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Holen

ae. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
20 in 19 Wb.
Sprachstufen
9 von 16
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Holen v., trs

Bd. 2, Sp. 770a
Holen, v. trs. überhaupt von einem entfernten Orte an einen nähern bringen. 1) Durch Ziehen von einem entferntern Orte an einen nähern bewegen, an sich ziehen, herbeiziehen. I diesem Sinne ist es besonders in der Schifffahrt sehr gebräuchlich. So ist hol' an ein Befehlwort des Schiffers, wenn die Schiffleute anfangen sollen zu ziehen oder zu winden; eben so im Bergbaue, ein Befehlwort des Anschlägers in der Grube, wenn die Haspelknechte anziehen sollen. Das Boot in das Schiff holen, oder das Boot aufholen, es in das Schiff ziehen. Den Anker zu Hause holen, das Ankertau mit dem Spill einwinden und den Anker mit dem Boote lichten. Unter das Ankertau holen, das große Boot vor dem Schiffe unter das Ankertau legen, so daß dieses über eine an dem Vor= oder Hintersteven befindliche Rinne oder Scheibe fährt, und das Boot beim Ankertaue dann so weit nach dem Anker hinziehen als man kommen kann, um das Ankertau zu untersuchen und zu reinigen. Etwas nach sich holen, es an sich ziehen. Uneigentlich. Athem holen, die Luft gleichsam in die Lunge ziehen. So auch, einen tiefen Seufzer holen. 2) Von einem entfernten Orte nach einen nähern oder an denjenigen, wo man sich selbst befindet, bringen, dadurch, daß man sich selbst an jenen entfernten Ort begiebt und die Sache nimmt. Einen Brief von der Post holen. Brot  holen. Das Obst vom Baume holen. Sich etwas holen lassen, einen Andern danach schicken, daß er es bringe. Man muß ihn holen, man muß hingehen, ihn rufen und herbeiführen, oder auch, mit Gewalt herbringen. Die Braut heim holen, sie in sein Haus führen, wo sie als Frau leben soll. I einer engern Bedeutung gebraucht man es von Hunden, wenn sie abgerichtet sind, etwas was man ihnen bezeichnet oder was man von sich wirft, zu ergreifen und zu bringen (apportiren). 's war nur ein Hund, der vor dem Kaiser Künstchen machte, sprang über Reiser, Sucht' und holt' und sonst Stücke verstand = Soltau. Uneigentlich. Der Tod holet uns alle. Ӿ Der Teufel hat's geholt, in der niedrigen Sprechart, es ist dahin, es ist verloren. I derselben Sprechart ist: Hol' dich der Teufel, eine Verwünschung. I weiterer Bedeutung für nehmen. Etwas aus der Schüssel holen, aus derselben nehmen, langen. Noch uneigentlicher. Sich Schläge holen, an einen Ort gehen, wo man vor Schlägen nicht sicher ist, und daselbst Schläge bekommen. Er hat sich auf dieser Reise eine Krankheit geholt, er hat sie auf der Reise bekommen, sich dieselbe zugezogen. I der Schifffahrt sagt man auch, eine Isel, eine Küste herbeiholen, für, sich derselben nähern. Das Holen. Die Holung ist in den zusammengesetzten Wörtern Abholung, Anholung, Aufholung, Ausholung, Einholung, Erholung, Nachholung  gewöhnlich, in welchen das Wort holen auch noch verschiedene andere uneigentliche Bedeutungen hat.
2792 Zeichen · 34 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    holenst. M. (a)

    Köbler Ae. Wörterbuch

    holen , st. M. (a) nhd. Hulst, Stechpalme ÜG.: lat. (acrifolium) Gl Q.: Gl E.: germ. *hulisa- (2), *hulisaz, st. M. (a),…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    holên

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    holên s. halên.

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    holenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    holen swv. s. holn.

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Holenv., trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Holen , v. trs . überhaupt von einem entfernten Orte an einen nähern bringen. 1) Durch Ziehen von einem entferntern Orte…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    holen

    Goethe-Wörterbuch

    holen öfter ‘-hl-’, in Flexion mehrf apokopiert ‘hol(’)’, 2. PlPräs auch ‘holet’; gelegentl subst a herbeischaffen, zur …

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Holen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Holen , seemännisch das Ziehen am Tau.

  7. modern
    Dialekt
    holen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    hole n [hôlə fast allg.; hólə M. Wh. ; hûlə Han. ; hylə in Bed. 2 K. Z. ] 1. holen. Hole t mi ch ! ruft der Ertrinkende …

  8. Sprichwörter
    Holen

    Wander (Sprichwörter)

    Holen 1. Geholt ist nicht gebracht. – Eiselein, 232. 2. Was man fern holt, ist süss. 3. Der holt's und wenn's hinter sie…

  9. Spezial
    holen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ho|len vb.tr. 1 (von einem Ort herbringen) jí a dô, jí a tó 2 (herbeirufen) jí a cherdé, fá gní . ▬ bei ihm ist nichts z…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit holen

58 Bildungen · 11 Erstglied · 39 Zweitglied · 8 Ableitungen

holen‑ als Erstglied (11 von 11)

holenbeciche

MWB

holenbeciche Adv. Bed. unklar (s. E. Sievers, Oxforder Benediktinerregel, Tübingen 1887, S. 28 z.St.): iz daz ein andere gesweglicher [still…

holender

AWB

holen·der

holender , -dir Gl 3,104,30. Thies, Kölner Hs. S. 164,4 s. kullantar.

holendor

KöblerMnd

holen·dor

holendor , M. Vw.: s. holunder L.: MndHwb 2, 340 (holendor[e])

holen II

RhWB

holen II Rhfrk uNahe innerh. des bei hohl angegebenen Geb. hōlə, dǫu hēlšt, e hēlt, Part. gəhōl ; sonst Hunsr hūlə, dǫu hīlšt, e hīlt, Part.…

holents

AWB

holent s Gl 3,479,12 s. kullantar.

holen als Zweitglied (30 von 39)

abholen

DWB

abholen , arcessere, nnl. afhalen, von einem orte holen: morgen werde ich dich abholen, das buch ist noch nicht abgeholt. bei den kattundruc…

afscholen

KöblerMnd

afscholen , sw. V. Vw.: s. afschȫlen

afterholen

DRW

after·holen

afterholen nl. achterhalen I allgemein I 1 einholen MnlWB. I 28 Faksimile I 2 ergreifen, anhalten Stallaert I 6 Faksimile I 3 überraschen St…

aufholen

DWB

auf·holen

aufholen , höher ziehen, an sich ziehen, nnl. ophalen. ein schifferwort hol auf! zieh das boot auf, das segel auf ( vgl. aufhissen); sonst, …

ausholen

DWB

aus·holen

ausholen , educere, nnl. uithalen, ausrecken, ausreichen, auslangen. 1 1) ausrecken zum streich oder schlag: holet mit der hand die axt aus …

beholen

KöblerMhd

beholen , sw. V. nhd. erwerben, erringen, behaupten, bewahren Hw.: vgl. mnl. behalen, mnd. behālen (1) Q.: GTroj, SHort (FB beholn), Flore (…

bescholen

KöblerMhd

bes·cholen

bescholen , sw. V. nhd. verdienen um Q.: RWchr (um 1254) (FB bescholn) E.: s. be, scholen W.: nhd. DW- L.: Hennig (bescholn), FB 37b (*besch…

cnéoholen

KöblerAe

cnéoholen , st. M. (a) nhd. Stechpalme, Stechender Mäusedorn ÜG.: lat. ruscus Gl Q.: Gl E.: s. cnéo, holen L.: Hall/Meritt 72a

cnéowholen

KöblerAe

cnéowholen , st. M. (a) Vw.: s. cnéoholen

dorchholen

KöblerMnd

dorchholen , sw. V. Vw.: s. dörchhōlen

einholen

DWB

ein·holen

einholen , nnl. inhalen, das erwartete, verlangte, verfolgte holen. 1 1) solemni pompa deducere: den nahenden fürsten einholen, ihm feierlic…

erholen

DWB

erholen , repetere, ahd. arhalôn, irholôn, mhd. erholn, vgl. das einfache wort. 1 1) wiederholen, wider erholen, von neuem sagen: mehr erhol…

geholen

KöblerMhd

geh·olen

geholen , sw. V. nhd. holen, erwerben, verdienen, herbeiführen Vw.: s. ūz- Hw.: vgl. mnl. gehalen Q.: EvSPaul (FB geholn), Krone, Lanc, RhMl…

herausholen

RDWB1

heraus·holen

herausholen hier ist nichts mehr herauszuholen idiom. - тут больше ничего не выгорит идиом. , разг. , тут нам ничего не обломится идиом. , р…

herholen

DWB

her·holen

herholen , verb. arcessere. 1 1) eigentlich und sinnlich, in bezug auf personen und sachen: sende nu hin, und las in her holen zu mir, denn …

kielholen

DWB

kiel·holen

kielholen , nd. nl. kielhalen, dän. kjölhale, schw. kölhala. 1 1) vom schiffe, es umlegen um so die sonst im wasser gehenden theile auszubes…

nachholen

DWB

nach·holen

nachholen , verb. 1 1) nachträglich oder dazu holen: geld, einen zurückgebliebenen nachholen u. s. w.; nachgeholte sachen ( paralipomena, na…

Packselholen

Wander

Packselholen 'S Packselholen ist nicht alle Tage. Diese Redensart bezieht sich auf eine Sitte in Schlesien, die wol in den meisten Gegenden …

Ratholen

DRW

rath·olen

Ratholen, n. Ersuchen um Rechtsauskunft bei einer dazu befugten Stelle vgl. Oberhof (II) [Übschr.:] vom rathholen. wann unsere centschöpfen …

teufelholen

DWB

teufel·holen

teufelholen , n. 1 1) der fluch oder der fluchende schwur hol mich der teufel (II, 9, a ): weil ja nicht mehr ist ja, so soll das teuffelhol…

überholen

DWB

ueber·holen

überholen , v. A A. in untrennbarer verb. A@1 1) jemanden einholen, an geschwindigkeit übertreffen Adelung 4, 757 ; ereilen Heynatz antibarb…

unverholen

KöblerMhd

unver·holen

unverholen , (Part. Prät.=)Adj. nhd. „unverhohlen“, nicht verborgen, nicht heimlich, unverborgen, bekannt, offen, offenkundig, öffentlich Hw…

unvorhōlen

MNWB

unvorhōlen , -vorhālen , -verhōlen , -verhālen , adj. : unverhohlen, deutlich, „ Men sicht id ock wol vnuerhalen, wo he stedes vp syner dene…

verholen

DWB

ver·holen

verholen , verb. herbeiholen. selten, doch 1 1) mehrfach als kunstausdruck erhalten: nautisch ein schiff verholen, ein schiff mittels taues …

virholen

KöblerMhd

vir·holen

virholen , (Part. Prät.=)Adv. Vw.: s. verholene*

Ableitungen von holen (8 von 8)

beholen

KöblerMhd

beholen , sw. V. nhd. erwerben, erringen, behaupten, bewahren Hw.: vgl. mnl. behalen, mnd. behālen (1) Q.: GTroj, SHort (FB beholn), Flore (…

erholen

DWB

erholen , repetere, ahd. arhalôn, irholôn, mhd. erholn, vgl. das einfache wort. 1 1) wiederholen, wider erholen, von neuem sagen: mehr erhol…

geholen

KöblerMhd

geholen , sw. V. nhd. holen, erwerben, verdienen, herbeiführen Vw.: s. ūz- Hw.: vgl. mnl. gehalen Q.: EvSPaul (FB geholn), Krone, Lanc, RhMl…

holene

KöblerMhd

holene , (Part. Prät.=)Adv. nhd. heimlich, verborgen Q.: Serv (um 1190) E.: s. helen W.: nhd. DW- L.: Lexer 92a (holne), MWB 2, 1665 (holne)…

verholen

DWB

verholen , verb. herbeiholen. selten, doch 1 1) mehrfach als kunstausdruck erhalten: nautisch ein schiff verholen, ein schiff mittels taues …

verholene

KöblerMhd

verholene , (Part. Prät.=)Adv. nhd. verhohlen, verhohlenerweise, geheim, heimlich, verborgen, im Geheimen, im Stillen, beiseite ÜG.: lat. in…

verholenlich

DWB

verholenlich , adj. und adv. verborgen: verhölen-, verhollen-lich, tacite Dief. 571 b ( gemma gemmarum Augsb. 1512).

zerholen

RhWB

zer-holen: sich z., sich abmühen Prüm .