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Teufel

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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16 in 15 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Teufel m.

Bd. 2, Sp. 230
Teufel m.: I. 'Satan', Deiw(e)l, Deifl, Däiw(e)l, Diw(e)l, s. F. Glimpfwörter für den T.: Daus, Deiksel, Deuhenker; weitere Bez.: Antichrist, (der böse) Feind, Gottseibeiuns, Höllenwirt, der Leibhaftige, Luzifer, (der schwarze) Mann, Satan, (der Herr) Wirt. 1. Vorstellungen vom Teufel. a. Der Teufel u. seine Angehörigen. Dem T. werden Großmutter, Frau und Kinder zugeschrieben. RA. bei heftigem Regenwetter: Der D. schlaat sei Fraa [Gal-Bagbg]. De Deiwel schmeißt sei Großmutter die Trapp enunner un saat: »Es Alder geht vor!« [Krieger 21]. SprW.: Der D. holt sei Kind net [verbr. Don Gal Buch]. Deiwelskinner hän Deiwelsglick [verbr. WPf]. — b. Äußeres u. Eigenschaften des T.; schwarz wie de D. [allg.]. SprW.: Mer brauch der D. net schwärzer mache as'r is [Fogel Prov. Penns Nr. 247]. Der D. is net so schwarz, wie er gemolt werd [verbr. Don Gal Buch]. VR. (AR.): Grasgriner D. drunne in de Hell; eene, deene, sickerdigä, rebberdi, bebberdi, knell! [KU-Kaulb]. Der T. verfügt über große Kräfte; jemand oder etwas ist staʳk wie de D. [verbr.]; vgl. die RA. bei birnbaumen 1. Do war de D. noch e klenner Bu, von etwas, das sich vor sehr langer Zeit zugetragen hat [Kaislt, Gal-Neu-Chrusno]. Der T. weiß sich in die Verhältnisse zu schicken: Wann de D. hungrig is, frißt er Micke [LU-Muttstdt], freßt er Schnooke [verbr. Gal]. In der Not freßt der D. Micka; un er frogt net anner Leit, wie se schmecka [Reichard Penns 189]. Der T. hat Sinn für Humor. SprW.: Veel Köpp, veel Sinn, saat de D., do harrer e Karch voll Krotte gelad [Hebel 49]. En groß Gekrisch, awwer wennich Woll, hot der D. g'saht, wie er en Sau g'scheert hot g'hat [Miller Penns. Germ. 1911]. Der T. ist Hüter unterirdischer Schätze: Wenn eine Glasscherbe, von einem Lichtstrahl getroffen, erglänzt, so ist an diesem Ort ein Schatz vergraben, den der T. in seiner Gewalt hat [HB-Bexb]. — 2. Der T. als Widersacher Gottes, der Engel und der Heiligen. SprW.: Wu unser Herrgott e Kirch hiⁿbaut, baut de D. e Wertshaus denewe [GH-Kand, LU-Opp]. Loß de D. in die Kerch, so will er bald uf de Altar [Don-Banat]; veʳschwunne wie de D. vor'm Kreiz [Krieger 22]. Ein durchtriebener Mensch, dem man vorwarf, er habe mi'm Deiwel sturiert (studiert), antwortete schlagfertig: Na, mit unserm Herrgottdrum gelingt mer aach alles [PfMHk. 1925 S. 176]. Werden die Kinder auf ihrem Heischegang beschenkt, so rufen sie: De liewe Gott guckt zum Fenschder raus; erhalten sie nichts, dann guckt der T. aus dem Fenster [PfL 10. 2. 1934]. Von einem Scheinheiligen heißt es: Eninn ins Gesicht (ist er) e Engel, hinnerum de D. [NW-Frankeck]. Wenn es donnert, sagt man: Die Engel un Deiwel schmeiße enanner mit Bierfäßcher [KU-Diedk]. Beim Kinderspiel »Engel, Engel in Abrahams Schoß« ist ein T., wer lacht, ein Engel, wer nicht lacht [KB-Kriegsf]. Ein schlechter Mensch isch en Heiliger (en Chrischt) wie de D. en Aposchdel [GH-Kand, verbr.]. Wer sein Gespann nicht zu lenken versteht, isch e Fuhrmann wie de D. e Aposchdl [NW-Elmst]. — 3. Der T. als Feind des Menschen. Wo ein Streit tobt, da is de D. los [RO-Obd, allg.], hat de D. sei Hand im Spiel [ZW-Battw, verbr.], hat de D. sei Sack ausgeleert [WPf (PfM 1887, S. 87)], is de D. uf'm Dach [Gal-Brig]. De D. hot'n geploogt 'zu einer bösen Tat angestiftet' [LU-Friesh, verbr.]. Reit dich de D.?, Warnung vor einer schlimmen, unüberlegten Tat [BZ-Dierb]. Ich hau der an de Backe, daß de verzeh Daa vum D. träämscht [ZW-Bechhf, PS-Lembg]. Neckreim: In Erlebach (GH-Erlb) sitzt de D. uf'm Dach, in Häne (GH-Hay) kann mer'n sähne, in Herxe [LA-Herxh] frißt er d' Erbse, in Rilze (GH-Rülzh) macht er d' Hilse [VPf]. Tanzlied: Alle Dag Riewe, Riewe, Sauerkraut, Herschebrei, niemols ke Fleisch derbei,der D. mag in Lipowitz sei [Gal]. Was einem verloren geht, geht zum D. [BZ-Albw, verbr.], isch beim D. [NW-Ellstdt, verbr.]. Seiⁿ ganz Veʳmeeche is zum D. gange [LU-Friesh]. Mißlingt ein Unternehmen, dann hot de D. sei Schwanz derzwische [Gal-Bagbg]. Der T. bringt den Sparsamen um seine Ersparnisse: Spart sich eener noch so viel, kummt der D. un treibt sei Spiel [verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. Mer spart un spart, un der D. näht de Geldsack [verbr. Don Gal Buch]. Der T. hält es mit den Reichen: Der D. scheißt immer uf de greeschde Hauwe [NW-Wachh, Fogel Prov. Penns Nr. 1954 verbr. Don Gal Buch]. Wo Geld isch, isch de D.; wo awwer Geld isch, isch er zwämol [Feierowend Nr. 37/1956]. Bei einem großen Verlust wird man dem weniger Wertvollen gegenüber gleichgültig: Hot de D. die Kuh geholt, kann er aach die Gääß hole [RO-Obd]. Hot de D. die Gääß g'holt, kann er aa die Knottele (den Mist der Geiß) hole [NW-Freinsh], ... de Strick houle [LA-Gommh, verbr.]; Var. s. bei Bock 1, Gaul, Wurst. Der freßt un freßt, un de D. freßt ehne, wer trotz vielen Essens abmagert [verbr. Gal]. Mit dem T. soll man sich nicht einlassen: Wammer'm D. de kläne Finger gibt, dann will er gleich die ganz Hand [LU-Opp, allg.]. Mol de D. net an die Wand, sunscht kommt er! [Pirmas, Hebel 48 verbr., auch Gal]. Mer brauch 'm D. net rufe, er kummt so [Fogel Prov. Penns Nr. 257]. Wammer de D. nennt, kummt er gerennt [verbr., auch Penns Gal]. Er redt mit 'm D., sagt man von einem, der laute Selbstgespräche führt [Gal-Sap]. Man muß immer auf Böses gefaßt sein: Der D. schloft net [verbr. Gal]. Mer soll net owends in der Spiechel gucke, oder mer guckt 'm D. in der Arsch [Fogel Beliefs Penns Nr. 372]. Wem de D. e Ei in d' Wertschaft leche will, dem gibt er e scheeⁿ Dochder (auch: e scheeⁿ Frää) [LA-Impfl]. Leben Eheleute in Unfrieden, dann treibt der T. sein Spiel: Die zwee hätt der D. mit'm Schubkärch net besser zammefahre gekennt [Gal-Brotschk]. Anspielung auf den Pakt zwischen T. und Mensch: Is es Wasser nau Weiⁿ? - sagt der D., - du bischt meiⁿ [Fogel Beliefs Penns Nr. 1344]. Mer muß sich halte mit'm D. [Fogel Prov. Penns Nr. 262]. Schläge sind ein schlechtes Erziehungsmittel: Ee D. schlaat mer raus un zehne nin [verbr. Don Gal Buch]. Mit Betrug läßt sich nichts erreichen: Beschiß kommt uf Deiwels Disch [Pirmas]. Hat einer einen bösen Streich ausgeführt, dann hot ihn de Deiwel geritte [Spey, verbr.]. Man findet nicht sein Recht, wenn der Gegner mit dem Richter befreundet ist: Veʳklaa de D. bei seinere Großmutter! [Pirmas, verbr., auch Fogel Prov. Penns Nr. 259]. Das kannschde 'm D. seiner Großmutter veʳzähle 'Das glaube ich nicht' [LU-Oggh, verbr.]. Uhu!is 'm D. sei Antwort 'Des Teufels Gemurmel kann niemand verstehen' [Fogel Prov. Penns Nr. 268]. Der D. steck der die Kerz an, wann de mer in de Weg laafschd, Androhung von Schlägen [NW-Weish/S]. Einen bösen Menschen werd de D. schun emol hole [LU-Friesh, allg.]. Den holt der D. mit Schuh un Strimp [Miller Penns. Germ. 1911]. Uf dene hat de D. schun 's Maul gespitzt [Krieger 21]. Was nutzt mer, wann ehne der D. holt, un ich de Fuhrlohn zahle muß! 'wenn es mein Schaden ist, für den der Übeltäter bestraft wird' [Gal-Brotschk]. So eener holt de D. net, von einem, der selbst für den T. zu schlecht ist [KL-Reichb]. Der brauch net saage: Deiwel, stroof mich!, wer vom Unglück verfolgt wird [Fogel Prov. Penns Nr. 251]. Volksgl.: Wer dem T. mit seinem Blut die Seele verschreibt und das Blatt von niemand bemerkt an einer geheimen Stelle (z. B. auf dem Speicher) niederlegt, der findet am nächsten Tage Geld an der Stelle [HB-Bexb]. Zs. Schnapsteufel. — 4. Der Mensch und der T. a. Der Mensch im Vergleich zum T. Der sieht aus wie de D. [verbr.], wie der leibhaftich D. [ZW-Battw, verbr.], wie de lewendich D. [KL-Reichb], wie e Pann voll D. [Kaislt PS-W'fischb]. Er hot e G'sicht wie der D., von einem finsteren Gesicht [NW-Geinsh]. Uf dem sei'm Gesicht hot de D. Erbse gedrosch [Kirchhbol]. Dem guckt der D. zu de Aage raus [ZW-Battw, KU-Diedk Fogel Prov. Penns Nr. 252]. Er stinkt wie de D. [KU-Bedb Schmittw/O]. Einen AR. s. bei Aprikose. Der is fix wie der D. [KU-Schmittw/O]. Er laaft wie de D. [LU-Friesh, verbr.]. Er rennt wie de sierich (siedende, wütende) D. [LU-Neuhf]. Ein gutes Pferd laaft, als wenn's de D. im Leib hätt [ZW-Battw]. Er kann springe wie de bore D. (vgl. bar) [KU-Schmittw/O]. Der geht dewedder wie de D. 'ist fleißig' [Krieger 61]. Er sitzt in de Rose wie der D. in de Nessele [NW-Kallstdt]. Das is e Stick vum D. [KU-Schmittw/O]. Der hat de D. in sich [KU-Bedb, verbr.]. Der hot de D. im Leib, von einem Draufgänger [LA-Gommh, verbr.]. Die hat de D. im Leib, von einem bösen, auch von einem mannstollen Frauenzimmer [Pirmas, verbr.], im Bussem [KU-Brück, verbr. Don Gal Buch], im Aarsch, von einem Gauner [KU-Diedk], zehⁿ D. im Leib [LA-Wollmh]. Ins Gesicht is sie ääm (einem) e Engel, un hinnerum e D. [LU-Oggh Opp NW-Frankeck]. Wenn de Parre kummt, machen se e frouh G'sicht; wenn e Armer kummt, as wenn se de D. sticht [NW-Geinsh]. Rote Hoor uf'm Kopp, der D. im Leib [Fogel Beliefs Penns Nr. 1814]. Ein wilder Junge es e Stick vum D. [KB-Kriegsf Kühn Palz 131], is e Stick vum D. seim Aarschbacke [KU-Schmittw/O], es rein 's Deiwels [NPf]. Der muß immer de D. aⁿstelle 'etwas Schlimmes tun' [BZ-Pleisw, verbr.]. Die Buwe han 'm Deiwel seiⁿ Strääch (Streiche) im Kopp [KU-Bedb, verbr.]. Man tadelt einen schlimmen Jungen: Du bischt schlechter wie 'm Deiwel seiⁿ Werkdagshosse [Kühn Palz 129]. Ein Grobian geht mit seinen Mitmenschen um wie der D. mit'm Bettelsack [LU-Oggh]. Der Habgierige is uf's Geld (auch: uf de Penning) wie de D. uf die arm Seel [KU-Trahw, verbr., auch Don Gal Buch]. Do hoscht Deiwels Dank 'Undank' [Frankth, verbr.]; vgl. Teufelsdank. Das dankt der de Graf D. 'Dafür hast du keinen Dank' [Pirmas]. Der Erzlügner liet, wie der D. druckt [RO-Obd]. Zu einem aufgeblasenen, hochmütigen Menschen sagt man: Mer määnt grad, du wärscht de Graf D. [Wasgau-Bote Nr. 13/1934]. Abfälligster Ausdruck für einen schlechten Menschen: Der is 'm D. net gut genung [KL-Reichb Krieger 11]. Der is 'm D. se (zu) schlecht [Kaislt, Gal-Dornf]. — b. Der Mensch tritt dem Teufel furchtlos entgegen: Der froot nooch keem D. [KU-Trahw NW-Hardbg]. Der fercht sich net vor'm D. [WD-Niedkch, verbr.]. Der fercht sich vor'm Graf D. net [NW-Haßl Spey]. Der fircht sich nit vor Tod un D. [LU-Opp]. Do kann de Deifl un sei Großmutter kumme, der fercht sich nit [GH-Kand]. Der hält 's Maul net, un wann de Deiwel vor'm steht [KU-Schmittw/O]. Ich tu's, un wann de D. uf Stelze kummt! [Kaislt, verbr.], un wann de D. uf Stelze kummt mitsamt seiner Großmutter! [Kühn Palz 137], un wann de Graf D. kummt! [ebd.]. Der geht dem D. vor die Deer [KU-Hundh Gal-Obl], vor die Kichedeer [verbr. Don Gal Buch], vor die Kichedeer un froot'ne, was er se Mittag kocht [Gal-Dornf]. Die geht'm D. vor die Hehl [RO-Als O'mosch], vor die Schmied [Kaislt, verbr.], unner de Hammer [HB-Brenschb]. Do tret ich halt dem D. uf de Kopp 'Ich tue es gegen alle inneren Widerstände' [KL-Hirschhn, KU-Kaulb Kreimb LU-Opp LA-Herxh Don-Gertianosch Gal-Brig Dornf Buch-Illisch]. Der Redselige plaurert 'm D. 's Ohr ab un wieder draⁿ [Hebel 22, verbr., auch Gal]. Wer sorglos in den Tag lebt, loßt de D. brumme [NW-Rödh, PS-Ruhbk]. Luschdich gelebt und selich g'storwe, isch 'm Deifl die Rechnung verdorwe [GH-Kand, verbr.]. E jedem seins, noo bleibt 'm Deiwel nix [Don-Schowe]. Einen VR. s. bei brummen II 1. — c. Verwünschungen und Flüche, vgl. Daus, tausend 2, Deuhenker. A, fui Deiwl! [KU-Kaulb, allg.]. Zum D. noch emol! [LU-Opp, verbr.]. Fahr (auch: mach dich, schaff dich, scher dich) zum D. (in die Hell)! [KL-Reichb, verbr.]. Geh zum D. un be'll Schnitz! (bettele um Apfelstücke) [LA-Nußd]. Geh bei de D. un sei Großmutter! [ZW-Battw]. Do soll de D. eninfahre! [ZW-Ernstw, verbr.]. De D. soll'n in de Luft verreiße! [Hebel 35]. Wärschde nore beim D.! [KU-Schmittw/O]. De D. soll dich hole! [LU-Opp, allg.]. Wann dich numme (nur) de Deiwel hole dät! [PS-Münchw, allg.]. De D. muß dich hole mit Leib un Seel, mit Haut un Hoor! [Pirmas]. Der D. soll mich hole, wann's net wohr is! Beteuerung [RO-Obd, NW-Wachh KB-Albish PfId. 32]. De D. soll's hole! [PS-Schmalbg, allg.]. Hol's de D.! [FR-Albsh, verbr.]. Die Kinder aus KU-Kaulb neckten ihre Altersgenossen aus dem Nachbardorf KU-Kreimb: Krambaer Wickewacke met de därre Aarschbacke, met de krumme Sohle, de Deiwel soll auch (euch) hole!d. Der T. als Mittel der Steigerung. α. kein T. 'niemand'. Das glaabt d'r keeⁿ D. [KU-Brück, LA-Ilbh Nd'hochstdt]. Do kimmert sich ke D. drum [NW-Elmst, verbr.]. Do kennt sich D. meh aus [Krieger 22]. Die Schlää nimmt äim käiⁿ D. ab [KU-Schmittw/O]. Des glaabt de D. 'Das glaubt niemand' [LU-Opp], 'ist selbstverständlich' (!) [Pirmas LU-Oggh]. — β. sich den T. kümmern 'sich überhaupt nicht kümmern'. Der kimmert sich de D. drum [LA-Gommh]. Ich kimmer mich en Deifl drum [GH-Kand, verbr.]. — γ. 'm Deiwel seiⁿ Dings (seiⁿ Zeig) 'eine große Menge' [KU-Bedb]. Uf dem Äckerche hot er desjohr e D. voll geärnt 'eine große Ernte gehabt' [LU-Opp]. — δ. auf T. komm heraus 'unentwegt, ausdauernd'; danze uf Deiwl kum raus [LA-Nußd]. — II. übertr. 1. Das es e schwarzer Deiwel, von einem Menschen mit schwarzem Haar [KU-W'mohr, allg., auch Gal]. Du rorer (roter) D.!, Schimpfw. [LU-Alsh]; e blooer D. 'bayrischer Soldat', wegen der blauen Uniform [KU-Schmittw/O]. Das es e aremer D. 'arm an Besitz oder auch wegen körperlicher Mängel' [KU-Kaulb, verbr., auch Gal Buch]; e rechter armer D. [KB-Kriegsf]; e ganz armer D. [KU-Reipkch]; e dummer D. [LA-Siebdg, verbr.]; e dummer D., e iwwerzwercher [ZW-Battw]; e äägesinnicher Deifl [GH-Kand]; e wahrer Deiwl [RO-Obd]; de leibhafdich D. [Land, verbr.]; e wiedicher D. [RO-Obd]; e falscher D. [KL-Lind]. Du dääwer D., wer nicht hören will [BZ-Dernb]; hungricher D., vom Geizhals [ZW-Riedbg]. Das Kind is e Deiwelche [KU-Schmittw/O]. Zs. Dreck-, Fege-, Feuer-, Gras-, Haus-, Haxen-, Hunds-, Laus-, Lumpen-, Neid-, Ras-, Reiß-, Sau-, Schaff-, Waldteufel. — 2.a. Deiwels Großmutter 'Mistkäfer' [PS-Leim]; 'm Deiwel seiⁿ Großmutter, dass. [PS-Schönau Münchw Claus KL-Kindsb NW-Neidfs]; vgl. Pferdskäfer, Teufelsgroßel. — b.α. 'm Deiwel seiⁿ Mehlkaschde 'Eierbovist (Lycoperdon)' [NW-Haßl]; vgl. Teufelsdose. Syn. s. Eselsfurz. — β. Deiwel in de Kutsch 'Sturmhut' (Aconitum napellus u. Lycoctonum)' [NW-Wachh LA-Rohrb (Wilde 236)]. — c. 'zweiräderiger Wagen', Deiwl [Klein Wag. 114]. — d. 'rauchgeschwärzter Schinken' im Rätsel: Was esch der liewer, 's Kichel an de Sunn (Kuhfladen auf der Straße) orrer de Deiwl im Schornschde (Schinken im Schornstein)? [LA-Nd'hochstdt]. — e. 'Feuerwerkskörper' in der Zs. Spauzteufel. — F.: In der NPf u. WPf (ausgenommen SWPf) gilt fast allg. daiw(ə)l; ebenso für Gal u. Buch, teilweise auch Don (Batschka). SWPf westl. u. südl. der Linie Ais/Äis (s. K.l): dęiw(ə)l; lothr. SWPf: dīw(ə)l, diw(ə)l. Die VPf hat im südl. Teil daiw(ə)l, im mittl. u. teilw. im nördl. Teil dḁiw(ə)l u. dǫiw(ə)l; Land u. Umg.: diw(ə)l u. diw(ə)l; Neustadt nach Lagarrigue 45: dḁifl. Für BZ-Steinf Bergz GH-Kand wurde daifl angegeben. Im Dim. fast allg. die Endung -χə; in GH-Kand daiwələ. — Südhess. I 1484 ff.; Rhein. VIII 1146 ff.; Saarbr. 44/45; Lothr. 84; Els. II 655/56; Bad. I 468 ff.
15231 Zeichen · 512 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Teufel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Teufel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Teufelchen, in der Theologie, ein übelthätiges Wesen höherer Art, …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Teufel

    Goethe-Wörterbuch

    Teufel [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Teufel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Teufel , vielleicht vom griech.-latein. diabolus (Verläumder), woher offenbar das ital. diavolo , frz. diable und engl. …

  4. modern
    Dialekt
    Teufel

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Teufel Band 3, Spalte 3,1605–1620

  5. Sprichwörter
    Teufel

    Wander (Sprichwörter)

    Teufel Teufel (s. Teixel). 1. A mol muess ma'm Teuffel uff de Wedel treta. – Birlinger, 1036. 2. All, wat de Düwel nich …

  6. Spezial
    Teufel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Teu|fel m. (-s,-) 1 malan (-s) m. , ‹pop› diau m. 2 (Dämon) demon (-s) m. 3 (Kinderschreck) corneta (-tes) m. , terdifl …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit teufel

734 Bildungen · 653 Erstglied · 77 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von teufel 2 Komponenten

teu+fel

teufel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

teufel‑ als Erstglied (30 von 653)

Teufelstadt

SHW

Teufel-stadt Band 1, Spalte 1491-1492

teufelbännig

DWB

teufel·baennig

teufelbännig , adj. vom teufel besessen: teufelbennige leute. Mathesius Syr. 104 b ; in unserm heillosen, ... teufelbennigen hertzen. tröstl…

Teufelbannen

DRW

teufel·bannen

Teufelbannen, n. wie Teufelsbeschwörung sollen die prediger mit hohem fleiss und ernst wider solche sünde und laster, der zeuberei, weidlere…

teufelbanner

DWB

teufel·banner

teufelbanner , m. der den teufel bannt (II, 11), vergl. teufelsbanner : er war auch ein teufelbanner und zauberer. Aventin. 1, 328, 4 , teuf…

teufelbeschwörer

DWB

teufel·beschwoerer

teufelbeschwörer , m. nigromanticus, teufelbeswerer voc. opt. 33, 4, magus, teufelbeschweerer Maaler 400 a , vergl. teufelsbeschwörer : die …

teufelbuch

DWB

teufel·buch

teufelbuch , n. ein buch der teufellitteratur: die teufelbücher des Andr. Musculus (hosenteufel, schulteufel u. s. w. ). Gödeke grundr. 2 2,…

teufelchen

DWB

teufel·chen

teufelchen , n. , demin. zu teufel Stieler 428 , vgl. teufelein: sie welte gern ainmal ain kleins deufelche sehen. Zimm. chron. 2 1, 365, 3;…

teufelei

DWB

teufe·lei

teufelei , f. , mnd. duvelie ( Schiller-Lübben 1, 606 a ), das wesen, thun und treiben eines teufels oder wie eines teufels, schlechtigkeit,…

teufelein

DWB

teufe·lein

teufelein , n. , demin. zu teufel Stieler 428 , vergl. teufelchen: er ( satan ) machet jung teufelein; so muosten clagen al die teufel di da…

Teufelentzücken

Campe

teufel·entzuecken

◬ Das Teufelentzücken , — s , o. Mz . ein teuflisches Entzücken, z. B. über etwas Böses, Abscheuliches. Mit dem schwärzesten Teufelentzücken…

Teufeler

PfWB

teufe·ler

Teufeler m. : ' Plagegeist ', Deiweleʳ [ KU-Schmittw/O ]; vgl. teufeln 2 b.

Teufelerei

PfWB

teufel·e·rei

Teufelerei f. : = Teufelei ; Deiwlerei treiwe [ ZW-Rieschw ], Deiwelereie (Pl.) [ HB-Mimb ]. Der is voll mit Deiwlerei [ Don-Werb ]. Saarbr.…

Teufeley

Adelung

teufe·ley

Die Teufeley , plur. die -en, eine unmittelbare Wirkung des Teufels, und was dafür gehalten wird. Ingleichen figürlich, boshafte, lose, verw…

teufelfrager

DWB

teufel·frager

teufelfrager , m. der den teufel ruft und fragt: wie könig Saul alle warsager, zeichendeuter und teuffel-frager hat auszgerottet in dem land…

teufelgehetzt

DWB

teufelgehetzt , part. , vom teufel gehetzt: giftige, neidische, teufelgehetzte leute. Fischart ehz. 550 .

teufelhaft

DWB

teufel·haft

teufelhaft , adj. , mhd. tiuvelhaft, md. tûvelhaft, mit dem teufel behaftet, vom teufel besessen, daher teuflisch, teufelmäszig ( Lexer 2, 1…

teufelhaftig

DWB

teufel·haftig

teufelhaftig , adj. , mhd. tiuvelhaftic, -heftic dasselbe ( Lexer a. a. o. ): teufelhaftiger oder besesner voc. 1482 gg 4 b ; deine freund z…

teufel als Zweitglied (30 von 77)

Putzteufel

RDWB1

Putzteufel m помешан на чистоте, чистюля разг.

Abcteufel

Wander

abc·teufel

Abcteufel Er ist (nur) ein junger Abcteufel, der noch nicht buchstabiren kann. – Luther, Grimm, I, 18. Von unbedeutenden, nicht durch gelehr…

Aergerteufel

Wander

aerger·teufel

Aergerteufel 1. Den muss der Aergerteufel reiten. ( Nordböhmen. ) 2. Er ist ein Aergerteufel. ( Nordböhmen. )

Armenteufel

DRW

armen·teufel

Armenteufel "hieß im 17. Jahrhundert, nach einem Ausdrucke des täglichen Lebens, selbst in der amtlichen Sprache Rigas, der Bettelvogt ... d…

Diebsteufel

Wander

dieb·s·teufel

Diebsteufel Der Diebsteufel ist ein arger Schelm. – Kirchhofer, 144.

Diefkater (Teufel)

Wander

Diefkater (Teufel) Diefkater (Teufel). De Diefkater schall die holn.

dorfteufel

DWB

dorf·teufel

dorfteufel , m. 1 1. wie dummer teufel. du hölzener dorfteubel bauernbengel Ch. Weise Jephtha 3, 15 . so ist wol war das es ( ihr ) tume dor…

eheteufel

DWB

ehe·teufel

eheteufel , m. motor discordiae inter conjuges, dann auch mala conjux.

fegteufel

DWB

feg·teufel

fegteufel , m. entweder gleichviel mit fegenteufel, einen gewaltsamen mann bezeichnend, der selbst den teufel nicht fürchtet, oder davon zu …

feldteufel

DWB

feld·teufel

feldteufel , m. daemon ruralis: und mit nicht ire opfer hinfort den feldteufeln opfern, mit den sie huren ( vulg. et nequaquam ultra immolab…

feuerteufel

DWB

feuer·teufel

feuerteufel , m. kegelförmiger pulverteig, lauffeuer zum abbrennen, petermännchen, schweiz. fürtüfel.

Flußteufel

Adelung

fluss·teufel

Der Flußteufel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Flußteufelchen, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art der Wasserhühner, welche größ…

geizteufel

DWB

geiz·teufel

geizteufel , m. 1 1) teufel des geizes der unter den menschen wirkt, einen menschen besessen hat u. ä. ( vgl. geist der geitigkeit unter gei…

Geldteufel

Wander

geld·teufel

Geldteufel Der Geldteufel hat ihn gepackt. Holl. : De geldduivel heeft hem beet. ( Harrebomée, I, 217. )

grasteufel

DWB

gras·teufel

grasteufel , m. , ein als häszlich und schrecklich vorgestelltes zwerghaftes wesen der niederen mythologie. 1 1) in eigentlicher anwendung: …

hausteufel

DWB

haus·teufel

hausteufel , m. 1 1) böser geist in einem hause: da unzüchtige Priapus-diener ihren sahmen dem teufel aufopfern, aus welchem hernach dieser …

Ableitungen von teufel (4 von 4)

unteufel

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unteufel , m. , schweizerisch ' roher mensch ' Staub-Tobler 1, 298 ; teufel 19 d mit un IV D 2. oft bei Gotthelf : der u., der er ist! für w…

urteufel

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urteufel , m. , teufel mit ur- C 4 a. vgl. erz-, oberteufel . von Campe als neubildung verzeichnet, doch schon Notker gebraucht urtiefel: su…

Verteufel

RhWBN

Ver-teufel -dø˙y.f- Köln-Stommeln m.: -zorniger.

verteufelung

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verteufelung , f. , zu verteufeln 3, ' verwandlung in teufel '. diese verteuflung der götter habe ich im ... 'salon' ... besprochen Heine 6,…

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APA
Cotta, M. (2026). „teufel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/teufel/pfwb?formid=D01962
MLA
Cotta, Marcel. „teufel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/teufel/pfwb?formid=D01962. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „teufel". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/teufel/pfwb?formid=D01962.
BibTeX
@misc{lautwandel_teufel_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„teufel"},
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