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Meinen

ahd. bis spez. · 25 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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34 in 25 Wb.
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8 von 16
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Meinen v., intrs, trs, ntr

Bd. 3, Sp. 254b
Meinen, v. I) intrs. 1) Dafür halten, urtheilen, daß etwas wahr sei, mit dem Nebenbegriffe, daß man sich der Ungewißheit seines Urtheiles bewußt sei. Vergl. denken, glauben, wähnen, vermuthen. »Da sie ihn sahen auf dem Meere wandeln, meineten sie, es wäre ein Gespenst.« Marc. 6, 49. Ih mache meine Verse flink, Was meint ihr wenn ich feilte? Ungen. Ih meine nur so, ich urtheile nur so obenhin, so wie es mir scheint, ich behaupte es nicht  Besonders, nach wahrscheinlichen Gründen urtheilen. Was meinen Sie dazu? Nun, wenn Sie meinen, wenn Sie es für gut, rathsam, thulich  halten. »Was meinest Du, hab ich Recht?« Gellert. It es so gut? Ih meine es. Х Das will ich meinen, das meine ich allerdings. 2) Mit seinen Worten einen gewissen Sinn verbinden, doch so, daß er nicht jedem und immer offen da liegt. Was meinen Sie damit? was wollen Sie damit sagen, wie verstehen Sie das? Jetzt weiß ich wie er es meint, oder was er meint. So war es nicht gemeint, so habe ich es nicht verstanden, das habe ich damit nicht sagen wollen. Wie ist das gemeint? Das meinen Sie? So frägt man auch einen, dessen Rede man sowol dem Sinne, als auch den Worten nach nicht verstanden hat, was meinen Sie? oder, wie meinen Sie? Damit hängt die Bedeutung zusammen, mit seinen Worten auf jemand zielen, den Sinn seiner Rede auf ihn beziehen. Wen meinen Sie damit? auf wen bezieht sich der Sinn Irer Rede, an wen denken Sie dabei? Den einen schelten und den andern meinen, den einen zum Schein schelten und dabei doch den andern in Sinn haben und dies auch nur versteckt zu verstehen geben. Du bist damit gemeint. »Wer ist meine Braut? — Ja, ich weiß nicht, welche Sie meinen?« Gellert. 3) Eine gewisse Gesinnung gegen jemand hegen, in Verbindung mit dem Wörtchen es. Es aufrichtig, treu, redlich, falsch meinen. Ih meine es gut mit Dir. »Wir werden stets finden, daß Gott es besser mit den Menschen meinet, als es der Mensch mit sich meinen kann.« Gellert. I diesem Sinne wird auch häufig das Mittelwort der gegenwärtigen Zeit gebraucht, gut meinend, wohl meinend, übel meinend. Ein wohl meinender Freund, Rath. Uneigentlich sagt man im gemeinen Leben auch von unbelebten Dingen, daß sie es wohl oder gut meinen, wenn von ihnen eine angenehme wohlthuende Empfindung in hohem Grade herrühret. Der Ofen meint es wohl, wenn er heiß ist und gut wärmt. Die Sonne meint es gut, sie scheint sehr warm. Die Sonne meint es gut, sie brennt fast gar zu sehr. Gellert. Ehemahls verband man es in dieser Bedeutung, für gesinnt sein, auch mit dem vierten Falle. Das Volk das du regierest, Das dich mit Treuen meinet, Opiz; d. h. das treu gegen dich gesinnt ist. Und in engerer Bedeutung gebrauchte man es ehemahls als trs. für wohlwollende Gesinnungen gegen jemand hegen und zeigen, ihn lieben; in welcher Bedeutung minnen damit verwandt und wahrscheinlich das Veröfterungs= und Verstärkungswort davon ist. »Deidamie Achillen einvalteklich meinte.« Konr. v. Würzb. Trojan. Krieg. Und du mich meinst, wie dich mein Herze liebt. Opiz. 4) Willens sein, wollen, doch nur im O. D. und in den Kanzeleien, wo man gemeinet sein in diesem Sinne gebraucht, auf ähnliche Art wie gewillet sein. Und ist gemeint, mich grausam umzubringen. Opiz. II) * * ntr. mit haben. 1) Bedeuten. Was eure Reise meine, — d. Nibelungen L. V. 7756. Mich wundert was das meine. Boners Fabeln 53. 2) Sich erinnern, welche Bedeutung Ad. für eine der ersten hält, in welcher es das Zustandwort von dem Worte mahnen sein könne. — D. Meinen. D. — ung. S. d.
3515 Zeichen · 69 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    meinensw. v.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    meinen sw. v. , mhd. nhd. meinen; as. mênian, mnd. mê i nen, mnl. menen; afries. mēna; ae. mǽnan. — Graff II,785 ff. mei…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    meinenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    meinen stn. die bedeutung. er hieʒ unsen lieben herren biden daʒ er in wolde erscheinen dit wunderliche meinen, die bede…

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    meinensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    meinen , sw. V. Vw.: s. mēnen

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Meinen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Meinen , verb. reg. welches seiner eigentlichen Bedeutung nach längst veraltet ist, und nur noch einige figürliche hinte…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    meinen

    Goethe-Wörterbuch

    meinen öfter auch -ey- 1 sich intentional auf etw/jdn richten a beabsichtigen, tun/haben wollen b theoret/ästhet anstreb…

  6. modern
    Dialekt
    meinen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    meine n [mainə O. Wörth ; mainə und mánə Str. ; mèinə M. ; mǽnə Meis. Barr Molsh. K. Z. Han. Betschd. ; mánə Bühl Wingen…

  7. Sprichwörter
    Meinen

    Wander (Sprichwörter)

    Meinen 1. Am Meinen und Glauben bindet man kein Pferd fest. – Eiselein, 458; Simrock, 6940; Körte, 4196; Graf, 374, 489;…

  8. Spezial
    meinen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    mei|nen vb.tr. 1 (der Meinung sein) miné (mina), araté (-ta) 2 (glauben) crëie (crëi, cherdü) 3 (denken) ponsé (pënsa) 4…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit meinen

30 Bildungen · 4 Erstglied · 23 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von meinen 2 Komponenten

mei+nen

meinen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

meinen‑ als Erstglied (4 von 4)

Meinen (die)

Wander

meinen·die

Meinen (die) Lass du mich bei den Meinen finden, so darfst mir Händ' und Füsse binden. It. : Legami mani e piedi, ma gittami fra' miei. ( Gi…

meinen II

RhWB

meinen II das Wort ist allg. u. lautl. je nach der Entwicklung von -ei-: mEnə(n), –ai-, –E:-, –ā:-, –ē:-, –e·i.-, ī·(ə.)-, –ē-, –E-, –E- ; …

meinento

AWB

meinento adv. — Graff II,788 s. v. mainjan. mein-: -endo Nk 486,12 [132,10]; -into Npgl 63,2. 1) etw. meinend: latine uuirdet prius ze uier …

meinen als Zweitglied (23 von 23)

gimeinen

KöblerAhd

*gimeinen , sw. V. (1a) Hw.: vgl. as. gimēnian* (2)

gotmeinen?

KöblerMhd

*gotmeinen? , sw. V. nhd. „gottlieben“ Hw.: s. gotmeinen (2), gotmeinende E.: s. got (1), meinen

widermeinen

KöblerMhd

*widermeinen , V. nhd. rückdenken E.: s. wider, meinen W.: nhd. DW-

aufmeinen

DRW

auf·meinen

aufmeinen sich aneignen so sol ... daz capitel ... den zins der vorgenanten zweier güetren vfmeinen 1344 Urkundio I 189 Faksimile

bemeinen

DWB

bem·einen

bemeinen , novis opinionibus rimari, exagitare: von diesem bedeutenden, so oft besprochenen, beschriebenen, bemessenen und bemeinten naturkö…

Bessermeinen

Wander

besser·meinen

Bessermeinen Dat ment ik bäter, sä dat Pêrd, und settle de lutten Leutnant vör de Schöl af. – Plattd. Kalender. Jever.

firmeinen

KöblerAhd

firme·inen

firmeinen , sw. V. (1a) nhd. zeigen, dartun, entweihen, meineidig sein (V.), ableugnen, abstreiten, falsch schwören ne. show (V.), reveal, p…

gemeinen

DWB

gem·einen

gemeinen , zeitwort in sehr verschiedenem sinne, der sich doch auf eine quelle zurückgehend ausweist. 1 1) als zeitwort zu gemein, wieder in…

gimeinen

AWB

gim·einen

gi- meinen sw. v. , mhd. frühnhd. gemeinen ( vgl. DWb. IV,1,2,3249 ); as. gimênian, mnl. gemenen; ae. gemǽnan; got. gamainjan. — Graff II,78…

gotmeinen

MWB

got·meinen

gotmeinen stN. ‘Liebe zu Gott, Gottverlangen’ von der kraft der úbernatúrlichen helffe so wurt der verklerte geluterte geist uz ime [dem M…

gutmeinen

DWB

gut·meinen

gutmeinen , n. , substantivierung aus es gut meinen ( s. gut VII D 1 a) ' wohlwollen, freundliche gesinnung ': ( ich habe ) sie in irem gutm…

vermeinen

DWB

ver·meinen

vermeinen , verb. schlecht machen. verbalbildung zum substantiv und adjectiv mein ( s. 6, 1911), zu einem verbrecherischen, falschen machen:…

voremeinen

KöblerMhd

vorem·einen

voremeinen , sw. V. nhd. vorher meinen? Q.: Eckh (1. Drittel 14. Jh.) E.: s. vore (1), meinen (1) W.: nhd. DW- L.: LexerHW 3, 459 (vor meine…

wohlmeinen

DWB

wohl·meinen

wohlmeinen , vb. , s. o. wohl I A 6 c und teil 6, sp. 1926 ff. s. v. meinen. —

zuobimeinen

AWB

zuo·bimeinen

zuo-bi- meinen sw. v. zuo-pi-mein-: 1. sg. prt. -ta Gl 2,652,51; zua-bi-: part. prt. dat. sg. f. -tun 2,79,33 ( vgl. Beitr. 73,199). 1) zuwe…

zuogimeinen

KöblerAhd

zuo·gimeinen

zuogimeinen , sw. V. (1a) nhd. zuschreiben, zuweisen ne. assign ÜG.: lat. assignare Gl Hw.: s. zuobimeinen* I.: Lüt. lat. assignare? E.: s. …

ūzgemeinen

KöblerMhd

ūzgemeinen , sw. V. nhd. aus der Gemeinschaft ausschließen Q.: EckhI (vor 1326) (FB ūzgemeinen) I.: Lbd. lat. excommunicare E.: s. ūz, gemei…

Ableitungen von meinen (3 von 3)

bemeinen

DWB

bemeinen , novis opinionibus rimari, exagitare: von diesem bedeutenden, so oft besprochenen, beschriebenen, bemessenen und bemeinten naturkö…

gemeinen

DWB

gemeinen , zeitwort in sehr verschiedenem sinne, der sich doch auf eine quelle zurückgehend ausweist. 1 1) als zeitwort zu gemein, wieder in…

vermeinen

DWB

vermeinen , verb. schlecht machen. verbalbildung zum substantiv und adjectiv mein ( s. 6, 1911), zu einem verbrecherischen, falschen machen:…