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ebbe

mhd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
25 in 22 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ebbe f.

Bd. 3, Sp. 5
ebbe, f. recessus maris, gegensatz der flut, kommt goth. ahd. selbst mhd. nicht vor und, was mehr auffällt, ist auch den altn. denkmälern unbekannt, die dafür fiara (eigentlich littus, trockner strand) gebrauchen. ags. aber gilt das m. se ebba, gen. þäs ebban (gramm. 3, 384); fries. gleichfalls ebba, im ganzen sg. unverändert; nnl. eb gen. ebbe f., kein mnl. beispiel stiesz mir auf;n. ebbe, schwed. ebb. das wort scheint von Sachsen und Friesen ausgegangen sich weiter verbreitet zu haben. ahd. dürfte man ëppo oder ëppâ, goth. ibja, ibjô vermuten. wurzelhaft musz es mit eben planus, wie aequor, mare placidum, mit aequus nah verwandt sein. ags. ëbba steht zwar von ëfen ab, doch reicht auch häbban, goth. haban an heafan, goth. hafjan, da die begriffe des habens und hebens sich berühren, ebba aus ebia, häbban aus häbian hervorgieng. auszer ebba begegnet ags. nepflôd, engl. neap, aestus maris languidior. für eine so groszartige naturerscheinung ziemt es sich namen fremder sprachen anzugeben: lapp. fierva, deutlich altn. fiara; finn. vuoksi gegenüber luode flut; est. möön gegenüber tous flut; ir. traigh, trachant, gal. traghadh; welsch trai, armor. treach scheint wieder strand, von dem das meer gewichen ist; gr. ἀνάῤῥοια, ἄμπωτις gegenüber πλημμυρίς oder ῥαχία, ῥηχίη flut; mlat. malina gegenüber ledo oder liduna (Ducange 4, 58. 59), obgleich einige die bedeutung umkehren und liduna für die kleine, malina für die grosze brandung nehmen, ledo mahnt ans finn. luode; lett. behgums ablauf, paisums flut; russ. otliv'' ebbe, priliv'' flut = abgusz und zugusz; poln. odléw und przypływ; böhm. odtok und přitok = recessus und accessus. das goth. garunjô πλημμύρα Luc. 6, 48 ist zuströmung, flut, aber nicht gerade vom meer gesagt. Ebbe und flut werden häufig, wie abströmen und zuströmen auf andere gegenstände angewandt: das fräulein schien ihn drum noch mehr zu lieben, wenn eben ebb in ihrem blute war. Gökingk 2, 179; ebb und flut der atmosphäre denk sichs jeder wie er kann. Göthe 4, 387; nach kurzen ebben überflutete die menge von zeit zu zeit das haus. 17, 249; abschied von der ebbe und windstille des lebens, von der kindlichen jugend. J. Paul Tit. 2, 100; was bebt meine seele plötzlich in die ebbe des gesangs zurück. F. L. Stolberg 1, 130; denn ist es ebb im schatz, wie öfters ist, so zieht ihr eure schleusen auf: schieszt vor. Lessing 2, 209; die hohe flut des reichthums ist zerflossen und tiefe ebbe ist in deinem schatz. Schiller 453a; weil seine finanzen sich damals in der niedrigsten ebbe befanden. Wieland 6, 181; bei ihm ist immer ebbe im beutel.
2599 Zeichen · 63 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ËBBEf. m.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    ËBBE f. ? m. ? ebbe. s. Gr. 3,384. Graff 1,74.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ebbeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ebbe , F. nhd. Ebbe Vw.: s. achter-, vȫr- Hw.: vgl. mhd. ebbunge E.: s. as. ebbiunga* 1, st. F. (ō), Ebbe; s. germ. *abj…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Êbbe

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Die Êbbe , plur. inus. der Abfluß des Meerwassers nach der Fluth. Ebbe und Fluth, das periodische Steigen und Fallen des…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ebbe

    Goethe-Wörterbuch

    Ebbe auch apokopiert, einmal Pl a Eintritt od Zustand des Niedrigwassers im Gezeitenwechsel der Meere, nur in gedankl Zs…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ebbe

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Ebbe und Fluth , Gezeiten, das periodische Steigen und Fallen des Meeres, wobei in 24 Stunden das Wasser 2mal am höchste…

  6. modern
    Dialekt
    ebbe

    Lothringisches Wb. · +5 Parallelbelege

    ebbe [èbè fast allg. ] 1. bejahende Partikel: das versteht sich, das glaub' ich! Gescht de bit? Ebbe! Mü. — 2. Interj. n…

  7. Sprichwörter
    Ebbe

    Wander (Sprichwörter)

    Ebbe 1. Auf Ebbe folgt Flut. Holl. : Na de ebbe komt de vloed en de vrienden met het goed. ( Harrebomée, I, 169; Bohn I,…

  8. Spezial
    Ebbe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Eb|be f. (-,-n) 1 mer bas m. , reflus (-sc) m. 2 ‹umor› (Geldmangel) meseria de scioldi f. , ‹umor› bursa flacra f. ▬ Eb…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ebbe

49 Bildungen · 29 Erstglied · 20 Zweitglied · 0 Ableitungen

ebbe‑ als Erstglied (29 von 29)

ebbeanker

DWB2

ebbe·anker

ebbeanker m. anker, der das schiff zur zeit des ablaufenden wassers hält: 1757 Eggers kriegs-lex. 1,66.

ebbedische

MNWB

ebbedische , ebdesche , eb(be)disse , f. , Äbtissin .

ebbedīe

KöblerMnd

ebbedīe , F. nhd. Abtei, Herrschaftsgebiet oder Landgebiet eines Abtes, Würde eines Abtes, Stellung eines Abtes Hw.: s. abbedīe; vgl. mhd. a…

ebbeflut

DWB2

ebbe·flut

ebbeflut f. : . 1663 Caron/Sch., Jappan 102. ⟨1682⟩ ebenfluth Ammersbach churbrand chr. ( 1684 ) 20.

ebbenen

WWB

ebbe·nen

ebbenen V. [verstr. südl.] 1. eine Reizung, Entzündung (der Haut) hervorrufen. — Ra.: De Kęrke ewwenet Warnung an einen Kranken, der einen G…

ebbenflut

DWB

ebben·flut

ebbenflut , f. aestus recedens: die eppenflut im weiten meer hin ab leuft und kömpt wider her. Lobwasser Joh. enthauptung D 7 .

ebbenig

WWB

ebbenig Adj. [verbr. SWestf] 1.1. (leicht) entzündlich, empfindlich (von Haut). Ewwenech Fell empfindliche Haut ( Bri Ah ). — 1.2. entzündet…

ebbesemeh

LothWB

ebbes·e·meh

ebbe-se-meh [èbəsəmé Fo. ; –mêr Grt.; èwətsəmêr Sgd. Lix. ; éwətsəmèr Hom. Ri. ; eïnsəmèr Av. ] adv. dann auch noch, im nämlichen, vollends,…

ebbesk

WWB

ebbesk Adj. [südl. OWestf Bri] 1.1. entzündet, gereizt, wund, schlecht heilend, zum Eitern neigend. Äine äweske Klogge (Klaue) ( Bri Om ). —…

ebbestrōm

KöblerMnd

ebbe·strōm

ebbestrōm , M. nhd. Ebbestrom, Ablauf des Wassers E.: s. ebbe, strōm (1) W.: s. nhd. Ebbestrom, M., Ebbestrom, Ebbeflut, DW 3, 6 L.: MndHwb …

ebbesēr

KöblerMnd

ebbe·sēr

ebbesēr , N.? nhd. geringwertiges Pelzwerk Hw.: s. abesēr E.: Herkunft ungeklärt? L.: MndHwb 1, 507 (ebbesēr)

ebbete

KöblerAfries

ebbete , st. M. (a) Vw.: s. abba

ebbetissinne

KöblerMhd

ebbetissinne , st. F. Vw.: s. eptissin

Ebbetore

Meyers

ebbe·tore

Ebbetore , die innern Tore einer Schleuse in Seehäfen mit Ebbe und Flut, werden durch den Druck der Ebbe, der von innen aus dem Hafen her wi…

ebbetür

DWB2

ebbe·tuer

ebbetür f. tor eines siels zur regulierung des binnenwasserstands: 1719 Heckel wasserfluthen 22. 1959 Teut hadeler wb. 1,479.

ebbetīt

KöblerMnd

ebbetīt , F. nhd. Ebbezeit E.: s. ebbe, tīt W.: s. nhd. Ebbezeit, F., Ebbezeit, DW 3, 6? L.: MndHwb 1, 507 (ebbetīt)

Ebbe und Flut

Meyers

Ebbe und Flut ( Gezeiten ), das Steigen und Fallen der Wasserfläche, das von der Anziehung des Mondes und der Sonne herrührt. (Das Wort Ebbe…

ebbe als Zweitglied (20 von 20)

¹flebbe

MNWB

1 flebbe , f. , Mund, Maul, sîne flebben hōlden das Maul halten. S. noch flabbe.

gestübbe

MNWB

gestübbe , stübbe , ° gestüppe , n. , Staub.

kübbe

MNWB

kübbe , kübbelse , kübbinge , f. , kobbe (Inv. nichtstaatl. Arch. III 2, 108), m. , Anbau , Ausbau unter dem über die Ständer hinwegreichend…

quebbe

DWB

quebbe , f. , nd. ein mooriger, mit wasser gesättigter boden, der unter den fusztritten erzittert (quabbelt) und sich einbiegt Dähnert 368 a…

rübbe

MNWB

ribbe , rübbe , rebbe , rippe , n. , m. ( Gen. Sg. -s ; Pl. -n ) ; f. ( Pl. -n ): 1. einer der gebogenen Knochen die ausgehend von der Wirbe…

snebbe

MNWB

snebbe s. sneppe.

spinnewebbe

MNWB

spinne·webbe

spinnewebbe , -(ge)wobbe , * -wēbe , spen(ne)- , n. , Spinnweb, Spinnennetz; als Vergleich für etw. (recht, gesette, gôde sēde) das leicht z…

stânt(webbe)

MNWB

stant·webbe

stânt(webbe) „stamen” (so für -welbe ? Cheltenh. Gl. 3, 718). Vgl. stân B 1, 1 stânde 3.

Stebbe

Wander

Stebbe Wer bei dem Stebben im Fahren behangen bleibt, der muss ihn umhauen. – Fischbier, 4224. Das soll bedeuten, wer ein Unglück hat, der m…

stübbe

DWB

stübbe , f. , s. stübe , n. und stüppe, f. u. n.

stāntwebbe

KöblerMnd

stāntwebbe , N. nhd. Grundfaden beim Weben ÜG.: lat. stamen Q.: Cheltenh. Gl. 3 718 (13. Jh.) E.: s. stānt, webbe L.: MndHwb 3, 426 (stântwe…

swebbe

MNWB

° swebbe , schwebbe , m. : Schwätzer, desülve velscher unde s.n konde nicht hōlden sîne flebben (Liliencron Volkslieder 2, 229 = Osnabr. Gqu…

vȫrebbe

KöblerMnd

vȫrebbe , F. nhd. „Vorebbe“, Zeit der angelaufenen Ebbe, erster Abschnitt der Ebbe, Anfangszeit der Ebbe E.: s. vȫr (1), ebbe W.: s. nhd. Vo…