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Stecken

ahd. bis spez. · 23 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
41 in 23 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Stecken v., ntr, rec, trs

Bd. 4, Sp. 608b
Stecken, v. I) ntr. regelm. u. unregelm. unl. verg. Z. ich stak, geb. F. ich stäke, mit haben, im O. D. mit sein, mit der Spitze in einem festen Körper oder auch an einer Spitze, an einem spitzigen Dinge haften, befestiget sein. Der Nagel steckt in der Wand, die Nadel steckt im Tuche. »Deine Pfeile stecken in mir.« Hiob 6, 4. Die abgebrochene Spitze steckt tief, steckt fest. Der Braten steckt am Spieße. Schreien als wenn man am Spieße steckte (Х stäke), sehr heftig schreien. I weiterer Bedeutung auch ohne den Begriff des Spitzigen und überhaupt, an einem Orte befindlich sein, aber meist mit dem Nebenbegriffe der Festigkeit, Unbeweglichkeit oder des Unvermögens diesen Ort verlassen zu können. Die Kugel steckte tief im Schenkel und konnte nur mit vieler Mühe herausgeholet werden. I Schlamme, Kothe stecken. Stecken bleiben. Die Ruthe steckt hinter dem Spiegel, steckt am Fenster. Imer im Hause, hinter dem Ofen  stecken. Imer in den Kaffehäusern, Spielhäusern stecken. Ein Ferkel stak darin. Pfeffel. Zwischen Thür und Angel stecken, sich in einer mißlichen Lage befinden, zwischen zwei Gefahren oder Verlegenheiten zu wählen haben  Stecken bleiben, nicht fort, nicht weiter können. Auch uneigentlich, in einer Rede, in der Predigt  stecken bleiben, den Zusammenhang verlieren und nicht in der gehörigen Ordnung oder auch gar nicht fortreden, fortpredigen können. Die Sache steckt, geht nicht vorwärts, wird gehindert, wofür man gewöhnlicher stokken, und auch ins Stocken gerathen sagt. Die Sache ist ins Stecken gerathen. Zuweilen auch als rec. Das Wasser steckt sich, wird durch ein Hinderniß aufgehalten, hat keinen Abfluß. So auch bei den Jägern, wo sich das Wild steckt, wenn es im Treiben zu enge zusammenkömmt, so daß es nicht weiter kann, daß es stockt oder sich stopft. I Schulden, in Noth, in Elend stecken. Ein armer Schiffer stak in Schulden. Gellert. »Du steckest in deinem Unglück.« 2 Sam. 16, 8. Einen in der Noth, im Elende stecken lassen. »Thorheit steckt dem Knaben im Herzen.« Sprichw. 22, 15. Ih weiß nicht was ihm im Kopfe stecken mag. Hier im Herzen steckt es. »Alles war Ohr, den Schwätzerinnen blieb das Wort im offenen Munde stecken.« Hermes. Х Es steckt mir in allen Gliedern, wofür man auch sagt, es liegt mir in allen Gliedern, ich fühle in allen Gliedern Schmerz oder Mattigkeit, oder Unbehaglichkeit  Es steckt mir auf der Brust. Es steckt mir im Halse. Davon sagt man hier und da auch stecken allein für sticken, wenn einem etwas im Halse steckt, was mit Ersticken drohet; würgen. Oft ist auch der Begriff der Verborgenheit, der Heimlichkeit damit verbunden. Hinter der Thür, im Winkel stecken. Wo er nur stecken mag? wo er nur sein mag, besonders von einem, dessen Gegenwart man verlangt, welchen man erwartet. Wo hast du die ganze Zeit gesteckt? Niemand weiß wo er steckt. Den ganzen Tag beisammen stecken, heimlich beisammen sein. Unter Einer Decke mit jemand stecken, einverstanden mit ihm sein, etwas Heimliches mit ihm vorhaben. Sicher steckt etwas dahinter. Ih weiß wohl, was dahinter steckt. II) trs. 1) Mit der Spitze oder einem spitzigen Werkzeuge in oder an einem festen Körper, oder auch, an einem spitzigen Körper, in einer engen Öffnung haften machen, daran, darein befestigen. Eine Nadel in das Hemde, auf den Aufschlag stecken. Einen Nagel in die Wand stecken. Den Braten an den Spieß stecken. Den Degen in die Scheide stecken. Den Schlüssel in das Schlüsselloch, das Licht auf den Leuchter stekken. I weiterer Bedeutung auch von andern Körpern, in eine enge Öffnung thun, und überhaupt, an einen Ort befestigen, an einem Orte haften, bleiben machen. Den Zapfen in das Loch stekken. Den Bissen in den Mund stecken. Die Hand in die Tasche, in den Busen stecken. Das Geld in die Sparbüchse, in den Beutel stecken. Viel Geld in eine Sache stecken, uneigentlich, es dazu verwenden. »Verwundern Sie sich nicht, daß ich so viel Geld darein stecke.« Gellert. »Diesen Profit (Gewinnst) stecke ich in meinen Garten.« Ders. Den Ring an den Finger stecken. Den Degen an die Seite stecken. Etwas zu sich stecken, es an sich nehmen und einstecken, wofür Herder ungewöhnlicher sagte: bei sich stecken. Die Ruthe, ein Papier hinter den Spiegel stecken. Die Feder hinter das Ohr stecken. Einen Zettel ans Fenster stecken. Ih habe ihm einen Brief geschrieben, welchen er nicht ans Fenster, oder an den Vorhang stecken wird, d. h. welchen er niemand sehen oder lesen lassen wird. I den Sack stecken. Unter den Tisch, unter die Bank stecken. Einen in den Sack, unter die Bank stecken, uneigentlich, ihm überlegen sein, mit ihm vornehmen, was man will. Hopfenstangen, Bohnenstangen, Weinpfähle stecken, an die Erde. Bohnen, Erbsen  stecken, mit den Fingern in der bestimmten Stelle in die Erde stecken oder drücken; zum Unterschiede von Bohnen, Erbsen  legen, wenn man sie in gemachte Vertiefungen oder kleine Furchen legt und dann mit Erde bedeckt. I noch weiterer und uneigentlicher Bedeutung. Х Sich in Schulden stecken, Schulden machen, von welchen man sich nicht leicht wieder befreien kann. Х Sich in fremde Händel stecken, verwickeln. »Stecke dich nicht in mancherlei Händel.« Sir. 11, 10. Oft ist auch der Begriff der Verborgenheit, der Heimlichkeit damit verbunden. Einem etwas in die Hand stecken, es ihm heimlich zu wissen thun, ihm Nachricht davon geben. Er hat es mir gesteckt. Sich stecken, sich verbergen. Das Wild steckt sich, wenn es sich im Dickicht verbirgt. Sich hinter jemand stecken, ihn zum geheimen Werkzeuge gebrauchen, seine Absicht zu erreichen und als die eigentliche Triebfeder und Ursache verborgen bleiben. Uneigentlich ist stecken auch, an einen sichern Ort in Verwahrung bringen. Einen Übelthäter ins Gefängniß stecken. Х Einen ins Loch stecken, ins Gefängniß. Eine Jungfrau in das Kloster stecken. I O. D. gebraucht man stecken allein für, in Verhaft nehmen, so wie setzen. S. auch Beistecken und Einstecken. I Brand stecken, anzünden, von großen Massen. Ein Haus, eine Stadt, einen Wald in Brand stecken. S. Anstecken. Eine andere Bedeutung hat es noch in dem zusammengesetzten erstecken, ersticken machen. 2) Durch Stecken befestigen, mit Nadeln  hervorbringen oder zubereiten. Eine Locke stecken, Hauben stecken. Uneigentlich, ein Ziel stecken, ein Ziel bestimmen, wie auch, etwas als Ziel an einem Orte befestigen. Einem Maß und Ziel stecken, bestimmen, vorschreiben. I N. D. lautet es steken, welches daselbst auch stechen bedeutet, wodurch die häufige Verwechselung der nahe verwandten Wörter stechen und stekken wahrscheinlich befördert worden ist. S. Stechen. — D. Stecken. D. — ung.
6639 Zeichen · 130 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    steckensw. V. (1a)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    stecken , sw. V. (1a) Vw.: s. stekken*

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stecken

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +7 Parallelbelege

    stecken s. stöcken.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    steckensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    stecken , sw. V. nhd. schäften, fiedern Hw.: s. sticken (1) E.: s. sticken (1) R.: steckede hossen: nhd. „geschäftete Ho…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stêcken

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Der Stêcken , des -s, plur. ut nom. sing. ein mäßiger oder kleiner Stock, und zuweilen auch ein jeder Stock. An einem St…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stecken

    Goethe-Wörterbuch

    stecken [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stecken

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Stecken , ein Brennholzmaß am untern Main, in Darmstadt 100 Kubikfuß = 1,5625 cbm.

  7. modern
    Dialekt
    stëcken

    Elsässisches Wb. · +9 Parallelbelege

    stëcke n , sticke n [takə Su. Co. Dü. U.; tækə Str. Lohr Wh. ; tìkə Lauterb.; Part. ktakt O. U., ktækt Str. , ktok…

  8. Spezial
    stecken1

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +3 Parallelbelege

    ste|cken 1 vb.tr. 1 (hineinstecken) ficé ite, mëte ite, cacé ite 2 (feststecken: Pfahl) mazé ite, mazé jö 3 (befestigen)…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stecken

215 Bildungen · 141 Erstglied · 69 Zweitglied · 5 Ableitungen

Zerlegung von stecken 2 Komponenten

stec+ken

stecken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stecken‑ als Erstglied (30 von 141)

stecken I

SHW

stecken I Band 5, Spalte 1333-1334

stecken II

SHW

stecken II Band 5, Spalte 1335-1336

Steckenbein

SHW

Stecken-bein Band 5, Spalte 1339-1340

Steckengaul

SHW

Stecken-gaul Band 5, Spalte 1339-1340

Steckenholz

SHW

Stecken-holz Band 5, Spalte 1339-1340

Steckenzaun

SHW

Stecken-zaun Band 5, Spalte 1339-1340

steckenartig

DWB

stecken·artig

steckenartig , adj. , von der art, nach art eines steckens: die steckenartigen glieder François letzte Reckenburgerin 2, 248 , d. h. dünn wi…

steckenbalgen

DWB

stecken·balgen

steckenbalgen , n. ( entsprechend balgen verb. th. 1 sp. 1086 subst. inf. ), bei Kramer dict. 2 (1702) , 923 b dasselbe wie unten steckenkam…

steckenbaum

DWB

stecken·baum

steckenbaum , m. , baum, von welchem stecken geschlagen werden, insbesondere ' bäumchen, aus dem man weingart stecken kliebt ' Unger - Khull…

steckenbeil

DWB

stecken·beil

steckenbeil , n. , versuch, den symbolischen begriff der römischen ' fasces ' völlig zu übersetzen Posselt bei Campe ; vgl. auch unten steck…

steckenbein

DWB

stecken·bein

steckenbein , n. , stockdürres, wadenloses bein ( dünn wie ein stecken): die schöne Pariser mode, dasz die weiber durch einen kleinen falten…

steckenbeinig

PfWB

stecken·beinig

stecken-beinig Adj. : ' mager, dünn, knochig ', von Beinen, steckebäänich (ˈšdęgə̩bEniχ) [ ZW-Marthh ].

steckenberg

DWB

stecken·berg

steckenberg , m. , benennung etwa für einen weinberg, wo sich stecken neben stecken findet; weniger ist an einen berg zu denken, wo steckenb…

stecken als Zweitglied (30 von 69)

abstecken

DWB

abstecken , defigere, laxare, gegensatz von anstecken und aufstecken : das band vom ermel, die schleife von der brust, das tuch vom hals abs…

ane stecken

MWB

ane stecken swV. 1 ‘etw. anstecken’ 2 ‘in Brand setzen’    1 ‘etw. anstecken’ dú sehte [ 6. Jungfrau] stakte ir ain guldin vingerlin an PrGe…

anstecken

DWB

anst·ecken

anstecken , unterscheidet sich der form nach von anstechen, wie das starke stechen stach, ahd. stëchan stah, mhd. stëchen stach vom schwache…

aufstecken

DWB

auf·stecken

aufstecken , affigere, praefigere, anstecken, vorstecken. 1 1) das haupt des getödteten aufstecken: sein haupt wurde zu ewigem schimpf, scha…

ausstecken

DWB

aus·stecken

ausstecken , erigere, nnl. uitsteken, zeichen, fahne ausstecken: also werden sie auch das fenlin nicht auf den mastbawm ausstecken. Es. 33, …

bestecken

DWB

best·ecken

bestecken , fixum haerere, stecken bleiben, bekleiben, praet. bestack, wie beliegen, belag: im schnee, im sumpf, koth, im loch bestecken, im…

Beystêcken

Adelung

bey·stecken

Beystêcken , verb. reg. act. welches nur im gemeinen Leben üblich ist, eine Sache neben der andern stecken; ingleichen figürlich: jemanden b…

Bohnenstëcken

ElsWB

bohnen·stecken

Bo h ne n stëcke n m. 1. Bohnenstange. So dick (iron.) wie e B. mager Dü. , daher 2. lange, hagere Person Liebsd. Hi. 3. Rda. Abfertigung au…

durchstecken

DWB

durch·stecken

durchstecken , durch eine öffnung stecken, transmittere, niederd. dôrsteken Schambach 46 a . steck die hand durch Henisch 775 . sie hat die …

einstecken

DWB

einst·ecken

einstecken , praet. steckte ein, immittere, nnl. insteken. 1 1) condere, den degen, das schwert einstecken, auch mit ausgelassenem acc. blos…

entstecken

DWB

ent·stecken

entstecken , incendere, anstecken, nnl. ontsteken: wo liebe, die natur in eurem blut erweckt, wo wahre vatertreu ie fürst dein herz entsteck…

Erbstecken

Wander

erb·stecken

Erbstecken 1. Es hat niemand einen Erbstecken 1 in dieser Welt. Das Wort fehlt bei Grimm, findet sich aber bei Seybold. Lat. : Vivere mancip…

erstecken

DWB

erst·ecken

erstecken , suffocare, transitiv von ersticken suffocari, also ersticken machen, mhd. erstecken, praet. erstacte oder erstahte, von dem vora…

fortstecken

DWB

fort·stecken

fortstecken , ulterius figere: einen pflock, einen nagel fortstecken, in das nächste loch.

g(e)stecken

Idiotikon

g(e)stecken Band 10, Spalte 1599 g(e)stecken 10,1599

gestecken

DWB

gest·ecken

gestecken , verb. verstärktes stecken ( s. d. ). 1 1) transitiv: gestecken, stecken, anheften, figere Henisch 1574 ; mhd. ir wart erslagen s…

haselstecken

DWB

hasel·stecken

haselstecken , m. stecken von der hasel: des böhmischen fürsten Primiszlai häselstecken. a. weiszh. lustg. 393.

Hineinstecken

Campe

hinein·stecken

Hineinstecken , — stehlen, — steigen, — stellen, — stolpern, — stoßen, — strahlen, — streichen, — streuen, — strömen, — stürmen, — stürzen ,…

ingistecken

AWB

ingistecken , -stîgan , -tuon s. Grundwort.

in stecken

ElsWB

in stecke n 1. in den Mund stecken. I n dëm Kind muess me r s Ësse n noch i n s. Bf. 2. einsperren, einen Verbrecher ebd.

Jochstecken

Wander

joch·stecken

Jochstecken Durch Gôchstâke rieden. ( Siebenbürg.-sächs. ) – Frommann, V, 173, 121. In unverständlichen Bildern reden.

Ableitungen von stecken (5 von 5)

bestecken

DWB

bestecken , fixum haerere, stecken bleiben, bekleiben, praet. bestack, wie beliegen, belag: im schnee, im sumpf, koth, im loch bestecken, im…

entstecken

DWB

entstecken , incendere, anstecken, nnl. ontsteken: wo liebe, die natur in eurem blut erweckt, wo wahre vatertreu ie fürst dein herz entsteck…

erstecken

DWB

erstecken , suffocare, transitiv von ersticken suffocari, also ersticken machen, mhd. erstecken, praet. erstacte oder erstahte, von dem vora…

gestecken

DWB

gestecken , verb. verstärktes stecken ( s. d. ). 1 1) transitiv: gestecken, stecken, anheften, figere Henisch 1574 ; mhd. ir wart erslagen s…

verstecken

DWB

verstecken , verb. form. 1 1) es geht in der bedeutung auf das trans. 1 stecken ( th. 10, 2, 1298) als factitivum zu stechen zurück, hat abe…