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Blicken

ahd. bis spez. · 29 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
37 in 29 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Blicken

Bd. 1, Sp. 1073
Blicken, verb. reg. welches in einer doppelten Gattung üblich ist. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben. 1. Einen kurzen, schnell vorüber gehenden Schein von sich geben. 1) Eigentlich. Die Sonne blickt durch die Wolken. Das Silber blickt auf dem Treibeherde, wenn es, indem es von dem Bleye[] verlassen wird, einen schnellen farbigen Schein von sich gibt. Außer diesen beyden Fällen wird es heut zu Tage im Hochdeutschen in dieser Bedeutung wohl nicht mehr üblich seyn. Ehedem gebrauchte man es auch in andern Fällen, theils für blitzen, wovon noch bey dem Logau ein Beyspiel vorkommt: Der Donner, den der Hofehimmel schickt, Trifft, ehe man es merkt, daß er geblickt. In ältern Zeiten kommt diese Bedeutung noch häufiger vor. S. Blitzen. Theils auch für blinken, glänzen. Die Wagen blicken wie Fackeln, Nahum 2, 4. Nicht kehre mir den Rücken, Laß ja dein Antlitz blicken Als meiner Seelen Licht, Opitz. 2) Figürlich, zum Vorscheine kommen. Was läßt sich da blicken? Laß dich nie wieder vor mir blicken. Wo er sich nur blicken lässet, da umringt ihn eine Schaar frohlockender Bürger. Nach einer noch weitern Figur. Was für eine Verachtung aller andern blickt ihm nicht aus jeder Miene! Less. Die Armuth blickt bey ihm überall hervor. Viele Härte blicken lassen, äußern, verrathen, zeigen. 2. Schnell, mit einer einzigen Bewegung der Augen sehen. Ich blickte nur dahin, so ward ich es gewahr. Nach etwas blicken. Seitwärts blicken. Wir dürfen nur recht zärtlich auf sie blicken, Gell. II. Als ein Factitivum, blicken lassen, in der höhern Schreibart, und mit der vierten Endung des Nennwortes. Sein wildes Auge blickte Tod und Verwüstung um sich her. Grimmige unbekannte Thiere, oder die gar Feuer speieten oder grausame Funken aus den Augen blickten, Weish. 11, 19. Auf ähnliche Art heißt in der Mahler- und Zeichenkunst, blicken, das Licht heller machen, es gleichsam blicken lassen, im Gegensatze des Druckens, oder der Verdunkelung des Schattens. Anm. Blicken, Holländ. blyken, Angels. blican, Schwed. blicka, ist eigentlich das Frequentativum und Intensivum von bliga, welches noch im Schwedischen für ansehen üblich ist, und welches Herr Ihre von dem Griech. λαω, ich sehe, herleitet. Noch näher kann man es von dem alten Oberdeutschen in Schwaben noch üblichen lugen, sehen, ableiten. Das b ist die Vorsylbe be, welche in mehrern Wörtern ihr e verloren hat. S. auch Belugsen, Ablugsen, Blühen und Licht. Die ältesten Alemannischen und Fränkischen Schriftsteller gebrauchen es für blitzen, welches ein Frequentativum von einem andern gleichbedeutenden Worte ist. S. dieses Wort. Blicken und blecken gehören genau zusammen, und der Analogie zu Folge, sollte jenes das Neutrum, dieses aber das Activum seyn; allein man hat sie beyde schon von Alters her häufig mit einander verwechselt.
2805 Zeichen · 51 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    blickensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    blicken sw. v. , mhd. nhd. blicken; mnd. mnl. blicken; vgl. ae. blician; an. blika; vgl. Wißmann S. 52 f. plichta: 3. sg…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    blickenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    blicken swv. BMZ prät. blicte u. blihte, einen blic thun, blicken Nib. Wig. Trist. ; licht ausstrahlen, glänzen Nib. Wol…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    blickenAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    blicken , Adj. nhd. blechern, aus Blech seiend, Blech... Hw.: s. blecken E.: s. blik (3) R.: blicken wāren: nhd. „bleche…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Blicken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Blicken , verb. reg. welches in einer doppelten Gattung üblich ist. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben. 1. Ein…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    blicken

    Goethe-Wörterbuch

    blicken nur etwa 280 Belege, meist in literar Gebrauch; mehrf in mehr od minder fester Vbdg mit Richtungsadv wie ‘aufwär…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Blicken

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Blicken , soviel wie Einkorn, s. Spelz .

  7. modern
    Dialekt
    blicken

    Bayerisches Wörterbuch · +7 Parallelbelege

    blicken Band 2, Spalte 2,1310

  8. Sprichwörter
    Blicken

    Wander (Sprichwörter)

    Blicken Blick' erst auf dich, dann richte mich. – Steiger, 358; Volksbote, IX, 156. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Unter s…

  9. Spezial
    blicken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    bli|cken vb.intr. 1 (sehen) ciaré (-ra) 2 (gucken, spähen) ciutié (ciütia), cuché (-ca) 3 (sichtbar sein) ester da odëi.…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit blicken

53 Bildungen · 7 Erstglied · 40 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von blicken 2 Komponenten

blic+ken

blicken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

blicken‑ als Erstglied (7 von 7)

blickende

KöblerMhd

blick·ende

blickende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. „blickend“ Vw.: s. ūz- Q.: Tauler (FB blickende), Minneb (um 1340) E.: s. blicken W.: nhd. blickend, (Pa…

blickentrinnend

DWB

blickentrinnend , sightoutrunning. A. W. Schlegel im sturm 1, 2 .

blicken als Zweitglied (30 von 40)

geblicken?

KöblerMnd

*ge·blicken

*geblicken? , sw. V. nhd. blicken, glänzen Hw.: s. geblicken (2), geblicke; vgl. mhd. geblicken E.: s. ge, blicken (1)

himelblicken?

KöblerMhd

*himelblicken? , V. nhd. „Himmelslicht erblicken“ Hw.: s. himelblicken (2) E.: s. himel, blicken W.: nhd. DW-

abblicken

DWB

abblicken , relucere, auf der schmelzhütte ein zeichen völliger reinheit des metalls: das silber blickt ab. s. blicken.

anblicken

DWB

anblic·ken

anblicken , intueri, aspicere, nnl. aanblikken, ahd. anaplicchan, mhd. aneblicken, einen blick an jemand werfen: blickt keine schone frauen …

ane blicken

MWB

ane blicken swV. ‘jmdn./etw. ansehen, anschauen’ bliche sine vrische wunden an BenGeb 69; dô er sich ûf gerihte / und sich selben ane blihte…

ane erblicken

MWB

ane erblicken swV. ‘jmdn. ansehen’ ofte erblihte Herwîc die juncfrouwen an Kudr 1234,1; do ich ewch erst an erplicht / vor fräwden ich ersch…

aneerblicken

KöblerMhd

ane·erblicken

aneerblicken , sw. V. nhd. ansehen Q.: Enik (FB ane erblicken), Kudr (1230/1240), MinneR159 E.: s. ane, erblicken W.: nhd. DW2- L.: Hennig (…

anegeblicken

KöblerMhd

ane·geblicken

anegeblicken , sw. V. nhd. blicken, anblicken Q.: Frl, Heimesf (1200-1210), KvWLd E.: s. ane, geblicken W.: nhd. DW- L.: Benecke/Müller/Zarn…

anerblicken

DWB

aner·blicken

anerblicken , aspicere: der alte erblickte mich halb lachelend an. pers. rosenth. 6, 1.

aufblicken

DWB

auf·blicken

aufblicken , suspicere, die augen aufschlagen, aufwärts blicken: unter heiszen thränen blickte sie auf; der könig zieht ein, alles blickt au…

biblicken

AWB

biblicken s. bi- blicken sw. v.

darīnblicken

KöblerMhd

dar·īnblicken

darīnblicken , sw. V. nhd. „dareinblicken“, einblicken Q.: Tauler (vor 1350) (FB darīn blicken) E.: s. darīn, blicken W.: nhd. DW2-

durchblicken

DWB

durch·blicken

durchblicken , durchschauen perspicere. 1 1. untrennbar. er hatte die weite landschaft schnell durchblickt mit seinen blicken durchdrungen. …

entblicken

DWB

ent·blicken

entblicken , evanescere, verschwinden, aus dem blick, aus den augen fallen: sie fallen nur immer tiefer in den sündenkoth hinein, bis sie en…

erblicken

DWB

erb·licken

erblicken , 1 1) in der intransitivbedeutung, die auch das einfache blicken (2, 117) hat, mhd. refulgere: ër muost durch nôt erschricken, sî…

geblicken

Lexer

geb·licken

ge-blicken swv. BMZ diu tûbe daʒ geblicte Ls. 3. 237,20. mit an, ûf.

himelblicken

MWB

himel·blicken

himelblicken stN. – ‘Himmelsglanz, -leuchten’ ie naher ir dem ertrich sinkent, ie me ir verbergent úwer suͤsses himmelbliken Mechth 3: 1,19…

hinblicken

DWB

hin·blicken

hinblicken , verb. : er blickte mit verlangen nach den speisen hin; suchte das höher gelegene jagdschlosz. es blickt weit über berg und wäld…

irblicken

AWB

ir- blicken sw. v. , mhd. nhd. erblicken; mnd. erblicken . Gegen Ansatz eines -ôn- Verbs — vgl. ae. blician; an. blika — spricht die sonstig…

nidarblicken

AWB

nidar·blicken

nidar- blicken sw. v. , nhd. niederblicken. — Graff II, 122 s. v. niderlichente (?). Verschrieben: nider-lichente: part. prs. Gl 2,36,34 ( V…

nāchblicken

KöblerMhd

nāchblicken , sw. V. nhd. „nachblicken“, nachsehen Q.: Parz (1200-1210) E.: s. nāch, blicken W.: nhd. (dial.) nachblicken, V., nachblicken, …

umblicken

DWB

umb·licken

umblicken , vb. 1 1) trennbar, umher-, zurückblicken. 1@a a) intrans., ringsum blicken: als nun die schlang nach irer speiss herauss wolt ge…

unblicken

MNWB

° unblicken , adj. : nicht sichtbar, „ Blicken blodtrisynge bynnen kleider tein schillinge achte penninge. Vhnblicken blodtrise eine halue m…

verblicken

DWB

verb·licken

verblicken , verb. , bergmännischer kunstausdruck: das silber hat verblickt, ' wenn es auf dem treibeherde geblickt und dadurch die vollendu…

widerblicken

Lexer

wider·blicken

wider-blicken swv. BMZ intr. zurückstralen, -scheinen Myst. 2. 327,36. 416,27 ; tr. wieder anblicken Frl. 146,3 ;

zeblicken

KöblerMhd

zeblicken , sw. V. Vw.: s. zuoblicken*

Ableitungen von blicken (6 von 6)

beblicken

DWB

beblicken , conspicere: beblickt mich schönste augen! Niobe, München 1688 s. 6; denn Hermionens leib, wie weit ihr ihn beblicket, hals, händ…

entblicken

DWB

entblicken , evanescere, verschwinden, aus dem blick, aus den augen fallen: sie fallen nur immer tiefer in den sündenkoth hinein, bis sie en…

erblicken

DWB

erblicken , 1 1) in der intransitivbedeutung, die auch das einfache blicken (2, 117) hat, mhd. refulgere: ër muost durch nôt erschricken, sî…

geblicken

Lexer

ge-blicken swv. BMZ diu tûbe daʒ geblicte Ls. 3. 237,20. mit an, ûf.

unblicken

MNWB

° unblicken , adj. : nicht sichtbar, „ Blicken blodtrisynge bynnen kleider tein schillinge achte penninge. Vhnblicken blodtrise eine halue m…

verblicken

DWB

verblicken , verb. , bergmännischer kunstausdruck: das silber hat verblickt, ' wenn es auf dem treibeherde geblickt und dadurch die vollendu…

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APA
Cotta, M. (2026). „blicken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/blicken/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „blicken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/blicken/adelung. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „blicken". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/blicken/adelung.
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