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Wáschen

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
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27 in 20 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Wáschen

Bd. 4, Sp. 1396
Wáschen, verb. irregul. ich wásche, du waeschest, er waeschet, oder wäscht; Imperf. ich wusch, Conj. wǖsche; Particip gewáschen. Es ist sowohl act. als neutr. und bekommt im letztern Falle das Hülfswort haben. Es wird in zwey verschiedenen, nur zufällig verwandten Bedeutungen, gebraucht. 1. Unbedeutende Sachen mit einer vorzüglichen Geläufigkeit der Zunge vertragen; im verächtlichen Verstande, wodurch es sich von schwatzen, plaudern u. s. f. unterscheidet. Das Verächtliche hat seinen Grund in der Onomatopöie, welche den niedrigsten Grad der Schwatzhaftigkeit nachahmet. Er thut nichts, als waschen. Was für ein Gemisch von Verstellung, Heucheley und Unsinn waschen sie mir da vor? Wer immer waschen will, Opitz. S. auch Gewäsch. 2. Vermittelst des Wassers reinigen, welches wieder auf verschiedene Art geschehen kann. (a) Durch Reiben mit Wasser oder einem ähnlichen flüssigen Körper; welches die gewöhnlichste Bedeutung ist, zum Unterschiede von spühlen, schwemmen, schlämmen u. s. f. Die Hände waschen, sich die Hände waschen. Sich waschen. Das leinene Geräth, das Küchengeschirr u. s. f. waschen. Das hat sich gewaschen, in den niedrigen Sprecharten, das ist vortrefflich. Einem den Kopf waschen, ihm einen derben Verweis geben; auch wohl, ihn raufen, prügeln, S. Kopf. (b) Das Unreine oder Schlechtere von dem Reinen oder Bessern vermittelst des Wassers trennen, da denn eines von beyden auf den Boden sinkt, welches sonst Schlämmen, oft aber auch Waschen, genannt wird. So wäschet man im Hüttenbaue die gepochten Erze, wenn das taube Gestein von dem Wasser fortgeführet wird. Auf ähnliche Art waschen die Bäcker den Weitzen, wenn die guten Körner von den leichten, vermittelst des Wassers, in einem Siebe geschieden werden. (c) Im Reißen und Zeichnen ist waschen nach dem Französischen laver, eine aufgetragene Farbe mit Wasser vertreiben. Eine gewaschene Zeichnung. So auch das Waschen, und, in einigen Fällen, die Wäsche. Anm. Schon im Kero uuasken, im Tatian uuasgan, bey dem Ottfried uuasganne, bey dem Notker uuaschen, im Niederdeutschen wasken, im Engl. to wash, im Schwed. vaska. Nimmt man den verstärkten Zischlaut weg, so würde das einfachere wagen übrig bleiben, welches auf das veraltete zwagen führet, welches sich von waschen bloß dadurch unterscheidet, daß der verstärkende Laut hier voran gesetzt worden. Dieses zwagen, oder auch twagen, kommt in unsern alten Schriften häufig vor, und ist in einigen Oberdeutschen Mundarten noch gangbar. Indessen gründet sich dieser ganze Bau des Wortes, waschen, auf eine unmittelbare[] Onomatopöie, welche in demselben nicht leicht zu verkennen ist, und welche auch in dem Worte Wasser herrschet, ohne daß deshalb waschen mit Bewußtseyn und Vorsatz von Wasser sey abgeleitet worden, wie gemeiniglich behauptet wird. Aus eben derselben Onomatopöie muß man auch die Erscheinung erklären, daß sich zwey so verschiedene Begriffe, als der des Plauderns, und der des Reinigens mit Wasser sind, in diesem Worte zusammen gefunden haben. Gemeiniglich siehet man die erste Bedeutung als eine Figur der letztern an; und in dem weitesten Verstande einer Figur kann sie es seyn. Allein, da die Ähnlichkeit hier bloß auf der Gleichheit des Lautes beruhet, so müssen beyde Bedeutungen vielmehr als gleichzeitig, und von einander unabhängig, betrachtet werden, wie in tausend andern Fällen ohnehin geschehen muß. Selbst im Arabischen ist washwascha murmeln, und Waschwa eine verworrene Rede. In waschen, plaudern, und dem ähnlichen schwatzen liegen einerley Wurzeln zum Grunde, nur daß in dem letztern die Verstärkung vorn und hinten zugleich angebracht worden. Übrigens ist in dem Präsenti, ich wasche, im Participio, gewaschen, und in dem Imperativo, wasche, das a geschärft, dagegen im Imperfecte, ich wusch, ich wüsche, das u gedehnt lautet.
3800 Zeichen · 52 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    waschenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +7 Parallelbelege

    waschen , weschen stn. das waschen, spülen W. v. Rh. 149,41. Mgb. 322,30 ; geschwätz Alsf. G. 4531.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    waschenst. V., sw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    waschen , st. V., sw. V. nhd. waschen, spülen, reinigen, schwatzen, viel sprechen Vw.: s. achter-, af-, bak-, be-, ge-, …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wáschen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Wáschen , verb. irregul. ich wásche, du waeschest, er waeschet, oder wäscht; Imperf. ich wusch, Conj. wǖsche; Particip g…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    waschen

    Goethe-Wörterbuch

    waschen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Waschen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Waschen von Niederschlägen, s. Auswaschen .

  6. modern
    Dialekt
    waschenPart., trans., trans., trans., trans., refl.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    waschen wie im Hd.; Präs. wasch, wascht (lautvereinfachende Endung Wigg. Gr. 65), wascht, waschen; Prät. stark, früher w…

  7. Sprichwörter
    Waschen

    Wander (Sprichwörter)

    Waschen 1. Bai (wer) wäsket de Hasen un de Fösse, un se sitt (sind) doch glatt, sach (sagte) de Frau, da leit (lässt) se…

  8. Spezial
    waschen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    wa|schen (wäscht, wusch, gewaschen) I vb.tr. 1 (mit Wasser reinigen) lavé (lava) 2 (mit viel Wasser) slavaté (-ta) II vb…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit waschen

55 Bildungen · 6 Erstglied · 43 Zweitglied · 6 Ableitungen

Ableitung von waschen

was + -chen

waschen leitet sich vom Lemma was ab mit Suffix -chen.

waschen‑ als Erstglied (6 von 6)

waschende

KöblerMhd

wasch·ende

waschende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. waschend Q.: Tauler (vor 1350) (FB waschende) E.: s. waschen (1) W.: nhd. waschend, Adj., waschend, DW- …

waschengiel

DWB

waschen·giel

waschengiel , m. gefäsz für flüssigkeit, groszer krug: uter, waschengiel Diefenbach gl. 631 b ( anfang des 15. jahrh. ); da der herr ... pro…

waschen II

RhWB

waschen II das Wort ist allg, u. zwar węšə(n) [ -E- mosfrk. Saar, Trier , Wittl , Bitb ; Prüm -ęi-; –- NMay , Aden , uAhr; -E- Siegld-Freie…

waschenpfahl

DWB

waschen·pfahl

waschenpfahl , m. pfahl, wie solche an den kreuzungen der querliegenden und der längsliegenden faschinen eingeschlagen werden, auch stackpfa…

Waschensi

Meyers

Waschensi ( Waschinsi , »Wilde«), Bezeichnung der Küstenbewohner in Deutsch-Ostafrika. Sie sind Heiden, stehen in einem sozialreligiösen Geg…

waschen als Zweitglied (30 von 43)

achterwaschen

KöblerMnd

*achterwaschen , sw. V. nhd. verleumden Hw.: s. achterwaschære E.: s. achter, waschen (1)

bakwaschen

KöblerMnd

*bakwaschen , sw. V. nhd. verleumden Hw.: s. bakwaschære E.: s. bakwaschære, bak (1), waschen (1)

ezzichwaschen?

KöblerMhd

*ezzichwaschen? , st. V. nhd. in Essig spülen Hw.: s. ezzichwaschen (2) E.: s. ezzich, waschen (1)

gewaschen

KöblerMnd

*ge·waschen

*gewaschen , (Part. Prät.=)Adj. nhd. gewaschen Vw.: s. un- Hw.: s. ungewaschen; vgl. mhd. *gewachen? (2) E.: s. waschen W.: s. nhd. gewasche…

hēmedewaschen?

KöblerMnd

*hēmedewaschen? , V. nhd. Unterkleider waschen Hw.: s. hēmedewaschen (2) E.: s. hēmede, waschen (1)

nāwaschen?

KöblerMnd

*nāwaschen? , V. nhd. „nachwaschen“, schwatzen Hw.: s. nāwaschen (2) E.: s. nā (1), waschen (1)

vōtwaschen?

KöblerMnd

*vōtwaschen? , sw. V. nhd. Fuß waschen, Zeremonie des Fußwaschens begehen Hw.: s. vōtwaschen (2), vōtwaschinge E.: s. vōt, waschen (1)

windelwaschen?

KöblerMhd

*windelwaschen? , V. nhd. „Windel waschen“ Hw.: s. windelwaschen* (2) E.: s. windel, waschen W.: s. nhd. Windel waschen, st. V., Windel wasc…

abegewaschen

KöblerMhd

abe·gewaschen

abegewaschen , st. V. nhd. abwaschen Hw.: vgl. mnl. afgewasscen E.: s. abwaschen W.: nhd. DW2- L.: Hennig (abwaschen)

abgewaschen

KöblerMhd

abgewaschen , st. V. Vw.: s. abegewaschen

abwaschen

DWB

abwaschen , abluere, nnl. afwasschen: den schmutz von den händen, wangen, dem gesicht abwaschen, hände, wangen, gesicht abwaschen, ursprüngl…

afwaschen

MNWB

afwaschen , stv. , abwaschen, reinigen; ab-, wegspülen, abgespült werden; ênem a. dem Konfirmanden acht Tage nach der Firmelung das Kreuzesz…

aufwaschen

DWB

auf·waschen

aufwaschen , n. elutio: es ist éin aufwaschen, es geht in éinem hin; was ist besser, seine seligkeit schaffen mit furcht und zittern oder wi…

auswaschen

DWB

aus·waschen

auswaschen , eluere, nnl. uitwasschen, 1 1) das zeug musz in kaltem wasser ausgewaschen werden; die wunde auswaschen; ein gefäsz auswaschen;…

bewaschen

DWB

bewaschen , circumluere: das meer bewäscht die ufer, der regen das gestein. man nahm es auch für tadeln, strafen, wie es heiszt einen wasche…

erwaschen

DWB

erwaschen , erwäschen , abluere, perluere, diluere, wie auch für waschen wäschen vorkommt, ahd. arwasgan, irwascan, mhd. erweschen: wie sol …

eʒʒichwaschen

MWB

eʒʒichwaschen stN. ‘Spülung in Essig’ man läutert den balsem mit ezzeichwaschen, wenn man in dar inn welzet BdN 360,24 MWB 2 33,56; Bearbeit…

Fūßwáschen

Adelung

fuss·waschen

Das Fūßwáschen , des -s, plur. inus. die Handlung, da man sich oder andern die Füße wäschet. Besonders, so fern es in der Römischen Kirche e…

gewaschen

DWB

gewas·chen

gewaschen , verb. , verstärktes waschen ( s. d. ), nur vereinzelt und in der älteren sprache belegt, s. Lexer nachtr. 208 : vor Ludewîges se…

hēmedewaschen

KöblerMnd

hēmedewaschen , N. nhd. Waschen der Unterkleider E.: s. hēmede, waschen (2) L.: MndHwb 2, 268 (hēmede/hēmedewaschent)

irwaschen

KöblerMhd

irwaschen , st. V. Vw.: s. erwaschen

niuwewaschen

Lexer

niuwe·waschen

niuwe-waschen part. adj. neu, frisch gewatchen. ein niuwewaschen hemde sîn swester dô swief über daʒ bette Helmbr. 1044.

nāwaschen

KöblerMnd

nāwaschen , N. nhd. Nachklatsch Q.: Richter 2 8 (16. Jh.) E.: s. nāwaschen (1) L.: MndHwb 2, 1074 (nâwachten/nâwaschen)

Schafwaschen

DRW

schaf·waschen

Schafwaschen, n. das Waschen von Schafen vor der Wollschur, um eine bessere Qualität der Wolle zu erreichen wegen der wullabnahme und schaff…

ungewaschen

DWB

ung·e·waschen

ungewaschen , part.-adj. adv. ; in ä. spr. und mundartlich auch ungewäschen (ungewäsche, ungewäsch), gegenstück zu gewaschen; ahd. ungiwasga…

upwaschen

MNWB

* upwaschen , swv. : aufwaschen, (Geschirr) spülen, „ Nu moth ick gahn un waschen de Schöttel up, darna Bede maken ” (Jellinghaus Bauernkom.…

Ableitungen von waschen (6 von 6)

bewaschen

DWB

bewaschen , circumluere: das meer bewäscht die ufer, der regen das gestein. man nahm es auch für tadeln, strafen, wie es heiszt einen wasche…

entwaschen

DWB

entwaschen , eluere, abluere: drauf entwuschen sich beide den vielen schweisz, in die meerflut eingetaucht, von den beinen, dem hals umher u…

erwaschen

DWB

erwaschen , erwäschen , abluere, perluere, diluere, wie auch für waschen wäschen vorkommt, ahd. arwasgan, irwascan, mhd. erweschen: wie sol …

gewaschen

DWB

gewaschen , verb. , verstärktes waschen ( s. d. ), nur vereinzelt und in der älteren sprache belegt, s. Lexer nachtr. 208 : vor Ludewîges se…

verwaschen

DWB

verwaschen , v. , seit dem ende des 13. jh.s belegt ( s. u. II 1); els. verwäsche Martin-Lienhart 2, 872 ; schwäb. Fischer 2, 1404 ; cronenb…

zerwaschen

DWB

zerwaschen , verb. , mit vielem waschen verderben, entzwei waschen: die dürren, z-en finger E. Zahn held. d. alltags 172 ; sein rock ... vom…