Kunst ca 3600 erfaßte Belege (bei teilw selektiver Exzerption, besonders in Br u Tgb). Die ältere Bed “Kenntnis, gelehrtes Wissen” (Pkt A) findet sich nur noch in Relikten; dagegen ist die Bed “gestaltende menschliche Kraft” (iGz Natur) bzw “das durch Menschenhand Geschaffene” (B) für Goethe noch durchaus gängig. Innerhalb der Grundbed “Können, Fertigkeit, Geschicklichkeit” (C) weist der Wortgebrauch einen hohen Differenzierungsgrad auf (s besonders C3), wobei die meist auf handwerklich-technische Verrichtungen od Bereiche bezogene Verwendung vielfach schon einen gewissen (gleichsam künstlerischen) Mehrwert konnotiert. Der eindeutige Schwerpunkt liegt aber mit etwa drei Vierteln der Belege auf der im engeren Sinne bildenden od “schönen” Kunst, so daß die im 18.Jh auf breiter Front erfolgte Ausrichtung des Wortes auf die ästhet Dimension bei Goethe voll zum Tragen kommt. — Die Profilierung des eigenen Kunstbegriffs (vgl besonders D3a-d) vollzieht sich wesentlich in Auseinandersetzung mit zeitgenöss u älteren Positionen. Zu Sulzers Versuch einer systematisch angelegten ‘Allg Theorie der Schönen Künste’ geht (besonders der junge) Goethe demonstrativ auf Distanz; Lessings Plädoyer für die kategoriale Trennung von Malerei u Dichtung (gegen den vorherrschenden “ut-pictura-poesis”-Topos) greift er dagegen positiv auf — gleichwohl ist u bleibt ihm die bildende Kunst (u nicht die Literatur) das bevorzugte Medium u der Maßstab der ästhet Theoriebildung. In der Lektüre Winckelmanns erschließt sich ihm die Bedeutung der antiken Kunst u formt sich das eigene Stilideal, mit KPhMoritz entwirft er — an der Leitfrage der Naturnachahmung — die Grundlagen der klassischen Autonomieästhetik, deren theoret wie praktische Aspekte er dann intensiv mit Schiller diskutiert (Dramaturgie, Dilettantismus-Problem), während JHMeyer entscheidende strategische Argumentationshilfe bei der Umsetzung des klassizistischen Kunstprogramms u den entspr bildungspolit Steuerungsversuchen leistet. Im Mittelpunkt der Reflexion stehen überwiegend Probleme der Darstellung u Gestaltung (vgl auch ‘Bildung, Form, Gestalt’), wobei der zunächst subjektive Akzent im Rahmen der Genie- u Empfindungsästhetik sich bald zu einer objektiveren, strenger phänomenorientierten Betrachtungsweise hin verschiebt. Immer wieder kreisen die Überlegungen um Fragen von ‘Maß’ u ‘Proportion’, häufig um den geeigneten Gegenstand (‘Stoff’, vgl unter D3b), insbesondere im Hinblick auf den ‘prägnanten Moment’ (zB WA I 48,60,21), der eine Handlungssequenz bildwürdig macht. In Begriffen wie ‘Stil’ (besonders WA I 47,79f), als höchste Ausdruckskategorie, od ‘Kunstwahrheit’ (WA I 47,23,3) kulminiert die Vorstellung einer geläuterten u im Kunstwerk gleichsam potenzierten Weltwahrnehmung u -wiedergabe. Dazu tritt aber, verstärkt durch die Erfahrung der italienischen Reise, die relativierende Einsicht in die Geschichtlichkeit aller kulturellen Erscheinungen u die je spezifischen Bedingungen der künstlerischen Hervorbringung. Zentrale Bedeutung bekommt dabei die Frage des Verhältnisses der Kunstgattungen zueinander, hinsichtlich ihrer jeweiligen medialen Prägungen u strukturellen Gesetzmäßigkeiten. Eine unkontrollierte Vermischung, wie Goethe sie vielfach in romantischen Bildwerken sieht, wertet er als Verfallserscheinung, eine tiefere Verwandtschaft u Konvergenz, etwa der Dichtarten, erkennt er dagegen an (vgl unter D3a). Besonders das Verhältnis von Malerei u Poesie wird immer wieder thematisiert u dient zur wechselseitigen Charakteristik — nicht selten mit terminologischen Anleihen beim jeweils anderen Bereich (vgl auch ‘dichten, Dichtkunst, Dichtung’). Ein deutlicher Impuls geht auch von Goethes eigener Naturforschung aus. Das Denkmodell der von ihm selbst so genannten ‘Morphologie’ (sd), also einer universalen (organischen) Gestaltbildungslehre (vgl auch ‘Metamorphose’), strahlt vielfach auf die Kunstanschauung aus, etwa im Befund entwicklungsgeschichtlicher Reihen (s D3d) od in einer naturhaft-organologischen Werkvorstellung. Insgesamt bewahrt Goethes emphatischer Kunstbegriff, bei aller Anerkennung historischer Erscheinungsformen, den universellen Gültigkeitsanspruch des künstlerischen Gebildes u erhebt die Kunst selbst zum prominentesten Medium menschlicher (Selbst-)Bildungskräfte. Die Autonomieästhetik als programmatische Abkehr nicht nur vom Grundsatz der Naturnachahmung, sondern ebenso von jeder externen Funktions- u Zweckbestimmung ist nicht zuletzt auch Goethes Antwort auf die zunehmend als bedrohlich empfundenen sozialen u kulturellen Divergenzen der Epoche u zugleich sein markantester Beitrag zur ästhet Theorie der Moderne. —
Goethes unmittelbar-praktisches Verhältnis zur bildenden Kunst u den zeitgenöss Entwicklungen1) ist gekennzeichnet einerseits durch intensive Teilnahme u lebhaften persönlichen Austausch (Tischbein, Hackert, AKauffmann, Schadow, Rauch usw; Sammlung Boisserée), andererseits durch eine frühe u entschiedene klassizistische Ausrichtung, die ihn für andere aktuelle Tendenzen (Romantik) unzugänglich macht. Auch haben die künstlerischen Ambitionen zu einer lange andauernden Fehleinschätzung der eigenen malerischen Begabung u Berufung geführt, die erst in Italien schmerzlich korrigiert wird. Noch die Versuche der Jahrhundertwende, im Verbund mit Schiller u Meyer, die Kunstentwicklung nachhaltig zu beeinflussen (‘Propyläen’, Weimarer Preisaufgaben), zeigen eine merkwürdig dogmatische Fixierung2). So erweisen sich literarische Klassik u künstlerischer Klassizismus als sehr unterschiedliche Ausprägungen desselben universellen Bildungsgedankens. Erst im Alter bekennt sich Goethe selbst zu einer Freiheit in der Anwendung u Kombination künstlerischer Ausdrucksformen, die alles Konventionelle ablegt u, in der Vermittlung des Disparaten, gleichsam ins Offene zielt (‘Faust II’). A
Lehre, Theorie bzw Wissensgebiet B
gestaltende menschliche Kraft (iUz Natur) C
Können, Fertigkeit, Geschicklichkeit 1
individuell 2
bezogen auf bestimmte Sachgebiete 3
mit spezifischen Bedeutungsnuancen 4
als Auszeichnungs-, Wertbegriff D
der gesamte Bereich des kreativen ästhet Gestaltens, namentlich die bildenden Künste 1
bezogen auf künstlerische Produkte, Artefakte 2
das künstlerische Tun, Schaffen, Wirken im Vollzug 3
in übergreifenden ästhet Problemzusammenhängen E
künstliches Gebilde, Erzeugnis A
im Anschluß an die ältere Bed Kenntnis, gelehrtes Wissen3), hier iSv wiss Lehre, Theorie bzw Wissensgebiet, wiss Disziplin; meist in Übs fremder Quellen [
Athanasius] Kircher liefert ein Werk, die große K. des Lichtes und Schattens [
‘Ars magna lucis et umbrae in mundo’, 1645/46] GWBN4,401,6 Fl AnzÜbers Die Physik mit andern ihr verwandten Wissenschaften und von ihr abhängigen Künsten [
arts] war ohne Rettung verloren durch dieses [
Newtonsche] System des Irrthums GWBN4,156,20 FlH VI Castel [
pl für: artes] GWBN3,232,24 u 233,13 FlH IV BacoVer A(LA I 1,36,17) NachrBergbIlmenau 28.8.83 [Eckardt BergwKomm]
uö(selten) in Übs (für: art) aus RGriffith’ Werk ‘The Koran’ (anonym 1770, zunächst irrtümlich LSterne zugeschrieben) in terminologischer Reflexion “K. und Wissenschaft sind Worte, die man so oft braucht und deren genauer Unterschied selten verstanden wird; man gebraucht oft eins für das andere .... Wissenschaft könnte man die Kenntniß des Allgemeinen nennen, das abgezogene Wissen; K. dagegen wäre Wissenschaft, zur That verwendet; Wissenschaft wäre Vernunft und K. ihr Mechanismus, deßhalb man sie auch praktische Wissenschaft nennen könnte .... Künste und Wissenschaften erreicht man durch Denken, Poesie nicht .. ” GWB42
2,199,16 u 200, 4u6u13 MuR(756u758u759)
uö(ebd) B
die gestaltende menschliche Kraft, das Erzeugen, Schaffen, Wirken durch Menschenhand bzw ingeniösen menschlichen Geist (iGz Naturschöpfung), besonders mBez auf bautechnische Leistungen; nur im Sg, auch übergehend zu D sowie in Berührung mit E Die Lagunen [
von Venedig] sind eine Wirkung der alten Natur .. Die K. hat sich der höchsten Stellen bemächtigt, und so liegt Venedig, von hundert Inseln zusammen gruppirt und von hunderten umgeben [Venedig, die Inseln .. ein Werk der K. und des Fleißes GWBT1,285,25 v 9.10.86] GWB30,139,16 ItR [
Theater von Taormina] zwei Gipfel durch ein Halbrund verbunden. Was dieß auch von Natur für eine Gestalt gehabt haben mag, die K. hat nachgeholfen und daraus den amphitheatralischen Halbcirkel für Zuschauer gebildet .. das ungeheuerste Natur- und Kunstwerk GWB31,195,15 ItR Der Natur .. war es selbst nicht möglich, das Auge ganz achromatisch zu machen .. Wie sollte es also der K. gelingen, die Natur in einem solchen Grade zu meistern [
u eine völlig achromatische Linse zu erzeugen] GWBN4,283,6 FlH VI die englischen Parkbeschreibungen .. worin man .. den Grundriß der Gegend und ihre landschaftliche Ansicht in ihrem ersten rohen Naturzustande gezeichnet sah, sodann .. die Veränderung .. welche die K. daran vorgenommen, um alles das bestehende Gute zu nutzen und zu steigern GWB20,75,11 Wv I 6 GWB34
1,44,18 Rochusf GWBN1,207,2 FlD 505 AA66,2 Werth
1 I~Werh
2 uö überwiegend in der Vbdg ‘durch K.’: durch künstliche Maßnahmen, auf künstlichem Wege Ein Bach .. schlingt sich mäanderartig zwischen Felsen durch und um sie herum, bald im natürlichen Lauf, bald durch K. genöthigt GWB33,144,24 Camp Die flachen Außenseiten dieses Granits, durch Witterung oder durch K. geglättet, haben .. ein vollkommen porphyrartiges Ansehen GWBN10,9,4 Porphyrartig Elementarphänomene .. Es ist nothwendig sie durch K. und gleichsam mit Gewalt auseinander zu halten GWBN5
2,13,15 Fl Einl Plp Wir ergreifen die Natur nur durch K., und jede K. muß der Natur Gewalt anthun .. Jedes künstliche hypothetische Gebäude ist eine Art von Vestung GWBN4,429,4 FlH Plp [
für: by art] GWB46,185,15 Hackert TgbKnight [
für: con l’arte] GWB43,324,11 Cell II 11 GWBN9,172,4 ÜbGranit [
für: par l’art] GWB45,111,11 RamNeffe
uö vereinzelt auch für das künstlich, von Menschenhand Geschaffene [
der Fürstoheim, Abbildungen der verfallenen alten Stammburg erläuternd:] ein Felsen .. von den festesten des ganzen Gebirgs; hierauf nun steht gemauert ein Thurm, doch niemand wüßte zu sagen wo die Natur aufhört, K. und Handwerk aber anfangen GWB18,319,4 Nov
uö(selten) C
allg das (fachgerechte) Können, die (durch Übung erlangte, hochentwickelte, bis zur Meisterschaft gebrachte) Fertigkeit, Geschicklichkeit, Gewandtheit, auch Versiertheit auf einem bestimmten Gebiet 1
als individuell ausgeübte Tätigkeit, Leistung; auch etwa für die magisch-göttliche Kraft Amors; öfter mit PossPron Tischbein mahlt mich in Lebensgröße im weißen Mantel auf Ruinen sitzend .. er nimmt zur Ausarbeitung seine ganze K. zusammen, da die Idee glücklich ist GWBB8,179,8 CarlAug 10.2.87 [
über Prévosts ‘Manon Lescaut’] Der große Verstand, womit diese Dichtung concipirt, die unschätzbare K., womit sie ausgeführt worden, blieben mir [
bei der jugendlichen Lektüre] freylich verborgen GWB26,380,36 DuW Plp [
Orest zu Pylades:] Mit seltner K. flichtst du der Götter Rath | Und deine Wünsche klug in Eins zusammen GWB10,33 Iph
2 740~39,349,21 Iph
1 II 1 [
Amor führt Herakles einer schönen Frau (Omphale?) zu] den Helden | Bracht’ er mit weniger K. unter der Schönsten Gewalt GWB1,259 Vs 414 RömEleg XIX GWB43,73,19 Cell I 5 GWBT1,180,28 v 11.9.86 GWBB15,87,26 Frege 21.7.00 Beilage GWB47,214,11 ÄltGemälde 1790
uö auch für (künstlerische) Veranlagung, Begabung, Talent; einmal ‘mit K. begabt’ [
der Maler] Bellotti, arm an K., und zugleich .. mit Anmaßungen überflüssig begabt GWB49
1,217,28 Bossi,LeonardoAbendmahl endlich siehet er [
der zuvor in trockener Papiergelehrsamkeit befangene Mensch] in seine Hände die ihm .. Gott gefüllt hat mit Krafft und allerley K. .. und kehret zurück zu seinem Erbteil, säet, pflanzt und begießt .. GWBB2,194,12 Jacobi 31.8.[74] GWB48,197,11 MuR
uö (mit pejor Unterton) iS einer hochgetriebenen, abstrakten Virtuosität, Raffinesse; pl auch für (heimliche, hinterlistige) Umtriebe, Machenschaften [
Götz zu Weislingen:] Nein Herr, zwar euren Witz und K. hab ich nicht, Gott sey Danck, aber ich habe leider so volle Erfahrung, wie Tücken einer feigen Missgunst unter unsre Ferse kriechen GWB39,31,20 Götz
1I [
Ich-Erzähler zum Neffen:] Laßt mich bekennen, ich unterscheide nicht, ob Ihr redlicher oder boshafter Weise redet .. geht aufrichtig mit mir zu Werke, laßt Eure K. [
votre art] bei Seite .... [
Neffe:] Ihr solltet einsehen, wie hoch ich in meiner K. [
der zynischen Argumentation] [
dans mon art] stehe .. solltet mich in Eurem Kopf in die Reihe der großen Taugenichtse setzen GWB45,79,2 u 108,15 RamNeffe finden wir .. daß .. Diderot in vorliegender Schrift alles anwendet, was Genie und Haß, was K. und Galle vermögen, um diesen Gegner [
Palissot] als den verworfensten Sterblichen darzustellen GWB45,212,11 RamNeffeAnm [
Orest zu Thoas:] Vergib uns unsern Anschlag, unsre Künste. Gewalt und List .. sind durch die schöne Wahrheit, durch das kindliche Vertrauen beschämt GWB39,403,5 Iph
1 V 7 [
Ritter:] Es ist eine Wohlthat für’s menschliche Geschlecht .. wenn man sie [
die Betrüger] außer Stand setzt ihre Künste weiter fort zu treiben GWB17,223,6 GrCoph IV 8 GWB50,74 Reinf VI 29 [
Reinke de Vos: kunst]
uö 2
bezogen auf bestimmte Anwendungsbereiche od Sachgebiete u deren Verfahren, Regeln, Gesetzmäßigkeiten usw (öfter übergehend zu D) Empfinde Jüngling, und dann wähle | Ein Mädgen dir .... Ich, der ich diese K. verstehe, | Ich habe mir ein Kind gewählt .. DjG
31,294 Der wahreGenuß [1769] 37~DjG
31,497 [1767] Da er [
Klopstock] .. an mir und meinen Freunden leidenschaftliche Schlittschuhfahrer fand, so unterhielt er sich mit uns weitläufig über diese edle K., die er gründlich durchgedacht GWB28,333,12 DuW 15 [
Arkas über Thoas:] Er, der nur | Gewohnt ist zu befehlen .. | Kennt nicht die K., von weitem ein Gespräch | Nach seiner Absicht langsam fein zu lenken GWB10,9 Iph
2 167~39, 329,10 Iph
1 I 2 [
Adelheid, mBez auf Weislingen:] ich verstehe dich, und werde dir zu begegnen wissen. Die K. der Verstellung ist mir noch eigner als dir GWB13
1,306,11 Götz
3 IV 19 GWB10,122 Tasso 431 GWBB12,128,4 Böttiger 26.5.97 GWB42
2,78,20 Üb:Niebuhr,RömGesch GWB5
1,305 Tab vot 6(888) GWBB5,77,3 ChStein 11.3.[81]
uö für mehr od minder etablierte, zumeist handwerkliche Sparten, Branchen, Gewerke (auch ‘mechanische Künste’ sowie ‘strenge Künste’ iUz den ‘freien’ bildenden Künsten, s unter Pkt D1a), vereinzelt für wiss-praktische Disziplinen (in Berührung mit A); auch iSv Beruf, Gewerbe, Metier [
Wilhelm zum Barbier:] Eure K. versteht ihr meisterlich und ich wüßte nicht, daß ich ein zarteres Messer jemals an meinen Wangen gefühlt hätte GWB25
1,70,19 Wj III 1 Sonderbar ist es in dem Platonischen Gespräch, daß Ion, nachdem er seine Unwissenheit in mehreren Künsten, im Wahrsagen, Wagenfahren, in der Arzneikunde und Fischerei bekannt hat, zuletzt doch behauptet, daß er sich zum Feldherrn besonders qualificirt fühle GWB41
2,175,9 Plato Mitgenosse christlOffenb der Arzt .. rief alle Mittel seiner K. zu Hülfe [
um Felix zu retten] GWB23,296,17 Lj VIII 10 [
mBez auf das chem Laboratorium des Bergrats vEinsiedel] Werkzeuge und Geräthschaften .. welche zu den mannigfaltigen Untersuchungen dieser K. erforderlich .. sind GWBB7,16,27 CarlAug 24.2.85 In der Welt kommt es nicht darauf an, daß man die Menschen kennen, sondern daß man in jedem Augenblicke klüger sei als der vor uns steht, und niemand ist in diesem Falle als der sein Handwerk, seine K. aus dem Grunde versteht Gespr(He2,290) Riemer 26.2.08 GWB25
1,121,19 Wj III 5 GWB42
2,6,20 ÜbLavater,Pilatus GWBB40,158,22 MedFak Jena 24.11.25 GWB51,118,18 ThS II 3 [
für: professione] GWB43,164,28 Cell I 11
uö insbesondere für Zauberkunst, Magie; meist pl u mit Konnotation des Zwielichtigen, Anrüchigen (auch ‘geheime Künste’ ‘schwarze K.’); teilw in Überschneidung mit Bed 3b/c [
Zigeunerin zu Adelheid:] Das ist mein Sohn! .. Künste kann er wie der ältste. Er macht dass dem Jäger die Büchs versagt dass’s Wasser nicht löscht dass Feuer nit brennt GWB39,145,3 Götz
1 V [
Faust, nach der (mißlungenen) Beschwörung des Pudels:] Ich versenge dich mit heiliger Lohe! | Erwarte nicht | Das dreimal glühende Licht! | Erwarte nicht | Die stärkste von meinen Künsten! .... [
Mephisto, aus dem Pudel hervorgegangen, bietet seine Dienste an:] Wenn dir’s beliebt, so bin ich auch bereit | Dir zur Gesellschaft hier zu bleiben; | Doch mit Bedingniß, dir die Zeit, | Durch meine Künste, würdig zu vertreiben GWB14,66u71 Faust I 1321u1433 [
die Hexe deklamiert aus dem Zauberbuch; Mephisto:] Ich kenn’ es wohl, so klingt das ganze Buch .. | Mein Freund, die K. ist alt und neu. | Es war die Art zu allen Zeiten, | Durch Drei und Eins, und Eins und Drei | Irrthum statt Wahrheit zu verbreiten GWB14,125 Faust I 2559 [
Faust zu Mephisto, nach dem Papiergeld-Betrug:] Du hast, Geselle, nicht bedacht | Wohin uns deine Künste führen; | Erst haben wir ihn [
den Kaiser] reich gemacht, | Nun sollen wir ihn amüsiren GWB15
1,69 Faust II 6190 [
Mephisto über die von ihm arrangierte Verbindung Fausts mit Gretchen:] Im Alter Jugendkraft entzünden, | Das schönste Kind dem treusten Freund verbinden, | Das ist gewiß nicht schwarze K. GWB16,287 Maskenz 1818 Festz 649 GWB39,163,22 Götz
1 V GWB15
1,150 Faust II 7942 GWBN3,221,16 FlH IV Porta GWBB5,149,15 Lavater 22.6.81
uö 3
kontextbedingt mit spezifischen Bedeutungsnuancen a
für die praktische Anwendung, Ausübung einer bestimmten (handwerklich-künstlerischen) Fertigkeit, speziell auch bezogen auf die (Dauer der) Ausbildung, Lehrzeit; mehrfach in der Sentenz ‘die K. ist lang (und kurz das Leben)’4) oä [
betr Basreliefs vom Apollontempel zu Bassai-Phigalia] Sieht man .. die .. amazonischen und centaurischen Gebilde .. so findet man überschwengliche K. und Talent, höchste Weisheit und Thatkraft GWBB29,107,15 Meyer 26.3.18 das anmuthigste Lob dieser von Natur begünstigten und durch treue K. gebildeten Sängerin [
SHeinefetter] GWBB42,238,10 JJ u MWillemer 29.6.27 [
Wagner, unter dem Eindruck von Fausts nächtlichen Gedankenflügen:] Ich fühl’ es wohl noch bin ich weit zurück .. Ach Gott! die K. ist lang! | Und kurz ist unser Leben GWB14,35 Faust I 558~39,227 Urfaust 205 [
Mephisto, nach Abschluß des Pakts:] Doch nur vor Einem ist mir bang; | Die Zeit ist kurz, die K. ist lang. | Ich dächt’, ihr ließet euch belehren GWB14,85 Faust I 1787 GWB23,124,22 Lj VII 9 GWBB2,204,13 Johanna Fahlmer [15.11.74]
uö auch (mit Personifikation) für: Übung, Erfahrung auf einem best Gebiet [
nächtlicher Besuch Wilhelms bei Mariane] mit wahrer Leidenschaft verschwendete sie den ganzen Reichthum ihrer Liebkosungen, welche ihr die Natur eingab, welche die K. sie gelehrt hatte, an ihren Liebling GWB21,61,2 Lj I 11 b
iSv Kunststück, einzelne artistische Darbietung, Nummer; scherzh auch von anderen (seriösen) Verrichtungen, Geschäften sowie bezogen auf Naturvorgänge [
Auftritt der Seiltänzer] In den gedruckten Anzeigen waren die mannichfaltigen Künste der Gesellschaft .. herausgestrichen .... Die Seiltänzer hatten ihre Künste schon zu produciren angefangen GWB21,144,17 u 160,11 Lj II 4~51,198,4 ThS III 2 wie ich .. den berühmten indischen Gaukler und Schwertverschlucker Krtom Balahja seine außerordentlichen Künste mit Erstaunen .. vortragen sah GWB36,182,11 TuJ 1820 [
Goethe, schwer erkrankt, über die Ärzte:] Treibt nur eure Künste, das ist alles recht gut, aber ihr werdet mich doch wohl nicht retten Gespr(He3
1,468) Kanzl Müller 10.2./2.3.23 [
Versuch mit der sog Pietra fungaja, einer versteinerten Trüffel] ein höchst merkwürdiges und problematisches Naturprodukt, und ich will nun sehen, ob es in meinem Keller seine Künste machen wird [
dh sich in feuchter Erde in einen vegetativen Zustand zurückverwandelt] GWBB21,400,5 JGLenz 10.10.10 GWB43,97,10 Cell I 6 GWBB19,49,12 CarlAug 28.8.05
uö c
iSv Kunstgriff, gezielte, auf eine bestimmte Wirkung berechnete Maßnahme; meist pl u leicht pejor für Tricks, Kniffe, Schliche, taktische Manöver (wiederholt ‘Künste treiben’); im generalisierenden Sg auch für: geschicktes (gewinnendes) Verhalten, Auftreten [
Elisabeth:] nur darüber klagt er [
Götz] sehr dass Adelbert von Weislingen, sein ehmaliger Camerad .. mit tausend Künsten und Praticken .. das Ansehn und die Macht meines Liebsten zu untergraben sucht GWB39,21,17 Götz
1 I [
Antonio zu Leonore:] Er [
Tasso] rühmt sich zweier Flammen! knüpft und lös’t | Die Knoten hin und wieder, und gewinnt | Mit solchen Künsten solche Herzen! Ist’s | Zu glauben? GWB10,189 Tasso 2097 [
Tasso zu Antonio:] Wie lang verdeckte mir dein heilig Bild | Die Buhlerin [
Prinzessin], die kleine Künste treibt. | Die Maske fällt GWB10,240 Tasso 3348 [
Liebesbegegnung Wilhelms mit Mariane] und wenn nun .. Mariane ihn mit Natur und K. empfing, ihren heimlichen Kummer bemeisterte und ihr Vergnügen aufstutzte .. GWB51,78,21 ThS I 20 [
Geschichte Jakobs] wie er .. durch eine Vermummung den väterlichen Segen gewonnen, so versteht er nun durch K. und Sympathie den besten und größten Theil der Heerde sich zuzueignen GWB26,220,21 DuW 4 GWB50,279 Achilleis 220 DjG
33,387,36 RAnw [8.9.73] [
für: τέχνη] GWB42
2,184,16 MuR(621) GWBB36,271,17 Gf Sternbg 12.1.[23]
uö auch für Kunstübung, Akt bewußter artifizieller Gestaltung (zugleich anschließend an Bed B) Der Menge, dem Dilettanten .. ist zu verzeihen, wenn er das was im Bilde die höchste absichtliche K. ist, nämlich den harmonischen Effect .. als rein natürlich empfindet GWB49
2,12,25 MyronsKuh GWB52,83,16 ThS IV 14
uö einmal, mit pejor Nuance, wohl iSv Gedankenspiel, geistige Konstruktion Das Ideelle war mir nur als Schwärmerey, als Leidenschaft, oder als K. erschienen AADuW2,507 Plp 24 d
iSv probates Verfahren, Methode [
zum Geburtstag des Chemikers u Pharmazeuten JWDöbereiner] Wenn wir dich, o Vater, sehen | In der Werkstatt der Natur, | .. Denken wir: der solche Sachen | Hat so weislich ausgedacht, | Sollte der nicht Mittel finden | Und die K., die fröhlich macht? GWB4,259 Wenn wir dich 8 [
Satyros:] Was blas’t ihr da so in die Hand? [
Einsiedler:] Seid ihr nicht mit der K. bekannt? | Ich hauch’ die Fingerspitzen warm GWB16,80 Satyros 83 GWBB5,64,3 Ch Stein 27.2.81
uö(selten) e
für die Regeln, die Lehre, auch: die tieferen, immanenten Bedingungen od Gesetzmäßigkeiten einer bestimmten Disziplin; besonders in den Fügungen ‘die K. fordert, verlangt, erlaubt’ [
Cellini über die Fertigstellung einer Mars-Statue:] Dann hatte ich veranstaltet, gedachte Figur in vielen Stücken auszuarbeiten, und sie zuletzt mit Schwalbenschwänzen zu verbinden, wie es die K. [
arte] fordert GWB44,121,5 Cell III 9 [
Cellini, mBez auf den technisch überaus schwierigen Guß der Perseus-Statue:] Der Herzog .. sagte mir einmal .. : Benvenuto! die Figur kann dir nicht von Erz gelingen; denn die K. erlaubt es nicht GWB44,201,19 Cell IV 6 GWBB8,213,17 Seidel 15.5.87 GWB49
1,383,23 Blumenmalerei
uö(mehrfach in Cell) f
für die handwerklich-technische Ausführung, Machart eines Objektes; auch übergehend zu Pkt g Schicken Sie mir doch von den einzelnen Schwefeln [
Schwefelabgüsse, wohl antiker Münzen] etwa ein Dutzend .. von guter K. damit ich nur etwas vor mir habe das mir das Anschauen erfrischt GWBB14,87,26 Meyer 10.5.99 Ein sitzender Faun .. verschieden von demjenigen mit gleichem Namen .. und, wie aus Vergleichung der Abdrücke erhellet, noch edlerer K. Trunz/Loos 179 Sammlg antiker geschnSteine 1807 [Meyer/G] [
Wilhelm zum Abgesandten der Turmgesellschaft:] der Gegenstand ist es, der mich an einem Gemählde reizt, nicht die K. GWB21,106,9 Lj I 17 GWBB15,86,23 Frege 21.7.00 Beilage GWB27,155,28 DuW 8 GWBN5
1,176,17 ÜbNewt DivRefrangib
uö g
für die kompositorische Gesamtform, die durchgreifende, das (Kunst-)Gebilde organisierende ästhet Gestaltgebung; auch zugleich den künstlerischen Mehrwert (gegenüber der sauberen handwerklichen Ausführung) bezeichnend Der Herkules Farnese .. es ist ein Werck von unbegreiflicher K. und Schönheit GWBB8,142,5 ChStein 18.1.[87] [
mBez auf manieristische Formen in der Architektur] so lange die Einbildungskraft von der K. gebändigt wird, gibt sie durchaus zu erfreulichen Gebilden Anlaß; dahingegen wenn K. sich nach und nach verliert, der regelnde Sinn entweicht und das Handwerk mit der Imagination allein bleibt, da nehmen sie unaufhaltsam den Weg, welcher .. zum Pallagonischen Unsinn .. hinführt GWB49
2,150,8u10 Üb:Hittorf/ Zanth,Architect modSic [
mBez auf Petschaft als Geburtstagsgeschenk für Goethe] Wir bemerkten gemeinschaftlich, daß es bei aller Technik doch ohne alle K. sei, ohne etwas Dargestelltes, ohne Bedeutung, bloß kostbar und teuer Gespr(He3
2,817) Riemer 4.9.31 GWBB14,139,21 Schiller 31.7.99 GWBB8,126,13 Seidel [13.1.87]
uö prägnanter auf den Kunstcharakter, das Artifizielle, Künstliche (iGz Naturhaften) abhebend; vereinzelt abstr iSv Künstlichkeit Da sind sie nun! da habt ihr sie! | Die Lieder, ohne K. und Müh | Am Rand des Bachs entsprungen .. GWB4,87 Zueignung [1769] 2 Niemand glaubt sich in einem Garten behaglich, der nicht einem freien Lande ähnlich sieht; an K., an Zwang soll nichts erinnern, wir wollen völlig frei und unbedingt Athem schöpfen GWB20,296,7 Wv II 8 [
Wilhelm betrachtet die schlafende Philine] Die Unordnung des Schlafs erhöhte mehr als K. und Vorsatz ihre Reize; eine kindische lächelnde Ruhe schwebte über ihrem Gesichte GWB22,60,26 Lj IV 10~52,214,8 ThS VI 5 [
Paris zu Julia, die das Liebesgeständnis diplomatisch verweigert:] Wie kann unschuld’ger Mund so künstlich sprechen? [
Julia:] Die K. ist süß, wenn sie den Schmerz verhüllt GWB9,252 RomJul 1529 GWB40,356,10 Üb:Wunderhorn GWB9,155,10 Wette 2
uö(selten) einmal, mit pejor Akzent, bezogen auf höfisches Intrigenspiel iSv künstliche Inszenierung, Scheinwelt [
Tasso, allein:] Deutlich seh’ ich nun | Die ganze K. des höfischen Gewebes! | Mich will Antonio von hinnen treiben, | Und will nicht scheinen, daß er mich vertreibt GWB10,216 Tasso 2749 h
iSv Kunstsinn, Kunstverstand, künstlerische Erfahrung u Kompetenz der Stuccateur Herr Seeger [
verkauft] treffliche Gypsabgüsse vorzüglicher antiker und moderner Sculpturen .. geeignet K. zu erwecken, den Geschmack zu läutern und auf das wahrhaft Schöne zu lenken GWB49
2,264,12 Gipsabgüsse [
Ostermesse im Petersdom] man glaubt .. seinen Augen kaum, was da für eine K., ein Verstand, ein Geschmack durch Jahrhunderte zusammengearbeitet haben um einen Menschen bey lebendigem Leibe zu vergöttern! GWBB8,367,20 CarlAug 2.4.88 GWBB44,225,6 Zelter 26./27.7.28 GWBB44,290,12 Zelter 26.8.28
uö i
für jds individuelle künstlerische Eigenart, Prägung, seinen persönlichen Stil (wiederholt in der Vbdg ‘jds Art und K.’) [
mBez auf Kupferstiche Martin Schongauers] Die geringeren Drucke geben im Allgemeinen einen Begriff von der Denkweise und K. des Meisters, die besseren .. von seiner unschätzbaren Ausführung GWBB32,90,9 Weigel 3.11.19 K [
mBez auf die Tragödie ‘Martin Luther od die Weihe der Kraft’] ein Werk von Herrn [
Zacharias] Werner .. dessen Art und K. ich aus den Söhnen des Thals einigermaßen kenne GWBB19,160,3 Zelter 14.7.06 GWB49
1,419,8 Üb:WeimPinakothek
uö 4
als Auszeichnungs- od Wertbegriff a
allg für eine Disziplin od Tätigkeit, die mit besonderer Virtuosität betrieben wird u höchsten formalen Qualitätskriterien genügt Die Mathematik ist, wie die Dialektik, ein Organ des innern höheren Sinnes; in der Ausübung ist sie eine K. wie die Beredsamkeit. Für beide hat nichts Werth als die Form; der Gehalt ist ihnen gleichgültig GWBN11,137,21 MuR(605) GWBN7,85,5 Probl uErwiderg [EMeyer] GWBN7,85,17 ebd~N3,121,11 FlH II
uö(selten) b
in Vbdgn wie ‘das ist die/eine/keine K.’ für: (zu erbringende) besondere Leistung, (zu bestehende) Herausforderung; einmal abgeblaßt ‘das ist eine andere K.’ iSv das ist eine andere, schwierigere Sache, Aufgabe “ .. Lange lebten wir gern auf Erden .. ” | Keine K. ist’s alt zu werden, | Es ist K. es zu ertragen GWB3,231 ZXen I 40u41 [
aus Wiesbaden, während der Arbeit am ‘West- östlichen Divan’] Die Rosen blühen vollkommen, die Nachtigallen singen wie man nur wünscht und so ist es keine K. sich nach Schiras zu versetzen GWBB26,5,20 Christiane [31.5.]15 [Korr Gräf, G-s Ehe,658] Die größte K. im Lehr- und Weltleben besteht darin, das Problem in ein Postulat zu verwandeln, damit kommt man durch GWBB44,261,10 Zelter 9.8.28 [
Bernardon zum Herzog:] Wißt, gnädiger Herr, große Figuren zu machen, ist eine andere K. [
un’altra minestra], als kleine zu arbeiten! .. ihr werdet sehen, die große gelingt ihm [
Cellini] nicht GWB44,245,2 Cell IV 8 GWB43,130,17 Cell I 9 GWB22,143,9 Lj V 2 GWBB17,114,9 Eichstädt 4.4.04
uö ‘das ist keine K.’ iSv das ist nicht überraschend, ist kein Wunder Daß Suleika von Jussuf entzückt war | Ist keine K.; | Er war jung, Jugend hat Gunst, | Er war schön .. GWB6,144 Vs 2 DivSuleika D
der gesamte Bereich des kreativen ästhet Gestaltens, namentlich die bildenden (auch ‘schönen’) Künste, als genuiner Ausdruck lebensweltlicher Erfahrung u Reflexion sowie im eminenten Sinn als Hochform kultureller Hervorbringung; häufig Gegen- od Kontrastbegriff zu ‘Natur’ (vgl bes Pkt 3a) 1
für od bezogen auf künstlerische Produkte, Artefakte; auch iS einer Idee od idealen Sphäre a
unspezifisch-umfassend od für einen bestimmten Kanon von Werken (eines Künstlers, einer Nation, Epoche, Stilrichtung etc); auch im Werk- od Sammlungstitel [
Rom] In der K. muß ich es so weit bringen, daß alles anschauende Kenntniß werde, nichts Tradition und Name bleibe .... meine ganze Neigung ist auf die K. gerichtet. Jeden Tag geht mir ein neues Licht auf, und es scheint als wenn ich wenigstens würde sehen lernen GWB32,66,4 u 109,18 ItR [
über die ‘Propyläen’] Das Werk, welches wir heraus zu geben gedenken, enthält Betrachtungen harmonirender Freunde über Natur und Kunst .. unter Kunst wird für die erste Zeit vorzüglich die bildende verstanden, über deren Theorie, Ausübung und Geschichte manches vorräthig liegt; doch wird man die K. im allgemeinen jederzeit im Auge haben GWBB13,162,9u15u18 Cotta 2.5.98 Für die Einsicht in höhere bildende K. begann dieses Jahr [
1818] eine neue Epoche [
wegen der erhaltenen detailgenauen Abbildungen zu den antiken Statuen aus Aegina, den Reliefs aus Bassai-Phigalia u insbesondere vom Parthenon] .. .. Einige Weimarische Kunstfreunde hatten auch die Gipsabgüsse [
der Giebelfiguren vom Parthenon, der sog Elgin marbles] wiederholt gesehen, und bekräftigten, daß man hier die höchste Stufe der aufstrebenden K. im Alterthum gewahr werde GWB36,145,6u28 TuJ 1818 [
Meister zum Schüler, der sich im Kopieren übt:] Der Mann ist vielfach groß, den du dir auserwählt .. Nur lerne bald erkennen, was ihm fehlt: | Man muß die K., und nicht das Muster lieben .. | Die Tugend wohnt in keinem Mann allein; | Die K. hat nie ein Mensch allein besessen GWB16,156 KünstlersApotheose 128u136 [
Tasso zur Prinzessin:] Ich fühl’, ich fühl’ es wohl, die große K., | Die jeden nährt, die den gesunden Geist | Stärkt und erquickt, wird mich zu Grunde richten GWB10,232 Tasso 3133 GWB46,40,7 Winckelm GWB33,188,15 Camp GWB28,187,18 DuW 13 GWB32,176,2 ItR GWB23,197,23 Lj VIII 5
uö(häufig) sehr oft mit (implizitem od herausgestelltem) Wertaspekt, besonders neben od in Abgrenzung zu ‘Handwerk’ od ‘Technik’ (namentlich im Zshg mit dem Dilettantismus-Problem), aber auch die Berührung od Übergängigkeit beider Bereiche akzentuierend [
Dilettantismus- Schema; Rubrik: Zeichnung, Nutzen/Schaden fürs Ganze] Indem er [
der Dilettantismus] die K. erniedrigt, erhebt er das Handwerk zu einer gewissen Kunstähnlichkeit. | Er nimmt der K. ihr Element und verschlechtert ihr Publikum, dem er Ernst und Rigorismus nimmt GWB47,302,20u5 ÜbDilettantism Schema 1799 [G/Schiller] Der Dilettant verhält sich zur K. wie der Pfuscher zum Handwerk GWB47,322,24 ÜbDilettantism weit Schema Man sieht .. daß das einzige Gegenmittel gegen den Luxus .. die wahre K. und das wahr erregte Kunstgefühl sei, daß dagegen der hochgetriebene Mechanismus, das verfeinerte Handwerk und Fabrikenwesen der K. ihren völligen Untergang bereite GWB47,58,19u22 Kunst uHandw [
Besuch Wilhelms beim plastischen Anatom] Betrachtung .. wie K. und Technik sich immer gleichsam die Waage halten, und .. immer eine zu der andern sich hinneigt, so daß die K. nicht sinken kann ohne in löbliches Handwerk überzugehen, das Handwerk sich nicht steigern ohne kunstreich zu werden GWB25
1,93,25u28 Wj III 3 [
Jarno liest aus dem Lehrbrief:] Vom dem geringsten thierischen Handwerkstriebe bis zur höchsten Ausübung der geistigsten K., vom Lallen und Jauchzen des Kindes bis zur trefflichsten Äußerung des Redners und Sängers .. bis zu den leisesten Ahnungen und Hoffnungen der entferntesten geistigen Zukunft, alles das und weit mehr liegt im Menschen, und muß ausgebildet werden; aber nicht in einem, sondern in vielen GWB23,217,2 Lj VIII 5 GWB53,180,7u8 Üb verschZweige hiesigerTätigk [1795] GWB47,235,6 VonArabesk GWB47,327,9 Baukunst 1795 Plp GWBB15,62,10 Schiller 4.[5.]00 GWB49
2,139,20 Üb:JRoux,Farben in technSinne
uö sehr oft in der Kombination ‘K. und Wissenschaft’ oä, speziell auch in der offiziellen Bezeichnung von Goethes Verwaltungsressort ‘Oberaufsicht über die unmittelbaren Anstalten für Wissenschaft und K.’ (ab 1815), oft in amtl Schr; häufig auch ‘K. und Altertum’ (besonders im Zshg der Rheinreisen 1814/ 15), entspr auch im Titel von Goethes Kulturzeitschrift ‘Über K. und Altertum’5), 1816—1832; ferner in der formelhaften Vbdg ‘Art und K.’ (wohl auch in Anspielung auf Herders Textsammlung ‘Von deutscher Art und Kunst’, 1773) Es gibt keine patriotische K. und keine patriotische Wissenschaft. Beide gehören wie alles hohe Gute der ganzen Welt an und können nur durch allgemeine freie Wechselwirkung aller zugleich Lebenden .. gefördert werden GWB42
2,195,20 MuR(690) Man kann sich nicht verläugnen, daß die deutsche Welt, mit vielen, guten, trefflichen Geistern geschmückt, immer uneiniger, unzusammenhängender in K. und Wissenschaft, sich auf historischem, theoretischem und praktischem Wege immer mehr verirrt und verwirrt. Sähe man K. und Wissenschaft nicht als ein Ewiges .. an .. so würde man selbst irre werden .. GWB42
2,244,1u5 MuR (1013u1014) Unser gnädigster Herr .. hatte angeordnet, daß alle unmittelbaren Anstalten für Wissenschaft und K. unter Eine Oberaufsicht versammelt .. werden sollten GWB36,46,21 TuJ 1809 [
Studium in Leipzig] Bei allen Bemühungen .. welche sich auf K. und Alterthum bezogen, hatte jeder stets Winckelmann vor Augen GWB27,182,19 DuW 8 Über K. und Alterthum in den Rhein- und Maingegenden [
Titel] .. Bei einem zweimaligen Aufenthalte am Main und Rhein .. war’s dem Verfasser angelegen .. zu erfahren, was, nach so vielem Mißgeschick [
Kriegswirren], sich daselbst bezüglich auf K. und Alterthum und die sich anschließende Wissenschaft befinde, wie man es zu erhalten .. zu beleben und zu benutzen gedenke? GWB49
1,3,1u14 Anz:KuARheinMain Hier kommt aus Rom abermals ein Pröbchen deutscher Art und K., Erwin und Elmire GWB32,210,21 ItR GWBB26,179,14 Voigt 15.12.15 K GWB5
1,134 ZXenNachl IX 704 GWBB26,132,18 u 133,18 u 135,9 Schuckmann 4.11.15 GWB3,158 Kunst u Altertum Titel u 1u2 GWBB25,178,2 CarlAug 29.1.15
uö(häufig) b
für die einzelne künstlerische Sparte, Disziplin, Gattung; einmal sg für eine Mehrzahl, auch mit implizitem Wertaspekt (‘den Namen einer K. verdienen’); mehrfach im Zshg allegor Darstellungen Sämmtliche Künste lernt und treibet der Deutsche .. | Eine K. nur treibt er, und will sie nicht lernen, die Dichtkunst. | Darum pfuscht er auch so GWB1,314 Vs 151u153 VenEpigr 33 [
Saal der Vergangenheit] so schien jeder, der hineintrat, über sich selbst erhoben zu sein, indem er durch die zusammentreffende K. [
Architektur, Skulptur u Malerei] erst erfuhr, was der Mensch sei und was er sein könne GWB23,198,15 Lj VIII 5 [
die Schauspielkunst:] Wir danken denen, die auch uns zusammt | Mit Kennerblick, mit Freundeshuld begegnet, | Und unserer K. so gleichen Werth als Würde | Mit andern Musenschwestern zugestehn GWB13
1,109 Was wir bringen Halle [1814] Vs 333 [G/Riemer] Soll .. das Baugeschäft den Namen einer K. verdienen, so muß es neben dem Nothwendigen und Nützlichen auch sinnlich-harmonische Gegenstände hervorbringen. Dieses Sinnlich-Harmonische ist in jeder K. von eigner Art und bedingt GWB47,68,11u14 Baukunst 1795 Die von dem Präsidenten [
der Academia Olimpica zu Vicenza] für die heutige Sitzung aufgegebene Frage war: ob Erfindung oder Nachahmung den schönen Künsten mehr Vortheil gebracht habe? GWB30,87,17 ItR~T1,222,19 v 22.9.86 GWB26,183,15 DuW 4 GWB45,184,4u17 RamNeffeAnm Musik GWB25
1,222,19 Wj III 12 GWB16,305 Maskenz 1818 Epil Regiebem vor 965 u 965
uö(häufig) in krit Auseinandersetzung mit Sulzers Versuch einer Systematik der Kunstgattungen (hier im Aufsatz ‘Die Schönen Künste .. ’, 1772; später in anderen Zshgn relativiert) Daß eine Theorie der Künste für Deutschland noch nicht gar in der Zeit sein möchte, [
darüber] haben wir schon ehmals unsre Gedanken gesagt .. Wer von den Künsten nicht sinnliche Erfahrung hat, der lasse sie lieber .... Daß einer .. sich einfallen ließ, gewisse Beschäftigungen und Freuden der Menschen, die bei ungenialischen gezwungenen Nachahmern Arbeit und Mühseligkeit wurden, ließen sich unter die Rubrik Künste, schöne Künste classificiren, zum Behuf theoretischer Gaukelei, das ist denn .. Leitfaden geblieben zur Philosophie darüber GWB37,207,8u14 u 208,7 FGA Sulzer,Schöne Künste [G/Merck]
uö(ebd) ‘die freie K., freien Künste’, anknüpfend an den Begriff der artes liberales (vgl s v frei Pkt 5fα )
, auch iUz den als ‘strenge Künste’ apostrophierten Handwerkssparten (s unter Pkt C2) Die Steinmetzen hatten .. in der gebildeten Welt einen sehr glücklichen Posten gefaßt, indem sie sich zwischen der freien K. und dem Handwerke in die Mitte setzten .. GWB34
1,197,22 KuARheinMain [
Odoardo über sein europäisches Landbau- u Handwerksprojekt:] die Handwerke [
werden] sogleich für Künste erklärt und durch die Bezeichnung “strenge Künste” von den “freien” entschieden getrennt und abgesondert .... Gerade hier muß die strenge Kunst der freien zum Muster dienen und sie zu beschämen trachten. Sehen wir die sogenannten freien Künste an, die doch eigentlich in einem höhern Sinne zu nehmen .. sind, so findet man, daß es ganz gleichgültig ist, ob sie gut oder schlecht betrieben werden .... Betrachten wir aber die beiden, sowohl die freien als strengen Künste, in ihren vollkommensten Zuständen, so hat sich diese vor Pedanterei .. jene vor Gedankenlosigkeit und Pfuscherei zu hüten GWB25
1,220,21 u 222,1u3u26 Wj III 12 GWB47,322,28 ÜbDilettantism weitSchema
uö(mehrfach in ‘Wanderjahre’) ‘schwarze K.’ für eine bestimmte Art des Kupferstechens, das sog Mezzotinto (Schabetechnik auf aufgerauhtem Grund); auch analog auf die Glasmalerei übertragen die Engländer .. haben .. in ihren Holzschnitten einen Effect zu erreichen gewußt, den man sonst nur bei Kupferstichen und schwarzer K. hervorzubringen im Stande war GWB47,46,23 PropylAnz Einiges über Glasmahlerei .. die Farbengebung .. geschah dergestalt, daß man die Platte mit dem ganzen chemischen Grunde überdeckte und mit einer Nadel die Lichter herausriß; es ist also, wenn man will, eine Art schwarzer K., oder besser: es ward gearbeitet, wie man auf dunklem Grunde die Lichter aufhöht GWB34
1,301,8 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm] GWBB12,18,27 Meyer 19.1.97 GWBN4,158,3 FlH VI TechnMalerei
uö 2
als od übergehend zum Nomen actionis: für das künstlerische Tun, Schaffen, Wirken im Vollzug, die Ausübung des kreativen Aktes, auch zugleich (im Anschluß an C) als individuelles bildnerisches Können es hat doch im Grunde niemand einen rechten Begriff von der Schwierigkeit der K. als der Künstler selbst GWB32,157,20 ItR Ich bin so glücklich .. so ganz in dem Gefühl von ruhigem Daseyn versunken, daß meine K. darunter leidet. Ich könnte jetzo nicht zeichnen, nicht einen Strich, und bin niemalen ein grösserer Mahler gewesen als in diesen Augenblicken .... Folgt der Mensch [
dem Rat des Philisters], so giebts einen brauchbaren jungen Menschen .. nur mit seiner Liebe ist’s am Ende, und wenn er ein Künstler ist, mit der K. AA5,13 u 14,8 Werth
1 I~Werth
2 Daß ich meine älteren Sachen fertig arbeite .. ist eine Rekapitulation meines Lebens und meiner K. GWBB8,241,25 Carl Aug 11.8.87 Schillers Tell ist schon eine Weile fertig und gespielt, ein außerordentliches Product, worin seine dramatische K. neue Zweige treibt GWBB17,171,20 Humboldt [30.7.04] K Eigenthümlichkeit des Ausdrucks ist Anfang und Ende aller K. GWB40,186,2 MuR(739) GWB21,126,23 Lj II 2 GWB53,396,9 Preisaufg 1799 Entw GWBB12,110,21 Meyer 28.4.97 GWBN3,367,1 FlH V Gesch dKolorits [Meyer] [
für: professione] GWB44,12,5 Cell III 2
uö mehrfach in Personifikation (übergehend zum Nomen agentis), die Eigendynamik u Wirkkraft der künstlerischen Hervorbringung ausdrückend O glücklich! wen die holde K. in Frieden | Mit jedem Frühling lockt auf neue Flur .. GWB15
1,345 Faust II Nachl Abschied 25 [
nach Plotin:] “Euch wird .. der [
rohe] Stein, der durch die K. [
ab arte] zur schönen Gestalt gebracht worden, alsobald schön erscheinen .. daher, daß er eine Gestalt hat, welche die K. [
ars] ihm ertheilte.” GWB48,197,1u6 MuR(635) GWB4,60 Bilderszenen 15.3.16 Vs 3 GWB48,197,19 MuR(638)
uö 3
in übergreifenden ästhet-philos Problemzusammenhängen a
in kunsttheoret Reflexion: grundsätzliche Aspekte od Bedingungen bildkünstlerischer Hervorbringung betreffend Sie [
die dt ‘Kunstgelehrten’, namentlich Sulzer] wollen euch glauben machen, die schönen Künste seien entstanden aus dem Hang, den wir haben sollen, die Dinge rings um uns zu verschönern. Das ist nicht wahr! .. Die K. ist lange bildend [
hier iSv unmittelbar-intuitiv (statt regelhaft) verfahrend], eh’ sie schön ist, und doch so wahre, große K., ja oft wahrer und größer als die schöne selbst .. Diese charakteristische K. ist nun die einzige wahre. Wenn sie aus inniger, einiger, eigner, selbstständiger Empfindung um sich wirkt .. sie ist ganz und lebendig GWB37,148,18u23u24 u 149,9 Von dtBaukunst 1773 Die echte K. hat einen idealen Ursprung und eine ideale Richtung, sie hat ein reales Fundament, aber sie ist nicht realistisch GWB48,136,23 NeueUnterhaltgn übGegenstände bildKunst Wir wissen von keiner Welt, als im Bezug auf den Menschen; wir wollen keine K., als die ein Abdruck dieses Bezugs ist GWB48,203,19 MuR(1077) Wahrscheinlichkeit ist die Bedingung der K., aber innerhalb des Reiches der Wahrscheinlichkeit muß das Höchste geliefert werden was sonst nicht zur Erscheinung kömmt GWB49
2,18,14 Relief Phigalia Die K. stellt nicht eigentlich Begriffe dar, aber die Art, wie sie darstellt, ist ein Begreifen, ein Zusammenfassen, des Gemeinsamen und Charakteristischen, das heißt der Stil Gespr(He2, 235) Riemer 8.(2.)7.07 GWB47,205,6 Samml 8 GWBB26,235,15 Schopenhauer 28.1.16 GWB47,101,15 Üb Laokoon GWB46,50,7 Winckelm GWB48,212,2 MuR(1129)
uö(häufig) oft im Rekurs auf das Verhältnis von Kunst u Natur u die Frage mimetischer Darstellung Seh’ ich eine gezeichnete, eine gemahlte Landschaft, so entsteht eine Unruhe in mir, die unaussprechlich ist .. Was ist denn das, dieses sonderbare Streben von der K. zur Natur, von der Natur zur K. zurück? .... Drückt sich nicht die lebendige Natur lebhaft dem Sinne des Auges ein .. freuen sie [
die visuellen Eindrücke] sich nicht, den durch Menschengeist verschönerten Bildern der K. zu begegnen? Ich gestehe dir, darauf beruht bisher meine Liebe zur Natur, meine Liebhaberei zur K. GWB19,201,15u16 u 210,16u18 BrSchweiz I Die K. übernimmt nicht mit der Natur, in ihrer Breite und Tiefe, zu wetteifern, sie hält sich an die Oberfläche der natürlichen Erscheinungen; aber sie hat ihre eigne Tiefe .. sie fixirt die höchsten Momente dieser oberflächlichen Erscheinungen, indem sie das Gesetzliche darin anerkennt, die Vollkommenheit der zweckmäßigen Proportion, den Gipfel der Schönheit, die Würde der Bedeutung, die Höhe der Leidenschaft GWB45,260,11 Diderot,Malerei Zeichng [
zur Kategorie des Stils] Gelangt die K. durch Nachahmung der Natur .. durch genaues und tiefes Studium der Gegenstände selbst .. endlich dahin, daß sie .. die Reihe der Gestalten übersieht, und die verschiedenen charakteristischen Formen neben einander zu stellen und nachzuahmen weiß: dann wird der Stil der höchste Grad wohin sie gelangen kann .... Unterläßt ein .. Künstler sich an die Natur zu halten .. so wird er sich immer mehr von der Grundfeste der K. entfernen .. GWB47,79,26 u 83,13 Nachahmg,Manier,Stil Wem die Natur ihr offenbares Geheimniß zu enthüllen anfängt, der empfindet eine unwiderstehliche Sehnsucht nach ihrer würdigsten Auslegerin, der K. .. Die K. ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen; darum scheint es eine Thorheit, sie wieder durch Worte vermitteln zu wollen. Doch indem wir uns darin bemühen, findet sich .. so mancher Gewinn GWB48,179,10u11 MuR(201u384) Wie sich die organische Natur zur bildenden K. verhält, so verhält sich der Begriff der Construction zur Architektur GWBB14,214,18 Hirt 4.11.99 K GWB4,129 Natur u Kunst 1u7 GWB46,29,4 Winckelm Schönh GWB48,137,2 NeueUnterhaltgn übGegenstände bildKunst GWB37,210,15 FGA Sulzer,SchöneKünste [G/Merck]
uö(häufig) auch im Auszug aus KPhMoritz’ ‘Über die bildende Nachahmung des Schönen’, 1788 [
Erörterung über den ‘Abdruck des höchsten Schönen’] daß .. das innre Wesen erst in die Erscheinung sich verwandeln müsse, ehe es, durch die K., zu einem für sich bestehenden Ganzen gebildet werden und .. die Verhältnisse des großen Ganzen der Natur .. spiegeln kann .... Alles einzelne .. in der Natur zerstreute Schöne .. kann .. nie zum Vergleichungspuncte für das Schöne der bildenden Künste .. dienen .... das Wesen des Schönen [
besteht] eben in seiner Vollendung in sich selbst .. Und ist dieser Vollendungspunct einmal verfehlt, so verlohnt ein Werk der K. nicht der Mühe des Anfangs, und der Zeit seines Werdens GWB32,305,10 u 307,6 u 308,18 ItR KPhMoritz,Nachahmg dSchönen [Moritz] Jedes schöne Ganze der K. ist im Kleinen ein Abdruck des höchsten Schönen, im Ganzen der Natur .... Was uns allein zum wahren Genuß des Schönen bilden kann, ist das, wodurch das Schöne selbst entstand: ruhige Betrachtung der Natur und K. als eines einzigen großen Ganzen GWB47,86,8 u 88,15 Üb:Moritz, Nachahmg dSchönen
uö im Verhältnis zu Religion, Sittlichkeit, Moral; vielfach mit krit Vorbehalt gegenüber einer außerästhet Fremdbestimmung der Kunst, dabei zugleich das Eigenständige, Inkommensurable des Kunstgebildes betonend; insbesondere in Auseinandersetzung mit Tendenzen der zeitgenöss romantisch-relig Malerei (vgl auch Pkt d) Die K. ruht auf einer Art religiosem Sinn, auf einem tiefen unerschütterlichen Ernst; deßwegen sie sich auch so gern mit der Religion vereinigt. Die Religion bedarf keines Kunstsinnes .. sie verleiht aber auch keinen, so wenig sie Geschmack gibt GWB48,201,2 MuR(1107) ein religiöses Gemüth mit Naturell zur K., sich selbst überlassen, wird nur unvollkommene Werke hervorbringen .. Eine Ahnung des Sittlich-Höchsten will sich durch K. ausdrücken, und man bedenkt nicht, daß nur das Sinnlich-Höchste das Element ist, worin sich jenes verkörpern kann GWB36,266,25 u 267,2 BiogrEinzh LetzteKunstausstellg 1805 auch das flache Gefühl macht Ansprüche an K.; daher entspringen die sentimentalen Bilder, deren unsere Zeit so unzählige hervorbringt durch eine falsche Verbindung des Sittlich-Schönen und der Mittel einer darstellenden K. GWB47,94,22u25 ÜbGegenstände bildKunst die neukatholische Sentimentalität .. das klosterbrudrisirende, sternbaldisirende Unwesen [
in Anspielung auf Wackenroder u Tieck], von welchem der bildenden K. mehr Gefahr bevorsteht als von allen Wirklichkeit fodernden Calibanen GWB48,122,12 Zusatz zMeyer,Polygnot,mBez auf Riepenhausen [
mBez auf den Abguß eines antiken Basreliefs, wohl Leda mit dem Schwan darstellend] Hier erscheint die K. vollkommen selbstständig, indem sie sich sogar unabhängig erweist von dem, was dem edlen Menschen das Höchste und Verehrungswürdigste bleibt, von der Sittlichkeit. Will sie sich aber völlig frey erklären, so muß sie ihre eigenen Gesetze entschieden aussprechen und bewähren .. Der neuere Künstler, der von der unbedingten K. meist keinen Begriff hat .. merkt nicht, daß im Reiche der K. sich alles höheren Betrachtungen unterzuordnen hat GWBB48,126,3u13u17 Beuth 22.2.31 K GWB41
2,250,22u27 Zu Aristot,Poetik GWB33,236,27 Camp GWB53,221,5 Vorschlag an Sächs Kunstverein GWB49
1,33,25 u 38,13 Neudt relig-patriotKunst [Meyer/G] GWBB46,17,16 Zelter 19.7.29
uö auch in Erörterung des Verhältnisses der Künste zueinander, insbesondere von bildender Kunst u Literatur6) Eines der vorzüglichsten Kennzeichen des Verfalles der K. ist die Vermischung der verschiedenen Arten derselben. Die Künste selbst, so wie ihre Arten, sind unter einander verwandt, sie haben eine gewisse Neigung, sich zu vereinigen, ja sich in einander zu verlieren; aber eben darin besteht die Pflicht .. des echten Künstlers, daß er das Kunstfach in welchem er arbeitet, von andern abzusondern, jede K. und Kunstart auf sich selbst zu stellen und sie auf’s möglichste zu isoliren wisse .. GWB47,22,17u19u25 PropylEinl würde die Vergleichung der Homerischen, Virgilischen und Polygnotischen Höllenfahrten .. erfreuliche Gelegenheit geben, Poesie und bildende K. als verwandt und getrennt zu beobachten und zu beurtheilen GWB48,119,25 Polygnot Von allem literarischen, ja selbst von dem höchsten was sich mit Wort und Sprache beschäftigt, von Poesie und Rhetorik, zu den bildenden Künsten überzugehen, ist .. fast unmöglich; denn es liegt eine ungeheure Kluft dazwischen, über welche uns nur ein besonders geeignetes Naturell hinüberhebt GWB46,34,12 Winckelm GriechKunst GWBN4,286,9u11u28 FlH VI Konfess dVerf GWB7,115,19u21 u 116,5u6 Div Not
uö b
in praktisch-gestalterischer Hinsicht: bezogen auf Probleme der Darstellung, Formgebung, der gesamten ästhet Organisation des Kunstwerks; auch ‘innere K.’, ‘Gesetze, das Mechanische der K.’ ua Wenn der Landschaftmahler im edelsten Sinne sich landschaftlicher Formen mit Freiheit bedient .. und alle Springfedern der K. in Bewegung setzt, um durch Ton, Farbe, Beleuchtung, Anordnung u.s.w. ein schönes Ganzes zu erzielen, so unterwirft sich hingegen der Mahler von Aussichten [
Veduten] den Bedingungen gewissenhafter Treue .. GWB48,126,28 Üb:Hackert,Landschaften [wohl G] [
mBez auf undiszipliniertes Arbeiten jüngerer Autoren] Kein Mensch will begreifen, daß die höchste und einzige Operation der Natur und K. die Gestaltung sey, und in der Gestalt die Specification, damit jedes ein besonderes bedeutendes werde, sey und bleibe GWBB20,192,11 Zelter 30.10.08 daß von jeher die bildende K. .. eins ihrer schönsten Vorrechte, im gegenwärtigen Momente den vergangenen und den künftigen und also ganz eigentlich die Bewegung auszudrücken, niemals aufgegeben habe GWB49
1, 361,15 Charon,Neugriech Diejenigen Vortheile, deren ich mich in meinem letzten Gedicht [
‘Hermann u Dorothea’] bediente, habe ich alle von der bildenden K. gelernt. Denn bey einem gleichzeitigen, sinnlich vor Augen stehenden Werke ist das überflüssige weit auffallender, als bey einem das in der Succession vor den Augen des Geistes vorbeygeht GWBB12,85,2 Schiller 8.4.97 GWB49
1,278,19 Mantegna,Triumphzug GWBT1,309, 10 v 19.10.86 GWBB7,185,2 Kayser 28.2./1.3.86 GWB49
1,191,3 Beisp symbolBehandlg
uö vielfach im Zshg der Frage nach dem geeigneten Gegenstand (‘Stoff’), besonders aber auch abhebend auf dessen Überwindung durch den Primat der Form; als anhaltend zentrales Thema im Dialog mit Schiller u Meyer [
an Schiller] Wir können einen jeden Gegenstand der Erfahrung als einen Stoff ansehen, dessen sich die K. bemächtigen kann .... es muß sich die K. [
allerdings] .. fast schon erschöpfen, um einem ungünstigen Gegenstande dasjenige zu geben, was ein günstiger schon mit sich bringt .. ich glaube daher, es wäre schon viel für die K. gethan, wenn man den Begriff der Gegenstände, die sich selbst darbieten, und anderer, die der Darstellung widerstreben, recht anschaulich und allgemein machen könnte .... so sieht man, daß nicht allein die Gegenstände der Kunst, sondern schon die Gegenstände zur Kunst eine gewisse Idealität an sich haben; denn indem sie bezüglich auf K. betrachtet werden, so werden sie durch den menschlichen Geist schon auf der Stelle verändert GWB34
1,437,17 u 438,4u20 u 439,4u5u6 ReiseSchweiz 1797~B12,449,9 u 450,4u16u27u29 Schiller 25.10.97 K Wir betrachteten .. die Natur als die Schatzkammer der Stoffe im Allgemeinen, nun gelangen wir aber an den wichtigen Punct, wo sich zeigt, wie die K. ihre Stoffe sich selbst näher zubereite. Indem der Künstler irgend einen Gegenstand der Natur ergreift, so gehört dieser schon nicht mehr der Natur an, ja man kann sagen, daß der Künstler ihn in diesem Augenblicke erschaffe, indem er ihm das Bedeutende, Charakteristische, Interessante abgewinnt, oder vielmehr erst den höhern Werth hineinlegt GWB47,17,15 Propyl Einl Nach meiner Überzeugung ist die höchste Absicht der K. menschliche Formen zu zeigen, so sinnlich bedeutend und schön als möglich ist. Von sittlichen Gegenständen soll sie nur diejenige wählen die mit dem sinnlichen innigst verbunden sind und sich durch Gestalt und Gebärde bezeichnen laßen GWBB9,109,3 Meyer 27.4.89 Wenn Menschen gegen Elemente kämpfen oder .. sich zu retten suchen, finden sich immer die günstigsten Gegenstände für bildende K .. Raphael gewann auf diesem Felde den Stoff sowohl zur Sündfluth als zum Brand des Borgo GWB48,68,17 Kunstausstellg 1803 Wenn ein Werk der bildenden K. sich wirklich vor dem Auge bewegen soll, so muß ein vorübergehender Moment gewählt sein .... Bleibt .. bei einem solchen Übergange noch die deutliche Spur vom vorhergehenden Zustande, so entsteht der herrlichste Gegenstand für die bildende K., wie bei’m Laokoon der Fall ist, wo Streben und Leiden in einem Augenblick vereinigt sind GWB47,107,6 u 110,26 ÜbLaokoon Die Würde der K. erscheint bei der Musik vielleicht am eminentesten, weil sie keinen Stoff hat, der abgerechnet werden müßte. Sie ist ganz Form und Gehalt und erhöht und veredelt alles, was sie ausdrückt GWB48,192,9 MuR GWB47,91,2u3 ÜbGegenstände bildKunst GWB48,184,8u12 MuR(59) GWB47,65,17 ZTheorie bild Künste:Material GWB49
1,82,26 Philostrat Gespr(Weitz 1,268) Boisserée 15.9.15
uö auch unmittelbar abzielend auf den didakt-erzieherischen Effekt (Pkt c) Wenn man es mit der K. von innen heraus redlich meynt, so muß man wünschen, daß sie würdige und bedeutende Gegenstände behandle: denn nach der letzten künstlerischen Vollendung tritt uns, sittlich genommen, der Gehalt immer als höchste Einheit wieder entgegen, deswegen wir W. K.
F. [
Weimarische Kunstfreunde] auch in den Propyläen, da wir noch in dem Wahn stunden, es sey auf die Menschen genetisch zu wirken, uns über die Gegenstände so treulich äußerten und unsere Preisaufgaben dahin richteten; dieß ist aber alles vergebens gewesen .. GWBB23,243,3 Zelter 15.1.13 GWB48,3,15 Preisaufg 1799 [Meyer/G]
uö c
im Hinblick auf Wirkung u Zweckbestimmung des Ästhetischen; im Rahmen des klassizistischen Kunstprogramms mit deutlich idealisierender Tendenz Die höchste Aufgabe einer jeden K. ist, durch den Schein die Täuschung einer höheren Wirklichkeit zu geben .. GWB28,65,10 DuW 11 Wenn nun von der einen Seite die K. so nahe mit roher Sinnlichkeit verwandt ist, so leitet sie auf der entgegengesetzten ihre Jünger zu den höchsten, zartesten Gefühlen GWB44,354,8 CellAnh XII [
zur Eröffnung des Berliner Theaters; die Muse:] Denn das ist der K. Bestreben | Jeden aus sich selbst zu heben, | Ihn dem Boden zu entführen; | .. Aufwärts fühlt er sich getragen! | Und in diesen höhern Sphären | .. Können Herzen freier schlagen .... Die K. versöhnt der Sitten Widerstreit, | In ihren Kreisen waltet Einigkeit GWB13
1,123u124 ProlBln 1821 Vs 187u212 Diese Wirkung hat .. die bildende K. überhaupt, daß sie uns unmittelbar in die Zustände, die Gesinnungen, Empfindungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Weltepoche versetzt, worin das Product entstanden .. GWBB43,10,17 Kronprinz FriedrWilh vPreuß 14.8.27 K Je früher der Mensch gewahr wird daß es ein Handwerk, daß es eine K. gibt, die ihm zur geregelten Steigerung seiner natürlichen Anlagen verhelfen, desto glücklicher ist er .. GWBB49,281,18 Humboldt 17.3.32 GWB48,144,26 u 146,14 Tänzerin Grab GWB47,163,8 Samml 5 GWBB22,63,7 Przin CarolLouise 15.3.11 K GWBB17,151,17 Zelter 13.7.04
uö besonders im Zshg der Preisaufgaben auch in direkter kunstpolitischer Absicht das ganze Unternehmen hat bloß den reinen Zweck der K. und dem Geschmack zu nützen, indem es die Talente in Bewegung setzt, ohne irgend eine andere Nebenabsicht GWB48,6,28 Preisaufg 1799 [Meyer/G] Alsdann wandelt die K. auf dem rechten Wege zum Ziel, wenn, indem darauf gearbeitet wird, daß ein Kunstwerk vollendet sei, zugleich sich die Aussicht öffnet, daß ein vollkommneres möglich werde. Solche .. Betrachtungen bewogen uns, jährliche Aufgaben aufzustellen und die Künstler zu deren Bearbeitung einzuladen. Hierdurch konnten wir hoffen, uns von dem Zustande der K. in unserm Vaterlande nach und nach unterrichtet zu sehen und nach unsern Kräften auf den Moment zu wirken GWB48,13,15u22 Preise 1800 In Hinsicht der Reinheit, Schönheit, des Werthes der Gedanken, der natürlichen, bündigen, anschaulichen Darstellung .. kurz, in dem, was den echten Geist der K., das Nützliche derselben ausmacht, in dem es die unendlichen Geistesfähigkeiten des Menschen bilden und veredeln hilft, darin haben sie [
die an der Preisaufgabe mitwirkenden Künstler] .. mehr gethan, als auch in den am lautesten gepriesenen Werken jener andern [
prominenteren Zeitgenossen] nachzuweisen ist .... Die Liebe zur echten K., welche so selten geworden, müßte sich nach und nach wieder vermehren .. ein neuer Tag könnte für die K. erwachen, und sie mit ihren schönen Gaben uns erfreuen GWB48,17,20 u 18,27 u 19,3 ebd
uö d
in kunsthist Perspektive, öfter mit dezidiert entwicklungsgeschichtlicher Akzentsetzung (besonders bezogen auf die Konzeption der Sammlung Boisserée) [
Abendmahlsdarstellungen bei Giotto u Leonardo] so ergibt sich aus der Vergleichung beider die deutlichste fruchtbarste Ansicht von den Fortschritten, welche die K. neuerer Zeit im Verlauf von nicht viel weniger als zwei Jahrhunderten gemacht hat .... In der Darstellung des Leonard da Vinci .. waltet die K. frei, und war schon ausgebildet genug, um das Schwerste zu unternehmen .... Anfang und Vollendung der neuern K. dürften durch andere Beispiele kaum wieder so anschaulich und hervortretend gemacht werden können GWB49
1,294,7u28 u 295,16 Üb:Giotto,LaCena [G/Meyer] Zu Anfang des sechzehnten Jahrhunderts hatte sich der Geist der bildenden K. völlig aus der Barbarei des Mittelalters emporgehoben; zu freisinnigen heiteren Wirkungen war sie gelangt GWB32,414,3 ItR Var [
Selbstanzeige zu ‘Kunst u Altertum in den Rhein- u Maingegenden’, hier mBez auf Schilderung der Sammlung Boisserée] Die Erniedrigung der Welt unter späteren Römern, das Versinken der K. muß er [
der Verf] zuerst bereden .. wie er denn auch ferner ableitet, wie in Byzanz alle K. mumienhaft geworden .... Das Dombild zu Cöln [
StLochners Triptychon auf dem Dreikönigsaltar des Kölner Doms, um 1440] tritt nun ein, byzantinische Composition beibehaltend, aber sich schon ganz für das Porträt erklärend .. Es ist 1410 gemahlt, und .. war die Achse genannt worden, worum sich die ältere niederländische K. in die neue dreht; nun betrachtet man die Eyck’schen Werke als zur Epoche der völligen Umwälzung jener K. gehörig GWB49
1,14,25u28 u 16,24u27 Anz:KuARheinMain Wenn der Kenner seine Einsicht bloß der Geschichte verdankt, wenn sie den Körper zu den Ideen hergibt, aus welchen die K. entspringt; so ist auch die Geschichte der K. für den jungen Künstler von der größten Bedeutung GWB46,11,3u4 Winckelm Vorr nur auf dem höchsten und genausten Begriff von K. kann eine Kunstgeschichte beruhen; nur wenn man das Vortrefflichste kennt, was der Mensch hervorzubringen im Stande war, kann der psychologisch-chronologische Gang dargestellt werden, den man in der K. so wie in andern Fächern nahm GWB47,27,24u28 PropylEinl GWB49
1,59,1 Zum Schluß vonKuA I 2 GWB49
1, 221,26 u 222,3u14 Bossi,LeonardoAbendmahl GWB49
2,241,1 u 242,26 LandschaftlMalerei Schema u Entw GWB41
2,382,19u21u27 Haydn,Schöpfg [Zelter/G] GWB47,55,15 Kunst uHandw
uö auch im übergreifenden kultur- od menschheitsgeschichtl Rahmen, besonders auf den relig Ursprung der Kunst abhebend, zugleich mit der Vorstellung von (periodischem) Aufstieg u Niedergang Die K. hat einen idealischen Ursprung, man kann sagen, sie sei aus und mit Religion entsprungen. In den ältesten Zeiten diente die K. jederzeit der Religion, indem sie gewisse strenge, trübe, seltsame und gewaltsame Vorstellungen ausbildete. Deßwegen fing die bildende K. nirgends vom Natürlichen an, sondern überall mit einer Art von barbarischem Sinn und Geschmack GWB48,135,21u23 u 136,1 NeueUnterhaltgn übGegenstände bildKunst Wenn die Künste aus einem einfachen Naturzustande, oder aus einer barbarischen Verderbniß nach und nach sich erheben, so bemerkt man, daß sie stufenweise einen gewissen Einklang zu erhalten bemüht sind .. Ganz unerläßlich aber ist die Einheit auf dem Gipfel der K. GWB49
2,127,6u14 Anz:Vorbilder fFabrikant uHandwerker [
mBez auf Boisserées Werk über den Kölner Dom u GMollers Fassadenaufrisse] so wird über diesen Theil der Kunstgeschichte sich eine Klarheit verbreiten .. und wir werden .. nicht mehr die Producte einer wachsenden, steigenden, den höchsten Gipfel erreichenden und sodann wieder versinkenden K. [
der gotischen Baukunst] vermischen und .. entweder unbedingt loben oder verwerfen GWB49
2,177,21 Herstellg StraßbMünster GWB53,403,20u21 Entw Aufsatz üb neuere dtKunst GWB41
1, 61,15 Shakesp u kein Ende
uö mit aktuellem Bezug, meist krit gegenüber der zeitgenöss romantischen Malerei (vgl auch unter Pkt a) Die K. überhaupt, besonders aber die deutsche, steht auf dem bedeutenden Puncte, daß sich Künstler und Liebhaber dem wahren Sinne des Alterthums mit starken Schritten genähert [
es folgt der Hinweis auf die Rekonstruktionszeichnungen der Brüder Riepenhausen zu Polygnot] GWB48,118,10 Polygnot Gegenwärtig herrscht .. eine leidenschaftliche Neigung zu dem ehrenwerthen, naiven, doch etwas rohen Geschmack in welchem die Meister des vierzehnten und funfzehnten Jahrhunderts verweilten .. Ob .. die K. auf solche Weise sich wieder erheben werde? ob ihr ein frommer Geist, neue Jugend, frisches Leben einzuhauchen sei? .. GWB49
1,23,12 Neudt relig-patriotKunst [Meyer/G] nichts ist bedenklicher als die Schwäche zur Maxime zu erheben. Leidet doch die bildende K. der Deutschen seit dreyßig Jahren an dem Hegen und Pflegen des Schwach- und Eigensinnes und des daraus hervorgehenden Dünkels .. GWBB43,157,2 Varnhagen 8.11.27 wir stehen gegen die neuere K. wie Julian gegen das Christenthum, nur daß wir ein bißchen klärer sind als wie er GWBB15,201,4 Schiller 18.3.01 GWBB19,132,22 PhORunge 2.6.06 GWB49
1,48,18 Neudt relig-patriotKunst [Meyer/G] GWB49
1,52,19u21 ebd
uö E
künstliches Gebilde, Erzeugnis (vgl auch Bed B) 1
für: Technik bzw technisches Gerät (hier ein Mikroskop) wollen wir .. der elementaren mikroskopischen Pflanzen .. gedenken, welche als Oscillarien [
durch Pendelbewegungen gekennzeichnete fädige Blaualgen] bekannt und uns durch die K. höchst vergrößert [uns mikroscopisch LA II 10B,1018 Var] dargestellt worden GWBN7,53,15 SpiralTend
bergm speziell für maschinelle Hebe- od Fördervorrichtung7); zugleich figurensprachl (in selbstbezüglicher Rede der Allegorie der Technik) iSv Fertigkeit, Geschicklichkeit (Bed C) [
Geognosie, mBez auf das in Stotternheim erstmals geförderte Steinsalz:] Tief unten fühl’ ich das ersehnte Gute .. | Bezeichnet nun den weitgevierten Schacht | Und wagt euch kühn zum Abgrund tiefster Nacht .. [
Technik:] Nur nicht so rasch und unbedacht gethan! — | Mit Hack’ und Spaten kommt ihr kühnlich an .. | Als wolltet ihr des Nachbarn Weinberg graben .. | Doch wenn dein Blick in solche Tiefen [
Korr GWB5
2,178] drang, | So nutze schnell was unsrer K. gelang GWB4,286 Die erstenErzeugn dStotternhSaline 56 2
pl für: künstliche Mittel, zu einem bestimmten Zweck eingesetzte Materialien [
bei Trient] Man fährt .. zwischen Mauern über welche die Traubengeländer sich sehen laßen, andre die nicht hoch genug sind hat man mit Steinen, Reisig und andern Künsten erhöht um das Abrupfen der Trauben .. zu wehren GWBT1, 180,7 v 11.9.86
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Künstlichkeit zu C3h
GWB
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Kunstverstand zu C3i
GWB
Kunstcharakter zu D1
GWB
Kunstfach GWB
Kunstfeld zu E1
GWB
Technik 1) vgl den materialreichen Katalog: Goethe u die Kunst, Hg SSchulze, 1994, sowie die Artikel ‘Kunst’ (BLeistner) u ‘Bildende Künste’ (EOsterkamp) in GHb34.1,634—639 bzw 116—136 2) dazu eingehende Analysen von EOsterkamp: Im Buchstabenbilde. Studien zum Verfahren Goethescher Bildbeschreibungen, 1991 3) vgl DWb5,2667—2673 (Pkt II 2), zur allmählichen Ablösung des Begriffs ‘Kunst’ durch ‘Wissenschaft’ besonders Spalte 2673 (Pkt II 2γ-δ
). Bei Goethe ist ansonsten dieser Zshg kaum noch als distinkte Bed greifbar. 4) zurückgehend auf den 1. Aphorismus des Hippokrates, meist lat zitiert: “ars longa vita brevis” (nach Seneca, ‘De brevitate vitae’). Zu Herkunft u Interpretation ausführlich HWeinrich, Knappe Zeit. Kunst u Ökonomie des befristeten Lebens, 2004,15—22; vgl auch Wander 2,1710 5) zum Verhältnis von Haupt- u Heft- bzw Untertitel s FfA I 20,676u678 6) vgl dazu besonders VLange, Literatur u bildende Kunst. Aspekte von Goethes Ästhetik. In: Ders, Bilder-Ideen-Begriffe. Goethe-Studien, 1991,46—70 u ders: Das Schöne u die Phantasie. Zu Goethes ästhet Theorie, ebd,71—82 7) vgl dazu DWb5,2683 (Pkt II 5c) Nikolaus LohseN.L.