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Hauen

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Campe
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16 in 15 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Hauen trs, ntr

Bd. 2, Sp. 562a
Hauen, v. unregelm. unl. verg. Z. ich hieb, (zuweilen richtiger hauete), du hiebest (hiebst), er hieb; Mittelw. d. verg. Z. gehauen; Befehlw. haue. I) trs. 1) Überhaupt, schlagen, ohne auf das Werkzeug, dessen man sich dabei bedient, Rücksicht zu nehmen. Ein Kind mit der Ruthe hauen. Х Einem hinter die Ohren hauen. Besonders und gewöhnlich aber, mit der Schärfe eines schneidenden Werkzeuges schlagen und verletzen. Mit dem Messer um sich hauen. Einem mit dem Säbel ins Gesicht hauen. Mit der Sense, mit der Axt nach etwas hauen. Den Kopf vom Rumpfe hauen. Einen Zweig vom Baume hauen. Er mußte sich mit seinem Gegner hauen, d. h. auf den Hieb mit ihm kämpfen; in Gegensatz von stechen. Sich durch die Feinde hauen, mit dem Säbel oder Degen auf die Feinde hauend, sich einen Weg zwischen ihnen öffnen. I Stücke, zu Stücken hauen. Eben so sagt man im gemeinen Leben und bildlich, in die Pfanne hauen, in Stücke hauen, niederhauen, aufreiben. Bildlich sagt man auch, über die Schnur hauen, etwa wie ein Zimmermann über die von der Schnur bezeichnete Linie hauen, d. h. das gehörige Maß überschreiten. Sprichw. Es ist weder gehauen noch gestochen, es ist weder auf die eine noch auf die andere Art gehörig gemacht, es ist weder auf die eine noch auf die andere Art zu gebrauchen, es taugt nichts. Uneigentlich gebraucht man hauen für abhauen. Gras, Klee hauen, mit der Sense. So wird in vielen Gegenden auch das Getreide mit der Sense gehauen, in andern aber mit der Sichel geschnitten. Erbsen, Wicken hauen. Holz hauen, Holz fällen, Bäume umhauen. »Sie hauen im Walde einen Baum.« Jer. 10, 3. So auch für zerhauen, in Stücke hauen. Fleisch hauen, das Fleisch der geschlachteten größern Thiere in Stücke hauen. S. Fleischhauer. Holz hauen, die großen Stücke mit der Axt in kleinere zerhauen. Х Einen in die Vank hauen, uneigentlich, nach einem von den Fleischhauern entlehnten Bilde, ihn in seiner Abwesenheit verleumden, verkleinen. I weiterer Bedeutung heißt hauen auch mit andern scharfen, spitzigen Werkzeugen nach etwas hauen und zu verwunden suchen. So hauet ein Eber mit seinen Zähnen, wenn er damit schlägt oder reißt und verwundet. Ein hauendes Schwein heißt bei den Jägern besonders ein wildes Schwein von fünf Jahren, weil es dann am gefährlichsten um sich hauet. Die Katze hauet mit der Pfote nach einer Maus, einem Vogel. Auch sagt man, die Vögel hauen mit dem Schnabel, wofür aber hacken gewöhnlicher ist. Bei den Jägern hauet auch der Biber, d. h. er beißt. Ungewöhnlich wird es aber Offenb. 9, 5 von einem Skorpion für stechen gebraucht: »und ihre Qual war wie eine Qual vom Skorpion, wenn er einen Menschen hauet« 2) Hauend bearbeiten, gewinnen, besonders im Bergbaue. Erz hauen, es vermittelst des Eisens und Fäustels losmachen, gewinnen. S. Hauer. »Steine aus den Bergen hauen.« Bar. 6, 38. Gewöhnlicher sagt man Steine brechen, sprengen. Dann, mit Schlägel und Meißel bearbeiten. Steine hauen oder behauen, ihnen auf diese Art eine regelmäßige oder künstliche und zierliche Gestalt geben. S. Steinhauer. Ferner, durch Hauen hervorbringen, bewirken. »Ein Grab in einen Fels hauen.« Matth. 27, 60. Eine Grabschrift in Stein hauen. Ein Bild aus Marmel hauen, mit Hülfe des Meißels und Schlägels ein Bild aus Marmel verfertigen. I Stein, in Marmel hauen, künstliche Bildwerke auf diese Art hervorbringen, sowol in ganzer freier Gestalt, als auch halberhoben. S. Bildhauer. Feilen hauen, bei den Feilenhauern, in die zu Feilen bestimmten Eisenstücke die scharfen Furchen vermittelst andrer Werkzeuge schlagen, und sie so zu Feilen machen. So hauen auch die Schwertfeger den Grund und Verzierungen in ihre Arbeiten. 3) † I N. D. Hau d. h. Heu machen. I O. D. lautet die zweite und dritte Person in der Einzahl der gegenwärtigen Zeit du häuest, er häuet. Wer sticht und häuet mich? Opiz. Zuweilen findet man es in der unlängst vergangenen Zeit regelmäßig umgewandelt; ich hauete. — — er hauete sie. Voß. II) † ntr. mit haben, von den Schweinen, den Begattungstrieb empfinden. Davon haussen, ebenfalls von den Schweinen, sich begatten; im Hennebergischen. — Das Hauen. Die Hauung. S. d.
4144 Zeichen · 97 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Hauen

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Hauen , verb. irreg. act. Präs. ich haue, du hauest, er hauet, (nicht häuest, häuet;) Imperf. ich hieb, du hiebest oder …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    hauen

    Goethe-Wörterbuch

    hauen 1. u 3.SgPrät fast ausschließl ‘hieb’, 3.PlPrät nur ‘hieben’; einmal PartPrät ‘gehaun’ 1 schlagen, Schläge führen,…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Hauen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Hauen , s. Ernte , S. 68.

  4. modern
    Dialekt
    hauentr. v.

    Lothringisches Wb. · +6 Parallelbelege

    haue n [haùə n fast allg.; hauwən Bo. ; hoïwən Falk. Ersd. ; hawə Sbg. ; háən D. Si. — Ptc. gəhaùt, gəhau, gəhoïw, gəhá]…

  5. Sprichwörter
    Hauen

    Wander (Sprichwörter)

    Hauen 1. Bo net gehauwe ward getts a ke Spö. ( Schwalmgegend in Kurhessen. ) – Für Düren: Firmenich, I, 482, 5. Wo nicht…

  6. Spezial
    hauen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    hau|en (haut, hieb, gehauen) vb.tr. 1 (graben) ciavé (-va) 2 (meißeln) scarpelé (-lëia), intaié (-ia) 3 (Holz) stlapé (-…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit hauen

86 Bildungen · 16 Erstglied · 64 Zweitglied · 6 Ableitungen

hauen‑ als Erstglied (16 von 16)

Hauenbart

RhWB

hauen·bart

Hauen-bart Sieg-ODollend m.: der aufstehende Zapfen zum Schutze des Stieles.

Hauener

PfWB

haue·ner

 Hauener m. : ' wer mit der Haue (nicht mit dem Pflug) den Acker baut ', vgl. Hauer 1 a. a. 1581: Wan ein hausgeses ... abstirbe, es sey gl…

hauenhelm

DWB

hauen·helm

hauenhelm , m. , aus hau den helm, imperatives compositum für schwert: o het ich jetzt mein hawenhelm, ich sollt dich lehren dautzen mich, u…

Hau(en)öhr

PfWB

hauen·oehr

Hau(en)-öhr n. : 'Öhr der Hacke', Haueehʳ [ WD-Niedkch ]. Südhess. III 166 . —

hauenschild

DWB

hauen·schild

hauenschild , m. , aus hau den schild, schelte für streitsüchtige: ey schweig du wüster hauenschilt, oder ich schlag dich zu eim krüppel. H.…

hauenschlag

DWB

hauen·schlag

hauenschlag , m. , schlag mit der haue: so manche fahr, eggenzänt, stecken- und hauenschlag, so manchen viertenhalben albus ( als strafe ). …

Hau(en)schneide

PfWB

hauen·schneide

Hau(en)-schneide f. : 'Schneide der Hacke', Hauschneid [ WD-Niedkch ]; vgl. Hackenschneide , Haue 2. Südhess. III 166 .

Hauenstein

Wander

hauen·stein

Hauenstein Chum Hail Hauenstein. Als Sprichwort angeführt in O. von Hornek's Chronik, S. 683 b .

hauenstiel

DWB

hauen·stiel

hauenstiel , m. , stiel an einer haue: wenn sie eine viertelstunde an ihren hauenstielen geklappert hatten. J. Gotthelf 2, 42 ( Uli d. knech…

hauen als Zweitglied (30 von 64)

abhauen

DWB

abhauen , praecidere, weghauen. einen kopf, arm, fusz abhauen, amputare. den baum, das getraide, gras, heu abhauen, secare, und heu heiszt s…

abschauen

DWB

abschauen , deorsum spectare, herab schauen: sobald im vollsten glanze als ein gediegenes rund auf die erd abschauete Luna. Voss; meistenthe…

anhauen

DWB

anhauen , incipere caedere, forstmäszig, signare arbores plaga ( s. anhau ), das gehölz, den schlag anhauen, die bäume anhauen zur bezeichnu…

anschauen

DWB

anschauen , n. aspectus: ich war ganz in ihrem anschauen ( anblick ) versunken; raum und zeit, ich empfind es, sind blosze formen des anscha…

Arbeitschauen

DRW

arbeit·schauen

Arbeitschauen bericht der örtenmaister ... von wegen deß arbeitschauens 1575 Nürnberg/Wissell,Hdw. II 163

aufhauen

DWB

auf·hauen

aufhauen , caedendo, feriendo aperire, nnl. ophouwen: thor, thür mit der axt aufhauen; etliche hieben die thür auf, das der ganze hauf hinei…

aufschauen

DWB

auf·schauen

aufschauen , contemplari, suspicere: wenn wir nur die augen recht aufthun und unsern schaden recht aufschawen und beherzigen wolten. V. Diet…

aufthauen

DWB

auf·thauen

aufthauen , in doppeltem sinn, 1 1) intransitiv regelari, liquefieri, nnl. opdooijen, ( vgl. aufleunen): das eis, der schnee thaut auf; es t…

aushauen

DWB

aus·hauen

aushauen , excidere, exscindere, in vielfachem sinn. 1 1) virgis caedere, fustigare, verberare, flagellare, mit ruthen streichen, wofür die …

ausschauen

DWB

aus·schauen

ausschauen , prospicere, aussehen, ausblicken: mit starrendem blicke schauet er in die finsternis aus. Klopstock Mess. 4, 1208 ; mein hin ge…

behauen

DWB

behauen , dolare, concidere, 1 1) holz, steine behauen, zurichten: altar von ganzen steinen, die mit keinem eisen behawen waren. Jos. 8, 31 …

beschauen

DWB

beschauen , inspicere, visere, besehen, besichtigen, ahd. piscawôn, biscouwôn, mhd. beschouwen, nnl. beschouwen. anschauen ist innerlicher: …

bethauen

DWB

bet·hauen

bethauen , irrorari, irrorare, humectare, mhd. betouwen. 1 1) intransitiv, mhd. wie mac in den ouwen iemer bluot betouwen. MSH. 2, 317 b ; h…

Brautschauen

Adelung

braut·schauen

Das Brautschauen , des -s, plur. inus. in einigen Gegenden, z. B. in Meißen, auf dem Lande, die feyerliche Besichtigung, welche die Eltern o…

Dreinschauen

Wander

drein·schauen

Dreinschauen 1. Der schaugt drein wiera Feld voll Unglück. ( Innsbruck. ) – Frommann, VI, 37, 81. 2. Der schaut drein wie a Eierhändler, wen…

durchhauen

DWB

durch·hauen

durchhauen , zerspalten, zerreiszen, zertheilen, entzwei schneiden, discindere, dissecare Maaler 94 b . Henisch 773 , mhd. durchhouwen Ben. …

durchschauen

DWB

durch·schauen

durchschauen , perspicere, transpicere, ahd. duruhscauwôn Graff 6, 555 , mhd. durchschouwen. 1 1. untrennbar. 1@a a. völlig, im einzelnen, b…

durchthauen

DWB

durch·thauen

durchthauen , 1 1. das gefrorene völlig durch wärme auflösen, flüssig machen, wie das transitive aufthauen. unpersönlich, es hat noch nicht …

einhauen

DWB

ein·hauen

einhauen , incidere, schw. inhugga, dän. indhugge: 1 1) ein zeichen in einen baum, ein bild in einen fels einhauen; buchstaben, runen einbau…

gehauen

DWB

gehauen , part. zu hauen, in der wendung gehauen oder gestochen u. ä. ( s. u. hauen 8): niemand weisz zu erkennen, wie man spricht, wo kopf …

Herausschauen

Wander

heraus·schauen

Herausschauen Da schaut etwas (oder nichts) heraus. ( Steiermark. ) Dabei ist etwas (nichts) zu gewinnen.

herschauen

DWB

her·schauen

herschauen , verb. : horet ir tauben, und schawet her, ir blinden, das ir sehet. Jes. 42, 18 ; doch nicht konnt herschauen die königin, noch…

Herunterhauen

Wander

herunter·hauen

Herunterhauen Ich haue dir eins runter, dass dir zehn Tage vom Teufel träumt. ( Breslau. )

Hineinhauen

Wander

hinein·hauen

Hineinhauen 1. Dem will ich eine hineinhauen, dass er die Engel singen hört. ( Oberösterreich. ) 2. Hau di rön ön Sanssouci, kröggst ver e F…

Hineinschauen

Wander

hinein·schauen

Hineinschauen Was 'nei schaut, schaut 'raus. ( Franken. ) Der Ertrag entspricht der aufgewandten Mühe.

hinhauen

DWB

hin·hauen

hinhauen , verb. 1 1) eum locum caedendo petere. Stieler 790 ; mit dem schwerte nach einem hinhauen. 2 2) nach hauen 13 sp. 580, hineilen, f…

hinschauen

DWB

hin·schauen

hinschauen , verb. : man schaute von westen nach osten an dem felslager hin, auf welchem die lückenhaften stadtmauern .. zu sehen waren. Göt…

Hintenumschauen

Wander

hintenum·schauen

Hintenumschauen Er hat sie hintumi schaun lassen. ( Rott-Thal bei Passau. ) Er hat ihr die Ehe in Aussicht gestellt und sie nicht geheirathe…

Holzhauen

Wander

holz·hauen

Holzhauen 1. Wär Holzhauen ein Orden, man würde wenig Brüder darin finden. – Winckler, IV, 17; Körte, 2945. 2. Wer holtzhawen vnd dreschen e…

Ableitungen von hauen (6 von 6)

behauen

DWB

behauen , dolare, concidere, 1 1) holz, steine behauen, zurichten: altar von ganzen steinen, die mit keinem eisen behawen waren. Jos. 8, 31 …

enthauen

DWB

enthauen , abscindere, avellere, loshauen, weghauen, mhd. enthouwen ( wb. 1, 721 b ): enthieb er das haupt. Voss.

erhauen

DWB

erhauen , praet. erhaute, part. erhaut, im sinne des vorigen, es läszt aber manchen der dort angeführten inf. nicht ansehen, ob ihr praet. e…

gehauen

DWB

gehauen , part. zu hauen, in der wendung gehauen oder gestochen u. ä. ( s. u. hauen 8): niemand weisz zu erkennen, wie man spricht, wo kopf …

verhauen

DWB

verhauen , verb. durch hauen beseitigen, beschädigen, mhd. verhouwen, ahd. farhauwan ( aus den formen er firhouuit, forheo, firhouuan erschl…

zerhauen

DWB

zerhauen , verb. , entzwei, in stücke hauen; mhd. ze(r)houwen, mnd. tohouwen, mnld. tehouwen; zur flexion vgl. die angaben th. 4, 2, 1, 574,…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „hauen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/hauen/campe
MLA
Cotta, Marcel. „hauen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/hauen/campe. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „hauen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/hauen/campe.
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