Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
ËRDE stswf.
1. als wohnstätte der menschheit. dô gehît ime sô werde der himel zuo der erde leseb. 197,6. fgr. 1, 141,38. himel und erde ist niender hol, eʒn sî der goteheite wol Vrid. 11,15. si jehent der himele der sîn drî unt d'erde mitten drinne sî. deist ein michel wunder, ist himel obe und under unt doch diu erde stille stât, sô der himel umbe gât das. 5 — 10. diu erde dâ diu werlt ûf stât Bert. 287. diu erde diu ist kugeleht leseb. 767,26. — diu erde Adâmes muoter was: von erden fruht Adâm genas. dannoch was diu erde ein magt: noch hân ich iu niht gesagt wer ir den magetuom benam. Kâins vater was Adâm der sluoc Abeln umb krankeʒ guot. dô ûf die reinen erdenʒ bluot viel, ir magetuom was vervarn Parz. 464,11 — 19. vgl. Vrid. 7,10 u. anm. — der umbekreiʒet himel unde erden (Gott) Pilat. vorr. 47. der got der himel unde erden gescuf leseb. 303,25. got himel und erden umberinc geschuof Vrid. 6,4. swaʒ inder lebe enzwischen himel und erden Gfr. l. 2,28 (lobges. 71). wer wære geil enzwischen himel und erde das. 29 (lobges. 72). — swer ûf der erde rehte tuot daʒ dunkt ouch dâ ze himele guot Vrid. 31,24. ûf der erde Iw. 10. 104. 159. Parz. 291,10. 645,28. Trist. 4330. Gfr. l. 2,64 (lobges. 21). Walth. 7,31. ûf erde Parz. 53,3. 70,19. 199,27. ûf der erden das. 254,26. 308,3. 316,9. Trist. 1809. ûf erden Parz. 502,13. 470,12. Walth. 27,19. ûf erden, ûf der erden, ûf erde, ûf der erde dient bei Konrad von Würzburg oft nur um den vers auszufüllen, ihre volle bedeutung hat aber diese redensart in verneinenden sätzen. s. Haupt zu Engelh. 43. hie in erde Genes. fundgr. 53,39. hie enerde aneg. 27,27. hie en erde Er. 8203. kindh. Jes. 76, 52. 79,17. hien erde Walth. 11,18. ob der erden Trist. 17989. — kint der erde im gegensatz zu gotes kint Gotfr. l. 2,57 (lobges. 3).
2. die erde als oberfläche, der boden auf dem wir wandeln. daʒ in diu erde mac getragen Walth. 85,11. daʒ dich diu erde verslinde leseb. 303,27. dô man den rîter werde bevolhen hâte der erde begraben hatte U. Trist. 3298. daʒ triuwe und êre werde begraben in der erde Trist. 18662. under die erden gân sterben Herb. 5205. under die erden legen tödten Karl 27. a. si legent dich under di erde begraben dich glaube 2525. daʒ ist recht iʒ hôste daʒ die tôtin zuo der erdin varn Ath. F, 101 u. anm. — si hânt ir schildes breite nâch jâmers geleite zer erden gekêret (als zeichen der trauer) Parz. 92,3. swaʒ bein zer erde biuget Walth. 8,33. zu der erde si chômen beide pf. K. 304,18. erbeiʒen zuo der erde Parz. 516,26. do erbeiʒte zuo der erden vil manic rîter Nib. 1467,4. er seic zer ende nider Iw. 150. si seic zuo der erden Nib. 950,1. der zügel gein der erden seic Parz. 445,14. ich gelac ûf der erde Iw. 33. ze beiden sîten sich erbôt der mantel ab dem pferde vaste hin ûf die erde H. Trist. 4498.
3. das feste land im gegensatz zum wasser. mere unt erde pf. K. 132,2. bêde ûf erde unt in dem mer Parz. 293,2. ûf dem waʒʒer und der erden wege das. 328,8. erde unde mer füeren Gudr. 594,2.
4. bebautes und bewohntes land. er gap in ze eigen daʒ lant, daʒ breite geriute, die erde und die liute dâ er dâ siecher ûffe lac a. Heinr. 1444. sîns lands und anderr erden Parz. 280,6. daʒ hêre lant und ouch die erde, der man vil der êren giht Walth. 15,1. elliu palwischiu erde pf. K. 131,13. thaberiske erde das. 133,14. tiuscher erde Parz. 4,29. ûf kristenlîcher erden das. 659, 12.
5. als stoff. der lewe kratzet unde beiʒ dan holz unde erde Iw. 247. ze fleiske wart diu erde, ze peine der leim herte Gen. fundgr. 15,32. sît daʒ Adâm von dîner hant gebildet wart von erden Gotfr. l. 2,26 (lobges. 69). vgl. Barl. 84,32. in eime gademe, daʒ was von erden gemachet myst. 1, 244,17. gent mir der erd in mînen munt Eggenl. s. 21. vgl. die stelle, welche nach einer abweichenden hs. in diesem wb. 263,5 abgedruckt ist
6. als eines der vier elemente. leseb. 767,26. 769,9.