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Brot

an. bis spez. · 30 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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51 in 30 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Brot

Bd. 1, Sp. 1205
Das Brot, des -es, plur. die -e. 1) Eine aus Mehl und Wasser gebackene gemeine Nahrung der Europäer, ohne Plural. 1) Eigentlich und in engerer Bedeutung, diese Nahrung so fern sie aus andern Getreidearten als dem Weitzen zubereitet wird, im Gegensatze der Semmeln und Kuchen. Gesäuertes Brot, ungesäuertes Brot. Neugebackenes, frisches Brot. Altgebackenes, altes Brot. Schwarzes, grobes Brot, das aus groben Mehle gebacken wird; weißes, feines Brot, wozu feines weißes Mehl kommt. Bäckerbrot, im gemeinen Leben Bäckenbrot, welches der Bäcker bäckt, im Gegensatze des hausbackenen. Rockenbrot, Gerstenbrot, Haferbrot, Kleyenbrot u. s. f. Brot backen. Wasser und Brot, die Speise grober Verbrecher in dem Gefängnisse. Butter und Brot, Käse und Brot, Bier und Brot, werden im gemeinen Leben zuweilen auch für gemeine, schlechte Speise gebraucht. Das Brot brechen, ist ein biblischer Ausdruck für speisen. 2) Figürlich. (a) Verschiedene künstlichere Nahrungsmittel, wenn sie die gewöhnliche Gestalt des Brotes haben. Zuckerbrot, Milchbrot, Eyerbrot u. s. f. (b) Nahrung und Unterhalt, in welchem Verstande dieses Wort in vielen größten Theils niedrigen Ausdrücken und Redensarten ohne Artikel vorkommt. Er hat sein Brot, seinen reichlichen Unterhalt. Sein Brot mit etwas verdienen. Sein Brot suchen, nach Brote gehen. Jemanden zu Brote helfen, ihm seinen Unterhalt verschaffen. Jemanden zu einem Stücke Brotes verhelfen, ihm einen Verdienst verschaffen. Jemanden vom Brote helfen, ihn heimlich umbringen. Dieß bringt kein Brot. Einen um sein Brot bringen. Er stehet in meinem Lohne und Brote. Er isset mein Brot, hat seinen Unterhalt bey mir. Sein eigenes Brot essen, sein eigener Herr seyn. Er verdienet sein Brot mit Sünden. Ich vergesse es, daß sie so lange in meinem Hause Brot gehabt haben, Gell. Nach Homers Tode stritten sich sieben Städte um die Ehre, ihm die Geburt gegeben zu haben; aber keine von allen sieben hatte ihm in seinem Leben Brot gegeben. (c) Eine Mahlzeit, doch nur in einigen gemeinen Zusammensetzungen. Das Abendbrot, Mittagsbrot, Morgenbrot,[] für Abendmahlzeit, Mittagsmahlzeit, Frühstück. (d) Das Bienenbrot, oder auch nur Brot schlechthin, der Samenstaub der Blumen, welchen die Bienen zu ihrer Nahrung eintragen, und welcher auch Wachsmehl genannt wird. Quittenbrot, ein dick eingesottenes Quittenmuß. 2. Eine in eine gewisse, gemeiniglich runde Gestalt gebrachte Masse dieses Brotes, da es nicht nur einen Plural hat, sondern auch im Diminutivo das Brötchen, Oberdeutsch das Brötlein, lautet. Christus speisete vier tausend Mann mit wenig Broten. Eine solche große Masse Brotes, dergleichen man in den Haushaltungen gebraucht, heißt im Oberdeutschen ein Laib Brot, S. Leib. Bey den Zuckersiedern wird ein Hut Zucker, nach dem Muster des Franz. Pain de Sucre, ein Brot Zucker genannt, daher der Brotzucker, (Hutzucker,) daselbst dem Kochzucker entgegen gesetzet wird. Anm. Dieses Wort lautet im Nieders. Brood und Braud, im Dän. Brod, im Schwed. Bröd, im Isländ. Braud, im Angels. Breod, im Engl. Bread, in Bretagne Bara, bey den Krimmischen Tatarn Brot, Broe, bey dem Kero Prot, bey dem Ottfried Brot, in dem alten Gedichte auf Carln den Großen bey dem Schilter Broud. Man hat verschiedene zum Theil nicht unwahrscheinliche Ableitungen dieses Wortes angegeben. Wachter und andere vor ihm leiten es von dem Begriffe des Essens her, wobey ihnen das Hebr. ברה, essen, רוהת, und ג##פ, Speise, und das Griech. βρωθω, ich esse, und βρωτης, Speise, zu Statten kommen. Da aber eben dieses Wort auch brechen, zerreiben bedeutet, so glauben Dieterich von Stade, Schilter und andere, daß mit der Benennung des Brotes vornehmlich auf diese Zerbrechlichkeit gesehen werde, indem die Alten ihr Brot in Gestalt harter Kuchen backten, die gebrochen werden mußten. Skinner findet den Begriff des Backens fruchtbarer, und rechnet es zu dem Verbo brüten, Angels. bredan. Herr Ihre aber fällt auf Brey, Brühe, braten, zumahl da die Westgothen für Brot backen noch jetzt Brot braten sagen. S. Braten und Brühe. Alle diese Ableitungen, denen man noch mehrere beyfügen könnte, haben ihre Wahrscheinlichkeit; allein das Alterthum dieses Wortes macht, daß diese Wahrscheinlichkeit noch auf keiner Seite überwiegend wird. S. Leib. Daß schon die Alten dieses Wort für eine jede Speise gebraucht, erhellet aus den zusammen gesetzten Bothenbrot und Wildbret. S. diese Wörter. In dem erstern bedeutet es sogar den Lohn, vermuthlich weil derselbe ehedem nur in Eßwaaren gegeben wurde. In veschiedenen Nahmen der Pflanzen, als Gauchbrot, Johannisbrot, Saubrot u. s. f. wird theils auf diesen allgemeinen Begriff der Speise, theils auf die den Broten ähnliche Figur des Samens gesehen. Die Niederdeutschen ziehen in diesem Worte das d, die Oberdeutschen und mit ihnen die meisten Hochdeutschen das t vor, welches aus der Verlängerung des Wortes, des Brotes, die Brote, sehr deutlich erhellet.
4911 Zeichen · 77 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–14. Jh.
    Altnordisch
    brotst. N. (a)

    Köbler An. Wörterbuch

    brot , st. N. (a) nhd. Bruch (M.) (1), Bruchstück, Watstelle, Krampf Hw.: s. brjōta E.: germ. *bruta-, *brutam, st. N. (…

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    brôtst. n.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    brôt st. n. , mhd. brôt, nhd. brot; as. brôd, mnd. brôt, mnl. broot; afries. brad; ae. bréad; an. brauð. — Graff III, 29…

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BRÔTstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    BRÔT stn. brot. er bat si eines brôtes prechen Genes. fdgr. 11,31,40. eʒ ist ein wol gewanteʒ brôt daʒ dû frâʒ verswende…

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    brotN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +19 Parallelbelege

    brot , N. nhd. Brühe Hw.: vgl. mhd. brod E.: s. mhd. brod, st. N., Brühe, Suppe, Lauge; ahd. brod 17, st. N. (a), Brühe,…

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Brot

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Das Brot , des -es, plur. die -e. 1) Eine aus Mehl und Wasser gebackene gemeine Nahrung der Europäer, ohne Plural. 1) Ei…

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Brot

    Goethe-Wörterbuch

    Brot mehrf -d, auch -dt 1 aus Mehl gebackenes Nahrungsmittel; näher charakterisiert durch Adj wie ‘weiß, schwarz, gut’; …

  7. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Brot

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Brot , die bekannte Speise aus Mehl und Sauerteig, die nach vollendeter Gährung gebacken werden; es nährt durch seinen G…

  8. modern
    Dialekt
    Brot

    Bayerisches Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    Brot Band 3, Spalte 3,463–471

  9. Sprichwörter
    Brot

    Wander (Sprichwörter)

    Brot 1. Abgeschnitten Brot hat keinen Herrn. Frz. : Pain coupé n'a point de maître. 2. Alles Brot ist dem gesund, der hu…

  10. Spezial
    Brot

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Brot n. (-[e]s,-e) 1 pan m. 2 (Brotlaib) pan (-s) m. 3 ‹fig› (Lebensunterhalt) davagn (-s) m. 4 ‹fig› (Arbeit) laur m. p…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit brot

1.123 Bildungen · 743 Erstglied · 377 Zweitglied · 3 Ableitungen

brot‑ als Erstglied (30 von 743)

Brotbettler

SHW

Brot-bettler Band 1, Spalte 1145-1146

Brotbeutel

SHW

Brot-beutel Band 1, Spalte 1145-1146

Brotbrocken

SHW

Brot-brocken Band 1, Spalte 1145-1146

Brotbrosam

SHW

Brot-brosam Band 1, Spalte 1145-1146

Brotdiel

SHW

Brot-diel Band 1, Spalte 1145-1146

Brotfladen

SHW

Brot-fladen Band 1, Spalte 1145-1146

Brotfotze

SHW

Brot-fotze Band 1, Spalte 1145-1146

Brotfrau

SHW

Brot-frau Band 1, Spalte 1145-1146

Brotfresser

SHW

Brot-fresser Band 1, Spalte 1145-1146

Brotgestell

SHW

Brot-gestell Band 1, Spalte 1147-1148

Brotguts

SHW

Brot-guts Band 1, Spalte 1147-1148

Brothange

SHW

Brot-hange Band 1, Spalte 1147-1148

Brothanke

SHW

Brot-hanke Band 1, Spalte 1147-1148

Brothenke

SHW

Brot-henke Band 1, Spalte 1147-1148

Brothenkel

SHW

Brot-henkel Band 1, Spalte 1147-1148

Brothorde

SHW

Brot-horde Band 1, Spalte 1147-1148

Brotkasten

SHW

Brot-kasten Band 1, Spalte 1147-1148

Brotkeil

SHW

Brot-keil Band 1, Spalte 1147-1148

Brotknorren

SHW

Brot-knorren Band 1, Spalte 1147-1148

Brotknorz

SHW

Brot-knorz Band 1, Spalte 1147-1148

Brotknäuel

SHW

Brot-knäuel Band 1, Spalte 1147-1148

Brotkorb

SHW

Brot-korb Band 1, Spalte 1147-1148

Brotkruste

SHW

Brot-kruste Band 1, Spalte 1147-1148

Brotkrümel

SHW

Brot-krümel Band 1, Spalte 1147-1148

brot als Zweitglied (30 von 377)

Butterbrot

RDWB1

Butterbrot n (nicht "бутерброд") хлеб с маслом für ein ~ und ein Ei idiom. - за так разг. , почти даром, по дешёвке разг.

Vollkornbrot

RDWB1

Vollkornbrot n хлеб из муки грубого помола с отрубями, хлеб из немолотых зёрен

Zuckerbrot

RDWB1

Zuckerbrot n ~ und Peitsche idiom. - метод кнута и пряника идиом.

abendbrot

DWB

abend·brot

abendbrot , n. abendessen, zumal schlichtes und geringes. das volk unterscheidet oft ein doppeltes, das kleine abendbrot oder halbabendbrot.…

Achtbrot

DRW

acht·brot

Achtbrot zu 3Acht Brot, das den Fronschnittern zukommt messoribus bis dari debet ad manducandum unus panis qui dicitur ahtebroth 1144 Schöpf…

ādebārenbrôt

MNWB

adebar·en·brot

ādebārenbrôt , ādebārsbrôt , ēdebērenbrôt s. a.-snāvel Frucht von Geranium Robertianum Storchschnabel, der gelben Schwertlilie Iris Pseudaco…

Almosenbrot

Campe

almosen·brot

Das Almosenbrot , des — es, d. Mz. ungew. Brot, das als Almosen gereicht wird. Uneigentlich, er ißt Almosenbrot, er lebt von Almosen.

Anisbrot

Campe

anis·brot

Das Anisbrot , des — es, Mz. die — e, oder das Anisbrötchen, des — s, d. Mz. w. d. Ez. Zuckerbrot mit Anis bereitet.

aschenbrot

DWB

aschen·brot

aschenbrot , n. subcinericius panis, was ahd. derpiʒprôt ( Graff 5, 221 ) und fochanza (3, 441), it. focaccia, serb. pogatscha heiszt, auf d…

Bäckerbrot

Adelung

baecker·brot

Das Bäckerbrot , des -es, plur. inus. im Oberdeutschen Beckenbrot, Brot, welches der Bäcker gebacken hat, im Gegensatze des hausbackenen, od…

Bauerbrot

Adelung

bauer·brot

Das Bauerbrot , des -es, plur. wenn es collective oder materialiter stehet, inusit. von einzelnen Broten aber die -e, Brot, welches die Baue…

beckenbrot

DWB

becken·brot

beckenbrot , n. beckerbrot, d. i. feil, nicht zu haus gebacken. unter den spielen führt Fischart 173 an: Memminger vokatzer beckenbrot.

bêenbrôt

MNWB

been·brot

bêenbrôt , bîenbrôt , n. , favus, die zur Fütterung der Brut dienende Nahrung, Bienen- Immenbrot.

Ableitungen von brot (3 von 3)

Bebroten

Campe

◎ Bebroten , v. trs. in der Kochkunst, mit einer Rinde von geriebenem Brote versehen (paniren). » Das Gericht war künstlich bebrotet.« C. Da…

gebrot

DWB

gebrot , gebröt , s. gebrotet .

Verbroten

Campe

Verbroten , v. I) ntr . mit sein , zu Brot werden. Die Meinung, daß der Leib Kristi deim Abendmahl verbrote . II) trs . zu Brote machen. — D…

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APA
Cotta, M. (2026). „brot". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/brot/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „brot". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/brot/adelung. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „brot". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/brot/adelung.
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