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Gedenken

mhd. bis spez. · 24 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
Anchors
34 in 24 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Gedenken

Bd. 1, Sp. 1399
Gedenken 1. Daran einer am meisten gedenckt vnd davon einer offt red, das hat er lieb. – Lehmann, 467, 100. 2. Der böss gedenckt, dem gibt Gott böss. – Lehmann, 240, 46. 3. Der gedenckt allweg zu sterben, der kan nimmermehr verderben. – Henisch, 1403, 46. 4. Es gedenkt mich auch noch, sagte des Schultheissen Frau im neuen Schurz und Kurssen, zu den Weibern, dass ich euersgleichen war. – Fischart, Gesch. »Sizt still, sizt still, sagt jenes Schultheissen Fraw im newen Schurtz vnd Kurssen zu den Weibern, die zu dem Evangeli auffstunden, es gedenckt mir auch, dass ich ewers gleichen war.« (Kloster, VIII, 279.) 5. Es ist einem andern gedacht vnd mir bescheret. – Henisch, 1403, 34; Gruter, I, 32. 6. Es mag einer gedencken, was er will, aber reden muss er, was sich gezimt. – Lehmann, 239, 27. 7. Gedenck an den Tag, den niemand vermeiden mag. – Henisch, 1405, 57. 8. Gedenck der vier letzten stuck, dess Todts, dess Gerichts, der Hölle vnd dess Himmels. – Henisch, 1405, 59. 9. Gedencken ist die beste Arznei vor ein schlecht Gedächtniss. Lat.: Saepe recordari medicamine fortius omni. (Seybold, 535.) 10. Gedenken der besten Zeit macht fliehn von Sünden weit. 11. Gedenken ist zollfrey. – Pauli, Schimpf, XXVIIb. 12. Ma koan gedencken, dass kroancken Loiten nich wul ist. – Gomolcke, 715; Frommann, III, 410, 398. 13. Vmb gedencken thut man niemand hencken. – Franck, II, 88a. 14. Er gedenckt, das sein Mutter ein Magd gewesen ist. – Henisch, 1405, 3. Lat.: Scit quomodo Jupiter duxerit Junonem. (Henisch, 1405, 4.) 15. Er gedenkt an den russischen Monat. (Posen.) Da das russische Jahr 13 Tage später beginnt, so endet es auch um so viel später. Man bedient sich nun dieses Sprichworts, wenn man gegen jemand einen Groll hat, ohne dass man, weil es die Umstände verbieten, die Strafe sofort in Vollzug setzen kann, um anzudeuten, dass aufgeschoben nicht aufgehoben sei, da es ja noch einen Monat hinter dem Jahre gebe. 16. Habt yhr meiner auch gedacht? – Agricola I, 488; Wurzbach II, 82. Wenn man jemandes in übelm Sinne gedenkt. Agricola führt zur Erklärung der Redensart Folgendes an: »Ein Hertzog von Brunschwig hat einen vogt gehabt zu Wolffenbüttel. Dieser ist von seines herren wegen ynn der stadt vil leutten schuldig gewesen. Nur batten yhn die leutte, denen er schuldig war, er wolle yhr gedencken gegen dem Fursten vnnd anhalten, dass sie mochten bezalt werden. Wenn er nun von Wolffenbuttel ausszoge nach der Stadt zu, vnd vber die schlossbrucken reyt, sagte er: Alle plagen gehen den an, welcher mich heut manen wird. Die leutte fragten yhn, ob er yhr auch gedacht hette. Da sagte er: Ja, heut gedacht ich ewer, da ich daheym vber die brucke reytt. Es war aber ynn keinem guten (Sinn) geschehen.« 17. Hettestu seiner ehe gedacht, er were ehe kommen. – Tappius, 46a. 18. Ich gedencks also bei mir selbs. – Franck, II, 94a. 19. Ich werde dir's gedenken. – Struve, II, 29. 20. Man gedencks nicht so lang, als der Schnee im Mertzen ligt. – Lehmann, 780, 7. 21. Man gedenckt sein, wie dess Pilatus ym Credo. – Agricola I, 633; Gruter, I, 56; Henisch, 1405, 24; Guttenstein, I, 138; Schottel, 1138b. Wenn man jemandes nur von einer übeln Seite erwähnt. Anspielung auf die Worte im Glauben: »Gelitten unter Pontio Pilato«, wo zwar dem Pilatus ein Gedächtniss gesetzt ist, aber nicht gerade zu seiner Verherrlichung. 22. Man gedenckt seiner, wie dess Bileams in Mose, Judai in der Passion und dess Pilati im Credo. – Mathesy, 395a. »Zur Schmach und Schande.« 23. Man gedenkt seiner, wie eines bösen Pfennigs. 24. Ni gedocht und nie gebrocht. Jüdisch-deutscher Fluch. 25. 'S gedenkt mich nôg ungeschân ze sin, das Dink. (Schles.) – Frommann, III, 247, 213. 26. War koan a oalles gedencken! – Gomolcke, 1060. [Zusätze und Ergänzungen] 27. Man gedenkt seiner im Vaterunser. D.h. in der siebenten Bitte. 28. So wenig gedenken als das Wasser, das vorüber gehet. – Hiob 11, 16; Fabricius, 28.
3921 Zeichen · 103 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gedenkenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    gedenken stn. das denken. mit herzen unt mit gedenken MS. 2,184. b. ir sin, ir muot, ir gedenken kan vor mînen gedanken …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gedenkenN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    gedenken , N. nhd. Denken, Gedenken Vw.: s. minschen- Hw.: s. denken (2); vgl. mhd. gedenken (2) E.: s. gedenken (1), ge…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gedênken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Gedênken , verb. irreg. act. (S. Adelung Denken ,) welches in allen den Bedeutungen gebraucht wird, in welchen dieses ei…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gedenken

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    gedenken durchgehend auch -ck- (oft eigenh); gut 2500 Belege, üb die Hälfte in Br; bes hoch belegt die Punkte 2, 4 (sa ‘…

  5. modern
    Dialekt
    gedenken

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    gedenken Band 3, Spalte 3,1548f.

  6. Sprichwörter
    Gedenken

    Wander (Sprichwörter)

    Gedenken 1. Daran einer am meisten gedenckt vnd davon einer offt red, das hat er lieb. – Lehmann, 467, 100. 2. Der böss …

  7. Spezial
    Gedenken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    Ge|den|ken n. (-s) recort (-rc) m. , comemoraziun (-s) f. ▬ jdm. ein gutes Gedenken bewahren mantigní n bun recort de va…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gedenken

28 Bildungen · 3 Erstglied · 23 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von gedenken

ge- + denken

gedenken leitet sich vom Lemma denken ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gedenken 2 Komponenten

ged+enken

gedenken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gedenken‑ als Erstglied (3 von 3)

gedenkenheit

MWB

gedenken·heit

gedenkenheit stF. ‘Überlegtheit’ [derjenige] ist gar von dorheiter frechikeit / und uber wenig in gedenckenheit / der durch zorn sich wilt r…

Gedenkensart

GWB

gedenken·sart

Gedenkensart Denkweise Ich überdachte die neun Jahre Zeit die ich hier [ Weim ] zugebracht habe und die mancherley Epochen meiner Gedenckens…

gedenken als Zweitglied (23 von 23)

ingedenken

KöblerMnd

*ingedenken , sw. V. nhd. eingedenken, gedenken Hw.: s. ingedenkich, indenken, vgl. mhd. īngedenken W.: s. nhd. eingedenken, sw. V., eingede…

mitegedenken?

KöblerMhd

*mitegedenken? , V. nhd. „mitgedenken“, mitdenken E.: s. mite, gedenken W.: nhd. DW-

ane gedenken

Lexer

ane·gedenken

ane gedenken an etw. denken ob got die sælde mîn angedenket unde mîniu leit Dietr. 8723 ;

angedenken

DWB

ange·denken

angedenken , n. memoria, gleichviel mit andenken: lasz sich dein herz nicht mehr bekränken von deiner eltern angedenken. Weckherlin 352 ; nu…

Mannsgedenken

Campe

manns·gedenken

Х Das Mannsgedenken , — s , o. Mz . ein Wort wie Menschengedenken, das Denken, Gedenken, Erinnern eines Mannes und eine Zeit, so weit er sic…

menschengedenken

DWB

menschen·gedenken

menschengedenken , n. wie menschendenken 1, vergl. auch menschengedächtnis; in den formeln bei, seit menschengedenken: bei menschengedenken,…

minschengedenken

KöblerMnd

minsche·n·gedenken

minschengedenken , N. nhd. Menschengedenken E.: s. minsche (1), gedenken (2) W.: s. nhd. Menschengedenken, N., Menschengedenken, DW 12, 2048…

mitegedenken

KöblerMhd

mite·gedenken

mitegedenken , st. N. nhd. „Mitgedenken“, Mitdenken Q.: JvFrst2 (1340-1350) (FB mitegedenken) E.: s. mite, gedenken W.: nhd. DW-

nachgedenken

DWB

nach·gedenken

nachgedenken , verb. gleich nachdenken. mit dativ: ich gedachte im nach, das ichs begreiffen möchte, aber es war mir zu schwer. ps. 73, 16 ;…

nāchgedenken

KöblerMhd

nāchgedenken , sw. V. nhd. nachdenken Q.: Enik (um 1272), Ot, Schürebr (FB nāch gedenken) E.: s. nāch, gedenken

volgedenken

KöblerMhd

volge·denken

volgedenken , sw. V. nhd. zu Ende denken Hw.: s. voldenken E.: s. voldenken W.: nhd. DW- L.: Hennig (volgedenken)

vüregedenken

KöblerMhd

vüregedenken , sw. V. nhd. im voraus denken, vorsorgen, vorherbestimmen Hw.: s. vüredenken Q.: Teichn (FB vürgedenken), Berth (um 1275) E.: …

vürgedenken

KöblerMhd

vürgedenken , st. N. Vw.: s. vüregedenken* (2)

wëhselgedenken

Lexer

wehsel·gedenken

wëhsel-gedenken stn. ir w. daʒ kan sich nâhe smücken Msh. 1,208 a . daʒ mir villîht in mînem w. ouch alsô geschên möcht Beisp. 15,18.

widergedenken

KöblerMhd

wider·gedenken

widergedenken , sw. V. nhd. „widergedenken“ Hw.: vgl. mnl. wedergedenken Q.: KvMSel (1359) (FB wider gedenken) E.: s. wider, gedenken W.: nh…

wolgedenken

KöblerMhd

wolge·denken

wolgedenken , sw. V. nhd. „wohlgedenken“ Q.: Gnadenl (1390?) (FB wolgedenken) E.: s. wol (2), gedenken (1) W.: nhd. DW- L.: FB 476b (wolgede…

wünschelgedenken

KöblerMhd

wünschelgedenken , st. N. nhd. Wunschgedenken Q.: BvH (1212-1242) E.: s. wünschel, gedenken (2) W.: nhd. DW- L.: LexerHW 3, 998 (wünschelged…

zuo gedenken

Lexer

zuo·gedenken

zuo gedenken BMZ mit dat. u. gen. swer dâ crankes zuo gedenket allen wîben Singenb. 235,7. ob si im des zuo gedæhte Engelh. 1960. du hætest …

īngedenken

KöblerMhd

īngedenken , sw. V. nhd. eingedenken Hw.: vgl. mnd. *ingedenken? Q.: WvÖst (1314) (FB īn gedenken) E.: s. īn, gedenken W.: s. nhd. (ält.) in…

Ableitungen von gedenken (2 von 2)

Ungedenken

Campe

Das Ungedenken , — s , o. Mz. s. Uneingedenken .

urgedenken

DWB

urgedenken , substantivierter inf., n. in dem ausdruck seit u. ( urdenklicher zeit ) ; vgl. urdenklich und menschengedenken: Herm. Kurz sonn…