lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

glück

nhd. bis spez. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
15 in 13 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
86
Verweise raus
95

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glück n.

Bd. 8, Sp. 226
glück, n. herkunft. das wort tritt erst spät auf: mhd. gelücke n., selten lück n., mnl. ghelucke, geluc n., lucke, luc n., mnd. gelucke, lucke n., daraus entlehnt afries. luck n., mittelengl. lukke, luk (15. jh.), engl. luck, spätanord. lukke, lykka f. (14. jh.), ädän. lykkæ, lukkæ f.,n. lykke f., mittelschwed. lykka, löcka f., schwed. lycka f. obwohl für das nl. frühe belege fehlen, scheint man ein altndfrk. *galukki voraussetzen zu können. nichts zu tun hat mit glück entgegen vielfachen versuchen (zuletzt Trübners dt. wb. 3, 1939) die ahd. glosse viridante giluchemo ahd. glossen 2, 444, 60 St.-S.die herkunft des wortes ist unsicher. von allen ableitungen ist keine überzeugend; am ehesten sprechen noch die unten bei b und f vorgetragenen an. alle ableitungen lassen jedoch das späte und beschränkte auftreten des wortes unerklärt. es stehen sich in der hauptsache gegenüber aa) die seit dem 17. jh. (z. b. Henisch 1654, Stieler 674) vielfach vertretene ableitung von gelingen (z. b. Walter in: zs. f. vergl. sprachforsch. 12, 383 anm. 2, Paul in Paul-Braunes beitr. 7, 133 anm., woordenboek d. ndl. taal 4, 1290, E. Schröder im anz. f. dtsch. altert. 23, 157 f., Franck-van Wijck2 184, Murray 6, 486, erwägend Walde-Pokorny 2, 426); so lockend sie sich darbietet, ist sie doch besonders im hinblick auf die nordwestl. herkunft des wortes abzulehnen; denn gelingen ist gerade dem ndfrk. fremd (im mnl. nur im osten unter deutschem einflusz). die als parallele genannten ruck (angeblich zu ringen), druck (angeblich zu dringen) gehören in andere zusammenhänge, s. Walde-Pokorny 1, 731; 735; 759; 2, 361; 1, 273; das von Murray genannte schluck zu schlingen (ganz jung < slinden) ist unhaltbar, ebensowenig halten die andern in Paul-Braunes beitr. 7, 133 anm. angeführten parallelen stich. bb) zusammenhang mit der idg. wurzel leug- 'biegen', aus der sich über die bedeutung 'zubiegen, zuziehen' die germ. sippe 'schlieszen, öffnen' entwickelt hat: got. galūkan 'schlieszen, einschlieszen', uslūkan 'aufschlieszen', ahd. lūhhan 'schlieszen', antlūhhan 'aufschlieszen', as. bilūkan 'verschlieszen', antlūkan 'erschlieszen, öffnen', mnl. lūken 'schlieszen, decken, aufschlieszen, sich schlieszen', ags. lūcan 'schlieszen, beenden, öffnen', anord. lūka 'schlieszen, aufschlieszen, beendigen'; dazu mit ablaut got. usluks 'öffnung', ahd. loh, loch 'verschlusz, höhle, öffnung', ags. loc 'verschlusz, riegel, gefängnis', anord. lok 'schlusz, deckel, ende', loka 'türschlosz', ahd. lucka, mhd. lucke, lücke 'lücke, loch'; daneben germ. *lukjan, anord. lykja, schwed. lykja, n. lukke 'schlieszen, verschlieszen'; die bedeutung 'biegen, krümmen' liegt zugrunde ahd. loc, as. afries. lok, ags. loce, anord. lokkr 'locke' und anord. lykkja 'biegung, krümmung, schlinge eines taus', lykna 'die knie beugen, sich krümmen' (weiteres s. Walde-Pokorny 2, 413 f., Falk-Torp 681 unter løkke). die von Heyne (dtsch. wb.2 1, 1209) angesetzte bedeutung 'flechten, knüpfen, verknüpfen' (glück dann 'schicksalsknüpfung und gewebe des schicksals seitens der göttlichen mächte') gibt es im germ. nicht. glück hätte sich nach Falk-Torp 669, Torp nynorsk etym. wb. 394 und Walde-Pokorny 2, 414 aus dem verbalbegriff 'sich zusammenbiegen, zusammenneigen' = 'sich gut treffen' entwickelt, was auf die grundbedeutung 'glücklicher zufall' führen würde; doch ist diese günstige bedeutung erst abgeleitet, vgl. unten I. die ursprünglich neutrale bedeutung von glück würde sich in einklang bringen lassen mit 'art, wie sich etwas biegt, d. h. ausläuft' (Hellquist etym. ordb. 431) oder noch besser 'art, wie sich etwas schlieszt, endigt' (vgl. die übertragene bedeutung von ags. lūcan, anord. lūka). für die bedeutungsentwicklung wäre zu vergleichen altbulg. pri-ključiti sę 'sich ereignen' zu ključiti 'schlieszen', ključь 'schlüssel', vgl. H. Petersen ark. f. nord. filol. 24 (1908) 300. [] cc) ableitung von derselben wurzel leug- 'biegen', aber mit ganz anderem ausgangspunkt vertritt H. Güntert in: wörter u. sachen 11, 135; grundlage wäre *lukian 'krummes gebilde, glücksamulett', wozu als bedeutungsparallelen lett. kūtas 'schicksal, ereignis', lit. nekliūtas 'unheil, schlechtigkeit' zu kliúti 'anhaken, hängen bleiben', ir. cló 'nagel', russ. kl'uká 'krücke, krummstab' u. ä. sowie aisl. kapp 'glück' zu lit. kabti 'hangen' ohne überzeugungskraft verglichen werden. dd) gleichfalls von derselben wurzel, aber mit besonderer anknüpfung an griech. λύγος 'weidenrute, biegsame gerte', λύγινος 'geflochten' leitet O. Heinertz (etymol. studien z. ahd. [1927] 27) glück her und setzt als grundbedeutung an 'umzäunte ackerstücke, die zu bestimmten zeiten durch das los verteilt wurden', dann 'los, günstiges los', während die konkrete grundbedeutung in altnorweg. lyk(k)ja, schwed. lycka 'kleines eingezäuntes grundstück', norweg. lykkja 'umzäuntes ackerstück, kleiner hof mit garten und acker', n. lykke 'eingezäuntes feld' erhalten ist. aber wann und wo wurden umzäunte ackerstücke verlost? ee) zusammenhang mit der sippe 'locken', ahd. lockōn, lucchen, mhd. locken, lücken (lucken), mnl. locken (mnd. nur locke f. 'lockung'), ags. loccian, anord. lokka, als deren grundbedeutung 'sich (durch worte, gebärden) freundlich gegen jem. erweisen (um ihn zu gewinnen)' anzusetzen ist, vgl. lit. lūgoti, lett. lùgt 'bitten, flehen' (-kk- lautsymbolische dehnung, s. Endzelin in: zs. f. vergl. sprachforsch. 52, 115; Wissmann nomina postverbalia 1, 176). als grundbedeutung von glück ergäbe sich dann 'günstiges geschick', was mit der doppelseitigkeit der frühen belege schwer in einklang zu bringen ist. ff) van Wijk in: tijdschr. v. nederl. taal- en letterk. 35 (1916) 39 ff. (so auch v. Haeringen suppl. zu Franck-v. Wijk [1936] 55) stellt glück zu einer idg. wurzel leug (als [i]ja-bildung zu einer partizipialform idg. *luqnó), die in slav. lučiti 'treffen, erlangen' vorliegt, vgl. altbulg. lučiti sę 'τυγχάνειν, contingere', prilučiti sę 'λαγχάνειν, τυγχάνειν, γίγνεσθαι', sъ-lučajь, pri-lučajь 'zufall, gelegenheit', po-lučajь 'los', russ. u-lučьe, kleinruss. po-łuka 'erfolg, gelingen', bulg. s-po-luka dass.; altbulg. po-lučiti, serb. po-lučiti, russ. po-lučit 'bekommen'; dazu Berneker slav. etymol. wb. 1, 742; die wurzel ist wahrscheinlich identisch mit *leug 'leuchten, glänzen, sehen' (vgl. licht). doch spricht gegen diese etymologie, dasz es die angenommene assimilation von n an vorhergehenden verschluszlaut nicht gibt, s. Trautmann germ. lautgesetze 1906, 63 ff., Wissmann nomina postverbalia 1, 160 ff.; man könnte diesem einwand entgehen, wenn man glück als *galukja- auf eine neben leuq stehende wurzelvariante leug, die vielleicht durchs keltische bezeugt wird (s. Walde-Pokorny 2, 410), zurückführt oder als *galukkja- mit lautsymbolischer dehnung bei gleichzeitiger verschärfung erklärt. verbreitung und auftreten. ins deutsche dringt glück vom Rhein aus: um 1160 (sol is gelucke walden Straszb. Alexander 6292 Kinzel als selbständiger zusatz gegenüber der quelle) bereits in Rheinfranken bzw. der rhein. lit.-sprache heimisch, wird es mit der von nordwesten kommenden welle höfisch-ritterlicher kultur weitergetragen; besonders wirkt Heinrich v. Veldeke fördernd; bei Hartmann noch selten, wird es bei Gottfried v. Straszburg und besonders bei Wolfram häufiger. so tritt es in konkurrenz zu den beiden hauptvertretern des begriffsfeldes sælde (westgerm. bildung zu urgerm. sēl-) und heil (gemeingerm.); sælde, das mit der höfisch-ritterlichen weltanschauung eine enge verbindung eingeht, herrscht während der blütezeit stark vor, wird dann aber mit dem niedergang der höfischen kultur immer mehr zurückgedrängt, vgl. Regina Strümpell gebrauch und bedeutung von sælde, sælic und verwandten bei mhd. dichtern (1917) und Th. Scharmann studien über die sœlde in d. ritterl. dichtung d. 12. u. 13. jh. (1934). wenn sælde auch noch im 15. und 16. jh. belegt ist (s. teil 10, 1, sp. 501f.), so wird es doch schon im 15. jh. in hss. und drucken gern durch glück ersetzt (z. b. Stricker Daniel [] 3374, 3993 R.; Hugo v. Trimberg renner 13644 E., vgl. P. Warlies d. Frankf. druck d. renner 69a). während sich heil fast unangetastet hält (s. teil 4, 2, sp. 817f.), erfährt das jüngere sælekeit starke inhaltliche einschränkung (s. teil 10, 1, sp. 528 ff.). von den in spezieller bedeutung synonymen mhd. worten linge, gelinc, gelinge, aventiurgelinge, wolgelinge, gevelle, aventiure, fortûne, spuot (besonders nrhein., vgl. das nl.), framspuot, framspuoticheit kann sich schriftsprachlich auf die dauer in verwandter bedeutung nur gelingen und das gelehrt immer wieder aufgefrischte meist personifizierte fortuna behaupten, während anderseits fall, zufall, glücksfall, geschick, schicksal, los, zeitweise auch schanze, segen raum gewinnen und z. t. ältere bedeutungen von glück übernehmen; jünger ist für teilbedeutungen die konkurrenz von erfolg (seit dem 17. jh.), stern, wohlfahrt, wohlstand und von vulgärworten wie schwein, sau, dusel, torkel. das späte auftreten von gelücke läszt sich nicht mit sicherheit erklären. die besonders von Heyne vertretene auffassung (dtsch. wb2 1, 1209), es habe 'sich zu einem heidnisch-religiösen begriff entfaltet gehabt, schicksalsknüpfung und gewebe des geschicks seitens der göttlichen mächte bezeichnend' und sei 'darum von den christlichen missionaren zurückgedrängt und im gebrauche erst wieder hervorgetreten, als der heidnische sinn des wortes gänzlich verschwunden war', ist angesichts der christlichen umfärbung verwandter heidnischer begriffe (vgl. besonders as. metod und wurd für 'schicksal, tod') nicht erweisbar und findet im etymologischen wie im religionsgeschichtlichen keine ausreichende stütze. auch eine anknüpfung an den begriff der hamingja oder der fylgia über die allgemeine bedeutungsberührung hinaus (Jac. Grimm dt. mythologie3 2, 828f.; Rocholz dt. glaube u. brauch [1869] 1, 92 ff.; P. Herrmann nord. mythologie [1903] 80) ist kaum statthaft (vgl. de Vries altgerm. religionsgesch. 2, 349; Ninck Wotan u. d. germ. schicksalsglaube [1931] 202; W. Gehl d. germ. schicksalsglaube [1939] 64 ff., 121 ff.). glück hatte wohl eher von anfang an örtlich beschränkte geltung; wenn es ein ursprünglich ndfrk. wort war, ist angesichts des geringfügigen materials die späte bezeugung nicht so sehr verwunderlich; von interesse ist zum vergleich, dasz belege für den begriff 'glück' in der älteren nord. dichtung bis auf Einarr skálaglamm wie in allen eddaliedern, die anspruch auf ein höheres alter machen können, gänzlich fehlen (Gehl schicksalsglaube 78). den mundarten ist glück heute wohl überall, wenn auch nicht mit gleicher stärke, geläufig. doch kennzeichnet es sich in den obd. mundarten als entlehnung, da es überall umlaut hat, auch dort, wo sonst vor ck der umlaut unterblieben ist, vgl. v. Bahder grundlagen d. nhd. lautsystems (1890) 202 ff., Strümpell a. a. o. 17 (mit lit.), Fischer schwäb. wb. 3, 712, Wiget Toggenburg 40. dasz es sich aber auch im obd. um ziemlich frühe aufnahme handelt, davon zeugt der vielfache wandel des vokals in übereinstimmung mit altem ü, weniger die entrundung, wobei lautsubstitution nahe läge (z. b. Claus Uri 52, Brun Obersaxen 118, Hotzenköcherle Mutten 119, Jutz alem. maa. 217 [im norden]), als die entwicklung zu ö (z. b. Tobler Appenzell 225, Vetsch Appenzell 148, 158, Enderlin Thurgau 172). allerdings konkurrieren mit glück im hochalem. und südl. schwäb. noch heute, zum mindesten in der bedeutung 'äuszeres glück, glücksfall', stark mhd. gevelle (vgl. schweiz. g'fell Staub-Tobler 1, 745 f., daneben auch fortune 1, 1043), im elsäss. die teilsynonyma schick und massel (Martin-Lienhart 2, 404 u. 1, 717). die nichterwähnung in einigen älteren md. wbb. (z. b. Kehrein Nassau, Vilmar-Pfister hess., Crecelius oberhess. [dagegen Hofmann niederhess. 108 glegə], Hertel Thüring.) darf schwerlich als fehlen in der mundart gedeutet werden, wenn auch für ein teilgebiet des begriffes in einigen landstrichen dusel volksläufiger ist (z. b. Hertel Thüring. 87, Gerbet Vogtland 216 u. 356); der herkunft von nordwesten entsprechend scheint glück allerdings in den westlichen mundarten früher heimisch geworden zu sein und daher bodenständigere formen aufzuweisen (z. b. Rovenhagen Aachen 42, 45 jelöcke, jlöck Leihener Cronenberg 46 gløke, Hoenig Köln 66 glöck, [] am Niederrhein (Krefeld) jlöck, Christa Trier 5 glögk, Follmann lothring. 208 glick, glek, luxemburg. wb. 148 glek, Kisch vergleichend. wb. d. Nösner u. moselfränk. ma. 93 gläck, gleck); doch weist auch im osten etwa die sprachinsel Schönwald in Oberschlesien mit ihrer altertümlichen form g'ẹlek'ẹ (Gusinde 69) auf frühe verwurzelung des wortes. im nd. findet sich entsprechend dem mnd. nebeneinander von gelucke, lucke teilweise noch die durch abwurf des präfixes entstandene form lukk, lükk, lükke, z. b. Berghaus Sassen 2, 434 u. 449, brem. wb. 3, 96, Schambach Gött.-Grubenh. 127; doch ist die form glück(e) stark im vorrücken (s. Schambach a. a. o.) oder hat sich bereits als einzige durchgesetzt, s. z. b. Woeste westfäl. 81, Berghaus 1, 580, Bauer-Collitz Waldeck 40, Mensing 2, 401 (ohne g nur noch das verbum lücken 2, 403 u. 3, 545), Frederking Hahlen 12, Böger Schwalenberg 151, Dähnert pomm.-rüg. 154, Frischbier preusz. 1, 238, Fischer Samland 53; wie im hochalem. g'fell, so tritt im nd. für die bedeutung 'glücksfall, blindes glück' z. t. slump in konkurrenz mit glück, vgl. Mensing 4, 572, Mi Mecklenburg.-Vorpomm. 81, Richey Hamburg 265, Damköhler Nordharz 169, Danneil Altmark 196. form. glück ist auf deutschem boden stets starkes neutrum; die scheinbar schwache form in nd. taum glücken (z. b. Reuter stromtid 2, 158, 237, 274 Seelmann) ist urspr. wohl der subst. inf. gelücken, wenn sie heute auch auf das subst. bezogen wird, vgl. Mensing 2, 402. — ein plural ist dem mhd. im gegensatz zu andern abstrakten und insbesondere zu dem synonym sælde, aber in übereinstimmung mit heil fremd, während er im mnl. gelegentlich begegnet: want in sinen ghelucken een man sinen vrient niet kinnen can rose 4775 bei Kausler denkm. 2, 162. in der sprache der gegenwart ist glück plurallos; als ersatz tritt z. t. der plural glücksfälle ein. doch begegnet seit dem 17. jh., auf mehr oder weniger konkrete einzelfälle von glück bezogen, ein plural auf -e bzw. ohne endung: für ein glück wirstu haben drei Zinkgref auserles. ged. 48 ndr.; ach leider! musz ich nun erfahren, dasz sich zwey glücke selten paaren Triller poet. betracht. (1750) 6, 553; sechs glück ebda 2, 223; man denke hiebei nur an glücke wie der Rasumowski, Orlow, Potemkin ... usw. E. M. Arndt s. w. 1, 155 R.-M., vgl. ztschr. f. dtsch. wortforsch. 6, 217; beliebt bei Rilke: kindheiten von eltern und voreltern, ängste von sterbestunden, kleine glücke tagebücher 1899-1902 (1931) 388; zufälle sind die menschen, stimmen, stücke, alltage, ängste, viele kleine glücke stundenbuch (51912) 57; erlenzweige, die vom pulsschlag der tragenden hand zusammenschwingen mit menschlichen glücken K. Friedrich-Kossat hymn. jahr (1937) 8. für die mundarten wird in der regel kein plural angegeben, gelegentlich sein fehlen ausdrücklich betont (z. b. Baumgartner Berner Seeland 143); ganz vereinzelt begegnet ein plural auf -er, s. Fischer schwäb. wb. 3, 710 (anders dagegen bei unglück, s. Staub-Tobler schweiz. id. 2, 622 und teil 11, 3, 992). kein plural liegt vor in der wendung tausend glück, wo tausend allein verstärkende kraft hat: dasz ich dir in gedanken tausend glück zu deiner veränderung gewünscht Lessing 18, 220 M., vgl. tusendglück Staub-Tobler 2, 623. das e des präfixes, das bereits mhd. häufig schwindet, wird besonders aus rhythmischen gründen im 16. und 17. jh. noch häufig bewahrt; bei Luther überwiegt die synkopierte form, s. Dietz 2, 139 f.; gelück s. z. b. Ringwaldt christl. warnung (1588) k 3b; Spreng Äneis (1610) 6a; Ilias 68b; 89b; Rachel satyr. ged. 32 ndr.; gelücke Chr. Günther 1, 8 lit. ver.; J. v. Besser schr. (1732) 1, 22; weitere belege s. Paul-Braunes beitr. 31, 315; für Maaler ist 1561 bereits glück die gültige normalform (nur ein beleg mit verweis unter gelück 166a); Stieler (1691) kennt nur noch synkopierte [] formen. wie bei glied (o. sp. 5) ist in den obd. mundarten die synkope so früh eingetreten, dasz gl- als stammhaft empfunden wurde und die schärfung des anlauts daher unterblieb, s. Enderlin Kesswil 117, Vetsch Appenzell 158, Henzen Freiburg 155 anm. 1, Wiget Toggenburg 113, Stucki Jaun 174, Jutz alem. mundarten 219; andererseits haben auszengebiete wie das lusernische und das cimbrische den präfixvokal festgehalten: galücke Schmeller cimbr. 144, gelükh Bacher Lusern 256. infolge der häufigen bzw. durchgehenden synkope des präfixvokales verlor das auslautende e die stütze, die es an der mit ge- abgeleiteten ja-gruppe hatte; es unterlag daher dem gleichen geschick wie das der einfachen ja-stämme, d. h. es wurde nicht nur obd., sondern auch md. weitgehend apokopiert. bereits bei Luther überwiegen die apokopierten formen, vgl. Dietz 2, 139 f., v. Bahder idg. forsch. 4, 363; auf obd. boden kennen Maaler (1561) 186b, c und Henisch (1616) 1654f. nur glück. dagegen hält sich auf md. und nordd. boden die zweisilbige form neben der apokopierten; für Bellin hochd. rechtschr. (1657) 124 ist glücke noch die normalform, für Gueintz dt. rechtschr. (1666) 75 dagegen glück. besonders bleibt hier glücke neben häufigerem glück in der dichtung lebendig und wirkt mit der dichtersprache des 17. jh. auch auf das obd. zurück, so dasz seitdem die zweisilbige form zu den freiheiten der poetischen sprache gehört; sie hat sich auch in der nordd. vulgärsprache erhalten (Paul dt. gramm. 2, 21; 1, 236), während Adelung wb. 2, 724 und Campe 2, 407 nur die einsilbige form anerkennen. belege für glücke bei Opitz und Fleming s. idg. forsch. 4, 363; Logau sinnged. 386 lit. ver.; Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel kirchenl. 3, 316; Lohenstein Arminius (1689) 1, 429; Chr. Weise erznarren 20 ndr.; ollapatrida 36, 15 Wiener ndr.; Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 3, 309; Gottsched ged. (1751) 4 (bei ihm glücke fast ebenso häufig wie glück); nach Paul-Braunes beitr. 31, 323 vermeidet A. v. Haller die apokope, während (s. 320) Lessing die zweisilbige form nur ganz vereinzelt braucht; glücke ferner bei E. v. Kleist (1760) 1, 44; Schubart ged. 308 Hauff; vgl. 309; ein künftig glücke Göthe I 4, 199 W.; vgl. I 16, 191; dazu Fischer Goethewb. 302; ein beszres glücke Hölderlin 1, 37 Litzmann; das glücke (nom.) Tieck Genovefa (1820) 46. der stammsilbenvokal wird obd. im allgemeinen mit ü wiedergegeben, s. Bahder grundlagen d. nhd. lautsystems 202 ff. (doch z. b. gluckes Seb. Brant narrenschiff 39 Z.); im md. wird besonders bis zur mitte des 16. jh. der umlaut sehr häufig nicht bezeichnet, vgl. z. b. gluck Luther 19, 136; 299; 381; 556 W.; glucke ders. 9, 518 W. formen mit mundartlicher entrundung finden sich besonders auf österreichischem boden und bei volkstümlicher haltung bis ins 18. jh.: glickh J. A. frhr. v. Brandis landeshauptleute v. Tirol 14; von dem missginstigen glik Abr. a s. Clara neue predigten 103, 20 lit. ver. ganz vereinzelt auftretende schreibungen mit einfachem k (z. b. glük Göthe IV 4, 142; 143 W.; glüke Grob dicht. versuchgabe [1678] 39; 58; 68; 93) sind rein orthographisch zu verstehen. die form glückt geht auf mhd. gelückede zurück, s. unten glückde. bedeutung und gebrauch. II. glück ist ursprünglich 'schicksal, geschick, ausgang einer sache'. I@AA. verlauf, ausgang eines geschehens oder einer angelegenheit, sei er nun günstig oder ungünstig; das ergehen, bzw. erleben einer person, dann abstrakter das geschick, das los eines menschen oder spezieller das eintreten eines unerwarteten ereignisses, geradezu der zufall (besonders ein ungünstiger). vgl. sors gluck, luck, geluck, gelucke Diefenbach gl. 543c. I@A@11) ohne kennzeichnendes epitheton: wirt mîn gelücke alsô guot sô mîn herze und der muot, ich weiz wol, sô verdiene ich daz daz ir mich erkennet baz Hartmann von Aue Iwein 5517 L. [] gelücke, daz dâ heizet sors gesamtabenteuer 1, 473; von gelücke (zufällig) daz geschach daz der künec zuo im sprach Laubacher Barlaam 6201 Perdisch; vnd leget dorein das kint vnd leget es in dem veslin auff das gestatt des flosz. sein schwester stuont von verr vnd merckt daz gelúcke (eventum) des dings erste dt. bibel 3, 223 Kurrelm.; der were ein al under die claider kommen und het ir zu allem glück (zufällig, unglücklicherweise) die scham antroffen zimmer. chron.2 3, 423 Barack; und geschah also, das der junge marschalck dem alten nicht folgen wolte, darumb sie denn auch solch glück gehabt haben (sie wurden besiegt) Hennenberger preusz. landtaffel (1595) 15. 'dauernd innewohnendes schicksal': ey wie gar arme und unglücksalig ist das gelücke der frawen Arigo decamerone 198 Keller; damit ist nu die art und gluck des evangelii angezeigt, wie es yhm ynn der welt gehe Luther 19, 136 W.; sondern dafür solle man es halten ..., dasz dieses des euangelij altes glück seye, dasz allweg wenig, vnd darzu die nachgültigsten menschen daran glauben Gretter erklärung d. ep. Pauli a. d. Römer (1566) 661; dasjenige, was das schicksal über das glück der menschen vorherbeschlossen hat, ist ... unveränderlich J. Bodmer abhdl. v. d. wunderbaren (1740) 122; wie enggebunden ist des weibes glück Göthe I 10, 4 W. mehr äuszerlich 'vom geschick zugewiesene lebensstellung': vregete si wi si hîzen und wannen si wêren und waz ir glucke were. dâ sageten si iz ime: wir sint erzte Hermann von Fritzlar in: myst. 1, 206 Pf. dann vom eintreten eines unerwarteten ereignisses: glück zufall, aventur, glückfall, fors, fortuna, casus, eventus inexspectatus, μέσον enim est vocabulum Henisch (1616) 1654; glück ist ein zufall in guten oder bösen Gueintz dt. rechtschreib. (1666) 75; glück ist der zusammenflusz vieler erwünschten oder verdrüszlichen umstände, die einen mit ehren und gütern überhäufen oder sie einem auch rauben Gottsched beobacht. (1758) 429; de fatis atque usu studii juris feudalis. vom glück und gebrauch des lehenrechts in Deutschland (buchtitel) E. J. Westphal (1724); auch mit ausgesprochen ungünstigem sinn: (wer etwas unternehmen will, soll sich prüfen, ob er es vermag) do mit im nit eyn gluck zuo fall vnd werd zuo spot den menschen all S. Brant narrensch. 18, 27 Z. I@A@22) je mehr sich glück zu der heutigen bedeutung 'gutes geschick' verengt (s. II), um so nötiger wird es, dem worte in seiner weiterlebenden neutralen bedeutung kennzeichnende epitheta beizufügen: Petrarche Francisci zwei trostbücher, von artznei und rath, beide im guten und widerwertigen glück (1559) (titel); welche sich vnderstehen, andern leuten ihre natiuiteten zustellen, vnd ihnen ihr gutes vnd böses glück vnnd endt zu propheceyen Äg. Albertinus Lucifers königreich 88 L.; beydes das gute und wiederliche glück Butschky Pathmos (1677) 25. daraus die im 16. und 17. jh. beliebte abkürzende wendung beides glück, bei der vielleicht Petrarcas bekanntes werk de remediis utriusque fortunae (schon 1532: von der arznei beides glücks) mitgewirkt hat: ein trewes weib pfleget sich in des mannes beiders glücks fleissig zu schicken Friedrich Wilhelm sprichw.-reg. (1577) o 2b; standhaffter muth; der nicht fällt zu rücke, sondern krieget stets den preisz, dasz er zu begegnen weisz beydem glücke Simon Dach in: Königsberger dichterkreis 204 ndr.; zu prüffen wer ihn liebt und wer ihm hertz und sinn in beydem glücke giebt Opitz opera (1690) 1, 65; beydes glück durch unüberwindlichen muth ertragen ebda, psalmen Davids, vorr. 2; verwandt: bedenk, auf ungetreuen wellen ... schwimmt deiner flotte zweifelnd glück Schiller 11, 231 G. [] verbreiteter sind wendungen einseitig charakterisierender art, besonders böses, widerwertiges glück für 'unglück, miszgeschick', offenbar gefördert durch lat. fortuna adversa: da aber Esopus ... erkennet, das alle rät wider in gemacht wurden, klaget er sein ungevel und böses glück Steinhöwel Esop (1555) 25b; das ein warer fraind inn widerwertigem glügke erkandt würdt J. v. Schwarzenberg t. Cicero (1535) 75; bös glück, böser glaube Friedrich Wilhelm sprichwörter-reg. (1577) s 2b; in ansehung meines grossen vnfalls vnd widerwertigen glücks Amadis 52 lit. ver.; da begab sich ein böses glück, welchs sich nit jedermals so schickt Fischart Eulenspiegel v. 87 Hauffen; alsdann klagte er mit beweglichen worten an sein widersinniges glükk S. v. Birken forts. d. Pegnitzschäferey (1645) 7; trau auff gott im bösen glücke J. Sieber bei Fischer-Tümpel ev. kirchenl. 4, 189; in welchen (kurzen augenblicken) viel verdrusz, vermischt mit schlechtem glücke, und lauter unbestand sich zu erkennen gab Canitz ged. (1727) 3; wir sind es schon gewohnt, unseren helden niemals gröszer zu sehen als im widrigen glücke Wieland Agathon (1766) 2, 257; 's gáhh glück der zufall Schmeller-Fr. 1, 970. I@BB. schicksalsmacht, die günstiges oder ungünstiges schickt, den verlauf einer sache oder das ergehen einer person glücklich oder unglücklich gestaltet, zufall als von auszen einwirkende macht. I@B@11) ohne kennzeichnende epitheta: der hêre ende sîn here fûren dô uber mere dar si gelucke sande Heinrich von Veldeke Eneide 110, 33 E.; besonders seit dem humanismus macht sich hier stark der einflusz von lat. fortuna geltend; dabei ist die grenze zwischen der auffassung als schicksal, das günstiges und ungünstiges schickt, und der als glückspendende macht, die zwar nur günstiges verleiht, aber deren abkehr für den betroffenen unglück bedeutet, nicht immer scharf zu ziehen; die ausgesprochenen personifizierungen als Fortuna 'glücksgöttin', bei denen beide auffassungen eng verquickt sind, sind daher unter II C 2 zusammengefaszt: also macht das gelukch aus einem ratman einen gevangen und aus einem gevangen einen ratman Heinrich v. Mügeln (1369) in: mitt. d. hist. ver. f. Steiermark 46, 16; das gelücke (la fortuna) ir schnell zuo bereyt neüe traurikeit Arigo decamerone 111 Keller; als ... ich also aussgezogen und gebunden in den wald geführt und dem glück übergeben worden, gieng ich ... in grossem zitteren ... lang hin und wider J. Wetzel reise d. söhne Giaffers 170 lit. ver.; dann was kan doch ... ainem menschen auff erden vom glück widerwertigs zuosteen, des sich nit ... (Ulysses) ... genietet hatt Schaidenreiszer Odyssea (1537) 3; das glück kan kein mittel, es ist eitel glück oder unglück sprichw. sch. w. klugreden (1548) 160b (sprichw. Henrici Bebelij); wenn das glück wütet, verzage nicht J. B. Schupp schr. (1663) 552; so bisz du auch getrost, mein hertz, und ubersteh des glückes schertz M. Opitz bei Fischer-Tümpel dt. ev. kirchenlied 1, 237; das glück will mir verschlissen was andern offen steht Simon Dach in: Königsb. dichterkreis 18 ndr.; ich musz mich geben drein ... disz weisz ich mehr als wol, und gleichwol führ ich klagen, als ob ich mich der not des glückes könt entschlagen P. Fleming 177 Lappenberg; das glücke (unglück) greift mich allenthalben und zwar mit allen pfeilen an J. Chr. Günther 2, 44 lit. ver.; aus argwohn vor dem glücke ders., ged. (1739) 2, 32; leute, welche glück und auferziehung an die niedrigste stelle gesetzt hat Lessing 4, 183 M.; [] denn beide, hatte gleich das elend ihre blüthe halb abgestreift, verriethen durch gestalt und sinnesart, wo nicht ein königlich geblüte, doch sichrer einen werth, dem selbst die allgewalt des glücks nichts rauben kann vom reinen vollgehalt der innern angebornen güte Wieland (1796) 23, 90; wohl mir, dasz mir ward vergönnt, den zu sehen, dem zu danken, der mir meine letzten tage, mir mein sterbebett verschönt, mit dem glücke mich versöhnt Grillparzer s. w. 4, 35 Sauer; das glück schien endlich wieder gut machen zu wollen, was es bisher an ihm gesündigt Justi Winckelmann (1866) 1, 443. besonders hält sich diese bedeutung in der festen formel wenn das glück gut ist 'wenn das schicksal gewogen ist, wenn die umstände günstig sind, wenn keine hindernisse eintreten', meist als blosze einschränkungsformel aus höflichkeit: sie sehen ... heute abend, wenns glück gut ist, einen erfreulichen abschlusz Göthe I 25, 232 W. I@B@22) die schicksalsmacht wird gern durch entsprechende epitheta als ungünstig gekennzeichnet; doch ist das negative epitheton an sich nicht immer beweis, dasz dem subst. die neutrale vorstellung zugrunde liegt, da auch die göttin des günstigen glücks als zurückhaltend, nicht jedem bzw. nicht immer ihre freundschaft und ihre gaben gewährend gedacht wird, vgl. z. b. mit welchen gaben sich die natur viel freygebiger gegen ihr erzeigt hatte, dann das missgünstige glück mit den seinigen Grimmelshausen 2, 336 Keller. entsprechende wendungen, die meist stark personifizierenden charakter haben, s. unter II C 2; hier also nur beispiele, wo dem subst. eindeutig die allgemeine bedeutung 'schicksal' zugrunde liegt: wie das nicht sein schulde, sunder des bösen gelückes gewesen seye Arigo decamerone 587 Keller; du hessigs glück, magst noch dein tück zu hinderen mich nit lassen. wie ich mich duck, vor dir verschmuck, noch irstu mich in allen strassen bergreihen 116 ndr.; als mich das schnöde glück von ihrer hand gerissen, hat es zugleiche mich gerissen auch von mir M. Opitz teutsche poemata (1624) 28; was mir ... wie obgemeldet, unterthänig zu verrichten, von meinem wiederwertigen glük vor dismal nicht gegönnet werden wollen G. Neumark neuspross. t. palmb. (1668) 258; ein unerbittlich glück verfolgt uns bis hierher Joh. E. Schlegel w. (1761) 1, 15; allen zufällen des widrigen glücks ... ausgesezt Wieland Agathon (1766) 1, 4. I@CC. an A schlieszt sich an die bedeutung 'vorzeichen, vorbedeutung für den günstigen oder ungünstigen verlauf einer sache'; da sie nur in glossaren und übersetzungen begegnet, ist sie wohl gelehrten ursprungs (im gegensatz zu der verbindung von 'glück' und 'vorbedeutung, vorzeichen' in gemeingerm. heil, vgl. Gehl germ. schicksalsglaube 48). bezeugt ist sie nur vom 13. bis zum 16. jh.: auspicium gelucke (14. jh.) Diefenbach 63a; omen geluke (Kaadner vocab., anf. d. 15. jh.) Prager dtsche stud. 8, 452; geluck omen vel augurium, vogelgesanck vocabul. v. 1482 k 7b; omen gelucke, geluckh, gluck (15. und 16. jh.) Diefenbach gl. 395c; augurium glück der vögel, glück ausz der vögel flug und geschrei Nicl. Heiden Valerius Maximus (1565) 10; Lucius Tarquinius könig wolte die drei geschwader der reisigen, welche Romulus durch glück der vögel verschriben hat, mehren ebda 11; vgl. bonis aevibus (lies avibus) mit gutem glück oder wind Spanutius (1720) 510. IIII. bereits im mhd. überwiegt für gelücke die einengung der bedeutung nach der günstigen seite; es bezeichnet eindeutig den günstigen verlauf oder ausgang eines geschehens, das günstige geschick, woraus sich weitere bedeutungen entwickeln. die daneben weiterlebende neutrale bedeutung schwingt aber oft noch mit. vgl. dazu die hiervon rührende beliebte verbindung gutes glück, in der nicht [] erst gut dem subst. günstige bedeutung gibt. zur bedeutungsentwicklung ist zu vergleichen lat. successus, ursprünglich 'der verlauf', aber schon im klassischen latein gern 'der gute verlauf, der glückliche erfolg'; franz. succès 'erfolg'; ähnlich fortuna 'zufälligkeit', dann 'glück, glücksgut'; zweifellos hat die bildung unglück an dem erstarken der günstigen bedeutung von glück entscheidenden anteil, vgl. Kr. Sandfeld sprogvidenskaben (21923) 99. II@AA. günstiger verlauf oder ausgang eines unternehmens, eines zweckbestimmten geschehens, gelingen, erfolg, und zwar zumeist als ergebnis oder im verfolg einer mehr oder weniger zielstrebigen handlung oder wirksamkeit. II@A@11) allgemein: dô ez also was komen ... daz Erecke sô wol gelanc daz er Idêrs betwanc ... sîns gelückes wâren dô vil herzenlîche vrô arme unde rîche Hartmann von Aue Erek 1294 Haupt; nu liez in Tristan sâ zestunt die tôten hant des risen sehen und seite im, alse ez was geschehen, sîn gelücke und sîne linge an allem disem dinge Gottfried von Straszburg Tristan 16 190 Ranke; das gut geluck hat mich selig gemacht prosper eventus felicem me fecit modus latinitatis (1498) 10a; (der übergang über den tief verschneiten Thüringer wald) ging als wol zu gutem glucke usz, das vnszer keiner krangk noch sich wart K. Stolle thür.-erfurt. chron. 126 lit. ver.; und sein herr sahe, das der herr mit im war, denn alles was er thet, da gab der herr glück zu durch in 1. Mose 39, 3; ach gebe mir gott das glück, dass ich ihn auff sein pferdt brächte buch d. liebe (1587) 90a; bey arger list ist nit allzeit gut glück Petri d. Teutschen weiszh. (1604) 2, k 8a; arbeit ohn glück hilfft nichts ebda 2, j 2b; in der reichsstadt nun, dem stillen sitze der musen ... hoffte Faust bessres glück Klinger w. (1809) 3, 12; ungeachtet seines glücks bei hofe Göthe I 45, 68 W.; das glück, das gelingen verbindet: das unglück zersetzt und zerstreut Ranke (1867) 1, 121. II@A@22) in festen verbindungen (vgl. auch unter 3). II@A@2@aa) sehr beliebt sind paarungen und sonstige substantivische verbindungen mit verwandten begriffen: da gebe gott, das sie keyn glück noch gelingen haben müssen Luther 18, 361 W.; es ist nicht alles recht vnd gott gefällig, was glück vnd fortgang hat Lehman flor. polit. 1 (1662) 371; ich habe glück und gedeihen bei meiner administration Göthe an Knebel 1, 44 Guhrauer. hier nimmt wohl auch die verbindung glück und heil ihren ausgang; doch ist sie früh besonders unter dem einflusz von wünschen und segensformeln zu der bedeutung 'inbegriff aller günstigen umstände' erweitert worden, so dasz die beziehung auf den günstigen ausgang einer bestimmten sache nur noch da ersichtlich ist, wo ein ausdrücklicher hinweis vorliegt: darzuo wöl dir gott glück, heyl vnd wolfarn verleyhen Hutten 1, 449 Böcking; so mögend wir mit glück vnd heil einander dapffer bystand thuon schweiz. schauspiele d. 16. jh. 3, 22 Bächtold; wann künfftig vns mit glück vnd heyl die reich statt Troja wirdt zu theil J. Spreng Ilias (1610) 4a; wolan das ist das ander stück, gott geb uns darzu heyl und glück L. Sandrub hist. u. poet. kurzweil 31 ndr.; ähnliches gilt von der verbindung glück und stern, weder glück noch stern, wobei der erste begriff wohl das gelingen, der zweite das an die konstellation gebundene günstige schicksal meinte; auch sie erweitert sich zu 'inbegriff aller glücklichen umstände' (vgl. u. II D, bes. 1); hierher darum nur vereinzelte fälle: dabey ist weder glück noch stern W. Spangenberg bei Dähnhardt griech. dramen 2, 28; Josua ... hat ... in seinem krieg nichts als glück und stern erfahren Abr. a s. Clara etwas für alle 2 (1711) 520; lauter [] römische käyser haben weder glück noch stern gehabt, alle elendiglich umbs leben, umb cron und thron kommen ders., auf auf ihr christen 54 Wiener ndr.; messet und rechnet. ohne das ist kein stern, kein glück! Gottsched anmuth. gelehrsamkeit (1751) 4, 453; lern mägdlein lern, so hast du glück und stern Mittler dt. volkslieder (1865) 585. — gelegentlich hierher auch glück und segen: glück vnd segen (ist) darbey (beim krieg) gewesen Reutter v. Speir kriegsordnung (1594) a 3a. II@A@2@bb) verbale verbindungen: glück gelingt s. teil 4, 1, 2, sp. 3034. am geläufigsten ist glück haben, das aber starke übergänge zu anderen bedeutungen von glück aufweist, vgl. besonders II A 3, II B 3 b, D 2; mhd. noch verhältnismäszig selten: ich hân von iuwern sculdenscaden vil genomen: der wirt mir nu vergolten,ob ich gelücke hân Nibelungenlied 249, 2 Bartsch; swer gelücke hiute hât ... der vert morgen swache Laubacher Barlaam 5543 Perdisch; sie meinen wol, glück wider ihn zu haben Luther tischreden 1, 456 W.; es hetten auch die von Bamberg nit so vil glúcks, das inen die statt Nurmberg sunst zwei oder dreitausend gulden gelihen hette chron. d. stadt Bamberg 2, 65 Chroust; manicher hat vil erfahren, waiszt auch vil vnd hat dannocht kain glück Mayr sprüchw. (1567) d 7a; ich habe seit kurzem enormes glück mit kaufen und schenken gehabt A. v. Droste- Hülshoff br. (1893) 77; dasz andre leute kein glück haben, finden wir sehr leicht natürlich M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 1, 63; i, wenn mir herr Krieger erst a so kommt, mit holz bezahlen und solchen sachen, da hat er bei mir kee glicke nich G. Hauptmann biberpelz (1893) 55; dasz ich so ein fürchtigs glück ghabt hätt (auf der jagd) Ganghofer almer u. jägerleut4 216. — glück tun 'gelingen geben': ob mir got gelúck tuo, so wil ich nit enberen, gen der statt hin keren Friedrich von Schwaben 4042 Jellinek. glück machen 'günstigen verlauf seiner angelegenheiten finden, erfolg haben' (vgl. teil 6, 1375, 10), seit anfang des 18. jh. wohl nicht ohne einwirkung von franz. faire fortune geläufig; die wendung wird aber früh, besonders in verbindung mit dem possessivum (sein glück machen), auf die mehr materielle bedeutung von glück 'glückliche äuszere lebensumstände, lebensstellung, ansehen' (s. II D 4 f) bezogen. hier also nur beispiele, in denen die betonung des materiellen noch nicht hervortritt (vgl. auch II A 3 d): wir (die kritischen jungen lebemänner) zerreiszen wie tiger alles, was glück macht Göthe I 54, 82 W.; doctor Gall macht in Berlin groszes glück und nimmt viel geld ein ders. IV 17, 277 W.; freund, ich verzweifle, dasz du bei hofe glück machst Zach. Werner söhne d. thals (1803) 2, 313; unterstützt von einer sehr edlen gestalt, ... hätte er in der welt groszes glück machen müssen Gutzkow ritter v. geiste (1850) 2, 263; aber es schien, als sollte er bei den groszwürdenträgern des protestantismus kein glück machen Justi Winckelmann (1866) 1, 182. mit pronomen: es wird aber auch aus solchen (untüchtigen) leuten nachgehends nichts rechts, und tugendhaffte und verständige avanciren und machen ihr glück v. Fleming d. vollk. t. soldat (1726) 124; ich stehe ihnen dafür, dasz er bey uns sein glück nicht machen werde Gerstenberg schlesw. lit.-br. 113 lit.-denkm. auch von sachlichem subjekt, 'erfolg haben, anklang finden' (vgl. II A 3 d): noch weniger glück konnte das ältere papier aus rinde von allerley bäumen ... machen, da es zu dick, steif und zerbrechlich war F. Th. v. Schubert verm. schr. (1823) 3, 257. glück machen aber auch 'erfolg bewirken, verursachen' (vgl. teil 6, 1373), s. u. sp. 239. II@A@2@cc) adverbielle wendungen. mit (gutem, besserm, gleichem) glück 'mit (gutem u. s. w.) erfolg', wobei zumeist [] die vorstellung der fähigkeit, des könnens der handelnden person im hintergrund steht: hab auch sein hauszhaltung biszher mit glück erhalten ohn beschwär W. Spangenberg bei Dähnhardt griech. dramen 1, 71; un wenn ehre selige mama ... ok vel dornah stangelt hadd, sei en beten vörnemer tau maken, hir, bi sinen leiwling, hadd de kammerrat mit glück dat gegenpart hollen Fritz Reuter w. 2, 147 Seelmann; habt ihr mit glück geschäften vorgestanden Grillparzer 8, 225 Sauer; wenn er sein verrähtrisch stük hett verbracht mit gutem glük Reinicke fuchs (1650) 182; die mode kam ietzo und siegt mit besserm glück Zachariä poet. schr. (1763) 1, 97; ein zweiter bote geht und kehrt zurück, doch nicht mit besserm glück Grillparzer 8, 224 Sauer; beide widmeten sich früh den bürgerlichen geschäften; aber nicht mit gleichem glück A. G. Meissner skizzen (1778) 1, 2; 'niemand soll mich bestechen' — ich glaub es, die häszlichen weiber drohen mit gleichem glück ihren verführern mit schmach Göthe I 5, 298 W.; einen gegenpapst, der sich mit vielem glücke behauptete Ranke (1867) 1, 20; Melitta: ich suchte blumen. Sappho: und nicht ohne glück Grillparzer 4, 167 Sauer. da in dem seit dem 17. jh. aufkommenden wort erfolg die vorstellung von dem eigenen verdienst des handelnden stärker in den vordergrund tritt, dienen besonders die negativen wendungen mit schlechtem glück u. s. w. 'mit geringem erfolg, ohne erfolg' der milderen bzw. höflicheren ausdrucksweise, indem die nebenvorstellung des waltens einer willkürlichen schicksalsmacht hervorgerufen wird (vgl. II B und C): er ... begab sich nach Merseburg, wo er advocirte, aber mit so schlechtem glücke, dasz ... Liscow samml. sat. u. ernsth. schr. (1739) vorr. 16; oft kehrt ich noch mit immer schlechterm glücke auf die fatale flur zurück, bis mir zuletzt das günstige geschicke noch einen tag, den ich nicht hoffte, gab Göthe I 5, 61 W.; (gegen etwas) mit wenigem glücke ankämpfen A. v. Humbold ansichten d. natur (1808) 1, 191. zu(m) glück belangen, schlagen, ausschlagen, einschlagen, geraten: es belangt ihnen nicht zum glück Fischart Garg. 36 ndr.; capram caelestem orientem conspexit es schlegt ihm alles zu glücke nomencl. lat.-germ. (1634) 172; die gute that zog unaussprechliches weh auf mein haupt, und ich hoffe, die bösen allein sind zum glück ausgeschlagen Klinger w. (1809) 3, 272; ich wäre dem tode nahe, wenn mir einmal etwas auf der welt zum glücke einschlüge Castelli s. w. (1844) 10, 168; aber ihr war es zum glück geraten Ganghofer almer u. jägerleut4 129. hierher wäre eine reihe von wunschformeln zu stellen; da dabei aber die bedeutung von glück meist erweitert wird, sind die gesamten wunschformeln unter II D 1 zusammengefaszt. II@A@33) in besonderer verwendung. II@A@3@aa) glück bei frauen 'fähigkeit, die neigung von frauen sowie die erlangung ihrer gunst zu gewinnen'; anscheinend erst anfang des 18. jh. aufgekommen, vielleicht im anschlusz an frz. bonne fortune, homme de bonnes fortunes; zunächst noch nicht allgemein gebräuchlich, Adelung und Campe verzeichnen die wendung noch nicht: sein glück bey einem frauenzimmer machen ihre völlige gunst besitzen, die höchste (letzte) gunst von einer genieszen, bekommen, erhalten Rädlein (1711) 396a; Göthe ist die wendung durchaus geläufig: er schien des guten glücks bei frauen gewohnt zu sein I 22, 103 W.; das glück bey frauen, das [] ihnen niemals gefehlt hat, wird sie auch in Holland nicht verlassen I 8, 314 W.; sprach von seinen heldenthaten, seinem glücke bei den weibern Grillparzer 8, 127 Sauer; genug, sie sah ihn — und er machte glück Gaudy s. w. (1844) 2, 13; wie weit es mit seinem sagenhaften glücke bei weibern ging, habe ich nie erfahren können Stifter s. w. 3, 194; nor recht schlecht zeik geschwätzt, des is e hauptsach, wann mer bei de weibsleit glick mache will Niebergall dram. w. 257 Fuchs; er war lebemann, jagdreiter, sah gut aus, hatte glück bei damen und wuszte sich auf dem hofparket geschickt zu benehmen Bismarck ged. u. erinn. (1898) 1, 112. II@A@3@bb) glück im spiel 'erfolg, gewinn im glücksspiel, kartenspiel' u. ä.; daneben ist gerade für das spiel auch die vorstellung einer aktiven, erfolgverleihenden macht lebendig, s. unter II C 1 a; mehr auf letztere bezüglich ist wohl: nicht allein seynd die könige nur erd und staub, sondern seyndt auch gleichsamb wie das glück in spiel Äg. Albertinus hirnschleiffer (1664) 101; dagegen: im anfang hatte ich lauter glück, aber darnach machten sie mich auf tertia major labeth Chr. Weise erznarren 34 ndr.; des spiels ich gar kein glück nit han Erlach volksl. d. Deutschen 1, 55; du gönnst mir doch mein glück? (fast konkret für den im spiel gewonnenen einsatz von 1000 dinaren) Lessing 3, 45 M.; sie spielten kaum eine halbe stunde, so war er schon oft labet geworden, und Hildegard hatte glück Heinse w. 5, 274 Sch.; darum haben auch glücklich liebende kein glück im spiele A. v. Arnim Hollins liebesl. 56 Minor; rabensteine und leichen bedeuten glück im spiele Alexis hosen d. herrn v. Bredow (1846) 1, 152; denn er spielte zwar klug und fein, aber er war ohne glück wie in allem Alverdes pfeiferstube (1929) 79. II@A@3@cc) glück im kampfe, im kriege 'erfolg, sieg'; doch ist gerade in dieser sphäre auch die vorstellung des glücks als einer siegverleihenden macht (s. II C) und als des günstigen zufalles, des unerwartet eintretenden glücklichen ereignisses (s. II B 1) besonders wirksam; mhd. ist dieser gebrauch mehr durch wünsche vor dem kampfe als durch epische wendungen bezeugt: ich weiz wol, friwent, daz dîn vart gein strîtes reise ist ungespart. dâ geb dir got gelücke zuo Wolfram von Eschenbach Parzival 331, 27 L.; Hilde diu schœnewünschen dô began gelückes Herwîgeund allen sînen man, daz in nach ir êrenmüeste wol gelingen Kudrun 727, 1 B.; die Celter ... haben sich vnderstanden das letzte glück zu erfaren (das kriegsglück zu versuchen) Xylander Polybius (1574) 92; da ... nicht gros glück bey den Römern war, denn die Schwaben wehrten sich hefftig Christoph Entzelt altmärk. chron. v. j. 1579, 79 Bohm; ein grosser streyt ... darinn die stett nit guot glück hatten Stumpf Schweizerchron. (1606) 109b; im rücken der armee ..., wo für ihn (einen jungen offizier) wenig glück zu erhoffen war Göthe I 33, 8 W.; empfehlt mich euerm herrn. ich nehme theil an seinem guten glück (seinem sieg), und wenn ihr so viele freude nicht bezeugen seht, mich als diese siegespost verdienen mag, so glaubt, es ist nicht mangel guten willens, denn unser glück (schicksal) ist nunmehr eins Schiller 12, 372 G.; er focht mit glück gegen die Salyer Mommsen m. gesch. (1874) 2, 161. besonders beliebt glück der waffen: und die Griechen wurden geschlagen, bis der erzürnte held (Achill) ... bewogen ward, das glück der waffen wieder herzustellen Ramler einl. in d. sch. wissensch. (1758) 2, 134; auch die stellung, welche der könig ... angenommen, beruhte auf dem glücke seiner waffen in dem bairischen kriege Ranke s. w. (1867) 1, 121; das glück der waffen [] anrufen Bruno Brehm zu früh u. zu spät (1936) 511. mehr dichterisch glück der schlacht(en): das glück der schlachten ist das urtheil gottes Schiller 13, 186 G.; als er von da eine reise durch Libyen machte, kostete er auch das glück der schlachten Stifter s. w. 3, 20; sie (die landsknechte im himmel) lauschen und spähn, ihnen zittern die hände, wie sich das glück der feldschlacht wende B. frhr. v. Münchhausen balladen u. ritt. lieder (1908) 28. mit betonung der wandelbarkeit des glücks, wobei sich glück also der neutralen bedeutung (I A 2) nähert: es waren grosze schlachten vorgefallen, es waren wunder des wechselnden glückes geschehen Stifter s. w. 3, 169; im ersten feldzuge wurde mit sehr abwechselndem glück gestritten Mommsen m. gesch. (1894) 5, 37. II@A@3@dd) in bezeug auf künstlerische und geistige leistungen wird glück sowohl vom künstler bzw. geistigen urheber als vom künstlerischen bzw. geistigen erzeugnis gebraucht im sinne von erfolg, beifall'. II@A@3@d@aα) vom dichter, künstler, gelehrten u. s. w.: um so mehr verdientes glück hatte Goethe mit einer dichtung ... 12 jahre vorher gehabt D. Fr. Strausz ges. schr. (1876) 6, 214; besonders (sein) glück machen 'erfolg haben, beifall finden': solche komponisten werden ... bei verständigen ihr glück machen Göthe I 45, 183 W.; ich hoffe, auch mit meinen übrigen wissenschaftlichen arbeiten glück zu machen ders. IV 9, 261 W.; es kann nicht fehlen, sie werden glück machen und befriedigung an ihrem werke finden Müllenhoff an Scherer, briefw. 31 L.; Campe, der besser das über setzen als das über setzen (von fremdwörtern) versteht, doch in beiden kein glück macht Fr. L. Jahn w. 2, 612 Euler; dem hrn. C. ... der ... als erster tänzer der oper angestellt war, und bei dem publiko auszerordentliches glück machte H. v. Kleist 4, 133 E. Schm.; Anfossi hatte in Rom mit seiner incognita perseguitata ... 1773 auszerordentliches glück gemacht O. Jahn Mozart (1856) 1, 359 anm. 1. besonders in der verbindung mit glück nähert sich glück stark der bedeutung 'fähigkeit, können, geschick, begabung': nachdem Cervantes die ungeheuern ritterbücher durch seinen don Quichote mit vielem glück lächerlich gemacht hatte Lessing 5, 201 M.; Bach hat sich in allen arten des musikalischen styls fast mit gleichem glück gezeigt Schubart ästh. d. tonkunst (1806) 202; Wieland ... hat den Shakespear mit glük übersetzt ders. br. 1, 4 Strausz; er hat (auf der zeichnung einer kolonnade) eine carawane, die eben quer durchzieht, mit vielem glück angebracht Göthe IV 8, 259 W.; er hat bey uns mit vielem glück einige porträte gefertigt IV 31, 166 W.; mit mehr oder weniger fähigkeit und glück II 2, 133 W.; mit glück hat unser sprachgewandte Schlegel dem fremden canal das einheimische wort sund vorgezogen Fr. L. Jahn w. 1, 107 Euler; dieser letzten art der einheit bedient sich der dichter oft mit vorzüglichem glücke W. v. Humboldt Pindar 53 lit.-denkm.; mit geschicklichkeit und glück ders., ges. schr. 4, 19 akad.-ausg.; die alte chinesisch-japanische karte, ... die von Klaproth mit so vieler gelehrsamkeit und glück lehrreich erläutert ist Ritter erdkunde (1822) 2, 192; diese zeitgemäsze wiederbelebung und umgestaltung (der tanzmusik) haben Franz Lachner, J. Raff und Rubinstein mit glück und geschick versucht Böhme gesch. d. tanzes (1886) 263. seltener und nur in älterer sprache in der wendung glück haben zu etwas: zu oden, antwortete ich, habe ich besser glücke als zu anderer art versen P. Fleming 93 L. II@A@3@d@bβ) vom kunstwerk, der geistigen oder artistischen leistung: der lehren kraft und glück beruht nur auf der kunst, sie vorzutragen Eschenburg beispielsamml. z. theorie (1788) 1, 98; da nun ... von der wahl des gegenstandes ... das glück eines kunstwerks abhängt Göthe I 48, 49 W.; auf dem glück der fabel beruht freylich alles ebda IV 12, 83 W.; sie (die singbühne) soll mit anfangs october eröffnet werden. ich meinestheils verspreche ihr nicht viel glück Mozart bei O. Jahn Mozart (1856) 4, 150; das glück des ausdruckes (stilistische gewandtheit) O. Ludwig ges. schr. 5, 499 E. Schm. [] besonders in der wendung (sein) glück machen meist mit der betonten bedeutung 'publikumserfolg haben'. von literarischen werken: ein lustspiel wider den selbstmord konnte in Paris kein groszes glück machen Lessing 9, 252 M.; weil wir nicht wissen können, ob diese lyrischen versarten ihr glück unter uns machen werden: so sind hier noch einige exempel von strophen Ramler einl. in d. sch. wissensch. (1758) 1, 182; die fabeln des La-Fontaine haben ihr glück sehr gut gemacht ebda 1, 292; wie konnte ein stück von der art ein so ungewöhnliches glück machen? Gerstenberg rezensionen 55 lit.-denkm.; ... ihnen zu sagen, dasz ihre sachen hier kein groszes glück gemacht haben Göthe IV 5, 136 W.; besonders die bereitung des kaffees (parodie Röllers auf die 'glocke'), scherzhaft dem glockengusz Schillers folgend, machte in damaliger zeit groszes glück Laube ges. schr. (1875) 1, 37; das alte lateinische stück (die brüder des Terenz) ... machte beim publicum glück Hebbel br. 4, 388 Werner. von musikalischen u. ä. werken: im osnabrückischen machen auf dem lande die englischen countrytäntze ihr glück und die menuette werden vergessen Lichtenberg aphorismen 2, 21 lit.-denkm.; unsere operetten haben das glück, das sie auf der bühne gemacht, blosz den veredelten gefühlen und ausdrücken der natur zu danken Lenz ges. schr. 2, 324 Tieck; auch diese sonate ... des hr. M. wird wegen ihrer gefälligen manier bei den liebhabern der kunst ihr glück machen mus. realzeitung 1788 bei O. Jahn Mozart 4, 30 anm.; er schrieb den Soliman von Migliavacca, der auszerordentliches glück machte ebda 1, 226. von geistigem, gelehrtem, politischer meinung u. dgl.: solcherley ... vorurtheile pflegen eben kein glük zu machen Klopstock gelehrtenrepubl. (1774) 15; in universitätskreisen macht das buch groszes glück Müllenhoff an Scherer, briefw. 33 L.; (ich) bin endlich mit meiner ansicht (in der judensache) durchgedrungen und werde dann ja sehen, wie viel glück sie in der kammer macht Dahlmann an J. Grimm, briefw. 1, 40 Ippel; daneben auch glück machen 'erfolg bewirken': allein der vortrag macht des redners glück Göthe I 14, 34 W.; in unsern tagen macht politik des autors glück Blumauer ged. (1782) 72; im Hamlet macht das geistig überlegene des charakters hauptsächlich sein und des stückes glück O. Ludwig ges. schr. 5, 201 E. Schm. II@BB. günstiges geschehen, das der einwirkung der beteiligten person entzogen ist, günstiger zufall, günstige fügung, günstiger umstand. II@B@11) unter betonung des einmaligen geschehens: daz Gînover und die frouwen her abe mohten schouwen ir ieglîcher tücke (beim turnier), daz was des gelücke dem daz bescherte sælekeit, sô daz er ritterlîchen reit Heinrich von Türlin krone 710; und hyesz im das wunder sagen; der nam im das zu einem grossen glück für ... und meynt ... das wer von dem almächtigen gott ein zeichen Schiltberger reisebuch 15 lit. ver.; der eltern todt ist offt der kinder glück Petri d. Teutschen weiszh. (1604) 2, n 6b; das glück hat hier an deiner ehre, erhöhter Hommel, keinen theil Gottsched ged. (1751) 1, 179; es ist ihr glück, dasz sie in meine hände verfallen sind Hafner ges. lustsp. (1812) 1, 16; vor allem ... wird das glück der niederländischen künstler gepriesen, dasz ein so günstiger gegenstand (wie die anbetung der hl. drei könige) ... ihnen als nationalgegenstand aufgenöthigt wurde Göthe I 49, 15 W.; er ... pflegte zu versichern, 'dasz ihm sein lotterieglück ... teuer zu stehen gekommen sei', hinzusetzend, 'dasz es vielleicht mit jedem glücke dasselbe sei' Fontane I 5, 152; dasz der kleine disput ein glück für den verlauf des festes gewesen war ebda 4, 13; erst in meinem 66. lebensjahre ist mir das glück geboten worden, thätigen antheil an einem feldzuge zu nehmen Moltke ges. schr. u. denkw. (1892) 1, 27; zum teufel auch, wenn [] man von hunderten der überlebende ist, das musz man wohl glück heiszen P. Dörfler abenteuer d. Peter Farde (1929) 3. —
53647 Zeichen · 1191 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glück

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Glück , des -es, plur. car. 1. Derjenige Umstand, da uns unser Vorhaben gelinget, d. i. da solches durch eine Verknü…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Glück

    Goethe-Wörterbuch

    Glück auch -k, vereinzelt Kleinschr, Nom/Akk auch (bes im Vers) -cke/-kke; einmal im Eigennamen ‘Altenauer G.’ GWB B3,20…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Glück

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Glück wird sowohl (im objektiven Sinn) als Bezeichnung einer Lebenslage wie (im subjektiven Sinn) als solche eines Gemüt…

  4. modern
    Dialekt
    Glück

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB Glück [Klìk, Klek allg. ] n. 1. Glück: G. ha ben , G. bringe n . Er het me hr G. a l s Verstand. Du ka …

  5. Sprichwörter
    Glück

    Wander (Sprichwörter)

    Glück 1. Am Glück ist alles gelegen. Frz. : Il n'y a qu'heure et malheur en ce monde. Lat. : Fortuna homini plus quam co…

  6. Spezial
    Glück

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Glück n. (-[e]s) 1 (günstiges Geschick) fortüna (-nes) f. 2 ‹pop› cü m. 3 ‹ant› antöra (-res) f. 4 (günstiger Zufall) fo…

Verweisungsnetz

133 Knoten, 147 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 5 Hub 2 Kompositum 118 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glueck

1.075 Bildungen · 898 Erstglied · 167 Zweitglied · 10 Ableitungen

Zerlegung von glueck 2 Komponenten

glu+eck

glueck setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

glueck‑ als Erstglied (30 von 898)

Glückan

GWB

Glückan Gruß von Seefahrern bei der Landung [ Meph u die drei Gewaltigen zu Faust: ] G.! dem Herren, | Dem Patron GWB Faust II 11169 Elke Dr…

glückanzeigend

DWB

glückanzeigend , part. adj. : eine glückanzeigende creatur ( eine spinne ) J. G. Schmidt gestrieg. rockenphilosophia (1706) 1, 254 . —

glückarzt

DWB

glueck·arzt

glückarzt , m. , der auf gut glück kuriert, kurpfuscher: was berühmen sich die glückartzet, deren kunst kein kunst ist Paracelsus chirurg. b…

glückauf

DWB

glueck·auf

glückauf , n. , substantivierung des wunsches glück auf, s. DWB glück II D 1 b, sp. 258. 1 1) als wunsch und grusz. 1@a a) bergmännisch: die…

glückbarkeit

DWB

glückbarkeit , f. , ' glück, glückszustand ': wie du in gelückperkait, vnnd so es dir woll geet, in leiplichen vnnd in zeitlichen dingen vil…

glückbauch

DWB

glueck·bauch

glückbauch , m. , umschreibung für geschlechtlichen genusz: desz gleich manch weib vnd jungrraw ist, die etwan jrer ehr vergist, welchs andr…

glückbeben

DWB

glueck·beben

glückbeben , vb. : da glückbebte der alte J. Ponten novellen (1937) 409 . —

glückbedeutend

DWB

glueck·bedeutend

glückbedeutend , part. adj. : ein glückbedeutend zeichen Görres ges. schr. (1854) 4, 157 ; glückbedeutende sprüche C. A. Böttiger kl. schr. …

glückbedürftig

DWB

glueck·beduerftig

glückbedürftig , adj. : ( eine lehre ) zu erhaben für eure glück- und trostbedürftige gläubigkeit Eb. König Thedel v. Wallmoden 193 . substa…

glückbegabt

DWB

glueck·begabt

glückbegabt , part. adj. , ' vom glück ausgezeichnet, begünstigt ': den glückbegabten göttersohn Bürger 171 Bohtz zwar reicht er treu dem kö…

glückbegründer

DWB

glueck·begruender

glückbegründer , m. : selbst schmiedet sich ein jeder sein geschick, ist glückbegründer oder glückvernichter J. Frey ges. dicht. (1899) 162 …

glückbekrönt

DWB

glückbekrönt , part. adj. , s. teil 13, 74 ( Schiller ): ( deren hand ) der glückbekrönten feinde blut vergosz grafen zu Stolberg ges. w. (1…

glückberauscht

DWB

glückberauscht , part. adj. : ( er dachte ) glückberauschter jugendnächte W. Hertz ges. dicht. (1859) 79 . —

glückbereicht

DWB

glückbereicht , part. adj. , ' reich an glück ': wünsche ihnen ein glückbereichtes neues jahr Butschky hochdeutsche kanzelley (1659) 534 ; o…

glückbeseligt

DWB

glückbeseligt , part. adj. , ' vom glück begünstigt: ( ich ) wünsche von herzen, dasz ein glückbeseligter als ich, die empfangene reichswund…

glückbesonnt

DWB

glückbesonnt , part. adj.: die glückbesonnte stunde A. v. Klein Athenor (1807) 197 . —

glückblühend

DWB

glueck·bluehend

glückblühend , part. adj. , ' vom glück gesegnet ': o ... aller glückblühenden städten noch beglückters Conimbria F. Caccia hl. Antonius v. …

glückbrett

DWB

glueck·brett

glückbrett , n. : damalen als er die würffel all seines vermögens so frisch in das glückbrett geworffen ( aufs spiel gesetzt ) Boccalini pol…

glückbringen

DWB

glueck·bringen

glückbringen , n. : dem erstling seines fischfangs spie er mit gehöriger feierlichkeit von wegen des glückbringens ins maul J. Grimm kl. sch…

glückbringend

DWB

glückbringend , part. adj. : salutifero, che dona salute glückbringend, heylsam Hulsius (1618) 2, 348 a . verbunden mit konkreten, z. b.: st…

glückbringer

DWB

glueck·bringer

glückbringer , m. : tausenden ein glückbringer, ein heiland Spielhagen s. w. (1877) 10, 160 ; ( der storch als ) glückbringer J. Grimm dt. m…

glückbuch

DWB

glueck·buch

glückbuch , n. , ' losbuch, buch, mit dessen hilfe man die zukunft bestimmt ' J. Staude biblisch glückbuch ... (1582) buchtitel. —

glückbüchse

DWB

glueck·buechse

glückbüchse , f. , sagenhafte büchse, in der sich die schicksalslose befinden: so einer ein glückbüchsen hette und were in seiner büchsen, u…

glückchen

DWB

glueck·chen

glückchen , n. , küchlein, kücken; demin. von glucke. vgl. auch 1 glücklein: im ersten augenblickchen fressen glickchen von des hofes überfl…

glückde

DWB

glückde , f.? , n.?, dass. wie DWB glück . die im folgenden angeführten zeugnisse spiegeln in ihrem auslautenden d, bzw. t wohl das mhd. suf…

glückdurchbebt

DWB

glückdurchbebt , part. adj. : an meinem glückdurchbebten körper Paul Ernst dramen 3 (1933) 143 . —

glueck als Zweitglied (30 von 167)

afterglück

DWB

after·glueck

afterglück , n. eilt Verres nach dem bann aus seinem vaterlande, so schwärzt sein afterglück das laster und die schande Hagedorn 1, 24 ; der…

Aprillglück

Campe

aprill·glueck

Х Das Aprillglück , des — es, o. Mz. veränderliches, wie Aprillwetter unbeständiges Glück.

auf gut glück

DWB

auf·gutglueck

auf gut glück . durch den zusatz des adj. wird das zufallsmoment stark betont; nur in dieser verbindung in neuerer zeit wirklich geläufig. z…

Bombenglück

RhWB

bomben·glueck

Bomben-glück bombə-, –u-  Allg. [ bompes- Saarbg-Winchering ; bunts- Wittl-Reil ] n.: unerhörtes Glück. Zufall. Et B. hot sech gemaht, da…

bücherglück

DWB

buecher·glueck

bücherglück , n. fatum libelli. Logau überschreibt 2, 7, 96 bücherglücke: bücher haben auch ihr glücke.wann sie nicht gesalzen sein, faszt m…

bürgerglück

DWB

buerger·glueck

bürgerglück , n. felicitas civium, glück der staatsbürger: bürgerglück wird dann versöhnt mit fürstengrösze wandeln. Schiller 279 a .

Bumsglück

RhWB

bums·glueck

Bums-glück  Rhfrk, Mosfrk n.: Zufallsglück. Of B. aufs Geratewohl; et wor e B., dat ...

Dämmerglück

Campe

daemmer·glueck

◬ Das Dämmerglück , des — es, o. Mz. dämmerndes d. h. beginnendes Glück, welches erst seinen Anfang nimmt. »I deiner Rosenjugend Dämmerglück…

Dichterglück

GWB

dichter·glueck

Dichterglück die Gunst u Freude, dichten zu können GWB 6,315 DivWiesbReg Nr90 [Dreistigkeit GWB 6,23 DivSänger Titel ] GWB 5 2 ,94 Var [Dich…

diebsglück

DWB

dieb·s·glueck

diebsglück , n. das dieben zu theil wird, daher unverdientes glück, auch spielglück Stieler 675 , hurenglück, engl. windfall das vom wind ab…

durch glück

DWB

durch·glueck

durch glück : nicht alle reichen sind es durch glück geworden, sondern viele durch sparsamkeit Lichtenberg verm. schr. (1800) 2, 398 ; der k…

eintrachtsglück

DWB

eintracht·s·glueck

eintrachtsglück , n. man machet sich die lust aus diesem eintrachtsglücke einsilbigt, auch nur selten, kund. Hagedorn 2, 38 .

erdenglück

DWB

erden·glueck

erdenglück , n. felicitas humana. Wieland 9, 306 ; himmelswonn und erdenglück ists, an ihrem busen hangen. Claudius im Wandsbecker boten; me…

erdglück

DWB2

erd·glueck

erdglück n. : 1779 Musäus reisen (1778)4,272. 1907 Strausz u. T. n. balladen 4.

familienglück

DWB

familie·n·glueck

familienglück , n. felicitas domestica, häusliches glück: zu jenem eigenen familienglück, einem hohen und gesunden alter gelangen. Göthe 37,…

Familienunglück

GWB

familie·n·unglueck

Familienunglück [ üb Gemälde von Crivelli od Fra Angelico; näherer Bezug nicht ermittelt ] wie schön der alte Künstler das F., die Folge und…

Feuerunglück

GWB

feuer·unglueck

Feuerunglück Getrenntschr Brandunglück A(MA3 2 ,398,1) Bericht 11.9.89 [G/Voigt SteuerKomm] Armin Giese A. G.

Ableitungen von glueck (10 von 10)

beglücken

DWB

beglücken , fortunare, beare: meine frau beglückte mich mit einem jungen sohne; dieser könig beglückt sein volk; wenn der himmel meinen wuns…

BEGLÜCKUNG

DWB2

DWB2 BEGLÜCKUNG f. DWB2 zu beglücken 2: DWB2 1653 betrachtung zeit und ort, personen, werk und wort ruckt die beglückung fort. auf solchen w…

entglücken

DWB

entglücken , affligere, perdere, gegensatz von DWB beglücken : wie dein gerechter zorn entglücket des aufgeblasnen feinds gemüt. Weckherlin …

glücke

Lexer

ge-lücke , glücke stn. BMZ bei Konr. nie gekürzt, zu Engelh. 209 : glück, geschick, zufall (fortuna, fortuitas, fortunium, prosperitas, sors…

Mißglück

Campe

○ Das Mißglück , — es , o. Mz . ein verfehltes Glück, Mangel an Glück, das Mißlingen. »Weil dieselbe Zufälligkeit des Mißglücks die Tugend w…

Míßglücken

Adelung

Míßglücken , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort seyn erfordert, und der Gegensatz von glücken ist, nicht glücken, übel glücken; mißling…

unglück

DWB

unglück , n. , gegenstück zu glück ( s. d. ), das aber seinerseits auch schon miszgeschick heiszen und vox media (beiderlei glück Staub-Tobl…

unglücke

Lexer

un-glücke , un-gnâde s. ungelücke, ungenâde.

unglücken

DWB

unglücken , verb. , nicht glücken ( s. d. ). unpersönlich mhd. ungelücken, mnd. ungelucken. improsperari unglucken gemma g. (1508) m 3 b ; v…

unglücklich

DWB

unglücklich , adj. adv. , das gth. von glücklich, wird erst im 15. jh. bezeugt ( daraufhin ist mhd. ungelücklich Lexer 2, 1846 angesetzt ) ;…