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tunne

ae. bis Dial. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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21 in 12 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

tunne f.

Bd. 22, Sp. 1807
tunne, f., welle, sturzsee. ein vom 14.-16. jh. vorwiegend im oberdt. vorkommendes wort, das dorthin aus dem norddeutschen sprachgebiet vorgedrungen ist, s. v. Bahder wortwahl 99. im mnd. nicht belegt, doch vgl. duyninghe, deyninghe fluctus decumanus Kilian (1605) G 3a; diinang die wallende, ohne wellenschlag stattfindende bewegung der see Johansen nordfries. 6; dining dehnung, schwellung, grosze breite und hohe woge Doornkaat-Koolman ostfries. 1, 299; nhd. dünung 'wellengang ohne wind' sprach-Brockhaus (1935) 130. das wort gehört zu mnd. dunen, donen schwellen, strotzen Schiller-Lübben 1, 596; nd. dunen 'aufschwellen', auch 'das heben und niederfallen der wellen' brem.-niedersächs. wb. 1, 272; duynen (fries.) tumere, tumescere Kilian (1605) G 3a; tün anschwellen Mungard Sölring spraak 232; hierher auch das im nd. und md. verbreitete adjektiv dūn(e) aufgeschwollen, straff, betrunken, s. Schiller-Lübben 1, 596. das wort führt auf eine idg. wurzel *tu- 'schwellen' mit n-suffix; das anklingende air. bret. tonn 'welle' ist morphologisch mehrdeutig, s. Walde-Pokorny 1, 708. im anlaut herrscht t vor; formen mit d verzeichnen Diefenbach gl. 332a (md.); Schmidt elsäss. 70a; Kluge seemannsspr. 798. die schreibung th- findet sich in den glossen zu Vincenz v. Beauvais bei Mone anz. 8, 104; Rieter reisen (1479) 41 lit. ver.; W. Lazius königreich Ungarn (1556) B 3b; font. rer. Austr. 1, 380; vgl. auch die belege bei Kluge a. a. o. die qualität des stammvokals schwankt zwischen nicht umgelauteten und umgelauteten formen; eine entrundete form mit i als stammvokal bei Pinicianus prompt. (Augsburg 1516) B 2c; dümen fluctibus bei Schmeller 1, 605 (cgm. 690) und tüm, tum bei Diefenbach-Wülcker 375 (voc. d. 15. jhs., obd.) stehen vereinzelt. das wort bezeichnet insbesondere die hohe welle, woge, sturzsee bei starkem seegang, die für schiff und schiffsmannschaft gefährlich und bedrohend ist: tunne (obd. 15. jh.), dunne (md. 15. jh.) linnia Diefenbach gl. 332a; tun fluctus (md. 15. jh.) ebda 240c; tünn procella, fluctus voc. rerum (1433) bei Mone anz. 8, 249; thünn procella, fluctus (15. jh.) ebda 104; tunen im waszer procella, tunen schlagen oder laufen procellare voc. incip. teut. ante lat. (um 1485) gg 6a; wällen, tinnen fluctus, aqua mota in unum collecta quae unda dici solet Pinicianus prompt. (1516) B 2c; tünnen und wellen des meers Roth teutsch. dict. (1571) G 5a: do wir chamen zu der chullfen zu Satellia, mitten in den zwaihundert meil von dem sucht unns got haim, wann der selb chulfus macht sollich guss und tunnen sleg ainen ganntzen tag und ein nacht, das wir uber hundert malen scheffbruchung besorgten (1346) Jacob v. Bern in: pilgerreisen 49 Röhricht; also treibet mich der wint, ich swimme dahin durch des wilden meres flut, die tunnen haben uberhant genumen, mein anker haftet nindert ackermann aus Böhmen 3 Hübner; ut navicula operitur fluctibus das das schifflein bedeckt ward mit den tunen clm 9728 (1468) bei Schmeller 1, 104. die Augsburger bibel (1475) ersetzt unden der Mentelbibel durch tunnen ps. 106, 25; Jes. 57, 20; Mark. 4, 37; Jakob. 1, 6; spätere ausgaben setzen dafür wellen, flüsz, güsz, s. erste dt. bibel 7, 405; 8, 504; 1, 135; 2, 412 Kurrelm.; des obentz umb 2 or vor nacht erhuben sich aber gross winde uff dem golff und gingen ser grosse thünnen im mere, also das das wasser ayner seyt in dy gallien schlug (1479) Rieter reisen 41 lit. ver.; do sahen sy das grosz wunderzaichen das dasselbe püchslein offen und unbedeckt was auff dem wag des meres zwischen den tunnen oder lünden des wassers gefarn J. Hartlieb dial. miraculorum 218 Drescher; wann so daz schifflein wenigk kommen was von dem gestat, ist es unbeweglich so lang gestanden undter den tünen, als lang der heilig man ... gepredigt hat legend d. hl. vatters Francisci (1512) B 3a; es ward ein grosse bewegung in dem mer, also das das schifflyn bedecket wardt mit den tünen des meres Keisersberg evang. (1517) 30b; des gewessers tünnen, sein verfolgung, den ufer auszzuleschen Chr. Entfelder v. d. manigfalt. im glauben zerspaltungen (1530) B 2b; und darumb das er den sindflusz gesehen hatte, pflegten die andern brüder sambt den vatter zu nennen Huallum auff latein inundatum, wie jhn auch allzeit Berosus nennet, wie noch bis auff dise zeit die juden die grossen thunnen im meer auff jhr zungen haissen Lazius königreich Ungarn (1556) B 3b; und das mör hat sich also erhebt, und sein die tunnen gar grausamlich auf ain annder gangen (vor 1527) Treitzsauerwein weiszkunig (1775) 29; mitten in den tünnen und wellen des mers und den grossen felsen, so darin ligen, geben si (die Sachsen) sich in alle färlikait Aventin s. w. 4, 1155; geschiecht auch oft, dass ainer durch die thunnen hingezuckt wird und verdirbt font. rer. Austr. 1, 380; weitere belege bei Kluge seemannsspr. 798; Schmidt elsäss. 70a.
4907 Zeichen · 107 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    tunnesw. F. (n)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    tunne , sw. F. (n) nhd. Tonne (F.) (1), Fass ÜG.: lat. cupa Gl Hw.: vgl. an. tunna, afries. tunne, as. *tunna?, ahd. tun…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TUNNEswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    TUNNE swf. tonne. Freiberg. str. 295. ahd. tunna Graff 5,431.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    tunneF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    tunne , F. nhd. Tonne (F.) (1), Seetonne zur Markierung des Fahrwassers Vw.: s. āme-, bēr-, botter-, dröge-, ēschel-, ēt…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    TunneDie

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    ≠ Die Tunne , Mz. — n , im N. D. die Tonne.

  5. modern
    Dialekt
    Tunne

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Tunne Band 3, Spalte 3,1851f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tunne

136 Bildungen · 87 Erstglied · 49 Zweitglied · 0 Ableitungen

tunne‑ als Erstglied (30 von 87)

tunne · 2 Belege

KöblerAfries

tunne 2 , st. F. (ō) nhd. Tonne (F.) (1) ne. tun (N.) Vw.: s. pik- Hw.: vgl. an. tunna, ae. tunne, as. *tunna?, ahd. tunna* E.: germ. *tonna…

tunne (hêringes-)

MNWB

~tunne (hêringes-), f. , Tonne, Faß zum Einlegen und Transport des Herings (vgl. ~bant ). —

tunnelachse

DWB

tunnel·achse

tunnelachse , f. , mittellinie des tunnels: centre line Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 782 ; die tunnelachse (' über tage ') wird zum …

tunnelanlage

DWB

tunnel·anlage

-anlage , f. , bau, bauweise eines tunnels: vorher hat man noch im tunnel eine krümmung passirt, wie sie bisher nirgends bei tunnelanlagen v…

tunnelartig

DWB

tunnel·artig

-artig , adj. , nach der besonderen art eines tunnels; gewöhnlich von langgestreckten, gewölbten räumen oder durchgängen: tunnelartige räume…

tunnelbahn

DWB

tunnel·bahn

-bahn , f. , in einem tunnel fahrende bahn, untergrundbahn: underground railway Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 782 ; die eröffnung der…

tunnelbau

DWB

tunnel·bau

-bau , m. , erbauung eines tunnels: die vorarbeiten für die ausführung eines tunnelbaues Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 9, 718 ; dem tun…

tunnelbohrung

DWB

tunnel·bohrung

-bohrung , f. , durchbohrung eines bergmassivs für den tunnelbau: in den sammlungen ... sah ich einen fuszhohen bergkristall, der bei der tu…

tunnelbrücke

DWB

tunnel·bruecke

-brücke , f. , in form einer röhre erbaute brücke ( vgl. tunnel 4 sp. 1810): röhrenbrücke Mothes ill. baulex. (1881) 4, 54 ; tubular bridge …

tunnelgewölbe

DWB

tunnel·gewoelbe

-gewölbe , n. , vault of a tunnel Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 783 ; freitag abend ... löste sich plötzlich ... ein groszer steinblo…

Tunnelkrankheit

Meyers

tunnel·krankheit

Tunnelkrankheit , wie die Minenkrankheit eine beim Bau von Tunneln eintretende Kohlenoxydvergiftung; dann die durch Anchylostomum duodenale …

tunnelmauerung

DWB

tunnel·mauerung

-mauerung , f. , tunnelverkleidung aus mauerwerk: die solidität der tunnelmauerung Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 9, 735 ; deformation b…

tunnelmündung

DWB

tunnel·muendung

-mündung , f. , ausgang, öffnung eines tunnels: weiter nach oberhalb der tunnelmündung die grotte aux fées, eine sehenswerthe tropfsteinhöhl…

tunnelmundloch

DWB

tunnel·mundloch

-mundloch , n. , wie unten tunnelmündung; mouth of a tunnel Röhrig technol. wb. 775 ; Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 783 . —

tunnelsohle

DWB

tunnel·sohle

-sohle , f. , boden, basis eines tunnels; floor of a tunnel Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1 , 783; base d'un tunnel Röhrig technol. wb. …

tunnelsprache

DWB

tunnel·sprache

-sprache , f. , fachsprache der tunnelbauer: unterstützt der bock ein sparrenzimmer, so nennt man ihn in der tunnelsprache einen sparrenbock…

tunnelstollen

DWB

tunnel·stollen

-stollen , m. , in bergmännischer art vorgetriebener stollen, von dem aus der ausbruch des tunnels erfolgt: maschinenbohrung ist ... für den…

Tunnelwelle

Meyers

tunnel·welle

Tunnelwelle , der hintere Teil der Schraubenwelle auf Dampfern (vgl. Dampfschiff).

tunnelzimmerung

DWB

tunnel·zimmerung

-zimmerung , f. , mit holz ausgeführte versteifung des tunnelausbruchs: tunnel-timbering Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 783 ; Karmarsc…

tunnemākære

KöblerMnd

tunnemākære , M. nhd. Tonnenmacher Hw.: s. tunnenmākære E.: s. tunnemāken, tunne, mākære W.: vgl. nhd. Tonnenmacher, M., Tonnenmacher, DW 21…

tunnen1

MeckWB

tunnen 1 Vb. zum Subst. Tunn in der Zs. intunnen .

tunnen2

MeckWB

tunnen 2 wie tunnern Ro Marl .

Tunnenafslahn

MeckWB

Tunnenafslahn n. wie Tunnenriden Ro Wustr .

Tunnenband

WWB

tunnen·band

Tunnen-band [OWestf Münsterl Lst] 1. Fassreifen; dünnes, breites Band aus Metall oder Holz, das straff um die Dauben gelegt wird und die Ton…

Tunnenbier

MeckWB

tunnen·bier

Tunnenbier n. Tonnenbier; eine gute Biersorte, die in Tonnen versandt wurde im Gegensatz zum Fattbier ( vgl. das ); bei Zusammenkünften getr…

Tunnenbinder

WWB

tunnen·binder

Tunnen-binder m. [ Min Lippe Bie Höx sowie WMünsterl] Handwerker, der Tonnen, Fässer und andere hölzerne Gefäße herstellt; Böttcher. ⟨ Tünne…

Tunnenbœgel

MeckWB

tunnen·boegel

Tunnenbœgel m. wie Tunnenband D. WA. 18, 5; en groten Tunnenbägel Reut. 2, 414; Tun'nbägel Mi 95 b ; Rda.: dat Pierd is woll mit Tunnenbœgel…

Tunnenbohr

MeckWB

tunnen·bohr

Tunnenbohr nur in a. Spr. -bar m. Bohrer zum Herstellen des Spundlochs in Tonnen: 'ein tunnenbar' (Wi) Schill.Lübb. 4, 632 a .

tunne als Zweitglied (30 von 49)

staftunne

KöblerMnd

*staftunne , F. nhd. Tonne (F.) (1) aus Daubenholz Hw.: s. staftunnenholt E.: s. staf, tunne

bottertunne

MNWB

botter·tunne

bottertunne , f. , Butterfaß, hölzernes tonnenförmiges Buttergefäß zur Aufbewahrung der Butter.

bērtunne

KöblerMnd

bēr·tunne

bērtunne , F. nhd. Biertonne E.: s. bēr (1), tunne W.: s. nhd. Biertonne, F., Biertonne, DW 2, 2? L.: MndHwb 1, 228 (bêrtunne)

êⁱscheltunne

MNWB

* êⁱscheltunne , f. , die bei der Amtsheischung zu leistende Tonne Bier.

harnschtunne

KöblerMnd

harnschtunne , F. Vw.: s. harneschtunne

hundetunne

MNWB

hunde·tunne

° hundetunne Tonne Bier die bei Ablieferung des hundekōrn ausgegeben wird (Greifswald).

hāvertunne

KöblerMnd

hāvertunne , F. nhd. Hafertonne E.: s. hāver, tunne L.: MndHwb 1/2, 247 (hāverjacht/hāvertunne)

hērinctunne

KöblerMnd

hērinctunne , F. nhd. Heringstonne, Tonne (F.) (1) bzw. Fass zum Einlegen und zur Beförderung des Herings Hw.: s. hēringestunne E.: s. hērin…

hēringestunne

KöblerMnd

hēringestunne , F. nhd. Heringstonne, Tonne (F.) (1) bzw. Fass zum Einlegen und Transport des Herings Hw.: s. hērinctunne E.: s. hērinc, tun…

hōnichtunne

KöblerMnd

hōnichtunne , F. nhd. Honigfass E.: s. hōnich, tunne L.: MndHwb 2, 350 (hōn[n]ichmarket/hōn[n]ichtunne)

hōnnichtunne

KöblerMnd

hōnnichtunne , F. Vw.: s. hōnichtunne

kalktunne

KöblerMnd

kalk·tunne

kalktunne , F. nhd. Kalktonne (F.) (1) E.: s. kalk, tunne L.: MndHwb 2, 506 (kalktunne)

kerkmissentunne

KöblerMnd

kerkmisse·n·tunne

kerkmissentunne , F. nhd. eine Tonne (F.) (1) Bier als Zugabe des Brauers zur Kirchweih E.: s. kerkmisse, tunne L.: MndHwb 2, 547 (kerkmisse…

(kōl)tunne

MNWB

kol·tunne

° (kōl)tunne , kāl- (kael-) , f. , Eichmaß für den Kohlenhandel, de k.n hebben das Amt des Eichmeisters innehaben (Danzig 1451).

kōventestunne

MNWB

kovent·es·tunne

° kōventestunne , f. , Biertonne, ironisch für einen Klosterbrauch (Nic. Gryse Laienb. 1, Q 2).

kēsetunne

KöblerMnd

kēsetunne , F. nhd. Käsetonne (F.) (1), Käsefass Hw.: s. kēsevat E.: s. kēse, tunne L.: MndHwb 2, 553 (kêsetunne)

kōletunne

KöblerMnd

kōl·e·tunne

kōletunne , F. nhd. „Kohletonne“ (F.) (2), Eichmaß für den Kohlenhandel E.: s. kōle, tunne R.: de kōletunnen hebben: nhd. „die Kohletonne ha…

kōrnetunne

KöblerMnd

kōrnetunne , F. nhd. „Korntonne“ (F.) (1), Tonne (F.) (1) für die Getreidebeförderung E.: s. kōrn, tunne L.: MndHwb 2, 642 (kōrnetê[i]ken/kō…

kōventestunne

KöblerMnd

kōventestunne , F. nhd. „Kofentstonne“, Biertonne (F.) (1) E.: s. kōvent (1), tunne L.: MndHwb 2, 656 (kōventestunne) Son.: ironisch für ein…