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fühlen

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GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

fühlen

Bd. 3, Sp. 1001
fühlenvereinzelt (in der Frühzeit) ‘fülen’, öfter ‘das F.’, ‘das Gefühlte’ u ‘der F-de’ (eigenh Kleinschr GWB422,454,4); etwa die Hälfte der üb 3000 Belege in Punkt 3 u ein Viertel in 4; verglichen mit ‘empfinden’ (1200 Belege) in fast allen (Unter-)Punkten reicher nuanciert; dabei bes bemerkenswert zum einen die stärker ausgeprägte Intentionalität vieler Erfahrungen u Aktivitäten, u zwar bes für das sinnl (Er-)Tasten (1 a α), das ahnungsvolle Miterleben u Erspüren (4 b) od das durchschauende, aufdeckende, identifizierende Begreifen (unter 4 e); zum anderen ein iUz ‘empfinden’ markanter Rückbezug auf Eigenwert u Selbstgefühl der Person, bes hinsichtl der eigenen (Willens-)Kräfte u seel-geistigen Fähigkeiten (3 g) sowie der eigenen Lebenslage u (sozialen) Befindlichkeit (unter 3 d), aber auch mBez auf (subjektive) Gewißheit u Überzeugung (3 h); in der Frühzeit erscheint dieser selbstbewußte Grundzug noch speziell im ‘Sich-Fühlen’ der Sturm-u-Drang-Mentalität bzw in der lustvollen (rollensprachl) Identifizierung mit göttl Schöpfungs- u Unabhängigkeitsgefühlen (beides unter 3 g). Zu weiteren strukturellen u (lebens-)geschichtl Aspekten vgl die Vorbem zu ‘Gefühl’  1 sinnl, körperl wahrnehmen, (an sich) spüren   a mit den Sinnesorganen aufnehmen, bei körperl Berührung empfinden  α suchend, prüfend, mit der Hand od einem Instrument (er-, be-) tasten, auch prononciert iSv durch den Tastsinn unterscheiden (können); mehrf ‘den Puls, jds Herz f.’, einmal in der bildl Wdg ‘jdm auf den Zahn f.  Und reit’t .. | Gemäuerwerk entgegen, | .. und kriecht hinein, | .. Und wie er tappt, und wie er fühlt, | Sich unter ihm die Erd’ erwühlt GWB1,166 Der untreueKnabe 26  Die Stockblinden. | Blinde, weiß ich wohl, f. und Taube sehen viel schärfer GWB51,213 Xen 55(777)  Ich habe nichts dagegen, wenn man die Farbe sogar zu f. glaubt GWBN11,157,7 MuR(1300)  Was das heiß wird! rief sie [Philine] aus, indem sie die eine Sohle [ihres Pantoffels] .. rieb und sie gegen Serlo hinreichte. Er war gutmüthig genug nach der Wärme zu f. GWB22,168,14 Lj V 5 GWB12,138 ScherzLR 420 GWB38,62 EwJude 211 GWB24,317,5 Wj II 5  β beiläufig, unwillkürl, unfreiwillig best phys Einwirkungen, insbes Witterungsphänomene wahrnehmen, ihnen ausgesetzt sein  [brennendes Kohlenflöz] man fühlte die Hitze des Bodens auch durch die starken Sohlen GWB27,332,14 DuW 10  Windscala .. sehr schwach .. man fühlt das Gesicht dann und wann sanft angeweht GWBN12,224 Met Plp  [Klage üb eine benachbarte Leinweberei] daß wenn ich .. unter dem Gespräch .. wider einen Thürpfosten mich anlehnte, daß ich die Erschüttrung fühlte GWBB14,23,2 Voigt 15.2.99  eine Welle nach der andern schlug über den Kahn, wir fühlten uns durchnäßt GWB33,173,25 Camp GWB16,159 KünstlersApotheose 181  γ die körperl Annäherung, die Berührung durch jdn od bei jds Hantierungen spüren, im Körperkontakt etw bei jdm registrieren u erfahren; öfter in Vbdgn wie ‘etw an seinem Kopfe, am Halse, jdn an seiner Brust f. bzw ‘an jdm etw f.  [Phileros:] Gleich ergreif’ ich dein geflochtnes Haar. [Epimeleia:] Im Nacken, weh! den Hauch des Mörders fühl’ ich schon GWBPand 410  Lucidor .. warf sich .. auf den Sopha .. Ganz in seinen Schmerz versunken fuhr er, sich [von Lucinde] berührt f-d, schnell in die Höhe GWB24,161,4 Wj I 9  [Wilh zum Barbier:] ich wüßte nicht, daß ich ein zarteres Messer jemals an meinen Wangen gefühlt hätte GWB251,70,21 Wj III 1  Mignon .. legte ihr Haupt auf seine Kniee .. Endlich fühlte er an ihr eine Art Zucken, das ganz sachte anfing, und sich durch alle Glieder wachsend verbreitete [fühlte er eine Art Zucken durch alle ihre Glieder GWB52,97,2 Ths IV 16] GWB21,228,4 Lj II 14 GWBNatT 582 mBez auf zärtl Umarmungen, Liebkosungen ua erot Aktivitäten; einmal ‘jdn f.  als er [Wilh] sich von zarten Armen umschlungen, seinen Mund mit lebhaften Küssen verschlossen, und eine Brust an der seinigen fühlte, die er wegzustoßen nicht Muth hatte GWB22,210,7 Lj V 12  Zwey Lacerten .. | Thun wir etwas! Sagte die Schönste, sie setzte die Tasse | Nieder, ich fühlte sogleich ihre geschäftige Hand GWB53,15 Vs 132 VenEpigrNachtr 37  Müssen nicht .. Spitzen, Polster und Fischbein | Alle zusammen herab, eh er die Liebliche fühlt? | .. Uns ergötzen die Freuden des ächten nacketen Amors GWB53,4 Vs 22 RömEleg Nachtr I GWBHermDor VIII 96   b die eigene seel-körperl Verfassung, best (organische) Beeinträchtigungen u Anregungen (Ermattung, Hinfälligkeit, Belebung uä) registrieren, gewahr werden  α mBez auf vitale Bedürfnisse u das (gesundheitl) Befinden; überwiegend ‘sich müde, abgespannt, (un)wohl, frisch, gealtert f.  ich fühle mich müd und ausgeschrieben, denn ich habe den ganzen Tag die Feder in der Hand GWBT1,203,19 v 16.9.86  [nach nächtl Gesprächen] Wilhelm .. fühlte .. sich wirklich erschöpft, er legte sich nieder GWB24,184,23 Wj I 10  [der von der Predigt erschöpfte kranke Mann] ließ .. sich .. zu Bette führen; er wollte .. sich sammeln und den Gast [Lenardo], sobald er Kraft genug fühlte, zu sich rufen lassen GWB251,248,13 Wj III 13  erfahre ich .. zu meiner Beruhigung .. daß Sie sich auf dem Wege der Besserung f. GWBB24,135,11 Gersdorff 7.2.14 K GWBB28,329,10 NMeyer 14.12.17 GWBB33,24,12 Schreibers 10.5.20 in Wdgn u Vbdgn wie ‘sein Ende herannahen, sich am Rande des Grabes, sich sterben f.  sie [Maani] kommt zu früh nieder .. Ihr standhafter Charakter .. erhält sie noch eine Zeitlang, sodann aber fühlt sie ihr Ende herannahen GWB7,208,23 DivNot dellaValle  [die Eingekerkerte:] An diesem .. klangberaubten Orte .. | Wo ich mich fühlte todt schon und begraben GWB11,344 BruchstTragöd 24 GWB44,209,3 Cell IV 6 DjG35,220,38 RAnw [24.3.75]  β körperl (er)leiden, schmerzl verspüren: oft ‘Schmerz(en), Qualen, Wunden, Verletzungen f. od objektbezogen wie ‘die Dornen, Prügel, Bisse f.’; öfter im Bild u Vergl  Kaum war dieß geschehen [Aufsetzen des Zauberrings], so fühlte ich einen gewaltigen Schmerz am Finger, der Ring zog sich zusammen GWB251,158, 7 Wj III 6  Bedenke doch der gute Zuschauer, daß die Leutchen da droben [auf der Bühne] mitunter Prügel austheilen, von denen er nichts fühlt GWB411,231,19 Üb:Manzoni,Carmagnola 1820  [Tasso zu Antonio:] martre mich .. | Zu Tode .. Zieh am Pfeile nur, | Daß ich den Widerhaken grimmig fühle, | Der mich zerfleischt Tasso 3299  [Lenardo:] Ein lebhafter Eindruck ist wie eine andere Wunde; man fühlt sie nicht, indem man sie empfängt. Erst später fängt sie an zu schmerzen GWB24,203,9 Wj I 11 [für: sentir] GWB45,203,11 RamNeffeAnm  γ mBez auf das eigene Körper-, Lage-, Bewegungsgefühl; auch hinsichtl vorgestellter, virtueller Fähigkeiten u Situationen; Subj einmal ‘der Körper’  [der Aufseher:] Wir sehen unsere Schüler .. als Schwimmer an, welche .. im Elemente das sie zu verschlingen droht, sich leichter f., von ihm .. getragen sind GWB251,5,14 Wj II 8  Der Cörper wie wir im Tanzen sehen, fühlt eine angenehme Empfindung, wenn er .. sich nach gewissen Gesetzen bewegt GWB47,328,3 Baukunst 1795 Plp  Wir f. .. die Ahnung körperlicher Anlagen, auf deren Entwickelung wir in diesem Leben Verzicht thun müssen: so ist es ganz gewiß mit dem Fliegen GWB19,199,7 BrSchweiz I GWBFaust II 8959 GWB18,229,15 Märchen   c jds Zorn, Haß (am eigenen Leibe) zu spüren bekommen, die Erfahrung von phys Gewalt u von Zwang machen (müssen); mehrf in Berührung mit 1 b, auch absol, einmal mit Sachsubj  [Mutter zu den Zigeunern:] Den Kindern laßt was sie gewonnen. Laßt oder ihr fühlt der Mutter Zorn GWB132,334,4 Götz3  [Graf:] Uriel, fasse diese Weiber .. denn sie glauben nicht, sie gehorchen nicht, bis sie f. GWB17,126,25 GrCoph I 2  In Gesellschaften .. bei Gastereyen .. Ha! das geht köstlich. Aber auch .. kostspielig. Zum Henker das fühlt mein Beutel GWBB1,14,27 Riese 21.10.65 GWB39,367,16 Iph1 III 1 GWBB1,105,20 Behrisch [13.10.67] GWB8,155,14 Götz2 V   2 bewußt wahrnehmen od erleben, (neben seinem Tun) bemerken, zur Kenntnis nehmen; öfter negiert od eingeschränkt  Welcher Liebhaber fühlt die Zeit in der Nähe des geliebten Gegenstandes verfließen? Welcher .. Künstler weiß von der Zeit, indem er arbeitet? GWB45,321,24 Diderot,Malerei  Ottilie stand verwirrt und bewegt .. Sie eilt nach dem Kahn, sie fühlt nicht daß ihr Herz pocht, daß ihre Füße schwanken, daß ihr die Sinne zu vergehen drohn GWB20,360,13 Wv II 13  in meiner verwirrten Einsamkeit .. Ich .. brüte über mir selbst, die bunte, dumme, und tolle Wirthschafft um mich fühl ich gar kaum GWBB3,137,12 Fahlmer 21.2.77 GWB11,175,4 Stella IV ‘sich wieder f.’, ‘seiner selbst sich bewußt f. uä: wieder zu sich kommen, bei (vollem) Bewußtsein sein  [Ottilie:] Ich vernahm [in einem tranceähnl Zustand] alles was um mich vorging .. doch konnte ich .. nicht andeuten, daß ich meiner selbst mich bewußt fühlte1) GWB20,369,28 Wv II 14 [für: risentire] GWB43,244,5 Cell II 5 GWB11,326 ErwElm2 814 = GWBErwElm1 wohl subst für bewußte Empfindung, Bewußtsein  [Prometh zu seinen Statuen:] Meine Kinder! .. | Das Auge spricht schon jetzt! | Sprich .. liebe Lippe, mir! | O, könnt’ ich euch das f. geben | Was ihr seid! GWB39,197 Prometh Fragm 1773 Vs 56   3 Emotionen, Stimmungen, Neigungen od best Eindrücke haben, etw emotional durchleben od sich aneignen, sich in einem seelisch erregten od erhöhten Zustand befinden, von etw (auch geistigen Bestrebungen) ergriffen od durchdrungen werden; häufig in Selbstwahrnehmungen, bes in Vergewisserung eigener Befindlichkeiten u Einstellungen   a allg, etikettierend für das emotionale Erleben; oft zusammen mit komplementären, insbes den Intellekt repräsentierenden Bestimmungen zur Bezeichnung der seel-geistigen Einheit des Menschen, seines Innern; öfter PartPräs attr  die Schwierigkeit .. das Fleisch [des Menschen] .. nachzuahmen .. daß diese Oberfläche einem denkenden, sinnenden, f-den Wesen angehört, dessen innerste, geheimste, leichteste Veränderungen sich blitzschnell über das Äußere verbreiten GWB45,298,12 Diderot,Malerei Farbe  daß er alles was er dachte, fühlte, in sich bildete, träumte, wähnte, lange Zeit für die vollkommenste Wirklichkeit halten durfte GWB36,320,20 Zu brüderlAndenkWielands 1813  dass ich nicht .. durch .. Experimental Psychologie meines Innersten, euch darlege, daß ich ein Mensch binn .. Brauch ich Zeugniß dass ich bin? Zeugniß dass ich fühle? GWBB2,156,2 Pfenninger 26.4.74 GWBB45,99,5 Carl Friedr u Maria Paulowna 1.1.29 K   b best, überwiegend einfache (stereotype, ungemischte) Gefühle haben, auf etw emotional, im Affekt reagieren; neben ‘sich erfreut, verlegen, vergnügt, erleichtert f. auch ‘die Freude, einige Verlegenheit, ein best Vergnügen, einige Erleichterung f.  Wilhelm, der [nach dem Erfolg seines ‘Belsazar’] ein so großes Vergnügen empfand, als .. ein Schiffbaumeister f. mag, wenn er sein erstes .. Fahrzeug von dem Stapel .. läßt GWB51,243,12 ThS III 9  [Palmire zu Seide:] O, könnt’ ich mit dir gehen! | An deiner Seite fühlt’ ich [j’aurais] keine Furcht GWB9,313 Mahomet 836  [Breme zu Caroline:] Schande deines Vaters .. Ich halte mich kaum, daß ich dich nicht mit Fäusten schlage .. Von welcher Wuth fühl’ ich mich hingerissen! GWB18,66,6 Aufgeregten IV 5 GWBB43,115,1 Rauch 21.10.27 GWBB8,276,7 Kestner 24.10.87 als bes intensives Durchleben insbes von erschütternden, verwirrenden od unbekannten Gefühlen; öfter mit (komp) Adv wie ‘heftig, tief’, Subj mehrf ‘Herz, Brust’, auch ‘etw im Herzen, Busen, von ganzer Seele f.’; öfter hinsichtl des (momentan) versagenden od unzulängl sprachl Ausdrucks; einmal in lustvoll (euphor) empfundener Phantasie  Charlotte [mit dem Hauptmann im Kahn] .. empfand eine tiefe, selten gefühlte Traurigkeit .. Es schien ihr, der Freund führe sie weit weg, um sie auszusetzen .. Eine wunderbare Bewegung war in ihrem Innern GWB20,137,25 Wv I 12  [Claud üb ihr Geburtstagsfest:] Laßt mir Raum | Mich erst zu fassen; dann vielleicht vermag | Die Lippe nach und nach zu sprechen, was | Das Herz auf einmal fühlt und kaum erträgt GWB11,204 Claud2 108  wie seltsam wirken Einbildungskraft und körperliche Stimmungen gegen einander! .. dann kommt ein Pfeil .. angeflogen und durchbohrt mir das Herz; ich schlage mit der Hand auf die Brust und fühle eine unaussprechliche Süßigkeit GWB19,200,12 Br Schweiz I GWB22,37,4 Lj IV 5 GWB31,30,12 ItR GWB9,314 Mahomet 861   c zur Bezeichnung einer best (emotionalen) Beziehung zu jdm  α zum Ausdruck od in Bezeichnungen von Liebe od Zugehörigkeit; vereinzelt absol, mehrf ‘etw für jdn f.’, überwiegend in Vbdgn wie ‘Neigung, Liebe (zu jdm/für jdn), eine liebliche Regung f. bzw in Konstruktionen wief. daß man/wie sehr man jdn liebt’  [Mutter zum Vater:] Wünschtest du nicht .. er möchte heiter und lebhaft | Für ein Mädchen empfinden? Nun .. er hat gefühlt und gewählt GWBHermDor V 51  Empfelen Sie mich denen [weim] Prinzen viel, fühlt Gr[af] Görz was für mich? GWBB2,222,9 Knebel 28.[12.]74  Sie [Philine] gestand, daß sie nie eine Neigung zu irgend einem Manne gefühlt GWB52,50,8 ThS IV 10 GWB491,104,17 Philostrat GWBB3,98,13 ChStein 29.8.76 zum Ausdruck sinnl Erregung, Entflammung, der (sublimierten) erot Hingabe u Vereinigung: ‘die Freuden der Lust f.’, ‘Wollust (würdig) f.’, ‘sich in Liebestraum verfließen f. uä, öfter verhüllend; bes in der Frühzeit  Sie sasen tändelnd in dem Kühlen. | .. Und unser Paar fieng bald an mehr zu f. | .. Sein Herz von heissem Blut erfüllt | Drükt sich an ihr’s GWB37,27 Annette Triumph dTugend I 13  Welche Seligkeit .. | Da er dankbar dir zu Füßen lag, | Fühlt’ sein Herz an deinem Herzen schwellen .. | Alle seine Sinnen sich erhellen | Und beruhigen sein brausend Blut GWB4,98 Warum gabst du uns 41  Denn Wollust f. alle Tiere, | Der Mensch allein verfeinert sie. | .. die Lehren .. | Sie lehren dich wie man genießen, | Und Wollust würdig fülen muß GWB52,69 Dem wahren Genuß [1767] 19u24 GWB1,64 Wechsel 6 GWBFaust I 2723 ~ GWBUrfaust 575  β ‘jdm ganzes Gefühl f.’: iSv jdm seine relig Empfindungen u Bedürfnisse (im Gebet) ungeteilt darbringen, anvertrauen  Feld. Gestirnter Himmel. (Mahomet allein.) | Teilen kann ich euch nicht dieser Seele Gefühl. | F. kann ich euch nicht allen gantzes Gefühl. | Wer, wer wendet dem Flehen sein Ohr? | Dem bittenden Auge den Blick?2) GWB39,189 MahometFragm 2  γ in Bekundungen u Bekenntnisen seel-geistiger od kultureller Verbundenheit, Verwandtschaft u Gemeinsamkeit: ‘sich jdm nahe, gewogen, gleich f.’, ‘sich gegen jdn gut gesinnt f.  Ich lese .. die Ethick des Spinoza. Ich fühle mich ihm sehr nahe obgleich sein Geist viel tiefer und reiner ist als der meinige GWBB6,387,7 Knebel 11.11.84  gewiß schreiben Sie mir wieder und bald, damit ich mich immer mit Ihnen vereint f. möge [feel myself united to you] GWB421,193,13 Carlyle,Schiller  haben sie [die Rittermönche] sich um [Humanus] .. versammelt .. wozu sie sich nicht entschlossen hätten, ohne sämmtlich eine Ähnlichkeit, eine Annäherung zu ihm zu f. [wenn nicht in ihnen allen .. gelegen hätte Var] GWB411,103,21 ÜbGeheimnisse GWB24,19,18 Wj I 2 GWBB42,14,7 Scott 12.1.27 K GWB24,37,9 Wj I 3   d als (vergleichendes) Gewahrwerden der eigenen sozialen, geistigen Lage, Rolle, des Wohlbefindens in best Lebensverhältnissen uä; häufig ‘sich in seinem Element, sich einheimisch, als den Mittelpunkt, sich fremd (vor etw), sich gefördert f. udgl, öfter ‘etw läßt jdn etw f.’; mehrf von Tier u Pflanze  Nun fühlt er seinen neuen Stand | Und fügt sich in den Vater-Orden, | Er gräbt und hacket frisch das Land GWB4,225 Bänkelsängerlied 41  so folgten sie ihm [Fritz] alle .. zum stillen Ort [Kohlenmeiler], wo sich ein jeder bald einheimisch f. sollte GWB24,51,25 Wj I 4  Wilhelm .. fand .. eine Naturaliensammlung, ein physikalisches Kabinett. Er fühlte sich so fremd vor allen diesen Gegenständen GWB23,161,16 Lj VIII 3  Das seltsame Wesen [Faultier] fühlt sich halb der Erde halb dem Wasser angehörig und vermißt alle Bequemlichkeit, die beide ihren entschiedenen Bewohnern zugestehen GWBN8,226,13 FaultDickh GWBB28,310,5 Schultz 24.11.17 GWB23,131,13 Lj VIII 1 GWB24,157,15 Wj I 9   e von einem Impuls, Drang, Verlangen ergriffen, bewegt werden, best Bestrebungen haben; je mehrf ‘Trieb, Neigung, Lust, Beruf zu etw/etw zu tun f. u entspr ‘sich getrieben, geneigt, berufen f.  Lotte .. fühlte einen heimlichen Zug [ein unbekannter Zug reizte sie Werth1] ihm [Albert] zu folgen, sie .. ging auf sein Zimmer AA151,17 Werth2 II  [betr Kalidasas ‘Sakuntala’] als ich dieses .. Werk gewahr wurde, erregte es in mir einen solchen Enthusiasmus .. daß ich .. zu dem unmöglichen Unternehmen mich getrieben fühlte [< aufregte], es .. der deutschen Bühne anzueignen GWBB47,284,23 Chézy 9.10.30  [Clär zu Brackenb:] Jeder fühlt .. in sich die brennende Begier ihn [Egm] zu retten GWB8,274,9 Egm V  ein Geist wie der seinige [Rousseaus], der den Nationen Gesetz und Ordnung vorzuschreiben sich berufen fühlte [< geneigt war] GWBN6,111,17 Botan Studien [1831] GWB29,142,27 DuW 19 GWB18,199,22 Unterhaltungen   f als Empfinden moral od gesellschaftl Pflicht(verletzung), des (Un)Gehörigen, von Regungen des Gewissens od Skrupeln; überwiegend in gängigen Vbdgn wie ‘die Schuld, (sein) Unrecht, Reue, sich als jds Schuldner, sich geniert f.  [Lenardo üb sein gebrochenes Versprechen:] je länger es währte, desto schmerzlicher fühlte ich die Schuld, die ich gegen meine Grundsätze .. auf mich geladen hatte GWB24,203,21 Wj I 11  [Karl:] Ich habe Sie beleidigt, liebe Tante .. verzeihen Sie meine Übereilung, ich erkenne meinen Fehler und fühl’ ihn tief GWB18,110,9 Unterhaltungen  Sonst, wenn man den heiligen Koran citirte, | Nannte man die Sure .. dazu, | Und jeder Moslem, wie sich’s gebührte, | Fühlte sein Gewissen in Respect und Ruh GWB6,111 Div Sonst, wenn 4  [betr eine Biogr des Adr üb CarlAug] Ew. Hochwohlgeboren hätte über die .. Arbeit gar manches Gute und Schöne zu sagen, wobey ich mich denn doch mündlich .. vielleicht genirt fühlte GWBB41,113,13 Weyland 5.8.26 K [für: avere un rimordimento] GWB43,204,6 Cell II 2 GWB52,222,8 ThS VI 7 in herzl, höfl, förml Dankesäußerungen od Beteuerungen von Verpflichtung, Respekt u Verbundenheit; bes beim alten G oft PartPrät attr(superl), gelegentl iSv aufrichtig  Sollten Sie mir .. eine Stufe gediegenen Silbers .. verschaffen können, so würde ich dadurch mich verpflichtet f. GWBB47,200,18 Küstner 31.8.30  Für die gnädige Sorgfalt, womit Sie .. für den kleinen mir anvertrauten Geschäftskreis gesorgt, spreche nur kurzen, aber desto gefühlteren Dank aus GWBB35,37,10 CarlAug 25.7.21 K  Nehmen Ew. Excellenz .. die aufrichtigste Versicherung einer unwandelbaren Anhänglichkeit in gefühltester Hochachtung GWBB48,38,14 CWFritsch 12.12.30 GWBB34,39,10 Stieglitz 12.12.20 K GWB20,164,3 Wv I 16 uö(fast nur in Br) ‘Menschheit f.’: für jds hochherzige, humane, üb Konventionen sich hinwegsetzende Überzeugung, Überzeugungstat; in Berührung mit 3 h  [Cäcilie zu Fernando:] Ein deutscher Graf .. ward [im Hl Land] gefangen. Seiner Sklaverei erbarmte sich seines Herrn Tochter; sie löste seine Fesseln .. geleitete ihn .. durch alle Gefahren .. Mit Sieg bekrönt gings nun zur Rükreise! — zu seinem edlen Weibe! — Und sein Mädgen! — Er fühlte Menschheit! — er glaubte an Menschheit, und nahm sie mit DjG35,115,10 Stella1 V   g als (unmittelbares) Gewahren der eigenen Seelen-, Geistes- od Willenskräfte, eigener Fähigkeiten u Grenzen, auch mBez auf vorübergehende seel Zustände u Selbsterfahrungen; überwiegend selbstbewußt in Vbdgn wie ‘sich zu etw imstande, geboren, geschickt f.’, ‘in sich Kraft, etw Produktives, schöne Gaben f.’; öfter mit näheren inhaltl Bestimmungen wie ‘sich ein(en) Mann f.’, ‘sich als ein freier/einen neuen Mensch(en) f.’; vereinzelt als (vorgestelltes) göttl Empfinden, insbes der schöpferischen Allmacht u Unabhängigkeit  Widerstreit in Mantegnas Werken .. Kenntniß der Antike .. Entschiedene Portraitmäßige Natürlichkeit. Aufklärung dieser Erscheinung .. Mantegna, der sich fühlt auch die Natur sehen und nachbilden zu können, wirft sich auf einmal herum, bringt seine Freunde .. in die Bilder GWB492,230,11 Mantegna,Triumphzug Plp  Hätt’ ich das hohe Talent des Pausias .. | Ach, wie fühl’ ich mich arm und unvermögend! GWB1,275 Der neuePausias 39  [ChWKästner] in Armuth und Niedrigkeit geboren, höhere Eigenschaften in sich f-d .. gibt uns das schönste Beispiel eines aus sich selbst entwickelten .. Mannes GWB36,360,22 Trauerloge 1821  [Hauptmann:] Ich fühle mich einen ganz andern Mann, seitdem ich weiß, daß ich einen [angebl Heiligen-] Schein um den Kopf habe GWB131,274,7 Götz3 III 11  [Meph zu Faust:] Ein überirdisches Vergnügen .. | Zu einer Gottheit sich aufschwellen lassen .. | Alle sechs Tagewerk’ im Busen f., | In stolzer Kraft ich weiß nicht was genießen GWBFaust I 3287 = Fragm 1959 GWB7,165,24 DivNot GWBB44,27,20 Carlyle 14.3.28 Beilage GWB16,91 Satyros 260 in Begegnung mit dem Erhabenen, Ungeheuren, Unendl insbes der Natur  Mir machte der Zug durch diese Enge [eines Passes] eine große ruhige Empfindung. Das Erhabene gibt der Seele die schöne Ruhe, sie wird ganz dadurch ausgefüllt, sie fühlt sich so groß als sie [ahndet wie groß sie selbst Var] sein kann GWB19,224,15 BrSchweiz II  Wenn man .. wie in Rom .. sich immerfort in Gegenwart plastischer Kunstwerke der Alten befindet, so fühlt man sich, wie in Gegenwart der Natur, vor einem Unendlichen, Unerforschlichen. Der Eindruck des Erhabenen, des Schönen .. beunruhigt uns GWB32,321,10 ItR GWB29,122,28 DuW 18 uö(selten) ‘sich (selbst/selber) f. iSv sich seines Wertes, sich als eines selbständigen, sich verantwortl Wesens bewußt sein, auch: von sich überzeugt od eingenommen sein; insbes von der Jugend u vom Künstler, öfter in genieästhet u kraftgenial Kontext; Subj einmal ‘das Verdienst’  Ich! Da ich mir alles binn, da ich alles nur durch mich kenne! So ruft ieder, der sich fühlt, und macht grosse Schritte durch dieses Leben GWB37,129,17 ShakespTag  Ein Deutscher braucht nicht alt zu werden, und er findet sich von Schülern verlassen .. jeder, der sich fühlt, fängt von vorn an, und wer hat nicht das Recht, sich zu f.? GWBB24,152,15f Bucholtz 14.2.14  Hunnius als schwedischer Geschäftsträger stellte .. den .. kühnen und sich selbst f-den Schweden überaus treffend .. dar GWB40,66,5 Üb:Piccolom  alle zurückgezogenen .. wirksamen Menschen .. erscheinen dem, der .. gegen das Verdienst, das sich vielleicht zu sehr fühlt, keine Nachsicht zu haben weiß, als .. eingebildet GWB45,190,27 RamNeffeAnm GWB32,84,6 ItR GWB29,91,21 DuW 18 GWB39,74,28 Götz1 II mit Dat der Pers: ‘jd fühlt sich Mut, Ruhe genug, nicht die Fähigkeit’  [Egm zum Sekretär:] Ich stehe hoch, und .. muß noch höher steigen; ich fühle mir Hoffnung, Muth und Kraft GWB8,221,2 Egm II 2  Alfieri .. haßte die Tyrannen, weil er sich selbst eine Tyrannen-Ader fühlte GWBB23,189,24 Zelter 3.12.12  In sich selbst gekehrt, ist’s wahr, fühlt sich meine Seele Essorts die in dem zerstreuten Straßburger Leben verlappten GWBB2,7,19 Salzmann 28.11.71 GWBB32,22,5 Edling 19.9.19 K GWB51,42,9 ThS I 12   h in Vbdgn wie ‘sich von etw durchdrungen f.’, ‘im Ernste so f. zum Ausdruck des Wahrheitsempfindens u -erlebens, auch des Fürwahrhaltens u Überzeugtseins; einmal etw anschaulich-intuitiv, in einem spontanen Erkenntnisakt (od Aperçu) begreifen  Ein jeder Mensch sieht die .. Welt doch nur als ein Element an, woraus er sich eine .. ihm angemessene Welt zu erschaffen bemüht ist .. Wer sich von dieser Grundwahrheit recht durchdrungen fühlte, würde mit niemanden streiten GWBN11,135,21 MuR(594)  über die Entstehung unserer Gebirge .. Wenn ich auf, vor oder in einem Berge stehe .. und mir Bestandtheile und Form .. gleichsam noch lebendig entgegenrufe, und man mit dem lebhaften Anschauen so ist’s einen dunkeln Wink in der Seele fühlt so ist’s erstanden! GWBB5,26,4 Ernst II 27.12.80 DjG31,306 Stammbucheintr GWBFaust I 534 ~ GWBUrfaust 181 GWB51,106,1 ThS II 2 stärker subjektiv getönt: sich einer Sache sicher, gewiß sein, auch (pejor) iSv dünken, wähnen, (sich) halten für; mehrf ‘sich (von etw) überzeugt f.  Seine [Lavaters] .. Neigung, das Ideelle verwirklichen zu wollen, brachte ihn in den Ruf eines Schwärmers, ob er sich gleich überzeugt fühlte, daß niemand mehr auf das Wirkliche dringe als er GWB29,140,17 DuW 19  [vor einem Besuch bei Jacobi] hielt mich das Gefühl zurück, daß man meine .. Freiheit durch .. conventionelle Sittlichkeiten zu beschränken gedachte, und ich fühlte mich hierin so fest, daß ich .. auf meiner Weigerung standhaft verharrte GWB35,48,23 TuJ  Der Bauer, der die fremde Terminologie [des Bergmanns] nicht verstand, that allerlei alberne Fragen, worüber die Zuschauer, die sich klüger fühlten, ein herzliches Gelächter aufschlugen GWB21,148,19 Lj II 4 hinsichtl des Wirklichkeitsgrades eines wie geträumten Erlebnisses  [Wieland:] Wo bin ich? Wohin führt mich der Traum? .. Ist das Traum, was ich wie wachend fühle? GWB38,18,17 GöttHeldWieland   4 emotional differenziert erfassen, herausfinden, sich etw klarmachen; häufig ‘etw recht, richtig, deutlich, genau f.   a jds Fluidum, eine best Atmosphäre verspüren, gewisse Eigentümlichkeiten (insbes Schwächen) einer Lebensordnung, best Veränderungen herausspüren; auch absol  [Faust in Gretchens Zimmer:] Ich fühl’, o Mädchen, deinen Geist | Der Füll’ und Ordnung um mich säuseln, | Der mütterlich dich täglich unterweis’t GWBFaust I 2702 ~ GWBUrfaust 554  Palladio war .. von der Existenz der Alten durchdrungen und fühlte die Kleinheit und Enge seiner Zeit GWB30,111,10 ItR  [Gottfr zu Franz:] Wehe .. denen grosen die sich aufs Übergewicht ihres Ansehens verlassen, Die menschliche Seele wird stärcker durch den Druck. Aber sie hören nicht und f. nicht3) GWB39,137,25 Götz1 IV GWB28,110,26 DuW 12 GWB52,39,23 ThS IV 8   b (voraus-)ahnen, wittern  α räuml fernliegende Ereignisse (visionär) miterleben, mitbekommen, davon affiziert werden, etw Verborgenes (in seiner materiellen Ausstrahlung) dank bes Begabung od geschulter Intuition erspüren, entdecken; auch in Berührung mit 1  [Hzg üb Eugenies Tod:] Wo war ich da? | .. Ich hörte nicht den Schrei, ich fühlte nicht | Den Unfall .. | Der Ahnung heil’ges fernes Mitgefühl | Ist nur ein Mährchen GWBNatT 1463  eine [Montan begleitende] Person .. welche ganz wundersame Eigenschaften .. habe .. Sie fühle .. eine gewisse Einwirkung der unterirdisch fließenden Wasser, metallischer Lager und Gänge GWB251,271,10 Wj III 14  [Geognosie:] auf einmal bleib’ ich stehn; | Tief unten fühl’ ich das ersehnte Gute, | Erfahrung bleibt die beste Wünschelruthe. | Bedeckt der Kalkstein hier die Region, | So ahn’ ich unten Thon und Gips und Thon GWB4,285 Die erstenErzeugn dStotternhSaline 33 GWB1,175 Blümlein Wunderschön 77 AA67,12 Werth1 I ~ Werth2  β Künftiges, mögl (eigene) Entwicklungen u Geschehnisse vorausempfinden, vorherzusehen glauben od befürchten; öfter ‘es, etw schon f.’, wiederholt iUz ‘wissen’  [Rousseau] der .. unbehaglich .. mit sich und seinem Zeitalter kämpfte, ohne zu f. noch zu wissen, was für ihn und andere daraus entstehen könnte GWBN13,46,26 Morph Plp  Nach einem Stillstand von einigen Wochen .. habe ich wieder [in Rom] die schönsten .. Offenbarungen .. Es spitzt sich bis gegen Ostern eine Epoche zu, das fühl’ ich; was werden wird, weiß ich nicht GWB32,209,4 ItR  [Marina:] Ach ich fühle, mit diesen Blicken | Wird sie [Circe] euch .. berücken, | Ach ich sehe, sehe das Elend schon! GWB12,290 Circe Fragm 3 GWBB6,110,9 ChStein [24.12.]82   c als relig Empfinden u Erleben: Dasein, Nähe, Anteilnahme eines göttl Wesens, einer numinosen Macht verspüren (u andächtig verehren), eine best Glaubenserfahrung machen; öfter in der (sympathet) Naturerfahrung, vereinzelt in philos, theol Erörterungen  Wenn ich .. die unzähligen, unergündlichen Gestalten, all der Würmgen .. näher an meinem Herzen fühle, und fühle die Gegenwart des Allmächtigen .. der uns in ewiger Wonne schwebend trägt und erhält AA5,26 Werth1 I ~ Werth2  das Ebersdorfer Gesangbuch [der Herrnhuter] .. ich .. fand zu meinem Erstaunen .. Lieder darin, die .. auf dasjenige zu deuten schienen, was ich fühlte GWB22,320,13 Lj VI SchöneSeele  Was ist das Heiligste? Das, was heut und ewig die Geister, | Tiefer und tiefer gefühlt, immer nur einiger macht GWB1,355 VierJahresz Nr 69, Vs 138 GWB251,277,17 Wj III 14 GWBB15,281,1 Jacobi 23.11.01 iZshg mit Glaubenskrisen, Szenen einer (Wieder-)Erweckung od Bekehrungserlebnissen  wenn die [Seele] nicht ganz in der geradesten Richtung zu Gott gekehrt war, so blieb ich kalt; ich fühlte seine Rückwirkung nicht GWB22,289,5 Lj VI SchöneSeele  Ein Labequell durchdringt die matten Glieder, | Er sieht das Kreuz .. | Er fühlet neu, was dort für Heil entsprungen, | Den Glauben fühlt er einer halben Welt GWB16,173 Geheimnisse 65f  Schenke mir Glauben, flehte ich einst .. Ja, wer nur schildern könnte, was ich da fühlte! Ein Zug brachte meine Seele nach dem Kreuze hin .. demjenigen völlig gleich, wodurch unsre Seele zu einem abwesenden Geliebten geführt wird .. in dem Augenblick wußte ich, was Glauben war GWB22,316,15 Lj VI SchöneSeele GWB37,161,5 u 167,14 BriefPastors   d mitfühlend, einfühlend jds Lage, Verhalten, Eigenart verstehen, nachvollziehen, auch: jds Gefühle, Motive teilen (können); mehrf ‘(Mitleiden) mit jdm f.’, einmal ‘sich in jds Lage f. iSv sich hineinversetzen  [Wohnung bei Tischbein in Rom] Die Hausleute sind ein redliches altes Paar, die .. für uns wie für Kinder sorgen .. Wie wohl mir dies aufs Italiänische Wirthshausleben thut, fühlt nur der der es versucht hat GWBB8,39,6 Weim Freunde 1.11.86  So fühle ich [Ottilie] immer für und mit Charlotten, wenn jemand mit dem Stuhle schaukelt, weil sie das in den Tod nicht leiden kann GWB20,261,1 Wv II 5  [Gerichtsrat zu Eugenie:] Wenn Fremde sich in unsre Lage f., | Sind sie wohl näher als die Nächsten, die | Oft unsern Gram .. | Mit lässiger Gewohnheit übersehn GWBNatT 1889 [für: ressentir] GWB9,440 Tancred 1711 AA120,19 Werth2 II GWB21,161,3 Lj II 4 ‘etw selbst f.’, bes im Appell an jds Verständnis, Einsicht; fast nur beim alten G  [betr Vorwürfe üb Zechgelage u dgl am Weim Hof] Verschonen Sie uns .. mit solchen Briefen .. Sie f. selbst daß ich nichts darauf zu antworten habe GWBB3,63,17 Klopstock 21.5.76 GWBB34,282,11 Kanzl Müller [14.6.21]   e im (gesellschaftl) Leben best Erfordernisse, Zusammenhänge (besser) einsehen, begreifen, (jdn, etw) richtiger einzuschätzen od zu würdigen wissen; öfter problemorientiert in Vbdgn wie ‘sich (zu etw) genötigt f.’, ‘die Notwendigkeit, Schwierigkeit f.’; mehrf prononciert ‘den/jds Wert, Würde f.  Obgleich die beiden Dämonen [des Krieges u der List] .. nicht in dem besten Verhältnisse stehen .. so f. sie doch die Nothwendigkeit sich zu verbünden GWB16,497,29 Epimen Progr  als nach allgemeinen Wünschen und längst tief gefühltem Bedürfniß die Einrichtung einer Veterinär-Schule beliebt wurde GWBN8,116,28 ZwKnoch [1819]  [unter dem Eindruck von Kriegsereignissen] Übrigens ist hier unter Bürgern .. eine unglaubliche Thätigkeit .. jeder fängt an den Werth des Besitzthums zu f. GWBB11,80,17 Voigt 31.5.96 GWBB20,6,17 Jacobi 11.1.08 [für: comprendre] GWB24,88,7 Wj I 5 PilgTörin verborgene, nur angedeutete Absichten u Eigenschaften jdm anmerken, herausspüren, die (tiefere) Bed best Äußerungen verstehen, etw durchschauen, sich (an best Kennzeichen) von etw überzeugen; öfter ‘in, an etw (jds Blick, Schreiben, Liedern) etw f.’, vereinzelt ‘jdm/jdn etw f. lassen’ iSv andeuten, zu verstehen geben  [Tasso:] Ich fühl’ es leicht, | Wenn man den Weg zu meinem Herzen sucht | Und es nicht herzlich meint Tasso 2516  Eduard fühlte in diesen Vorschlägen [des Hauptmanns] einen leisen Vorwurf GWB20,42,3 Wv I 4  [öffentl Streitgespr üb ästhet Grundfragen] Einmal gab das Publicum .. einem recht groben Sophism seinen .. Beifall, da es viele gute .. Sachen zu Ehren der Erfindung nicht gefühlt hatte GWB30,84,23 ItR  [Heiratsabsichten des Gehilfen] Er weiß, Ottilie ist ihm nicht ungünstig .. Auch hatte die Baronesse ihm wohl f. lassen, daß Ottilie immer ein armes Mädchen bleibe GWB20,288,3 Wv II 7 GWB6,161 Div Lieb’ um Liebe 6 GWB4,210 Was wir vermögen 4 jdn, jds Wesen, Persönlichkeit od Rang (wieder)erkennen, herauserkennen  [Gretchen im Kerker:] Mir ist’s .. | Als stießest du mich von dir zurück; | Und doch bist du’s und blickst so gut .. [Faust:] Fühlst du daß ich es bin, so komm [Fühlst du mich? Hörst du mich? komm! ich bins GWBUrfaust 69] GWBFaust I 4536  Schöne Göttin! enthülle dich mir .. rege bedeutend mich auf, | Daß ich fühle, welche du seist von den ewigen Töchtern | Zeus GWB1,281 Euphrosyne 21 GWBFaust I 3540 ~ GWBUrfaust 1232   f in theoret Erörterung, Untersuchung sich etw verdeutlichen, etw gewahr werden od (als Möglichkeit) ahnen  α sich (nat)wiss üb etw klar werden/sein, sich Einsicht verschaffen, überwiegend mBez auf method Erfordernisse u Mängel, vereinzelt wissgeschichtl hinsichtl eines best (noch undeutl) Problembewußtseins; selten spezifiziert wie ‘eine best Analogie, Folgerung, den Unterschied f.  wenn der Anatom f. muß, daß er sich in seinem eignen Reichthume gleichsam verwirrt, so giebt der Morpholog ihm Anlaß seine Schätze zu ordnen GWBN12,242 Morph Plp  man verlieh dem Lichte Schwingungen und fühlte nicht, daß man .. hier sehr materiell verfuhr; denn [dabei] .. muß doch etwas schon da sein, das einer Bewegung fähig ist GWBN51,430,5 PhysikalPreisaufg  Rousseau .. versenkt sich in dieses Reich [der Pflanzen] .. fühlt daß ein gewisser methodischer Gang durch das Ganze möglich sei, getraut sich aber nicht damit hervorzutreten GWBN6,111,23 BotanStudien [1831]  brachte er [der Phrenologe Gall] einiges die Metamorphose der Pflanze Berührendes zur Sprache .. zu verwundern war es, daß er, ob er gleich diese Analogie gefühlt haben mußte .. nicht wieder darauf zurück kam GWB35,203,3 TuJ GWBB15,189,19 Ritter 7.3.01 K GWBN2,165,7 FlP 310 in Unterstreichung der bes (kultur)geschichtl Untersuchungsweise u ihrer Art der Würdigung idVbdgn ‘historisch f. und erkennen’, ‘etw f. und kennen’, ‘etw verstehen, f.’; auch zum Ausdruck der bes Begabung u persönl Neigung des Forschers  [mBez auf got Bauwerke] so verdienen diejenigen großen Dank, die uns in den Stand setzen, Werth und Würde im rechten Sinne, das heißt historisch zu f. und zu erkennen GWB492,161,28 Von dtBaukunst 1823  Er fühlte und kannte das Alterthum, so wie das Würdige der Gegenwart GWB46,51,14 Winckelm GWB422,420,23 Volksb histInh Schema  β in erkenntnistheoret u -krit Aussagen, insbes in skept (philos) Reflexion auf die Legitimität best Erkenntnisarten, auf eine mögl Progression u die Grenzen der Erkenntnis; Subj vereinzelt ‘der Verstand, die Denkkraft’  [eine theol] Recension von Schwarz .. Er ist ein verständiger Empiriker, der das a priori zu schätzen weiß und wieder recht gut fühlt, wo es nicht eingreift GWBB17,192,17 Eichstädt 17.8.04  Der Botaniker .. sich die Bestimmung .. des oft nicht zu Unterscheidenden zur Pflicht macht .. [im Bewußtsein] auf einen unerreichbaren Zweck hinzustreben .. wird er .. sich doch dem hohen Ziele immer mehr angenähert f. GWBN6,356,11 Morph Aphorist  [Trostschreiben] Kehrt es sich .. um und der Jüngere geht vor dem Ältern hin, so empört es uns, weil wir denken, die Natur sollte .. so vernünftig seyn als wir selbst .. Vorstehendes war gleich nach Empfang Ihres .. Briefes geschrieben; auf einmal aber hielt ich inne, denn ich fühlte wohl, hier stehe das große Problem vor mir, welches aufzulösen dem Menschen wohl nicht gegeben seyn möchte GWBB45,31,24 Brühl 23.10.28 GWBN9,91,20 Kammerbg [1808]   5 ästhetisch (produktiv) erfassen od sich sensibel aneignen   a schöpferisch durchdringen, inspiriert, phantasievoll (um-)gestalten; insbes in Charakterisierung der Seinsweise des Kunstwerks, der bes künstlerischen Empfindsamkeit u der techn (virtuosen) od seelenvollen Ausführung; überwiegend in der bild Kunst, oft PartPrät (attr), vereinzelt metonym  und so gibt der Künstler, dankbar gegen die Natur .. ihr eine zweite Natur, aber eine gefühlte, eine gedachte, eine menschlich vollendete zurück GWB45,261,3 Diderot,Malerei  [Künstler:] Wo ist der Urquell der Natur, | Daraus ich schöpfend | Himmel fühl’ und Leben | In die Fingerspitzen hervor?4) | Daß ich mit Göttersinn | Und Menschenhand | Vermöge zu bilden GWB2,186 Kenner u Künstler 14  In allen diesen Blättern [Neureuthers ‘Randzeichnungen’] .. findet sich kein Zug, der nicht gefühlt wäre, und selbst die Elemente, die Sie .. genialisch zusammenrufen, verwandeln sich einer .. geistreichen Natur gemäß GWBB49,257,11 Neureuther 28.2.32  [Kopie einer Madonna von Correggio] ein fürtrefflich wohl conservirtes Bild von einer Meisterhand .. Der Pinsel ist äußerst gefühlt GWB47,349,16 StädelschKabinett GWBB2,62,20 Kestner [5.2.73] GWBB35,146,10 Zelter 19.10.21 mBez auf diffizile (nicht verbindl zu regelnde) Form- u Darstellungsprobleme; mehrf PartPrät superl  Jede Form, auch die gefühlteste, hat etwas Unwahres; allein sie ist einfür allemal das Glas, wodurch wir die heiligen Strahlen der verbreiteten Natur an das Herz der Menschen zum Feuerblick sammeln GWB37,314,12 Aus G-s Brieftasche  das Fleisch [des Menschen] ist schwer nachzubilden .. Tausend Mahler sind gestorben, ohne das Fleisch gefühlt [senti] zu haben GWB45,296,7 Diderot,Malerei GWB47,329,9 Baukunst 1795 Plp vom Schauspieler u Sänger mBez auf das Erarbeiten der Rolle, das Sichidentifizieren damit od die ausdrucksstarke u -gerechte Darstellung  [Melina üb Bendel:] In der letzten Scene des zweiten Actes .. ging es desto schlimmer .. Kein gefühltes Wort ging aus seinem Munde GWB52,26,7 ThS IV 5  der kleine Duni, der weder Gesichtsausdruck noch Figur hat, aber der fühlt [sonne], bei Gott! der Gesang hat, und Ausdruck GWB45,143,4 RamNeffe GWB51,254,6 ThS III 11   b rezipierend Bedeutsamkeit, Geschlossenheit, Harmonie eines Werkes wahrnehmen, einfühlsam, mit Kunstverstand best techn, stilist ua Aspekte erfassen u beurteilen; oft vom geschulten (distanzierten) Blick des Kritikers  [betr die neue Fassung von Iph] Du hast zwey Scenen genannt, die offenbar verlohren haben. Aber .. ließ es noch einmal ganz gelaßen, und du wirst f. was es als Ganzes gewonnen hat GWBB8,214,1 Seidel 15.5.87  Reste eines kleinen Tempels [bei Girgenti] .. hier sind Halbsäulen mit den Quaderstücken der Mauer auf’s schönste verbunden, und beides in einander gearbeitet; höchst erfreulich dem Auge. Man glaubt genau den Punct zu f., wo die dorische Ordnung ihr vollendetes Maß erhalten hat GWB31,166,4 ItR  er [ein Theaterkritiker] ist zu beneiden, daß er .. das Maß der Annäherung an die Rolle .. so genau f-d und einsehend, noch mit so .. unbefangener Theilnahme das Theater besuchen kann GWB40,122,21 Wunsch freundlBegehren GWBB12,377,16 Schiller 13.12.97 [für: sentir] GWB45,48,23 RamNeffe GWB422,454,4 Üb:Campbell,Lect on Poetry in Betonung best emotionaler od intuitiver Leistungen u Komponenten des Kunstgenusses u -erlebnisses, öfter iGz ‘beurteilen, beweisen, erklären, messen’; mehrf in wirkungsästhet Betrachtungen, bes emphat in (genieästhet) Bekundungen der Frühzeit  Alte Liebe rostet nicht .. Die Schönheit des Schlusses muß gefühlt werden .. in den letzten .. Zeilen scheint er sich zu vergessen .. heißt sie Du GWB40,246,21 Üb:Grübel,Ged  [betr Humboldts Übs des ‘Agamemnon’ von Äschylus] Das rhythmische Verdienst kann ich nicht beurtheilen; aber ich glaube es zu f. GWBB27,158,19 WHumboldt 1.9.16 K  [betr ‘Werther’] Es ist gethan, es ist ausgegeben, verzeiht mir .. ich will nichts von euch hören, biss .. ihr .. im Buche selbst das unschuldige Gemisch von Wahrheit und Lüge reiner an euerm Herzen gefühlt haben werdet GWBB2,200,9 Kestner uFrau [Okt 74]  Wälscher! .. hältst dich für Verwahrer der Kunstgeheimnisse .. Hättest du mehr gefühlt als gemessen, wäre der Geist der Massen über dich gekommen, die du anstauntest GWB37,141,11 Von dtBaukunst 1773 GWB37,149,19 ebd GWBB20,140,19 ChStein 16.8.08 in krit Beurteilung eines stark subjektiven, kunstfremden Rezeptionsverhaltens  Jeder geht zum Theater heraus, | .. lobt und schilt, was er gefühlt, | Er denkt, man habe für ihn gespielt GWB51,98 ZXenNachl VII 201  [betr das Gemälde einer nackten Danae] daß der Gegenstand auf mich nicht die geringste Einwirkung hat. Ich bewundere nur wie der echte Künstler die wahre Katharsis geübt hat, von der eure Buchstaben-Menschen nichts wissen wollen, die, weil sie nur den Effect f., von Production nichts begreifen und sich einbilden, der Künstler habe Zwecke, ihnen .. zu Liebe GWBB49,3,6 Zelter 8.7.31 GWB29,115,1 DuW 18 uö(selten)   c allg als ästhet Wohlgefallen, insbes an Naturphänomenen; einmal metaspr iSv als schön empfinden  Das Erfreuliche des Farbigen, Bunten, wurde gleich gefühlt; und .. so war die Anwendung der Farben auf den nackten Körpern und zu Gewändern bald im Gebrauch N3,XX,16 FlH Urzeit  Wenn er [Lucidor] die Anmuth des beruhigenden Abendgestirns gar nicht empfunden, so fühlte er die aufregende Schönheit des Morgens nur, um zu verzweifeln .. er hatte Lucinden verloren GWB24,150,8 Wj I 8 BA17,239 FGA ZufälligeGedanken [G/Merck] uö(selten)   6 mit Dat der Pers u effiziertem Obj: in der Einbildungskraft erschaffen, erträumen  [Wilh hinter der Bühne] Stundenlang konnte er .. nach ihr [Mariane] hinausblicken, an einem Blick von ihr erzittern und in dem Balken- und Lattengerippe sich ein Paradies f. Die .. einseitigen Strohhütten rührten in ihm die lieblichsten Bilder GWB51,58,8 ThS I 16   7 auf kollektiv od individuell geprägte, charakterist Weise empfinden, seelisch erleben; meist in Berührung mit anderen Bedeutungspunkten   a als altersspezifisches od sozial konformes, rollenbedingtes Erleben u Verhalten  Als Enkel des Schultheißen waren mir die heimlichen Gebrechen einer solchen Republik [Frankf] nicht unbekannt geblieben, um so weniger, als Kinder ein ganz eignes Erstaunen f. .. sobald ihnen etwas .. verdächtig wird GWB27,41,9 DuW 6  Von dem Improvisator [OLBWolff] .. Es ist ein .. hübsches Talent .. aber .. er fühlt, wie alle jüngere Neuere, gewissermaßen eine Scheu vor dem Wirklichen GWBB40,275,7 CarlAug 31.1.26 K  daß der Enthusiasmus eigentlich nur die große Masse wohl kleidet. Man muß sich einander unbekannt seyn, und sich nur zusammen f., wenn man sich zusammen .. erhitzen will GWBB24,176,23 Arnim 22.2.14 K Gespr(He32,470) Odyniec 25.8.29 GWB27,394,11 DuW Plp   b allg in Qualifizierung von jds Sensibilität u (Über-)Empfindlichkeit, auch der ungewöhnl Beeindruckbarkeit u (aufgeschlossenen) Hingabefähigkeit; meist PartPräs attr/subst, bes mit Adv wie ‘zart, rein, fein’  Eine Welt die so anhaltend von Schall erfüllt wäre, als sie es von Licht ist, würde .. unerträglich sein. Durch diese .. Betrachtung ist .. Malebranche, der ein sehr zart f-der Mann war, auf seine wunderlichen Vibrations de pression geführt worden GWBN4,117,18 FlH VI  [Diderot üb sein Töchterchen:] Die Natur war stiefmütterlich genug gegen sie und gab ihr einen zarten Körperbau mit einer f-den Seele [âme sensible] .. sie [wäre nicht] derb gebildet und mit einem ehernen Herzen geboren GWB45,43,7 RamNeffe  es müsse der Leser eines Romans .. sich bereiten zu solcher Lektüre, wie etwa der Reisende, der .. manche alte Ansicht .. Eigentümlichkeiten zurücklassend, bloß als f-der Mensch, aber .. auf vernünftige Weise, Forderungen an das neu zu Empfindende macht Gespr(He31,361) ASchopenhauer 27.11.21 GWBN13,47,21 Morph Plp GWB27,193,24 DuW 8 ‘f-d sprechen’: mBez auf eine expressive, inspirierte Rede(weise)5) GWB51,47 Ars,Ares wird 8   c speziell iS der Gefühlskultur der ‘Empfindsamkeit’ aufnehmen u erleben (vgl ‘empfinden’ 6 b)  [‘Ossian’-Lektüre] Werther .. warf das Papier hin, und faßte ihre [Lottes] Hand und weinte .. Sie fühlten ihr eigenes Elend in dem Schiksal der Edlen, fühlten es zusammen, und ihre Thränen vereinigten sie AA143,21 Werth1 II ~ Werth2  da ich sie [Lotte] mit solcher Wahrheit .. vom Landpriester von Wakefield .. reden hörte | [Fußnote:] Man hat .. die Namen einiger vaterländischen Autoren ausgelassen. Wer Theil an Lottens Beyfall hatte, wird es gewiß an seinem Herzen f., wenn er diese Stelle lesen sollte AA23,32 Werth1 I ~ Werth2 GWBB2,262,9 Herder [etwa 12.5.75 Korr DjG5,29] in (indir, satir) Kritik übertriebener, überfeinerter od larmoyanter Empfindungsweisen  [Merkulo:] Hier führen wir die vorzüglichsten Glückseligkeiten empfindsamer Seelen bei uns. In diesem Kasten sind sprudelnde Quellen .. hier .. ist Mondschein eingepackt .. Der Prinz allein .. darf sie f. GWB17,21,11 TriumphEmpfindsamk II  [Alcinous:] Freunde! kommt in meinen Garten, | Den gefühlten, den modernen. | .. Doch zu ganz gewisser Rührung | Steht der Kirchhof gleich daneben GWB51,164 Des neuenAlcinous 1. Teil 4 GWB12,231 UnglHausgenossen 167 GWBabfühlen GWBanfühlen GWBbefühlen GWBdurchfühlen GWBeinfühlen GWBherausfühlen GWBhineinfühlen GWBmit- GWBnach- GWBüberein- GWBvor- GWBvoraus- wiederheraus- GWBwohl- GWBzurück- GWBzusammen- GWBFarbenfühlen GWBfeinfühlend GWBhochfühlend GWBreinfühlend tieffühlend GWBunfühlend GWBverlustfühlend GWBwärmefühlend GWBzartfühlend GWBGefühl selbstgefühlt GWBtiefgefühlt GWBwohlgefühlt GWBZartgefühlte GWBfeinfühlig GWBErzfühler GWBWasserfühlerSyn GWBempfinden GWB(ver)spüren GWBwahrnehmen zu 1 a GWBerkennen zu 1 a α GWBbetasten GWBtappen zu 1 a β und γ GWBbemerken GWBgewahr(g. werden) zu 1 b α GWBbefinden(sich b.) GWBergehen vorkommen(sich v.) zu 1 b β GWBerdulden GWBdulden GWBerleiden GWBleiden zu 1 c GWBerfahren zu 2-5u7 GWBbemerken GWBerleben GWBgewahr(g. werden) GWBgewahren zu 2 GWBauffassen GWBaufnehmen GWBbeachten GWBachten GWBbewußt(sich b.sein) GWBempfangen GWBerkennen GWBKenntnis(zur K.nehmen) GWBmerken GWBwissen zu 3 b und g GWBerfahren zu 3 c α GWBentbrennen zu 3 f und g GWBbewußt(sich b.sein) zu 3 g vorkommen(sich v.) zu 3 h GWBdünken GWBglauben GWBhalten(sich h.für) GWBvorkommen(sich v.) GWBwähnen zu 4,5u7 GWBauffassen GWBaufnehmen GWBbegreifen GWBbewußt(sich b.sein) GWBerfahren GWBerfassen GWBfassen GWBergreifen GWBerkennen zu 4 h2nahn(d)en GWBapercevieren zu 4 a GWBherausahnden GWBherausahnen zu 4 b merken zu 4 b α GWBaufspüren GWBentdecken zu 4 b β vorausahn(d)en vorausempfinden voraussehen vorauswissen vorhersehen zu 4 c GWBglauben zu 4 d GWBhineindenken (sich h.) mitempfinden nachempfinden versetzen(sich v.in) verstehen zu 4 e und f GWBeinsehen GWBfeststellen GWBherausfinden merken verstehen zu 4 e GWBabmerken GWBdurchschauen verstehen(zu v.geben) zu 4 f verdeutlichen(sich v.) zu 5 a und b GWBaneignen GWBdurchdringen GWBempfangen zu 5 a GWBerfinden zu 5 b GWBbeurteilen GWBeinsehen GWBherausfinden nachempfinden zueignen(sich z.) 1) vgl dazu MHoltermann, ‘Thierischer Magnetismus’ in G-s Roman ‘Die Wahlverwandtschaften’. JbDtSchillerGes 37,1993,164-197 (insbes 187f) 2) vgl G-s Beschreibung dieser im Monotheismus gipfelnden Szene in DuW 14 (WA I 28,295): Erst verehrt er die unendlichen Gestirne als eben so viele Götter ..; eine abweichende Auslegung in JA15,333 (‘euch’ iSv ‘für euch’ od ‘mit euch’) 3) vgl Dan5,23 (“deine .. steinernen Götter .. die weder sehen noch hören noch fühlen”) 4) nach ALangen, Der Wortschatz des 18. Jhs, ist dies der repräsentative poet Beleg für den “Primat des Fühlens” im Irrationalismus. In: Maurer/Stroh, DtWortgesch 2,21959,93 5) Der Beleg ist kaum als “Verspottung der Etymologie” aufzufassen, vgl KEibl in FfA I 2,1323Horst Fleig H. F.
46313 Zeichen · 736 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fühlen

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Fühlen , verb. reg. act. welches in einer doppelten Hauptbedeutung üblich ist. I. Vermittelst des Gefühles sich bewußt z…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    fühlen

    Goethe-Wörterbuch

    fühlen vereinzelt (in der Frühzeit) ‘fülen’, öfter ‘das F.’, ‘das Gefühlte’ u ‘der F-de’ (eigenh Kleinschr 42 2 ,454,4 )…

  3. modern
    Dialekt
    fühlenschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    fühlen schw. : 1. a. 'durch Betasten prüfen', fihle (fīlə) [verbr.]; 's Hinkel f., ob es ein Ei legen wird [KU-Hundh, ve…

  4. Sprichwörter
    Fühlen

    Wander (Sprichwörter)

    Fühlen 1. Das lässt sich nur fühlen, nicht sagen, sagte Hans, als er Prügel bekommen hatte. 2. Fühlen macht (lehrt) gleu…

  5. Spezial
    fühlenv

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    fühlen , v чувствовать/почувствовать , гл → FiloSlov empfinden, v

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit fuehlen

10 Bildungen · 0 Erstglied · 4 Zweitglied · 6 Ableitungen

fuehlen als Zweitglied (4 von 4)

anfühlen

DWB

anfühlen , attrectare, tactu explorare: ihre hand war weich wie sammet anzufühlen, fühlt sich weich an; fühlt man die haut an ( an die haut …

befühlen

DWB

befühlen , contrectare, palpare, tentare, betasten, greifen, ahd. pifuolôn ( Graff 3, 477 ), nnl. bevoelen: der arzt befühlt den puls, die m…

mitfühlen

DWB

mit·fuehlen

mitfühlen , verb. am fühlen jemandes theilnehmen: ich füle alle deine schmerzen mit, omnium dolorum tuorum particeps sum, communia mihi tecu…

zufühlen

DWB

zufühlen , v. , im 18. jh. ärztlicher fachausdruck, bes. bei geburtshilflichen untersuchungen allg. d. bibl. anh. zu b. 37—52, 1674. gelegen…

Ableitungen von fuehlen (6 von 6)

befühlen

DWB

befühlen , contrectare, palpare, tentare, betasten, greifen, ahd. pifuolôn ( Graff 3, 477 ), nnl. bevoelen: der arzt befühlt den puls, die m…

erfühlen

DWB

erfühlen , palpare, percipere, ahd. irfualôn ( Graff 3, 477 ): ich kann es nicht erfülen, ob es kalt oder warm sei. Stieler 581 ; so weit me…

gefühlen

DWB

gefühlen , verstärktes fühlen, wie im ältern md. gevûlen neben vûlen, gevûlunge f., alts. gifôlian, noch im 16. jh. nrh. gevoelen sentire Cö…

Mißfühlen

Campe

○ Mißfühlen , v. ntr . mit der Fügung eines trs . Mittelw. d. verg. Z. mißgefühlt , unrichtig, falsch fühlen, empfinden. »— daß — die am her…

Verfühlen

Campe

○ Verfühlen , v. ntr . mit haben und der Fügung eines trs . fühlend, in Gefühlen verbringen, zubringen. Ein kleinres Volk, das hüpft und spi…

Zerfühlen

Campe

Zerfühlen , v. trs . durch beständiges, zu vieles Fühlen, Befühlen, entzwei gehen machen, wie auch, verderben. D. Zerfühlen .