Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
knappe swm.
1. knabe, junger mann; besonders derjenige, der noch nicht ritter ist. sô dem chnappen der bart aller êrist beginnit springen Windb. ps. 555. der junge Parzival heißt der knappe Parz. 117,30. 121,1. 125, 27. 139,9, wie der knabe 129,5. des wirtes sun, ein knappe das. 549, 23. ich muoʒ an des knappen hant, der ist von Riuwental genant MS. 2, 81. a. knappe wird dem kinde entgegengesetzt: “ein kint?” sprach jener alzehant, “ich ensage iu niht von kinde: ein knappe ist hie gesinde der sol schiere nemen swert; der ist ein slanker jungelinc” Trist. 3912. doch ist knappe auch mit kint gleichbedeutend; vgl. die folgende rubrik.
2. diener, lehrling, nicht bloß der einem ritter beigegebene. er vant besloʒʒen daʒ tor unde einen knappen dâ vor Iw. 207. der knappen den si knien dâ sach Parz. 645,1. der knappe truoc mit witzen eine kultern ûfʒ bet das. 549,28. sîn ors daʒ habt ein knappe dâ Trist. 6663. froun Ginovern knapp und ir mâc Parz. 156,3. dirre selbe knappe guot was sîn mâg und ouch sîn kneht fragm. 33. — sehs knappen wætlîche Iw. 166. sehzehen knappen ich hân, der sehse von îser sint. dar zuo gebt mir vier kint Parz. 8,8. starke knappn unt kleiniu kint das. 429,9. sîne knappen, fürsten kindelîn das. 348,7. dâ was werder knappen vil, wol gelêrt ûf seitenspil das. 639,7. ê daʒ die knappen wider als ê ze knehten werden, sô wirt ir wol tûsent oder mê bestümbelt und erhangen MS. 2,138. a.
3. läufer im schachspiele. künige unde küniginne und rittære und knappen und venden Maßm. Al. s. 189.