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Gedênken

mhd. bis spez. · 24 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
34 in 24 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Gedênken

Bd. 2, Sp. 464
Gedênken, verb. irreg. act. (S. Denken,) welches in allen den Bedeutungen gebraucht wird, in welchen dieses einfache Zeitwort üblich ist. 1. Eigentlich, Vorstellungen mit Bewußtseyn haben; so wohl 1) absolute, wo doch denken im Hochdeutschen üblicher ist. Ich gedachte, vielleicht ist keine Gottesfurcht an diesen Orten, 1 Mos. 20, 11; und so in vielen andern Stellen mehr. Im Oberd. sagt man auch häufig, ich gedenke mir, für: ich denke bey mir selbst. Unfallo gedacht ihm, Theuerd. Als auch, 2) in Rücksicht auf einen besondern Gegenstand, mit dem Vorworte[] worte an. Woran gedenken sie? Wenn er sein Wort Ein Mahl gegeben hat, so ist an keinen Widerruf zu gedenken, so ist kein Widerruf zu hoffen. Im Oberdeutschen auch mit der zweyten Endung. Gedenk ich deiner Treu, Günth. 2. Figürlich, mit verschiedenen Nebenbegriffen. 1) Für dafür halten, glauben, vermuthen, wo das einfache denken im Hochdeutschen gleichfalls üblicher ist. Ich gedachte, ich möchte vielleicht sterben müssen, 1 Mos. 26, 9. 2) Sich eine vergangene oder abwesende Sache vorstellen, für erinnern. Bey Menschen Gedenken, so lange Menschen denken, d. i. sich erinnern können. Der Gegenstand bekommt am häufigsten das Vorwort an. Ich wollte wünschen, daß sie an die Fabel von dem Knaben gedächten, Gell. Die Haut schauert mir noch, wenn ich daran gedenke. Ich gedenke nicht mehr daran. Du sollst an mich gedenken. Ingleichen mit dem Nebenbegriffe der thätigen Erweisung dieser Erinnerung, besonders in der biblischen Schreibart. Gedenke, daß du den Sabbath heiligest. Gedenke an deinen Schöpfer in deiner Jugend. Im Oberdeutschen sehr häufig auch mit der zweyten Endung der Sache. Gedenke meiner, wenn dirs wohl geht, 1 Mos. 40, 14. Des Herrn gedenken, Es. 46, 9; und so in vielen andern Stellen mehr. 3) Erwähnen; in welcher Bedeutung es häufiger gebraucht wird, als das einfache denken, und alsdann die zweyte Endung der Sache bekommt. Eines im Besten gedenken. Eines in seinem Gebethe gedenken. Eines in allen Ehren gedenken. Dessen nicht zu gedenken. Er gedenkt der Freundschaft mit keinem Worte. Sein werd in aller Welt gedacht, Gell. Zuweilen auch mit der vierten Endung. Ich wills nicht mehr gedenken. In eben diesem Verstande wird auch das Mittelwort gedacht von Dingen gebraucht, deren man vorher Erwähnung gethan hat. Er ließ sich den gedachten Antrag gefallen. Obgedacht, mehrgedacht, in den Kanzelleyen, wofür in denselben, besonders im Oberdeutschen, auch wiederhohlt, mehrbemeldet, ermeldet, erhohlt, gleich erhört, oberzählt, obangezogen, vorangeregt, vorangedeutet, vorentworfen, eröftert, erdeutet, vorersagt, besagt, hierobig, erst erwähnt, oft berührt u. s. f. üblich sind. 4) Nachdenken, überlegen; wo doch im Hochdeutschen denken üblicher ist. 5) Hoffen. Gedenken sie mit ihrer Braut eine zufriedene Ehe zu führen? Gell. Wir gedenken alle alt zu werden, Sir. 8, 7. 6) Vorhaben, Willens seyn. Ich gedenke eine Reise zu thun. Wo gedenken sie hin? Ihr gedachts böse mit mir zu machen, 1 Mos. 50, 20. Sie gedachten mich zu erwürgen, Richt 20, 5; und so in andern Stellen mehr, wo es in dieser Bedeutung auch einige Mahl mit den Vorwörtern über und wieder vorkommt. 7) Einem etwas gedenken, den Beleidiger die Folgen des Andenkens an eine Beleidigung empfinden lassen, sich dafür künftig an ihm rächen. Ich will es ihm schon noch gedenken. Ich gedenke es dir gewiß. In welchem Verstande das einfache denken nicht gebraucht wird. Anm. Schon bey dem Ottfried githenkan. S. das einfache Denken. Statt der im Oberdeutschen üblichen Zusammensetzungen, Gedenkmahl, Gedenkpfennig, Gedenkspruch, Gedenkzeichen, Gedenkzettel u. s. f. sind im Hochdeutschen die einfachern Denkmahl, Denkpfennig u. s. f. gewöhnlicher.
3701 Zeichen · 78 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    gedenkenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    gedenken stn. das denken. mit herzen unt mit gedenken MS. 2,184. b. ir sin, ir muot, ir gedenken kan vor mînen gedanken …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    gedenkenN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    gedenken , N. nhd. Denken, Gedenken Vw.: s. minschen- Hw.: s. denken (2); vgl. mhd. gedenken (2) E.: s. gedenken (1), ge…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gedênken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Gedênken , verb. irreg. act. (S. Adelung Denken ,) welches in allen den Bedeutungen gebraucht wird, in welchen dieses ei…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gedenken

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    gedenken durchgehend auch -ck- (oft eigenh); gut 2500 Belege, üb die Hälfte in Br; bes hoch belegt die Punkte 2, 4 (sa ‘…

  5. modern
    Dialekt
    gedenken

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    gedenken Band 3, Spalte 3,1548f.

  6. Sprichwörter
    Gedenken

    Wander (Sprichwörter)

    Gedenken 1. Daran einer am meisten gedenckt vnd davon einer offt red, das hat er lieb. – Lehmann, 467, 100. 2. Der böss …

  7. Spezial
    Gedenken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    Ge|den|ken n. (-s) recort (-rc) m. , comemoraziun (-s) f. ▬ jdm. ein gutes Gedenken bewahren mantigní n bun recort de va…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gedenken

28 Bildungen · 3 Erstglied · 23 Zweitglied · 2 Ableitungen

Ableitung von gedenken

ge- + denken

gedenken leitet sich vom Lemma denken ab mit Präfix ge-.

Zerlegung von gedenken 2 Komponenten

ged+enken

gedenken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gedenken‑ als Erstglied (3 von 3)

gedenkenheit

MWB

gedenken·heit

gedenkenheit stF. ‘Überlegtheit’ [derjenige] ist gar von dorheiter frechikeit / und uber wenig in gedenckenheit / der durch zorn sich wilt r…

Gedenkensart

GWB

gedenken·sart

Gedenkensart Denkweise Ich überdachte die neun Jahre Zeit die ich hier [ Weim ] zugebracht habe und die mancherley Epochen meiner Gedenckens…

gedenken als Zweitglied (23 von 23)

ingedenken

KöblerMnd

*ingedenken , sw. V. nhd. eingedenken, gedenken Hw.: s. ingedenkich, indenken, vgl. mhd. īngedenken W.: s. nhd. eingedenken, sw. V., eingede…

mitegedenken?

KöblerMhd

*mitegedenken? , V. nhd. „mitgedenken“, mitdenken E.: s. mite, gedenken W.: nhd. DW-

ane gedenken

Lexer

ane·gedenken

ane gedenken an etw. denken ob got die sælde mîn angedenket unde mîniu leit Dietr. 8723 ;

angedenken

DWB

ange·denken

angedenken , n. memoria, gleichviel mit andenken: lasz sich dein herz nicht mehr bekränken von deiner eltern angedenken. Weckherlin 352 ; nu…

Mannsgedenken

Campe

manns·gedenken

Х Das Mannsgedenken , — s , o. Mz . ein Wort wie Menschengedenken, das Denken, Gedenken, Erinnern eines Mannes und eine Zeit, so weit er sic…

menschengedenken

DWB

menschen·gedenken

menschengedenken , n. wie menschendenken 1, vergl. auch menschengedächtnis; in den formeln bei, seit menschengedenken: bei menschengedenken,…

minschengedenken

KöblerMnd

minsche·n·gedenken

minschengedenken , N. nhd. Menschengedenken E.: s. minsche (1), gedenken (2) W.: s. nhd. Menschengedenken, N., Menschengedenken, DW 12, 2048…

mitegedenken

KöblerMhd

mite·gedenken

mitegedenken , st. N. nhd. „Mitgedenken“, Mitdenken Q.: JvFrst2 (1340-1350) (FB mitegedenken) E.: s. mite, gedenken W.: nhd. DW-

nachgedenken

DWB

nach·gedenken

nachgedenken , verb. gleich nachdenken. mit dativ: ich gedachte im nach, das ichs begreiffen möchte, aber es war mir zu schwer. ps. 73, 16 ;…

nāchgedenken

KöblerMhd

nāchgedenken , sw. V. nhd. nachdenken Q.: Enik (um 1272), Ot, Schürebr (FB nāch gedenken) E.: s. nāch, gedenken

volgedenken

KöblerMhd

volge·denken

volgedenken , sw. V. nhd. zu Ende denken Hw.: s. voldenken E.: s. voldenken W.: nhd. DW- L.: Hennig (volgedenken)

vüregedenken

KöblerMhd

vüregedenken , sw. V. nhd. im voraus denken, vorsorgen, vorherbestimmen Hw.: s. vüredenken Q.: Teichn (FB vürgedenken), Berth (um 1275) E.: …

vürgedenken

KöblerMhd

vürgedenken , st. N. Vw.: s. vüregedenken* (2)

wëhselgedenken

Lexer

wehsel·gedenken

wëhsel-gedenken stn. ir w. daʒ kan sich nâhe smücken Msh. 1,208 a . daʒ mir villîht in mînem w. ouch alsô geschên möcht Beisp. 15,18.

widergedenken

KöblerMhd

wider·gedenken

widergedenken , sw. V. nhd. „widergedenken“ Hw.: vgl. mnl. wedergedenken Q.: KvMSel (1359) (FB wider gedenken) E.: s. wider, gedenken W.: nh…

wolgedenken

KöblerMhd

wolge·denken

wolgedenken , sw. V. nhd. „wohlgedenken“ Q.: Gnadenl (1390?) (FB wolgedenken) E.: s. wol (2), gedenken (1) W.: nhd. DW- L.: FB 476b (wolgede…

wünschelgedenken

KöblerMhd

wünschelgedenken , st. N. nhd. Wunschgedenken Q.: BvH (1212-1242) E.: s. wünschel, gedenken (2) W.: nhd. DW- L.: LexerHW 3, 998 (wünschelged…

zuo gedenken

Lexer

zuo·gedenken

zuo gedenken BMZ mit dat. u. gen. swer dâ crankes zuo gedenket allen wîben Singenb. 235,7. ob si im des zuo gedæhte Engelh. 1960. du hætest …

īngedenken

KöblerMhd

īngedenken , sw. V. nhd. eingedenken Hw.: vgl. mnd. *ingedenken? Q.: WvÖst (1314) (FB īn gedenken) E.: s. īn, gedenken W.: s. nhd. (ält.) in…

Ableitungen von gedenken (2 von 2)

Ungedenken

Campe

Das Ungedenken , — s , o. Mz. s. Uneingedenken .

urgedenken

DWB

urgedenken , substantivierter inf., n. in dem ausdruck seit u. ( urdenklicher zeit ) ; vgl. urdenklich und menschengedenken: Herm. Kurz sonn…