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Maul

nhd. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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22 in 17 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Maul n.

Bd. 4, Sp. 1227
Maul n.: 1.a. 'Maul des Tieres, Mund des Menschen'; auch für: 'Mundöffnung, Lippen, Kiefer' als (äußere, sichtbare) Teile des Ganzen, Maul, Pl. Maileʳ [verbr. (außer lothr. SWPf), auch Penns Don Gal Buch, Christmann Kaulb 20 Mang 125 Müller Dietschw 50 Schneckenburger 29 Heeger Tiere I 8 Lambert Penns 103 Beam Penns 69 Krämer Gal 147], (mǫul), Pl. (męiləʳ) [(ältere Gener.) PS-Erfw Schindhd (Heeger Nachl.)], Mull, Pl. Milleʳ [lothr. SWPf (Keiper Nachl.) Glass II 40 PfId. 97]; Dim. Mailche [PS-Erfw, verbr.], Dim. Pl. Mailcheʳ [Kus, verbr.]; Zs.: Affen-, Backofen-, Bäll-, Pappel- 1, Päpper-, Papp-, Pfetz-, Plapper-, Plärr-, Platsch-, Plauder-, Blau-, Brei-, Breit-, Brutz-, Dick-, Dreck-, Dürren-, Dürr-, Flaz-, Freß-, Frosch(en)- 1, Geier-, Geiß(en)- 1, Gold-, Grein-, Grieben-, Grind-, Groß-, Habichts-, Häng-, Hasen- 1, Hecht-, Hohl-, Honig-, Kaffee-, Klatsch-, Knätsch-, Knoblauch(s)-, Knochen-, Krusten-, Kuharschloch-, Kuh- 1 u. 2 a, Kuß- 2, Lang-, Lapp-, Laschen-, Laster-, Lecker-, Lipp-, Lügen-, Miet-, Muffel-, Nänger-, Nasch-, Nuß-, Ober-, Ochsen-, Quassel-, Quatsch-, Raffel-, Ruppen-, Sabber-, Saiter-, Sau-, Schand-, Scharten-, Schepp-, Scherbel-, Schlabber-, Schlaf-, Schlapp-, Schlärr-, Schlekker-, Schleck-, Schnatter-, Schnäuk-, Schnerr-, Schnuckel-, Schnuddel-, Schnuß-, Schwaddel-, Schwappel-, Schwarten-, Schwoll-, Seifer-, Speckgrieben-, Sperr-, Spitzbuben-, Spitz-, Sprach-, Stink-, Sudel-, Süß-, Unter-, Waffel-, Wälen-, Wäsch-, Wolfs-, Zukkermaul; Syn. s. Gusche 1 a. — Vergl. u. RA.: Vom Mund im allg.; uf M. un Nas leie 'auf dem Bauch liegen' [Kaislt, mancherorts, Don-Schowe Torscha]. Der hot e groß (e bräät) M., e klää M. (Mailche) [KL-Bann, verbr.]. Ein Kind, ein Mädchen hot e schää (lieb, goldig, sauwer) Mailche [SP-Harths, verbr.]. Er hot Zähⁿ mehr im M. [KB-Kriegsf]. Der verzieht 's M. (reißt 's M. uf) bis hinner die Ohre (wenn er lacht) [PS-Nd'simt, verbr., Beam Penns 69], vun ääm Ohr zum annere [KU-W'mohr]. Der reißt 's M. uf, daß mer määnt, de Mand (Mond) geht uf, von einem großen Mund [GH-Minf], daß mer'n mit de Schipp fiddere kennt [LA-Herxh]. Wann der 's M. ufmacht (ufreißt), krien die Ohre Besuch [Kaislt, Hebel 20, Gal-Königsau], is de halb Kopp ab [LU-Altr]. Er hot nix wie M. un Nas 'ein abgemagertes Gesicht' [LA-Herxh]. Der spitzt 's M. wie die Kuh noo're Erbeer (Erbel) 'Er macht ein plumpes Mienenspiel und reizt dadurch zum Lachen' [Weber 125, mancherorts, NPfGV 1926 17 NSZ 4. 7. 1939]. Er macht e M. wie e Esel, wann er uf de Schleifsteeⁿ spauzt [Hebel 14 NSZ 4. 7. 1939]. Der laaft'm ins M. (wenn ein Gesuchter zufällig entgegenkommt) [HB-Kirrbg FR-Bockh]. Wann's e M. hätt, dät's dich beiße (wenn einer etwas, was vor ihm liegt, nicht findet) [PS-Rodalb]. — Von den Lippen. 's M. es angelaaf 'geschwollen' [FR-Bockh]. Er hot e dick M. [RO-Lohnsf]. Dem hängt 's M. erunner [PS-Burgalb]. Er läßt 's M. hänke [KU-Theisbgstg]. Frage an einen mit geschwollenen Lippen: Wo hosche dann das schieⁿ (schöne) M. her? [KU-Kaulb]. — Ausschlag am Mund. 's M. fährt aus [WD-Niedkch]. Er hot e bees M. [LU-Opp], e weh M. [FR-Bockh], e kruschdich M. [ZW-Rieschw], Grindle am M. [SP-Harths]. Ich sein im M. ganz uf 'wund' [FR-Bockh]. 's esch e Speckgriebche am M. hänge bliwwe [LA-Birkw]. Der Herr Parre hat em Speckgriewe ans M. geschmiß [RO-Ruppeck]. Der hot met'm Parre Griewe gfreß, do horrer'm e paar ans M. geschmeß [KU-Nerzw, mancherorts]. Zu einem Knaben, der gern rauchen möchte, sagt man: Nemm de Katz ehr Schwanz ins M.! [KU-Kaulb, verbr., NPfGV Aug. 1934]. — Gähnen. 's M. ufsperre (ufmache, ufreiße) [verbr., auch Gal]; deck 's M. ufsperre [KB-Orb]; ufreiße bis hinner die Ohre [RO-Semb]; ufsperre wie e Katz, wann se unner'm Owe erauskrawwelt [NPfGV 1926 18], ufsperre, daß mer mit'm Heiwage drin rumwenne kann [NW-Hardbg u. Umg.]. Zu einem Gähnenden: Mach 's M. zu, 's zieht! [KU-W'mohr]. — Auf den Mund schlagen. Er dut em 's M. bräätschlaa'e [PS-Rodalb], 's M. vollgebb [PS-Claus Gersb], iwwer's M. fahre [PS-Erfw FR-Dirmst], 's M. stoppe [KL-Wörsb, mancherorts], met de Fauscht 's M. stoppe [IB-Rohrb], uf's M. schlaa, daß 's Blut spritzt [KB-Stett GH-Knitth]. Ich hau der e paar uf's M., daß die Zähⁿ Klafier spiele [KL-Bann]. Zu einem Kind: Wann de met de Finger net aus'm M. bleibscht, schlaa ich der druf [KL-Fischb]. Frage an eine Frau, die wegen Zahnschmerzen den Mund verbunden hat: Hat der dei Alder 's M. verschlage? [GH-Zeisk]. — Von der Ernährung. Er hat kalde Fieß um's M. rum 'Er hat Hunger' [PS-Winz]. In den Kriegsjahren hot mer 's M. an de Nachel g'hänkt (weil es nichts zu essen gab) [Kaislt, verbr.]. Er halt em 's M. sauwer 'gibt ihm nichts, bezahlt für ihn nicht' [RO-Alsbr, mancherorts, auch Gal]. Er halt'n zechfrei un 's M. sauwer, dass. [KB-Kerzh]. Do dät ich mer liewer uf's M. schlaan (als so teures Essen kaufen) [Kus ZW-Marthh]. Er dut sich's am M. abspare 'am Essen sparen, um sich etwas anderes leisten zu können', auch von einem Geizhals [FR-Bockh]. Keem M. getraue!, von einem, der vorgibt, keinen Hunger zu haben, weil ihm eine unbekannte Speise vorgesetzt wurde und dann doch gierig zupackt, wenn es ihm schmeckt [ZW-Marthh]. Beim Füttern eines kleinen Kindes: Sperr deiⁿ Mailche uf! [KU-Lohnw]. Butz deiⁿ Mailche hibsch ab! [KU-Schmittw/O]. Er macht'm 's M. lang (wässerich) 'zeigt oder erzählt etwas Verlockendes' [verbr.]. Er schmeert'm Brei ums M. 'schmeichelt, übervorteilt ihn' [GH-Kand KU-Schmittw/O]. 's Wasser laaft'm im M. zamme (angesichts eines Leckerbissens) [KU-W'mohr, verbr., auch Don Gal Buch]. 's M. wässert'm denoo, dass. [FR-Bockh]. Er hängt alles ans M. 'ißt und trinkt gut und reichlich' [NW-Geinsh, verbr.]. Der isch seim M. aa Stiefkinn, dass. [PS-Nd'simt FR-Bockh], Stiefvadder [WD-Niedkch]. Do ware die Aue wirrer greßer wie 's M., von einem, der sich mehr in den Teller genommen hat, als er essen konnte [KU-Trahw, verbr.]. Er hot 's M. uf'm schnäkige Platz 'ist wählerisch' [ZW-Krähbg]. Derb zu einem wählerischen Kind: Freß Hundsfotze, dann werd der aa 's M. net fedderig [Kaislt, mancherorts, auch Gal]. Er hot 's M. abgebutzt un is gang 'Er hat sich bewirten lassen und ist ohne Dank und Gegenleistung davon', von einem Schmarotzer [RO-Semb, verbr.]. 's ganz Johr muß mer for's M. 'für Nahrung' sorje (schaffe) [KU-Schmittw/O, WD-Niedkch]. Do fliegen ääm die gebrorene Dauwe nit ins M. 'Ohne Mühe kein Ertrag' [NW-Wachh, verbr.]. — Sprechen, Zuhören, Schweigen: Dere ehr M. geht bestännich 'Sie redet viel' [KU-Schmittw/O, verbr.], geht wie geschmeert [Bergz (Kamm 33), verbr., Gal-Dornf], wie geschmeert mit Hexefett [Hebel 22], wie ge'eelt [LU-Opp], wie e Uhrwerk [GH-Kand], geht bestännich uf un zu wie e Endeberzel [SOPf (Heeger Nachl.), mancherorts], wie e Endeoorsch [KU-Schmittw/O, LU-Friesh Don-Gottlob], wie e Butzmihl [Buch-Illisch]. Dem sei M. steht net still, dass. [KU-Diedk, verbr.], steht net ameslang still [KU-Kaulb]; vgl. amenslang. Der gebt seim M. net umsunscht se esse (wer viel redet) [verbr. Gal]. Der zieht 's M. bis hinner die Ohre 'Er schreit' [ZW-Bechhf, mancherorts]. Du deiⁿ M. net so groß uf! 'Sprich nicht so laut!' [Kirchhbol]. Reiß dei M. net so weit uf!, dass. [NW-Esth]. Der hot immer 's greescht M. 'ist vorlaut' [LU-Neuhf, verbr.]. Der schmeert'm Brei um's M. 'schmeichelt, übervorteilt ihn' [KU-Schmittw/O GH-Kand]. 's M. geht noch, von einem Schwerkranken, dem das Sprechen noch leicht fällt [LU-Alsh]. Wann der emol sterbt, muß mer sei M. extra dotschlaa, sehr derb von einem Dauerschwätzer [PS-Nd'simt, (so und ähnlich) verbr., Fogel Penns Var. Nr. 336]. Er kriet noch e Schipp voll uf's M. (bei seiner Beerdigung), dass. [KU-Herschw/Petth]. Der dut met M. un Noⁿs horche 'ist sehr aufmerksam' [KU-Schmittw/O, W'mohr LA-Herxh], dut 's M. spitze, dass. [NW-Geinsh], M. un Naⁿs ufreiße (ufsperre), dass., auch: 'ist überrascht, erstaunt' [ZW-Marthh, verbr.]. Es geht (fahrt) mer als im M. rum 'Es (Das Wort) liegt mir auf der Zunge' [PS-Erfw, mancherorts, Feierowend 11/1955 2]. 's geht mer vor'm M. erum, awwer net enin, dass. [KU-Kaulb]. Ich hun's em M. un kann's net sa'e [RO-Alsbr Kaislt]. Du hascht mer 's Wort vum M. wegg'numme 'Was du gesagt hast, wollte ich auch sagen' [LU-Opp, mancherorts]. Er dut'm 's M. stoppe (verbiede) 'bringt ihn zum Schweigen' [verbr.], seiⁿ frech M. stoppe [KU-Schmittw/O]. Hall (Halt) 's M.! 'Schweig!' [verbr.]. 's M. zu!, dass. [LU-Neuhf]. Sehr derb: Hall 's M. zum Aarsch! [KU-Bedb, verbr.]. Halt 's M. un hock dich uf dei vier Buchstawe (Gesäß)! [KL-Reichb]. Scherzh. Erwiderung: Mei M. hot jo ken Stiel (daß ich es halten könnte) [ZW-Gr'bundb]. Gebb mer en Strick fer's ansebinne! [KU-W'mohr]. Er macht 's M. net uf 'ist schweigsam, schüchtern' [KL-Fischb, verbr.]. Er hot M., dass. [LU-Neuhf]. Gel, du hosch M., hoⁿ? [LA-Herxh]. 's (Das Kind) hot 's (sei) M. (Mailche) dehaam geloß, von einem Kind das nicht redet, nur mit dem Kopf deutet [KU-Kaulb, verbr.], (dehääm) in de Schublad leie geloß, dass. [KU-W'mohr, verbr.]. Vom Gegenteil: Das (Kind) loßt awwer sei Mailche spaziere gehe! 'ist redselig' [Pirmas (Kieffer 54)]. Ui, is dem seiⁿ Mailche heit gut geschmeert!, dass. [NPfGV Aug. 1934]. Die is so faul, daß se 's M. ufmacht 'selbst zum Sprechen zu faul' [NW-Freinsh, KU-Erdb]. Gun Dach, mei M., weil deins is eh zu faul (wenn einer den Gruß nicht erwidert) [Gal-Bagbg]. Jetzt stehschde do un hascht die Zung im M. 'bist sprachlos, ratlos' [PS-Nd'simt]. Der bringt 's M. nimmi zamme (vor Lachen, Freude, Staunen) [PS-Nd'simt, mancherorts]. Die hat e Quetsch im M. 'singt falsch' [Krieger 20]. Der Schlagfertige hot 's M. am richdige Platz [WD-Niedkch], uf'm rechde Fleck [SP-Harths]. Die hal (hat) ehre M. bei sich, dass. [KU-Bedb]. Der is net uf's M. gefall, dass. [KU-Kaulb, verbr.]. Wenn Redekunst auf Mißtrauen und Abneigung stößt: Der hot e M. wie en Affegaat (Advokat) [ZW-Battw], wie e Schereschleifer [Buch-Illisch]. Die hot e M. wie e Bettelgääß [Kaislt, mancherorts], wie e Häädefrää (s. Heidenfrau) [LA-Herxh GH-Rh'zab], wie e Zijeunern [NW-Geinsh]. Die hat e M. wie e Schwert 'redet viel, hat ein scharfes, böses Mundwerk' [Bergz (Kamm 33), verbr., auch Don Gal Buch]. Der määnt, mit'm M. schafft er alles [KU-Wolfst]. — Klatsch, Gerede. Der reißt de Leit die Mailer uf 'sorgt für Gesprächsstoff' [PS-Nd'simt, verbr., PfId. 92], kummt in de Leit ehre Mailer, dass. [FR-Grünstdt], geht in de leit ehre Mailer rum, dass. [NW-Geinsh]. Entgegnung, wenn sich der Betroffene darüber beklagt: Binn d' Leit die Mailer zu! [NW-Geinsh]. 's M. kann ich 'ne net zubinne 'Das Gerede kann ich nicht verhindern, auch wenn es unangebracht ist' [GH-Zeisk]. Weh dem, der dere ins M. kummt! [NW-Hardbg u. Umg.]. Du hasch in alles 's M. 'mischt dich in alles ein' [ZW-Marthh], muscht 's M. iwwerall eninhänke, dass. [KU-W'mohr], en alles henke [FR-Bockh], iwwer jerem 's M. ausleere 'jeden schlechtmachen' [NPfGV 174 36]. Mich loscht aus deim M.! [NW-Hardbg u. Umg.]. Er verreißt 's M. 'ereifert sich' [Gal-Dornf]. 's is mer aus'm M. g'fahre, von einem Versprecher [LU-Alsh]. Ich hätt besser mei M. an e Steen gestoß, als wie een Wort dodezu gesaat [KU-Diedk]. Das henk ich der net uf's M. 'Das verrate ich dir nicht, du würdest es weitersagen' [KU-Kaulb]. Ich hun 's Wort im M. gehatt, ich hun awwer nix gesaat 'Ich habe es vorgezogen zu schweigen, obwohl ich die passende Antwort bereit hatte' [KU-Schmittw/O]. Der schleet sich selbscht uf's M. 'widerspricht seinen eigenen Worten' [KU-Schmittw/O]. Der dut eem 's Wort im M. rumdrehe [verbr., auch Gal]. Er macht sei M. zu'me Aarsch 'hält nicht Wort' [Don-Schowe]. Wann der 's M. ufmacht, weeß mer, wer er is [NW-Elmst]. Den (Dem sein Nome) nemm ich nimmi (net) ins M. 'Er ist mir gleichgültig, bedeutungslos' [GH-Schwegh, KU-Schmittw/O]. — Über schroffe, ungezogene, beleidigende Antworten, Widerreden; eem e M. (e frech, e bees, e unnetzich M.) aⁿhänke [verbr.]; eem iwwer's M. fahre 'einen abkanzeln' [verbr.], 's M. vollgewwe, dass. [KU-Kaulb]. Mach ka M.! 'Widersprich nicht!' [LU-Altr]. — Übertreibung, Prahlerei. Der nimmt 's M. arich voll [FR-Bockh, verbr., Otterstetter 221]. Er isch iwweral vorne draⁿ mit seim große M. [PS-Burgalb]. Abfertigung eines Aufschneiders: Mach 's M. zu, 's zieht! [Lu'haf]. Ich nemm dich ins M. for e Schnorres 'Ich bin dir überlegen' [KU-Roßb]. Lern e (doch käⁿ) alde Aff Maileʳ mache! 'Das kann ich besser als du!' [FR-Bockh, KU-Schmittw/O]. Loß der emol 's M. wäsche, mer määnt, du häscht in de Dreck getret [RO-Alsbr]. Ein Großbauer über einen ärmeren Standesgenossen: Ach dät doch der 's M. halle mit seine paar Äckerche! [ZW-Battw]. — Weinen, schmollen, gekränkt sein; e Mailche mache, vorn. von einem Kleinkind [verbr., Beam Penns 69]; e schiefes (e schepp) M. mache [IB-Ensh, KU-Kaulb]; 's M. henke losse [RO-Semb, verbr.]. Der macht e M. as wann er greine wollt [FR-Kindh]. Der macht e M. wie e Schippezehter [Kühn Palz 142]. Von einer ausweglosen Lage: Do mecht mer in die Luft scheiße un mit'm M. uffange [NW-Kallstdt]. — SprW.: Eme geschenkde Gaul guckt mer net ins M. [KU-Diedk, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]. Ins M. noi geht Sind, awer zum M. raus [Bergz (Kamm 37)]. Wann 's Herz voll is, laaft 's M. iwwer [LU-Opp, Penns (Barba)]. 's esch kääm M. se traue [BZ-Dierb]. D' Nacht hot Ohre un M. [GH-Zeisk]. Mer muß nit bloß 's M. spitze, sondere aach peife [ebd.]. Met'm M. bringt mer alles ferdich [KU-Schmittw/O]. Besser die Supp geblos, wie 's M. verbrennt [Pirmas]. Wer sich 's M. verbrennt, bloßt uf's Kalde [Gal-Sap]. Halt 's M., wann de plaudere willscht [NW-Haßl]. M. - Trotz, Bauch - Schade 'Wer das Essen verschmäht, bleibt hungrig' [Gal-Obersd]. 's M. is e Lumpeloch, gebbt mer'm, nemmt's noch [verbr. Gal]. — Volksgl.: Eme dore Hecht därf mer net ins M. greife (weil er beißt) [KU-Schmittw/O]. Wammer ins Feier spaut, kriggt mer 'n weh M. [Fogel Beliefs Penns Nr. 1417]. Vom Gegenteil: Fer'n wehes Maul, do schpau in's Feier; / Des helft der graad un iss net deier. / Un schpau in's Feier um so meh, / Noh werd der's Maul aa nie net weh [Birmelin Penns Gezw. 65]. — Rätsel: 's is e Gaul, uf'm Buckel hot er 's M. un hinne kummt eppes raus (Mühle) [Gal-Landestreu Buch-St. Onufry]. — VR.: Ich hab käⁿ M., du dummer Gaul; Ich hab käⁿ Gosch, du dummer Frosch; Ich hab e Mund, du dummer Hund [NW-Lambr Neidfs]. Neckvers auf den Bauern: De Bauer uf de Lauer, is e Spitzbub uf die Dauer. Steckt mer'm der Finger ins M., beißt er, steckt mer em in de Arsch, scheißt er [RO-Obd]. Weitere Neckverse s. Kotten 3, kreideweiß; vgl. auch leben 2; einen KR. s. Klee 1 a. — a. 1615: Weilen Hanß Rübel dem Geschworenen der Metzgerzunft über das Maul gefahren, denselben seines Gefallenen stumpfirt, ihn auf's Maul hauen und übel traktiren willte [Küchler 96]. — b. 'Kuß', altmda., vorn. zu kleinen Kindern, Maul [KU-Brück WD-Hoof IB-Heckdh RO-Imsb Schmalfhf KB-Bennhs FR-N'lein], Mailche [Kus, verbr. WPf NPf mancherorts nördl. VPf]; Zs.: Kußmaul 1; Syn. s. Kuß 1. Geb mer e Mailche (e Maul)! [RO-Semb]. — 2.a. in Pflanzennamen als Grundw. in den Zs.: Pappel- 2, Geißen- 2, Hasen- 2, Löwen-, Ochsenmaul. — b.α. Die Millich macht e M. (wenn sich beim Kochen die Haut der Milch wölbt) [KU-Bechb Kaulb]. — β. De Schuck sperrt 's M. uf 'ist vorn durchlöchert' [KU-Bedb GH-Zeisk]. — γ. s. Kuhmaul 2 b. — Südhess. IV 576 ff.; Rhein. V 969 ff.; Lothr. 371/72, ALLG I 63; Els. I 671 ff.
15665 Zeichen · 446 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Maul

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    1. Das Maul , des -es, plur. die Mäuler, S. Adelung Maulesel .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Maul

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Maul mBez auf den Menschen oft wertneutral wie in verschiedenen oberdt Mundarten, auch an den bildhaften Sprachgebrauc…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Maul

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Maul , Alfred , verdienter Vertreter des Turnwesens, geb. 13. April 1828 zu Michelstadt in Hessen, gebildet auf der Real…

  4. modern
    Dialekt
    Maul

    Schweizerisches Idiotikon · +6 Parallelbelege

    Maul Band 4, Spalte 172 Maul 4,172

  5. Sprichwörter
    Maul

    Wander (Sprichwörter)

    Maul 1. Alle Mäuler sind Schwesterkinder. Sie essen alle gern etwas Gutes. It. : Tutte le bocche sono sorelle. ( Pazzagl…

  6. Spezial
    Maul

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Maul n. (-[e]s, Mäuler) 1 bocia (boces) f. 2 müsa (müses) f. 3 (verächtlich) bech (bec) m. ▬ großes Maul bociona f. ; ‹u…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit maul

523 Bildungen · 474 Erstglied · 43 Zweitglied · 6 Ableitungen

maul‑ als Erstglied (30 von 474)

Maulaffe

SHW

Maul-affe Band 4, Spalte 581-582

maulaffig

SHW

maul-affig Band 4, Spalte 581-582

Maulband

SHW

Maul-band Band 4, Spalte 581-582

Maulbeere

SHW

Maul-beere Band 4, Spalte 581-582

Maulberg

SHW

Maul-berg Band 4, Spalte 581-582

Maulecke

SHW

Maul-ecke Band 4, Spalte 581-582

maulern

SHW

maul-ern Band 4, Spalte 583-584

Maulesel

SHW

Maul-esel Band 4, Spalte 583-584

maulfaul

SHW

maul-faul Band 4, Spalte 583-584

maulfertig

SHW

maul-fertig Band 4, Spalte 583-584

Maulfäule

SHW

Maul-fäule Band 4, Spalte 583-584

Maulgatter

SHW

Maul-gatter Band 4, Spalte 583-584

Maulheld

SHW

Maul-held Band 4, Spalte 583-584

Maulhobel

SHW

Maul-hobel Band 4, Spalte 583-584

Maulhure

SHW

Maul-hure Band 4, Spalte 583-584

maulieren

SHW

maul-ieren Band 4, Spalte 583-584

Maulkorb

SHW

Maul-korb Band 4, Spalte 583-584

Maulorgel

SHW

Maul-orgel Band 4, Spalte 583-584

maulrippig

SHW

maul-rippig Band 4, Spalte 583-584

Maulrose

SHW

Maul-rose Band 4, Spalte 583-584

maulsauber

SHW

maul-sauber Band 4, Spalte 583-584

maulsen

SHW

maul-sen Band 4, Spalte 583-584

Maulseuche

SHW

Maul-seuche Band 4, Spalte 583-584

maul als Zweitglied (30 von 43)

Großmaul

RDWB1

Großmaul n выскочка, надутый индюк идиом. , разг. , краснобай, вития книж. , бахвал

Leckermaul

RDWB1

Leckermaul n сластёна; сладкоежка; лакомка; кто-л. не прочь полакомиться; кто-л. охоч до сладкого разг.

Schandmaul

RDWB1

Schandmaul n охальник, склочник, сплетник

Affenmaul

Wander

affen·maul

Affenmaul Einen zum Affenmaul machen. »Die falschen Propheten werden mit gleissendem Schein kommen und euch zu Affenmäulern machen.« ( Luthe…

Barbenmaul

Wander

barben·maul

Barbenmaul Barbenmäullein und Hechtenzünglein bringen den Reiter um sein Gäullein. – Sailer, 49. Die Geschichte vom Wohlleben und Verarmen i…

breimaul

DWB

brei·maul

breimaul , n. os obscurius loquens: darumb müssen wir solch ir urteil messen nach irem herzen und nicht nach irem breimaul. ir herz aber ist…

eselsmaul

DWB

esel·s·maul

eselsmaul , n. wie eselsgosche: ei für solche eselsmeuler gehört ein solcher salat, sprach Crassus, da er ein esel sah distel fressen. Nasen…

fischmaul

DWB

fisch·maul

fischmaul , n. 1 1) nerita albicilla, eine muschel, auch ochsengaume genannt. 2 2) nach fischen lecker, gebildet wie fleischmaul, leckermaul…

Flȫtzmaul

Adelung

floetz·maul

Das Flȫtzmaul , des -es, plur. inus. in dem Sächsischen Obergebirge, die Benennung einer Art von Zwittern.

geifermaul

DWB

geifer·maul

geifermaul , n. 1 1) os salivosum Stieler 1255 , labra salivam manantia Steinbach 2, 33 : ( die zumutung ) sein geifermaul zu küssen. ehe ei…

Großmaul

Campe

gross·maul

Х Das Großmaul , des — es, Mz. die — mäuler (R.) 1) Ein großes Maul. 2) Ein Geschöpf mit einem solchen Maule, und uneigentlich, eine Person,…

Hundemaul

Wander

hunde·maul

Hundemaul 1. Hundemaul und Frauenknie sind selten warm. Holl. : Honden-muilen, mans aarzen en vrouwen-kniën zal men zelden warm zien. ( Harr…

kalbsmaul

DWB

kalb·s·maul

kalbsmaul , n. 1 1) os vituli, als speise, vgl. kalbsschnauze . sprichw. einem das kalbsmaul vor die thür werfen, vgl. kalbsohr: werf im das…

klappermaul

DWB

klapper·maul

klappermaul , n. wie plappermaul, klatschmaul, plaudermaul, papelmaul, sowol vom munde wie besonders vom ganzen menschen: clappermaul. Keise…

klatschmaul

DWB

klatsch·maul

klatschmaul , n. gleich klappermaul, waschmaul. Rädlein 541 a . Steinbach 2, 33 . Adelung.

Krappermaul

Wander

krapp·er·maul

Krappermaul Krappermäuler 1 – Höllenheuler. 1 ) Schlemmer. – Joh. Val. Andreä, Das gute Leben eines u.s.w., V. 289 : »Er weiss, das grosse K…

kuhmaul

DWB

kuh·maul

kuhmaul , n. 1 1) das maul einer kuh, oder eines rindes überhaupt; vgl. kuhmaulsalat . 2 2) von menschen, kühmaul rictus, os patulum Stieler…

lästermaul

DWB

laster·maul

lästermaul , n. lästerndes maul: da ( vor gottes gericht ) sol sie ( die welt ) denn on jren dank ... ir eigen lestermaul lügen strafen und …

Lappenmaul

Wander

lappen·maul

Lappenmaul Es ist ein (blosses) Lappenmaul. »... Biss Clytus ... die jungen Obristen Lappenmäuler hiess.« ( Gottfrid, 178 a . )

leckermaul

DWB

lecker·maul

leckermaul , n. derber ausdruck für den nach leckeren speisen lüsternen mund: denn vielen ist die welt zu klein, ihr leckermaul recht wohl z…

löwenmaul

DWB

loewen·maul

löwenmaul , n. maul eines löwen; sprichwörtlich: löwenmaul und haasenherz. Schottel 1126 a . auch name für die pflanzengattung antirrhinum, …

lügenmaul

DWB

luegen·maul

lügenmaul , n. lügen sagendes maul: denn die lügenmeuler sollen verstopft werden. ps. 63, 12 ; aber gelt! — mit einem derben stosze hat man …

Mannsmaul

Wander

manns·maul

Mannsmaul Wenn sich Mannsmäuler und Weibsmündlein paaren, gibt's nach neun Monaten etwas Junges zu erfahren.

milchmaul

DWB

milch·maul

milchmaul , n. im scherz, der gern milchspeisen iszt, it. der noch die milchhaare am bart hat. Frisch 1, 663 b : das milchmaul tregt die win…

Nagemaul

Adelung

nage·maul

Das Nagemaul , des -es, plur. die -mäuler, in einigen Gegenden ein Nahme des Zanders, S. dieses Wort.

narrenmaul

DWB

narren·maul

narrenmaul , n. os stultiloquum Stieler 1255 : wer weise von hertzen ist, nimpt die gebot an, der aber ein narrenmaul ( var. narrmaul) hat, …

naschmaul

DWB

nasch·maul

naschmaul , n. gleich leckermaul Stieler 1255 : alda fieng im schiff jederman dises naschmaul zu lachen an. H. Sachs 5, 390 b ; es pflegt ab…

Plärrmaul

Adelung

plaerr·maul

Das Plärrmaul , des -es, plur. die -mäuler, ein großes, gleichsam plärrendes Maul, in den niedrigen Sprecharten.

Ableitungen von maul (6 von 6)

bemaulen

DWB

bemaulen , ore, bucca instruere, nur im part. bemault: gewis wer wol bemault ist und ein gut pantoffelgosch hat, der beiszt ein gröszer und …

Ermaulen

Campe

Х Ermaulen , v. trs. durch Maulen, Schmollen, mürrisches Wesen erlangen. »Die Frau wollte die Herrschaft ertrotzen und ermaulen.« Lafontaine…

Máule

Meyers

Máule , 225 km langer Fluß in Chile, entsteht in der 40 qkm großen Lagune de Maule unter 36° südl. Br., 2194 m ü. M., bildet die Grenze zwis…

vermaulen

DWB

vermaulen , verb. am maule, an sich vorüber gehen lassen: da haben wir christen erstlich viel tausent kinder Israel darnach wir heiden, solc…

zermaulen

RhWB

zer-maulen: sich z., in einem fort schmollen, hadern, streiten Allg. (nicht Rhfrk).

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „maul". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/maul/pfwb?formid=M01114
MLA
Cotta, Marcel. „maul". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/maul/pfwb?formid=M01114. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „maul". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/maul/pfwb?formid=M01114.
BibTeX
@misc{lautwandel_maul_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„maul"},
  year         = {2026},
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  urldate      = {2026-05-10},
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