Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
MARKET stm.
1. der platz, auf welchem verkauft wird, marktplatz. forum marchet sumerl. 8, 2. ir sult mich füeren an den market Eracl. 588. er fuorte yn vf den market do zu Rome in der groʒen stat Enenkels weltbuch in Massm. ausgabe des Eraclius s. 138,102. eineʒ ist mir von im geseit, daʒ ein heiden ze sîner zît kæme ûf den market wît und hete veile einen knappen das. 137,10. der künc hete einen schaffær, der was getriwe und êrbær das. 137,21. vgl. Haltaus 1320. fg.
2. marktflecken. man sol deheinen market naher dem andern legen danne vber zwo mile Schwsp. 143. diu burc stuont besunder und ein market drunder, dâ kômen si in geriten Iw. 224. dieser market, handelsplatz, heisst unmittelbar darauf eine stat: nu gehôrte ein vrowe disen zorn, diu was ûʒ der stat geborn; vür die sîn strâʒe rehte gienc, als er den burcwec gevienc das. z. 6126. — nu ist Lanzelet bereit. im ist von Plûrîs geseit, eʒ sî ein schœniu burc vast, erbûwen daʒ ir niht gebrast. darunter lac ein market guot, dâ bî ein heide wol gebluot von bluomen alder welte Lanz. 5429. vnd var hinze dem hûse als du wol weist vnd bin über naht in dem market der bî dir lît, nu bit ich dich, daʒ du des iht last, du komest dar zu mir frauend. im leseb. 623,24.
3. der auf diesem platze getriebene handel. dâ man des mâles veile vant swaʒ man krâmen wolte, swes man bedürfen solte, des alles was dâ market Konr. troj. 142. c. unde eʒ ze strâʒe veile treit. ouwê, den market schaffe wir Trist. 12301. dort sitzt ein wechselære, des market muoʒ hie werden guot Parz. 353,27. niemer wirt der market guot wan sô man tôren schaden tuot Vrid. 83,13. also daʒ alle die, die dieselben zwen marckt suchent in vnsern vnd des reiches fride vnd sicherheit sein sollen urk. 1330 bei Haltaus 1005., vgl. daselbst mehr beispiele. swer dehein niwen market stift ane unser wort vnd ane unser nachkomen willen, da mac nimer market werden, vnd als wir gebieten vnd vnser boten dar senden, so sol er in dannen brechen Schwsp. 364, I. nieman mag erheben niuwe merkede das. 192. b.
4. die zum verkauf ausgebotene waare, das womit man markt hält, handel treibt. nu daʒ die fremeden koufman ir market heten ûʒ geleit, vil schiere wart ze hofe geseit, waʒ dâ koufrâtes wære Trist. 2159.
5. der preis? so deutet Scherz 1033 das folgende beispiel: möchtent si aber des mercktes mit einander nit überkomen, wer dann denselben teil kauffet oder verpfendet, so mögent es die teilgenossen in drygen monaten dornoch gelten und an sich lœsen neuenst. burgfr. 1427. doch scheint mir die bedeutung 3 auszureichen. — sicher war letztere auch die ursprüngliche dieses wortes.