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Mêrken

ahd. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
37 in 23 Wb.
Sprachstufen
8 von 16
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Mêrken

Bd. 3, Sp. 181
Mêrken, verb. reg. act. welches in gedoppelter Bedeutung üblich ist. 1. Eigentlich, zeichnen, mit einem Merke, einer Marke oder einem Zeichen versehen, um eine Sache daran wieder zu erkennen, wofür doch marken üblicher ist; bey dem Ulphilas markan, im Nieders. marken, im Schwed. märka, im Bretagnischen merca, im Engl. to mark. Einen Ballen Waare merken, zeichnen, marken. Das Vieh merken. Einen Tag im Kalender merken, anzeichnen. Einen Ort merken, zeichnen. S. auch Anmerken und Bemerken.[] 2. Figürlich. 1) Die Gegenwart einer Veränderung aus gewissen Merk- oder Kennzeichen schließen, oder muthmaßlich urtheilen, wo es von allen Sinnen gebraucht werden kann, so fern sie zur Empfindung dieser Merkmahle oder Kennzeichen dienen. Ich merke nichts, sagt man, wenn man berühret wird, und keine Empfindung davon hat. Pharao merkte, daß es ein Traum war, 1 Mos. 14, 7. David nahm den Spieß und den Wasserbecher und war niemand, der es sahe, noch merkte, 1 Sam. 26, 12. Ich merke deine List. Den Possen, die Schelmerey merken. Man stichelte auf ihn, aber er merkte nichts. Ich merke, daß ich abnehme. Damit es die Leute nicht merken. Ich merkte, daß mein Gesicht glühete. Aus allen Umständen merke ich, daß er es sehr ungern thut. In weiterer Bedeutung für erkennen, urtheilen, ist es im Hochdeutschen nicht mehr üblich, ob es gleich in der Deutschen Bibel sehr häufig in derselben vorkommt. Ein Vernünftiger merket den Mann an seinen Geberden, Sir. 19, 26. An den Früchten merket man, wie des Baums gewartet ist, also merket man an der Rede, wie das Herz geschickt ist, Sir. 27, 7. Durch den Glauben merken wir, daß die Welt durch Gottes Wort fertig ist, Ebr. 11, 3; und so in andern Stellen mehr. Wohl aber mit dem Zeitworte lassen. Etwas merken lassen, machen, daß andere das Daseyn einer Veränderung an uns aus gewissen Merkmahlen schließen können. Er sucht etwas darin, seinen Verdruß merken zu lassen, oder andere seinen Verdruß merken zu lassen; nicht andern, weil, wenn die R. A. aufgelöset wird, die Person in der ersten Endung stehet, zu machen, daß andere seinen Verdruß merken. Laß ihn nichts davon merken. Laß nicht merken, daß du Französisch verstehest. Ich bin krank, aber ich lasse es nicht merken. Ich habe ihn gebethen, dich nichts merken zu lassen, Gell. Ingleichen, als ein Reciprocum. Er ließ sichs merken, daß er ihn nicht gern sahe. Laß dich nichts merken, d. i. gib keinen Anlaß, daß man etwas davon merke, besonders so fern der Anlaß durch Worte gegeben wird. Die dritte Endung, laß dir nichts merken, wie viele sprechen und schreiben, ist eben so unrichtig, als laß mir es nicht empfinden, lassen sie mir es thun u. s. f. Laß dich ja nichts gegen ihn von der Sache merken. Hat sie sich etwas davon gegen dich merken lassen? 2) Acht haben, Acht geben, zu bemerken, und in weiterer Bedeutung, zu erkennen suchen; als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben. Merket mit Fleiß und schauet, obs daselbst zugehet, Jerem. 2, 10. Im Hochdeutschen nur noch mit dem Vorworte auf; auf etwas merken, seine Aufmerksamkeit darauf richten. Jedermann merket auf meine Handlungen. Dann merket die Welt auf deine Gaben, Gell. Der Knabe, den Irin gelehrt, Auf jede Schönheit der Natur zu merken, Kleist. Merke auf meine Worte. Du merkest nicht auf mich. Merket wohl auf diesen Umstand. S. auch Aufmerken. 3) Vermittelst gewisser Kennzeichen im Gedächtnisse behalten, und in weiterer Bedeutung überhaupt, im Gedächtnisse behalten. Merke dir den Ort, wo du es hingelegt hast. Wer kann merken, wie oft er fehlet? Ps. 19, 13. Ich werde mir es merken. Sich etwas aus der Predigt, aus einem Buche merken. Das Wort ist schwer zu merken. Das Hauptwort die Merkung ist nur in den Zusammensetzungen üblich. Anm. Bey dem Willeram merchen, im Angelsächs. mearcan. Es stammet von Mark, ein Zeichen her, siehe dieses Wort. In der ersten und zweyten figürlichen Bedeutung ist es zwar eigentlich ein Activum, ob es gleich in der leidentlichen[] Gestalt seltener vorkommt, sondern am häufigsten das Ansehen eines Neutrius hat.
4009 Zeichen · 80 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    merkensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    merken sw. v. ( vgl. daneben markôn), mhd. nhd. ; mnd. mnl. merken; afries. merka. — Graff II,851. march-: 3. sg. prt. -…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    merkenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    merken swv. BMZ merchen Gen. , md. auch md. mirken (: wirken) Herb. 1810. Pass. 362, 50. Elis. 7464. Elmend. 308. Dfg. 1…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    merkensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    merken , sw. V. nhd. merken, aufmerken, Acht (F.) (2) geben, beachten, erkennen, bedenken, überlegen (V.), erwägen, wahr…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Mêrken

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Mêrken , verb. reg. act. welches in gedoppelter Bedeutung üblich ist. 1. Eigentlich, zeichnen, mit einem Merke, einer Ma…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    merken

    Goethe-Wörterbuch

    merken öfter -ck-; einmal Imperativ Sg mit angeschlossenem Pron ‘mercks’ 39,242 Vs 63 , häufiger ‘ich merk(')s’, ‘er mer…

  6. modern
    Dialekt
    merken

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    merke n [mêrə S.; mèrkə Su. Hlkr. ; mèrikə Rapp. U.; mèəkə Wh. ] merken, verstehen, erraten. Eim eps z e m. gë ben Hlkr…

  7. Sprichwörter
    Merken

    Wander (Sprichwörter)

    Merken 1. Fex, Fex! merkste wat, de Paschtôr den (der) stechelt. ( Meurs. ) 2. Ha, ha, merkst wat? Dat hêt ham, lat din …

  8. Spezial
    merken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    mer|ken I vb.tr. 1 (beobachten) osservé (-vëia) 2 (bemerken) se intëne (de valch), se anadé (de valch) 3 (erkennen) conë…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit merken

62 Bildungen · 6 Erstglied · 50 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von merken 2 Komponenten

mer+ken

merken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

merken‑ als Erstglied (6 von 6)

Merkenau

GWB

merke·nau

Merkenau Name der Krähe in ‘Reineke Fuchs’, Anklägerin Reinekes die gesprächige Krähe,|M. [ Reinke de Vos: Merkenauwe ] , sagte:.. 50,92 Rei…

merkende

KöblerMhd

merk·ende

merkende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. merkend Q.: Trist (um 1210) E.: s. merken (1) W.: nhd. merkend, (Part. Präs.=)Adj., merkend, DW- L.: MHDB…

Merkendorf

Meyers

merken·dorf

Merkendorf , Stadt im bayr. Regbez. Mittelfranken, Bezirksamt Gunzenhausen, noch von einer Ringmauer umgeben, hat eine schöne evang. Kirche …

merken, marken

LW

merken·marken

merken, marken, sw. v. 1. (auf)merken, beachten; erkennen, verstehen. 2. mit einer Marke, einem Merkmal versehen.

Merkenswerth

Campe

merken·s·werth

○ Merkenswerth , — er, — este , adj . u. adv . des Merkens werth, werth daß man es merkt, behält, aufmerkt. »Doch ist dieses Wenige, was für…

merkenswürdig

GWB

merken·s·wuerdig

merkenswürdig s merkwürdig Katherina Mittendorf K.M. (ohne Verfasserangabe - ist bei merkwürdig mitbehandelt worden) Christiane Schlaps C.S.

merken als Zweitglied (30 von 50)

gemerken

KöblerMnd

*ge·merken

*gemerken , sw. V. nhd. merken, aufmerken, beachten Hw.: s. gemerke (1), gemerke (2); vgl. mhd. gemerken (1) E.: s. ge, merken (1)

irmerken?

KöblerAhd

*irmerken? , sw. V. (1a) Vw.: s. ūz-

undermerken

KöblerMnd

*undermerken , sw. V. nhd. markieren Hw.: s. undermerkinge E.: s. under (1), merken (3)

unmerken

KöblerMnd

*unmerken , sw. V. nhd. nicht merken, nicht erkennen, nicht bemerken Hw.: s. unmerksāmich E.: s. un... (1), merken (1)

zisamanemerken?

KöblerAhd

*zisamanemerken? , sw. V. (1a) Hw.: vgl. as. tesamnamerkian*

abe merken

MWB

abe merken swV. ‘jmdm. etw. ablesen’ sicht er danne daz die frawe clar / daz selbe [verliebte Blicke] im ab gemerket hat Minneb 1147 MWB 1 3…

abmerken

DWB

abmerken , dispicere, von oder an etwas still abschen: ich merke es deinen augen ab, dir an den augen, an der miene oder gebärde; er merkt i…

afmerken

KöblerMnd

afmerken , sw. V. nhd. „abmerken“, Zeichen setzen, Gelegenheit absehen, erspüren, erkunden, ausspüren, erkennen Hw.: vgl. mhd. abemerken E.:…

anmerken

DWB

anmerken , annotare, notam apponere, nnl. aanmerken, zu dem text, während bemerken keinen voraussetzt, doch kann auch ein anmerker von sich …

aufmerken

DWB

auf·merken

aufmerken , attendere, nnl. opmerken: merkt auf ir himel, ich wil reden. 5 Mos. 32, 1 ; horet zu ir könige und merket auf ir fürsten. richt.…

bemerken

DWB

bemer·ken

bemerken , notare, observare, intelligere, nnl. bemerken. 1 1) bezeichnen, hervorheben: von derselben sowol als von den andern mit griechisc…

brantmerken

KöblerMnd

brant·merken

brantmerken , sw. V. nhd. „brandmarken“, Zeichen einbrennen E.: s. brant, merken L.: MndHwb 1, 341 (brantmerken)

durchmerken

DWB

durch·merken

durchmerken , mit scharfsinn bemerken, einsehen Stieler 1272 . aus allem was sie sagte merkte er durch dasz sie nicht kommen wollte. ich lob…

entmerken

KöblerMnd

ent·merken

entmerken , sw. V. nhd. wegnehmen, entfernen, entstellen, verderben E.: s. ent, merken L.: MndHwb 1, 563 (entmerken), Lü 98a (entmerken) Son…

ermerken

DWB

erm·erken

ermerken , observare, bemerken: das mögent ir allen tag aus erfarenheit ermerken und abnemen. Aimon A 1 b ; sie ermerkten solches. Kirchhof …

gemerken

Lexer

gemer·ken

ge-merken swv. BMZ prät. gemarcte ( Trist. 2746 ), gemarhte ( Iw. 5663. Greg. 2132. Flore 6400 ): bemerken, beachten, wahrnehmen Parz. Gsm. …

gimerken

AWB

gim·erken

gi- merken sw. v. , mhd. frühnhd. gemerken, nhd. dial. schweiz. gemerke n Schweiz. Id. 4,408 ; mnl. gemerken; ae. gemearcan. — Graff II,851.…

hēmerken

MNWB

hemer·ken

hēmerken „malleolus”; „plectrum eyn h. dar me de zeyden mede tud ” (Stimmschlüssel) .

hēmerken

KöblerMnd

hēmerken , N. nhd. „Hämmerchen“, Stimmschlüssel ÜG.: lat. malleolus I.: Lüs. lat. malleolus? E.: s. hāmer, ken L.: MndHwb 2, 269 (hēmerken)

kāmerken (koͤmerken)

MNWB

kāmerken (koͤmerken), n. , * kēmerken , f. (Oldekop 445), Kämmerlein, bei Veghe (?) auch übertr. kāmer, kāmerken des herten das innerste Her…

kæmerken

KöblerMnd

kæmerken , N. Vw.: s. kāmerken

kāmerken

KöblerMnd

kām·erken

kāmerken , N. nhd. Kämmerchen, Kämmerlein Hw.: s. kēmerken; vgl. mnl. camerkin E.: s. kāmer, ken W.: s. nhd. Kämmerchen, N., Kämmerchen, DW …

kēmerken

KöblerMnd

kēmerken , N. nhd. Kämmerchen, Kämmerlein Hw.: s. kāmerken E.: s. kēmer, ken R.: kēmerken des herten: nhd. das innerste Herz L.: MndHwb 2, 5…

Ableitungen von merken (6 von 6)

bemerken

DWB

bemerken , notare, observare, intelligere, nnl. bemerken. 1 1) bezeichnen, hervorheben: von derselben sowol als von den andern mit griechisc…

entmerken

KöblerMnd

entmerken , sw. V. nhd. wegnehmen, entfernen, entstellen, verderben E.: s. ent, merken L.: MndHwb 1, 563 (entmerken), Lü 98a (entmerken) Son…

ermerken

DWB

ermerken , observare, bemerken: das mögent ir allen tag aus erfarenheit ermerken und abnemen. Aimon A 1 b ; sie ermerkten solches. Kirchhof …

gemerken

Lexer

ge-merken swv. BMZ prät. gemarcte ( Trist. 2746 ), gemarhte ( Iw. 5663. Greg. 2132. Flore 6400 ): bemerken, beachten, wahrnehmen Parz. Gsm. …

unmerkenlich

DWB

unmerkenlich , adj. : deshalb das unserm synn im gesicht unmerckenlich wirdet Dürer underweysung der messung a 2 b . s. unmerklich. —

vermerken

DWB

vermerken , verb. bemerken, eine bemerkung machen. zeitwort schon im spätern mhd. bekannt. das im mhd., besonders md. beliebte mirken läszt …