigen Neuerungen veralt.);
e V. Speis; de V. drahn; de Speisv. Rhfrk (mehr
Spatz), Mosfrk, Rip, OBerg in Waldbr, Wippf, NBerg, Eup, Geilk, Heinsb-Erpen, MGladb, Grevbr, Neuss, Kref, Mörs, Klev,
n. einschl. Ruhr (SNfrk, Klevld mehr
Back, Spisb.). RA.:
V., Speis, Schipp (Schüppe)
! Fluch Saargeb. — Daher auch ein Kind
op de V. huəlen, — op dem V. drohn huckepack, dass die Beine über die Schulter herunterhängen Bitb-Bollend Rittersd, Prüm-Burb;
enen op den helzen V. holen ihn auf einem Stock reiten lassen Bitb-NWeis. — ββ.
Vuəlche Henkeltopf, in dem die Arbeiter das Essen mit zur Arbeitsstätte nehmen May-Wierschem. — γγ. Weihrauchschiffchen Bitb. — δδ.
Vüəlche kl. Glas mit Schnaps;
drenk noch e V. Rip, Daun-Meisbg OEhe, Barm, Trier-Schweich. — μ.
der kale V. der Wind;
mach de Dir zu, sos kimmt de k. V. eran (herein) Trier-Schleidw. — ν.
Vechelcher Pl. Schlagwetter Saargeb. — j.
dat es e selene V. eine seltene Begebenheit;
loss de V. net mih opfleən! mach diesen Streich nicht nochmal WBitb. — ο.
de hät ene V. (em Kopp) einen Fimmel, ist hochmütig, nicht gescheit Allg. im ganzen Geb. nach dem Nhd. (so hat das Rhfrk
fōγəl, nicht wie sonst
fōl). — Abl.:
Dat Gevüəls lästige Vögel Rip.