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Kern

ahd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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42 in 21 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Kern Der

Bd. 2, Sp. 916b
1. Der Kern, des — es, Mz. die — e; Verkleinungsw. das Kernchen, O. D. Kernlein, des — s, d. Mz. w. d. Ez. ein Wort, womit man sowol eine Höhlung, als auch und gewöhnlich einen Körper, durch welchen in den meisten Fällen jene Höhlung hervorgebracht wird, bezeichnet. 1) I der Bedeutung einer Höhlung kömmt es nur noch in einigen Fällen vor. I der Geschützkunst versteht man darunter den innern hohlen Raum von der Mündung der Kanone bis an den Boden; sonst die Seele. S. Kerngeschütz, Kernrecht, Kernstange. An den Pferden ist der Kern so viel als Kennung. S. d. 2) (1). Dann auch, eine Furche am Gaumen der Pferde. I N. D. heißt felbst in weiterer Bedeutung ein Einschnitt, welchen man sonst Kerbe nennt, ein Kern. 2) Ein Körper, welcher eine Höhlung verursacht oder auch ausfüllt. So heißt bei den Gießern derjenige Theil der Form, welcher dem zu gießenden hohlen Körper die Höhlung geben soll, der Kern; zum Unterschiede von dem andern Theile, welcher diesem antwortet, und dem zu gießenden Körper die äußere gewölbte Gestalt giebt, dem Mantel. Auf ähnliche Art wird eine Platte im Gießwerkzeuge der Schriftgießer, an welche der Buchstabe zu liegen kömmt, und bei den Schlossern ein Eisen, die Gesenke damit zu machen, der Kern genannt. Bei den Gewächsen heißen die Samen sowol in ihrer Hülse oder Schale, als auch außer derselben Kerne, in welcher Bedeutung die O. D. das Getreide überhaupt Kern nennen. Auch die Samen der Sonnenblumen werden Kerne genannt. Vorzüglich aber führen diesen Namen bei den Obstarten, die in eigenen von dem Fleische der Frucht umgebenen Höhlen liegenden Körper, welche der Same derselben sind oder ihn enthalten, Samenkerne. Die Kerne der Äpfel, Birnen, Mispeln, Weinbeeren  Auch, wenn diese Samenkerne noch in einer eignen harten steinichten Schale eingeschlossen sind, heißen sie sowol mit dieser Schale als auch und gewöhnlicher ohne dieselbe Kerne, z. B. die Kerne der Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche  oder Kirschkerne, Pflaumenkerne, Pfirsichkerne ; bestimmter aber in und mit den harten Schalen Steine, als Kirschsteine, Pflaumensteine  Bei manchen Gewächsen ist der in einer harten Schale eingeschlossene innere Kern die genießbare Frucht selbst, wie bei den Mandeln, Nüssen  der Mandelkern, Nußkern  An den Pfeifen heißt dasjenige Stück, welches dasjenige Ende derselben, worein geblasen wird, oder worein der Wind fährt bis auf eine schmale Öffnung ausfüllt, ebenfalls der Kern. I weiterer Bedeutung ist er das Inerste eines Körpers, vorzüglich wenn es aus derbern und festern Theilen besteht. Der Kern des Holzes, das innere Holz des Stammes und der Äste von dichterem und festerem Gewebe; zum Unterschiede vom Splinte. Der Kern der Salat= und Kohlhäupter, der Artischoken  der inwendige festere Theil derselben. Der Kern in einer Pfeife, Flöte, der oben in die Röhre derselben befestigte Zapfen, vermittelst dessen man erst darauf einen Ton hervorbringen kann. Der Kern des Hufes, der inwendige empfindliche Theil desselben. Der Kern schwindet, wenn dieser Theil des Hufes schadhaft wird. Der Weizen hat einen schönen Kern, wenn der inwendige mehlige Theil derb und guter Art ist. Auch vom Fleische sagt man, es sei vom Kern, wenn es durchaus derbes dichtes Fleisch ist, in welchem keine Knochen sind. S. Brustkern. Das Schießpulver ist von gutem Kern, wenn es fest und von guter Beschaffenheit ist. Der Begriff sowol des Festen als auch des Vorzüglichen scheint auch in dem Gebrauche des Wortes Kern, im N. D. Karn, zu Grunde zu liegen, nach welchem der Milchrahm, besonders wenn er sich beim Buttern von der Buttermilch absondert, diesen Namen führet. Da in den meisten Fällen der Kern der Schale oder dem ihn umgebenden Geringern entgegensetzt und als das Vorzüglichste betrachtet wird, so bezeichnet man mit dem Worte Kern uneigentlich überhaupt das Beste, Vorzüglichste, Kräftigste eines Dinges. So heißt Kern das feinste weißeste Mehl, Kernmehl, und im Bergbaue, das beste geschiedene Erz. Der Kern des Heeres, der Truppen. Der Kern eines Buches, einer Rede  das Wesentlichste, Beste davon, oder auch ein kurzer Auszug, welcher dieses enthält (Quintessenz). So auch in den Zusammensetzungen Kerngut, Kernspruch  wo es etwas Vorzügliches in seiner Art bezeichnet. I andern Fällen ist Kern üblicher.
4280 Zeichen · 54 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    kern

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    kern s. kerno.

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    kërnstf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +9 Parallelbelege

    kërn stf. butterfass. ndrh. kirn: gestossen und geslagen recht sam die anken in ein kirn Hans 4325. vgl. Dwb. 5,605.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kē̆rnm.

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    kē̆rn , m. , kē̆rne, karn(e), m. , f. , Kern, Fruchtkern eines Baumes, Same, Obstkern, Nußkern, übertr. das Innere, bild…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    2. Kêrn

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    2. Der Kêrn , des -es, plur. die -e, Diminut. das Kernchen, Oberd. Kernlein, ein Wort, in welchem sich die genau mit ein…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kern

    Goethe-Wörterbuch

    Kern Von rund 160 Belegen etwa zwei Drittel in 1 mit Schwerpunkt a (botan Wortverwendung). — Signifikant die wiederholte…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kern

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Kern , im gewöhnlichen Sprachgebrauch zunächst der oder die härtern Teile im Innern weicher Früchte; über K. in der Chem…

  7. modern
    Dialekt
    Kern

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Kern s. Karn.

  8. Sprichwörter
    Kern

    Wander (Sprichwörter)

    Kern 1. Auf den Kern gehört der Stern. – Sprichwörtergarten, 295. Anerkennung dem, der sie verdient, dem Würdigen. 2. Au…

  9. Spezial
    Kern, grammatischerm

    Dt.-Russ. phil. Termini · +8 Parallelbelege

    Kern , m , grammatischer ядро , ср , грамматическое

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kern

752 Bildungen · 396 Erstglied · 347 Zweitglied · 9 Ableitungen

kern‑ als Erstglied (30 von 396)

Kernapfel

SHW

Kern-apfel Band 3, Spalte 1263-1264

Kernbürger

SHW

Kern-bürger Band 3, Spalte 1265-1266

Kernerbse

SHW

Kern-erbse Band 3, Spalte 1265-1266

kernfaul

SHW

kern-faul Band 3, Spalte 1265-1266

Kernfäule

SHW

Kern-fäule Band 3, Spalte 1265-1266

kerngesund

SHW

kern-gesund Band 3, Spalte 1265-1266

kernhaft

SHW

kern-haft Band 3, Spalte 1265-1266

Kernhaus

SHW

Kern-haus Band 3, Spalte 1265-1266

Kernholz

SHW

Kern-holz Band 3, Spalte 1265-1266

Kernkraut

SHW

Kern-kraut Band 3, Spalte 1265-1266

Kernmehl

SHW

Kern-mehl Band 3, Spalte 1265-1266

Kernreiter

SHW

Kern-reiter Band 3, Spalte 1265-1266

Kernrich

SHW

Kern-rich Band 3, Spalte 1265-1266

Kernseife

SHW

Kern-seife Band 3, Spalte 1265-1266

Kernsieb

SHW

Kern-sieb Band 3, Spalte 1265-1266

Kernspeck

SHW

Kern-speck Band 3, Spalte 1265-1266

kernweich

SHW

kern-weich Band 3, Spalte 1265-1266

Kernwurzeln

SHW

Kern-wurzeln Band 3, Spalte 1265-1266

kernästig

DWB

kern·aestig

kernästig , adj. von bäumen, deren äste aus dem kerne oder marke heraus gewachsen sind, was das zerschneiden zu bretern schwierig macht. Fri…

Kernal

MeckWB

Kernal ( -al betont) m. das zersprochene Skandal: dit 's jo 'n feinen Kernal eine feine Sache (1887) Ro Graal .

Kernan

Meyers

ker·nan

Kernan , Stadt in Tunis, s. Kairuan .

kernapfel

DWB

kern·apfel

kernapfel , m. eine art äpfel, deren kerne locker liegen und klappern, auch klapperapfel, schlotterapfel, glockenapfel, schmelzling. Adelung…

kernapful

KöblerAhd

kern·apful

kernapful , st. M. (i) nhd. Granatapfel ne. pomegranate ÜG.: lat. malum Punicum Gl Q.: Gl (Mitte 9. Jh.) E.: s. kern, kerno, apful W.: nhd. …

kernaphul

AWB

kern·aphul

kernaphul st. m. , nhd. kernapfel. — Graff I,174. kern-apfel: nom. sg. Gl 3,98,25 ( SH A, clm 23796, 15. Jh. ); -epfli: nom. pl. 2,221,51 ( …

kernausdruck

DWB

kern·ausdruck

kernausdruck , m. kerniger ausdruck, wie kernwort, kernspruch: einen kernausdruck von Tacitus. Herder fragm. (1767) 3, 88 ; mühsam geflochte…

kernauster

DWB

kern·auster

kernauster , f. eine austerart, deren franzen um das fleisch purpurfarben sind. Adelung.

kern als Zweitglied (30 von 347)

skern

KöblerAs

*skern , st. N. (a)? Vw.: s. -līk* Hw.: s. skernunga*; vgl. ahd. skern (st. M. a, st. N. a), anfrk. skern E.: germ. *skerna-, *skernaz, st. …

wollenkern

KöblerMhd

*wollen·kern

*wollenkern , st. M. Vw.: s. boum- E.: s. wolle, kern (1) W.: nhd. DW-

bankern

BWB

-bankern Band 1, Spalte 1,1057

paukern

BWB

-paukern Band 1, Spalte 1,1418

plankern

BWB

-plankern Band 2, Spalte 2,1009

treinkern

BWB

-treinkern Band 4, Spalte 4,386

täckern

BWB

-täckern Band 3, Spalte 3,960

abackern

DWB

abackern , arando demere, abpflügen eine furche, ein stück feldes, dann abstract für abnehmen: dem teufel das eroberte wieder abjagen und ab…

abe kern

MWB

abe kern swV. ‘etw. abfegen’, übertr.: wan armvͦt ist ein tvgent schvͦle vnd wetage ein pesem, der die svnde ab chert [La. ab cheret ab den …

abpeckern

BWB

abpeckern Band 2, Spalte 2,43

abrackern

DWB

abrackern , decoriare, defatigare, abschinden, heftig abmühen: man hatte sich aber auf dem vertrackten strome so abgerackert. Tieck nov. 9, …

abschlenkern

DWB

abschlenkern , excutere, abschleudern: das wasser von der hand, den koth vom schuh abschlenkern. nnl. afslingeren.

absplickern

DRW

absplickern [Dem Armenfonds ist verboten, eine Rente] af to vorkopene oft aff to splickerne 1458 MeppenUB. 250 Faksimile

abzackern

DWB

abzackern , arando demere, abackern, aberen: mit aufwerfung der gräben, mit abzackern. Frankf. ref. IX. 1, 1; einem von seinem grunde abzack…

ackern

DWB

ack·ern

ackern , arare, laborare, nnl. akkeren, ein erst nach dem untergang des alten arjan, eren aufkommendes wort, ahd. gibt es so wenig ein accha…

afkatteikern

MeckWBN

Wossidia afkatteikern verprügeln: denn' heff ick eins ornlich afkatteikert Ha Hagenow@Redefin Red .

aflöckern

MeckWBN

Wossidia aflöckern mit Pflanzlöchern versehen: wi willen œwer Winter den ganzen Slagg aflöckern un denn mit Dannen beplanten Ha Hagenow@Bels…

afsäkern

MeckWBN

Wossidia afsäkern mit der Sichel abmähen: Gras für Kaninchen und Ziegen afsäkern Pa Parchim@Plau Plau .

afwôkern

MNWB

afwôkern , swv. , einem sein Gut nehmen, schädigen.

afwōkern

KöblerMnd

afwōkern , sw. V. Vw.: s. afwōkeren*

anackern

DWB

anackern , arare incipere: mit dem stecken anackern. Garg. 238 b .

anankern

DWB

anan·kern

anankern , ancoras figere; in der baukunst, einen balken an die träger anankern, festigen.

Ableitungen von kern (9 von 9)

entkernen

DWB

entkernen , enucleare, nnl. ontkernen: erbsen entkernen ( oder auch blosz kernen); der sich am creuz liesz nackt entkernen (?) laut. warh. v…

erkern

MWB

erkern swV. ‘etw. auskehren, reinigen’ der gotes atem [...], / der div broden herze erchert, / div sin gnade durh uert: / er uerdultet vinst…

erkernen

DWB

erkernen , enucleare: erkernet, ertreschet und erlas es so eigentlich, das nicht ein einigs körnlin umbsonst auf die erd ful, es hett kein f…

gekern

KöblerMhd

gekern , sw. V. Vw.: s. gekeren*

gekerne

DWB

gekerne , n. coll. zu kern, getreide ( s. kern 2, c ): im jenner .. laufen ( die hirsche ) in die grünen früchte, als korn und dergleichen g…

gekernen

KöblerMhd

gekernen , sw. V. nhd. fest werden Q.: Parz (1200-1210) E.: s. ge, kernen W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 185 (gekernen)

kerne

DWB

kerne , f. im salzwerk zu Halle, eine viereckige stange, womit man den soolenvorrat im fasz ausmiszt, das heiszt die kerne stechen. Rüdiger …

urkern

DWB

urkern , m. (ur- C 4 c), kern 11/13 entsprechend: die höhern organe ... als der u. der irdischen gestaltung Novalis 2, 36 M.; es giebt nur e…

verkernen

DWB

verkernen , verb. mit kernähnlichen verzierungen versehen: aber wann ir von stuck zu stuck gesehen heten .. die lustig eingemengt, eingelegt…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kern". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kern/campe?formid=K01617
MLA
Cotta, Marcel. „kern". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kern/campe?formid=K01617. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kern". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kern/campe?formid=K01617.
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