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moral

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DWB
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14 in 14 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

moral f.

Bd. 12, Sp. 2526
moral, f. 11) sittenlehre. nach dem im 16. und 17. jahrh. beliebten lat. wissenschaftlichen ausdrucke philosophia moralis, in zahlreichen lehrbüchern der zeit gebraucht, hatte der Franzose kurz sein subst. la morale (nämlich philosophie) gebildet, was gegen den schlusz des 17. jahrh. ins deutsche eindrang; zunächst noch im franz. gewande und durch den druck als fremdwort ausgezeichnet: dasz wir gegen einander halten, was die bisher demonstrirte wahre erkäntnisz von gott und seiner vorsehung in der morale für einen nutzen habe. Chr. Thomasius einleitung zur sittenlehre 147 (daselbst s. 349 auch moralist, sittenlehrer); wer .. die fundamente zur physic oder morale habe. einleitung zu der vernunftlehre (1699) 85; nach dem beginn des 18. jahrh. aber als eingebürgertes wort. Chr. Wolff von den kräften des menschlichen verstandes (1713) braucht im text immer sittenlehre; im 'andern register' aber moral: moral, kan mathematisch demonstriret werden; in dieser form setzt es sich nach ihm in der wissenschaftlichen sprache fest: dieselbe (die historie) ist nichts anders als eine praxis der ganzen philosophie .. die moral stecket darinnen, man lernet allerlei leute und menschen gemüther erkennen. Gundling in Wackernagels leseb. 3, 1, sp. 1057; die moral, oder die kenntnis von der pflicht des menschen, soll unsern verstand zur weisheit und unser herz zur tugend bilden. Gellert 5, 187; so geht es, wenn man seinen kindern nicht bei zeiten ein gründliches erkenntnis von der moral beibringen läszt. 3, 62. 22) in gewöhnlicher sprache auch zu dem begriffe sittlichkeit gewendet, wenn das fremder klingende moralität vermieden wird; man hört: es ist ein mensch ohne moral; es steckt in diesem menschen keine moral. vergl. dazu moralisch 2. 33) moral, die gute lehre, die man einer erzählung entnimmt, hiesz im 16. jh. bei deutschen fabeldichtern das morale: hierher gehört auch das morale der siebenden fabel. E. Alberus 40a; das vöglin Cassita fürwar zeigt dirs morale selber klar, vom selben lern, so wirstu klug. 58b; in Wolgemuts newem Esop (1623) ist die lehre jeder fabel durch die besondere überschrift morale bezeichnet, bisweilen auch morale, oder lehr. 1, 66. diese form ist im 18. jh. zur femininen die moral geworden: die erzählung leidet mehr als éine moral, nachdem sie gewendet wird. Gellert 1, 324; bei dem Euripides zwar, dessen fabel gleichwohl von dem wesentlichen [] der lateinischen fabel um nichts unterschieden ist, will der pater Brumoy eine ganz andere moral entdeckt haben. Lessing 4, 255; dieser gedanke ist, wie mich dünkt, die moral dieses trauerspiels. ebenda; und geht aus der wissenschaftlichen in die gemeine rede über: kriegt aber der mensch so einen spruch auf zu rathen (sagt der hofschulze), so ruht er nicht ehender, als bis er die moral davon heraus hat ... es läszt sich viel mit dem menschen ausrichten, wenn man ihm die moral beibringt .. die moral steckt aber in kurzen sprüchen besser, als in langen reden und predigten. Immermann Münchh. 1, 154; nicht fallet, wenn ihr jemals freit, grob mit der thür ins haus ... das ist der kern des stücks, ist die moral. Göthe 11, 38 (Jery u. Bätely); plur. moralen: einem dutzend kalter moralen auf einem credenzteller. Fr. Müller 2, 177; moralien (noch im andenken an das ehemalige das morale): und blum und früchte weisz ich euch (in den gedichten) recht zierlich aufzufrischen, wollt ihr moralien zugleich, so geb ich von den frischen. Göthe 5, 10.
3467 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Morāl

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Morāl , plur. inus. aus dem Lat. Beyworte moralis, die Lehre von der Einrichtung des Verhaltens des Menschen; die Si…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Moral

    Goethe-Wörterbuch

    Moral Pluralform -ien (aus lat ‘moralia’, Pl Neutr zu subst Adj ‘moralis, -e’) nur zu Pkt 3 1 Gesamtheit der das zwische…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Moral

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Moral , lat.-deutsch, Ethik , griech., das Verhalten des Menschen zur sittlichen Weltordnung, dann das den Anforderungen…

  4. modern
    Dialekt
    Moralf.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Moral f. : wie schd., Moral (moˈrāl) [vereinzelt, Lambert Penns 107]. SHW Südhess. IV 756 .

  5. Spezial
    Moralf

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    Moral , f мораль , ж → FiloSlov Sittlichkeit, f

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit moral

56 Bildungen · 36 Erstglied · 19 Zweitglied · 1 Ableitungen

moral‑ als Erstglied (30 von 36)

Morales

Herder

mora·les

Morales , Ambrosio de, geb. um 1513 zu Cordova, Priester und Professor der Philosophie und classischen Literatur zu Alcala, ein Lehrer des D…

Moral insanity

Meyers

Moral insanity (engl., spr. morrel inßännĭtī), »moralischer Irrsinn«, eine Form von Schwachsinn mit mehr oder weniger vollständigem Fehlen m…

moralisch

DWB

moral·isch

moralisch , adj. und adv. 1 1) der sittenlehre gemäsz oder sie betreffend: die absicht bei meinen moralischen vorlesungen. Gellert 6, 1 ; zu…

Moralische Person

Herder

moralisch·e·person

Moralische Person , soviel wie juristische P. d.h. außer dem einzelnen Menschen ein fingirtes gedachtes Rechtssubject, das erworben und verp…

moralisé

LDWB1

mora·lise

moralisé [mo·ra·li·sẹ́] vb.intr. (moralisëia) moralisieren, belehren, predigen.

moralisieren

Pfeifer_etym

Moral f. ‘gesellschaftlich bedingtes System geltender Normen und Regeln sittlichen Verhaltens’ (18. Jh.), älter ‘aus einem Beispiel zu ziehe…

Moralisīren

Adelung

Moralisīren , verb. reg. neutr. aus dem mittlern Lat. moralizare, Lebenspflichten vortragen und einschärfen.

moralism

LDWB1

moralism [mo·ra·lịsm] m. Moralismus m.

Moralismus

FiloSlov

Moralismus , m морализм , м

Moralist

Pfeifer_etym

mora·list

Moral f. ‘gesellschaftlich bedingtes System geltender Normen und Regeln sittlichen Verhaltens’ (18. Jh.), älter ‘aus einem Beispiel zu ziehe…

Moralitǟt

Adelung

Die Moralitǟt , plur. inus. der Werth der Handlungen in Rücksicht auf die Moral oder Sittenlehre; die Sittlichkeit.

Moralitäten

Meyers

Moralitäten (franz. Moralités , engl. Moralities ), im spätern Mittelalter geistliche Schauspiele, die, den Mysterien (s. d.) verwandt, beso…

moralité

LDWB1

mora·lite

moralité [mo·ra·li·tẹ́] f. Moral f., Sittlichkeit f. ▬ avëi na gran moralité eine hohe Moral haben.

môrâliteit

Lexer

môrâliteit stf. BMZ moralität, sittenlehre Trist. 8008. 24. — aus lat. moralitas.

moraliter

GWB

moral·iter

moralisch gelegentl im adj Gebrauch Großschr, im subst Gebrauch Kleinschr; einmal ‘Moral-Aufsatz’ fälschlich für ‘moral[ischer] Aufsatz’ (ab…

Moralitäten

Herder

Moralitäten , lat.-dtsch., moralités , frz., geistliche Schauspiele, deren Stoff zwar gleich dem der mittelalterlichen mystères der Bibel un…

моральный

RDWB2

моральный moralisch морально устареть - obsolet werden, veraltet sein, verfallen, zum Lagerhüter werden (über ein Produkt) продукция моральн…

moral als Zweitglied (19 von 19)

ARBEITSMORAL

DWB2

arbeits·moral

DWB2 ARBEITSMORAL f. DWB2 zu arbeit B 2 . innere einstellung zur (beruflichen) arbeit: DWB2 1946 die sicherung der .. arbeitsmoral Heuss Bos…

groszmuttermoral

DWB

groszmutter·moral

groszmuttermoral , f. : da thut die schlichte groszmuttersmoral bessere dienste als alle redekunst schöngeistiger philosophen Rosegger II 8,…

krebsmoral

DWB

krebs·moral

krebsmoral , f. verderbliche moral: wenn eine krebsmoral erst an der tiefsten wurzel der menschenschicksale nagt. Tieck.

Remoral

Herder

rem·oral

Remoral , aus dem Lat., auf den Galeeren der Aufseher über das Ruderwerk.

staatsmoral

DWB

staats·moral

staatsmoral , f. moral in den grundsätzen, nach denen ein staat geleitet wird: Venedig erlangte den traurigen ruhm, die heimat des durch ein…

stadtmoral

DWB

stadt·moral

stadtmoral , f. moral wie sie in der stadt gelehrt wird; als moral der betheiligung am öffentlichen leben der stadt: hier ( in dem buche ) w…

sternmoral

DWB

stern·moral

sternmoral , f. , als sternenmoral überschrift zu: vorausbestimmt zur sternenbahn, was geht dich, stern, das dunkel an? roll selig hin durch…

steuermoral

DWB

steuer·moral

steuermoral , f. , staatsbürgerlich correcte haltung in steuerangelegenheiten: soweit nicht schon die neu zu belebende steuermoral zu einer …

unmoral

DWB

unmoral , f. , gegentheil von moral 2: Nietzsche 1, 355 . veralteter plur.: kleine unmoralen ausgenommen allg. d. bibl. 19 2 , 429. ähnlich …

verwesungsmoral

DWB

verwesung·s·moral

-moral , f. : sonst hätte Macchiavelli lernen müssen, dasz die grösze der alten Römer bei aller brutalität doch wesentlich auf einigen chara…

volksmoral

DWB

volk·s·moral

-moral , f. : so flucht ihr der philosophie; sie, sagt ihr, hat die volksmoral vergiftet Pfeffel poet. versuche 10, 4 . —

Zorrilla y Moral

Herder

Zorrilla y Moral , Don José, geb. 1817 zu Valladolid, span. Dichter, Lyriker,. Epiker und Dramatiker. (Werke, 3 Bde., 2. Aufl., Par. 1853.)

Ableitungen von moral (1 von 1)

unmoral

DWB

unmoral , f. , gegentheil von moral 2: Nietzsche 1, 355 . veralteter plur.: kleine unmoralen ausgenommen allg. d. bibl. 19 2 , 429. ähnlich …