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Fliegen

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Fliegen

Bd. 6, Sp. 691
Fliegen, die Ortsbewegung von Tieren in der Luft. Das F. ist an eine besondere Organisation des Tierkörpers geknüpft und kommt hauptsächlich Insekten und Vögeln zu; doch auch einige Säugetiere sowie der fliegende Fisch vermögen sich in der Luft zu bewegen, und der Mensch hat sich andauernd mit der Aufgabe beschäftigt, mittels künstlicher Flügel oder sonstiger Vorrichtungen die Luft zu durchschiffen. Die erwähnte besondere Organisation des Tierkörpers ist ganz allgemein so beschaffen, daß ausgedehnte Flächen in Gestalt von Flügeln (s. d.) die Luft schnell und kräftig zusammendrücken, und daß der Widerstand, der sich bei dieser Arbeit den Flügeln entgegenstellt, als Stützpunkt für die Bewegung dient. Hierbei wirken diese Flächen ganz allgemein als einarmige Hebel, so daß schon eine geringe Bewegung an dem am Tierkörper befestigten einen Ende des Hebels (Grund des Flügels) einen sehr bedeutenden Ausschlag des andern Endes (Flügelspitze) bewirkt. Bei den Insekten ist das Flugvermögen am großartigsten entwickelt. Ihre Muskeln besitzen eine Leistungsfähigkeit, die in der ganzen Tierwelt unerreicht dasteht; in einer einzigen Sekunde vermögen sie sich mehrere hundert Male zusammenzuziehen, und dies ermöglicht, daß der im übrigen mit einer bedeutenden spezifischen Schwere begabte Insektenkörper mit unglaublicher Geschwindigkeit dahinschießen kann. Fliegen überholen das schnellfüßigste Pferd, und den in vollster Bewegung befindlichen Zug verfolgen Insekten und fliegen in die Eisenbahnwagen hinein. Durch die schnelle Flügelbewegung der Insekten wird vielfach ein Ton erzeugt, der um so höher liegt, je größer die Zahl der Flügelschläge ist. Aus der Höhe des Tones läßt sich berechnen, daß die Brummfliege 350, die Biene aber 440 Flügelschläge in einer Sekunde ausführt. Marey benutzte zur Bestimmung der Zahl der Flügelschläge eine mit einem berußten Papiermantel versehene kleine Metalltrommel, die sich mit gleichmäßiger und genau bekannter Geschwindigkeit um ihre Achse dreht. Das Insekt, dessen Flügelschläge gezählt werden sollen, wird derartig gehalten, daß die Flügelspitzen bei ihrer Bewegung das berußte Papier ganz leicht streifen. Jeder Flügelschlag erzeugt einen hellen Punkt auf dunkelm Grund, und aus der Zahl dieser Punkte läßt sich die Zahl der Flügelschläge bestimmen. Marey fand, daß die Fliege 240–321, die Hummel 240, Biene 190, Wespe 110, Libelle 28, Kohlweißling 9 Flügelschläge in der Sekunde ausführt. Bei den Vögeln wird das F. durch den Bau des Knochengerüstes und die außerordentliche Entwickelung der Brustmuskeln begünstigt. Die Schulter erhält durch die sehr stark entwickelten, vorn miteinander verwachsenen Schlüsselbeine (Gabelbein) eine feste Verbindung mit dem Rumpf. Die Lufträume in den Knochen und die in Brust- und Bauchhöhle vorhandenen Luftsäcke erleichtern durch die Verringerung des spezifischen Gewichts des Tieres den Flug. Marey ist es gelungen, mit Hilfe eines photographischen Revolverapparats ähnlich demjenigen, den Muybridge zum Studium der Gangarten des Pferdes benutzte, fliegende Vögel zu photographieren (s. Chronophotographie). Exakte Aufnahmen dieser Art ermöglichen eine Analyse der Flugbewegungen, wie sie bisher mit Hilfe von andern Methoden nicht zu erzielen war (s. Abbildung, S. 691). Unter den Säugetieren besitzen die Fledermäuse eine ziemlich vollkommene Einrichtung zum Flug. Andre Tiere, z. B. das fliegende Eichhörnchen, sind zwar mit Flughäuten ausgestattet, vermögen diese aber nur nach Art eines Fallschirms zu benutzen. Der fliegende Fisch erhält sich mit Hilfe seiner stark entwickelten Brustflossen, die hierbei schräg zum Horizont gestellte Ebenen darstellen und nach Art des Papierdrachen wirken, einige Zeit über dem Wasser, nachdem der Körper zunächst mit großer Kraft aus dem Wasser emporgeschnellt worden ist. Die Stubenfliege durchfliegt in der Sekunde 1,6 m, die Saatkrähe 8–12, die Haustaube 13, die Brieftaube 17–30, der Adler 24, die Mauerschwalbe 36, die Hausschwalbe bis 60 und die Rauchschwalbe bis 90 m. Vgl. Borelli, De motu animalium (Rom 1680); Pettigrew, Die Ortsbewegung der Tiere (deutsch, Leipz. 1875); Marey: La machine animale (Par. 1878), Le vol des oiseaux (1889) und Le mouvement (1894); Strasser, Über den Flug der Vögel (Jena 1885); Müllenhoff, Die Ortsbewegungen der Tiere (Berl. 1885); Derselbe, Die Größe der Flugflächen und die Größe der Flugarbeit (in der »Zeitschrift des Deutschen Vereins für Luftschiffahrt«,1885); Parseval, Die Mechanik des Vogelflugs (Wiesb. 1889); Lilienthal, Der Vogelflug (das. 1889); Winter, Der Vogelflug (Münch 1894); Ahlborn, Zur Mechanik des Vogelflugs (Hamb. 1896).
4631 Zeichen · 39 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fliegen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Fliegen , verb. irreg. neutr. welches das Hülfswort seyn, zu sich nimmt; ich fliege, du fliegst (Oberd. fleugst), er fli…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fliegen

    Goethe-Wörterbuch

    fliegen rd 160 Belege, überwiegend in der Dichtung; Perf ‘hänt gefloge’ 1,153 Schweizerlied 22 1 aus eigener Kraft bzw d…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fliegen

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +3 Parallelbelege

    Fliegen (Muscidae) , eine große Insektenfamilie aus der Ordnung der Zweiflügler, mit deutlichem, eingezogenem u. geknick…

  4. modern
    Dialekt
    fliegen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    fliege n [flìakə Su. ; flíkə M. ; flìajə: flìaj, flìaj, flìajt, Part. kflòjə Dü. ; flìèjə: flí, flí, flít, flièjə, Par…

  5. Sprichwörter
    Fliegen

    Wander (Sprichwörter)

    Fliegen 1. Das Fliegen geht an, aber das Niedersitzen ist des Teufels, sagte der junge Fuchs, als er vom Thurm herabgefl…

  6. Spezial
    fliegen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    flie|gen (flog, geflogen) I vb.intr. 1 (mit Flügeln) joré (jora) 2 (mit dem Flugzeug reisen) joré (jora), tó le fligher,…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fliegen

237 Bildungen · 202 Erstglied · 28 Zweitglied · 7 Ableitungen

fliegen‑ als Erstglied (30 von 202)

Fliegenänte

Adelung

Die Fliegenänte , plur. die -n, ein Nahme der Mooränte, weil sie über dem Wasser fliegt, und die Fliegen wegfängt; Anas muscaria Klein .

fliegenbaum

DWB

fliegen·baum

fliegenbaum , m. ulmus campestris, wol weil aphis ulmi dicht darauf zu sitzen pflegt.

Fliegenbein

Wander

fliegen·bein

Fliegenbein Aus Fliegenbeinen Haarsiebe machen. Sich kunstvoller, aber nutzloser Arbeit befleissigen. Lat. : Aranearum telas texere. ( Erasm…

Fliegenblumen

Meyers

fliegen·blumen

Fliegenblumen (hierzu Tafel »Fliegen- und Schneckenblumen«), Blumen, die an eine Übertragung des Blütenstaubes durch Fliegen angepaßt sind. …

Fliegenböbchen

RhWBN

Fliegen-böbchen -y-, –i- Meis-Schweinschd , Saarl-Diefflen n.: Marienkäfer.

Fliegende Blätter

Meyers

fliegend·e·blaetter

Fliegende Blätter , humoristisches illustriertes Wochenblatt, das seit 1844, von den Holzschneidern Kaspar Braun (s. d. 11) und Friedrich Sc…

fliegen als Zweitglied (28 von 28)

abfliegen

DWB

abfliegen , avolare, nnl. afvliegen, wegfliegen: der vogel ist vom neste, dache abgeflogen. der pfeil von der sehne. der hut flog ihm vom ko…

anfliegen

DWB

anfliegen , advolare, nnl. aanvliegen, herzufliegen: der storch fliegt an; der adler fliegt gegen die sonne an; die sperlinge kommen haufenw…

auffliegen

DWB

auf·fliegen

auffliegen , evolare, nnl. opvliegen, in die luft fliegen: alle vögel fliegen auf; der pulverthurm ist aufgeflogen; das haus muste im feuer …

ausfliegen

DWB

aus·fliegen

ausfliegen , evolare, nnl. uitvliegen: liesz einen raben ausfliegen. 1 Mos. 8, 8 ; der guckuk wolt ausfliegen. Uhland 44 ; er ist sein tag v…

befliegen

DWB

befliegen , volare aliquo, volando attingere: der nie beflogne gipfel. Haller; voll neun tage beflogen das heer die pfeile des gottes. Bürge…

Dahérfliegen

Campe

daher·fliegen

△ Dahérfliegen , v. intrs. unregelm. ( s. Fliegen), mit sein, sich fliegend nahen. »Und er fuhr auf dem Cherub und flog daher.« 2 Sam. 22, 1…

Draufliegen

Wander

drauf·liegen

Draufliegen A lät droffe wü der Jûd of d'r Kue. ( Oesterr.-Schlesien. ) – Peter, 453.

Dreinfliegen

Wander

drein·fliegen

Dreinfliegen Fliegt d' Eini dry, fliegt d' Andri drus. – Gotthelf, Uli der Knecht, 288.

durchfliegen

DWB

durch·fliegen

durchfliegen , pervolare. 1 1. untrennbar. 1@a a. mit flügeln sich fortbewegen. der adler durchfliegt die lüfte. die vögel durchfliegen den …

einfliegen

DWB

ein·fliegen

einfliegen , involare, nnl. invliegen: die tauben sind eingeflogen; käfer fliegen durch das fenster ein und aus; den eingeflognen vogel fang…

empfliegen

KöblerMhd

empfliegen , st. V. Vw.: s. entvliegen

enpfliegen

KöblerMhd

enpfliegen , st. V. Vw.: s. entvliegen

entfliegen

DWB

ent·fliegen

entfliegen , evolare, nnl. ontvliegen, allgemeiner als ausfliegen, das bestimmt auf die entfernung von innen geht: der vogel entfliegt dem n…

erfliegen

DWB

erf·liegen

erfliegen , volando contingere, mhd. ervliegen: die spîse ervloug ein sprinzelîn. Parz. 622, 13 ; und schickten aus den rappen, die wälde zu…

fortfliegen

DWB

fort·fliegen

fortfliegen , 1 1) pergere volare: die brieftaube fliegt den ganzen tag fort; schon fleugt es fort wie wetterleucht. Schiller 7 a ; und scho…

Herumfliegen

Campe

herum·fliegen

Herumfliegen , v. intrs . u. ntr . unregelm. ( s. Fliegen ) mit sein . 1) Um einen Ort, um eine Sache, dem ganzen Umfange nach, fliegen; eig…

Hinausfliegen

Wander

hinaus·fliegen

Hinausfliegen Du wirst ärschlich und halslich hinausfliegen. ( Kamnitz in Nordböhmen. ) Drohung, einen an die Luft setzen zu wollen.

hinfliegen

DWB

hin·fliegen

hinfliegen , verb. nach einer vom sprechenden abliegenden richtung fliegen: liebchen, ach! im starren bande zwängen sich die freien lieder, …

mitfliegen

DWB

mit·fliegen

mitfliegen , verb. am fliegen theilnehmen: er flog Mathias siegesflug mit. Schiller hist.-krit. ausg. 2, 248 ( räuber, trauersp. 2, 5).

nachfliegen

DWB

nach·fliegen

nachfliegen , verb. fliegend oder wie fliegend nachfolgen: die mücken fliegen dem honig nach, der habicht fleugt dem raube nach. Stieler 512…

überfliegen

DWB

ueber·fliegen

überfliegen , v. transvolare. wie beim simplex findet sich auch hier vereinzelt vermischung der formen mit überfliehen, s. Diefenbach gloss.…

umfliegen

DWB

umfliegen , vb. 1) trennbar, herum-, umherfliegen; circumvolare umfliegen Diefenbach 122 c ; vgl.: swie vil der mûsære umbe geflouc Wirnt v.…

verfliegen

DWB

ver·fliegen

verfliegen , verb. hinwegfliegen, mhd. vervliegen, mnd. vorvlegen; ver gibt dem einfachen zeitworte die nebenbedeutung ' hinweg '. 1 1) fort…

Wégfliegen

Adelung

weg·fliegen

Wégfliegen , verb. irregul. neutr. (S. Adelung Fliegen ,) mit dem Hülfsworte seyn, sich fliegend entfernen. Die Vögel sind weggeflogen.

zufliegen

DWB

zufliegen , v. 1 1) in loser fügung räumlich: sie fliegen zu gleich wie die staaren Fischart Eulenspiegel 22 Hauffen; sie flog auf Natalien …

Ableitungen von fliegen (7 von 7)

befliegen

DWB

befliegen , volare aliquo, volando attingere: der nie beflogne gipfel. Haller; voll neun tage beflogen das heer die pfeile des gottes. Bürge…

empfliegen

KöblerMhd

empfliegen , st. V. Vw.: s. entvliegen

entfliegen

DWB

entfliegen , evolare, nnl. ontvliegen, allgemeiner als ausfliegen, das bestimmt auf die entfernung von innen geht: der vogel entfliegt dem n…

erfliegen

DWB

erfliegen , volando contingere, mhd. ervliegen: die spîse ervloug ein sprinzelîn. Parz. 622, 13 ; und schickten aus den rappen, die wälde zu…

gefliegen

DWB

gefliegen , verstärktes fliegen: wann nur allain, du seist wol gefedert, sunst ( so ) magstu nit wol in die höch gefliegen. Keisersberg gran…

verfliegen

DWB

verfliegen , verb. hinwegfliegen, mhd. vervliegen, mnd. vorvlegen; ver gibt dem einfachen zeitworte die nebenbedeutung ' hinweg '. 1 1) fort…

zerfliegen

DWB

zerfliegen , verb. , auseinander fliegen: evolare, separari volatu Stieler 512 ; ahd.: zeflúgin dissiparentur Graff 3, 762 ; mhd. zufällig u…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „fliegen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/fliegen/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „fliegen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/fliegen/meyers. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „fliegen". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/fliegen/meyers.
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