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Falk

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Falk

Bd. 6, Sp. 288
Falk, 1) Johannes Daniel, deutscher Schriftsteller, geb. 28. Okt. 1768 in Danzig, gest. 14. Febr. 1826, bezog 1792 die Universität Halle, um Theologie zu studieren, privatisierte seit 1798 in Weimar und wurde 1806 nach der Schlacht bei Jena wegen seiner Verdienste um Stadt und Land vom Herzog zum Legationsrat ernannt und mit einem Jahresgehalt bedacht. 1813 stiftete er die »Gesellschaft der Freunde in der Not« zum Zweck der Heranbildung verlassener und verwahrloster Kinder. Später kam durch seine Bemühungen die Gründung einer Schulanstalt zustande, die 1829 in eine öffentliche Erziehungsanstalt für verwahrloste Kinder verwandelt wurde und noch den Namen Falksches Institut führt. Als Schriftsteller trat er zuerst in der Satire auf und gehörte der ältern Richtung an, die eine gewisse gemütliche Allgemeinheit der Satire pflegte und beim Mangel konkreter Züge selten scharf und treffend war. Hierher gehört vor allem sein »Taschenbuch für Freunde des Scherzes und der Satire« (Leipz., später Weim. 1797 bis 1803,7 Jahrgänge). Von seinen übrigen Schriften verdient eine Bearbeitung des Plautinischen »Amphitruo« (Halle 1804) Erwähnung. Seine »Kleinen Abhandlungen, die Poesie und Kunst betreffend« (Weim. 1803), seine Zeitschrift »Elysium und Tartarus« (das. 1806) und sein nachgelassenes Werk »Goethe aus näherm persönlichen Umgang dargestellt« (das. 1832, 3. Aufl. 1856) enthalten interessante Mitteilungen über das literarische Leben in Weimars Glanzzeit (vgl. dazu K. Francke, Zur Kritik von Falks Goethe-Erinnerungen, in der »Vierteljahrschrift für Literaturgeschichte«, Bd. 5, 1892, und S. Schultze, F. und Goethe, Halle 1900). Seine »Auserlesenen Schriften« wurden herausgegeben von Wagner (Leipz. 1819, 3 Bde.); seine »Satirischen Werke« erschienen gesammelt in 7 Bänden (das. 1817 u. 1826); sein »Geheimes Tagebuch, oder Mein Leben vor Gott« veröffentlichte S. Schultze (Halle 1898–1900, 2 Hefte). Vgl. »Johannes F., Erinnerungsblätter aus Briefen und Tagebüchern, gesammelt von seiner Tochter Rosalie F.« (Weim. 1868); Heinzelmann, Johannes F. und die Gesellschaft der Freunde in der Not (Erfurt 1879); A. Stein (H. Nietschmann), Joh. F. (Halle 1881); Metzler, Joh. F. (Hannov. 1882). 2) Adalbert, preuß. Staatsmann, geb. 10. Aug. 1827 zu Metschkau in Schlesien, gest. 7. Juli 1900 in Hamm, studierte die Rechte, trat in den Justizdienst, bearbeitete als Staatsanwalt das für Juristen wichtige Ergänzungswerk zum allgemeinen Landrecht in der 4. Auflage, das sogen. »Fünfmännerbuch« (ursprünglich hrsg. von Gräff, Koch, Wentzel, Rönne und Heinrich Simon), und wurde deshalb in das Justizministerium berufen. Unter dem neuen Justizminister Lippe 1862 zum Appellationsgerichtsrat in Glogau ernannt, ward F. von Leonhardt in das Ministerium zurückberufen und zum vortragenden Rat befördert. 1871 Bevollmächtigter der Regierung im Bundesrat und Mitglied der Kommission für die deutsche Zivilprozeßordnung, erhielt F. nach dem Rücktritt des Ministers v. Mühler das Kultusministerium (22. Jan. 1872) und damit die Aufgabe, der katholischen Kirche gegenüber die unveräußerlichen, seit Eichhorn geschmälerten Hoheitsrechte des Staates wieder geltend zu machen. F. löste die Aufgabe durch die sogen. Maigesetze unter heftigem Widerspruch der Klerikalen, allerdings ohne den passiven Widerstand des katholischen Klerus zu brechen. Durch das Schulaufsichtsgesetz befreite er die Volksschule von dem Einfluß der Kirche, vermehrte durch Erhöhung der Gehalte, Vermehrung der Seminare und zweckmäßige Organisation die Zahl der Lehrer und der Schulklassen sehr beträchtlich und setzte der Polonisierung der katholischen Schulkinder in Posen und Westpreußen ein Ziel. Die Universitäten versah er mit reichlichern Mitteln, erhöhte die Ausgaben für die Pflege der Kunst, aber ein Unterrichtsgesetz, welches das Schulwesen fortan gegen Verwaltungswillkür sicherstellen sollte, scheiterte 1876 an den dadurch erwachsenden Mehrkosten. Der evangelischen Kirche Preußens gab F. durch die 1875 von einer außerordentlichen Generalsynode gebilligte und 1876 vom Landtage genehmigte Synodalverfassung für die acht alten Provinzen eine selbständige Stellung, erregte aber damit den Unwillen der orthodoxen Hofpredigerpartei, die erst den von F. berufenen Präsidenten des Oberkirchenrats, Herrmann, stürzte, dann F. selbst 1878 zum Abschiedsgesuch nötigen wollte. Blieb F. 1878 noch im Amte, so nahm er im Juli 1879 den Abschied, als Bismarck aus Anlaß der Zolltarifsverhandlungen im Reichstag sich der Zentrumspartei näherte, und betätigte sich nur noch parlamentarisch. Seit 1858 dem Abgeordnetenhaus angehörend, ward er 1867 in den konstituierenden Reichstag und seit 1873 wiederum gewählt, zog sich aber nach seiner Ernennung zum Präsidenten des Oberlandesgerichts in Hamm 1882 vom politischen Leben ganz zurück. Eine Sammlung seiner »Reden 1872–1879« (Berl. 1880) blieb unvollendet. Vgl. H. R. Fischer, Adalbert v. F., Preußens einstiger Kultusminister (Hamm 1901). 3) Max, hervorragender ungar. Politiker und Nestor der ungarischen Publizisten, geb. 7. Okt. 1828 in Pest, machte seine Studien daselbst und in Wien und begann 1844 seine schriftstellerische Laufbahn als Mitarbeiter des »Ungar« und der »Életképek« und war auch als Übersetzer tätig. 1847 siedelte er nach Wien über, wo er 1848 beim radikalen »Studentenkurier«, beim »Freimütigen« und in der »Österreichischen Zeitung« beschäftigt war und seit 1856 als Mitarbeiter des »Wanderer« und (seit 1852) des in Pest erscheinenden »Pesti Napló« die Sache Ungarns und späterhin den Dualismus vertrat. Ende der 50er Jahre gewann er das Vertrauen des in Döbling internierten Grafen Széchényi und Fr. Deáks. 1866 und 1867 hielt er der Königin Elisabeth Vorträge über die ungarische Literatur. Seit 1868 leitet F. die Redaktion des »Pester Lloyd« und ist seit 1869 eins der hervorragendsten liberalen Mitglieder des ungarischen Parlaments. In der Delegation fungiert F. seit Jahrzehnten als Berichterstatter für die auswärtigen Angelegenheiten, und zahlreiche Adressen des Reichstags entstammen seiner Feder; auch war er als Berichterstatter der Quotenkommission tätig. Gegenwärtig ist er Vorsitzender des Budgetausschusses. Der Verein der ungarischen Journalisten wählte ihn bei der Gründung zum Präsidenten. Er schrieb: »G raf Széchényi und seine Zeit« (1868), eine Reihe von Studien zur ungarischen Geschichte in der »Österreichischen Revue«, »Erinnerungen an Königin Elisabeth« (1898) und »Zeit- und Charakterbilder« (in ungar. Sprache, 1901).
6504 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    falk

    Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA) · +1 Parallelbeleg

    falkAWB m. a-St., nur in 2 Hss. des 12. Jh.s; falkofal- koAWB m. n-St., seit dem 9. Jh. überwiegend in Gl.-Hss., im Wien…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    falkm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    falk , falke , m. ahd. falcho, mhd. valke, nnl. valk, altn. falki, schw. dän. falk, engl. falcon, it. falcone, fr. fauco…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Falk

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Falk , Joh. Daniel, geb. 1768 zu Danzig, Privatgelehrter, seit 1798 in Weimar, gest. 1826, erregte durch seine Satire „d…

  4. modern
    Dialekt
    Falk

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Falk [Fàlìk Str. K. Z. ] m. falbes Pferd, blassgelbe Kuh. s. Falch. 2. Falke, Raubvogel Bf. — Schweiz. 1, 797.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit falk

141 Bildungen · 105 Erstglied · 35 Zweitglied · 1 Ableitungen

falk‑ als Erstglied (30 von 105)

fālkantig

WWB

falk·antig

fāl-kantig Adj. bedenklich, unsicher, zweifelhaft. Dai Sake eß mey fahlkännteg ( Mes Br).

falkaune

DWB

falk·aune

falkaune , f. gebildet wie kartaune, posaune. Fronsperg 1, 72 a schreibt falchana: das dritt geschlecht des feldgeschützes ist ein falchana,…

Falkeªrf

WWB

Fal-keªrf m. Fallkerbe (beim Bäumefällen). Den Fallkerb mott deeper wenn’ as den Schnitt met de Saage (WMWB).

Falke, Gust

DWBQVZ

falke·gust

--- Geelgösch. Leipzig, Berlin, Frankfurt/M., Paris o. j. ( cop. 1910) . ---

Falke, Jak. v

DWBQVZ

--- costümgeschichte der culturvölker. Stuttgart o. j. (1880—81) . — QV VI —. ---

Falke, Joh. Ernst Ludw

DWBQVZ

--- universallexikon der thierarzneikunde. Weimar 1842 . II. / Falke wb. d. thierarzneik. 1, 8 a / ---

Falken

Meyers

fal·ken

Falken ( Edelfalken , Falconinae ), Unterfamilie der F. ( Falconidae ) aus der Ordnung der Raubvögel, kleine oder mittelgroße Vögel mit groß…

Falkenauge

SHW

Falken-auge Band 2, Spalte 335-336

falkenaas

DWB2

falken·aas

falkenaas n. : 1399 marienb. tresslerb. 23 J. 1419 ausgabeb. marienb. hauskomtur 323 Z.

falkenart

DWB2

falken·art

falkenart f. : 1557 Wickram 2,329 LV. ⟨1878⟩ F. W. Weber ges. dicht. 3,24 W.

Falkenau

Meyers

falke·nau

Falkenau , 1) Stadt in Böhmen, rechts an der Eger, in die hier links die Zwotau mündet, Knotenpunkt der Buschtěhrader Eisenbahn, Sitz einer …

falkenauge

DWB

falken·auge

falkenauge , n. scharfes auge, wie adlerauge: er sieht mit falkenaugen. Möser 4, 84 ; und dennoch, zweiflerin, bewacht dein falkenauge mich …

Falkenaugen

Wander

falken·augen

Falkenaugen 1. Er hat Falkenaugen. Holl. : Hij ziet als een valk. – Twee oogen hebben van eenen valk. ( Harrebomée, II, 357. ) 2. Er hat Fal…

Falkenbeitze

Adelung

Die Falkenbeitze , plur. die -n, die Beitze mit Falken, oder die Jagd, da man andere Vögel mit Falken fänget.

Falkenberg

Meyers

falken·berg

Falkenberg , 1) Flecken im bayr. Regbez. Oberpfalz, Bezirksamt Tirschenreuth, in einem wildromantischen Tal, an der Waldnab, hat eine kath. …

Falkenberg, Dietrich von

Meyers

Falkenberg, Dietrich von , der Verteidiger Magdeburgs im Dreißigjährigen Kriege, geboren zu Herstelle in Westfalen, verließ infolge der Gege…

falkenblick

DWB

falken·blick

falkenblick , m. wie falkenauge: aufs neue wird der ganze felsenrücken, wird jeder winkel, jeder strauch, der ihn vielleicht versteckt, durc…

Falkenburg

Meyers

falken·burg

Falkenburg , Stadt im preuß. Regbez. Köslin, Kreis Dramburg, qu der Drage, Knotenpunkt der Staatsbahnlinien Ruhnow-Neustettin und Kallies-F.…

falk als Zweitglied (30 von 35)

Bárbarfalk

Adelung

barbar·falk

Der Bárbarfalk , des -en, plur. die -en, die vorzüglichste Art der Falken, welche aus Tunis in der Barbarey herstammet, weiß und voller Flec…

Bleyfalk

Adelung

bley·falk

Der Bleyfalk , des -en, plur. die -en, eine Art Falken mit bleyfarbigen Kopfe, Halse und Rücken. Die Hälfte der Flügel ist gleichfalls bleyf…

Bomfalk

MeckWBN

bom·falk

Wossidia Bomfalk m. Baumfalke, falco subbuteo Zand. Vög. 89.

Bërgfalk

Idiotikon

Bërgfalk Band 1, Spalte 797 Bërgfalk 1,797

fremdlingsfalk

DWB

fremdling·s·falk

fremdlingsfalk , m. falco peregrinus, wanderfalk. weidwerk 2, 14 a . 15 a , einfacher der fremdling.

Gerfalk

Adelung

ger·falk

Der Gerfalk , des -en, plur. die -en, eine Art Falken mit einem himmelblauen, kurzen, starken, und sehr spitzig gekrümmten Schnabel, weiten …

Geyerfalk

Adelung

geyer·falk

Der Geyerfalk , des -en, plur. die -en, S. Adelung Gerfalk .

Großfalk

Adelung

gross·falk

Der Großfalk , des -en, plur. die -en, in einigen Gegenden, eine Benennung des Saker- oder Sokerfalken, Falco sacer Klein . vermuthlich, wei…

hagerfalk

DWB

hager·falk

hagerfalk , m. eine falkenart, die vorzüglich zur beize auf grosze vögel dient. öc. lex. 616. in Heuszlins vogelbuche hogerfalk: disen (falk…

hogerfalk

DWB

hoger·falk

hogerfalk , m. für hegerfalk, vgl. sp. 153. 154: der hogerfalk ist nicht grosz von leib, aber desto beherzter. Hohberg 2, 654 b .

Kolfalk

Idiotikon

kol·falk

Kolfalk Band 1, Spalte 797 Kolfalk 1,797

Lêrchenfalk

Adelung

lerchen·falk

Der Lêrchenfalk , des -en, plur. die -en, eine Art kleiner Falken mit kurzen Flügeln, einem blauen Schnabel und lehmfarbenen Füßen, mit welc…

mäusefalk

DWB

mause·falk

mäusefalk , m. falco buteo, bushart: mausefalk Nemnich 2, 1565 , mäusefalk im register; mausefalk, mausaar Frisch 1, 651 a .

Mauerfalk

Adelung

mauer·falk

Der Mauerfalk , des -en, plur. die -en, eine Art Falken, welche etwas kleiner ist als der Wannenweher, und eine rostige Farbe mit dunkelbrau…

Mausefalk

Adelung

mause·falk

Der Mausefalk , oder Mäusefalk, des -en, plur. die -en, eine Art Falken in der Größe eines Fasanes, mit langen Schenkeln und kurzen starken …

ringelfalk

DWB

ringel·falk

ringelfalk , m. eine falkenart, welche sich durch einen weiszen ring um den hals auszeichnet. Adelung. vgl. ringelweih.

sackerfalk

DWB

sacker·falk

sackerfalk , m. , auch sacker allein, mhd. sackers, aus dem franz. sacre, mittellat. sacer, ital. sagro abgeleitet ( vergl. Hehn culturpflan…

sakerfalk

DWB

saker·falk

sakerfalk , m. , auch verkürzt saker, eine besondere art von falken, falco sacer. Nemnich 5, 484 .

Scheißfalk

Adelung

scheiss·falk

Der Scheißfalk , des -en, plur. die -en, in den gemeinen Sprecharten, eine Art Patschfüße in den nördlichsten Gegenden, welche einem Falken …

Schwalbenfalk

Adelung

schwalben·falk

Der Schwalbenfalk , des -en, plur. die -en, eine den Schwalben ähnliche Art Falken, welche in Peru einheimisch ist, und von andern zu den Fa…

Ableitungen von falk (1 von 1)

Falke

Pfeifer_etym

Falke m. graubrauner Greifvogel, oft für die Beizjagd abgerichtet. Die Etymologie ist nicht geklärt. Ahd. falko, falk ‘Falke’ (9. Jh.), mhd.…

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Cotta, M. (2026). „falk". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/falk/meyers
MLA
Cotta, Marcel. „falk". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/falk/meyers. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „falk". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/falk/meyers.
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