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moral

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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Moral

Bd. 6, Sp. 320
Moral Pluralform -ien (aus lat ‘moralia’, Pl Neutr zu subst Adj ‘moralis, -e’) nur zu Pkt 3 1 Gesamtheit der das zwischenmenschliche Verhalten regelnden Normen u Wertvorstellungen a von der Gesellschaft als verbindlich akzeptiertes, auf (philos) Tradition u/od Religion beruhendes sittliches System; einmal in vergleichendem Zshg Die M. ist ein ewiger Friedensversuch zwischen unsern persönlichen Anforderungen und den Gesetzen jenes unsichtbaren Reiches [des Weltgeistes]; sie war schlaff und knechtisch geworden, als man sie dem Kalkül einer bloßen Glückseligkeits-Theorie unterwerfen wollte; Kant..hat..das unsterbliche Verdienst, uns von jener Weichlichkeit..zurückgebracht zu haben GWBGespr(He31,62) Kanzl Müller 29.4.18 Die christliche Religion schwankte zwischen ihrem eignen Historischpositiven und einem reinen Deismus, der, auf Sittlichkeit gegründet, wiederum die M. begründen sollte GWB27,192,14 DuW 8 Überhaupt glaubt man nicht, wie sehr das Theater..bildet. Da kommt..alles vor: Welt, Kunst, M. tritt durch das Spiel der Personen hervor, und durch die Freiheit des Urteils gewinnt es für die Zuschauer neues Interesse und Lebendigkeit GWBGespr(He2,235) ChReinhard Anf Juli 1807 Böttiger hat eine Abhandlung..nach Paris geschickt..worinn..klar bewiesen wird daß man von Zeit zu Zeit lügen müsse. Wie sehr Freund ubique sich freuen muß wenn dieser Grundsatz in die M. aufgenommen wird können Sie leicht denken GWBB13,83,4 Schiller 28.2.98 wir..glauben..daß man, ehe man zur M. greift, erst den Zustand des Menschen selbst..erkennen muß; Allein, man muß nicht durch das System..sondern mit blosen, leiblichen Augen in den Menschen sehn GWB38,371,36 FGA Gesch dSelbstgefühls [G?] 26,62,13 DuW 1 28,190,8 DuW 13 N10,206,1 HypothErdbildg 47,325,18 ÜbDilettantism zusfass Schema personifiziert als sittliches Verhalten einfordernde u regulierende (gesellschaftliche) Instanz; einmal im Bild [wohl im Hinblick auf FLStolberg, JGSchlosser] Fratzen.|Fromme gesunde Natur! Wie stellt die M. dich an Pranger!|Heil'ge Vernunft! Wie tief stürzt dich der Schwärmer herab! GWB51,307 Tab vot 21(896) Gespr(He31,664) Kanzl Müller 8.3.24 uö(selten) b als individuelles od gruppenspezifisches Verhalten u Empfinden; mehrf mit qualifizierenden Attributen (‘reine, gesunde, praktische M. uä); einmal abwertend in der WdgM. predigen’; gelegentl in iron-polemischem Zshg Moralische Schwätzer.|Wie sie mit ihrer reinen M. uns, die Schmutzigen, quälen! GWB51,307 Tab vot 15(890) Predigt der Dichter die M., so ist er noch schlimmer dran als der Prediger, weil er bloß zu einem didaktischen Behuf eine Fabel erfinden müßte GWBGespr(He2,547) Riemer Sommer 1810 [Jarno:] Ich kenne..ihrer genug, die..ihr Gewissen und ihre M. mit in die Oper nehmen, ihre Liebe und Haß vor einem Säulengange nicht ablegen, und das Beste und Größte, was ihnen von außen gebracht werden kann, in ihrer Vorstellungsart erst möglichst verkleinern müssen, um es mit ihrem kümmerlichen Wesen nur einigermaßen verbinden zu können GWB23,252,15 Lj VIII 7 [wohl mBez auf AHJLafontaines ‘Moralische Erzählungen’, 1794] Eine gesunde M. empfiehlt dieß poetische Werk dir,|Aber ich lobe nur das, welches sich selber empfiehlt GWB51,282 XenNachl 93(381) Das Buch der Betrachtung ist praktischer M. und Lebensklugheit gewidmet GWB411,87,18 Anz:Div 45,134,13 RamNeffe 45,50,18 RamNeffe 51,308 Tab vot 22(897) uö(selten) 2 Lehre von der Sittlichkeit a als (akademisches) Forschungs- u Lehrfach, Moralphilosophie, Ethik Zur Professur der M., des Naturrechts und des allgemeinen Staatsrechts sowohl als zu allen Vorlesungen, welche die theoretische und praktische Philosophie enthalten, kann man Herrn Doctor [JB]Schad empfehlen GWBB16,359,5 Potocki 27.11.03 K [Beilage] [Empfehlung für Carlyle als Lehrer an der University of St Andrews] darf ich ihn wohl für einen Mann halten, der eine Lehrstelle der M. mit Einfalt und Reinheit, mit Wirkung und Einfluß bekleiden werde, indem er..die ihm anvertraute Jugend über ihre wahrhaften Pflichten aufklären, Einleitung und Antrieb der Gemüther zu sittlicher Thätigkeit sich zum Augenmerk nehmen und sie dadurch einer religiosen Vollendung unablässig zuführen werde GWBB44,28,25 Carlyle 14.3.28 [Beilage] [betr Gründung einer Erziehungseinrichtung für Ausländer in Belvedere] Das Institut soll vorerst bestehen..Aus einem Director..der zugleich in der Geschichte vom Staatsrecht der M. und verwandten Wissenschafften Unterricht gibt.. GWBA(A2,491,28) Votum [Anf Apr 96] 45,44,22 RamNeffe 45,196,9 RamNeffeAnm Voltaire an Palissot uö(selten) b metonym für eine (schriftliche) ethische Abhandlung [mBez auf LHvJakobs (1759-1827) ‘Philosophische Sittenlehre’, 1794] Wenn nicht alles mich trügt, so hab' ich besagte Begriffe [vgl Xen 296(422)] |In Herrn Jacobs M. [〉Schriften GWB51,248] kürzlich zu Halle gesehn GWB52,312 Xen 297(423) Var [mBez auf JJChBodes ‘Weisheit eines Braminen’, 1772] Wenn wir nicht irren, so haben wir diese schwülstige M. schon einmal unter einem andern Mantel gesehen GWB38,391,26 FGA Weisheit 27,128,1 DuW 7 uö(selten) 3 mBez auf Kunstwerke u theoret Schriften: Quintessenz, moralischer Lehrsatz; vereinzelt pl a (abschließend formulierte) lehrhafte Aussage eines (literarischen, wiss) Textes od einer bildkünstlerischen Darstellung Man kann aus guten Romanen eine reinere höhere M. herausziehen als aus einem didaktischen Werk über Tugend GWB40,235,16 Staël,Dichtgn [mBez auf die von JERidinger (um 1698-1767) illustrierten ‘Lehrreichen Fabeln aus dem Reiche der Thiere’, 1744] sie sind so trocken ernsthaft, haben einen moralischen Zweck, ohne daß die M. aus dem Dargestellten errathen werden kann GWB491,354,2 Skizzen zuCastisFabelged ist die M. der Geschichte [Geschichtsdarstellung] niemals vollkommen ausgesprochen, entweder, weil man nicht beständig und mit Gewißheit die innern Empfindungen darstellen kann, wodurch die Bösen in der Mitte ihres Glücks gestraft werden und tugendhafte Seelen sich bei allem Unglück belohnt fühlen, oder weil das Schicksal des Menschen überhaupt in diesem Leben nicht zu seinem Ende gelangt GWB40,228,5 Staël,Dichtgn 40,233,22 Staël,Dichtgn 12,38,2 JeryBätely 52,350 Das Tagebuch 186 b metonym: lehrhaftes Gedicht, Spruchdichtung iUz didaktischer Poesie1); in bildhaftem Zshg Und Blum' und Früchte weiß ich euch|Gar zierlich aufzutischen,|Wollt ihr M-ien zugleich,|So geb' ich von den frischen GWB6,12 Div Vier Gnaden 19 ‘dramatische M. für Schauspiel ethischen Inhaltes würde die dramatische M. doch noch immer den großen Vortheil [iUz philos Texten] haben, daß sie..durch diese verschiedenen Wirkungen romanhafter Situationen, die Erfahrung gleichsam suppliren kann GWB40,238,12 Staël,Dichtgn moralia lat; Pl; überwiegend Großschr zu Moral 2 a Kreis von ethischen Problemstellungen; als Arbeits- u Diskussionsgegenstand [] Ich arbeite [im Lager vor Mainz] fleißig in aestheticis, moralibus [ua mBez auf Kants ‘Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft’, 1793, u Herders ‘Briefen zur Beförderung der Humanität’, 1793-972)] und physicis GWBB10,88,4 Jacobi 7.7.93 Abends Knebel. Gemmen. Münzen. M. Politica GWBT4,327,25 v 2.10.12 T5,178,21 v 25.8.15 T6,227,20 v 11.7.18 uö(selten) b metonym für Schriften (philos-)ethischen Inhaltes; als Rubrikentitel von Goethes Werken Ungedruckte..|Ans Theater geknüpft.|Lyrisches.|Politika.|Gott und Welt.|Zu Faust. Zahme Xenien.|Erotika.|Juvenilia.|M. GWB412,401,13 Vorschl vollstAusg G-sNachl [Überschrift mBez auf ‘Maximen u Reflexionen’ (Nr361,362,853 u 854) u Schriften des Pädagogen GBFunk (1734-1814)] Aesthetica et M. GWB422,329 MuR Plp T8,371,2 v 2.5.22 Plp uö(selten) GWBWelt- Syn zu 1 GWBmoralisch(M-e) Moralität Sittlichkeit zu 2 Ethik Moralphilosophie Sittenlehre zu 3 Bedeutung Gehalt Kern Lehre Sinn 1) vgl MA11.1.2,446 zu 13,17-202) vgl RUnterberger, Goethe-Chronik, 2002,170ff Juliane BrandschJ.B.
7943 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Morāl

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Morāl , plur. inus. aus dem Lat. Beyworte moralis, die Lehre von der Einrichtung des Verhaltens des Menschen; die Si…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Moral

    Goethe-Wörterbuch

    Moral Pluralform -ien (aus lat ‘moralia’, Pl Neutr zu subst Adj ‘moralis, -e’) nur zu Pkt 3 1 Gesamtheit der das zwische…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Moral

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Moral , lat.-deutsch, Ethik , griech., das Verhalten des Menschen zur sittlichen Weltordnung, dann das den Anforderungen…

  4. modern
    Dialekt
    Moralf.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Moral f. : wie schd., Moral (moˈrāl) [vereinzelt, Lambert Penns 107]. SHW Südhess. IV 756 .

  5. Spezial
    Moralf

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    Moral , f мораль , ж → FiloSlov Sittlichkeit, f

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit moral

56 Bildungen · 36 Erstglied · 19 Zweitglied · 1 Ableitungen

moral‑ als Erstglied (30 von 36)

Morales

Herder

mora·les

Morales , Ambrosio de, geb. um 1513 zu Cordova, Priester und Professor der Philosophie und classischen Literatur zu Alcala, ein Lehrer des D…

Moral insanity

Meyers

Moral insanity (engl., spr. morrel inßännĭtī), »moralischer Irrsinn«, eine Form von Schwachsinn mit mehr oder weniger vollständigem Fehlen m…

moralisch

DWB

moral·isch

moralisch , adj. und adv. 1 1) der sittenlehre gemäsz oder sie betreffend: die absicht bei meinen moralischen vorlesungen. Gellert 6, 1 ; zu…

Moralische Person

Herder

moralisch·e·person

Moralische Person , soviel wie juristische P. d.h. außer dem einzelnen Menschen ein fingirtes gedachtes Rechtssubject, das erworben und verp…

moralisé

LDWB1

mora·lise

moralisé [mo·ra·li·sẹ́] vb.intr. (moralisëia) moralisieren, belehren, predigen.

moralisieren

Pfeifer_etym

Moral f. ‘gesellschaftlich bedingtes System geltender Normen und Regeln sittlichen Verhaltens’ (18. Jh.), älter ‘aus einem Beispiel zu ziehe…

Moralisīren

Adelung

Moralisīren , verb. reg. neutr. aus dem mittlern Lat. moralizare, Lebenspflichten vortragen und einschärfen.

moralism

LDWB1

moralism [mo·ra·lịsm] m. Moralismus m.

Moralismus

FiloSlov

Moralismus , m морализм , м

Moralist

Pfeifer_etym

mora·list

Moral f. ‘gesellschaftlich bedingtes System geltender Normen und Regeln sittlichen Verhaltens’ (18. Jh.), älter ‘aus einem Beispiel zu ziehe…

Moralitǟt

Adelung

Die Moralitǟt , plur. inus. der Werth der Handlungen in Rücksicht auf die Moral oder Sittenlehre; die Sittlichkeit.

Moralitäten

Meyers

Moralitäten (franz. Moralités , engl. Moralities ), im spätern Mittelalter geistliche Schauspiele, die, den Mysterien (s. d.) verwandt, beso…

moralité

LDWB1

mora·lite

moralité [mo·ra·li·tẹ́] f. Moral f., Sittlichkeit f. ▬ avëi na gran moralité eine hohe Moral haben.

môrâliteit

Lexer

môrâliteit stf. BMZ moralität, sittenlehre Trist. 8008. 24. — aus lat. moralitas.

moraliter

GWB

moral·iter

moralisch gelegentl im adj Gebrauch Großschr, im subst Gebrauch Kleinschr; einmal ‘Moral-Aufsatz’ fälschlich für ‘moral[ischer] Aufsatz’ (ab…

Moralitäten

Herder

Moralitäten , lat.-dtsch., moralités , frz., geistliche Schauspiele, deren Stoff zwar gleich dem der mittelalterlichen mystères der Bibel un…

моральный

RDWB2

моральный moralisch морально устареть - obsolet werden, veraltet sein, verfallen, zum Lagerhüter werden (über ein Produkt) продукция моральн…

moral als Zweitglied (19 von 19)

ARBEITSMORAL

DWB2

arbeits·moral

DWB2 ARBEITSMORAL f. DWB2 zu arbeit B 2 . innere einstellung zur (beruflichen) arbeit: DWB2 1946 die sicherung der .. arbeitsmoral Heuss Bos…

groszmuttermoral

DWB

groszmutter·moral

groszmuttermoral , f. : da thut die schlichte groszmuttersmoral bessere dienste als alle redekunst schöngeistiger philosophen Rosegger II 8,…

krebsmoral

DWB

krebs·moral

krebsmoral , f. verderbliche moral: wenn eine krebsmoral erst an der tiefsten wurzel der menschenschicksale nagt. Tieck.

Remoral

Herder

rem·oral

Remoral , aus dem Lat., auf den Galeeren der Aufseher über das Ruderwerk.

staatsmoral

DWB

staats·moral

staatsmoral , f. moral in den grundsätzen, nach denen ein staat geleitet wird: Venedig erlangte den traurigen ruhm, die heimat des durch ein…

stadtmoral

DWB

stadt·moral

stadtmoral , f. moral wie sie in der stadt gelehrt wird; als moral der betheiligung am öffentlichen leben der stadt: hier ( in dem buche ) w…

sternmoral

DWB

stern·moral

sternmoral , f. , als sternenmoral überschrift zu: vorausbestimmt zur sternenbahn, was geht dich, stern, das dunkel an? roll selig hin durch…

steuermoral

DWB

steuer·moral

steuermoral , f. , staatsbürgerlich correcte haltung in steuerangelegenheiten: soweit nicht schon die neu zu belebende steuermoral zu einer …

unmoral

DWB

unmoral , f. , gegentheil von moral 2: Nietzsche 1, 355 . veralteter plur.: kleine unmoralen ausgenommen allg. d. bibl. 19 2 , 429. ähnlich …

verwesungsmoral

DWB

verwesung·s·moral

-moral , f. : sonst hätte Macchiavelli lernen müssen, dasz die grösze der alten Römer bei aller brutalität doch wesentlich auf einigen chara…

volksmoral

DWB

volk·s·moral

-moral , f. : so flucht ihr der philosophie; sie, sagt ihr, hat die volksmoral vergiftet Pfeffel poet. versuche 10, 4 . —

Zorrilla y Moral

Herder

Zorrilla y Moral , Don José, geb. 1817 zu Valladolid, span. Dichter, Lyriker,. Epiker und Dramatiker. (Werke, 3 Bde., 2. Aufl., Par. 1853.)

Ableitungen von moral (1 von 1)

unmoral

DWB

unmoral , f. , gegentheil von moral 2: Nietzsche 1, 355 . veralteter plur.: kleine unmoralen ausgenommen allg. d. bibl. 19 2 , 429. ähnlich …