Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
ku
235,7):
‚Klage, Beschwerde; querimonia‘.
Verbalabstraktum. S. kûmen, -unga. – kunawidku
nawidAWB f. i-St., im Abr (1,204,32 [Kb, Ra]. 38
[Kb]); 3,349,7 (12. Jh.) und vielleicht MZ
(doch s. u.):
‚(geflochtene) Fessel; catena,(vgl. mit and. Stamm-
catenula, murenula‘
bildung got. kunawida* f. jō-St.
‚Fessel‘<
urgerm. *-u̯eđō-, Ableitung zu got. ga-widan
st.v. V
‚verbinden‘[die Quantität des Wz.-
vokals im VG ist unsicher] und ae. cyne-
wiđđe f.
‚Diadem‘< urgerm. *kuni̯a-u̯eđi̯ōn-;
vgl. Casaretto 2004: 99; zum VG G. Sieg,
PBB 82 [Halle, 1960], 365–369). Der Beleg
cuonio widi in MZ ist nach Beck 2011: 73–
76 eher als Syntagma und nicht als Komp.
aufzufassen: st.akk.pl.f. cuonio des Adj.
kuoni (s. d.), das Attribut zum Akk.Pl.f. widi
ist:
‚starke Fesseln‘. S. wid. – Ahd. Wb. 5,
472; Splett, Ahd. Wb. 1, 493. 497. 1117;
Köbler, Wb. d. ahd. Spr. 686; Schützeichel7
185; Starck-Wells 351; Schützeichel, Glos-
senwortschatz 5, 375.