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fiedern

nhd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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9 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

fiedern

Bd. 3, Sp. 1626
fiedern , plumare, plumis ornare, ahd. fideran, mhd. videren, nhd. fidern. voc. 1482 h 7a, ags. gefeðerian, gefiðeran, engl. feather. 11) im eigentlichen sinn: die natur hat alle vögel gefiedert, dasz sie sich leicht in die luft erheben und weite räume schnell durcheilen können; in manchen tönen ist die nachtigall noch vogel. dann steiget sie über ihre classe hinüber und scheint jedem gefiederten andeuten zu wollen, was eigentlich singen heiszt. Göthe 17, 311. s. federschar, federvolk 22) pfeil und bolz fiedern (vgl. 2, 234): du hast nicht ere, damit man einen polz gefidern möcht. urk. von 1420; ich des frembden adels bin, der vil verheiszt an ein kerbholz, zuo letzt dir fidret einen bolz. Murner schelmenz. 15a (28a); weil er mit ihren federn fein kan fiederen die bolzen sein. ganskönig F 3a; der scheuszt die bolzen von der stadt, die ihm der fuchs gefiedert hat. postreuter 1591 E 4a; der pfeile hat er viel von anfangs her verschossen, die er ihm schneidet selbst, selbst fiedert, selbsten schaft. Fleming 651; es war damahln eben feldmarschalk Hans Georg von Arnheim zu Berlin, welcher vielleicht die pfeile, so verschossen worden, guten theils gefiedert gehabt. Chemnitz I, 168b; er will die bolzen fiedern helfen, die der könig verschieszen soll. Weise freim. redner 9; der eine fiedert die pfeile, der andere verschieszt sie. 33) ein bett, eine decke, ein kissen fiedern, mit federn stopfen: fegt das zinn oder fidert pett. H. Sachs I, 512b. 44) bergmännisch, die spalten und ritze fidern, verkeilen: und setzet keil und plotz und fidert oder ketzert die ritz (im gestein) aus mit fimmeln und federn und schmeiszt im schwang mit den groszen peuscheln mit freuden drauf, bis sich der stein gibt oder aufthut. Mathesius 139a (1562, 197b). 55) wie feder für haar und pelz steht (sp. 1392, 1a), heiszt auch fiedern mit pelz füttern: mhd. sîn pëlz dër was lûter grâ, mit einem samîte dër was blâ bezogen vil meisterlîche. gevideret was ër rîche mit einem zobel spanne breit. Wigal. 115, 23. 66) dictieren: erhebt nun euer girig gmüter und hört mir zu, was ich euch fider, das ist, was ich euch jetz dictier mit der feder auf dis papier. Garg. 283b. 77) figürlich, 7@aa) nach 1, pennis instruere: mhd. ir hërze daʒ fuor rëhte enbor, als ëʒ gevidert wære. Trist. 133, 5; daʒ fröudelîn vil kleine, daʒ was sô balde dan geflogen, als ëʒ gevidert wære. Engelh. 1801; wër dër ist, dër got und sînen nêhesten liep hât, dër sol daʒ wiʒʒen, daʒ sîn sêle gefidert ist und daʒ ër mit frîen vëttichen, daʒ ist mit der heiligen minne fliuget hin ze gotte. Haupt 7, 144. [] 7@bb) mentiri, gleichsam in die luft fliegen lassen: mhd. liugt denn einer, daʒ heiʒt gevidert. LS. 3, 328; habe ich nu dar an gevidert. Diocletian 348; nhd. und kunnen unsere lügen fidern. Murner luth. narr 2260; Scheid grobian D 3; und weil die vernunft sihet, das (= dasz es) so gar wider iren verstand und alle sinne und fülen ist, so fellet sie davon und leugnets gar oder wenn sie nicht fürüber kan, drehet und fiddert gottes wort mit glosen, das sichs doch musz auf iren verstand reimen. Luther 6, 213a; so man dan solche märlin und lugen, das volk zur andacht zu erwecken, fideren mag, wie vil mer mag man was fremds und abentheurigs von den ketzern erzelen? bienenk. 191a. 88) sich fiedern, federn bekommen, sowol von den jungen, welchen die ersten federn wachsen, als von den alten, sich mauszenden: was ist das, das sich der weihe fidert oder mauszt bei dem osterwind? Keisersberg schif der pen. 40d; uf das er (der vogel cassita) in der ernd sein narung hab, so sich ietz sein jungen fidern. Brant bei Steinhöwel Esop 119; fider dich, blaufusz, die gäns gehen barfusz! fasznachtpredig vom doctor Schwarmen; es meldet aber Daniel, wardurch sich das schwache reich wider fidern und aufschwingen solle. Mathesius 88b. tropisch für lügen: mancherlei art ist bei uns Teutschen, verdeckt und höflich das liegen zu nennen, als under die tauben schieszen (dasz sie auffliegen), in schweidler greifen, junker Bernhart raufen, under der nasen sich kratzen, sich fidern, sich streichen, auf dem sims gehen, das beihel zu weit werfen, den daumen regen etc. Kirchhof wendunm. no 252 (s. 246a). vgl. fliegen ohne f (oben sp. 1212, 10).
4267 Zeichen · 66 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Fiedern

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Fiedern , verb. reg. act. ein nur bey den Glasern in der Zusammensetzung abfiedern, d. i. mit dem Fiedermesser abknei…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Fiedern

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Fiedern , s. Blatt , S. 26.

  3. Sprichwörter
    Fiedern

    Wander (Sprichwörter)

    Fiedern Der eine fiedert die Pfeile, der andere verschiesst sie.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fiedern

9 Bildungen · 0 Erstglied · 7 Zweitglied · 2 Ableitungen

fiedern als Zweitglied (7 von 7)

Abfiedern

Adelung

Abfiedern , verb. reg. act. bey den Glasern an einigen Orten, die überflüssigen Theile des Glases mit dem Fiedermesser oder Fügeeisen abknei…

anfiedern

DWB

anfiedern , weidmännisch, dem erlegten federwild einen ausgerissenen kiel durch die nasenlöcher stechen und mit den schwanzfedern knüpfen, z…

ausfiedern

DWB

aus·fiedern

ausfiedern , im bergbau, federn, d. i. eiserne keile in die wandritzen treiben, dasz sie sich auseinander geben. s. DWB ausfedern .

befiedern

DWB

befiedern , plumis tegere, plumare, dann, wie beflügeln, anregen, zum flug ausstatten: die befiederten thiere, die vögel; befiedertes geschö…

entfiedern

DWB

ent·fiedern

entfiedern , privare pennis, der federn berauben: der knospe gleich am kalten merzentage schrumpft, wenn des glückes sonnenschein sich ihr e…

ritzfiedern

DWB

ritz·fiedern

ritzfiedern , verb. die bleche in die verschrämten wände legen. bergwerkslex. 450 b .

Umfíedern

Campe

Umfíedern , v trs . ich umfiedere, umfiedert, zu umfiedern , rundum befiedern. D. Umfiedern. D. — ung .

Ableitungen von fiedern (2 von 2)

befiedern

DWB

befiedern , plumis tegere, plumare, dann, wie beflügeln, anregen, zum flug ausstatten: die befiederten thiere, die vögel; befiedertes geschö…

entfiedern

DWB

entfiedern , privare pennis, der federn berauben: der knospe gleich am kalten merzentage schrumpft, wenn des glückes sonnenschein sich ihr e…