Eintrag · Rheinisches Wb.
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holen II Rhfrk uNahe innerh. des bei hohl angegebenen Geb. hōlə, dǫu hēlšt, e hēlt, Part. gəhōl; sonst Hunsr hūlə, dǫu hīlšt, e hīlt, Part. gəhūl(t) [südl. des Soonw hier u. da hulə, dǫu hilšt; SWend -ō-, NWend -ū-, nach Ottw zu -o-; die 3. Pers. Sg. mit Umlaut hīlt, –ē-, –i-, –e- (u. so auch mit Umlaut im ganzen Geb. --, –ø-); doch ohne Umlaut -ō- vom SOWend an an der Nahe]; im Saargeb. hǫlə, –o-; in Saarl ho·l.ən, dǫu helšt, Part. gəhol [-ǫ·l.-, dǫu hęlšt im NO u. NW von Saarl; -:l- Berus, Altforw; -ø·l.- n. Kerprich-Hemmersd OLimbg Itzb u. Diefflen Nalb Bilsd Piesb]; Merz, Saarbg -o-, –ø- (s. hohl); WMosfrk -ōl-, dou hēlst, Prät. hōlt, Part. gəhōlt [-l- Trier-Kenn; -ū-, –u- Wittl; -ūă-, –ōă- Bitb]; OMosfrk -o·l.-, –u·l.-; Rip -ǫ·l.-, Imperat. hǫl, dū hlts, Prät. hǫlt, Conj. --, hier u. da auch --, Part. jəhǫlt [Aach hələ, dū həlts, Prät. hələt; Aach-Warden Part. jəhlt]; Eup-Stdt hōələ; Eup-Ld -:-; SNfrk hōələ, dū hlts, hę hǫlt, Prät. hǫldə, Part. jəhǫlt [in Rheydt auch --]; NBerg hǫlə, –ō- [Wermelsk Prät. hī:l, Pl. -lən]; Klevld hālə, he hęlt, Prät. hīl, Pl. -lə, Part. γəhalt [MülhRuhr hōlə, Prät. hī:l] schw.: 1. wie nhd., von einer weitergelegenen Stelle herbeischaffen Allg. a. im eigentl. Sinne, z. B. hul mer mol die Scher! Rhfrk, Allg. RA.: De Löck (Leute) ha für nüs Senn as für et h. on kriə MüEif. Besster fiərn jet ze h. äls noh nöcks ze krigen Köln-Poulh. De helt et esu weit, als en et kreit Bernk, Trier. Wat me wit hollt, dat schmackt got NBerg. Hol's wierer! sagt der Bauer, wenn er als Gast bei einem anderen war Hunsr; kommt, hollt et ink wiər; jojo, vie kommen ens, dann h. vie et wiər! Gummb, Allg. Holl dat hem, sos kret et Ben! es wird gestohlen Sieg. För enge jet us e Muslouch h. sein Letztes zur Linderung der Not des Nächsten hergeben Aach. — Mit best. sachl. Obj. RA.: De geht Zinse h. er bettelt Sieg-ODollend, Aach-Walh. He moss de Leider h. er singt schlecht, nicht hoch genug Köln. Die Goldamsel ruft: Pitter, hol Küahl (Kohl)! dann gibt es Regen Elbf. De hät sich en kal Nas gehollt ist angelaufen Kobl-Bend (u. so viele a. RA.). — De Fur (Furche) herush. tief pflügen Eusk-Friedrichsruh; unne heraush. Kreuzn-Eckw; et herush. Schleid-Nierf; dief eraush. Prüm. Dem moss mer de Wört met Hammel un Zang erush. Bergh-Bedbg. Dat Metz es esu scharf, dat ech der de Sil (Seele) domet eraush. kann es schneidet gut Ahrw-Sinzig. Do mosste heruth., wat mar dren sett gehörig ausschlachten MGladb. Herusholles mer! Zuruf beim Klickersp., der dem Rufer gestattet, seinen Klicker aus einer Vertiefung herauszuh. Bergh-Elsd. He hät et am Dut erömgehollt er wäre bald gestorben MüEif. Etwas (einen) heren-, heraf-, herbei-, heronner-, herüver-, beienander-, mith. usf. wie nhd. — Mit abstrakt. Obj. Sech de Pepsch h. den Keim zur tödlichen Krankheit Rip, Allg.; doə han ich mich äver ene Klätsch gehöllt bin stark erkältet Aach-Warden; hean hat sich do den Duckt (Tod) gehualt Bitb, Allg.; de hät sech den Dalles gehollt sich ruiniert, ist krank geworden Allg.; er hot sich de Abschei geholl dron es ist ihm zum Ekel geworden Saarbr; halt ou den Schaden es wer! sagt der scheidende Gast Geld; he het et Omh. (Atemholen) vergeten von einem Gestorbenen MülhRuhr, Allg.; din Äss (Arsch) höllt Kermes du bekommst Schläge Lennep-Radevormwald (u. so viele a. RA.). — Mit persönl. Obj.; et Kand h. von der Geburtshelferin gesagt; sich e K. h. sich schwängern lassen Bitb, Allg.; ne kodde (böser) Krom (Wochenbett) ös schlömmer als zwei Köngder h. zur Welt bringen Rip. Den Dokter h. den Arzt herbeirufen Allg. Do han mir de Spetzbof en et Haus gehollt den Bock zum Gärtner gemacht May. Den es got fir den Dut h. ze schecken der Langsame Merz-Bergen, Verbr. (s. Tod). Wenn dau mech net hölls, dan h. ech dech spricht das Ackerland Prüm-Mützenich. Enen harh. heranholen Grevbr-Hochneuk; enen gehüreg heranh. Allg.; ech h. dech gleich eröm! ich werde dir helfen (Drohung) Neuw-Kurtschd (u. so a. RA.). — Imperat. in Hetzrufen an den Hund: Holl enn (ihn) (holl'n, h. ne, h. ene); holle, ks, ks (kiss, kiss)! Allg.; holl se (hull's) Rhfrk, Mosfrk (hulls den Kerl! May-Polch); hullsch! Bernk-Mülh; hollecks (hu-)! Trier-Heidw Bierf Kenn, Wittl-Bruch, Goar-Alken, May-Ettring; holecksch! Merz-Mond; hölecksch! Merz-Losh; hullacks! Simm-Laub; hullacksch! May; hollitz! Wittl-Eisenschmitt; holl den Kerl! Allg.; holl e, h. e, h. e en der Bucks! Bernk-Maring; ks, ks (kiss, kiss; gsch, gsch) hol se, hol se (u. die übrigen o. genannten Entsprechungen)! Rhfrk, Mosfrk [zu hollecks, hu- ein Zeitw. holęgsən, –lə-, –lĭ-]: einen Hund h., anh. hetzen; einen Menschen h., ihn gegen einen anderen aufreizen, ihn zur Arbeit drängen, aneifern, drangsalieren Bitb, Wittl, Daun, Bernk, May (u. -lakš-), Neuw [gleich hullicks ich dich! ich hole dich, scherzh. zum Kinde Bernk-Zeltingen; einen holləcksche ihn prügeln Koch]. — Holl mer ne! ruft der Vater zu seinem Kinde, das anfängt, Freude am Laufen zu haben Saarbr-Sulzb. — Holl üver! Ruf zum Fährmann hin, um zum jenseitigen Ufer übergesetzt zu werden Rip, Allg.; wer diesen Ruf am Rhein erschallen lässt, kann gewärtig sein, dass ein Spassvogel von der anderen Seite ruft: Dohn de Botz (Hose) us on spreng drövver oder gangk ovven eröm! Sieg-ODollend; bleif möt der Nos driwer! Trier-Stdt; stek de Kopp tössen (zwischen) de Ben en roll drower! Emmerich. — Wat ene Halower! ein Grossmaul, jmd., der durch grosse Worte jmd. überzeugen will Mörs-Wallach; ein ungestümer Mensch Düss-Kaiserswerth; en Holalles der niemand etwas gönnt Saarbr; ene Holldich-Üverfalldich hastiger, ungestümer Mensch Bergh; hierhin auch die Wend.: Holl üver troll in Eile, Hals über Kopf uWupp, NBerg. — b. etwas besorgen, bes. durch Kauf; de kannst mer en Pund Zucker h. Hunsr, Allg.; an anem h., mo soll an esu Krämer neist h. Koch-Laub. RA.: Dat es och: legg an (lege Geld an) on holl miəh keine solide Ware MGladb-Rheind. — c. etwas stibitzen; o weh, drah nore de Appel dohin, wo d'en gehult host; mer konn nachts nicks me draus hänke losse, es werd em alles se leicht gehol; er hot Mut, ebbes ze h. die Absicht, zu stehlen Hunsr, Allg. RA.: Der höllt alles, wat net fas (agewasse) es, — wat sech net wehrt Rip, Allg. Wu de neist methelt, ment e, e hätt ebbes leie geloss Bernk-Merschd; wenn de nicks mot hät geholt, dann hät e jet leie losse Ahrw-Ramersb. — Etwas (einen) h., wegh., entführen, verhaften Allg. RA.: Do es wat te h. der Mann ist reich; do es necks te h. der Mann ist arm Mettm, Allg.; te Strole (Geld-Straelen) es necks te h.; lege (ledige) Schotteln en dar necks drin, der Düvel mag in Str. sin Geld. Der höllt et van de Labendigen der Wucherer, der hohe Preise fordert Rip, Allg. Wenn den Deiwel et Perd hat, kan en och den Zaum h. Trier-Mehring; hät der D. de Ovven gehollt, kann he och de Pif h. MülhRh (s. Teufel). Beər (wer) die (das hässliche Mädchen) nachts hellt, brengt se am Dag widder Kobl-Bend, Allg. De es dem Deubel ze schlech, sös hätte en lang gehollt; op et D. h. zo aufs letzte zu Sieg. Dech hollt der Preuss! du musst Soldat werden Allg. — Bes. in Flüchen, Beteuerungen, Ausrufen der Verwunderung; der Deivel so dech h.! Selfk, Allg.; holl dech der Düvel! Rip, Allg.; der D. mag mech iwig h. (auch holl mech i.) uWupp; de Guguck soll dech h.! Mosfrk, Allg.; hoəl dich der Schnider! Aach; holl der Schn. oder der Schn. holl! Düss; holl (mich) der Dausend! Allg.; holl der Sechs! Altk-Birken; meiner hölla (holla)! Saarl-Diefflen; dich soll die Kränk h.! Ottw-Schiffw; der Schwarrnutt hialt der de Kapp (Kopf)! Bitb-Betting; Gott holl dich, dat ich di Geld kriə! scherzh. beim Niesen Monsch-Witzerath; Kenger, hoəl! das ist doch etwas zu stark Heinsb-Tüddern; in folg. Fluchformeln verdöllt hoəl (noch net)! Heinsb, Geld; verdreit holl! Aach-Merkst; morelot hoəl! Heinsb-Laffeld. — d. sich h. α. sich ringen, balgen, streiten Goar, Zell, Saarbg-Nennig, Bitb-Mettend, Prüm-Schwirzh Weinsf, Aden-Bongard. — β. sich abmühen, abquälen mit etwas (einem), auch sech zerh. Prüm. — e. zum Ausdr. des Vorbereitens u. Beginnens einer Tätigkeit wird h. pleonastisch vorangestellt; holl on gangk en de Kerch; ich h. on mache mich ferdig für no de Bahn; gangk on holl on mach ne gode Kaffe MüEif; holl on gangk mot Prüm, Eif. — 2. im Rhfrk, Mosfrk bis zur rip. NEif (Monsch, Schleid, Ahrw, Rheinb) hinein (rrhn. bis zur Wied, darüber hinaus bis SSieg h. u. n. wechselnd) fehlt das Verbum nehmen; für dies tritt h. (Naheliegendes an sich nehmen) ein [im Saargeb., z. B. Sulzb selten nęmme, meist h.; Simm-Schlierschd im Spr.: h., wat nit verlor is, is ach nemme; Simm-Laub hat nemme neben h., bes. ver-, vor-, zunemme; es kommen in den Geb., wo nehmen neben h. steht, eigenartige begriffl. Vertauschungen vor, z. B. ich gehn in die Abdek Arznei nemme un dann holl ich se in Saarbr-Stdt; ich nemme me Vatter am Bahnhoff af hole ihn ab: e hät vell Geld egehollt eingenommen MüEif]; h. ös verboden o stehlen darf mer nöt; en hölt och alles, wat sich net wehrt; eich h. alles, blus kei Streich; do kannste Geft drof h.; der lo healt och liewer, als wie hean get; dau göfs gehol du wirst meine Frau; holl en! zu einem Mädchen, das einen Heiratsantrag hat; holl de Böchs (Büchse) möt! so hiess ein Trierer Original, auch Zuruf an einen eilig Vorübergehenden; der lesst sich net so leicht h. er ist schwer zu behandeln; der kann ebbes bei sich h. viel verzehren; en hellt se wie de Hohner de Wirm er greift sehr schnell zu beim Essen Bitb-NWeis; en hot die Strof of sich gehol; en Onlaf (Anlauf) h.; noch anen h. gehn ins Wirtshaus gehen; hol mer et net iwel; et holt mich wonder; en hot ke Maul voll mih zu sich gehol nichts gegessen; den hölt et Maul ger voll er prahlt; den hellt alles fir de Fuss eweg ist nicht wählerisch im Nehmen, Essen, Kaufen, Stehlen; sich en acht h.; ebbes mat an (in) de Kof (Kauf) h.; hol dich bei deiner Nos; der helt sich ger enen eraus er prahlt; sich ebbes heraush. erlauben; enen erbeih. vornehmen, bestrafen; enen erdurchh. gehörig vornehmen; enen fasth. arretieren; sich zesammenh.; geschenkt o widdergehol, dat ös gestohl; metgehollt aussehn zerrauft, abgeplagt usf. — Abl.: die Holerei, dat Gehols.
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Cotta, M. (2026). „holenii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/holenii/rhwb?formid=H06809
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Cotta, Marcel. „holenii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/holenii/rhwb?formid=H06809. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „holenii". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/holenii/rhwb?formid=H06809.
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