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Ebbe

mhd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
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25 in 22 Wb.
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Ebbe

Bd. 2, Sp. 482
Ebbe und Fluth, Gezeiten, das periodische Steigen und Fallen des Meeres, wobei in 24 Stunden das Wasser 2mal am höchsten und 2mal am niedrigsten steht, den Strand abwechselnd überschwemmt und wieder trocken legt. Beim höchsten Stande (hohe Fluth, Hochwasser) verharrt es einige Minuten, beginnt dann zu fallen (zu ebben), erst langsam, aber mit wachsender Geschwindigkeit, die nach 3 Stunden ihr Maximum erreicht, dann wieder allmälig langsamer, bis es nach 61/4 Stunden den niedrigsten Stand erreicht hat (tiefe E.), Niedrigwasser. So verharrt es wieder einige Minuten, um dann durch 61/4 Stunden auf die gleiche Weise wieder zu steigen (zu fluthen), wie es gefallen ist. Die Zeit von einer hohen Fluth zur andern beträgt 12 St. 25 Min., 2 solche Perioden somit 24 St. 50 M., so daß E. und F. jeden folgenden Tag um 50 Min. später eintreten, und erst nach 14 Tagen wieder auf dieselben Tagesstunden treffen. Der Unterschied zwischen dem höchsten u. tiefsten Stand bleibt sich auch an dem gleichen Orte nicht gleich, sondern zeigt periodische Veränderungen: zur Zeit des Neu- u. Vollmondes nämlich ist derselbe am stärksten, die Fluth dann am höchsten, Springfluth, zur Zeit der beiden Viertel am schwächsten, die Fluth am wenigsten hoch, Nippfluth. Ferner sind zur Zeit der Tag- und Nachtgleiche die Springfluthen viel stärker, die Nippfluthen schwächer als sonst, zur Zeit der Sonnenwende dagegen die Springfluthen schwächer, die Nippfluthen stärker als zu andern Zeiten. Noch auffallender aber zeigt sich der genannte Unterschied nach der Verschiedenheit der Orte. Binnenmeere zeigen entweder gar keine Gezeiten oder nur sehr geringe; so hat die Ostsee und das schwarze Meer keine, das mittelländ. Meer nur sehr schwache. Im stillen u. atlantischen Ocean beträgt der Unterschied 1—3', an den Küsten der Continente in der heißen Zone ungefähr 6', in der gemäßigten bis 20'. Ferner haben die östl. Küsten der Continente viel stärkere Fluthen als die westl. Ausgezeichnet durch hohe Fluthen sind die Süd- und Westküste von England, die Ostküste von Patagonien und die Foundy-Bai bei Nova Scotia. — Der Grund der Erscheinung von E. und F. liegt in der Anziehung des Mondes und der Sonne, hauptsächlich des erstern, und zwar zunächst in dem Unterschiede der Kraft, womit diese Anziehung auf die Oberfläche und auf den Mittelpunkt der Erde wirkt. Man denke sich die Erde ganz von einer Wasserhülle umgeben. Derjenige Punkt der Oberfläche, welcher zunächst unter dem Monde liegt, diesen also im Zenith hat, wird stärker von ihm angezogen, als der entferntere Erdmittelpunkt, dieser aber wieder stärker, als der vom Monde noch entferntere, dem ersten Punkte gerade entgegengesetzte Antipodenpunkt, der also den Mond im Nadir hat. An dem ersten Punkte wird nun das leicht bewegliche u. stärker angezogene Wasser dem schwächer angezogenen Erdmittelpunkte gleichsam voraneilen, sich von ihm entfernen, d.h. sich erheben, und das Wasser von den Seiten diesem zuströmen, an dem Antipodenpunkte aber wird das Wasser gegen die stärker angezogene Erdmitte zurückbleiben, somit gleichfalls sich erheben. Dieses findet aber nicht bloß bei den beiden genannten Punkten statt, sondern überhaupt bei denjenigen Punkten, welche zu gleicher Zeit den Mond im Meridian haben, nur mit um so stärkerem Erfolg, je näher der Mond dem Zenith oder Nadir des Ortes steht. Der Erfolg im Ganzen wird endlich der sein, daß das Wasser demjenigen Meridian, in welchem der Mond sich gerade befindet, zuströmt, und in der ganzen Ausdehnung desselben, auf der dem Monde zugekehrten wie abgekehrten Hälfte, am stärksten anschwillt (Fluth), während es zu gleicher Zeit in dem 90 Grad davon abstehenden Meridian am niedrigsten steht (Ebbe). An jedem Orte tritt somit die Fluth ein zur Zeit der Culmination des Mondes, sowohl der obern als der untern, folglich 2mal in 24 St., und da in Folge der Axendrehung der Erde der Mond von Meridian zu Meridian fortrückt, so folgt die Fluthwelle in gleicher Weise und umkreist die Erde von Osten nach Westen. Die Beobachtung zeigt indessen, daß die Fluth nie genau mit der Culmination des Mondes zusammenfällt, sondern erst 2—3 St. später eintritt; der Grund hievon liegt theils darin, daß das Wasser vermöge der Trägheit der Materie und der Reibung der Wassertheile der anziehenden Wirkung nicht augenblicklich zu folgen vermag, theils in zwischenlaufenden Störungen, wie durch Küsten etc. — Auch die obige Darstellung einer gleichmäßigen Vertheilung von F. und E. nach den Meridianen stimmt mit der Beobachtung nicht überein. Da nämlich die Oberfläche der Erde nicht gänzlich von Wasser bedeckt ist, so wird die gleichmäßige Fortbewegung der Gezeiten durch die Küsten der Continente gestört, u. die Linien gleichzeitiger Fluthen (Isorrhachien) weichen nach der Erfahrung gänzlich von den Meridianen ab, ähnlich den magnetischen Linien. — Wie bemerkt wirkt auch die Sonne in ganz ähnlicher Weise auf das Meer, nur 21/2mal schwächer als der Mond, indem bei der viel größern Entfernung derselben der Unterschied ihrer Anziehung auf Oberfläche und Mittelpunkt der Erde geringer ist. Da beide Gestirne in den verschiedensten Stellungen zu einander vorkommen, so werden die Gezeiten des Mondes u. der Sonne einander auf die verschiedenste Weise modificiren; stehen beide Gestirne auf derselben Linie zur Erde, wie im Neu- und Vollmond, so treffen die gleichen Wirkungen derselben, Mondfluth und Sonnenfluth, zusammen, und die Gezeiten sind am stärksten; stehen sie hingegen 90 Grad von einander entfernt, wie zur Zeit der Mondsviertel, so treffen ihre ungleichen Wirkungen zusammen, Mondfluth und Sonnenebbe, oder Sonnenfluth und Mondebbe, und ihre Wirkungen schwächen sich. Auch diese Spring- und Nippfluthen fallen nicht genau auf die genannten Mondsperioden, sondern folgen ungefähr 2 Tage später.
5807 Zeichen · 48 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ËBBEf. m.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    ËBBE f. ? m. ? ebbe. s. Gr. 3,384. Graff 1,74.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ebbeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ebbe , F. nhd. Ebbe Vw.: s. achter-, vȫr- Hw.: vgl. mhd. ebbunge E.: s. as. ebbiunga* 1, st. F. (ō), Ebbe; s. germ. *abj…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Êbbe

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Êbbe , plur. inus. der Abfluß des Meerwassers nach der Fluth. Ebbe und Fluth, das periodische Steigen und Fallen des…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ebbe

    Goethe-Wörterbuch

    Ebbe auch apokopiert, einmal Pl a Eintritt od Zustand des Niedrigwassers im Gezeitenwechsel der Meere, nur in gedankl Zs…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ebbe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Ebbe und Fluth , Gezeiten, das periodische Steigen und Fallen des Meeres, wobei in 24 Stunden das Wasser 2mal am höchste…

  6. modern
    Dialekt
    ebbe

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    ebbe [èbè fast allg. ] 1. bejahende Partikel: das versteht sich, das glaub' ich! Gescht de bit? Ebbe! Mü. — 2. Interj. n…

  7. Sprichwörter
    Ebbe

    Wander (Sprichwörter)

    Ebbe 1. Auf Ebbe folgt Flut. Holl. : Na de ebbe komt de vloed en de vrienden met het goed. ( Harrebomée, I, 169; Bohn I,…

  8. Spezial
    Ebbe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Eb|be f. (-,-n) 1 mer bas m. , reflus (-sc) m. 2 ‹umor› (Geldmangel) meseria de scioldi f. , ‹umor› bursa flacra f. ▬ Eb…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ebbe

49 Bildungen · 29 Erstglied · 20 Zweitglied · 0 Ableitungen

ebbe‑ als Erstglied (29 von 29)

ebbeanker

DWB2

ebbe·anker

ebbeanker m. anker, der das schiff zur zeit des ablaufenden wassers hält: 1757 Eggers kriegs-lex. 1,66.

ebbedische

MNWB

ebbedische , ebdesche , eb(be)disse , f. , Äbtissin .

ebbedīe

KöblerMnd

ebbedīe , F. nhd. Abtei, Herrschaftsgebiet oder Landgebiet eines Abtes, Würde eines Abtes, Stellung eines Abtes Hw.: s. abbedīe; vgl. mhd. a…

ebbeflut

DWB2

ebbe·flut

ebbeflut f. : . 1663 Caron/Sch., Jappan 102. ⟨1682⟩ ebenfluth Ammersbach churbrand chr. ( 1684 ) 20.

ebbenen

WWB

ebbe·nen

ebbenen V. [verstr. südl.] 1. eine Reizung, Entzündung (der Haut) hervorrufen. — Ra.: De Kęrke ewwenet Warnung an einen Kranken, der einen G…

ebbenflut

DWB

ebben·flut

ebbenflut , f. aestus recedens: die eppenflut im weiten meer hin ab leuft und kömpt wider her. Lobwasser Joh. enthauptung D 7 .

ebbenig

WWB

ebbenig Adj. [verbr. SWestf] 1.1. (leicht) entzündlich, empfindlich (von Haut). Ewwenech Fell empfindliche Haut ( Bri Ah ). — 1.2. entzündet…

ebbesemeh

LothWB

ebbes·e·meh

ebbe-se-meh [èbəsəmé Fo. ; –mêr Grt.; èwətsəmêr Sgd. Lix. ; éwətsəmèr Hom. Ri. ; eïnsəmèr Av. ] adv. dann auch noch, im nämlichen, vollends,…

ebbesk

WWB

ebbesk Adj. [südl. OWestf Bri] 1.1. entzündet, gereizt, wund, schlecht heilend, zum Eitern neigend. Äine äweske Klogge (Klaue) ( Bri Om ). —…

ebbestrōm

KöblerMnd

ebbe·strōm

ebbestrōm , M. nhd. Ebbestrom, Ablauf des Wassers E.: s. ebbe, strōm (1) W.: s. nhd. Ebbestrom, M., Ebbestrom, Ebbeflut, DW 3, 6 L.: MndHwb …

ebbesēr

KöblerMnd

ebbe·sēr

ebbesēr , N.? nhd. geringwertiges Pelzwerk Hw.: s. abesēr E.: Herkunft ungeklärt? L.: MndHwb 1, 507 (ebbesēr)

ebbete

KöblerAfries

ebbete , st. M. (a) Vw.: s. abba

ebbetissinne

KöblerMhd

ebbetissinne , st. F. Vw.: s. eptissin

Ebbetore

Meyers

ebbe·tore

Ebbetore , die innern Tore einer Schleuse in Seehäfen mit Ebbe und Flut, werden durch den Druck der Ebbe, der von innen aus dem Hafen her wi…

ebbetür

DWB2

ebbe·tuer

ebbetür f. tor eines siels zur regulierung des binnenwasserstands: 1719 Heckel wasserfluthen 22. 1959 Teut hadeler wb. 1,479.

ebbetīt

KöblerMnd

ebbetīt , F. nhd. Ebbezeit E.: s. ebbe, tīt W.: s. nhd. Ebbezeit, F., Ebbezeit, DW 3, 6? L.: MndHwb 1, 507 (ebbetīt)

Ebbe und Flut

Meyers

Ebbe und Flut ( Gezeiten ), das Steigen und Fallen der Wasserfläche, das von der Anziehung des Mondes und der Sonne herrührt. (Das Wort Ebbe…

ebbe als Zweitglied (20 von 20)

¹flebbe

MNWB

1 flebbe , f. , Mund, Maul, sîne flebben hōlden das Maul halten. S. noch flabbe.

gestübbe

MNWB

gestübbe , stübbe , ° gestüppe , n. , Staub.

kübbe

MNWB

kübbe , kübbelse , kübbinge , f. , kobbe (Inv. nichtstaatl. Arch. III 2, 108), m. , Anbau , Ausbau unter dem über die Ständer hinwegreichend…

quebbe

DWB

quebbe , f. , nd. ein mooriger, mit wasser gesättigter boden, der unter den fusztritten erzittert (quabbelt) und sich einbiegt Dähnert 368 a…

rübbe

MNWB

ribbe , rübbe , rebbe , rippe , n. , m. ( Gen. Sg. -s ; Pl. -n ) ; f. ( Pl. -n ): 1. einer der gebogenen Knochen die ausgehend von der Wirbe…

snebbe

MNWB

snebbe s. sneppe.

spinnewebbe

MNWB

spinne·webbe

spinnewebbe , -(ge)wobbe , * -wēbe , spen(ne)- , n. , Spinnweb, Spinnennetz; als Vergleich für etw. (recht, gesette, gôde sēde) das leicht z…

stânt(webbe)

MNWB

stant·webbe

stânt(webbe) „stamen” (so für -welbe ? Cheltenh. Gl. 3, 718). Vgl. stân B 1, 1 stânde 3.

Stebbe

Wander

Stebbe Wer bei dem Stebben im Fahren behangen bleibt, der muss ihn umhauen. – Fischbier, 4224. Das soll bedeuten, wer ein Unglück hat, der m…

stübbe

DWB

stübbe , f. , s. stübe , n. und stüppe, f. u. n.

stāntwebbe

KöblerMnd

stāntwebbe , N. nhd. Grundfaden beim Weben ÜG.: lat. stamen Q.: Cheltenh. Gl. 3 718 (13. Jh.) E.: s. stānt, webbe L.: MndHwb 3, 426 (stântwe…

swebbe

MNWB

° swebbe , schwebbe , m. : Schwätzer, desülve velscher unde s.n konde nicht hōlden sîne flebben (Liliencron Volkslieder 2, 229 = Osnabr. Gqu…

vȫrebbe

KöblerMnd

vȫrebbe , F. nhd. „Vorebbe“, Zeit der angelaufenen Ebbe, erster Abschnitt der Ebbe, Anfangszeit der Ebbe E.: s. vȫr (1), ebbe W.: s. nhd. Vo…