raten,
rathen,
verb. adjuvare, consilium dare, divinare u. ähnl. 11)
goth. rêdan
in garêdan, undrêdan, urrêdan,
prät. fauragarairôþ
προορίσας Eph. 1, 5;
altn. râða,
prät. rêð,
schwed. rda
und r,
dän. raade;
ags. rædan,
prät. reord
und rêd,
mengl. reden,
heute nicht mehr; fries. rêda,
prät. rêd;
alts. altnfr. râdan,
prät. ried
und rêd,
mnd. raden,
mnl. raeden;
ahd. râtan,
mhd. râten;
gemeingermanisches reduplicierendes verbum, dessen beziehungen zu dem subst. rat und ursprüngliche bedeutung oben sp. 156
fg. erörtert ist. im hoch- und niederdeutschen sind seit dem mittelalter die alten flexionsverhältnisse mehrfach gestört, indem statt der starken reduplicierenden sich schwache formen geltend machen. 1@aa)
zwar wol nicht im präs., denn in der 1.
sg. bei Willeram: dar zuo râten ih iu. 100, 5
Seemüller ist n
nur hiatfüllend, und wenn den ahd. formen der 2. 3.
sg. râtis, râtes, râtest,
und râtit, râtet
mhd. neben den umgelauteten rætes, rætest
und rætet,
gekürzt ræt
auch die umlautlosen râtest
und râtet,
gekürzt rât
gegenüber stehen, so ist hier blosz der umlaut aufgehalten; solche formen dauern im nhd. bis heute, ja sie werden neuerdings im einfachen verbum, weniger in den zusammensetzungen beraten, entraten, erraten, verraten
mit einiger vorliebe gebraucht: dur niut sô volge dem râtgeben, der dir râtet an dîn leben. Boner
edelst. 90, 42; dâ von bedarf der tumbe wol, daʒ er tuo, daʒ der wîse rât (: gât). 72, 89; desz Celsi raht, da er rahtet, dasz einer die widerwertige sachen abwechsle. Schuppius 769; man rathet leicht, in welche wuth der nymfen fall sie setzen muszte. Wieland 10, 132; aber siehe, noch rathet er dir, zu meiden die hände seiner kraft. Stolberg 12, 85;
neben den umgelauteten formen, von denen die kürzungen du rätst, er rät
gewöhnlich sind: ein verleumbder verrhet was er heimlich weis.
spr. Sal. 11, 13; er rêtt mir sicher nur das pest. Suchenwirt 22, 101; du räthst es nicht, denn du begreifst es nicht. Göthe 10, 220;
obschon die vollen formen du rätest, er rätet
bis ins vorige jahrh. vorkommen: so fern du unser gescheft nicht verrhetest.
Jos. 2, 14; aber wer erräthet
auch nicht, welche urtheile allein entscheiden können? Lessing 8, 316; du räthest recht. E. v. Kleist 326; doch räthest du als wär ich eine tochter. Göthe 10, 11. 1@bb)
aber im prät. hat sich beim einfachen verbum und zusammensetzungen (
am wenigsten bei verraten)
die schwache form ratete
ergeben, selten gegen riet;
zufrühest im mnd. radde, redde Schiller-Lübben 3, 413
a;
nhd. ich rathete derhalben nit, dasz man solte absägeln. Schuppius 769;
eine mischform: die (
ärzte) rietheten, er solte ein warmen wofsbalg aufs herz legen. 832.
ein part. präs. geratet
für geraten
ist nicht nachzuweisen. 1@cc)
über ein anderes schwaches raten
vergl. unten 9
a. e. 22)
gemäsz der alten bedeutung des subst. rat (
s. d. 1—3)
bezieht sich raten
zunächst auf alles, was mit der fürsorge jeder art zusammenhängt, die ein geschlechtsoberhaupt seinen geschlechtsgenossen schuldig ist. 2@aa)
daher, wie in der alten sprache (
vergl.rat 1)
auch später noch im allgemeinen herschen, regieren, von einem weltlichen oder geistlichen oberhaupte: dâ bleib der bischof Bertolt tôt. man clagete in stille und offinbâr. gerâten hatte er eilf jâr.
livl. reimchron. 576; kunic Myndowen, der dô riet zû Littowen uber die diet. 3455; biʒ daʒ meister Werner quam von dûtschen landen und nam die meisterschaft an sîne gewalt .. er riet vrû und spâte, als sînen êren wol gezam. 6332;
auch verfügung haben über etwas: men vindet nu selden eines vorsten lant, dar nicht de papen boren den tollen, se raden over dorpere und mollen.
Reineke fuchs 3992,
nach Göthes
wiedergabe: selten findet man fürstliche lande, worin nicht die pfaffen zölle und zinsen erhüben und dörfer und mühlen benutzten. 40, 135. 2@bb)
gewöhnlich aber ist es der begriff der fürsorge, der hervortritt, raten
wie rat tun, rat schaffen (
vgl.rat 3,
a sp. 159), beraten (
th. 1, 1487,
nr. 1
und 2),
sorgen, beistehen, zu etwas fördernd helfen (
von welcher bedeutung geraten,
ahd. garâtan,
prospicere seinen ausgang nimmt, das dann in andern begriff verläuft, dessen gegentheil miszraten
ist, th. 6, 2308,
nr. 2);
auch hier zunächst von gott und Christus, mit dem dativ der person: thôh riat imo (
dem Abraham) io druhtinmit sînes selbes mahtin, sôs er io themo duat,ther thionost sînaʒ wola duat. Otfrid
an Hartmut 77; ich lobe den herrn, der mir geraten hat.
ps. 16, 7; an dem tag ... daran wir gedenken, wie Christus sei von seinem jünger verrahten, auf dasz uns würde durch ihn gerahten. Schuppius 64; dasz du aber in der glutt heiszer liebe dich gebraten, und mit deinem fleisch und blutt uns in höchster angst gerathen. Chr. Gryphius
poet. wäld. 1, 28; durch seinen tod wird mir gerathen. 21;
oder ohne solchen: in allen meinen thaten lasz ich den höchsten rahten. P. Fleming 287;
von herschern: ach, minne, süeʒe râtgebîn, rât, daʒ du müeʒest sælic sîn, mîns herzen küneginne, rât, daʒ si mir tuo helfe schîn, rât, daʒ si wende mînen pî
n. minnes. 1, 27
a Hagen; von wo aus namentlich im älteren nhd. raten
in solchem sinne und in manigfacher anwendung; in bezug auf lebende wesen, pflegen, sorgen (
vergl.rat tun
unter rat 3,
a),
mit dativ: den fünften dieses (
aprils) ist gut schafen rahten und weschen. Fischart
groszm. 105; wie man bäumen rathen soll, dasz die früchte nicht abfallen. Coler.
hausb. (1640) 118; soll ich mir dann erst rathen wenn schon mein winter schneit? S.
Dach in den ged. des Königsberger dichterkreises s. 19;
oder beistehen, fördern, helfen: du must dich recht besinnen wer zu erlösen sei ... du kanst nicht beiden rathen. Opitz 1, 231; sie (
die welt) mag mich denn gleich sieden oder brathen, sie musz mich doch der seelen lassen rathen. P. Fleming 284; man musz mit schmieren, wie dürren thüren, so advocaten zum meisten rathen, solln schweigen thüren, sie, reden führen. Logau 3, 47, 45; deine Charis, ist der cörper; du Myrtillus, bist der schatten; wie wird aber, wann die sonne geht zu bette, dir gerathen? 128, 48; sich (
dat.) selbst raten (
verschieden unten 3,
b, β): ob du dir möchtest raten, ob du möchtest dich sterken.
Jes. 47, 12; er gedenkt vieleicht jm selbs zu raten, und wil dichs wagen lassen.
Sir. 37, 9; stelle er ihnen frei, ob sie sich in zeiten durch eine baldige flucht rathen .. wolten. Bünau 1, 114;
dieses sich
unterdrückt: wer nicht an Christus glauben will, der musz sehen, wie er ohne ihn rathen kann. Claudius 6, 106; dann weil ihr (
der juden) ganzer sinn nach reichthumb stets gefragt, ward ihnen im gesetz auch reichthumb zugesagt: in unserm steht es nicht, es wil uns nicht gestaten, dasz jemand ihm (
sich) von uns durch unrecht gut soll rathen. Opitz
Hugo Grotius' wahrh. s. 326; ich kan selber mir nicht rathen, wegen meiner missethaten, menschen helfen auch mir nicht, welchen rettung selbs gebricht. S. Dach
in den ged. des Königsberger dichterkreises s. 222; viel hastu (
welt) dahin gebracht, dasz sie sich nicht können rathen. G. H. Schreiber
nachschöszlinge (1664)
s. 112; freund Charon mag sich rathen, im schlamme liegt sein kahn. Schiller
hist.-krit. ausg. 1, 206; einer sache raten,
helfen, dasz sie guten fortgang nehme, sie fördern: das ich ewer hochwirde bitte durch den herrn Jhesum Christum, e. k.
f. g. wolten ein auge veterlicher sorge auf diese sache haben, ... das nicht vieleicht der mal eins sich einer erfür thue, und beide den ablaspredigern, und dem büchlin, widerspreche, und es verlege, zur höchsten schmach ewer durchleuchtigsten hoheit, dafür mir warlich seer grawet, und doch besorge, das geschehen möchte, wo der sach nicht eilend geraten würde. Luther 1, 7
b; sol man allerlei sachen rahten, so mus die jugent darnach gezogen und gehalten werden, die uns nach (
nach uns) das regiment und leben auf erden sol füren. 2, 395
b; bisz endlich Nero höchst verursachet worden ... gerechtigkeit anzuziehen und dero ein genüge als höchster regent zu leisten, .. und dem gemeinen wesen bestens zu rahten. Schuppius 529; fand man für dienlich, die häupter der regierung nach dem heer reisen zu lassen, damit dieselben aus dem augenschein, nach ihrem besten gutfinden, den sachen raten könten. Heilmann
Thucyd. 478; wünschet jemand, dasz Syracus die oberhand behalten möchte, damit seiner eigenen sicherheit geraten sei. 859; ob er nicht seiner ehre und seiner tugend besser gerathen hätte, wenn er .. recht nachgesonnen hätte. J. Paul
auswahl aus des teuf. pap. 1, 77; dieweil kein krötenblut, noch drummel in den rohren, noch federn so die eul hat umb ein grab verlohren, noch heisze pferdebrunst, kein westerhembde nicht, kein nagel von der hand, kein haar, kein blut, kein liecht zu rathen deiner treu, o jungfrau, derer schmerzen, wie hart und rauch ich bin, mir dringen selbst zu herzen, bei ihm verfangen will, und ich umbsonst gethan, was menschen klugheit weisz, so helfe was da kan. Opitz 2, 280; wer bei hofe dienen wil, wil daselbst genad erringen, wie musz der sich stellen an, recht zu rathen seinen dingen? Logau 2, 105, 33; die schand ist dein, beklagung mein, drumb rathe deinen ehren. G. H. Schreiber
nachschöszlinge (1664) 71; zu einer sache raten,
behilflich sein, dazu thun: auch so jemand mein predigt fahen wil, messige sich seiner eile, und las mich auch zu meiner wort ausbreitung raten. Luther 1, 169
b; könnt ihr zum gelde rathen: so versäumt die gelegenheit nicht, euch frei zu kaufen. Möser
phant. 4, 317,
vgl. auch geraten;
in der verbindung raten und helfen (
verschieden von unten 3,
b, η): denken nicht einmal dran, das sie ander leuten helfen oder raten solten, mit leren, unterweisen, vermanen, strafen, und bessern, oder wenigstens mit beten und seufzen zu gott. Luther 5, 355
a; darumb wolte der könig in die sachen sehen, und nach seiner berümbten gütigkeit, dem lande und unserm ganzen geschlecht in dieser sachen raten und helfen. 2
Macc. 14, 9; erhöb (
erhebe) mit lob und preisz die gnad und die wolthaten, damit dir allzeit got geholfen und gerahten. Weckherlin 213. 2@cc)
einem übel, einer not gegenüber, abhelfen (
vergl.rat 3,
b): welchem mangel die prediger wol raten können. Luther 5, 172
a; darum kann grosz geld und gut den hunger nicht stillen, noch ihm rathen.
tischr. 2, 33
Förstem.; wider der welt wohn, die mit vil gsatzen wol regieren, und der bawfelligen sach rathen wil, da sie übel ärger macht. Agr.
spr. 265
a; wie doch dem übel zu rathen sein möchte.
M. Neander
bedenken 4; dasz er bei sich beschlossen, nicht eher in eine gesellschaft zu kommen, als bisz er dem gebrechen (
einem zungenfehler) gerathen wüste. Chr. Weise
erzn. 118
Braune; selbst in bezug auf überhäufung mit arbeit, was als notlage empfunden wird, so niederd. aus Hamburg: darmit ein ander, welker uth mangel der arbeidt kein gesinde holden konde, ok bisweilen van andern, so der arbeidt nicht raden konen, bevordert worde. Rüdiger
hamburg. zunftrollen (1874)
s. 39, 16 (16.
jahrh.); das (
dasz es) aber nit also wil sein, verhindert eine sach allein. wo man derselben rathen kündt, vielleichts ein wenig besser stündt. B. Waldis
Esop 4, 100, 131; du unmensch, ist dein sinn so gar denn unbeweget, dasz dir der armen noth zu rathen nicht gefällt? Opitz 1, 349; wofern die hohe gunst der höchsten potentaten dich von der blassen gruft zu retten fähig ist, so wird dem heiszen schmerz der traurenden gerathen. Chr. Gryphius
poet. wäld. 2, 128; für etwas raten: was ein sinnreicher geist mit seiner feder pflanzt, ist vor der zeit gewalt versichert und beschanzt. wem aber für dem tod durch ihn nicht wird gerathen, der bleibet jederzeit, sampt allen seinen thaten verdeckt mit hoher nacht. Opitz 3, 306. 2@dd)
das part. prät. geraten
in adjectiver verwendung. es geht aus von der fügung mir wird geraten, ist geraten,
mir wird geholfen, ich werde gefördert (
oben unter a),
welcher ausgang sich noch bei Göthe
zeigt: ich ... war klug genug, als das metall bald durchgefeilt war, vor die thüre zu treten. das war mir gerathen: denn auf einmal sprang der goldene reif mit gewalt vom finger und meine figur schosz mit .. heftigkeit in die höhe. 23, 103; finden wir der sache gerathen, manches einzelne was sich bisher gesammelt hier gleichfalls darzulegen. 60, 33;
aber im neueren sprachbewusztsein hat sich diese beziehung verdunkelt und es wird vielmehr an raten
unten 4,
c gedacht: am kürzesten und gerathensten halten wir jedoch, dasz jeder, der eine kleine bibliothek deutscher art und kunst sich angeschafft hat, auch diesem Athenor einen platz gönne. Göthe 33, 221; die kaiser fanden es gerathen, mit den bischöfen zu regieren. Ranke
werke 1, 18; der zweite gegenkönig .. hielt es für gerathen, verzicht zu leisten. 22; drum mögen sich die fürsten selbst vergleichen, ich acht es für gerathner, wir gehorchen. Schiller
braut von Mess. v. 1787. 2@ee) raten
im sprichwort (
vergl.rat 3,
b),
über etwas hinwegkommen: bair. raten in etwas, darein raten,
abhilfe suchen. Schm. 2, 167
Fromm. (15.
jahrh.); der lügen ist gut rathen, die man gar leichte dekkt: wenn man mit schelmischen thaten sich nur nicht hat beklekt.
Reineke fuchs (
Rostock 1652) 367. 33) raten,
nach rat 4,
anweisen, belehren, rat geben: ahd. râtan,
consiliari, suadere Graff 2, 457;
mhd. nhd. suadere, raten, rauten, roten Dief. 558
b; raten,
consulere, suggerere i. suadere. raten volkummelich,
persuadere, i. perfecte suadere. voc. inc. theut. r 2
a; radten, ein radt geben,
consiliare, consultare, consulere. Maaler 322
a. 3@aa)
nach rat 4,
a in schärferer bedeutung, anweisen, heiszen, befehlen: dô giengens wirtes gestedô man in sitzen riet.
Nib. 38, 1; eʒ was ein fromer helt, hieʒ Schabe, der riet den Semegallen daʒ sie den vogeten allen ennêmen keiner hande gût.
livl. reimchron. 5247;
nur selten ins ältere nhd. übergegangen: darumb versage ich nicht alleine solchen wankelherzen (
das abendmahl) beider gestalt, sondern rate und weise sie davon, das sie gotte nicht versuchen und höher denn vor erzürnen. Luther 6, 18
b. 3@bb)
gewöhnlich aber nach rat 4,
b, einen vorschlag über etwas zu thuendes machen; in manigfachen fügungen (
vergl. dazu auch verraten). 3@b@aα)
ohne object: mancher wil klüglich raten, und man höret jn doch nicht gern.
Sir. 37, 23; sie haben weislich geraten und geweissaget. 44, 3; ich aber habe so und so geraten.
2 Sam. 17, 15; er kan über die masze wol rahten,
consilio valet. Stieler 1515;
mit angabe des zweckes und zieles: jre lippen raten zu unglück.
spr. Sal. 24, 2; sie sind nicht eure freunde! glaubet nimmermehr, dasz sie euch wohlgesinnt zum besten rathen! Schiller
braut von Mess. v. 339; meinet ihr so, versetzte der könig, und denkt ihr, es wäre wirklich zum besten gerathen, dasz nicht ein gröszeres übel draus entstünde, so will ich es thun. Göthe 40, 83; ein jglicher ratgeber, wil raten, aber etliche raten auf jren eigen nutz.
Sir. 37, 8; zu etwas raten,
etwas zu vollbringen: sowie ich auch zu einigen nadowessischen liedern rathe. Göthe
an Schiller 341; die zum friede raten, machen freude.
spr. Sal. 12, 20; zum rechten raten,
das recht zu suchen: wenn fischer werden advocaten, und ohne recht zum rechten rathen. Caspar Kirchner
bei Opitz (1624) 182; auf einen
oder etwas raten
zu gunsten einer person oder sache rat ertheilen: der bobest Celestinus .. gab daʒ ambaht uf und riet uf den cardinal, daʒ man in bobest mahte.
d. städtechron. 8, 66, 20; bei hof ist der am besten dran, der auf verschwendung rathen kan! Logau 3, 257, 226; die thiere wollten einen könig wählen ... ein schlauer affe rieht auf den elephanten. Haller 198. 3@b@bβ)
mit persönlichem dativ, einem raten: mancher ist wol geschickt, andern zu raten, und ist jm selber nichts nütze.
Sir. 37, 22; denk, ich rathe dir als ein vater. Schiller
räuber 3, 2; rathet mir gut, aber rathet mir nicht ab, sagte die braut. Simrock
sprichw. 440; o wie rhet dir der alt so spötlich! H. Sachs
fastn. sp. 1, 107, 255; Polydamas, du rathest uns nicht nach meinem herzen, der du ermahnest zur stadt zu kehren. Stolberg 12, 216; sich selbst raten (
verschieden oben 2,
b): rath zu geben, das ist das dümmste handwerk das einer treiben kann. rathe sich jeder selbst und thue was er nicht lassen kann. Göthe 17, 24; niemand ist klug genug, sich selbst zu rathen. Simrock
sprichw. 439; wir können andern rathen, aber uns selbst nicht. 440; wer sich selbst nicht weisz zu rathen, schau was andre vor ihm thaten.
ebenda. einem wozu raten: ich kann ihm als meinem freunde nicht zu dieser verbindung raten; wie könnte ich ihm zu etwas gefährlichem rathen? Chr. E. v. Kleist (1765) 284; würden sie mir wol zu dem tausche rathen? Schiller
kabale und liebe 4, 7; wenn sie mir dazu rathen.
an Göthe 340. 3@b@gγ)
mit sächlichem genitiv: ich wil aber aines râten, daʒ dû des morgens des allerêrsten die käuschen magt alsô swanger anrüefst mit irem kindel. Megenberg 455, 30;
statt dessen der acc., etwas raten: darumb haben auch weder Christus noch die aposteln keuscheit gebieten wollen, und doch dieselben gerathen. Luther 1, 170
b; was die gerechten raten, das ist gewis ding, aber was die gottlosen raten, das treuget.
spr. Sal. 12, 5; die so böses raten, betriegen. 20; Hagne riet die reise: idoch gerouw eʒ in sît.
Nib. 1451, 4; merket was ich rathen thu. Spee
trutzn. 75, 60
Balke; (
er) sagte öffentlich aus, er bringe mir briefe, die ihr zusammen ausgedacht und geschrieben, er habe das beste gerathen. Göthe 40, 152; wir machen uns frühe des morgens auf den weg: so scheinet es mir das beste gerathen. 38; wecke mit uns noch andere, welchen es ziemet heilsamen rath zu rathen, der heimkehr oder des kampfes!
Ilias 10, 147; einem etwas raten: darvon ist gut beispiel zu nemmen, wenn eine fraw jrem manne etwas rahtet, zu bedenken, ob der raht bösz oder gut sei.
buch der liebe 292
c; ich rechne darauf, dasz sie ihr mädchen mitbringen, und rathe es ihnen recht sehr. Lessing 12, 471; ehe man mehreres von dem verfasser gesehen hätte, dasz man wüszte, ob er noch andere moyens und talent in andern versarten hat, wüszte ich nicht was ihm zu rathen wäre. Göthe
an Schiller 334; was man dir ret, dem folgstw nit. H. Sachs
fastn. sp. 6, 18, 137; aber es riet den genossen Eurylochos rath des verderbens.
Odyss. 12, 339. 3@b@dδ)
mit infinitiv und zu: ich rate dir hier zu bleiben; er riet ihm, die entwickelung der sache mit ruhe abzuwarten; von dieser art ist die fünfte (
scene) des letzten akts, in welcher ich meinem freunde einige allzu kühn croquirte pinselstriche zu lindern .. wohl rathen möchte. Lessing 7, 91; ich würde ihm rathen, meine schwägerin so lange hieher ziehen zu lassen. Schiller
an Göthe 279;
ohne zu: dirre lobete und riet so vaste geistlich leben, das der künig von Lamparten und des küniges bruoder ... müniche wurdent.
d. städtechron. 9, 538, 12. 3@b@eε)
mit nachsatze: Alexander .. spricht, er rât, daʒ man die wunden ain jâr offen lâʒ. Megenberg 126, 34; aber das rate ich, das du zu dir versamlest ganz Israel.
2 Sam. 17, 11; und es begab sich, da sie einzoch ward jr geraten, das sie fordern solt einen acker von jrem vater.
richter 1, 14; wie ratet jr, das wir diesem volk ein antwort geben?
1 kön. 12, 6; was ratet jr, das wir antworten diesem volk? 9; ich rate dir, das du gold von mir keufest.
offenb. Joh. 3, 18; es war aber Caiphas, der den Jüden riet, es were gut, das ein mensch würde umbbracht für das volk.
Joh. 18, 14; eur rath gefelt mir nicht: ihr rahtet alle, wie wir in das land kommen sollen, aber keiner rahtet, wie wir wieder herausz kommen sollen. Zinkgref
apophth. 1, 388; allein, der prophet Gad sahe, dasz es der Moabiter könig mit David nicht redlich und aufrichtig meine, darumb riehte er ihme, er solle wieder ins jüdische land kommen. Schuppius 228; im rieten sîne mâge, er wurbe umbe ein wîp.
Gudr. 169, 1; die bie im wâren an der stunt, die rieten im, daʒ er gesunt kegen der Mytowe rite und sînes heres aldâ bite.
livl. reimchron. 7474; die brûdere rieten im zû hant, er solde bûwen in daʒ lant. 9905; ich rhat, jüngling, greif zu der ehe! H. Sachs
fastn. sp. 1, 107, 253; ei rat, wie helf wir ir denn ab? 6, 23, 272; ich rat das wirs gelt dailen pald. 104, 283;
in umstellung: an den Rhein, an den Rhein, zieh nicht an den Rhein, mein sohn, ich rate dir gut. Simrock. 3@b@zζ) raten
mit unpersönlichem, aber als belebt gedachtem subject: die verhältnisse rieten ihm, sich zurückzuziehen; die klugheit räths, die noth gebeuts. Schiller
Piccol. 2, 7;
mit allgemeinem es
und angabe der wirkung: es rät sich gut, es rät sich schlecht; verständigen ist gut raten; wann ein rath nicht kennt den fürsten, und der fürste nicht den rath, räth sichs übel, folgt sichs übel, und der rath hat keine that. Logau 2, 52, 90; vom sichern port läszt sichs gemächlich rathen. Schiller
Tell 1, 1. 3@b@hη) raten
formelhaft verbunden mit helfen (
verschieden von oben 2,
b): wo nicht zu raten ist, da ist nicht zu helfen. Luther 1, 376
a; wem nicht zu rathen, dem stehet auch nicht zu helfen. Pistorius
thes. par. 5, 37; wem nicht zu rahten ist, dem ist auch nicht zu helfen, ..
et contra: wer sich rahten läszt, der läszt sich auch helfen. Stieler 1515; denn wer sich nicht rathen lassen will, dem ist auch nicht zu helfen. Möser
patr. phant. 3, 46 (
vergl. zu diesen beispielen nachher 4,
a); so ich jm mit eeren helfen oder rhaten künd, ich mich nimmer saumen wolt.
Galmy (1540) 7
b. 3@b@thθ)
der infinitiv als substantiv: recht raten gefellet den königen.
spr. Sal. 16, 13; hab ich dirs nicht manchfeltiglich furgeschrieben, mit raten und leren? 22, 20; die weisen können nicht feilen mit raten.
Jer. 18, 18; rathen ist leichter denn helfen. rathen ist oft besser denn fechten. Simrock
sprichw. 439; rathen ist nicht zwingen. rathen und überreden stehen nicht gut bei einander. rathen ist wie scheiben schieszen. im rathen sieh mehr auf den schwanz als auf den schnabel. 440. 44)
dieses raten (3)
in bedeutendem oder verstärktem sinne. 4@aa)
in der verbindung sich raten lassen,
in der zugleich das willige annehmen des geratenen liegt: lasz dir raten,
wie '
folge meinem rat'
; suadibilis, einer der jm laszt raten in gehorsamkait Dief. 558
b; höret doch zu meiner rede, und laszt euch raten.
Hiob 21, 2; wer weise ist, der höret zu und bessert sich, und wer verstendig ist, der leszt jm raten.
spr. Sal. 1, 5; wer sich nicht läszt rathen, sitzt am tisch und verschläft den braten. Simrock
sprichw. 439. 4@bb) raten,
warnend und drohend, in erwartung der befolgung: ich radt dir, stand ab von deinem schmähen, ich sag dir tröuw mir nit,
bona verba quaeso. Maaler 322
a; doch will ich rathen, ziele gut, dasz du den apfel treffest auf den ersten schusz. Schiller
Tell 3, 3;
in der nachdrücklichen fügung ich will geraten haben: aber eben darum möchte ich selbst nicht gerathen haben, dieses mein trauerspiel auf der bühne zu wagen.
hist.-krit. ausg. 2, 6 (
vorrede zu den räubern, in späterer fassung will ich selbst miszrathen haben); ich will denn doch gerathen haben, vetter, den degen nicht zu frühe wegzulegen.
Piccol. 3, 4; ich biete meine treu nicht feil, graf Terzky, und wollt euch nicht gerathen haben, mir vor einem halben jahr noch abzudingen, wozu ich jetzt freiwillig mich erbiete. 4, 4; wuszte er, was ich werden würde? das wollt ich ihm nicht rathen, sonst möcht ich ihn dafür strafen, dasz er mich doch gemacht hat!
räuber 1, 1. 4@cc)
auch in andern fällen liegt in raten
der beisinn des klugen und einzig richtigen ratgebens: obs zu raten were, das man die biblia verdeutscht. Luther 6, 316
a; einem gut zum raten sein,
den richtigen rat ertheilen, vergl. dazu einem gut zum rat sein,
oben sp. 163; wenn ich dir zum raten gut bin, so bleibst du hier; zeuch immer mit mir, freund! wenn ich dir rathen kann. Hagedorn 1, 26;
und hier knüpft im neueren sprachbewusztsein die adjective verwendung des part. geraten
an, die dennoch einen andern ausgang hat, vergl. oben 2,
d. 55) raten,
anknüpfend an rat 5,
aber in eigenartiger bedeutungsentwicklung, erwägen, überlegen, in bezug auf etwas verborgenes, was durch nachdenken zu finden ist; ahd. râtan
in diesem sinne war vorhanden nach râtiri,
conjectorem Graff 2, 467;
mhd. ieslîcher dô besunder riet (
wer ein ritter wäre).
Wigalois 218, 39;
conjicere, raden Dief. 142
c;
divinare, raten, ratden, rauten 188
b;
es heiszt nach einem
oder etwas, auf einen
oder etwas raten; sie rieten nach dem verfasser, rieten hin und her, aber keiner erriet ihn; richtig raten, falsch raten; du rätst auf deine schwester, aber du rätst falsch; wolan, ich weis nicht sonderlich, wo sie es her haben, aber nahe hinzu wil ich wol raten. Luther 8, 116
a; die alten haben die sach diefer angesehen und vil näher hinzuo gerathen. Frank
weltb. 38
a; ja dise eyerstürmerlein machen auch, wie Plinius schreibt, häuser ausz der kränch eyern: da rathen zu, wie grosz die vögel oder die leut sind.
Garg. 197
a; und ich frage den klügsten unter allen, und wann er sich bei einem comite palatino hätte creiren lassen, was hätte er wohl in dergleichen casu verordnen wollen? ... nun, wir wollen sie rathen lassen. Chr. Weise
erzn. 119
Braune; rathe, was ich in der hand habe?
divina, quid teneo manu? Steinbach 2, 219; herr Seyler ist höchst unzufrieden mit Wien; und ich habe gleich darauf gerathen, dasz die schlechte aufnahme der madam Hensel daselbst an dieser unzufriedenheit wohl vornehmlich schuld haben könnte. Lessing 12, 354; zum henker! ihr rathet nah zu meinen projecten. ich dachte bei mir selbst, wie, wenn du ein pietist würdest? Schiller
räuber 1, 2; sie behaupten, dasz ihr schlüssel in fremden händen gewesen — können sie vermuthen, in welchen? 'nein!' rathen sie auch auf niemand?
hist.-krit. ausg. 4, 209 (
geisterseher, 1.
buch); dreimal dürfen sie rathen, aber nicht öfter. Göthe 19, 233; er konnte nur über die eigentliche ursache dieses schrecklichen wechsels rathen. Arnim
Hollins liebeleben 76
Minor; nun rhat, und lasz mich nit verlangen, wer hat die gröst hofzucht begangen, und welches under disem par lobs oder scheltens wirdig war.
Grobian. O 2
b (
v. 3548);
im wechsel mit der folgenden bedeutung: errieth er die person, die ihm den schlüssel schickte? geschwinde — oder rieth er nicht? er rieth wohl gar nicht? rieth auf eine falsche? Schiller
don Carlos 2, 7;
reflexiv mit angabe der wirkung: die meisten deuteten es (
das gespenst) auf des burgherrn sarg, viel riethen auf den sohn und erben, ja mancher sah sie beide sterben. man rieth sich endlich ungesund. Lichtwer
fabeln 4, 7;
auch transitiv: rätsel raten,
als gesellschaftsspiel: wir wollen rätsel raten, und wer eins nicht errät, gibt ein pfand;
der infinitiv als substantiv: es kostet rathens,
hic conjectore opus est. Serz 122
b. 66) raten,
transitiv oder mit abhängigem satze, die vorige bedeutung (5)
abschlieszend, durch nachdenken, erwägen ergründen; das war ahd. arrâtan (
conicere, arrâtan, arrâthan Steinmeyer-Sievers 1, 274, 23
nach 1 Mos. 41, 15),
aber schon ags. auch rædan: ræd, hwât ic mæne!
rätsel 62, 9
bei Grein 2, 397;
wie mhd. râten
neben errâten:
ariolari, raden, raten Dief. 48
a; obe ich rehte râten künne waʒ diu minne sî, sô sprechet denne jâ. Walther 69, 8;
nhd. ein rätsel raten, einen namen raten; rat: was übergint das wasser und trinkt nit?
Haupts zeitschrift 5, 29; radt ritter (
gemeint ist wol räter,
vergl. unten unter rater): zehen vögel guot. der erst under den hat kain muot
u. s. w. 30; so lassen sie uns nur ihren namen wissen! rief Wilhelm .. wenigstens nur den vornamen. 'wenn sie ihn rathen, meinetwegen.' Göthe 19, 233; mit besonderer überlegung hat ihn (
den ball) der denkende künstler dargestellt, als wäre er aus streifen zusammengesetzt. die naht aber siehst du nicht, du muszt sie rathen. 39, 35; sieh, Karl, wenn du verirrest, such ich allemal die tugend unter hunderten zu rathen, die ich des fehlers zeihen kann. Schiller
don Carlos 2, 15; ich kan nicht rahten, was du im sinn hast,
quaecumque mente volvis, olfacere nequeo. Stieler 1515; etwas von einer sache rahten,
hariolari aliquid de aliqua re. ebenda; sprichwörtlich einem zu raten aufgeben,
von einem oder etwas gesagt, das an das nachdenken aufgaben stellt: diese worte geben mir zu raten auf;
aber auch von einem, der einem andern im denken überlegen ist: lieber bruder, der heilige geist giebt allen weisheit, die ihn darum bitten, und ich habe schneider gekannt, die Mosheimen zu rathen aufgegeben hätten.
der junge Göthe 2, 226. 77) raten,
in bezug auf künftiges, vorher schlieszen, vorher erkennen, weiszagen (
vergl. ahd. prophetiza, errât, errâth Steinmeyer-Sievers 1, 718, 39):
divinare futura, raden Dief. 188
b; radten, waarsagen,
divinare. Maaler 322
a; der radtet und vorhin weiszt,
divinans. ebenda; so kom, so wil ich dir raten, was dis volk deinem volk thun wird zur letzten zeit.
4 Mos. 24, 14; wofern des menschen geist was künftig rathen kan: .. so musz der wüterich durch treu-verknüpfte hand, eh als noch iemand denkt, dem schwerdt zur beute fallen. A. Gryphius (1698) 1, 9. 88) raten (
nach rat 7)
beschlieszen, sich entschlieszen, einen beschlusz fassen: sie rieten algemeine sân daʒ man bevele in sîn hant Prûʒen unde Nieflant.
livl. reimchron. 8568; eʒ was ein gerâten rât, den sie volvûrten mit der tât. 5605; sprich ja zu meinen thaten, hilf selbst das beste raten. P. Gerhard 60, 34;
namentlich auch (
vergl.rat 7,
c)
in feindlichem oder bösem sinne beschlieszen, planen, einen anschlag machen: di glôsen sprechen, daʒ Hêrôdes und Hêrôdiâna haten diz alleʒ vore gerâten (
die ermordung Johannis).
d. myst. 1, 190, 10; indem sie manche dück und list, mich gänzlich hin zu richten, in jhrem raht zu aller frist erforschen, rahten, dichten. Weckherlin 140;
als plan oder anschlag kund geben, sehen lassen, verraten: ir losung rathen päse stügk, das fäldgeschray verdrügk, verdrügk. Schwarzenberg 152
d. 99) raten,
nach rat 10,
aber mit bezug auf die bedeutungen des verbums 3
und 7,
im schosze und als mitglied einer gesamtheit oder behörde rat pflegen oder beschlusz fassen (
vgl.beraten 3): ich gieng (
sprach der knabe) mit mînem vatter ûʒ, und kam hin in daʒ râthûs; dâ sach ich mangen wîsen man hiute in grôʒem râte stâ
n. zuozim sîn muoter sprach zehant: waʒ meinet, daʒ si hiute hânt sô lang gerâten? Boner
edelst. 97, 23; einen rât râten,
in solcher weise beschlusz fassen: ich wil dir sagen, waʒ der rât ist, den man hiut gerâten hât. 34;
nhd. in verschiedener fügung: der kinder Isaschar die verstendig waren, und rieten was zu jeder zeit Israel thun solt, zwei hundert heubtleut.
1 chron. 13, 22; in die gemeind einhin radten, wenn ein yetlicher sein meinung an einer offentlichen gemeind sagt,
in medium consulere. Maaler 322
a; man radt dem gemeinen nutz,
consulitur in medium. ebenda; last uns (
die versamlung der teufel) jetzund sämptlich rathen, wie man antworten wölle. Ayrer
proc. 1, 7; wo landsknecht sieden und braten, und pfaffen zu weltlichen dingen rathen, und weiber führen das regiment, da nimbt es selten ein gut end. Schuppius 12; das ding verdrosz den magistrat im nächsten städtchen sehr, drum rieth der längst auf klugen rath bedächtlich hin und her, und rieth und rieth, — doch weisz man wohl! — die herren riethen sich halb toll. Bürger 24
b; wahrlich, im rath besiegst du, o greis, die männer Achaias; wenn doch, o vater Zeus und Pallas Athen und Apollon, so mitrathende zehn mir wären im volk der Achaier!
Ilias 2, 372; einfalt heiszt das himmelsmädchen, das mit göttern räth und denket. Arndt
ged. 120;
in einer reimenden zusammenstellung raten und taten: wer nicht will mitraten, soll auch nicht mittaten; mitthaten, mitrathen. Simrock
sprichw. 556; hierumb so wolt nun fortan alle meine reden, (
mein) rahten und thaten zu dem aller volkommenesten deyten (
deuten).
Garg. 25
a;
vergl. mhd.: dô rieten die alten, und tâten die jungen. Walther 85, 30;
aber hier wird raten
seinem reimwort zu liebe als schwaches denominativ zu rat
gefaszt und man hört das prät. ratete,
part. geratet: sie rateten und tateten mit; wir haben mitgeratet und mitgetatet.