Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
nôte adv. gen.
1. nôte, mit noth, nothgedrungen, ungerne. daʒ er si nôte verstîeʒ, nur durch die noth gezwungen die bitte abschlug, Iw. 268. Rûal hæt eʒ nôte verlân, eʒ enmüese alleʒ vür sich gân, des sîn vriunt Tristan bæte Trist. 2177. den tôt lîdet nôte ein iegelîch man die wîle er sich genern kan das. 10321. swenn si ze schuole solten gân, sô hæten si nôte verlân, in wünneclîcher fröuden pflege underkusten si sich tûsent stunt Flore s. 750. swie nôte erʒ tete, eʒ muoste sîn livl. chron. 8579. darzuo si nôte giengen das. 2446. wie nôde das wart von ime getân Crane 4163. — Isôte der was ande unde nôte Trist. 17856. richtig? oder ist Isôt: nôt zu lesen?
2. nœte. nothwendig. daʒ man sich nœte nâch sô süeʒer liebe sent, dass man nicht umhin kann, sich von rechtswegen, MS. 1,149. b. hete ich gegen der ie missevarn bî mînen tagen, sô hete ich nœte zît, gedinge und arebeit verlorn, von rechtswegen, es musste dann so sein, das. 2,87. a. wâfen, Minne, wie hâstu mir sô getân! solhen ruof und klage ich nœte von dir hân das. 2,87. b. gleich darauf steht statt nœte: durch nôt. hie zwîvelt nœte der gedanc, die den bûch üebent Serv. 714, wo Haupt nicht hätte nœte in nôte corrigieren sollen. — nœte scheint auch für nôte vorzukommen. die mîne site sint wol so stæte, daʒ ich nœte missetæte, bei Scherz 2,1133. nœte und ungerne parallel gestellt, ebenda.