undersetten swv. (Prät. Ind.: 3. Sg. -settede, -satte, 3. Pl. -satten;
Part. Prät. -gesettet, -settet, -set, -gesat): 1. unter etw. stellen, „seyde kalm in wyne edder in watere in eynem erden gropen. vnde sette dat nedden vnder vnde late den warmen swadem van vnden vp ghan” (Prompt. med. ed. Seidensticker 156); — unter etw. eintragen, „Sette de vormenginge effte wat du vndereinander vormischē wilt / vp eine Rege / Vnd den Tall so du daruth weten wilt gelick darunder / alliger de klenste vñ groͤteste mit der vndergesetteden stedes tosamende” (Dörinck Arithmetica G 4v); — am Textende anführen, „richte dy na desser vndergesettedē tafeln” (Dörinck Arithmetica H 4r).
[]2. auf der Unterseite anbringen, „dat sy oren schu undersetten mogen nyge solen und vortmer nighe vorvothe” (Berl. Stb. ed. Clauswitz 80), „Ok enschal he nicht lappen mit smeredem ledder, sunder he mot wol lappen mit sternen dat dem ossen vor dem kope seten heft und mit everen, de schal he rod under setten” (Lüneb. ZR 234); — unterfüttern, „Item Petere 3
f. gegeven, de ruggelaken mit lowende to undersettende” (Reval KR 1, 278). 3. unten abstützen, „undersetten, stipare, subrogare” (SL: Hamb. dt.-
lat. Gl.), „und make van dem mere an bis tho der stad eine brucken mit winfassen underseth, 30 roßlope lanck” (Geismar Chr. 111); — von unten blockieren, „do se under dat dor quemen, se helden, als eft on wat schelde, und undersatten de schotgadderen, dat se nicht nedder scheten konden” (Chr.
d. d. St. 7, 179). 4. verabreden, „hedde de copman ansokinge by deme rade to Lubeck don laten, myt den rad(essendebaden) Wendescher steder to underszetten, dat men sick der Antwerpeschen markede twe, dre edder ver enthelde” (Hanserec. III 8, 39), „und underzatte mit den stichten van buten to, so dat ze vorder nene hulpe deden” (Leibniz Scriptores 3, 230), „De gesellen slepen nicht; und wart undersettet, dat de gemeine man forderde bi dem erbarn rade” (Oldecop 180); — heimlich vereinbaren, „Do nu dut de koninginne van Englant merkede, dat se van dem koninge so lef vnd so wert nicht mer was geholden wo tovorne, do vndersettede se dat mit etliken van dem adel vnd mit orem egenen broder vnd wolde den koning vorgeuen vnd dachte darmit dat rike vnde regimente an sik to bringen” (Hamb. Chr. 104), „Ein undergesettet wark wart dar gesporet; dutmal genoch!” (Oldecop 406). 5. vortragen, vorbringen, „Hiirup wil myn here hertoghe Alff bii demesulven sineme ohme deme koninge undersetten laten, dat he siick syneme riike Dennemarcken unde dessen jegenen wat neger vogen wolde” (Hanserec. II 4, 443), „Hiir upp wart merckliken ghetrachtet ... dat se mester Gherde deme ghemeynen besten tho ghedye tho Gendt wolden senden, de dinghe tho undersetten, eynen dagh hiir to besendende” (
ebd. III 2, 460), „so wort dorch h. Hinrich undersettet, dat itliche vam adel, sine undersaten, die mit dem stifte olde schulde van der feide her hebben moichten, heftich forderten und bedrauweden up die borger to totastende” (J. Brandis 99); — zu verstehen geben, „so leten ze vnderzetten bi idliken in dem olden rade, dat ze wol ēgheden en gheschenke van dem olden rade” (Chr.
d. d. St. 36, 219). 6. vortäuschen, „Dusse wort bedroveden den bischop, alle de graven und dat gantze
[]krigesfolk, und wart dar hen gegisset, dat dut ein undergesettet dink was” (Oldecop 70). 7. entscheiden, festsetzen, „De fursten leten undersetten, dat ein gut evangelisch parsona, und lefhebber goddes wort in den steden Meydeborch, Brunswick, Goslar, Hildensem erwelet worde” (Oldecop 227), „Alse undersettede ein radt, dat junckfrouvven und frouvven dar ok hen ghan scholden” (Leibniz Scriptores 3, 182). 8. verpfänden, „Lubbe mynse frerycks sone hefft 10 g. by cordes hues welck hem vnderseth ys” (Fries. Arch. 1, 423). 9. einsetzen, bevollmächtigen, „he ... lovede uns stede vast unde unvorbroken sunder geferde unde argelist to holdende allent, dat dorch Boden Koten, synen soenen, ok den he vordan undersettet, gedan unde gelaten worde” (Ub. Halberst. 2, 438), „ick hebbe an den copman to Lunden ... gescreven, dat ko. irlucht synen wech na Engelandt genamen, omme durch undersettede personen in des koninges have syne unmilden handelinge in lichte to bringen” (Hanserec. III 8, 398).