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Kern

ahd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Wander
Anchors
42 in 21 Wb.
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Eintrag · Wander (Sprichwörter)

Kern

Bd. 2, Sp. 1252
Kern 1. Auf den Kern gehört der Stern. – Sprichwörtergarten, 295. Anerkennung dem, der sie verdient, dem Würdigen. 2. Aus einem kleinen Kern kann ein grosser Baum werden. – Reinsberg VII, 65. 3. Aus solchem Kern wird solcher Baum. – Parömiakon, 463. Aus einem kleinen Fehler entwickelt sich bisweilen ein grosses Laster. 4. Der Kern ist in der Schalen, das Mehl wird auss den Kleyen gemahlen. – Petri, II, 97. 5. Der Kern ist unter der Schale. Und doch beklagen sich viele, dass sie ihn nicht gleich oben darauf finden. »Begriffen habt ihr nicht den Spruch des Herrn: Glaubt ihr den Worten nicht glaubt doch den Werken. Das heisst verdolmetscht: Bis ihr schmeckt den Kern, mögt ihr euch an der Schale stärken.« (Fr. von Sallet, Leipzig 1842, S. 55.) 6. Der Kern straft oft die Schale Lügen. 7. Diesem Kern gehört eine bessere Schale. – Parömiakon, 1953. Schade, dass der kräftige Geist nicht in einem dauerhaftern Körper wohnt. 8. Ein guter Kern braucht keine dicke Schale. Frz.: Biaux noiaux gist sos foible escorce (beau noyau git sous faible écorce). (Leroux, I, 44.) 9. Gute Kerne haben oft viel Schalen. 10. Man muss die Kerne nicht wegwerfen wegen der Spreu. 11. Wann me den Kêrn hawwen will, mot me de Nutt upbîten. (Waldeck.) – Curtze, 337, 290. 12. Wenn der Kern aus der Schale ist, fressen ihn die Mäuse. – Parömiakon, 2436. Die Jungfrau sei keine Gassenläuferin, es ist sonst bald um ihre Tugend geschehen. 13. Wer den Kern essen will, der muss die Nuss auffbeissen (knacken). – Petri, II, 692; Simrock, 5560; Körte, 3343; Reinsberg III, 101; Braun, I, 1811. Böhm.: Kdo chce jádro jísti, musí ořech rozlousknouti. (Čelakovsky, 126.) n.: Hvo der vil æde kiærnen, faaer knække nøden eller bryde skallen. (Prov. dan., 7 u. 340.) Engl.: He that will eat tho kernel, must crack the nut. (Čelakovsky, 126; Bohn II, 89.) – Madam Parnel, crack the nut and eat the kernel. (Gaal, 998.) – No nut does lack it's shell to knack. – No pains, no gains. – No sweet without some sweat. Frz.: Il faut casser le noyau pour en avoir l'amande, (Lendroy, 1089.) Holl.: Die de kern wil hebben, moet de dop kraken. (Bohn I, 308.) Krain.: Ce te jedro mika, lupin jo zgrizi. (Čelakovsky, 126.) Kroat.: Ki orehe hochi jeszti, pre lupine mora zgriszti. Lat.: Frange nucis tegmen, si cupis esse nucem. – Qui nucleum esse vult, nucem frangat oportet. (Binder II, 1197; Gaal, 998; Seybold, 489; Eiselein, 497.) 14. Wer den Kern gegessen hat, dem schmeckt die Schale nicht. 15. Wer den Kern will, muss die Schale brechen. – Gaal, 998; Oec. rur., 216; Steiger, 308; Sailer, 184; Eiselein, 371 u. 497. n.: Hvo der vil æde kjernen, faae bryde skallen. – Hvo kæernen vil æde, skal nødden bryde. (Bohn I, 377 u. 378.) Frz.: Nulle noix sans coque. (Leroux, I, 37.) Lat.: Dulcia non meruit, qui non gustavit amara. (Altdorf, 22; Binder II, 854.) 16. Wer will den süssen Kern vermahlen, muss aufbeissen die bittern (harten) Schalen. 17. Wie der Kern, so der Keim. Aehnlich russisch Altmann, VI, 405. 18. Das ist der Kern vnd Stern davon. – Herberger, I, 2, 789. 19. Das ist der rechte Kern. »Was mennt (meint) ihr, is dos nich der rechte Karn?« (Keller, 166b.) 20. Den Kern essen und Gott die Schale vorlegen. – Parömiakon, 1956. Der Welt dienen mit der Kraft der Jugend und den schwachen, kraftlosen Rest des Lebens Gott weihen; Busse thun, wenn man nicht mehr sündigen kann. 21. Den Kern verlieren und die Schale behalten. Schon Plautus gebraucht die Redensart in den Gefangenen, wo der Herr, von dem man Nutzen hoffte, fort und an seiner Stelle der Sklave zurückgeblieben war. 22. Die Kerne zerknicken, wenn die Kirsche schon gegessen ist. Kommen, wenn das Beste weg ist, mit dem zufrieden sein müssen, was andere, als ihnen nicht zusagend, weggeworfen oder zurückgelassen haben. 23. Du bist der Kernen, wenn man in die Nuss scheisst. (Weingarten.) – Birlinger, 296. 24. Du bist der Kernen, wenn man Mausbollen gerbt. (Saulgau.) – Birlinger, 295. 25. Ein goldener Kern in schlechter Schale. 26. Einem den Kern stechen. Ihm die Wahrheit sagen, ihm seinen Standpunkt klar machen. 27. Er frisst die kern vnd lesset jm die Hülsen. – Mathesius, Sarepta, CLIIb. 28. Ihr seid goar der klare Karn. – Gomolcke, 634. 29. Kern essen wollen, ehe die Hülsen drab sein. – Schottel, 1113a.
4305 Zeichen · 141 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kern

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    kern s. kerno.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kërnstf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +9 Parallelbelege

    kërn stf. butterfass. ndrh. kirn: gestossen und geslagen recht sam die anken in ein kirn Hans 4325. vgl. Dwb. 5,605.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kē̆rnm.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    kē̆rn , m. , kē̆rne, karn(e), m. , f. , Kern, Fruchtkern eines Baumes, Same, Obstkern, Nußkern, übertr. das Innere, bild…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Kêrn

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    2. Der Kêrn , des -es, plur. die -e, Diminut. das Kernchen, Oberd. Kernlein, ein Wort, in welchem sich die genau mit ein…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kern

    Goethe-Wörterbuch

    Kern Von rund 160 Belegen etwa zwei Drittel in 1 mit Schwerpunkt a (botan Wortverwendung). — Signifikant die wiederholte…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kern

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Kern , im gewöhnlichen Sprachgebrauch zunächst der oder die härtern Teile im Innern weicher Früchte; über K. in der Chem…

  7. modern
    Dialekt
    Kern

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Kern s. Karn.

  8. Sprichwörter
    Kern

    Wander (Sprichwörter)

    Kern 1. Auf den Kern gehört der Stern. – Sprichwörtergarten, 295. Anerkennung dem, der sie verdient, dem Würdigen. 2. Au…

  9. Spezial
    Kern, grammatischerm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +8 Parallelbelege

    Kern , m , grammatischer ядро , ср , грамматическое

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kern

752 Bildungen · 396 Erstglied · 347 Zweitglied · 9 Ableitungen

kern‑ als Erstglied (30 von 396)

Kernapfel

SHW

Kern-apfel Band 3, Spalte 1263-1264

Kernbürger

SHW

Kern-bürger Band 3, Spalte 1265-1266

Kernerbse

SHW

Kern-erbse Band 3, Spalte 1265-1266

kernfaul

SHW

kern-faul Band 3, Spalte 1265-1266

Kernfäule

SHW

Kern-fäule Band 3, Spalte 1265-1266

kerngesund

SHW

kern-gesund Band 3, Spalte 1265-1266

kernhaft

SHW

kern-haft Band 3, Spalte 1265-1266

Kernhaus

SHW

Kern-haus Band 3, Spalte 1265-1266

Kernholz

SHW

Kern-holz Band 3, Spalte 1265-1266

Kernkraut

SHW

Kern-kraut Band 3, Spalte 1265-1266

Kernmehl

SHW

Kern-mehl Band 3, Spalte 1265-1266

Kernreiter

SHW

Kern-reiter Band 3, Spalte 1265-1266

Kernrich

SHW

Kern-rich Band 3, Spalte 1265-1266

Kernseife

SHW

Kern-seife Band 3, Spalte 1265-1266

Kernsieb

SHW

Kern-sieb Band 3, Spalte 1265-1266

Kernspeck

SHW

Kern-speck Band 3, Spalte 1265-1266

kernweich

SHW

kern-weich Band 3, Spalte 1265-1266

Kernwurzeln

SHW

Kern-wurzeln Band 3, Spalte 1265-1266

kernästig

DWB

kern·aestig

kernästig , adj. von bäumen, deren äste aus dem kerne oder marke heraus gewachsen sind, was das zerschneiden zu bretern schwierig macht. Fri…

Kernal

MeckWB

Kernal ( -al betont) m. das zersprochene Skandal: dit 's jo 'n feinen Kernal eine feine Sache (1887) Ro Graal .

Kernan

Meyers

ker·nan

Kernan , Stadt in Tunis, s. Kairuan .

kernapfel

DWB

kern·apfel

kernapfel , m. eine art äpfel, deren kerne locker liegen und klappern, auch klapperapfel, schlotterapfel, glockenapfel, schmelzling. Adelung…

kernapful

KöblerAhd

kern·apful

kernapful , st. M. (i) nhd. Granatapfel ne. pomegranate ÜG.: lat. malum Punicum Gl Q.: Gl (Mitte 9. Jh.) E.: s. kern, kerno, apful W.: nhd. …

kernaphul

AWB

kern·aphul

kernaphul st. m. , nhd. kernapfel. — Graff I,174. kern-apfel: nom. sg. Gl 3,98,25 ( SH A, clm 23796, 15. Jh. ); -epfli: nom. pl. 2,221,51 ( …

kernausdruck

DWB

kern·ausdruck

kernausdruck , m. kerniger ausdruck, wie kernwort, kernspruch: einen kernausdruck von Tacitus. Herder fragm. (1767) 3, 88 ; mühsam geflochte…

kernauster

DWB

kern·auster

kernauster , f. eine austerart, deren franzen um das fleisch purpurfarben sind. Adelung.

kern als Zweitglied (30 von 347)

skern

KöblerAs

*skern , st. N. (a)? Vw.: s. -līk* Hw.: s. skernunga*; vgl. ahd. skern (st. M. a, st. N. a), anfrk. skern E.: germ. *skerna-, *skernaz, st. …

wollenkern

KöblerMhd

*wollen·kern

*wollenkern , st. M. Vw.: s. boum- E.: s. wolle, kern (1) W.: nhd. DW-

bankern

BWB

-bankern Band 1, Spalte 1,1057

paukern

BWB

-paukern Band 1, Spalte 1,1418

plankern

BWB

-plankern Band 2, Spalte 2,1009

treinkern

BWB

-treinkern Band 4, Spalte 4,386

täckern

BWB

-täckern Band 3, Spalte 3,960

abackern

DWB

abackern , arando demere, abpflügen eine furche, ein stück feldes, dann abstract für abnehmen: dem teufel das eroberte wieder abjagen und ab…

abe kern

MWB

abe kern swV. ‘etw. abfegen’, übertr.: wan armvͦt ist ein tvgent schvͦle vnd wetage ein pesem, der die svnde ab chert [La. ab cheret ab den …

abpeckern

BWB

abpeckern Band 2, Spalte 2,43

abrackern

DWB

abrackern , decoriare, defatigare, abschinden, heftig abmühen: man hatte sich aber auf dem vertrackten strome so abgerackert. Tieck nov. 9, …

abschlenkern

DWB

abschlenkern , excutere, abschleudern: das wasser von der hand, den koth vom schuh abschlenkern. nnl. afslingeren.

absplickern

DRW

absplickern [Dem Armenfonds ist verboten, eine Rente] af to vorkopene oft aff to splickerne 1458 MeppenUB. 250 Faksimile

abzackern

DWB

abzackern , arando demere, abackern, aberen: mit aufwerfung der gräben, mit abzackern. Frankf. ref. IX. 1, 1; einem von seinem grunde abzack…

ackern

DWB

ack·ern

ackern , arare, laborare, nnl. akkeren, ein erst nach dem untergang des alten arjan, eren aufkommendes wort, ahd. gibt es so wenig ein accha…

afkatteikern

MeckWBN

Wossidia afkatteikern verprügeln: denn' heff ick eins ornlich afkatteikert Ha Hagenow@Redefin Red .

aflöckern

MeckWBN

Wossidia aflöckern mit Pflanzlöchern versehen: wi willen œwer Winter den ganzen Slagg aflöckern un denn mit Dannen beplanten Ha Hagenow@Bels…

afsäkern

MeckWBN

Wossidia afsäkern mit der Sichel abmähen: Gras für Kaninchen und Ziegen afsäkern Pa Parchim@Plau Plau .

afwôkern

MNWB

afwôkern , swv. , einem sein Gut nehmen, schädigen.

afwōkern

KöblerMnd

afwōkern , sw. V. Vw.: s. afwōkeren*

anackern

DWB

anackern , arare incipere: mit dem stecken anackern. Garg. 238 b .

anankern

DWB

anan·kern

anankern , ancoras figere; in der baukunst, einen balken an die träger anankern, festigen.

Ableitungen von kern (9 von 9)

entkernen

DWB

entkernen , enucleare, nnl. ontkernen: erbsen entkernen ( oder auch blosz kernen); der sich am creuz liesz nackt entkernen (?) laut. warh. v…

erkern

MWB

erkern swV. ‘etw. auskehren, reinigen’ der gotes atem [...], / der div broden herze erchert, / div sin gnade durh uert: / er uerdultet vinst…

erkernen

DWB

erkernen , enucleare: erkernet, ertreschet und erlas es so eigentlich, das nicht ein einigs körnlin umbsonst auf die erd ful, es hett kein f…

gekern

KöblerMhd

gekern , sw. V. Vw.: s. gekeren*

gekerne

DWB

gekerne , n. coll. zu kern, getreide ( s. kern 2, c ): im jenner .. laufen ( die hirsche ) in die grünen früchte, als korn und dergleichen g…

gekernen

KöblerMhd

gekernen , sw. V. nhd. fest werden Q.: Parz (1200-1210) E.: s. ge, kernen W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 185 (gekernen)

kerne

DWB

kerne , f. im salzwerk zu Halle, eine viereckige stange, womit man den soolenvorrat im fasz ausmiszt, das heiszt die kerne stechen. Rüdiger …

urkern

DWB

urkern , m. (ur- C 4 c), kern 11/13 entsprechend: die höhern organe ... als der u. der irdischen gestaltung Novalis 2, 36 M.; es giebt nur e…

verkernen

DWB

verkernen , verb. mit kernähnlichen verzierungen versehen: aber wann ir von stuck zu stuck gesehen heten .. die lustig eingemengt, eingelegt…