Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Knabe m.
Knabe m.
Knabe m. ‘Kind männlichen Geschlechts, Junge’, ahd. knabo, knabbo ‘Junge, Kind’ (Hs. 12. Jh.), mhd. knabe ‘Junge, Jüngling, Bursche, Knecht, Page, Knappe’, mnd. knābe, aengl. cnafa stehen neben anfrk. knapo ‘Knecht’ (9. Jh.), mnd. knāpe, mnl. cnāpe, nl. knaap, aengl. cnapa, afries. knapa ‘Junge, Jüngling, Knecht’ und mhd. knappe, nhd. Knappe (s. d.), afries. knappa ‘Junge, Jüngling, Knecht’. Sie führen wie das unter Knebel (s. d.) behandelte Substantiv auf germ. *knab-, *knap- bzw. mit expressiver Gemination *knabb-, *knapp- ‘Pflock, Stock, Klotz’; vgl. dazu nhd. (mundartlich) Knabe ‘Stift, Bolzen’. Außergerm. Vergleichsmöglichkeiten finden sich nicht. Wie bei anderen Bezeichnungen für Holzstücke erfolgt auch hier Übertragung des Ausdrucks auf eine männliche Person (s. Bengel, Flegel, 1Stift). Knabe ist heute in seiner Gebrauchsfähigkeit vielfach eingeschränkt durch obd. Bub, nordd. md. Junge. Es gilt noch für ‘Bursche, Kerl’, zumal in der vertraulichen Anrede alter Knabe (Mitte 18. Jh.). – knabenhaft Adj. (17. Jh.). Knabenkraut n. einheimische Orchideengattung mit einer Traube rötlicher Blüten (15. Jh.), nach den hodenförmigen Wurzelknollen.