ERDREICH n. (1)
ahd. erd(e)rîhhi,
mhd. ert(e)rîch.
as. erđrīki,
mnd. ērtrīke;
mnl. erderike,
nnl. aardrijk;
afrs. erthrīke;
ae. eorþrīce,
me. ertheriche;
an. jarđríki,
norw. jorderik,
dän. jorderig(e),
schwed. jord(e)rike.
zuss. mit erde f. C,
wohl analogiebildung zu himmelreich,
ahd. himilrîhhi
n. ‘
regnum caelorum’. (2)
nhd. nbf. bis ins 17. jh., jünger noch im obd. (schweiz.) ert(e)–, erd(e)rich. –
im jüngeren nhd. gelegentlich erdenreich,
poetisch oder archaisierend (s. z. b. A 3). –
plur.: ahd. und mhd.; im nhd. selten, vgl. A 3, C 3. (3)
ahd. und mhd. dominieren die bed. unter A ‘
reich der erde, reich auf der erde’,
mit z. t. noch erkennbarer durchsichtigkeit der kompositionsglieder im nhd. herrschen die semantisch verselbständigten bed. B 1 ‘
erdboden, erdoberfläche’ und C 1, 2 ‘
bebaubarer boden, ackerkrume; erde als stoff oder masse’
vor; dabei tritt zunehmend semantische überschneidung mit erde
f. ein. A
reich der erde, reich, territorium auf der erde. 1
der erdkreis, die irdische welt, die gesamtheit der menschen überwiegend religiös, dem himmelreich
als dem reich gottes gegenübergestellt. hauptgebrauch bis ins 16. jh., seit dem 18. jh. noch gehoben oder archaisierend: E8.jh. ih faru dhir fora endi chidhuuingu dhir aerdhriihhes hruomege
(gloriosos terrae humiliabo) Isidor 157 ATB. 863/71 iz, druhtin, ni bilibe, thaz ih es thoh giscribe,/ ni iz hiar in erdriche fora thinen ougon liche Otfrid
IV 1,38 E. ⟨u1120/30⟩ Moyses der gehiez in
(den Juden) ertriche: Johannes der gehiez in daz himelriche
baumgartenb. Johannes 9,2 M. ⟨E12.jh.⟩ sælic sint die, sprach der kunic, die armes gaistes sint, wan der ist daz himelriche
(regnum celorum) .. beati mites, quoniam ipsi possidebunt terram .. sælic sint die die milte sint, wan die besitzent daz ertriche
(Matth. 5,5) altdt. pred. 3,237 Sch. ⟨1293⟩ daz ich hie vertribe/ gar inswere minv zit/ vf disem ertrich wit Hugo v. Langenstein
Martina 115,12 LV.hs. 1390/1402 die hohe kúnigin himelriches und ertriches, die liebe muͦter gottes
gottesfreund v. Oberland 98 R. ⟨n1427⟩ es mayn auch die leutt, die da selben sitzen, das an dem endt des pergs da gett ein wüsten an und die selbig wüst sei am end des ertrichs Schiltberger
39 LV. ⟨1589⟩ Christus aber .. verbeut den seinen alles schweren
(schwören) weder recht noch falsch, weder bei dem himel noch bei dem erdreich, noch bei Jerusalem noch bei unserm haupt
qu. täufer 4(1951)210. 1617 vf mitwochen .. ist .. herr Johann grave zu Naßaw .. vom erdrich mit tode abgescheiden Textor
naßaw. chr. 103b. 1752 was für weisheit kann seyn, wo die erste, die helleste wahrheit,/ daß gott ist, daß alles durch ihn ist, erdreich und himmel,/ fremd ist Bodmer
Noah 23. 1816 überall .., wo sterbliche menschen das erdreich bewohnen Jahn/E.
turnkunst 210. ⟨1908⟩ es ist friede./ das erdreich liegt in frieden G. Hauptmann
(1942) I 5,289. –
oft auf erdreich,
ahd. und mhd. auch in erdreich ‘
auf erden, in der welt’: 863/71 so wer so in erdriche ouh salida suache/ irbiat er ira
(Marias) guati mihilo otmuati Otfrid
I 3,33 E. ⟨u1160⟩ dc
(gottes wort) wart uirnomin in ertrîche unde in himilrîche
st. trudperter hohes lied 10,23 M. ⟨A13.jh.⟩ hie niden ûf ertrîche Ebernand
64 B. ⟨1404⟩ allez daz in erdrich ist/ daz zul wir wigen gar gering,/ vnde im hertzen Ihesum Crist/ habin lieb obir alle ding Eberhard v. Cersne
d. minne regel 2832 W. 1557 wer ist doch je also selig gewesen dann allein sanct Christoffel! ja, niemands auff erdtreich Frey
gartenges. 96 LV. 1735 lobet Christum alle gleich,/ der euch gedient hat auf erdreich
gesangb Herrn-Huth 118. – alles erdreich,
im anschluß an bibelsprachliches omnis, universa terra: 863/71
(gott) lazit sunnun sina scinan ../ joh regana giliche allemo erdriche Otfrid
II 19,22 E. ⟨u1170⟩ nû nist noh nie ne wart/ nehein sîn gelîche/ in allen ertrîche Lamprecht
Alexander S 7104 K. ⟨u1230/40⟩ wære allez ertrîche mîn/ und hæte ich ze mîner jugent/ aller wîbe schœne unde tugent Stricker
Daniel 8430 R. ⟨14.jh.⟩ Alexandro dem werden/ diente vollecliche/ allez ertriche,/ alle lute uber alle lant,/ wo sin name was bekant
Aristotilis heimlichkeit 150 T.hs. 15.jh. es ist der schonst von allem ertrich den ich zu bosser stonden gesehen han
Lancelot 2,77 DTM. 1538 der christelichen kirchen, welche .. in alles erdtrich ist außgespreit Cochläus
Hus 19 HND. 2
die erde als welt-, himmelskörper. von 1
her: ⟨u1300⟩ di vinster ../ geschach .. von dem underval/ des mânes, der dô legte sich/ zwischen sunne und erdrîch Johannes v. Frankenstein
9834 LV. ⟨M14.jh.⟩ daz aber daz ertreich sinbel sei als ain kugel, daz vinde wir also: .. Konrad v. Megenberg
sphaera 11 DTM. u1490 disse geschichte komen alle von wegen der runtheith des erttrichs
dt. Ptolemäus b6b F. 1533
(die) alten philosophen, die gesagt .. haben, das sich das erdrich beweg und umbgê und das gestirn
(die sterne) stil stê Turmair
4,1,188 ak. 1676 weil alsdenn
(bei der mondfinsternis) der mond, wegen deß zwischen=ligenden erdreichs, von der sonnen nicht erleuchtet werden kan Francisci
lust-haus 480. 1700 wie denn eine vernünfftige muthmassung von der end=uhrsache und dem nutzen der planeten zu geben, kein anderer weg bekanter ist, als die vergleichung derselben mit dem erdreich: da, wenn wir befinden, daß einer von den planeten .. mit den übrigen in allen dingen überein kömmt, .. so ists der vernunfft gemäß, wenn man setzet, daß es also in andern sich gleicher weise verhalte Clüver
geologia 125. 3
auf der erde gelegenes, einzelnes reich, territorium, gebiet. a
reich. ahd. und mhd. im anschluß an lat. regnum mundi, regnum terrae;
im nhd. okkasionell aufgegriffen: u830
(der teufel) araugta imo
(Jesus) allu thisu erdrichu
(omnia regna mundi) inti iro diurida
Tatian 215,5 S. ⟨v1022⟩ vmbe sus manigfalta gnâda singent gote alliu erderîche
(regna terre cantate deo) Notker
3,2,453 ATB. ⟨u1170⟩
(keiner, der dir, Roland, gleicht) nelebet in allen ertrichen Konrad
rolandslied 7520 W. ⟨1301/19⟩ daz der kunic het lâzen/ verwüesten den von ̂Osterrîche/ ir ungerischez ertrîche/ daz dûht si widerzæme Ottokar
öst. reimchr. 39805 MGH. z.j. 1459 desselben iars .. ist der roͤmisch kaiser zw Wienn ausgetzogen .. vnd hatt daselbs gelichenn, dem kunig von Pehem seine regalia .. des die leuͤtt vasst verbundert, das ein roͤmischer kaiser einem als schlechten herrn .. nachziechen solt, auff ein froͤmdes erderreich
rervm avstr. hist. 40 R. ⟨v1510⟩ wee dir ert[r]eich, des künig ein kind ist
(vae tibi terra, eccle. 10,16) Geiler
sünden (1518)6c. 1712 in diesem land regierte Atlas des Japetus sohn .. dieses erdreich und das meer darbey war das äußerste, in welches der müde son- nen=wagen mit den keichenden pferden sich stürtzt
(d. i., es liegt am ende der welt) J. G. Schmidt
Ovid, verwandlungen 164. 1789 sein
(des kaufmanns) auge ist stets auf das universum des welthandels gerichtet, .. er kennt die jährige erndte aller, ihn nahe oder fern betreffenden erdreiche .. er weiß .., was jeder staat .. bedarf Hesz
Hamb. (1787)2,207. ⟨1801⟩ o eintracht, königin der staaten!/ ../ du schützerin der erdenreiche Lavater
nachgelass. schr. 3,122 G. b
erweitert land, herrschaftsgebiet, auch landstrich, gegend. häufig im sing., meist mit kennzeichnendem attribut. z. t. wohl beeinflußt von erde
f. B 5
her. oft im älteren obd.: ⟨n1347⟩ alls palld wir in das hoch mer chomen, do umb fur wir mit glukchhafftem wind Istriam, das lannd Slavoniam, .. dy march zu Ankeniton
(Ankona) das ertrich Abrusin und den perkch des heiligen enngls und zu der stat Adulteratum
(Loreto) pilgerreisen 47 R./M. 1488 soliche große zwitrechtigkeit was zwischen dem babst und dem kaiser, daß das heilig ertrich, grab und Jerusalem verloren ward
(Nürnb.) chr. dt. städte 3,87. 1508/16 dar uff wurdend die Eignossen
(Eidgenossen) ze rat, uf der vigiden
(feinde) ertrich zuͦ ziehen, legertend sich gen Tschan und Vaduz Brennwald
schweizerchr. 2,392 L. 1609 die statt
(Schaffhausen) ligt gar zierlich am Rhein auff der rechten vnd deutschen seiten, wird mit der dritten brugken des Rheins an das schweitzerische erdreich gehenckt Quad
herligkeitt 58. 1665 nach dem nach selbiger sterne erfindung und observirung, nicht minder auch newes erdreich hin und wieder durch schiffahrten seyn entdecket worden Praetorius
astrologia cometica 248. 1772 die luft in der Schweiz ist rein und gesund; das erdreich voller berge, welche Alpen heißen Gerlach
erdbeschr. 495. B
erdboden. bis ins 18. jh., jünger selten. 1
erdoberfläche, fester grund, boden unter jmds. füßen: ⟨u1120/30⟩
(gott) begunde schaffen, himil und erde machen./ div uinster was uil groz, wazzir ubir alliz ertrich uloz
milst. genesis 2,23 D. ⟨12./13.jh.⟩ ein igelich mensche machete sin huͦs schone vnd reine .. vnd bedeckete daz ertriche mit rosen vnd mit bluͦmen
dt. pred. 40 L. ⟨u1300⟩ ouch liezen dâ zusamne gân/ die helde sô nîtlîche,/ daz man daz ertrîche/ sach biben von ir orse louf Heinrich v. Freiberg
ritterfahrt 252 B. ⟨1411⟩ ich han die chnechte reiten sehen/ .. und muesten die fürsten ze füessen gan/ auf dem ertreich als die chnecht Vintler
9580 Z. ⟨1558⟩ dz erst, so ich meine juͤnger vnderweise, ist, wann einer vnserer alten mit jhm redet, wie er sol nider knien, vnnd daß erdtreich kuͤssen
Bebel, facetiae (1568)77a. ⟨1631⟩ haben doch .. jhre priester viel derselben götzen vnter dem erdreich, vnd in den heimlichen hölen verborgen, die sie noch täglich ehren vnd anbeten Gottfried
n. welt (1655)245. 1778 dieses .. gewölbe .. ist 117. schuh lang, und 37. breit, in der ebenlage mit dem erdrich Gruner
Helvetien 1,47. ⟨v1829⟩ zum glück fiel er nicht hart, denn das erdreich worauf er stürzte, war mit weichen rasen bedeckt Beyer
Listemann (1830)104. ⟨1917⟩ wie sie
(das kind) mit ihren nackten, dünnen beinchen über das erdreich flitzt, als ob sie es gar nicht berühre Sudermann
rom. I (1921)6,107. –
älter in phraseologismen wie unter erde
f. B 6: ⟨n1291⟩ sî verdurben alle sant,/ wan daz ertrîch verslant/ sî mit ûf tuonder wîte
Reinfrid v. Braunschw. 15826 LV. 1531 ach, waz wend wir arm .. lŭt nun fŭr hin anfăchen? das ertrich .. sötte sich uff thuon und uns verschlucken
haimonskinder 65 LV. 1551 hette nit Hannibal .. Rom vff den selbigen tag, dem erdreich gleich schleuffen moͤgen? Eppendorff
kriegsuͤbung 70b. ⟨1621⟩
(er) zerschleiffte die vestung dem erdtreich gleich Wallhausen
camera (1623)55. 2
trockener boden, festland. selten: ⟨n1231⟩ in vier und zweinzec wîlen/ überloufet si
(sonne) gelîche/ wâge und ert- rîche Reinbot
2964 K. 1473 die inwendigen verporgn̄ ding des ertrichs oder des meres
Boethius, de consolatione 79b. 1520 die sechßt schel ist daraffter faren vß geitigkeit, iederman weiß, mit was sorg vnd arbeit die kaufleut daraffter faren, biß gon India sie fliehen armuͦt durch wasser vnd erdterich Pauli
narrenschiff Y6b. 1630 dieweil ich nun auch die sicher ruh des stillen erdreichs gegen daß vngestümme brausende meer fühle
schausp. engl. komödianten 216 DNL. 1745 doch gäben mir die sterne,/ .. hohe gaben,/ was see, und erdreich hat Götz
ged. 18 DLD. 3
grund und boden, grundstück, grundbesitz. überwiegend rechtlich: ⟨u1280/5⟩ ist daz ieman iht vindet vf sinem guͦte daz ist sin mit rehte. ob er vnder der erde vindet. vnd daz ertriche sin eigen ist
schwabenspiegel 147b L. u1330 ein stuck ertreich ob dem wege gen Eppan haizt der Traenter
in: Stolz
Südtirol (1927)3,2,212. u1490 demselben stift gab er das erdrich mit allen guͦtaten, das genannt wirt im Lungawͦ Ebran
chr. 87 R. A16.jh. den menschen, .. uff dem ertrich des gotzhuses wonende Öhem
chr. 85 B. ⟨1646⟩ was für pfand vorgangend: vorab kühe und stiehren, darnach ross, schaaf und geyss, .. demnach hausraht .. und darnach erdtrich, zuletst haus und hof
rechtsqu. Bern II 1,2,119. 1780 wurde ihm .. ein stück erdreich erb= und eigenthümlich angewiesen Hünlin
staats-beschr. 1,61. 1813 nicht so viel erdreich, als ein kind bedarf,/ wenn es im schatten hingestrekket schläft,/ will ich von euren landen Collin
dr. dicht. 1,50. C
gemisch aus verwittertem gestein und humus, fruchtbarer bestandteil der erdoberfläche. 1
bebaubarer, bewirtschafteter boden, ackerkrume. nhd. hauptgebrauch: ⟨u1260⟩ diu wazzer
(in diesem land) habent vische genuoc,/ kein ertrîche nie getruoc/ baz korn unde wîn
Biterolf u. Dietleib 13308 J. ⟨1301⟩ als ein sûzer regen des meien/ fröut daz ertrîche und fruhtbêre tût
kreuzfahrt Ludwigs 1015 MGH.hs. 1496 das hinfür kein burger .. einicherley tods vihs .. hie in der stat .. in das ertrich vergraben .. lassen sollen
nürnb. polizeiordn. 278 LV. 1538 man soll sie
(rettiche) weit von einander saͤhen, in ein tieff gegraben erdtrich Herr
ackerwerck 196b. 1608 ich wil nicht sagen von sehr grossen bäumen, in vnd ausserhalb den gärten, die es
(bei der überschwemmung) .. zusambt den wurtzeln, aus dem erdreich gerissen, vnd weit geschwemmet hat Namsler
ber. N4b. 1685 das erdreich in Schweden bringt in drey monaten, was es in Franckreich und Spanien in neun monaten gibt Praun
Europa 248. 1769 das land hat ein fruchtbares erdreich, und bringt getrayde, gartenfrüchte und weine in ueberfluß hervor Schröckh
handlungs-wiss. 1,238. 1885 für beide fälle muß das ende der leitung
(blitzableiter) in feuchtem erdreich liegen, denn die zahllosen feinen wasseradern, die den boden durchziehen, sind ebensoviel leitende äste, in denen sich der blitzstrahl verzweigt
b. d. erfindungen 2,331 R. 1948 eine persönlichkeit .., tief im erdreich der heimat wurzelnd Schuh
schweiz. musik 20. 1974 sie lockert das erdreich
(des grabes) mit einer kleinen harke .. und nimmt einen strauß verwelkter dahlien aus der steckvase Zeller
lampenfieber 163. – geweihtes, kühles erdreich u. ä. boden, in dem die toten bestattet werden, grab: ⟨u1450⟩ die vorgenanten von Basel schicktent ouch lüt darzuo, die der Eidgnossen knecht .. in gewicht ertrich schuofent bestattet werden Fründ
chr. 208 K. ⟨1581⟩ wann .. ihme
(den toten) seine .. mitverwandte nach Lauffen .. zum geweyhten erdreich
(friedhof) bringen wollten
samml. baier. bergrecht 324a L. 1618
(ungeratene) kinder, welche jhre alte eltern vbel halten, vnnd sich jhres tods frewen, dörffen wol sagen: es sey jhren alten muͦttern nichts nutzers denn ein kuͦhles erdtrich, vnd eine warme hell Sandrub
kurzweil 105 HND. 1769 da aber einiger orten .. gestattet ist, die körper der hingerichteten uebelthätern .. anstatt der verscharrung auf christkatholische art in einem geweihten erdreich zu begraben
constitutio criminalis theresiana 130. ⟨u1831⟩
(er) schlummert längst im kühlen erdreich Pelz
hephata (1836)114. 2
als stoff oder masse. acker-, gartenerde, erdmaterial: ⟨2.h13.jh.⟩hs.u1430
(er) schlug so hart, das er die ketten zurhiew und den kalck der muren, als ob es eyn weich ertrich gewesen were
Lancelot 2,795 DTM. 1360/1401 den hoff must ich mit ertreich derschuͤten wol 6 such
(schuh) hoch
(Nürnb.) chr. dt. städte 1,75. ⟨1493⟩
(diese pflanze) wil haben lettich
(lehmiges) erdrich
Petrus de Crescentiis, nutzen d. dinge [1495]140d. 1579 die eygenschafft aber vnd natur des erdrichs betreffend, ist das beste, welches feyßt im antasten vnd schwartzfarb ist Sebiz
feldbau 312. 1698 dieweil das erdreich in Flandern und Braband durchgehends sandigt ist
Ray, klee-blätlein 198. 1719 was er
(hirsch) zwischen denen klauen an nassem laub oder erdreich gefast Fleming
jäger 1,95b. 1752 wo der acker .. im grunde besseres erdreich hätte, als oben
n. corp. constitutionum pruss.-brand. 1[1753]322. ⟨1878⟩ während er die grube wieder zuwarf und das erdreich in gehöriger art festmachte Keller
9,174 F. 1899 das zersetzte vulkanische gestein verwandelte sich in fruchtbares erdreich Hassert
kolonien 86. 1968 beim bau mußten rund 25 000 kubikmeter erdreich bewegt werden
süddt. ztg. 71,13. –
in der älteren naturlehre eines der vier elemente, in christlichem verständnis staub, lehm, aus dem der mensch geschaffen ist; vgl. erde
f. A 2: ⟨u1300⟩ vier element in dîner
(gottes) hant/ .. luft, wazzer, viur, ertrîche
liederdichter 187 K. ⟨1411⟩ alle menschen sein ertreich/ und werden dem ertreich wider geleich Vintler
411 Z. ⟨1517⟩ so aber der artzt die elament betrachten ist, als wasser, lufft, feuer, erdtrich, weliche nicht seind ein anfang des menschlichen leibs, aber ein anfang oder vrsach der behaltung oder endrung dez selbigen Fries
artzny (1519)19b. 1637/41 ich bin nihst und noch weniger dan nichst, weil ich sogar das erterich, daruß du
(gott) mich erschaffen hast, nit gehabt hab von mir selbert
chr. Villingen 132 LV. 3
erdartige, in der erde enthaltene substanz, bes. ton, therapeutische erden u. dgl.:hs. 1360/70 daz dw hefen
(gefäße) sind geleich/ dw aus ainem erdreich/ sind getempert und geprant Teichner
441,10 DTM. ⟨1450⟩ ain ertzni und ertrich, haisset terra sigillata
arch. gesch. med. 8,198. 1576 oder nemmet gleichen theyl sandel, gebrant kupfferwasser, schwebel, das erdtrich, da das quecksilber wechst
(in dem quecksilber enthalten ist) Martius
Marinelli 459. 1678 in einen aus gutem erdreich gebrandten .. glaß=topff Geiszler
Neri 215. 1703 mit den .. sulphuribus, die .. an sonderen hitzigen reinen erdreichen .. sich .. coaguliren
in: d. curiöse künstler 15.Albrand